Nr. 105
Erscheint HgH$ mit Ausnahme des Sonntag?.
Die „Siehener Zamillrnblätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »Hessisch« Landwirt' erscheint monatlich einmal.
Viertes Matt. 150. Jahrgang
Gietzener Anzeiger
Samstag 5. Mai 1906
Notationsdruck und Verlag der vrühl'sch« Universttätsdruckerei. 9L Lange. Gießen.
Redaktion. Expedition u.Druckerei: Echulftr.V.
Tel. Nr. bl. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
politische Cagesfebmu
Der deutsche Kronprinz vollendet an diesem Sonntage sein 24. Lebensjahr. Es ist der erste Geburtstag, den der Erbe der deutschen Kaiserkrone an der Seite seiner Gemahlin begeht. Der künftige deutsche Kaiser hat Sympathien in den weitesten Kreisen des deutschen Volkes gewonnen; die natürliche Schlichtheit und Leutseligkeit seines Auftretens haben ihm die Herzen zugcwandt. Der Kronprinz hat in bescheidener Stille seinen Weg zurückgelegt und sich gebildet für Sie gewaltigen Aufgaben, die einst auf seinen Schultern ruhen werden. Kronprinz Friedrich Wilhelm ist der Träger unserer Hoffnung und sein Charakter bürgt wohl dafür, daß er sich als echter Hohenzoller erweisen wird, als Erbe jener Hohenzollernart, mit der die Begriffe der Tüchtigkeit, des Pflichtbewußtseins und der Vaterlandsliebe, der Tatkraft und der klaren Ehrlichkeit verbunden sind. Das deutsche Volk in seiner Gesamtheit widmet ihm zu seinem Geburtstag die besten Glückwünsche.
♦
Die Prügelstrafe.
In der „Deutschen Juttstenztg." tritt der Landgerichtsrat Thomsen-Altona den Vorschlägen entgegen, die von verschiedenen Seiten gemacht werden, um nach dem Beispiel Dänemarks auch in Deutschland die Prügelstrafe für gewiffe Vergehen wieder einzuführen. Er schreibt:
Wir verabscheuen die Prügelstrafe, weil wir von dem aufrichtigen Bestreben erfüllt sind, der Roheit, selbst der tolerierten und rezipierten, entgegenzutreten, und weil wir in der staatlich verordneten vorsätzlichen körperlichen Mißhandlung eines Menschen mittels der Prügelstrafe eine der abstoßendsten Erscheinungsformen erkennen, worin eben dasjenige Uebel, dem durch die Prügelstrafe entgegengewirkt werden soll, sich offenbaren kann. Um zur Bekräftigung dieser Ansicht den Hergang einer Vollstreckung der Prügelstrafe mit allen seinen Greueln, den physischen und sittlichen, zu schildern, würde es der Feder emes Zola bedürfen. Ich begnüge mich damit, auf ein vergleichsweise harmloses Seitenstück hinzudeuten, den Fall, wenn rohe Stalleute, um einen unbotmäßigen Vierfüßer zu züchtigen, sich dazu hinreißen laßen, auf den ad hoc gefesselten Delinquenten loszudreschen, und die vor Schmerz und Schrecken zuckende, stöhnende und schäumende Kreatur ohne Erbarmen so lange zu bearbeiten, bis ihnen der Atem versagt. Vielleicht fände der „Empfindling" sich angesichts einer solchen in zwiefachem Sinne bestialischen Erekution bewogen, dem Wunsche, den Bakel aus dem Rücken des „Rohling" tanzen zu sehen, zu entsagen, sich an die eigene Brust zu schlagen und der Pflicht zu gedenken, trn Menschen wenigstens das Tier zu respektieren. Möge uns das Mißvergnügen erspart bleiben, auf deutschem Boden einen längst erloschen geglaubten Krater der Roheit sich aufs neue öffnen zu sehen 1
Sitzung des Provinzial-Ausfchufses.
Gießen, 2. Mai 1906.
