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Zweitcs Blatt
Nr. 34
Grfchrtnl »glich mtt Ausnahme bei SonniogS.
Die „Gietzener Zamillenblatter" werden dem ,91n<eiaer viermal wöchentlich beigeleqL Der Eheistich« Laadwlr**' erscheint monaUrch einmal.
156. Jahraana
Redaktion.Erveditinn >,.Druckerei' Schnlstt.R, Lei. Nr. bl. Lelegr.-Adr.: Anzeiger G letzen.
Freitag 9. Februar 1906
Rotationsdruck imb Verlag da vrühl'schen UmoerfudtäbrudereL R. Lange, Gietzeo.
General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen.
Bekanntmachung.
Getr.: Milzbrand zu Reiskirchen.
Der Milzbrand unter dem Viehbestand des Philipp Damm IX. zu Reiskirchen ist erloschen. Tie verhängte Sperre ist aufgehoben werden.
Gießen, den 3. Februar 1906.
Gr o scher'c^ > • Gießen.
________________I. V.: Dr. Merck
Deutscher Reichstag.
(38. Sitzung vom 8. Februar.)
Eingegcingen ist eine erneute sozialdemokratische Interpellation toenen dcs Grubenunglücks im Juni 1905 auf der Zeche Borussia. Das Haus fährt in der Der-tung des Etats des Reichsamtes des Innern, Titel Staatssekretär fort.
Abg. Lehmann (nl.) glaubt nicht, daß die Sozialdemokratie ernsthaft eine erfolgreiche Sozialpolitik wünsche. , Es liege ihnen mehr als an der Sozialpolitik an einer systematischen Revolutionierung der Messen. Auch die Ausstände würdm von der Sozialdemokratie nicht auS wirtschaftlichen Rücksichten provoziert, sondern zu politischen Zwecken. Wie wenig den Arbeitern am Frieden gelegen sei, ttsse sich auch daraus erkennen, daß im sächsisch- thüringischen Teptil-Dezirk d's ?lnerbieten eines Tarifvertrages von der soiialdenwkratischen Arbeiter-Organisation abgelehnt worden sei. Wie überall, so sei auch in diesem Falle der sozialdemokratische Terrorismus die Hauptursache des Konfliktes gewesen. Tie Staatsregierung sollte mehr Fühlung nehmen mit den Unternehmern. Genügten die Geseke nicht, so müßten sie geändert werden, genügten sie aber, dann habe man im Volke zum Mindesten den Eindruck, daß sic nicht genügend angcwendet werden.
Abg. Schack (wirtsch. Dg.1 weist hin auf die Vorzüge der Tarimerträge. Gerade da, wo solche Vertrage abgeschlossen worden seien, hätte sich erwiesen, daß die Nusfassung der Sozialdemokraten von dem grundsätzlichen Gegensatz der Interessen der UrrtemebincT und der Arbeiter durchaus irrig sei. Auf solche Verträge hinzuw''rken werde hauptsächlich Sache ber Ardeiter> kannnern sein. Was der Staatssekretär über die Frage der Sonntagsruhe im L»andelsgew>erbe gesagt habe, werde m Kreisen der Handlungsgehilfen eine schwere Enttäuschung bereiten. Daß der Staatssekretär die Einführung der k>audelS-Inspektoren ab* gelehnt habe, sei zu bedauern. Weiter geht Redner auf die Lehr- lim,-frage ein und fordert eine Beschränkung der Lehrlings Haltung, in welcknr Forderimg Sozialdemokratie und Gewerkschaften neben einander gingen.
Abg. Pauli-Potsdam lkons.l polemisiert gegen den Aba Dr. Mugdrn wegen dessen Dcußerung zu Gunsten der HondwerV- Eem'ssenschaften s-wie gegen den sogenannten kleinen Befäh'stu- ungsnachweis. Weiter rechtfertigt er sich gegenüber dem Abg. Brulm wegen seines Verzichtes auf den allgemeinen Desäbigungs n-'ck'weis Wie der Vorredner, so halte auch er eine totale Scmnwgs'r "he im Handelsoewerbe für angezeiat und durchführbar.
