Ausgabe 
5.9.1906 Zweites Blatt
 
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Nr. 208

Zweites Blatt

L 56. Jahrgang

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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehe«

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[Dio einzige hygienisch vollkommene, in Anlage und Betrieb billigsteSS HeizüngfiiräasEinfaiiiilienhausl ist die verbesserte Zentral-Lnftheizunc. In jedes, auch alte Haus leicht elnznbauen. Prospekte gratis und franko durch Schwarzhaupt Spiecker & Co. Nacht, G.m.b.H., Frankfurt a.M.ßg

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genügend. Jieineclauden-Mirabellenernte schlecht, 1/10 der Normat- Grnte. Pfirsiche fcbr reich liegend, Preise fest und steigend.

P r o b e w a > ch e n veranuattet die l-rengc Firma Brüder Schmidt am Freitag, den 7. Sept., van 37 Uhr nachmittags, zwecks Vorführung einer äußerst zweckmäßigen Waschmaschine Weltwunder". Infolge ihrer überaus einfachen Handhabung

Aus Stadt und Land.

Gießen, 5. Sept. 1906.

Post-Personalnachrichten. Versetzt sind die Postassistenten Bieth von Berlin nach Gießen, Nock von Cronberg (Taunus) nach Friedberg, und Schliephaken von Lauterbach nach Charlottcnburg. Bestanden bat die Post- assistentenprüflmg Postgehilfc Mohr in Vilbel. Freiwillig auSgefchieden ist: Tclegraphengehilfin Klingclhösfer in Sllsfeld.

Feuerwehr. Wie wir erfahren, so soll voraus­sichtlich in den nächsten Tagen eine Alarmierung deS KorpS der Gießener Frciw. Feuerwehr in Aussicht stehen. Um die Einwohnerschaft vor unnötigem Schrecken zu bewahren, sei schon jetzt darauf hingewiesen. Die Alarmierung geschieht nur durch die Signalisten und Tamboure der Feuerwehr.

* Ferienkolonie. Zum erstenmale wurden während der jetzigen Ferien eine Anzahl Schülerinnen der Stadtschule

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Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieSiebener $amntenb!3tt<r werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der .hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Mittwoch 5. September 1906

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Bi ^"wersitätsdruckerei. R. Lange, Gießen.

'Kiy M- Redaktion,Expedition ».Druckerei: Schulskr.7.

) Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen,

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Felde beschäftigten Eltern beauftragt: c§ goß in das leicht glimmende Feuer auS einer Kanne Petroleum. Die Flammen schlugen hoch auf und ergriffen die Kleider des Kindes. Auf sein Hilferufen kam ein Nachbar herbei und tauchte das Mädchen in eine Bütte mit Wasser. Außer,'leichtcrcn

w irisch a fts kämm er wurde für den hiesigen Bezirk dem Bund der Landwirte Friedrich Fenchel-Griedel, den Provinzialausschuß W. Fenchel-Oberhörgern H. Re i^tz-Butzbach aufgestellt.

^X^Friedberg, 4. Sept. Der Aerztestreik

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in eine Ferienkolonie untergebracht. Tie Kinder, 15 an der Zahl, befinden sich seit 14 Tagen unter Aufsicht der Lehrerinnen Fräulein Korell und Müller in Weitershain bei Gcünberg. Am letzten Sonntag machten nun Eltern und Angehörige der Kolonie einen Besuch. Alle waren hocherfreut über die gesundheitlichen Fortschritte der Kinder und konnten sich selbst über die vorzügliche Verpflegung bc5 Lerrn Gastwirts Theiß, bei dem die Kinder untergebracht sind, überzeugen. Befriedigt und dankbar gegen die Leiter und alle die, welch- diese Ferienkolonie ermöglichten, schieden die Eltern von ihren Kleinen mit der Zuversicht, daß der Nest der Fcri-n das Ziel, die Stärkung der Kinder, erreichen lassen wird.

