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Erstes Blatt
156. Jahrgang
Freitag 7. September 1906
Tchulstraße 7, Redaktion 112 Verlag u.Exped.^-^51 Ldresie für Depeschen: Anzeiger Gießen.
Politische Tagesschau.
v. Tippelskirch als Bankier.
Eine lange Berichtigung des Leiters des Oberkommandos der Schutztruppen, Oberstleutnant Quade, wird an der Spitze der heutigen „Nordd. Allg. Ztg." abgcdruckt. Die Berichtigung gilt der „Tägl. NundschD, die den Oberstleutnant mit der kürzlich viel Aufsehen erregenden Mitteilung des „Becl. Lokalanz." in Verbindung gebracht hatte, daß außer dem Major Fischer auch noch andere Offiziere der Schutztruppe von der Firma v. Tippelskirch Darlehen empfangen hätten. Nun stellt Herr Oberstleutnant Quade fest, daß diese neue Enthüllung nicht von ihm herrührt und nicht von ihm veranlaßt worden ist. Aber leider ist der Oberstleutnant nicht in der Lage, zugleich den Inhalt der Meldung des .Lokalanz." als unrichtig zu bezeichnen. Es hat in der Tat ein Offizier des Oberkommandos auf dienstliches Befragen zugegeben, daß er ,nicht unbedeutende Schuldverpflichtungen für gelieferte Gegenstände bei der Firma v. Tippelskirch und mehrfach auch Bardarlehen von der Firma bezw. einem Teilhaber derselben, in einem Falle unter Hinterlegung von Wertpapieren, erhalten habe". Allerdings liegt die Sache insofern anders als beim Major Fischer, indem dieser zweite bekanntgewordene Schuldner der Firma v. Tippelskirch dienstlich mit der Firma nichts zu tun hatte. Bon einer Bestechungsaffäre kann also nicht gesprochen werden. Aber man wird doch
Der neue japanische Zolltarif.
Auch Japan hat jetzt unter ausdrücklicher Berufung auf das Beispiel der europäischen Staaten einen neuen Zolltarif mit durchweg stark erhöhten Zollsätzen aufgestellt, der bereits
Nr. 310
Erscheint täglich
außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Giehcner Familien» blätter viermal in der Woche beigelegt
Rotationsdruck il Verlag der Brüh l'schen U>nvers.-Duch-u.Stetn- bntderei. R. Lang«.
Deutsches Reich.
Hamburg, 0. Dumper „Bürgermeister"
der Deutschen Ostafrika-Linie ist mit den auf der Heimreise befindlichen Reicystagsabgeordueten an Bord von Aden absegangen.
teilungen zugegangen, daß äußer Major Fischer noch ein anderer Offizier des Oberkommandos erhebliche Darlehen von der Firma Tippelskirchu. Cie. erhalten habe; zugleich wurde mir der Name dieses Offiziers genannt. Spald'ing bat um die Ermächtigung, daß die Redaktion die Nachricht dementieren dürfe. Dieses Ansinnen wies ich ab mit der Begründung, daß mir von der ganzen Sache nichts bekannt sei und ich zunächst den betreffenden, auf Urlaub weilenden Offizier befragen müsse. Die dienstliche Antwort des Offiziers ergab, daß er allerdings nicht unbedeutende Schuldverpflichtungen für gelieferte Gegenstände bei der Firma Tippelskirch und mehrfach auch Bardarlehne von der Firma bezw. einem Teilhaber derselben, in einem Falle unter Hinterlegung von Wertpapieren erhalten hat. Der betreffende Offizier begründete sein Verhältnis zur Firma Tippelskirch dahin, daß diese für ihn wie für andere Offiziere der Schutztruppe, die von früher her mit Tippelskirch befreundet waren, mehr den Charakter einer Bank gehabt habe, bei der auf laufendes Konto bald ein Guthaben, bald ein Schuldbetrag gestanden habe. Einen Tag nach Feststellung dieses Tatbestandes erschien auf meinem Ticnsb- zimmer, nicht heimlich, sondern durch einen Bureauoffizier angemeldet, von neuem ein Berichterstatter des Berliner „Lokakauzeiger", Hauptmann Dannhauer, der