Die Wiederherstellung des ehemaligen burgfriedbergischcn Amts^hauses (altes Schul- Haus- zu Kaichen kam heute als erster Gegenstand z-ur Verhandlung. Die Gemeinde Kaichen gehörte bis &u Anfang des vorigen Jahrhunderts zu der Burggrafschaft Friedberg. Ein Wahrzeichen hierfür bildet u. a. auch das ehemals als Schulhaus benutzte alte Amtshaus zu Kaichen. Insbesondere dokumentiert die Zugehörigkeit zur Burg- grafschaft ein im Giebel des Hauses befindlicher hölzerner Adler (das Wappen der Burggrafschaft Friedbergs. Gelegentlich der Erbauung eines neuen Schulhauscs beschloß, der Gemeinderat zu Kaichen zur Deckung der entstehenden
Äreisausschuß zur Verhandlung erwuchs. 2.ic]er stellte sich auf den gleichen Standpunkt wie das Kreisamt und verurteilte die Gemeinde demgemäß. Der Vertreter der letzteren erhob Rekurs an den Provinzialausschuß. 9Lach (Sin» sichtnabmc an Ort und Stelle und nach mehrfachen Verhandlungen beschloß, derselbe heute, das Urteil des Kreis- ausschusses aufzuheben und der Gemeinde die Genehmigung zum Verkauf des Hauses zu erteilen.
Karl Valentin zu Gießen ljattc um die Erlaubnis zum Wirtfch aftsb ctrieb in dem Hause S ch ü st c n st raße Nr. 13 nachgcsucht. Die Stadtverordnetenversammlung sowohl, wie das Großh. Polizeiamt Gießen befürworteten das Gesuch zur Genehmigung mit Rücksicht auf den seit Einführung der Kreisstraße Gicßen- Krofdorf in die Schützcnsttaßc gesteigerten Verkehr der letzteren. Ter Kreisausschuß des Kreises Gießen jedoch lehnte das Gesuch mangels Nachweises eines Bedürfnisses ab. Ter von dem Vertreter des Gesuchstellers gegen dieses Urteil eingelegte Rekurs stand heute zur Verhandlung vordem Provinzialausschuß. Trotz umfangreicher Beweiserhebung vermochte auch der Provinzialausschuß sieb von dem Vorhandensein eines Bedürfnisses nach einer weiteren Wirtschaft in dortiger Gegend nicht zu überzeugen und verwarf daher den eingelegten Rekurs k o st e n f ä l l i g.
Tas gleiche Schicksal hatte das Gesuch der Karl Euler IV. Witwe zu Gießen um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb in dem Hause Schützcnstraßc Nr. 15. Bezüglich dieses Ivar von der Stadtverordnetenversammlung die Bcdürsnisfragc bejaht, von dem Großh. Polizeiamt Gießen aber verneint worden. Ter Kreisausschuß des Kreises Gießen schloß sich der letzteren Auffassung an und lehnte das Gesuch ab. Ter hiergegen verfolgte Rekurs wurde heute von dem Prvvinzialausschuß kostenfällig verworfen.
Wilhelm Müller zu Höchst a. d. N. war um dm Konzession zum Gastwirtschaftsbetrieb eingekommen. Der Gemeindcral befürwortete dieses Gesuch nicht und der Krcisausschuß des Kreises Büdingen bcschied den Gesuch- stcller abschlägig, da nach seiner Meinung ein Bedürfnis nach einer neuen Wirtschaft nicht vorhanden ist. Müller rekurrierte hiergegen an den Provinzialausschüß. Nach Vernehmung der erschienenen Zeugen fetzte dieser heute die Beschlußfassung aus, um noch eine Auskunft chnzuholen.
Aus Staat tttto Lano.
Gießen, den 5. Mai.
L.U. Landesuniversität. In das Universi- tätLalbum haben sich bis gestern eingeschrieben 219 Studierende, darunter 17 Theologen, 33 Juristen, 30 Mediziner, 20 Veterinärmediziner, 119 Angehörige der philosophischen Fakultät, eine HoSpitantin bei der medizinischen Fakultät. Die Gesamtzahl der Studierenden hat damit bereits die Zahl 1000 überschritten. Die erste Immatrikulation hat heute mittag stattgefunden, die zweite findet am 12., die dritte am 19. Mai statt. DaS Verzeichnis der neu eingeschriebenen Studierenden wird an anderer Stelle des Blattes fortlaufend veröffentlicht.
^Ordensverleihungen. S. K. H. der Großherzog haben den Professoren Walter Staudinger, Dr. &arl Beck und H. Jos. Roskopf zu Mainz das Ritter kreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem städt. Bauinspcktor Adolf Gelius zu Mainz die silberne Verdienstmedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiw. Feuerwehren wurde verliehen dem Mitgliedc der freiw. Feuerwehr zu Höchst Aug. Meyer.
** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Polizeiwachtmeister Ph. Hch. Müller in Darmstadt zum Kriminalkommissar bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht der Provinz Oberhesscn, den Kriminalwachtmeister Joh. Ruppel in Worms, sowie den .(lriminalschutzmann Friedr. Lehr in Offenbach zu Kriminalkommissaren bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht der Provinz Rheinhessen, sämtlich mit Wirkung vom Tage ihres Dienstantritts, ernannt. In den Ruhestand wurde versetzt der Gerichtsvollzieher mtt dem Amtssitze in Bingen Hch. Stoppler auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts seines Nachfolgers.
•• Schwurgericht. Behufs Bildung der Spruch - liste für die am 11. Juni 1906, vormittags 91/, Uhr, beginnende Sitzungsperiode des Schwurgerichts wurden die Namen folgender Hauptgeschworenen aus der Jahresliste für 1906 gezogen: 1. Kaufmann Georg Nockemer in Schotten. 2. Kaufmann Ehristoph Schweißguth in Grünberg. 3. Landwirt Heinrich Buchenau in Storndorf. 4. Pächter- Hermann Schultheiß in Wisselsheim. 5. Landwirt Karl Andreas Armbrust I. in Vilbel. 6. Apotheker Hermann Dornberger in Gießen. 7. Mühlenbesitzer Heinrich Schudt II. in Bruchenbrücken. 8. Landwitt Theodor Aßmuß II. in Wallernhausen. 9. Bürgermeister Georg Mäser III. in Büches. 10. Kaufmann Ludwig Hanner in Büdingen. 11. Landwirt August Gustav Walther in Bauernheim. 12. Landwitt Johannes Alles V. in Ober-Hörgern. 13. Rentner Friedrich Christian Kircher in Laubach. 14. Landwitt Karl Uhl in Rodheim bei Hungen. 15. Rechner Wich. Weisel IV. in Muschenheim. 16. Bürgermeister Karl Roth II. in Kaichen. 17. Fabrikant Oskar Gutmann in Gießen. 18. Rentner Hermann Bausch I. in Nieder-Wöllstadt. 19. Landwirt Wilhelm Schughardt in Gettenau. 20. Gemeinderechner Friedrich Stein in Beienheim. 21. Müller Christian Kalbfleisch in Billertshausen. 22. Kaufmann Georg Bücking VIII. in Alsfeld. 23. Landwitt Friedrich Weber I. in Eschenrod. 24. Landwirt Lorenz Metz V. in Ober-Ofleiden. 25. Landwitt Konrad Kleberger in Melbach. 26. Uhrmacher Otto Schmidt in Gießen. 27. Landwirt Heinrich Link in Rirfeld. 28. Kaufmann Fttedrich Lorenz in Lauterbach. 29. Landwirt Johannes Fahz in Nieder-Eschbach. 30. Metzger Adam mann in Schotten.
** Die p 'sychiatrische Klinik mürbe am Donners
tag von einer größeren Anzahl Damen und Herren, Teilnehmern an dem in Frankfurt vom 22. April bis 5. Mai abgehaltenen uurs für Kinder für sorge, besucht und in ihren Einzelheiten besichtigt. Der Kurs entspringt der Initiative der in Frankfurt seit einigen Jahren äußerst segensreich wirkenden „Zenttale für private Fürsorge" unter Leitung der Herren Dr. Klumker und Pollig- kett. Er beschäftigt sich mit zahlreichen^ aktuellen Fragen: Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit, Schaffung von Zentralen für Säuglingsberatung, -schütz der unehelich Geborenen, Zwangserziehung, Bekämpfung des jugendlichen .Verbrechertums bezw. Fürsorge für jugendliche Besttafte nach dem Strafvollzug und jugendliche Gefallene, BcrufS- vormundschaftswesen usw. usw. Besichtigt wurden eine Reihe von Erziehungs-, Straf- und Besserungsanstalten, ferner verschiedene Kinder- und psychiatrische Kliniken, speziell natürlich die Frankfurter Einrichtungen einschlägiger Art. Die Zahl der Teilnehmer betrug gegen 100, darunter zahlreiche Angestellte städtischer Armen= und Waiscnämter. Auch wurden viele für soziale Fragen sich interessierende Damen als Teilnehmer verzeichnet. An die Begrüßung der von einer Besichtigung der Buchbacher Anstalt unter Führung des Direktors Clement kommenden Gäste sckstoß sich ein Vortrag von Dr. Tanne mann über jugendliches Verbrechertum an, worauf die dem Unterricht dienenden Laboratorien und Sammlungen sowie mit Auswahl die Kranlenabteilungen besichtigt wurden.
