Zweites Blatt
156« Jahrgang
Nr. 107
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen
an eine Kommission. Morgen freisinnige Interpellation, be
Donnerstag über* gemacht zu hüben. Die Pforte scheint
Erscheint tL-Nch mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Slehener Zamlllrnblätter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Ter ^hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Dienstag 8. Mai 1906
Rotationsdruck und Verlag der Brüh liehe» Univerfitätsdruckerei. R. Lange, Liehe».
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7.
Tel. Nr. 6L Telegc.-Adr.r Anzeiger Liehe».
richtig bezeichnet.
— Das.A bgeordur-tenhaus beendete heute die erste.
Rußland.
Petersburg, 7. Mai. Lin heute erschienener Erlaß des Kaisers verfügt hie Aufhebung des Mini sier-
treffend Ueberschreitung der Bausumme beim königl. Schauspielhaus.
Donaueschingen, 7. Mai. Die auswärts verbreitete Nachricht ist vollkommen erfunden, nach der am Freitag abend der Kaiser und der Fürst Fürst en berg m großer Lebensgefahr geschwebt hätte, weil ein Bahnwärter eine geschlossene Schranke hochgezogcn hätte, um das kaiserl.. Automobil durchzulassen, als gerade ein Zug heranbrauste,- und wonach nur durch die Geistesgegenwart des Chauffeurs ein Unglück verhütet worden sei. _
düngen vor:
Konstantinopel, .7. Mai. Die am
Untersuchung zu veranstalten. Der Sultan ermächtigte dann den Oberk>mmissar Mukhdar-Pascha mit der egyptiscken Negierung zu unterhandeln, und aus sein Ersuchen imirben die Unterhandlungen nach Kairo verlegt. MuklHar Pascka forderte in einer Unterredung mit dem Khediven, daß die Sinai-Grenzc von El Rafeh nach Suez und von Suez nach Akabah gehen solle. Der Ähedive regte an, daß die Linie von El Rafeh nach Akabah gehen und dabei die Küste drei Meiler: westlich von Fort Akabah erreichen solle, und daß der noch übrige Teil der Grenzlinie durch sachverständige Landmesser abgesteckt werden solle. Die Antwort des Großwesirs an den Kl>ediven ging dahin, daß der Golf von Akabah und die Halbinsel Sinai außerhalb des in dem kaiserlichen Firma:: bezeichneten Gebietes Lägen, daß^ sich das Telegramm vom 8. April 1892 nur aus die westliche Seite von Sinai beziehe und daß die Auslegung des Telegramms eine Angelegenheit sei, welche nur die vttomanffcke Regierung angehe. Gleichzeitig wurde die Hoffnung ausgesprochen, daß leine Gelegenheit z:w Einmischung werde geboten werden. Daraufhin erging unser Ersuchen an die Pforte um eine zustimmende Anttvott innerhalb zehn Tagen.
Weiter liegen zu der Angelegenheit noch folgende Mel-
Deutsches Reich.
Berlin, 7. Mai. lieber die nächsten Reise» dispositionen des Kaisers ist das folgende Programm aufgestellt: Der Kaiser wird am Mittwoch vormütag Donaueschingen verlaffcn und sich mittelst Sonderzuges zunächst nach Karlsruhe begeben zu einem Besuche de§ Großherzogspaares von Baden. Die Ankunft erfolgt um 1 Uhr mittags und gegen Abend die Weiterreise nach Straßburg. Die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise werden den Kaiser nicht nach Straßburg begleiten. Die Abreise des Kaisers von Straßburg erfolgt am 15. ds. Von hier begiebt sich der Kaiser nach Mainz zur Teilnahme an den Händel-Aufführungen der dortigen Liedertafel. Am 18. fährt der Kaiser nach Homburg v. d. H. und am selben Tage in Begleitung der Kaiserin und der Prinzessin anch Wrlhelmshöhe.
— Die Meldung, daß die Ernennung des Präsidenten der Eisenbahndirektion Köln, Breit en b ach, zum Minister der öffentlichen Arbeiten bereits vollzogen sei, wird als un»
nicht aufgehoben." So ist es. Aber die Verstärkung des bureaukratischen Einfluffes auf die Volksschule ist keineswegs der einzige Fehler des Schulunterhaltungsgesetzes. Käme es zur Beseitigung dieser Bestimmungen, so ist auch dann noch daS Gesetz weit entfernt davon, liberalen Ansprüchen zu genügen.
Stoch einiges zur Darmstädter Wahl.