mitteilte, daß der Redaktion die Nachricht über den betreffenden Offizier des Oberkommandos positiv bestätigt sei, und daß dieselbe nunmehr die Veröffentlichung nicht mehr unterlassen könne. Ich eröffnete dem Berichterstatter, daß der betreffende Offizier dienstlich nichts mit der Firma zu tun gehabt, und wie sich die der Redaktion begannt gewordenen Geldver- bindlichkciten des betreffenden Offiziers aufgeklärt hätten. Im Interesse desselben sprach ich die Bitte aus, von der Nennung des Namens 6 et der Veröffentlichung ab sehen zu wollen. Ueber den Vorgang habe td)_ sofort meinem unmittelbaren Vorgesetzten Meldung erstattet. Im übriaen beziehe ich mich auf meine Erklärungen zu 1, 2, 5. Was mein Auftreten als Mitarbeiter des „Tag" betrifft, so habe ich allerdings vor kurzem in einem im „Tag" veröffentlichten Artikel Vorwürfe zurückgewiesen, die Mg. v. Böhlen- dorfs-Kölpin in diesem Blatt bezüglich des Baues der Bahn Lüderitzbücht—Keetmanshoop gegen Generalleutnant von Trotha zu Unrecht erhoben hatte. Tie Abfassung dieses Artikels erfolgte auf Antrag des Generals v. Trotha bei meiner vorgesetzten Dienstbehörde und unter der ausdrücklichen Genehmigung des Stellvertreters des Reichskanzlers und Chefs des Generalstabes der Armee. — Die „Nordd. ANg. Ztg." erfährt weiter, daß hinsichtlich der dem Oberstleutnant Quade in seiner Ehre schwer angreifenden Ausführungen des genannten Artikels bei der zuständigen Staatsanwaltschaft wegen Beleidigung Strafantrag gestellt ist.
„Ich sage Ihnen meinen herzlichen Dank für die freuen Worte, die Sie soeben namens der Stadt ausgesprochen haben. Ich sage Ihnen ebenso den innigsten Dank der Kaiserin und meinen für die wundervolle Ausschmückung der Stadt und den herzliche.! warmen Empfang, den die Büraerjchaft uns bereitet hat. Daß die Breslauer stets an unserem Hause fest und treu gehalten haben, das weiß ich, aber ich bin hocherfreut, es von Ihnen wiederum zu hören, zumal wir jetzt au der Schivelle einer Hundertjahrfeier l't eben voll schmerzlicher Erinnerungen. Aber wir biitien auch daran gedenken, was an Tatkrasl auf Schlesiens Boden enliprossen ist, und wie oft Schlesiens Söhne für ihren König ge- sachten haben. Von hier aus ist der Aufruf ergangen, Der das ganze Vaterland zu gemeinsamer Erhebuiig und neuem Wirken führte. Es ist mir eine Freude, daß es mit vergönnt gewesen ist, imch langer Arbeit und langer Ueberlegung der P r o v i n z Hilfe geben zu fönnen gegen die starken kliinatischen Gefahren, die ihr drohen und die so ost des Landes Gedeihen hinderten. Ich hoffe, daß von den Arbeiten, die in der Beziehung gemacht werden, dein Lande der größte Vorteil erwachsen möge. Was die Technische Hochschule betrifft, so gehört sie nach Breslau, weil die Provinz Schlesien nächst der Provinz Westfaleii die größte Industrie hat. Ich ivünsche, daß die Hochschule der Stadt und der Provinz zu reichsteni Segen gereichen möge, und daß sie sührende und treibende Geisler für das Land und die Industrie heroorbringen möge. Nochmals sage ich Ihnen meinen herzlichsten Tank, den ich Sie bitte, der Bürgerschaft zu übermitteln."
Hierauf überreichte die Tochter des Oberbürgermeisters der Kaiserin einen Blumenstrauß und sprach ein Gedicht. Nach einem Hoch, das Dr. Bender auf da§ Käiserpaar ausbrachte, setzte dieses den Weg zum königlichen Schlosse fort. Im Schloß fand ein Zivilempsang statt.
— König Friedrich August von Sachsen, Erzherzog Friedrich von Oesterreich und der Herzog von Connaught sind im Laufe des Nachmittags hier eingetroffen.
