Nr. 133 Zweites Blatt
156. Jahrgang
Erscheint kStzl'.ch mit Ausnahme deS Sonntags.
Die ..Gießener Familienblätler" werden dem .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »Hrfstsch« taebwtit** erscheint monatlich einmal.
Gießener Anzeige
Samstag Juni 1906
Rotationsdruck und Verlag der Cröbl^cbe» UniversitätSdruckerei. ÖL Longe, GteG«.
Redaktion, Expedition u. Trucferd: Schulltr T.
XeL Nr. 51. Telegr.'Ldr. r Anzeiger «Lirtzr»,
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Are Atiulche ^(nonialge efffriiaft
ist am Freitag in Königsberg i. Pr. zu ihrer Jahresversammlung zusammengetreten. Sie wurde durch den Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg mit einer Ansprache eröffnet, in der er unter anderem ausführte: Die jüngsten Beschlüsse des Reichstags hätten gezeigt, daß die Mehrzahl der Reichstagsmitglieder nicht von der Notwendigkeit der Kolonien für Deutschland durchdrungen sei. Diese Beschlüsse hätten die geeigneten Mittel für die wirtschaftliche Entwicklung von Teutsch-Südwest- afrila versagt; Ausgaben, die nur werbendes Kapital dargestellt haben würden, intern sie schon nach kurzer Zeit reiche Früchte getragen hätten. Pflicht der Kolonialgesell- schast sei es, den Mut nicht sinken zu lassen und mit verdoppelter Kraft einzutreten für die Landsleute in Südwestafrika und für die wirtschaftliche Entwicklung der Kolonie. Es sei Pflicht der Kolonlalgesellschaft, nachdrücklich dafür zu sorgen, daß ihre Auffassung über den Wert der Kolonien Gemeingut des deutschen Volkes werde.
Sodann wurde einstimmig und ohne Diskussion folgender Antrag ter Abteilung Lübeck und des niederrheinischwestfälischen Gauverbandes angenommen: „Tie Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft spricht unter dem Ausdruck lebhaften Bedauerns über die Mtehnung der Regierungsvorlagen durch den Reichstag, betr. 1. Entschädigung der durch den Krieg geschädigten Ansiedler, 2. Eisenbahnbau Kubub—Kcetrnanshoop, 3. Errichtung eines selbständigen Koloniaiamts, die Zuversicht aus, daß diesen berechtigten und dringlichen Forderungen baldigst Geltung verschafft werde." Als Ort der nächstjährigen Tagung wurde Worms bestimmt.
Der Jahresbericht wurde von Admiral Strauch 'und Dr. Sander erstattet. Darin heißt es u a., daß in Sachen einer erleichterten liebersiedlung deutscher Frauen und Mädchen sowie toeiblic^r Dienstboten die Gesellschaft auch im verstossenen Jahre tätig gewesen sei.
Auf das an den Kaiser gerichtete Huldigungstelegramm ist folgende Antwort eingegangen: „Mit meinem Dank für die telegraphische Huldigung entbiete ich der Hauptversammlung der deutschen Kvlonialgesellschaft meinen kaiserlichen Gruß. Den Arbeiten der Gesellschaft zur friedlichen Entwicklung unserer Kolonien wünsche ich guten Erfolg. Sie werten meiner geneigten Fürsorge stets sicher sein, (gez.) Wilhelm."
In dem weiteren Verlaufe ter Verhandlungen rief ein Antrag der Abteilung Darmstadt, ten Reichskanzler zu ersuchen, der Frage ter Deportation von Strafgefangenen nach geeigneten Punkten der Kolonien naher- zutreten, eine lebhafte Erörterung hervor, in der die meisten Redner einen ablehnenden Standpunkt vertraten. Schließlich wurde der Antrag, da die Frage noch nicht genügend geklärt erscheine, vorläufig zurückgezogen; ebenso wurden zwei von Ludwig Deuß-Hamburg eingebrachte, von 221 Mitgliedern unterstützte Anträge betreffend Handelsfreiheit im Kongvstaate zurückgezogen. Zur ein- srimmigcn Annahme gelangte nach lebhafter Befürwortung durch Herzog Johann Wrecht ein Antrag Dessau, ten Angehörigen ter Schutztruppe in Südwestafrika und Ost- a f ri ka den'Dank der Kolonialgesellschaft zu übermitteln.