Ein hessisches Schulmuseum soll, wie wir schon früher milteiltcn, auf Anregung des Pfarrers Diehl in Hirschhorn geschaffen werden. Pfarrer Diehl hat die Schul­abteilung des Ministeriums des Innern für seinen Gedanken interessiert, die ihrerseits in der Angelegenheit an die 21 Kreis- schulinspektionen des Großherzogtums Rundschreiben erlasien hat. Es soll durch die Kreisfchulinspektoren und Schulvor­stände zunächst ermittelt werden, wo noch ältere Lehrbücher re. vorhanden sind, die sich zur Aufnahme in das Museum eignen. Es soll dabei bis zum Fahre 1830 zurückgegriffen werden, weil Anfang der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts das hessische Schulwesen durch ein Edikt auf eine ganz neue gesetzliche Grundlage gestellt worden ist. Ob man alle Werke und Bücher, die ausfindig gemacht werden, in Darmstadt zu einem Museum vereinigt, oder ob man lediglich ein Ver­zeichnis davon anfertigt und die Besitzer bittet, die Sachen recht gut aufzubewahren, darüber ist noch keine Entscheidung getroffen. Die Angelegenheit befindet sich zur Zeit noch im Stadium der Ermittlungen, deren Ergebniffe zunächst ab­gewartet werden müssen.

* Der Hessische Schutzverein für entlassene Gefangene, an dessen Spitze der Generalstaatsanwalt Dr. Preetorius in Darmstadt steht, versendet soeben seinen Rechen­schaftsbericht für 1C-05/06. Die Einnahmen des Vereins betrugen 11 608 Mk., die Ausgaben 10 045 Mk., so daß ein Ueberschuß von 1563 Mk. verblieb. Im Jahre 1905 sind 274 Gefangene, darunter 31 weibliche (rund 11 Proz.) als Pfleglinge neu ausgenommen worden. Der Prozentsatz der weiblichen Pfleglinge hat gegen da§ Vorjahr einen bedeuten­den Rückgang erfahren. Von den Pfleglingen gehörten ihrer Herkunft nach an der Provinz Starkenburg 104 (38 Proz.), der Provinz Oberhessen 43 (15 Proz.), der Provinz Rheinhessen 103 (38 Proz.), anderen deutschen Bundesstaaten 24 (9 Proz.). Von den Pfleglingen waren zuletzt verurteilt worden: wegen militärischer Vergehen 1, Widerstands, Be­leidigung ünd Bedrohung 14, Vergehens gegen die öffentl. Ordnung 1, Meineids 5, Sittlichkeitsverbrechens 42, Ver­brechens wider das Leben 6, Körperverletzung 45, Diebstahls und Unterschlagung 102, Begünstigung und Hehlerei 2, Betrugs und Untreue 25, Urkundenfälschung 18, Bankerotts 1, Jagdvergehens 1, Sachbeschädigung 5, gemeingefährlicher Verbrechen 3, Vergehens im Amte 3, Übertretungen 1. Die Zahl der Vereinsmitglieder beträgt 3180. Das Interesse für

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Deutscher VfarrerLag.

