pnn geringsten die aufmerksame und freundliche Bedienung deS Herrn Stadler bei.
Kinzenbach, 28. Febr. Die christlich-soziale Partei hielt in diesen Tagen an mehreren Orten unseres Kreises gut besuchte Versammlungen ab, in welchen Parteisekretär Nüffer-Hagen und Herr Franz Behrens-Essen als Redner austraten. Zu dec gestern ab > hier abgehaltenen Versammlung waren beide Redner erschienen.
z. Atzbach a. d. L., 1. März. Die starken Gewässer der letzten Tage haben sich hier wieder ziemlich verlaufen. Die Lahn ist bereits bedeutend zurückgetreten. Großer Schaden ist nicht angerichtet worden. Allerdings bekani mancher Acker eine wenig zuträgliche Überschwemmung, die Wiesen werden auf die vorzügliche Schlammdüngung mit üppigem Graswuchs reagieren.
[] Aus dem Lumdatal, 27. Febr. In dem Fahrplan der Nebenbahn Grünberg-Londorf-Lollar sind mit dem 1. Mai folgende Aendcrungcn bestimmt zu erwarten: Der Personenzug 1037, der um 12.48 nachmittags in Grimberg abfährt, wird schon um 1.55 nachmittags in Lollar eintreffen und so hier den Anschluß an den nach Frankfurt gehenden Zug erreichen. Der in entgegengesetzter Richtung fahrende Zug 1040 wird um 2.25 nachmittags in Lollar abgehen, somit Anschluß an den kurz vorher von Gießen cin- treffenden Zug haben und bereits um 4.15 in Grünberg sein.
4- Nidda, 28. Februar. Die Feier der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares wurde durch Böllerschüsse, einen Fackelzug der Vereine und einen allgemeinen Kommers in der „Traubegefeiert. Ein Gedicht von Oberaintsrichter Römheld, sowie eine Rede von diesem auf das Kaiserpaar stand im Mittelpunkt der Feier. Pfarrer Werner bezeichnete die kaiserliche Familie als Vertreter echten deutschen Familienlebens. Das Kaiscrorchester hatte den instrumentalen Teil der Feier übernommen. Ein Lichtbilderzyklus schloß die offizielle Feier.
— Lauterbach, 28. Febr. Heute fand unter äußerst zahlreicher Beteilig»,ng aus nah und fern die Beerdigung des Freiherrlich Riedeselschen Forstinspektors i. P. Kullmann hier statt. Von Seiten der Freiherren Riedesel waren erschienen: Freiherr Hans Riedesel von hier und Freiherr Albrecht Riedesel aus Sickendorf. Die Freiherrlichen Forstbeamten waren fast vollzählig vertreten. Der Sarg wurde von 8 Forsiwarten getragen. Am Grabe legte Forstmeister Eulefeld im Namen der Freiherren Riedesel und Oberförster Leonhard im Namen der Freiherrlichen Forstbeamten Kränze nieder.
-o- W e n i n g s, 27. Febr. Am Samstag weilten mehrere Landtagsabgcordnete und Regierungsoertreter hier., ES handelte sich um die vom Finanzausschuß vorläufig zurückgestellte Gendarmerie-Wohnung.
• Friedberg, 28. Februar. Der althergebrachten Sitte unserer Lehrerschaft, den Erinnerungstag ihrer Entlassung aus dem Lehrerseminar von Zeit zu Zeit gemeinsam zu begehen, wird auch in diesem Jahr verschiedentlich gehuldigt werden. So halten von den früheren Besuchen, des hiesigen Seminars die 1866 Entlaffenen am 10. April eine Zusammenkunft hier ab, während die 1881er am 17. April ebenfalls hier eine Feier abhalten wollen. Auch die 1886 und 1896 hier entlassenen Lehrer, sowie die 1896 in Alzey und in Bensheim zur Entlastung gekommenen Lehrer planen gemeinsame Erinnerungsfeiern.