Deutsches Reich.
Berlin, 8. Juni. Der Kaiser traf um 2 Uhr40 Min. auf Station Wildpark ein. Zum Empfang war die Kaiserin erschienen. Das Kaiserpaar fuhr dann im Automobil nach dem Neuen Palais.
— Wie von unterrichteter Seite verlautet, ergab die Unterredung zwischen Kaiser Franz Josef und Kaiser Wilhelm eine vollständige U eb erein- st immung in den politischen Tagessragen und das gleiche Ergebnis hatten auch die Besprechungen des Grafen Goluchowsky mit dem Staatssekretär von Tschirschky. Zwischen diesen Herren hat gestern Nachmittag in Schönbrunn eine neuerliche längere Besprechung stattgefunden. Wie verlautet, habe aus Anlaß der Anwesenheit des deutschen Kaisers zwischen dem Grafen Goluchowsky und dem Reichskanzler Fürsten Bülow in Norderney ein freundschaftlicher Depeschenwechsel stattgefundeu. Wie man ferner mitteilt, wurde in den gestrigen Besprechungen des Staatssekretärs von Tschirschky mit dem österreichischen und dem ungarischen Ministerpräsidenten auch ganz besonders die Handelsoertrags- frage mit Rücksicht auf die Aspirationen der ungarischen Negierung in eingehender Weise erörtert.
Karlsruhe, 8. Juni. Der Badische Bauernverein zählte Ende 1905 insgesamt 56 951 (i. V. 55 478) Mitglieder, die sich auf 54 Bezirks- und 886 (868) Ortsoereine verteilen. Die Geschäftsstelle hatte einen Warenabsatz von 181 954 (422 438) Zentner und einen Gesamtumsatz von 996 393 Zentner. Der Kassenumsatz betrug 4 072 973 (3 143 302) Mark.
Das parlamentarische Rußland.
In der Duma hielten heute zahlreiche Abgeordnete heftige Reden gegen das Ministerium, insbesondere solche der Arbeiterpartei, von denen Aladin erklärt, daß die D u m a und das Ministerium zwei Feinde seien, von denen einer sterben müsse. Der Präsident ruft Aladin wegen dieser Aeußerung zur Ordnung. Nachdem eine große Zahl von Rednern gesprochen, nimmt die Duma eine Tagesordnung Nabakoff an, in der ausgesprochen wird, daß, da das ganze Volk die Abschaffung der Todesstrafe wünsche, zukünftige Hinrichtungen nicht Akte der Rechtspflege, sondern gewöhnliche Morde sein würden.
Der Londoner .Daily Telegraph" meldet aus Petersburg, im Gouvernement Saratow sei ein blutiger Bürger» frieg ausgebrochen. Die unzufriedenen Bauern kämpften gegen die Gutsbesitzer und deren Anhänger sowie gegen die ftofafen. Aus anderen Teilen des Reiches kämen ähnliche Meldungen über neue Unruhen in großem Maßstabe.
Nach Nachrichten aus dem Innern Kasans herrscht
dort große Hungersnot, durch welche eine Menge Tod csf alle verursacht werden. Trotzdem ließ der dortige Gouverneur alle öffentliche Speiscanstalten schließen und verweigerte den Armen die unentgeltliche Hilfe der Armenärzte.
In Warschau wurden während einer geheimen Versammlung 77 Herren und Damen der Intelligenz verhaftet und unter militärischem Schutz nach dem Kerker im Rathause geführt. Am Morgen wurde der geheime Polizciageiit Polakorp erschossen. Mehrere politische Gefangene wurden in den letzten Tagen nach den Westgonverneiiients deportiert. — Tas Bahnpcrsonal von Bialystok beschloß, falls den Wünschen des Volkes bis zum Schluß der Dumasitzungen nicht Rechnung getragen sei, im Juli in einen Bahn- Generalstreik einzutreten.______________________________
Aas Kerkomer-Rcnnen.
v.