Der Zentralvor st and der national li beraten Partei, nahm :n seiner am Sonntag in Berlin abgehaltenen Sitzung folgende Resolution an:
Der Zenttal-Vorftanb fordert die Parteifreunde im Lande auf, jehern Kandidaten her freisinnigen Vereinigung solange ihre Stimme zu versagen, bis bufc Parte: genügende Sicherheiten dafür bietet, daß sich die Llnhanger einen Verrat an her liberalen Sache nicht wieder zu schulden kommen lassen mCrb€$ßenn diese im begreiflichem Aerger über den Ausfall her Darmstädter Wahl beschlossene Resolution bei den allgemeinen Wahlen in 2 Jahren in der Praxis wirklich befolgt wurde, wären die äußersten Extreme links und rechts die lachenden Dritten, die an diesem in Permanenz erklärten liberalen Bruderkrieg ihre auftichtige Freude haben könnten. Denn folgerichtig müßte der Beschluß auch auf die freisinnige Volkspariei Anwendung sinden, da der die Stichwahlparole für den Sozialdemokraten ausgebende Wahlausschuß der vereinigten Liberalen zu etwa zwei Dritteln aus Anhängern dieser Partei bestand. Außerdem erscheint es uns sehr fraglich, ob nicht, gerade wie m Darmstadt, auch in anderen Wahlkreisen durch* unliebsame Vorfälle in der Wahlagitation Verstimmungen entstehen, die einen örtlichen Wahlausschuß veranlaffen, trotz der von der Hauptpartei- leitung gegebenen Wahlparole seine eigenen Wege zu gehen.
Wie diese Resolution zum großen" Teil nur aus der Unkenntnis der Darmstädter Verhältniffe heraus zu erklären ist, so ist dies in erhöhtem Maße von den meisten der Preß- stimmen zu sagen. So findet man z. B. in den „Leipziger Neueste Nachr." folgende Auslastungen:
Ter Pfarrer Kvrell und seine Getreuen ans Königsstätten, Darmstadt und Groß-Gerau mögen in zartem Einklang mit den Genosse:: jefct Jubellieder fingen und frohe Freudenseile feiern. Was der Zorn, der in ihren Herzen fraß seit vielen Tagen, sie wünschen und hoffen ließ, cs ist geschehe::: s:e haben cs erreicht, daß die Wähler von Darmuadl und Groß-Gcrau der Unentwegtesten einen, Herrn Berthold, der, wenn man dem Ruf trauen fall', der ihm vorausgeyt, Stadthagen an ^Gichg- feir Zubeil an Geschwätzigkeit und Bebet an Fanatismus übertrifft, als Acann ihres Vertrauens m den Reichstag entlaubten.
Ausland.
Dover, 7. Mai. Der König ist heute nachmittags von Paris hier eingetroffen und nach London weitergefahren.
Barcelona, 7. Mai. Hier ist eine Anarchisten - verschwörung entdeckt worden. 16 Anarchisten wurden festgenommen, acht Bomben wurden gefunden.
Budapest, 7. Mai. Nach den nunmehr vorliegenden- sämtlichen 413 Wahlergebnissen entfallen auf die Kossuthparte: 240, Verfassungspartei 74, die Klerikalen 30, Nationalitäten, einschließlich 12 Sachsen, 38 Sitze. Stichwahlen find in 13 Bezirken erforderlich. Der Nest der Neugewählten entfällt auf verschiedene Fraktionen. In fünf Bezirken wurden die Wahlen für ungültig erklärt und Neuwahlen angeordnet.
Zungeru (Nord Nigeria), 7. Mai. (Reuter.) In Hadeisia, 6 Meilen von Kano, fand am 3. Mai ein fünfstündiger Straßentampf zwischen britischen Truppen unter dem Befehle des Obersten Lowry Cole und der Bevölkerung von Hadcijia statt. Die Europäer erlitten hierbei keine Verluste; sonstige Verluste sind noch unbekannt. Der Feind wurde geschlagen und der König gefangen genommen. Der König von Hadeisia ist der mächtigste Herrscher dieses Teiles von Zentral-Sudan.
Washington, 7. Mai. (Reuter.) Das Staatsdepartement erhielt von dem amerikanischen Konsul auf Guadeloupe die telegraphische Meldung, daß schon seit Wochen wegen der französischen Parlamentswahlen dort Aufruhr herrsche und die Stadt sich in den Händen des Mob befände. Von Sanio Domingo ist ein ameri- kanisches Kriegsschiff nach Guadeloupe beordert.