Darrn stadt, 28. Febr. Jur festlich geschmückten Setzer- saale der H. Kichler'schen Hofbuchd rucke re i spielte sich heute morgen ein feierlicher Akt ab: er galt dem 25jährigcn Jubiläum des Herrn C. Ruths. Nachdenr sich das Personal versammelt hatte, ergriff Herr L. Kichler das Wort zu einer herzlichen Ansprache an Herrn Ruths, Glückwünsche darzubringen. Die warmherzigen Worte waren von einen, reichen Geldgeschenk begleitet und schlossen mit einem dreifachen Hoch auf Herrn Ruths. Dieser sprach in bewegten Worten seinen herzlichen Tank aus, ebenso seinen Kollegen, die ihm gleichfalls wertvolle Geschenke gewidmet hatten. — Der Schneider- meister H. Wämser, Schwanenstraße 23 wohnhaft, stürzte heute Nacht in den Keller und brach dabei das Genick; heute morgen wurde er als Leiche aufgefunden. Der Verunglückte war verheiratet und Vater zum Teil noch schulpflichtiger Kinder.
Frankfurt, 28. Februar. Das ResidenztHeater hat, wie wir schon mitteilten, Schiffbruch gelitten, am 1. März beginnen wieder Variste-Vorstellungen, und damit ist das Haus wieder das, was e^ früher war. Direktor Plöcker- Eckardt, der einer reichbegüterten Wiesbadener Familie entstammt, hat einen Prozeß über 100 000 Mk. hinterlegte Mietkaution in allen Instanzen verloren. Dabei war in der letzten Zeit der Besuch so trostlos, daß er kaum seinen Verpflichtungen nachkommen konnte.
[ ] Marburg, 28. Febr. Heute faud hier auf Anordnung dec Arnsberger Staatsanwaltschaft die gerichtliche Obduktion der Leiche eines angeblich durch einen Sturz in der Scheune verunglückten und in der hiesigen Klinik verstorbenen Landwirts aus Erndtebrück statt. Der Bedauernswerte soll sich nämlich die Todeswunde in einem Anfall geistiger Störung selbst durch einen Axt hieb in den Kopi beigebracht hoben.
vermischter.
Lemberg, 28. Februar. Infolge von Gewalttätigkeiten, die nach Auflösung einer in Nizmient abgehaltenen Versammlung verübt wurden, wurde die Verhaftung einer Anzahl Bauern in einer Gemeinde bei Nizmient verfügt, welche beschuldigt waren, Ausschreitungen begangen zu haben. Die Militärabtcilung, welche die Verhafteten eskortierte, wurde von einer großen Horde von Bauern überfallen. Das Militär machte von den Bajonetten Gebrauch und, als dies erfolglos blieb, von den Feuerwaffen. Sechs Personen rvurdcn getötet.
* Schiffsunfälle. Tic „Kiel. Ztg." meldet, daß der Kreuzer „P f e i l" und dänische Dreimastschooner „Mars" vor der Kieler Föhrde zusammengestoßen seien. Ter „Mars" erlitt eine Havarie am Steuerbordbug, dem „Pfeil" wurde ein Boot eingedrückt, auch erlitt er einige Beschädigungen an Deck. — Neber einen Unfall, der sich bei einer T o r pe d o sch ie ßübun g des Keinen Kreuzers „Frauenlob" ereignete, wird von zuständiger Seite mitgeteilt: Eine Seemeile nordöstlich von der Glockentonne wurde das Tampfbeiboot des Kreuzers „Frauenlob" von einem auftommeuden Torpedo getroffen. Das Danrpsbeiboo t und dus Torpedo sind ge
sunken. Verletzungen des Personals haben nicht stattge- ftmden. Sogleich vorgenommene Tauchversuche nntrett erfolglos, da wegen der beträchtlichen Wassertiefe die Taucher unter zu hohem Druck sind. Ein Werftdampfer ist zur Hebung nach der Unfallstelle abgegangen.