Melk, 8. Juni. Ein hiesiger Bürstenbinder rvurde heute von einem an der Herkomerkonlnrrenz teilnehmenden Automobil überfahren und sofort getötet. Ter Mann, der schwer- hörig war, ist nach Berichlen von Zeugen direkt ins Automobil hineingelausen.
Amstetten, 8. Juni. Ailf der Strecke Linz-Amstetten erhielten drei Wagen Defekte.
Wien, 8. Jiini. Zahlreiches Ptiblikum hatte sich am Landungsplatz im Prater eingefunten, darunter Markgraf Pallavicmi, Prinz Hohenlohe, Frhr. v. Schrenk-Notzing, Dr. Verom und Frhr. v. Molitor, als Vertreter des Bayerischen Automobilklubs Vizepräsident Rittmeister Czermak, vom Oesler- reichischen Autoniobilklub Hauptmann Wolff und HarniS. Um 10 Uhr 55 Min. kamen als erste Wagen an Nr. 1 (Dreher-Hieronymus) und Nr. 11 (Martino), uni 10 Uhr 56 Min. die Wagen Nr. 14 (Büssing) und 9lr. 2 (Spritzer). Um 11 Uhr 11 Min. kam eine ganze Reihe Wagen an, zunächst Nr. 18 (Poege) und Nr. 19 (Wemgand), dann der Wagen der Oberleitung, in dem die Erbprinzessin von Sachscn- 'Dleiningen saß. Prinz Heinrich kam um 10 Uhr 37 Mm., wo er vom Exekutivkomitee empfangen wurde. Kurz nach 12 Uhr kam Mrs. Maud Manille mit ihrem Wagen Nr. 39 an. Prinz Heinrich ist um 12l/t Uhr vom Prater nach Semmering gefahren, um die Strecke zu studieren. Zu Ehren der Teilnehmer an der Fahrt fand in den Räumen de§ österreichischen Automobilklubs ein Empfang statt. U. a. waren der deutsche Botschafter Graf Wedel, der bayerische Gesandte v. Tücher, ferner der Herzog v. Arenberg, der Erbprinz v. Erbach-Schönberg und zahlreiche andere Persönlichkeiten erschienen. Um 8 Uhr erschien Erzherzog Friedrich, kurz danach Prinz Heinrich.
Berlin, 8. Juni. Nach einer dem kaiserlichen Automobilklub aus München zugegangenen Depesche besserte sich daS Befinden des Direktors Schloer wesentlich, ebenso erholte sich der verunglückte Bauer au§ Rosenheim wesentlich und befindet sich außer Lebensgefahr.
Aus uno tano.
Gießen, den 9. Juni.
— Geh. Hofrat Bethe. Wir lesen in sächsischen Blättern: Mit Genehmigung des Königs ist an Stelle des verstorbenen Geh. Hofrats Professor Dr. phil. Wachsmuth der ordentliche Profeffor an der Universität Gießen, Dr. phil. Erich Bethe, vom 1. Oktober d. I. ab unter gleichzeitiger Verleihung des Titels und Ranges als Geh. Hofrat zum ordentlichen Professor der klassischen Philologie, Direktor des Philologischen Seminars und Mitglied der Wissenschaftlichen PrüftlngSlommission an der Universität Leipzig ernannt worden.
• • Pr omenad eko nzert findet am Sonntag 10. Juni, vormittags 11^ Uhr, in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Ouvertüre zu „Rosamunde" von Schubert. 2. „Ballsirenen", Walzer a. d. Operette „Die lustige Witwe" von Lehar. 3. Fantasie aus der Oper „Teil" von Rossini. 4. Armeemarsch Nr. 205 von Voigt.
• • Kunstverein Die Gemälde - Ausstellung bleibt am Sonntag wegen vollständigem Wechsel der Gemälde einige Tage geschlossen.
” Wettera u - Lahngau - Sängerbund. Der 3. Sänger tag des Bundes findet Sonntag, 10. Juni, im Lokal des Gastwirts Wilh. Wagner (nebfn der neuen Schule) in Großen-Buseck statt. Auf der Tagesordnung steht die Statutenberatung, Festsetzung des Beitrags, erstes Bundes-Waldfest u. a. m. Die Tagung beginnt mittags 1 Uhr pünktlich, um den Teilnehmern die frühzeitige Rückfahrt nach Gießen usw. zu ermöglichen.
