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griff er aber aus Unvorsichtigkeit mit der linken Hand an den Griff des Abzuges und zog unwillkürlich — er weiß nicht, Wiel
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er dazu kam, bei der Kraftaufwendung der rechten Hand auch an diesem, der naturgemäß leicht funktionierte und den verhängnisvollen schütz loslöste. Infolge der befohlenen Gesamt- formation hatten die Mannschaften hinter dem Geschütz 9ttrf- stellung genommen und der Schuß traf den gerade vor der Münd- ung stehenden Kanonier Wagenbach mit voller Kraft in den Leib, sodaß der Getroffene sofort tot zusammenbrach. Da der Angeklagte den Hergang selber ganz ausführlich und glaubwürdig schilderte, nahm die Verhandlung einen schnellen Verlauf. Das Urteil lautete auf 3 Monate Gefängnis.
Lanirlien-NacT?vtchteiis.
Gestorben. Herr Karl Gerhardt scu., Butzbach. —Herr Hermann Waldschmidt, Wetzlar. — Herr Johann Blum, Wetzlar. — Fran Philipv Börner Wwe., Anna geb. Schuld, Wetzlar.
bestens ebenso angebracht, daß den beiden größten deutschen: Reedereien neues Betriebskapital zugeführt wird, dessen sie bedürfen, um in d er Seewirtschaft allen Mitbewerbern überlegen ju_ bleiben. Nur in feder Hinsicht unübertreffliche Schiffahrtsgesellschaften können ben, deutschen Exporteuren die erforderlichen Vermittlcrdienstc leisten, und die gediegene, ruh'ge, jedem Reklamewesen abholde Verwaltung des Norddeutschen Lloyd verdient rückhaltlose Unterstützung feilens der Bankwelt.
Märkte.
)( Butzb ach, 5. Sept. Am 20. Sept, findet der erste erweiterte Zuchtvichmarkt für die vier südlichen Kreise der Provinz statt, zugleich halten der Zuchtverein für den Kreis Friedberg, der Kreisziegcnzuchtverein und der Pferdczuchtvercin Prämiierungen ab; auch für Zuchtschwcine stehen besondere Preise zur Verfügung. Die Transportkosten für die angemeldeten Tiere nach Butzbach werden vergütet: die Tiere müssen aber rechtzeitig angemeldct sein. Ter Termin ist am 3. September schon ab- gelaufen, wird aber nochmals bis 8. September verlängert. Die Anmeldungen sind so frich notwendig, da noch ein Katalog ge- druckt wird, der bis zum 10. September versandtfertig fein muß. Tie Anmeldelisten und Marktordnungen liegen auf sämtlichen Bürgermeistereien. Tie Herren Obmänner werden gebeten, sie dort abzuholcn und ausgefüllt umgehend cinzusenden an die Geschäftsstelle Friedberg (Homburger Landstraße 9).
Limburg a. d. L., 5. Sevt. Frachtmarkt. Turch- schnittsvreise vro Malter. Roter Weizen 00.00 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 12.10, Gerste 00.00 Mk., Hafer 9.20 Mk. Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.
— Zollfrei! —» Muster an Jedermann! —
Seidenfabrikt. Henneberg, Zürich
Foulard - Sei«!© T. 95 ?r.
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(Für Form und Inhalt 1 Iler . nicv • ni r Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktü'-i d.'m Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Daß seit Einführung der Fahrkartenstcner die 4. Wag entlasse in der Eisenbahn mehr benutzt wird, dürfte wohl Niemand überrascht haben, am wenigsten die Vahnverwaltung. Es scheint nun aber, als ob den Reisenden der 4. Klaffe diese durch unzureichende Einstellung von Wageir verleidet werden soll, namentlich an Sonntagen. Einsender dieses ist wiederholt mit dem 8.18 Uhr vormittags von Gießen nach Kassel gehenden Zuge gefahren. Der 3nq enthielt jedesmal nur zwei Wagen 4. Klaffe und beide waren. vollstäudig überfüllt. Ain letzten Sonntage befanden sich in zwei Abteilen eines Wagens, welche laut Anschrift je zwölf Stehplätze enthielten, nicht weniger als achtzehn Personen in jedem Abteil, welche stehen mußten, ohne die dazu gehörigen Koffer, Körbe usw. Sogar eine Drehorgel fehlte nicht. Trotzdem und ungeachtet der großen Hitze,_ wurden seitens der Beamten unterwegs Neuhinzutretende rücksichtslos in die vollgepfropften Wagen verwiesen mil dem Bemerken, daß noch Platz genug da sei. Etwas mehr Rücksichtnahme s e l b st gegenüber Reisenden 4. Klass« wäre doch wobl angebracht. E i ne r für Viele.