' In einem Theater zu Santiago de Chile gab man einen Einakter. Plötzlich stand der Prospekt in hellen Flammen und wenige Sekunden später hüllte dichter Rauch die Tribüne und Zuschauerraum ein, in dem sich 1200 Personen befanden, meistens Frauen und viele Kinder. Die Rufe Besonnener, man solle die Ausgänge rechts und links benutzen, verhallten fast ungehört. TaS Gros des Parterre-Publikums drängte kopflos der Mitteltür zu. Es entstand ein furchtbares Gedränge. Die Zahl der bisher anf- geflindcnen Toten beträgt zehn; die Gesamtzahl dürfte 4 0 überschreiten, darunter besinden sich vier Schauspieler. Unter den Verwundeten sind viele, die Verletzungen durch Stockhiebe aufweisen.
* Ein entsetzliches Ehedrama meldet bas „Zwickauer Tagebl.": Gestern in später Llbendstunde verletzte in Wilken der 25 Jahre alte Fabriktischler Stamm seine 23 Jahre alte Fran durch vier Beilhiebe tödlich, erschlug durch einen Beillsieb sein fünf Monate altes Kind und durch schnitt sich selb st mit einem Messer die Kehle. Während die Frau noch lebend, aber ohne Hoffnung auf Wiederherstellung in das königliche Krankenstift in Zwickau verbracht wurde, verstarb der Mann nach etwa zwei Stunden. Das Kind war sofort tot. Die Ursache ist unbegründete Eifersucht.
* Kleine Tageschronik Der in Lüttich durch die U e b e r s ch w e m m u n g angerichtete Schaden beläuft sich auf über eine Million Francs. Seit 1880 ist eine derartige Katastrophe nicht eingetreten. Die Maas ist in einer Nacht um zwei Meter gestiegen. In Charleroi herrschte am Abend des 27. Februar völlige Dunkelheit, weil die Gaswerke nicht arbeiten konnten. Die Bergwerke sind überschwemmt. 5 Kinder sind ertrunken und zwei Personen werden vermißt. — In Paris drangen in die Wohnung des Ehokolade-Fabrikanten Meunier währeitd besten Abwesenheit Diebe ein und r a u b t e n W e r t s a ch e n im Betrage von 60000 Francs. Unter dem Verdacht der Mithesier- schaft wurde ein Bediensteter oerbaftet.
ttnsverMäts-Nachrrchterr.
— Alfred Beit in Hamburg stiftete zwei Millionen Mark für wissenschaftliche Zwecke. Vermutlich soll damit der Grundstock für die künftige dortige Universität gelegt werden. Nach Informationen eines Mitarbeiters der „Frkf. Ztg/ scheint es sicher, daß die Frage einer Universität in Hamburg in nicht ferner Zeit in das Stadium der Vorbereitung treten wird.
— Dr. Oskar Polano, Privatdozent für Geburtshilfe und Gynäkologie und erster Assistent an der Universitäts-Frauenklinik in Würzburg, ist zum Oberarzt an dieser Klinik ernannt wordert. Er arbeitete vor seiner Zeit in Gießen bei Löhlein und Psannenstiel.
Arbeiterbewegung.
Alzey, 28. Febr. In der S ch u y f a b r i k H u d e l in e ye r hier werden eben von der Frankfurter Schuhfabrik Maschinen zur Herstellung von Schuhwaren aufgestellt. Die Tatsache hat zu einem Ausstand der Arbeiter dec Schuhfabrik geführt, die sich durch die in Aussicht stehende Maschinenarbeit in ihrem Erwerb geschädigt glauben. Ein Monteur und einige Arbeiter der Frankfurter Fabrik, die auch den Auftrag hatten, Alzeyer Arbeiter auf den neuen Maschinen anzulernen, fühlten sich seit einigen Tagen dirrch die Ausständigen bedroht, die sie für den neuen Geschäftsbetrieb verantwortlich machen wollten. Die Frankfurter versahen sich deshalb mit Revolvern, wie sie in einer Wirtschaft öffentlich— vermutlich zur Warnung — erzählten. Am Dienstag morgen kam es zum ersten Zusammen st oß, dem aber mit Hilfe verschiedener, in der Schuhfabrik noch tätiger Arbeiter rasch ein Ende gemacht wurde. Am Mend kam es zu einem zweiten Zusammenstov. Der „Badische Hof", in dem sich die Frankfurter befanden, wurde von deren Gegnern umzingelt. Einige der Gegner begaben sich nraskiert in das Gasthaus und nun nahm die Schlacht ihren Anfang. Anfangs bildeten Stühle, Biergläser und sonstige Gegenstände