* • Metzger-Verbandstag. Am Sonntag findet der Bezirkstag der Bezirksvereine „Beider Hessen und Nassau" im Deutschen Fleischer-Verband zu Limburg statt, zu dem alle bein Bezirksoerein angehörigen Fleischer-Innungen und interessierten Metzger cingeladen sind. Die Tagesordnung weist 13 Punkte auf. Unter anderem wird der Obermeister der Gießener Fleischer-Innung, Herr E. Ludwig Sack, über die „Amtliche Statist>k der Fleischpreise" referieren und beim Verband den Antrag stellen, bei den Landesregierilngen dahin zu wirken, daß die Notierung und Statistik der Fleischpreise einer gründlichen und sachgemäßen Reform unterzogen werden. — Der Deutsche Fleischer-Verband ist eine der größten Handwerker-Organi- sationen, er hat gegenwärtig 37 000 Mitglieder. Der Ver- bandstag findet vom 4. bis 10. August in Königsberg i. Pr. statt.
• • Ein recht bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich Freitag nachmittag im Hause Leihgesterner- rveg 2 4. Das 2 1ji jährige Kind der Familie Fuchs kam in der Küche dem Herdfeuer zu nahe und die Kleidchen des Kindes gerieten in Flammen. Schwer verletzt wurde das
Kmd in die Klinik gebracht, woselbst es noch gestern abend infolge der Brandwunden ftarb.
• • Ihre filberne Hochzeit feierten am Mittwoch Graveur August Haßler und Frau, geb. Banget.
• • Ein Gießener in Auerbach verschwunden? Die gestrige „Kl. Pr." berichtet: Verschwunden ist seit Sonntag der 36 Jahre alte Hassel au8 Gießen, der sich mit seiner Farnilii im Hotel „Zur Krone" hier zur Kur aufhielt. H. war sehr nervös, weshalb man annimmt, daß er sich ein Leid angetan hat. Die Ehefrau setzte zur Auffindung des Vermißten eine Belohnung von 100 Mk. au5." — Wir können hierzu mitteilen, daß eine Familie Hassel in Gießen nicht existiert und auch der hiesigen Polizei von einem derartigen Vorkommnis nichts bekannt ist. Die Sache wird daher, wenn sie überhaupt wahr ist, auf einer OrtSverwechslung beruhen.
• • Eine Vereinbarung der hessischen Bier- l>r au er eien. Am Freitag vereinigten sich die Eigentümer beziv. die Bevollmächtigten sämtlicher hessischen Brauereien in Darmstadt, um sich mit der Brausteuer und einer dadurch eventl. notwendig iverdenden Preiserhöhung des Bieres zu beschäftigen. Es wurde eine Vereinbarung getroffen, wonach bis zum 15. Juli d. Js. eine Brauerei an keinen Wirt oder Händler Offerte machen darf, wenn der Betreffende bereits von einer anderen Brauerei, die die Vereinbarung mit unterzeichnet hat, Bier bezieht. Offerte darf nur noch an Privalknndschaft und an neugegründete Geschäfte gemacht werden. Alle anwesenden trauere,Vertreter bezw. Eigentümer unterschrieben diese Vereinbarung mit Ausnahme des Vertreters der Mainzer Aktien-Brauerei und der Brauerei Diehl in Darmstadt. Offenbar wollen die Brauereien feststellen, wie sich bei diesen veränderten Verhältnissen der Absatz an Faß- und Flaschenbier gestaltet und danach später bezüglich der Preise Festsetzungen treffen.
x Leihgestern, 8. Juni. Nach einem Verhör von mehreren Burschen durch die Großherzogl. Staatsanwaltschaft Gießen wurden zwei davon verhaftet, die an dem kürzlich gemeldeten Ueberfall des Radfahrers von Großen* Linden beteiligt waren. Jedenfalls werden sie eine erhebliche Freiheitsstrafe zu erwarten haben.