S. n. H. Dresden, 3. 'Sept.

Zahlreich besucht aus allen Teilen des Reiches, nahm heute mit. einer Vorbesprechung und verschiedenen Spezialtagungen der Deutsche Pfarrertag seinen Anfang. Am morgigen Tage finden Sitzungen des Vorstandes und der Immissionen statt und für Mittwoch ist eine nichtöffentliche Sitzung der Abgeordneten an- gesetzt, in welcher außer gesclstifrlichen Dingen auch verschiedene Resolutionen zur Beratung kommen werden. Zunächst ist hierbei von Interesse eine Resolution über die Reform d c s g e i st - lichen Gerichtsverfahrens und weiter bringt man großes Interesse entgegen den Erörterungen über den Militärdienst derTheologen, wozu Pfarrer Flos-Vorlaud folgende Re­solution vorlegen wird: ,,a) Der Verband deutscher Pfarrer- vereine hält eine Aenderun^ der jetzigen Ordnung des Militär­dienstes der evangelischen Theologen für durchaus geboten. Bei der ablehnenden Haltung der Militärbehörden jedoch sicht er Zurzeit davon ab, eine prinzipielle Entscheidung herbeizusühren. Er bittet die Vereine, die Sache nicht aus dem Auge zu ver­lieren und erwartet vom Vorstände, daß er die wichtige Frage gegebencnsallö wieder auf die Tagesordnung setze, b) Der Vor­stand des Verbandes wird beauftragt, an den Kriegsminister eine Eingabe zu machen dahingehend, daß die Bezirkskommaudos angewiesen werden, jedes Gesuch eines Geistlichen um Dispen­sierung von einer Kontroll-Versammlung schon acht Tage vor derselben zu genehmigen, auch wenn noch nicht angegeben werden kann, ob der Betreffende amtlich verhindert sein werde, c) Der Verband empfiehlt den Einzelvereinen, bei ihren Konsistorien dahin vorstellig zu werden, daß die Geistlichen des Beurlaubten­standes nach Analogie der Lehrer jährlich davon benachrichtigt werden, ob sie im Kriegsfälle unabkömmlich sind, d) Der Verband wolle bei dem Kriegsminister dahin vorstellig werden, l. daß die vierwöchentliche freiwillige Lazarettübung der Geist­lichen von den Theologen des Beurlaubtenstandes bereits vor ihrer Ordination absolviert werden darf; 2. daß ihnen ein Titel, etwa Felddiakon, verliehen werde, der sie dem Militär gegenüber als angehende Feldgeistliä)e legitimiere, e) Der Ver­band wolle beim Kriegsminister dahin vorstellig werden, daß denjenigen Geistlichen, welch: die freiwillige vrerwöchentliche Laza- rettubung absolvieren, eine angemessene Zulage aus Staats­mitteln auf ihren Antrag gewährt tverbe.

Weiter liegt vom Weimarer Pfarrerverein ein Antrag vor, daß sich der Verband dafür aussprechen und dafür wirken soll, daß die kirchlichen Behörden beim Uebergang eines festangestellten Geistlichen aus dem Dienst der einen in den Dienst der anderen Lan­deskirche auf eine Nachprüfung verzichten und sich nötigenfalls auf andere Weise über die Qualifikation des Bewerbers für das geistliche Amt innerhalb ihrer Landeskirche erkundigen möchten. Auf dem Deutschen Pfarrertage am Donners­tag steht als Hauptpunkt auf dem Programm das Thema: Der Religionsunterricht in seiner Bedeutung für die Erziehung." Stadtpfarrer Schnitzler-Kirchberg in Württemberg stellt hierzu folgenden Antrag:1. Die Ver­handlungen über den Religionsunterricht sind außerordentlich erschwert durch die Einmischung frembnrtigcr Gesichtspunkte. Wollen wir zur Klarheit kommen, so müssen wir uns auf rein sachliche Gesichtspunkte beschranken. Daher das Thema: -'Die erziehliche Bedeutung des Religionsunterrichtes." <5. lieber die Bedeutung der Religion als Gegenstand und Ziel für die Er­ziehung kann kein Zweifel sein. Die Frage ist: ob und welchen Wert für die Erziehung der Religionsunterricht habe. 3. Die Frage, ob Religion lehrbar, wird mit Recht verneint, sofern Religion keinFach" ist, das gedächtnismäßig angeeignet, und keine Fertigkeit, die durch Hebung erworben werden konnte. Trotz­dem steht die Religion im Programm des erziehenden Unter­richts mit Recht an erster Steile, weil keine (Äziehung das Sittlich-Religiöse entbehren kann und weil es unmöglich ist, eine, bestimmte Religion zu lehren, ohne ihren geschichtlichen Inhalt erkenntnismäßig zu vermittelir. 4. Die Zweifel an den Erziehungs­erfolg des Religionsunterrichts entstehen einerseits aus einer Ueberspannung des Erziehungsziels, andererseits aus einem Ueber- tvuchern der Methode. Das Wichtigste für den Erfolg des Reli- gwnsunterrichts ist neben der Persönlichkeit des Lehrers richtige Bestimmung des Erziehungsziels und eine derartige Auswahl und Anordnung des Lehrstoffes, welche diesem Erziehungsziel entspricht, 5. Der Religionsunterricht soll durch innere Verbind­ung mit den religiösen Persönlichkeiten der biblischen Geschichte den Glauben an den Sieg des Guten in die Herzen pflanzen, die kommenden Konslitte zwischen Glauben und Wissen erleichtern helfen und die Herzen mit Ehrfurcht erfüllen vor der tatsächlichen Offenbarung des lebendigen Gottes. 6. Um dieses Erziehungs- Sweckes willen sind Reformen, die in den Lehrerbildungsanstalten anzusetzen haben, unerläßlich. Die Wege dafür sind uns ge­wiesen und geebnet durch die Fortschritte der psychologisch-päda­gogischen Wissenschaft, durch den Wandel in dem Natur- und Welterkennen der Gegenwart und durch die neuere Bibelforsch- ung._ 7. Unter Voraussetzung bicier Reformen können die seither gebräuchlichen Einzelfächer des Religionsunterrichts beibehalten werden. Doch ist zu fordern: a) Tunlichste Beseitigung des Me- moriermechanismus, b) Aiusschaltung der Religion als förmlichen Prüfungsfachs unter Vermeidung eigentlicher Zeugnisstufen, c) Er­möglichung des Verzichts auf Erteilung des Religionsunterrichts für diejenigen Lehrer, welche sich dieser Ausgabe nicht gewachsen fühlen. 8. Bei der großen Verschiedenheit der Einrichtungen in den Einzelstaaten und Landeskirchen kann das Verhältnis von Kirche und Schule beim Religionsunterricht für jetzt kaum einheit­lich bestimmt werden. Im allgemeinen wird zu sagen sein, daß auch abgesehen vom Konfirmandenunterricht der Katechis­mus dem kirchlichen Unterricht zuzuscheiden ist. 9. Tie evange­lische Kirche hat die Pflicht, der Schule zu einem Religions­unterricht zu verhelfen, der zugleick^ wirklich religiös und wahr­haft zeitgemäß ist. Sie erfüllt damit einen Hauptteil ihrer geschichtlichen Bestimmung: Dem deutschen Volke das wichtigste Erziehungsmittel, das Gott selbst, ihm gegeben hat, zu Erhalten und lebenskräftig anzueignen."