Abg. Eickhoff (fr. Vp.^ nimmt den Abg. Mugdan gegen die Angriffe seitens des Abg. Stücklen in Schutz und wendet fick' hieraus im allgemeinen gegen die Scnstldemokr-ttie. Schließlich tritt Redner noch gegenüber von Kvrdorff für die Berufsvereine ein.
Abg. v. Gerl ach (fr. Vg.) verficht, waS er neulich über die Lobnve'-Hättn'sse der ländlichen Arbeiter gesagt hat.
Abg. Sachse (Soz.) tritt den Klagen über sozialdemokratischen Terrorismus entgegen indem er eine Reihe von Fällen anführt, in denen von Behörden und namenttich auch von klerikaler Seite gegen sozialdemokratische Arbeiter Terrorismus geübt wurde. Weiter klagt Redner über Polizcichikcmcn gegen einzelne Leute und besonders gegen, Arbeiter-Vers'mmlungen. Zum Schluß legt Redner an einzelnen Fällen dar, daß i>as neue preußische Vera^ei-tz den Arbeitern a-r nichts geholfen habe. Die Arbeiter- ansschüsse seien ganz rechtlos.
Abg. Bargmann (fr. Vp? wünscht rwch verstärkten Vogelschutz. .
Hierauf eriolgt Vertaguuz. Margen Fortsetzung, vorher No- veNe betr. brcinv’'fPn? (tv-HtaR -rk-it.
parliwncntcirifcfycs*
Berlin, 8. Febr. Tie St eu er ko m m i ssi on de? Reichstages erledigte zunächst den Rest de8 Antrages Scheid, die §§ 14 bis 27, und nahm die Bestimmungen, refp. die durch den Antrag unverändert gelassenen Bestimmungen der Regierungsvorlage mit unwesentlichen Aenderungen an. Hieraus wurde ein von Elm und Genossen beantragter Zusatzparagraph 27 a beraten, der für Arbeiter und A r° beiterinnen der Ziga rettenindustrie, die nach Inkrafttreten deSZigarettensteuergefetzeS arbeitslos werden, Entschädigung verlangt Ein Antrag Raab und Wolfs wünscht ebenfalls Entschädigung für die infolge des Gesetzes arbeitslos werdenden Arbeiter und Arbeiterinnen der Zigarettenbranche, jedoch mit der Beschränkung, daß nachgewiesen wird, daß sie eine annähernd gleichwertige Beschäftigung nicht finden konnten. Staatssekretär Frhr. v. Stengel rät dringend ab, beide Anträge anzunehmen und meist aus die Schwierigkeit der Ans- führung hin. Es sei unmöglich festzustellen, ob der Eintritt der Arbeitslosigkeit seinen Grund in dem Steuergefetz oder zum Beispiel in der Einführung deS neuen Zolltarife? habe. Zur Zeit herrsche eine große Ueberproduktion in der Zigarettenindustrie angesichts des kommenden Gesetzes. Hierauf werden beide Anträge abgelebnt.