§ Lehrbach, 8. Juni. In der Nacht vom 7. auf den 8. Juni wurde auf dem Schnntthof eingebrochen. Drei der Tat verdächttge Handwerksburschen wurden in Nieder- klein bereits verhaftet.
8. Scho111en, 8. Juni. Der Neubau unserer höheren Bürgerschule gelangt nächste Woche mit einem Kostenooranschlag von 48 000 Mk. von der Großh. Bürgermeisterei zur Ausschreibung. Die Kosten für die hierin vorgesehene Dampfheizung belaufen sich auf ca. 3500 Mk.
"Offenbach, 8. Juni. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung fand nach der „Off. Ztg." mit den sozialdemokratischen gegen die 8 bürgerlichen Stimmen ein Antrag Annahme, eine Kommission von 7 Mitgliedern zu wählen, die sich mit der Besetzung der Bürgermeisterstelle nach der am 31. Januar 1907 ab* laufenden Amtsperiode des Oberbürgermeisters Brink beschäftigen soll. Der Führer der Offenbacher Sozialdemokraten, Stadt. Ulrich, erklärte in der Debatte, daß er für feine Person Brink nicht wiederwählen werde. Er glaube auch, daß keiner der bürgerlichen Stadtverordneten geglaubt habe, daß ein sozialistischer Stadtverordneter dies tun werde. Sonach ist zu erwarten, daß der jetzige Oberbürgermeister, der auf eine 24jährige ersprießliche Tätigkeit an der Spitze der Offenbacher Stadtverwaltung zurückblicken kann, nicht miedergewählt werden wird, da die bürgerlichen Stadtverordneten es ablehnten, sich an der Kommission zu beteiligen, wurden 7 Sozialdemokraten gewählt.
Dietesheim a. M., 8. Juni. Ein großes F e uer hat heute nacht die Noussellescheu Basaltwerte heim- gesucht. Das große Menagehaus, in dem 40Italiener, teilweise mit Frauen und Kindern, unteraebracht waren, geriet um 12 Uhr, wahrscheinlich vom Kamin aus, in Brand. Die Flammen verbreiteten sich so schnell, daß die schlafenden Bewohner völlig davon überrascht wurden. Die freiwillige und die Pflichtfeuenvehr von Dietesheim waren schneÜ zur Stelle, sodaß eine Weiterverbreitung des Brandes, der auch die anstoßende hölzerne Rampe und einen Güterzug zu erfassen drohte, verhindert werden konnte. Wahrend des Brandes explodierte eine Flasche Kohlensäure, die sich in den Flammen befand, mit furchtbarem Knall. Um 4 Uhr morgens war das . Feuer gelöscht. (Off. Ztg.)
fc. Hersfeld, 8. Juni. Der deutsche Konsul m New- york teilte dem Bürgermeisteramt in Schenklengsfeld mit, daß der von Schenkt engsf eld gebürtige, vor Jahren von da nach Amerika ausgewanderte Peter Götz gestorben ist und laut Testament 100000 Mark für gemeinnützige Zwecke jeinein Okbui^oiic vcrniaä'.t hat. _______
Eine Totschlagsaffäre.
Die Familie Thomas auf ter Thomasmühle bei Niedersaulheim (Rheinhessen) macht seit einer Reihe von Jahren, offenbar unter dem Einfluß schweren Queru- lautentums, den Behörden viel zu schaffen, und auch der hessische Landtag hat sich mit ihr schon beschäftigt. Bon ihren Angehörigen befinden sich einige als unhettbare Geisteskranke in der Irrenanstalt. Vor einigen Jahren; war es gelegentlich der Verhaftung eines Angehörigen ter Familie ju einer förmlichen Belagerung der Mühle gekommen, wobei der Besitzer Thomas oen Wachtmeister Dill er anschoß und schwer verwundete. Am Freitag kam es abermals zu Vincm Zusammenstoß zwischen Gendarmen und der Familie Thomas, bei dem leider einer der Beamten ein Opfer der Erfüllung seiner Dienstpflicht wurde. Die Gendarmerie erhielt vor einiger