die Geschosse, von außen schlug man Läden und Fenster ein. Dann aber griff man zur Schußwaffe; ein Monteur erhielt einen Schuß in den .Hinterkovf und sank sofort zusammen. Ein Polsterer, der früher in der Schuhfabrik tätig gewesen war und auf Seite der Ausständigen stand, erhielt einen Schuß in d i e Herzgegend. Schließlich entstand ein solches Durcheinander, daß keiner mehr wußte, auf wen er schießen oder losschlagen sollte. Die ohnehin nicht starke Polizeimannfchaft war an dem Abend durch die Fastnacht so ziemlich in alle Säle verteilt, in denen getanzt wird und um zwölf Uhr Feierabend geboten werden muß, sodaß es ziemlich lange dauerte, bis sie auf dem Platz erscheinen und Ruhe stiften konnte. Sie nahm verschiedene Verhaftungen vor. Bis svät in die Nacht hinein umlagerte eine große Menschenmenge die Polizeiwache, in der die Verhafteten unter ""bracht wnren. (Kl. Pr. >
Gerichtssaat.
Müitdien, 28. Febr. Das Schwurgericht verurteilte heute den wegen Mordes an dem Rentner Gramm in Pasing angeklagten ScheIlhaas und s e i n e Fr a u zum To d e. Der wegen Hehlerei "naellaate Mörder Würd'' freinefhrodien.
~ Märkte.
Limburg a. d. L., 28. Febr. F r n ch't mark t. Drtrch- schnittsvreise pro Malter. Roter Weizen 15.40 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 12.40, Gerste 00.00 Mk., Haier 8.20 Mk., Haier alt 0.00, Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.
le. Frankfurt a. M., 1. März. (Telegr. Orig.-Bericht de- , Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Vieh markt, preise. Znm Verkauie standen: 18 Ochsen, 10 aus Oesterreich 0 Bullen, 0 aus Oesterreich, 58 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oeller., 808 Kälber, 143 Schafe und Hämmel, 0 Ziegen. Bezahlt wurde für 100Md. Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 75 bis 77 Mk., 2. Qual. 70—72 Mk., 3. Qual. 65—68 Mk.: Bullen 1. Qual. 00—00, 2. Qual. 00-00; Kühe 1. Qualität 67-69 Mk., 2. Qual. 61—63 All., 3. Qual. 44—45 Mk., 4. Qual. 00-00 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 89—93 Pfg., Lebendgewicht 54—57 Pfg., 2. Qualität 81—86 Pfg., Lebendgewicht 48-51 Pfg., Schlachtgew. 00-00 Pfg.; Schafe: 1. Qual. 78-80 Pfg., 2. Qual. 70—72 Mg. Geschäft: bei Hornvieh mittelmäßig, lleberstand unbedeutend, bei Kleinnieh nichts.
Airchliehe Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Freitag, den 2. März, nachmittags 5% Uhr: Vereinigung der konsirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde im Kon' sirmandenfaal, Liebigsiraße 56.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Boranösichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 2. März 1906: Trüb und Regen, nur auf den Höhen Schnee. Milder und windig.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
OrigSnal-Drahtmeldungen.
R. B. Darmstadt, 1. März. Die 2. Kammer begann heute vormittag die Generaldebatte über den Staatshaushalt. Zu Beginn derselben gab StaatÄninister Ewald die Erklärung ab, daß die Re g i e r u n g in den seitherigen bewährten Bahnen verharr eit werde. Er hoffe auf eine Verständigung über das direkte Wahlrecht und die Gem e i nd c ste u e rr eform. Die Frage der Gleich
stellung der höheren Schulen toterbe erwogen werden. Die Frage der W o hnu n g s g e l d z u s ch u s s e solle geprüft werden, sobald die Klärung der Neichssinanren eine bessere Uebersicht über die Finanzlage gestatte. Hierauf sprachen die Abgg. Reinhart (ul.), Mvlthan (Ztr.), Ulrich (Soz., u. a. Auf das Glück- wunschtelegramui der 2. Kammer ist folgendes' A u t w o r t - T c l e- g r a m m d e s K a i s e r s beim Präsidenten Haas eingegangen:
„Ich habe mich über die treuen Glückwünsche der 2. Kammer des hessischen LandtaaS zu dem doppelten Festtag meines Hauses sehr gefreut und bitte Sie, der Kämmer meinen wärmsten Dank auszusprechen. Wilhelm II."