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Unterdessen kam rin viersitzigcs, •ue§ Automobil und
kurz darauf ein großer, starker, un * ' Jahre alter Mann mit graumeliertem Vollbart, der sic tunh te, ob schon eine Frau hier gewesen 'sei. Diese traf unmittc'bar hierauf mit dem zweiten Kinde ein und sprach zum älteren: „So, nun gib ihm die Hand". Dann wurde der Kutscher entlohnt und fuhr zurück. Er sah noch, wie die Kinder ins Automobil gefetzt wurden, das dann in eiligem Tempo davonsuhr. Ferner wurde sestgestellt, daß der Ehemann der Frau Schäfer einige Zeit vorher bei dem Oberkellner Speck des Restaurateurs Stüter in Dortmund vorgesprochen hatte, von dem er wußte, daß dieser schon im Ausland und auch in Holland gewesen war. Er befragte ihn, ob er ihm keine falschen Papiere beschaffen könnte, und bot ihm 200 Mark Entschädigung, wenn er ihm ein Automobil besorge, das ihn nach Holland bringe. Er machte damals kein Hehl daraus, daß er beabsichtigte, zwei Kinder zu entführen. Es seien dies Kinder seiner Tochter, an denen er Vaterstelle vertrete: sein Schwiegersohn hätte die Kinder gern zurück, und das wollte er nicht. Er sei ein vermögender Werkmeister und besitze in Hamm mehrere Häuser. Der Oberkellner ließ sich trotz der verlockenden Versprechungen auf das Geschäft nicht ein. Nun wendete sich Schäfer an den Wirt Stüter, der ihm das erwünschte Automobil bei einem Bekannten besorgte. Ter zurzeit der Entführung noch in Hamm anwesende Verzinkmeister Schäfer wurde im Anschluß an diese Feststellungen sofort festgenommen und dabei fielen der Polizei zwei gefälschte Pässe in die Hände, aus denen hervorging, daß Frau Schäfer sich mit den Kindern nach Holland gewandt hatte, und Schäfer die Absicht verfolgte, nach dem Verkauf seiner beiden Häuser in Hamm der Entführerin zu folgen. Nunmehr dehnten die Behörden ihre Recherchen bis nach Holland aus und am 19. Mai gelang es, Frau Schäfer in der Grenzstadt Elten bei Emmerich in dem Augenblick zu verhaften, als sie, anscheinend auf der Rückreise begriffen, mit den beiden Kindern die Grenze überschritt. In der Folge wurde dann noch festgestellt, daß die abenteuerliche Fahrt der Frau über Gronau und Enschede nach Arnhem in Holland gegangen war, wo alle drei ganz fröhlich und guter Dinge gelebt hatten, bis Frau Schäfer durch das Älusbleiben ihres Mannes stutzig wurde und der immer fühlbarer werdende Geldmangel sie zur Rückkehr zwang. Der Wirt Stüter, welcher die Frau bis Arnhem begleitet hatte, dann aber nach Dortmund zurückgekehrt war, machte am Tage nach der Festnahme der Frau, um allen Mißhelligkeitcn zu entgehen, seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Somit weiß heute eigentlich nur das unter der Anklage der Kindesentführung stehende Ehepaar Schäfer über diesen einzig dastehenden Fall Angaben zu machen und man sieht der Verhandlung deshalb allseitig mit großer Spannung entgegen.
Der Groß-Umstädter Manöverunsall vor Gericht.
St. B. Darmstadt, 5. Sept. Rasche Justiz hat das Krieg sg er icht der 25. ^hessischen) Division geübt, indem es heute bereits über den Urheber des entsetzlichen Manöverunfalls, der sich am Donnerstag, 30. August, bei Groß- Umstadt ereignete und dem Kanonier Ludwig Wagenbach aus Burkhardsfelden das Leben kostete, zu Gericht saß. Die Verhandlung fand heute früh am Orte des Vorfalls, Groß Umstadt, statt, wohin sich die Mitglieder des Kriegsgerichts bereits mit dem Frühzug 6.50 Uhr begaben. Ms Urheber des unglücklichen Vorfalls war der Vizewachtmeister Wiener von der 1. Batterie des 1. Hess. Feld-Artillerie-Regiments Nr. 25 angeklagt, der eine zehnjährige tadellose Dienstzeit hinter sich hat. ®r war zur Zeit des Unfalls Zugführer und wollte die Meldungen der einzelnen Geschützführer entgegennehmen, ob richtig geladen und gesichert sei. Als ihm der Führer des 6. Geschützes eine unwahrscheinlich klingende Meldung machte, ging Wiener selber zu dem Geschütz, um sich zu überzeugen, ob alles in Ordnung sei. Er löste die Schutzkappe und entsicherte das Geschoß, und drehte mit der rechten Hand die Kurbel auf, um nachzusehen, ob die vorgeschriebene Manöver-Kartusche eingelegt worden war. Dabei
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Gerschtssaal.