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hiesigen Hospital, der seit etwa einem Vierteljahre besteht, ist jetzt dadurch erledigt worden, daß die Regierung Kreisarzt Dr. 9iebel mit der einstweiligen Behandlung der Kranken beauftragt hat. In den nächsten Tagen wird dann das Hospital einen besonderen Arzt als Leiter erhalten. Wegen Sittlichkeitsverbrechens wurde ein junger Lehrling verhaftet, der sich längere Zeit fortgesetzt an kleinen Kindern vergangen hat.

Romrod, 3. Sept. Das Missionsfest des DekanatsAlsfeld fand gestern hier statt. Jrn FestgotteS- dienst predigten Pfarrer Bräß-Dacinstadt über innere Mission, Missionar Flad-Frankfurt über Heidenmission. Die Nachfeier fand im Hofe des Großherzoglichen Schlosses statt.

P. A uL dem Schlitz er land, 5. Sept. Die Ernte in Schlitz und Umgegend geht Dank des günstigen Wetters, nunmehr ihrem Ende entgegen. Hafer und besonders auch Grummet waren seit langer Zeit sowohl in Qualität wie in Quantität nicht so ergiebig wie in diesem Jahre, während in Korn und Heu nur eine Mittelernte zu verzeichnen ist. Auch die Kartoffelernte, welche bevorsteht, wird hinter dem Erträgnis des Vorjahres zurückbleiben. Die Obsternte ist sehr gut, von Llepfeln hatte mein sich allerdings mehr versprochen, dagegen sind Birnen und besonders Zwetschen o gut geraten, daß von letzteren fast fein Baum ohne Stützen zu scheu ist. Hackfrüchte stehen gut, jedoch dürfte Kraut infolge der jetzigen Trockenheit knapp werden. Im ganzen ind die Landwirte mit der diesjährigen Ernte sehr zufrieden, wozu die enorm hohen Fleischpreise, wie wir sie hier haben, wohl auch etwas beitragen; wir bezahlen z. B. hier heute für Rindfleisch 80, Schweinefleisch 90, Schwartenmagen 110 Pfg. pro Pfund, so etwas war noch nicht da.