Berlin, 28. Febr. In dec Budgetkommission des Abgeordnetenhauses iuurbc heute dre Zulassung von Frauen zur Hochschule für bildende Künste anaeregt. Tie Regierung s'Vertreter widersprachen. Die lleberfüllung im Künstlerberufe sei so groß, daß nur wenige Frauen einen Lebensunterhalt darin siudcn können. Auch hätten sich die Lehrer sehr zurückhaltend über die Leistungen der Frauen namentlich auf dem Gebiete der Bildhauerei geäußert. Als durchaus geeignet er» wiesen sich die Frauen dagegen in den Zeick'culehrcrabteilungen. Hier eröffnen sich ihnen auch Aus'fichteu auf Unter Haltserwerb. Die Regierung erwäge, zeichnerische Fortbildungskurse für Frauen einzurichten. Die Zulassung der Damen zur H v ch s ch u 1 c f ü r b i l d e n d e K ü n st e sei ans- geschlossen. Zur Frage, ob die Parität gegenüber Inländern genügend gewahrt wäre, hinsichtlich der Zulassung zur Hochschule für Musik, wurde regierungsseitig bemerkt, die Leitung dec Hochschule handle durchaus loyal, aber es forme nicht verlangt werden, daß besser talentierte Ausländer gegenüber weniger talentierten Inländern zurückgestellt würden. Die Kämmission bewilligte dann 1450 000 Mark für außerordentliche Erwerbungen der N a 1 i on a l g al er i e, insbesondere für die Erwerbung von Menzel-Werken.
Berlin, 1. März. Maxim Gorki ist hier eingetroffen.
Nellingha itsen, 1. März. Der Bergmann MariaSki erstach im Streite seinen Sohn. Ec selbst wurde schwer verletzt.
Hamburg, 1. März. Die Nachforschungen nach dem Lu st mörder dec sechsjährigen Margarete Garber, deren Leiche in der Abortanlage des Altonaer Realgymnasiums gefunden worden war, führten zur Verhaftung eines 17jährigen Gymnasiasten, der sich bei einer Ver- nehmttng aller Schüler des Realgymnasiums in Widersprüche verwickelt hatte.
München, 1. März. Hermann Bahr, dem, wie gemeldet, eine große Abstandssumme zur Lösung seiner Kontraktes als Intendant des königl. Schauspielhauses in München angeboten sein sollte, wird fern A mt demnächst nun doch antreten. — Die zum Tode verurteilten Ehe- leute Schelhaas haben gegen das Urteil Revision angemeldet.
London, 28. Febr. Dos Unterhiusmitglied Viucent hatte die Regierung gefragt, wäS das Ergebnis der Deutschland in Bezug auf den Zolltarif gemachten Vorstellungen wäre. In seiner Antwort sagt dec Sekretär des Handelsamtes Georges, feit den Deutschland gemachten Vorstellungen sei eine Anzahl von Ermäßigungen in dem Tarife gemacht worden, es sei aber nicht möglich, anzugeben, inwieweit die deuffche Regierung hierbei durch die englischen Vorstellungen beeinflußt worden sei. Jedoch betreffen einige Ermäßigungen Artikel, auf welche in den Vorstellungen mit Bezug genommen worden sei, und obwohl zur Zeit ein Handelsvertrag zwischen beiden Ländern nicht besteh", werde der englische Handel aus diesen Ermäßigungen Nutzen ziehen.