— Tie Budgetksm Mission des Reichstages verhandelte über den Etat von Ostafrika weiter. Erbprinz von Hohenlobc-Langenburg erklärt, die ^Aufhebung der Zwangsarbeit solle nicht auf die lange Bank geschoben werden. Geheimrat Seitz führt auS, die Mitteilungen, wonach fünf Firmen beute schon das Hafenmonopol betr. den Hafen von Dar-eS-Salaam erteilt sei, seien unrichtig. Der Vertrag sei noch nicht abgrschlosien. Die Kolonialverwaltung werde keinen Vertrag abschließen, der nicht die Rechte und .Interessen des Reiches wahre. Eine M e h rfo r d eru n q von 100 0 00 Mark für die Zentralverwaltung wird bewilligt. 'Die Lokalverwaltung erfordert mehr 273 700 Mk. zur Schaff- rung neuer Bezirsämter. Paasche hält die Zeit dastir Ifür noch nicht gekommen. Gehcimerat Seitz meint, der be- jstehende Zustand sei sowohl vom Standpunkte der Zivilvcr- uvaltling als auch mit Rücksicht auf dte militärischen Interessen mchaltbar. Solange die'Verwaltung der Jnnenbezirke in der «Hand der militärischen Stationschefs liege, hebe die Verwen- lümg der Truppe und ihrer Chefs jeweils die Verwaltung
der einzelnen Stationen so gut wie vollständig auf. Falls die beantragten Mittel für die neuen Bezirksamtmänner nich' bewilligt würden, werde nach dem Urteil deS Gouverneurs die weitere Vermehrung der Schutztruppe erforderlich.
Sitzung der Stadtverordneten.
Gießen, 8. Februar.
Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Curfchmann und Georgi, die Stadtverordneten: Brück, Dr. Ebel, Eichenauer, Emmelius, Eiiler, Gabriel, Dr. Haberkorn, Haubach, Heichelheim, Helm, Huhn, Iann, Iughardt, Keller, Kirch, Köber, Loos, Orbig, Petri, Dr. Schäfer, Schassstaedt, Schmoll, Wallenfels und Tr. Wimmenauer.
Ter Vorsitzende teilt mit, daß er der Familie des verstorbenen Staatsministers Ro'.he im Romen der Stadt herzliches Beileid ausgesprochen und einen Kranz niederlegen lassen Hobe. Auch Hobe eine aus Beig. Georgi, Sladtv. Kirch und ihm bestehende Deputation on der Beisetzung teilgenommen. Ein von Frau Exz. Rothe Ww. eingegangenes Dankschreiben gelangt zur Verlesiing.
Der Ehrenbürger der Stadt Gehcimerat Dr. Gafskr) hat sich für die Ueberfcudung des städtischen RechenschaftS- berichteS bedankt, und seiner Freude über die fortschreitende Entwickelling der Stadt Ausdruck gegeben.
Ein Gesuch von K. Zwang um Belassung eines Firmenschildes am House Neustadt 53 wird abgelehnt. Es handelt sich um ein neues Schild, daß 70 cm, also 20 cm mehr als erlaubt, über die Straßensiuchtlinie heraus vorspringt.
Die La st wage am Reu stad tert or soll durch die bei der Margoretenhütte überflüssige Lastwage ersetzt werden, was 500 Mk. kosten würde. Tie im nächsten Jahr erforderliche Reuaichung der allen Wage würde nebst den dabei erfahrungsgemäß notwendigen Reparaturen 250 Mk. erfordern, sodaß die durch die Auswechslung entstehende Mehrausgabe nur 250 Rtk. beträgt.
Die Beschassung von Kainit und Thomasmehl für die Düngung der städtischen Wiesen wird auf Vorschlag der Baudeputation der Finna Bär & Wetterhahn, die sich bei der beschränkten Submission als die billigste erwies, übertragen. Stadtv. Löber möchte diese Angelegenheit in Zukunft der landw. Deputation übertragen hoben. Der Vorsitzende bemerkt, dem stände, wenn es gcwüirscht werde, nichts entgegen.
Die bereits für das verflossene Johr in Aussicht genommene B l i tz o b l ei t ero n l a g e für die israelitische Leichenhalle kann durch verschiedene Umstände erst jetzt zur Ausführung gelangen. Da inzw'schen die Kupserpreisc erheblich gestiegen sind, wird dem Unternehmer für diese ein Zuschlag von 15 Prozent zugestanden, was 16—17 Mk. ausmachen wird.