** Der „Sängerkranz" beginnt die Reihe feiner Sommerfestlichkeiten mit einer Partie nach Braunfels am Sonntag dem 13. M ai. Die Mfahrt erfolgt 12.10 mittags. Nach der Ankunft ist ein Spaziergang nach der Kaiser Friedrichs-Buche und dem Forfthaus vorgesehen, in letzterem wird gemeinsam Kaffee eingenommen. Später Konzert im Schloßhotel und gemeinsames Abendessen. Tie Rückfahrt erfolgt abends 8.33. Bei günstigem Wetter wird es ein lohnender Ausflug werden, sodaß eine gute Beteiligung auch der passiven Mitglieder zu erwarten steht.
** Heiteres aus der Schule. Ein heiterer Zwischenfall trug sich gelegentlich der Aufnahme der Sechsjährigen in die Volksschule in einem Dorfe Oberhessens zu. Rach einer Ansprache an Lehrer, Eltern und Kinder stellte der Pfarrer an letztere die Frage: „£tönnt ihr auch schon ein Liedchen singen?" Freudig erfolgte die vielstimmige Antwort: „Ja." Doch der Geistliche, der gewiß ein Kirchenlied ermattet hatte,
Kosten dieses alte ^chulhaus zu veräußern. Tas Großh. Kreisamt Friedberg genehmigte diesen Verkauf jedoch nicht,
sondern veranlaßte, daß das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wurde und sann der Gemeinde seine Erhaltung in dem seitherigen Zustande an. Ter Gemcinderat erklärte sich hiermit nicht einverstanden, sodaß die Sache an iyrn
war sehr enttäuscht, als die pausbackigen Jungen mit kräftigen Stimmen begannen: „Trinke mer noch c Tröpche auS dem kleine Henkeltöpche."
s- Lich, 4. Mai. Die Ortsgruppe Lich des deutschen F l o 11 e n v e r e i n s veranstaltet am Samstag abend k in em a t o gr aph i sche Vorführungen, verbunden mit Konzert, ausgeführt von der Musikkapelle Lich. — Am Rachmittag finden bereits zwei Vorstellungen für Schulen statt.
(.) Rodyeiin a. d. Bieber, 3. Mai. Die Arbetten an unserer Wasserleitung nehmen einen guten Fortgang. Die Erdarbeit en werden aussckuießlich von Ausländern betrieben. Etwa 70 Italiener arbeiten mit angestrengtem Fleiß an der Ausschachtung zwischen Quelle (Gemarkung Königsberg) und den Mühlen im oberen Biebertal. Dabei gibt es oberhalb der Obermühle bedeutende Terrainschwie- rigfeiten zu überwinden, denn die dort lagernden Felsmassen können nur mittete Dynamit beseitigt werden. Falls nicht unerwartete Hindernisse eintreten, so wird die für unsere Gemeinde längst ersehnte Wasserversorgung bis zum Nachsommer fertig sein.
— Bad-Nauheim, 4. Mai. Bis zum 3. Mai sind 2104 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 1650 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 3. Mai 17 170 abgegeben._____________
Kirche und Schule.
— Durch eine Verfügung des bayr. Kultusministeriums wurden nunmehr für die Zulassung zur Immatrikulation an den bayerischen Universitäten die Reifezeugnisse der Oberreal schul en den Reifezeugnissen der Gymnasien und Realgymnasien gleichgestellt.
Vernüschtes.
* Drei Dörfer verschwinden. Bei der Anlage des neuen Truppenübungsplatzes für das 12. (kgl. sächs.) Armeekorps werden die Dörfer Otterschütz, Quosdorf und Zietsch verschwinden. Der Militärfiskus kauft sie an, und die Artillerie wird die Dörfer als Ziele benützen. Die Kaufverträge sind bereits abgeschlossen. Die Besitzer siedeln sich in der Nachbarschaft an, einzelne wollen auch in der deutschen Ostmark sick) eine neue Heimat gründen. Der Uebungsplatz faßt etwa eine Quadratmeile und erstreckt sich von Königsbrück bis an die preußische Grenze. Es handelt sich uni sehr schlechten Ackerboden. Sein Ankaufspreis wird etwa fünf Mlllionen Mark betragen, ebenso viel werden die militärischen Anlagen kosten.
* Eine Dynamitexplosion. Aus dem Bohrturm der internationalen Boh-rgenossenschaft bei Pfaffen- dors (Prob. Sachsen) explodierte bei Sprengarbetten Dynamit, wodurch von den dabei anwesenden Personen vier getötet und drei schwer verletzt wurden. Unter den Getötet en befindet sich Bergwerksdirektpr Merkel aus Teutschenthal und unter den Schwerver- letzten der Bergrevier beamte Berggrat De icke aus Halle.