London, 1. Mär^. Die dem Marine-Budget beigegebene Denkschrift zeigt, bftr’ in der Zeit vom 1. April 1905 bis zum 31. März 1906 fertiggestellt feirt Werden: 3 Linienschiffe, 8 Panzerkreuzer, 1 K'ceuzer 2. Kl., 8 Dufllärungsschiffe, 16 Torpedojäger, 13 Unterseeboote und 1 schwimmendes Kohlen» Depot: cnn 1. April 1906 Werden sich im Bau befinden: 6 Linienschiffe, 10 Panzerkreuzer, 12 Küsten-Torpedoiäger, 5 Hoch- see-TorPedvjäger, 1 sehr schneller Hoch-see-Torpedoiäger, 1 königliche Jacht, 15 Unterseeboote nnd 1 Revaraturschiff. Zu diesen Schiffen kommen noch die bereits im Budget gemeldeten Neubauten. DIUe in diesem Jähr zu baueuden Schiffe sollen mit Turbiucumaschinen ausgestattet werden.
Petersburg, 1. März. Der Staatsanwalt, der die Erhebung einer Anklage gegen To Istoi wegen kürzlich veröffentlichter, bisher verbotener Schriften beabsichtigte, hat das Verfahren auf höhere Anordnung eingestellt.
Petersburg, 28.Febr. In der Mandschurei stießen heute zwei Züge mit Militär und Waren zusammen in der Nähe der Station Matsiew. 16 Wagen und beide Lokomotiven wurden beschädigt. Ein Heizer und acht Kosaken wurden getötet, vier wurden verletzt; außerdem wlirdeu 16 Pferde verletzt.
Washington, 28. Febr. Roosevelt veröffentlicht eine Bekanntmachung, wodurch da? Tarifabkommen mit Deutschland verlängert wird, welches heute abgelaufen wäre, falls Deutschland Amerika den VectragStarif nicht zugestanden hätte.
Te!efom5sc8nQ Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.
Frankfurter Börse. 1. März. 1.15 Uhr.
3%e/0 Reichsanleihe . . 101.05 3% do. . . 88.80 3^°/o Konsole .... 100.90 3% do 88 70 3^70 Hessen.....99.70
3 °/n Ober liessen . . . —.— 4%z Oesterr. Goldrente. . 100.60 4,/5 Oesterr. Silberrente 101.25 4 % linear. Goldrente . . 95.65 4°6 Italien. Rente . . . 106.50 3°t) Portugiesen Serie I . 68.65 3% Portugiesen „ III 69.45 russ.Staatsanl. 1905 91.45
4 y0 n japan. Staatsanleihe 93.30 4 % Conv. Türken von 1903 93 20 Türkenlose .... . . 14460 4-6 Griech. Monopol-Anl.. 53.30 4% äussere Argentinier . 91.95 3°/0 Mexikaner . . . 67.60 4>$°/0 Chinesen .... 96.10 Aktien:
Bochum Guss 237.25 Buderus E. W . . . . 128,00
Tendenz: schwach.
Berliner Börse,
Canada E. B 173.10 Darmstädter Bank . . . 14^.10 Deutsche Bank .... 241.90 Dortmunder Union C. . . 82.50 Dresdner Bank .... 164.00 Tendenz: schwach.
Elektriz. Lahmeyer . . 141.00
Elektriz. Sehuckert . . . 130.00 Eschwciler Bergwerk . 255.75 Gelsenkirchen Bergwerk . 221.30 Hamburg-Amerik. Paketf. 164.25 Harpencr Bergwerk. . . 210 50 Laurahtttte 236.00 Nordd. Lloyd . ... 126.70
Oberschles. Eisen-Industrie 134.60 Berliner Handelsges . 172.75 Darmstädter Bank . . . 148.40 Deutsche Bank . . . 241 70
Deutsch-Asiat. Bank . . 182.50 Diskonto-Kommandit. . . 188.25 Dresdner Bank . . . 163.90 Kreditaktien 210.70 Baltimore- und Ohio-
Eisentahn . . . 110.®)
Gotthard bahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 24.40 Oesterr. Staats bahn . . . 143.70 Prince-Henri-Eisenbahn . 13&50
1. März. Anfangskurse.
Happener Bergwerk . . . 210.50
Laurahtttte .... 237.70
Lombarden E. B. ... —.—
Nordd. Lloyd 126.50
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