Angesichts her Tatsache, daß mindestens -/s der Korett- schrn Wähler (insbesondere auch in den drei genannten Orten) der von ihrem Wahlausschuß gegebenen Stichwahl- purole hie GefolgsckMt versagt haben, ist es schlechterdings unerfindlich, wie von Freudenfesten dieses Wahlausschusses die Rede sein kann, 21uch verdient die Tatsache Erwäl-uung, daß Pfarrer Ävrell selbst eine Wahlparole für Berthold nicht ausgegeben hat (allerdings nicht auch das Gegenteil). Geradezu köstlich ist aber die Charakteristik des Herrn Bcrtholi., der im Lichte des wildesten Revolutionärs dar- gestellt wird, während er in Wirklichkeit eine politisch unbedeutende Persönlichkeit ist. Seine 'JLufftcIIung als Reichs- tagskaudidat verdankt er wohl lediglich dem Umstand, daß man nach den schlechten Erfahrungen, die man mit dem wohlhabenden Bauunternehmer und Rentner Cramer gemacht hat, eilten „Genossen" haben wollte, dem man bei ähnlichen rollenwidrigen Seitensprüngen von Parteiwegen den Brotkorb höher hängen kann. Wer Berthold kennt, weiß, daß er ein ruhiger Mann ist, dessen rednerische Betätigung im hessischen Landtag sich auf die Vertretung lokaler Wahlkreisschmerzen beschränlt Dabei berücksichtigt er lolälagrarische Wünsche mit demselben liebevollen Eifiw, wie Arbeiterinteresseit. Sein nad) dem Leipziger Blatt BebeL noch übertreffenber Fanatismus dokumentiert sich u. a. dadurch, daß er z. B. Postkarten mit dynastischen und patriotischen Ansichten gerade so gern verkauft wie Bebels „Fran" und sozialistische^Parteitagsprotokolle. Auch die Tatsache, daß er vor etwa zwei Fahren im Hess. Landtag mit Cramer für den Umbau des Darmstädter Hoftheaters sttmmte, der von Ulrich „vom sozialdemokratischen Standpunkt" aus entschieden bekämpft wurde, läßt chn viel eher als Revisionist und Opportunist erkennen, wie als Anhänger der revolutionären Ittchtung.
Im übrigen wäre es im Interesse her liberalen Sache und auch aus patriotischen Gründen besser, meint die leidenschaftlichen Erörterungen über die Darmstädter Wahl der ernsten Erwägung Platz machen würden, wie derarttge Unstimmigkeiten im liberalen Lager für die in zwei Jahren stattfindende allgemeine Reichstagswahl vermieden werden können.
Die srauzösrscheu Kammcrwahlen.
P a r i s', 7. Mai.
Bis jetzt sind von den gestern ftattge()abten 589 Wahlen 583 Ergebnisse bekannt. Davon sind 428 befinitiüe Wahlen und 155 solche, bei denen Stichwahlen erforderlich sind. Von den Gewühlten entfallen 262 auf den radikalen Block und zwar 165 Radikale und Sozialistisch>- Radikale, 56 Republikaner der Linken, 32 geeinigte und 10 unabhängige Sozialisten. Dem Anti-Block gehören an: 55 gemäßigte Republikaner (sogenannte Progressisten) und 110 Nationalisten und Konservative. Betteffs der 155 Stichwahlen wird in Regierungskreisen angenommen, daß mindestens 100 für den Block gefiebert find. Die WaUen auf der Insel Reunion finden erst am 28. Mai statt.
Die frühere Kammer bestand aus 228 Radikalen und Radikal-Sozialiste::, 78 ministeriellen Republikanern, 45 Sozialisten, 140 progressistischen ^Republikanern, 50 Ralliierten, 45 Nationalisten und 35 Konservativen.