— Der Kaiser hat dem Kardinal Fürstbischof Dr. Kopp, dem Oberpräsidenten von Schlesien Grafen Zedlitz- Trützschler und dem Herzog von Natibor den Schwarzen Adlerorden verliehen.
fragen müssen, wie die Firma v. Tippelskirch dazu kommt, eine in unserer praktischen Zeit so auffällige Freigebigkeit zu üben und Offizieren der Schutztruppe mit mehr oder minder großen Summen aus der Verlegenheit zu helfen? Denn der betreffende Offizier hat erklärt, daß die Firma nicht ihm allein Liebesdienste erwiesen, sondern auch für andere Offiziere der Schutztruppe, die von früher her mit v. Tippelskirch befreundet waren, „mehr den Charakter einer Bank gehabt habe."
Die Vielseitigkeit der Firma v. Tippelskirch wird immer verblüffender. Jetzt erscheint sie gar als Bank für Offiziere auf dem Plane, eine Bank, die für ihre intimen Kunden ganz regelrecht laufende Rechnung führt. Bald habe, so offenbart der Offizier, auf dem laufenden Konto ein Guthaben, bald ein Schuldbetrag gestanden. Die Vermutung hat woh manches für sich, daß die „Guthaben" aus ziemlich bescheidenen Rückzahlungen auf sehr viel bedeutendere Schuldposten bestanden, und daß die Firma bei der Jahresabrechnung beträchtlich mehr zu fordern als zu Gunsten dieser Kunden zu verzeichnen hatte. Wenn etwa jene Offiziere der Schutztruppe Geld anzulegen gehabt hätten, so standen ihnen genug wirkliche Banken zur Verfügung, und was die Hauptsache ist, keine vorgesetzte Behörde und kein Privatmann hätten darin irgendwie ein Arg finden können. Aber so erscheint die Bankverbindung mit v. Tippelskirch u. Cie. nicht so harmlos. Die Freundschaft zwischen Herrn v. Tippelskirch und den Offizieren der Schutztruppe, denen von der Firma oder einem ihrer Teilhaber bereitwilligst Kredit eröffnet wurde, mag ja kein leerer Wahn sein. Doch warum sind es gerade Offiziere der Schutztruppe, nicht andere Offiziere, für die die Firma v. Tippelskirch „mehr den Charakter einer Bank" hat? Wahrlich, eine Bank von dieser weitgehenden Kulanz ist selten und ivert einer Träne der Rührung.
Tie Erklärung des Oberstleutnants Quade lautet:
Auf Grund oes § 11 des Preßaesetzes hat Oberstleutnant Quade die Redaktion der „Täglichen Rundschau" um Aufnahme folgender Berichtigung ersucht: 1. Es ist unwahr, daß die als „neue Enthüllung des Lokalanzeigers" bezeichnete Meldung über das Verhältnis von Offizieren derSchutztruppezuTippelskirchvon mir stammt; 2. es ist unwahr, daß ich die Veröffentlichung der in Frage stehenden Nachricht veranlaßt und ihre Fassung festgesetzt hätte; 3. ich habe über rein private Verhältnisse meiner Untergebenen, die auf dienstlichem Wege zu meiner Kenntnis gekommen sind, niemals heimlich einer Zeitung Mitteilung gemacht; 4. es ist wahr, daß am 22. August abends gegen 10 Uhr in meiner Wohnung ein Herr v. Spalding im Auftrage des Chefredakteurs des „Berliner Lokalanz." erschien und mir eröffnete, es seien der Redaktion Mit-
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Gichcner Anzeiger
° General-Anzeiger ” w SBfi Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ____________ _ ____ zeigenteil: HanS Beck.