* Fünfzig oder Funfzig? Der Deutsche Reichsanzeiger bringt eine Bekanntmachung, welche die Beschreibung der neuen Reichsbantnoten zu 50 Mark enthält. Tarin heißt es: „Der Text der Vorderseite lautet: Reichsbanknote, Fünfzig Mark usw." Unseres Erachtens wäre es an ber Zeit, das man die Form Fünfzig durch Fünfzig ersetzt. In dem amtlichen Wörterverzeichnis zu den Regeln für die deutsche Rechtschreibung werden ate richtig die Formen fünfzehn und fünfzig aufgeführt. Als „zulässig" folgen dann in Klammern auch fünfzehn und fünfzig. Nun sind wir der Meinung, daß amtliche Schreibungen die Formen zu wählen haben, die die amtliche Rechtschreibung als vorzugsweise richtig bezeichnet und nicht diejenigen, die audy noch gebraucht werden können. Tie Form „Fünfzig" ist norddeutsch, aber beginnt zu veralten und ist in ganz West- und Süddeutschland unbetannt. Logischerweise sollte heute niemand mehr „Fünfzig", sondern nur „Fünfzig" sagen und schreiben.
* D e r älteste M a n n der Welt soll nach der Mtt- teilung eines englischen Blattes ein alter Buschmann der Kapkolonie mit Flamen Sturrmann sein. Sein Älter wird auf 14 6 Jahre geschätzt, jedcnsalls ist es Tatsache, daß er vor 65 Jahren schon ein l)ochbetagter Mann war und daß sein'Sohn, der heute noch lebt, fast hundert Jahre alt. Er ist einer von den eingeborenen Buschmännern, die heute noch leben, und spricht noch von der Zeit, da sich noch kein europäischer Einfluß in dem Lande geltend machte. Er glaubt immer noch, daß das Land um leine notdürftig ausgerichtete Hütte nur ihm gehöre und hält sich für den Herrscher der ganzen Umgegend. Er ist noch tut vollen Besitz seiner Fähigkeiten und hat ein prächtiges Gebiß mit leuchtend weißen Zähnen, die noch immer ihren Dienst tun, obwohl sie leit 11V; Jahrhunderten manchen harten Bissen haben zerkauen müssen.____________
Die Aerzte ziehen es andern Mitteln vor.
Dr. med. Müller, Nauort, Westerwald, schreibt unter dem 2. 9.05 : „Bwson wurde bei Tuberkulose der Lunge, Anaemie, nach Blutungen durch Tarmkatarrh mit bestem Erfolge angewendet. Das Präparat rvird gerne genommen und gut ertragen. Gewichtszunahme- stets bald eingetreren, große Steigerung des Appetits"..
Dr. med. Ploenius , Eronberg i. T., schreibt unter dem 1.9.05: „Ihr Bwson erregt meine auirichtigc Bewunderung. Ich habe cs angewandt in den verschiedensten Fällen von hartnäckiger Unterer-nährung, die hervorgerit^en waren durch Magen^ lmd Darm- dffeftionen, ferner bei chronischen Eiterungsprozessen der Haut und der Knochen (Tuberlulose); hier ist es von einem unschätzbarem Wert zum Wiederersatz und Aufbau geschwundener Gewebe. Auch har es mir in Fällen von Hysterie und Melancholie bei schlechterErnähruiigd.NervenjystemsausgezeichneteDienstegelelstet."
Dr. med. Huber, Heidelberg, 1. September 1905: „Bwson wurde in einem Falle von Rekonvaleszenz und in einem solchen von Krästeverfall bei Diabetes angewendet, bei beiden Fällen mit sehr gutem Erfolge. Der Appetit hob sich rasch, besonders im 2. Fall. Gewichtszunahme in beiden Fällen. Habe infolgedessen Bioson stets empfohlen und verwendet."
Bwson ist in Apotheken und Drogerien das halbe Kilo-Paket zu drei Alark erhältlich. Wer sich noch über den Wert und die Wirk' img dieses zur Zeit besten, billigsten und zuträglichsten blutbildenden Nähr- und Kräftigungsmittels belehren will, lasse sich vom Bivson- wcrk Bensheim kostenlos die Broschüre von Dr. :Hob. Schultze mit den. Berichten der Professoren, Kliniken, Krankenhäuser usw. schicken.