Der „Temps", der den radikalen Block während der Wahlen bekämpft f)at, sagt, die Wahlen haben glänzender benn je den Beweis geliefert, daß das republikanische Regime in Frankreich die allgemeine Zustimmung hat. Nicht ein einziger ernsthafter Kandidat ist diesmal für eine andere Regierungsform eingetreten. Die Opposttion lMte Unrecht, den Wahlkampf unter dem Schlagwort der „Kirchenfrage" zu führen. Frankreich will vom Klerikalismus nichts wissen, ebensowenig wie vom Kollektivismus. Denn ttotz einzelner Erfolge der geeinigten Sozialisten kann man annehmen, daß diese Partei der Kammer nicht gefährlich fein wird. Die Radikalen, welche zahlreicher denn früher in die Kammer zurückkehren, sind endlich von der sozialistischen Diktattir befreit. —
In Carmaux (Dep. Tarne) kam es während der letzten Nacht zu einem blutigen Zusammen st oß zwischen der Gendarmerie und etwa 50 Burschen, wobei ein c^endarm tödlich und ein anderer weniger schwer verletzt wurde. Die Fenster eines Cafes wurden zertrümmert. Auch gerieten gestern abend in dem Orte Elvon eine Anzahl junger Leute, die das Ergebnis der Wahl feierten, mit der Gendarmerie :n Konflikt. Bier Personen wurden lxwhaftet, doch bald darauf von ihren Kameraden befreit, die die Türen des Polizeigebäudes einschlugen und das ganze Innere des Hauses zerstörten. Gelegentlich der Wahlhandlung in Cvutiches kam es nad). der Verkündigung des Wahlergebnisses zu einem 'Streit, wobei ein Wähler durch einen Messerstich ms Herz getötet wurde.
Entgegen der gestern verbreiteten Meldung- daß alle unter der Anschuldigung der Teilnahme an der Ausstands- vewegung im Norden festgenommenen Personen in Frecheit gefetzt worden seien, wird feftgefteftt, daß, Graf Beaure-^ gard und Bressoles sich noch immer in Haft be- Tinhen.
Der türkisch-englische Konflikt, kam am gestrigen Montag im englischen Unterhaus zur Erörterung.
Lonsdale (Eonf.) fragt, ob die deutsche Regierung die Versicherung abgegeben habe, daß sie nicht in der Lage sei, die Pforte bei der Austragung her Frage hinsichtlich her Sinai-Halbinsel zu unterstützen. Unterstaatssekretär R u n- cimann er nüber t in: Namen Greys: Wir wurden von der deutschen Regierung benachrichtigt, daß kein Grund für die Zeitungsmeldung vorliegt, daß das Vorgehen her Pforte bezüglich her ägyptischen Grenze irgend eine Ermutigung erhalten hat!
i Beifall. > .
Balsour wünscht Aufklärung über den Stre:tfall mit her Türkei und sagt, die Opposition lasse es1 sich angelegen sein, die Regierung durch Stellung von Fragen über diesen Gegenstand nickst in Verlegenheit zu bringen, sie ist aber der Meinung, daß es allgemein mit Genugtuung begrüßt werden würde, wenn der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Auskunft darüber gehen wollte. Edward Grey bestätigt in längerer Rede die Meldung bett, die britische 9£otc an die Türkei und schließt, nachdem er eine Schilderung von dem Verlaufe der Angelegenheit gegeben hatte, mir den Motten: Wir haben um eine zu- stimmende Antwort innerhalb zehn Tagen ersucht. Der Umfang bei- Forderungen der Pforte, sowie her Ton und Charakter her türkischen Mitteilungen an den Khediven hat es unmöglich gemacht, die Regelung auf unbestimmte Zett zu verschieden. Das ist auch der Grund, warum wir jetzt auf Erfüllung unserer ursprünglichen Forderung auf gemeinsame Feststellung her Grenze bringe::. Ich denke, ick darf für hie Regierung :n Anspruch nehme::, daß sie große Geduld und Mäßigung an den Tag gelegt hat. Die letzte der türkischen Forberungen würde aber, wenn sie' zugelassen würde, die Türkei in eine Stellung bringen, welche eine wirkliche Gefahr nicht allem für hie Freihett des Suez-Kanals, fonhern auch für die Freihett Egyptens und d:e Sicherheit der Dynastte des Khediven sein. D:e Regierung konnte gegenüber diesen Fragen nicht gleickgcktrg sein, und :hre Wtchttgkett macht es nötig, baß sie jetzt auf eine Beilegung auf Grundlage her Grenzen Egyptens dringt, wie sie unbeittttten und ungestört leit vielen Zähren bestanden haben. (Beifall., Die 4Lote verlangt von der Pforte die Zustimmung zur F e ft 1 e tz u n g d e r G r e n z - linie zwischen