, die Genehmigung des Parlaments gefunden hat und am i 1. Oktober dS. Js. in Kraft treten soll. Der neue Tarif : bringt neben erhöhten Zöllen auf Zucker, Tabak, Zerealien, : Genttßmittel, Vieh und tierische Prodttkte, wofür das fiskalische i Interesse ausschlaggebend war, besonders exorbitante Zoll- : fleigerungen für die meisten industriellen Produkte, u. a. auch i für die wichtigsten deutschen Exportartikel, wie Wollgarne, Indigo, Teerfarbstoffe, wollene Tuch- und Zeugwaren, : Maschinen, Lokomotiven zc. Es ist ja bekanilt, daß die in» 1 dustriellen Interessenvertretungen Japans hochschtttzzöllnerisch , gesinnt sind und schon seit mehreren Jahren die Regierung mit Petitionen um Erschwerung der ausländischen Konkurrenz und Bewilligung direkter Prämien bestürmen. Ihre Wünsche haben in dem neuen Tarif weitgehende Berücksichtigung gefunden. Insbesondere hat man es auf eine schnellere Entwicklung der aufstrebenden Textil-, Papier- und Zuckerindustrie abgesehen.
Glücklicheriveise werden gerade die wichtigsten der geplanten Zollerhöhungen — vorläufig wenigstens — für uns aus dem Papier stehen bleiben, da Japan durch Handelsverträge mit Deutschland, England, Frankreich und den Vereinigten Staaten die Hände gebunden sind. Zwischen Deutschland und Japan ist am 4. April 1896 ein Handels- und Schiffahrtsvertrag abgeschlossen worden, dessen wichtigste Bestillmmngen indessen erst am 16. Juli 1899 in Kraft traten; seine Dauer ist auf zwölf Jahre bemeffen, d. h. bis zum 17. Juli 1911. Während Deutschland seine Zollsätze darin nicht band, gewährte Japan Bindungen und Ermäßigungen seiner Zölle auf eine Reihe von Waren, die insgesamt 76 Prozent der japanischen Einfuhr aus Deutschland ausmachten. Insbesondere sind an den Abmachungen der Textil- mbufirie, chemische Farbenindustrie, Maschinenindustrie, sowie allch die Landwirtschaft interessiert. Außerdem hat Deutschland kraft der Meistbegünstigung Anteil an allen Vergünstigungen, die Japan den anderen Staaten, insbesondere England, gewährt hat, und erfreulicherweise laufen die wichtigsten dieser Verträge ebenfalls erst im Jahre 1911, und zwar am 4. August, ab.
Die Versammlung der französischen Bischöfe.
Parts, 6. Sept, lieber den visherigen Verlauf der Bischofsversammlung bringen mehrere Blätter die glaubwürdige Mitteilung, daß die Versammlung sich besonders mit der Frage beschäftige,, unter welchen Bedingungen die gegenwärtig bestehenden Kirchen-Fabriken ihre Tätigkeit einstellen, durch welche neue Organisationen sie ersetzt und wie die Mittel zur Erhaltung des Kultus beschafft werden sollen. Tie Bischofsversammlung werde sich übrigens darauf beschränken, die Hauptlinien der künftigen Kultusorganisation festzusetzen; es werde Sache eines jeden Bischofs sein, in seiner Diözese die Organisation in der ihm am geeignetsten erscheinenden Weise durchzuführen. Ter Organisationsplan werde dem Papste vorgelegt werden und, falls dieser ihn gut heißt, auf dem Wege durch die Presse den Katholiken Frankreichs bekannt gegeben werden. Einzelne nationalistische Blätter wollen wissen, daß die Bischöfe beabsichtigen, in Ruhe das Vorgehen der Regierung abzuwarten. Der Klerus möge am 12. Dezember d. I., an welchem Tage die Bestimmungen betr. die Kultusvereinigungen in Kraft treten, fortsahren, sein Seelsorgeramt ht den Kirchen auszuüben und, falls die Behörde die Geistlichkeit aus den Kirchen vertreiben sollte, sich auf das gemeine Recht berufen. Tie Vorgänge bei den Jnventuraufnahmen hätten gezeigt, mit welchen Schwierigkeiten und Gefahrenein gewaltsames Vorgehen gegen den Klerus verbunden sei. Von den republikanischen Zeitungen wird dagegen behauptet, daß die große Mehrheit der Versammlung nach wie vor einer maßvollen Lösung zuneige. Sehr eingehend ser die finanzielle Frage behandelt worden, da es sich darum handle, 40 Millionen Franks jährlich für die Erhaltung des Klerus und 30 Millionen Franks für den Gottesdienst aufzutreiben.