sd. Darmstad t, 5. Sept. Vor der Strafkammer standen beute vier junge Dienstmädchen und zwei junge Bursche n, die sich der Abtreibung bezw. der B e i h ü l f e dazu schuldig gemacht haben. Die Mädchen waren in Darmstadt bedienstet, hatten Liebesverhältnisse, und als sich Folgen zeigten, nahmen sie die Hülse der Hebamme Schmidt in Anspruch, die sich demnächst.vor dem Schwurgericht zu verantworten haben wird. Da die Angeklagten im allgemeinen geständig waren, konnte daS Gericht aui die Vernehmung der zahlreichen Zeugen verzichten. Es erhielten Katharina Rcviol aus Walldorf 1 Jahr 3 Monate, Elisabethe Bauer von Heiliqenkreuzsteinach 8 Monate, Elisabethe Leininger von Rimbach 6 Ntonate, Pauline Rembold aus Leußen 2 Monate Gefängnis, ferner der Metzgergehilie Gottlieb B r o d b e ck aus Lich 1 Jahr und der Friseur Johannes Seifert von Winterkasten 4 Monate 6)efängnis.
Handel nnd Verkehr, Volkswirtscliaft.
D e u t s ch e R e i ch s b a n k. Es ist mitzuteilen, daß der letzte Reichsbankausweis eine erhebliche Verschlechterung erfahren hat und zwar um 167,89 Mill. Mk. Die Girogelder haben eine Abnahme um 107,65 Mill. Mk. erfahren. Tann ist die Bank durch das Reich wieder erheblich in Anspruch genommen worden. 25,27 Mill. A!k. Reichsschatzanweisungen sind in der Berichtswoche zu den bereits 84,28 Mill. Mk. betragenden Beständen hinzugekommen. Die steuerfreie Notenreseroe ist von 210 Mill. Mk. au» 42 Mill. Mk. zurückgegangen. Im Vorjahre land ein Rückgang von 270 auf 129 Mill. Mk. statt. Wir weisen noch darauf hin, daß im September v. I. jene erhebliche Geldoersteifung einsetzte, die sich in den Wintermoiiaten in so scharfer Weise geltend machte.
— Zur russischen Lage. In Paris sowohl, wie am Petersburger Platz sieht man sehr wenig hoffnungsvoll in die Zukunft. Alan ist in Pariser Handelskreisen seit einiger Zeit besorgter als je hinsichtlich des Schicksals des Rubels, dessen anhaltende Festigkeit sich nicht erklären läßt. Tie russische Rente stellte sich zuletzt auf 697p, die neueste Anleihe in Petersburg au? 82'/«. Es herrscht große Unlust bei überwiegendem Angebot und man sagt: man taffe nur erst den Winter kommen, da werde es noch schlimm, viel schlimmer werden, als cs bis jetzt gewesen ist. Die russische Gesellschaft fängt an, mit der Nevouition zu kokettieren, schreibt Adolf Stein, der Herausgeber des „Deutschen", der studienhalber in Rußland weilt und seiner Zeitschrift sehr interessante Berichte sendet. Es ist kein Blut, kein Geld im Lande. Die ewigen Streiks, die Unruhen, die Räubereien haben Millionen und Abermillionen von Werten vernichtet; wer es kann, lebt im Ausland. — Tas Blatt „Oko" will aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß wieder eine neue Emission von 50 Millionen Rubel Rente gemeinsam von der Staatsbank und der Sparkasse übernommen worden ist.
Geldbedarf des Norddeutschen Lloyd. Die Börse geriet heute in gelinde Verwirrung ob des Gerüchts, daß der Norddeutsche Lloyd dem Beispiel der Hamburg-Amerika-Linie folgen und sein Grundkapital um etwa 25 Millionen vermehren werde. Die Herren Börseaner wußten nicht recht, ob sie von „Entzückung oder Schmerzen" sich anfechten lassen sollten. Bedenklich kann selbstverständlich nur der Umstand stimmen, daß durch die sich unaufhaltsam folgenden Kapitalserhöhungen gewaltige Anforderungen an den Geldmarkt gestellt werden. Aber sollen denn die Großbanken ein unantastbares Vorrecht haben, immer neue Mil- er weiß nicht, wie« lionen sich einzuverleiben? Es erscheint volkswirtschaftlich min-
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