0 Freienseen, 4. Sept. Schwere Brandver­letzungen zog sich gestern nachmittag das zehnjährige Töchterchen des Landwirts Eduard Rühl zu. Das Kind war mit dem Kochen des Nachmittagskaffees von dem im

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dürste diese Maschine bald in jedem Haushalt ein beliebtes Haus­gerät werden, zumal der Preis von vornherein auf einen großen Umsatz berechnet und deshalb ein äußerst niedriger ist. In Anbetracht der Mühen und Plagen, welche unsere 5)ausfrauen beim Waschfeste zu erfragen haben, kommt diese Neuheit gerade zur rechten Zeit. Es sei deshalb an dieser Stelle nochmals auf obige Veranstaltung verwiesen. "Siehe Jnserat.l_____________

Mondamin - Milchspeise ist eine ausgezeichnete Nahrung für Kinder nach dein Zahnen.

Mondamin verhindert das schnelle Gerinnen der Mitch im Magen, so daß sie leichter verdaulich wird.

Mondamin wird von Aerzten hierzu gern em- pfohlen.

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Brandwunden am Körper ist das Gesicht, dessen Laut fast ganz verbrannte, schwer verletzt. Auf Anordnung des Arztes wurde das Kind in die Klinik nach Gießen verbracht, wo cS kurz nach der Einlieferung starb.

§ Vom oberen VogelLberge, 4. Sept. Die Ge­treideernte ist so ziemlich beendigt und nach jeder Hin- sicht zufriedenstellend für den Landwirt ausgefallen, wie auch die günstige Witterung eine gute Einbringung der Frucht brachte. Die Dreschmaschinen sind fleißig an der 9(rbeit. Weniger günstigere Erträge liefern die Kartoffelfelder, da viele Knollen stark angefault sind; die übrigen Hackfrüchte versprechen eine bessere Ernte. Die Grummetwiesen werfen gute Ertrüge ab und kann der Landwirt mit den diesjährigen Ernten zufrieden sein.

fc. Aus Rheinhessen, 4. Sept. Die trostlose Lage in den Weinbergen macht sich allenthalben auf den K i r ch w e i h f e ft e n bemerkbar. EZ herrscht eine gedrückte Stimmung, und die gewohnte Fröhlichkeit will nicht auf- tommen. In einem als feuchtfröhlich bekannten Orte, in dem zurzeit die Kirchweih stattfindet, waren am Sonntag nachts um 1 Uhr schon alle Wirtshäuser leer. Der Kanlssellbesitzer schlug sein Karussell wieder ab. Auf die Frage, warum er das tue, beleuchtete er die ganze Situation mit der Antwort: ^Das Karussell hat die Pcronospora!"

Haiiöet u«S o-rkehr, Voieswirtjchaft.