El Rafeh und dem oberen Ende des Golfe« von Akabah durch Grotzbrttannren und bte Turke: auf der Basis der Depesche des Großvesrers an den Khediven vom 8. April 1892 und Zurückziehung der Truppen von Ta bah wahretck der Feststellung.. Der Sjergang brs zum jetzigen Stande der Angelegenheit ist folgender: Zu Beginn des Zahres wurden türkische Trrttwen entlaubt, um gewrffe Punkte auf her Halbinsel Sinai einschließlich -tabafy ju besetzen. '2hcfe fanden aber Tabah bereits von türkischen gruppen besetzt. a:c englische Regierung protestierte hierauf gegen b:c]e turkpche Besetzung von Tabah, einem Platze, der :m Westen au, der etnau Halbinsel gelegen ist, und wies daraus hin, datz, ivem: e:n Zweifel über die Grenzlinie bestände, d:e gemewsame Feststellung durch eine Kommission die beste Lösung der Frage sen: irmrbc. Lord Cramer hat unter dem 10. Februar beriditct, datz der turfiiaic Kommandant van Akabah die Zurückziehung _bcr egypißchen Truppe::' von her Insel Sinai im nördlichen ^erlc des Golfes von Akabah verlangt habe. Daraus erhielt e:u englisches Kriegsschiff Befehl, nach Faruh zu gehen, um den borttgen egyptffwen Posten zu schütze::. Nach verschiedenen Vorstellungen wurden zwe: Offiziere von Konstantinopel nach Egypten gescheckt, um die Sache zu untersuchen. Man hoffte, daß sie d:e Angelegenhett befbredjen oder bei einer gerne infamen Grenztommrsswn mit- Mitten sollten, aber sie verließen Kairo lv:cher, ohne mtt dem Khediven ober Lorb Cramer :n Verbindung getreten »u |c:n. Am 21. März machte der türkische Botschaster eme Mitteilung des Znhalts, daß, da Tabah zu Akabah gehöre, gegen btt Anwesenheit türkischer Truppen dort fein Widerspruch erhooen wcr- hen könne, .und es' deshalb für unnötig erachtet würde, eine
reichte englische Note scheint Eindruck Es fanden wittrerholte Beratungen statt.
geneigt zu sein, die englischen Forderungen zu erfüllen. Ter Widerstand liegt beim Sultan, jedoch ist ein friedliches Nachgeben zu ermatten, wenn auch vorher von türkischer Sette vettckiedene Vorbehalte und Ausflüchte versucht werden dürften.
Gibraltar, 7. Mai. Die Kreuzer „Arrogant" und
Regierung bringen. Die freie Meinungsäußerung der Vereine-'Lesung der Sekundärbahn-Vorlage und verwies diese und Versammlungen der Lehrer würde eingeschränkt, wenn art eine Kommission. Morgen freisinnige Interpellation, be-
„Am et Hy st" erhielten heute plötzlich Befehl, auSzu- l auf en. Ihre Bestimmung ist unbekannt, wahrscheinlich die Levante. Die Schisse verlassen jetzt den Hasen.
Sagesschau.
Eine ualionaüiberale Erklärung.
Der Zentral vor st and der nationalliberalen Partei hat soeben die zuversichtliche Ettlärung ausgesprochen, daß die nationalliberale Fraktion des preußischen Landtags beim Schulunterhaltungsgesetz ihre Haltung auch weiterhin bewahren werde. Das heißt mit anderen Worten, die Landtagsftaktion solle das ganze Gesetz ablehnen, falls die Bestimmungen, die da? Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden bedrohen, nicht entfernt werden. Seitens der Konservativen ist die Erwartung geäußert worden, daß die Regierung fest bleibe. Es mag vielleicht auffallen, baß der Zentralvorstand der nationalliberalen Partei ausdrücklich die Fraktion zur Behauptung des eingenommenen Standpunktes auffordert. Aber wenn man bedenkt, wie seinerzeit das unglückliche Schulkompromiß mit der Rechten zustande gekommen ist und welche peinliche Ueberraschung diese Vereinbarung vielen Parteiangehörigen bereitete, so laßt sich die Aufforderung zur Standhaftigkett und, was zwar nicht besonders gesagt ist, aber zwischen den Zeilen liegt, zur Einigkeit der Fraktion wohl verstehen. Be: der ersten Beratilng des Schulunterhaltungsgesetzes gab selbst cm konservativer Führer zu, daß das Selbstoerwaltungsrecht der Gemeinden stark eingeschränkt werde; sie alle würden nicht mehr viel zu sagen haben. Es ist ein empfindlicher Schlag gegen die Selbstverwaltung, den Gemeinden die Ernennung der Schulrektoren zu entziehen und dem Staat zu übertragen. Die „Voss. Ztgtt bemerkt mit Recht: „Die Ernennung der Rektoren würde die Lehrer unter die alleinige Botmäßigkeit der