Genehmigung von Rechnungen erfolgt bezüglich der Beschaffung eines Instruments für das VenneffungSomt und für die Arbeit am Brecherwerk auf der Morgaretenhütte. Stadtv. Em m e l iu s bemängelt dabei die vielfach zu grobe Qualität des gewonnenen StcinschotterS.
Durch die größere AliSdehnung der Stadt hat sich die Befchaffiing von drei weiteren Kehrichtmagen für die städtische Straßenreinigung als zweckmäßig herausgestellt, so daß dann in jedem der vier Bezirke ein Kerichtwagen vorhanden wäre. Die hierfür erforderlichen 3000 Mk. und weitere 1350 Mk. für einen ebenfalls erforderlichen Sprengwagen, sowie 50 Mk. für kleinere Geräte sollen in das nächste Budget eingestellt werden.
Für einige inzwischen aus Zweckmäßigkeitsgründen bereits erfolgte Halisanschlüsse für die Kanalisation wird die Rechnung des Unternehmers H. Winn genehmigt. Die weitere Herstellung der HouSanschlüffe war öffentlich ausgeschrieben worden. Es forderten H. Bender 132 000 Mk. und 19 000 Mk. für die erforderlichen Nebenarbeiten, H. Winn, Birkenstock u. Schneider und Abermann u. Kling zusammen 152 000 und 17 000 Mk., zwei Firmen in Dortmund und Meiderich 188 000 und 17 000 bezw. 220 000 und 13 000 Mark. Bei den von der Stadt bis jetzt selbst hergestellten Anichlüffen hot sich herausgestellt, daß die Herstellung in Selbstregie billiger als das niedrigste Angebot kommen werde. Rach den Erfahrungen der Stadt würden nämlich z. B. vier Anschlüsse der verschiedensten Art einschließlich 22 pCt. Zu- schlag für Bauoufsicht usw. 501.47 Mk. kosten, noch den vorliegenden Offerten ober 516.38, 610.75, 722.17 und 834.10 Mk. Es wird deshalb vorgeschlagen, die Arbeit in eigener Regie auszusühren. Da hierdurch die Einstellung von einigen Beamten usw. erforderlich würde, wird auf Anregung deS Stv. Schaf f st ädt beschloffen, hierüber in der nichtöffent- lrchen Sitzung weiter zu verhandeln.
Die Errichtung von 2 Stangen zur Befestigung einer Drahtleitung auf der Cholerabaracke zur Verbindung zweier tlniversilätsbauten wird genehmigt gegen jährliche Zahlung von je 50 Pfg. Anerkcnnungsgebühr.
Dem Tauschvertrag mit dem Großh. Londeseigentum über Gelände an der Universitätsbibliothek wird die Genehmigung erteilt. Die Staot erhält danach 65 und bei Staat 82 Quadratmeter.
Auch dem Kaufvertrag mit dem Großh LandeS- eigentum über den Bauplatz der Irrenanstalt wird zugestimmt. Der Platz ist 23'» 214 Qliadratmetcr groß, davon sind 103 C-uabiatmeter Wald. Der Kaufpreis beträg! 75 000 Mk., die auf den von der Stadt für die Errichtung einer Anstalt für Schwachsinnige in Grünberg bewilligten Betrag von 75 000 Mk. angerechnet werden.
Der Wirt Rusch am Kanzleiberg Nr. 5 hat von der Stadt Stadtbachgelände zum Preis von 10 Mk. für den Quadratmeter gekauft unter der Verpflichtung, die Auffüllung des Geländes und die Ueberschrelbungskosten zu
tragen. Rusch will das Gelände jetzt nur übernehmen, wenn er von beiden Bedingungen befreit wird. Es soll ihm mitgeteilt werden, daß der Preis des Geländes auf 15 Mk. erhöht wird, wenn er nicht bis zum 15. d. M. das Gelände zu den bestehenden Bedingungen übernommen hat.