Tem Vernehmen nach war die heutige Vormittagssitzung der Vollversammlung der Bischöfe der Frage gewidmet, wie die materiellen Hilfsquellen zu organisieren sind, die an Stelle des Kultusbudgets treten sollen. Tie Versammlung soll es als unmöglich anerkannt haben, gleiche Grundsätze ür die Städte und die ländlichen Ortschaften aufzustellen und jedem Prälaten die Freiheit gelassen haben, je nach zeit Umstünden zu handeln. Wie es heißt, werden die Bischöfe wahrscheinlich den ihnen unterstehenden Geistlichen die hauptsächlichsten Beschlüsse der Versammlung, nachdem diese die Zustimmung des Papstes gefunden haben werden, zur Kenntnis bringen. Dagegen wird für unbegründet erklärt, daß diese Beschlüsse nach bem Schlüsse der Versammlung der Presse mitgeteilt werden sollen.
— Auch über die heutige Mittagsversammlung der Bischöfe wurden der Presse keine Mitteilungen gemacht. — Als die Bischöfe das Erzbischöfliche Palais verließen, stieß an der Ecke des Boulevards des Invalides und der Rue de Grenelle der Wagen des Erzbischofs von Lyon und des Kardinals Coullie mit einem Lastwagen zusammen, dessen Deichsel in den Wagen des Erzbischofs eindrang und eine Fensterscheibe zertrümmerte. Der Erzbischof wurde durch Glassplitter leicht an der linker: Schläfe verletzt. Er bestieg sofort einen anderen Wagen und fuhr nacfy seiner Wohnung.
Are heutige Dummer umfaßt 8 Seiten.
Aer Kaiser in Zönslau«
BreSlau, 6. Sept. Um 5 Uhr nachmittags trafen der Kaiser und die Kaiserin, Prinz und Prinzessin Eitel Friedrich und die Prinzen August Wilhelm und OSkar mittels Sonderzuges im Hauptbahnhof ein. Auf dem Bahnsteig fand großer militärischer Empfang statt. Als das Kaiserpaar auf dem BahnhofSplatz erschien, wurde es von einer dichtgedrängten Menge, die den Platz umsäumte, mit stürmischen Kundgebungen empfangen. Der Kaiser in der Uniform der Leib- turassiere mit dem Bande des Schwarzen Adlerordens begab sich zu Pferde, die Kaiserin zu Wagen die Feststraße entlang zunächst zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal, wo sich die städtischen Behörden aufgestellt hatten. Dort hielt Bürgermeister Dr. Bender eine Ansprache an den Kaiser, in der er u. a. ausführte, daß auf der nämlichen Stätte einst der große Heldenkaiser die erprobte Treue der Stadt Breslau gerühmt habe. Diese schlesische Treue sei nicht mit den Vätern verblaßt. Wie 1813 und 1866, so erfülle auch heute Liebe und Vertrauen zu dem Kaiser und dem Herrscherhause die Brust aller. Der Redner sprach die Zuversicht aus, daß Schlesiens Söhne vordem Kaiser ihre Kriegstüchtigkeit bewähren würden, daß aber BreSlau auch zeigen werde, daß es nach Kräften bemüht sei, den Wohlstand zu mehren und die hohen idealen, geistigen Güter des Lebens zu pflegen, wobei die Stadt der besonderen gnädigen Fürsorge des Kaisers sich zu erfreuen hätte. Besonders danke die Stadt dem Kaiser für die Technische Hochschule und für die Arbeiten, durch welche die Wtldwassec der Bäche und Flüsse gezähmt werden sollen, namentlich aber für das köstliche Gut, den ehrenvollen Frieden, dessen sich das Land erfreut. Die an des Reiches Grenze wohnenden Schlesier seien sich doppelt des Glückes bewußt, unter der machtvollen, gerechten und friedlichen Regierung des Kaisers sicher und '■ufag leben zu können.
Der Kaiser erwiderte:
Unabhängige Fr< id)t Stelle zur jelbft. Wning nes gut bürgert. bauHM. Näheres b.KÄenzel.FneSnchilr.l
Beifötiderci wirb angenom« n in unb außer bem pau/e.
51] WoriMage 11, III.
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