Bank für Handel und Industrie, D a r in st a d tt Außerordentlich überrascht hat das plötzliche Ausscheiden des Herrn Bernhard Dernburg als Direktor dieser Bank. Derselbe hat sich nach fünfjähriger Wirksamkeit sehr verdient um das Institut ge­macht und ist seine Berufung als Leiter der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes als cm Zeichen der außergewöhnlichen Be­deutung dieses MauneS für das politische und nünschastliche Leben zu bezeichnen. 2116 Direktor der Darmstädter Bank erwies er sich als besonders tüchtiger Organisator mit weitem Blick. In seine Llmtslätigkett fiel besonders die Sanierung der Pommerschen Hypo- theken-Slktienbank und die Gründung der Reuen Boden-2lktien- gesellschait. Ferner hat er die Angliederung der Breslatter Tiskonto- bank an die Darmstädter Bank durchgesührt, sowie intime Bezieh­ungen zur Ostbank, zur Deutschen Rationalbank in Bremen und zur Bayerischen Bank für Handel und Industrie hergestellt. Auch wurde das Aktienkapital des Instituts unter seiner Leitung von 105 aus 154 Millionen Mk. erhöht und bekanntlich ist auch eine weitere Erhöhung vor mehreren Monaten in Aussicht genommen; worden. Allerdings ist auch tvKhrend seiner Amtstätigkeit einti andere Kraft von hervorragender Bedeutung aus deut Amte ge­schieden, nämlich Geh. Justizrat Dr. Siieser. Tentburgs Leitung- mar manchmal und nicht ohne Grund Angriffen der Fachpresse ausgesetzt. Seine weitgehende Energie verleitete ihn zuweilen zu etwas hastigem Vorgehen und auch zu gewagten Unternehmungen.' Die Seteihgung der Bank au der Deutsch-Luxemburgischen Berg­werks- und Hütten-Gesellschast, die mit einem ganz ungewöhnlichen Hinaustreiben des Klirses der Aktien der letztaenanntetr Unter­nehmung verbunden war, der dann wieder ebenso schnell wich, so daß die Aktionäre ungewöhnliche Verluste erlitten, soll nicht ganz ohne Verschlllden^ der Bankleitung erfolgt fein. Auch die Betei­ligung bei der Heldbtlrg-Gesellscimft gehört nicht gerade zu den hellsten Punkten der Geschäftstätigkeit der Tannstädter Bank und ihre? eben abgegangenen Leiters. Immerhin war Dernburg eine Kraft, die and) in ihrem neuen Wirkungskreis tüchtiges zu leisten berufen ist und wohl and) im Stande fein wird.

Japanische Anleihen. Die Besitzer japanischer! Staatspapiere haben an ihren Fonds keine große Freude. Sie liegen äußerst träge, bröckeln allerdings nach berühmtenr Muster mich ab, und in der Befürchümg. daß eine neue japanische An­leihe vor der Tür steht, sind sie überhaupt schwer verkäuflick). Wir haben von anfang an den japanischen Werten kein besonders günstiges Prognoslikon gestellt, weil wir die hohen Erwartungen, die von der wirtsdiaftlichen Entwickelung Japans nach dem Kriege gehegt wurden, nicht teilen konnten.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 4. Sept, öcit* und S tr o H-- inarrt. Man notierte: Heu Mk. 2.80 bis 3.00. Stroh Mk. 2.60 bis Mk. 2.80. Alles per 50 Kilo. Gesck)äst: flott.

Obstmar'tbericht des Deutschen Poruotogeu-BereiuS.

(Die Preise gelten für 50 Kilo.)

Frankfurt a. M. Brombeeren 10. Preiselbeeren 1015: Weintrauben 3050. Pfirsiche I. 40GO. II. 3040. III. 18 bis 25. Pflaumen 1520. Pflaumen 1215 gr. itl. Zw. Zwetschen 10. Reine-Cl. 1620. Mirabellen 2530. Birnen 1025 I. Tafel. Birnen 710 kleinere. Aepsel 1020 gute Früh S. Aepsel 1012 Kais. Alex. Aepsel 34 Falläpfel.

Angebot sehr stark in Birnen und Zwetschen. Preise fallend. Nachfrage in Mirabellen übergroß, Angebote fehlen. Preise schwanken für geringe nnb schlechte Sorten Aepsel und Birnen. Schon jetzt sehr große Abschlüsse in Winterobst zu hohen Preisen. I. Himbeeren große Garten 35-15. Heidelbeeren 912.

Mainz. Pfirsiche I. 4050. Pflaumen 12IG. Zwetschen 1418. Mirabellen 2026. Birnen.L12 Som. Apot. Birnen 812 Schmalzb. Aepsel 1214 Kais. Alex.

Für I a. Birnen große Ausfuhr nach England. Kaiser Alexan-; der, sehr viel im Mainzer Bezirk auf Sandböden angebaut, liefert jetzt reiche Ernten. Obstzufuhr lange nicht der Nachfrage

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