Hermann Busch will am Schisfenbergerweg tnm dem dortigen etwa 2000 Quadratmeter großen städtisck>eN Gklänbe 500 Quadratmeter zur Errichtung einer AusflugS- wirtschaft kaufen und das umliegende G'lände pachten. Es soll ihm mitgeteilt werden, daß des Gelände zurzeit nicht verkäuflich ist und deshalb Ablehnung seines An^ erbietens erfolgt.
Ter g e s ch ä f t s s ü h r e n d e Ausschuß des am 7., 8. und 9. Juli hier stattfindenden Lahntalsänger-, festes bittet um Neberlassung von Oswaldsgarten: einschließlich der Bi'schung nach der Rordanluge und dem dortig"n Bürgersteig, sowie des G'ländcs an der Lahn. OswaldSaorten soll als Festplatz und der andere Platz als Juxplatz dienen. Tas Gesuch wird einstimmig genehmigt.
Die Umgestaltung des Landgraf Philipp-Platzes ruft eine längere Besprechung hervor. Es wird vor- gescylagen, eine der Bedeutung und Architektur des Platze- entsprechende Schmuckanlage zu schaffen, die aus ein- gesriedigten Rasen mit niederen Buschpflanzungen bestehen soll. Tiefe würde den nördlichen Teil des Platzes bis etwa in die Mitte des Regierungsgebäudes einnehmen. Im übrigen soll der Platz befestigt werden, und zwar ist: Chaussierung und darüber Kl^inpflaster vorgesehen, während die Bürgersteige in Mosaik ausgeführt tuerbeit sollen. Tie ganze Anlage würde 26000 Mk. kosten, und es toürtx; sowohl für den Markt wie für die Aufstellung von Fuhr^ werken genügend Platz bleiben. Der Hochbauausschuß empfiehlt Annahme des Planes.
Stadtv. Kirch bezweifelt, daß das ja verführerisch au8* sehende Projekt praktisch sei. Einmal habe er das 23cbenfen, daß der Platz für den Marktverkehr nicht mehr genügend groß sei, auch erscheine ihm die dafür geforderte Summa zu groß. Er schlage vor, die Sache an den Ausschuß zurück- zuvertoeisen, der nochmals prüfen solle, ob der angestrcbte Zweck nicht billiger zu erreichen sei. In der Debatte hierüber sprechen über 30 Redner, sodaß die Wiedergabe oder von den einzelnen Rednern geäußerten Ansichten zu weid führen würde. Für die sofortige Bewilligung, weil nichts besseres und billigeres vorgeschlagen werden könne, sprechen Stadtv. Schafsstädt, Oberbürgermeister Mecum, die Stadtvv. Löber, Haubach, Tr. Haberkorn und Dr. Wimmenauer, während die Stadtv. Huhn, Schwall. Wallenfels, Petri, Heichelheim, Beigeordneter Georgi, die Stadtvv. Iughardt, Emmelius und Gabriel für die Zurückverweisung sind, um dem Dau- ausschuß Gelegenheit zu geben, sich über eine event. billigere Herstellungsart schlüssig zu machen. Von allen Rednern wird anerkannt, daß eine umgehende Besserung des jetzigen Zustandes dringend notwendig sei. Schließlich wird die Beschlußfassung bis zur näckisten Sitzung ausgesetzt, damit der Bauausschuß noch einmal über die' Sache beraten kann. Auf eine Anfrage des Stadtv. Heichelheim teilte der Vorsitzende im Laufe der To- batte mit, daß er die nach der Beendigung der Kanalisation erforderliche Neubefestigung der städtischen Straßen auf 2000 000 Mk. veranschlage.
Zur Heizung des Altertuinsmuseums im alten Schloß teilt der Vorsitzende mit, daß der historische Verein statt der vorgesehenen 4 Gasöfen nur 3 ausgestellt haben wolle. In dem Treppenflur beabsichtigt er einen eisernen Ofen aufzustellen und die hierfür erforderlichent Kohlen selbst zu stellen. Ter Ofen ist eine Schenkung. Tie Versammlung hat hiergegen nichts zu erinnern.
Bezüglich der Gesuche des Philipp Schneider und des Gustav Laichinger um Erlaubnis zum Wirtschafts-, betrieb für die Häuser Walltorstr. 24 bezw. Wilhelmstr. 45 (Ecke der Ebelstr.) wird die Bedürfnisfrage verneint, während das Gesuch des Peter Geisel für Bleiche straße 31 befürwortet wird.
Stadtv. Kirch stellt in Hinblick auf die Aeußerung des Stadtv. Krumm in der letzten Sitzung, daß bei der Volksschullehrer-Stellenbesetzung die Stadt die älteren hiesigen Schulverwalter in erster Linie berück- tigen solle, fest, daß er (Redner) in der damaligen Debatte gesagt habe, daß diese Anregung nicht nötig gewesen sei, denn der S ch u l v o r st a n d habe sich schon im gleichen Sinne mit der Sache beschäftigt. Er wolle bei der Gelegenheit den Wunsch aussprechen, daß die städtischen Beamten ihre Wünsche bei den zuständigen Stellen und nicht bei den einzelnen Stadw^rordneten vorbringen möchten.
Hauptversammlung der vereinigten Landwirte voy Frankfurt a. M. und Umgegend.
(Origiiral-Bericht des Gießener Anzeigers.)
(sc? Frankfurt a. M., 8. Febr.
Die erste ordentliche Hn'ptvcrfammlung der „vereinigten Landwirte von Frankfurt a. M. und Umgegend" fand heute hier statt. Gegen 400 Landwirte, die 64 OttSgruppen vertraten, av5 dem Landkreise Frankfurt <l M., den Kreisen Höchst,'Ober- i'nd UnteNaunus. Usingen, .Hanau, Grluhauseu, Sckilstchtern, Offenbach, Gießen und Fr i e d b e r g waren erschienen. Unter dm Anwesenden bemerkte men die hessischen Landtagsabgg. Köhler, Hirsche! und Ullm^nn. Um. 2 Uhr eröffnete der Vvrsid-ende V i e h- m a n n-Rumpenheim die Versammlung. D i r s ch e l - Friedberg 1*.b einen Ucberdlick der VweinStäti-ikeit. DaS Ziel müßte fürder fein, die Intercfsen der Landwirtschaft energisch zu heben und zu vertreten, besonders die Milchfr^ge im Auge ?u behalten und weiter in Fluß zu bringen, vor allem in Frankfurt a. M. -inen Preis ufsck-'lag zu erringen und den Dauptgegncr hier, die Firma Heinr. Kleinbohl, zur Sttecke zu liefern. (0 Um dieS zu rnririKtt, nxirc nölst. Gstichgilt'^knt, Mißgunst und Mißtrauen im Bauernstand zu verdrängen. Christian- Unterlicderbach referierte über die E r r i ch t nng einer Geschäftsstelle in Frankfurt a. M. Er hält diese für unbedingt notwendig. Öensel-Dortetzrril, Krsstl-Rnderuriel, Witttner-Dortenfelderhof, Löber-Slierstadt, Becker-AnSpach, Tr. 5lrüger-Darmstadt, Engel- Oberlicderüach, Kalbhcmr-Vilbel und Weith-Nicder!röllst..dt sprachen sich ebenfalls für die Errichtung aus, worauf die Versammlung einstimmig den Vorschlag annahm. Zum Leiter dieser G.'sckmfts- stelle wurde, Adolf Wolff-Friedberg ausersehen!. Tas Gcschasts- lokal soll in den Lokalitäten des Bundes der Landwirte hier Platz finden. Es folgte hieraus l Bericht der RechnungDq


