Nr. 105
Erscheint tLßlich mit Ausnahme des Sonntags.
^*2 „Eietzenrr LamillenblStter" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Ter Etzerflsch« Landwirt" erscheint monatlich einmal
Zweites Blatt 156. Jahrgang
Gießener Anzeiger
Samstag 5. 1906
Rotationsdruck und Verlag der Brüh lösche»
Universitätsdruckerei. 5L Lange. Wieben,
Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.L.
Tel Nr. 6L Telegr.-Adr., Anzeiger Gieß«.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen.
Amtlicher Heil.
Gießen, den 2. Mai 1906.
Betr.: Lehrerkonferenz.
Tie Ervßh.Llreisschttlkommifflon Gießen
an die Schulvorstände
und die Grosjh. Bürgermeistereien des Kreises. Donnerstag den 10. Mai l. Js., vormittags IO1/. Uhr, findet in der Turnhalle der Stadtknabenschule dahier die 5ircis-Lehrerkonferenz statt. Sämtliche Lehrerinnen und Lehrer des Kreises sind verpflichtet, an derselben teil- zunehmcn. An die Konferenz schließt sich ein einfaches Mittagessen an.
Tagesordnung:
1. Statistische Mitteilungen über das Volksschulwesen des Kreises.
2. Vortrag des Großherzogl. Kreisarztes Medizinalrats Dr. Haberkorn über „Schulärzte und Schulhygiene".
3. Vortrag des Lehrers Heinrich Müller in Gießen über: „Die Gründung und Erweiterung von Volksbibliotheken.*
4. Die Begründung eines Kreis-Schulmuseums in Gießen.
5. Amtliche Mitteilungen.
_______________________Dr. Brcidert.________________________
SekmmtmachMg.
Betr.: BläschenauSschlag unter dem Rindvieh zu Nieder- Bessingen.
Der Bläschenausschlag unter dem Rindvieh zu -iieder - B essingen ist erloschen. Die verhängten Sperrmaßregeln sind aufgehoben.
Betr.: Milzbrand zu Garbenteich.
Bei einem Rinde deS L. Weigel zu Garbenteich ist Milzbrand festgestellt und Gehöftsperre angeordnet worden.
Gießen, den 1. Mai 1906.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
,______________I. V.: Dr. Wörner._______________
Bekanntmachung.
Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen.
Donnerstag, den 10. Mai l. Js., vormittags 9 Nhr, findet im Gemeindehaus zu Daubringen die Versteigerung der letzten Massegrundstücke statt. Ebenda werden auch die Versteigerungsbedingungen bekannt gegeben.
Friedberg, den 26. April 1906.
Der Großherzogliche , .rdb.reinigungskommissär: __________Spanier, Kreisamtmann.____________
Bekanntmachung.
Vom 8. Mai lf. Fs. ab bis auf weiteres beginnt der Auftiicb von Vieh aus den Vichmarktplatz am jeweiligen ersten Viehmackttage um 6 Uhr vormittags, am jeweiligen zweiten Viehmarkttagc um 7 Uhr vormittags.
Gießen, den 3. Mai 1906.
Großh. Volizeiamt Gießen.
Herberg.
Deutscher Aeßchstag.
84. Sitzung v o m 4. Ai a i 1906.
Es wird mit der zweiten Beratung des
ZigarettenstenergesetzeS
begonnen. 9(ui Eintrag v. E l in (Soz.) wird die Beratung des § 1 (Tabakzol 1) bis zum Schluß zurückgestcllt und es werden "i)ic §§ 2 und 3 (Steuereinrichtung und Stundung derselben) zusammen beraten. § 2 enthält die Sätze der von der Kommission an Stelle der Zigarettcnpapiersteuer vorgeschlagenen Banderolen^ steuer. Graf Ai i e l c z i n s k y (Pole) hat den Antrag eingebracht, nach welchem die Anbringung der Steuerzeichen möglichst rveiiig die Beibehaltung der bisherigen Verpackung beeinträchtigen sollen. Singer (Soz.) hat namentliche Abstimmung beantragt.
Abg. Jäger (Zentr.) bleibt bei der großen Unruhe des Hauses ' vollkommen unverständlich, sodaß sich der Präsident genötigt sieht, die Abgeordneten aus die Wandelhalle als Raum für Unterhaltung lnnzuweisen. Redner begründet den Beschluß der Kommission. Ter Vorschlag, ein Papier zu besteuern, hätte das Publitlim stark belästigt und hätte auch eine Abstufung der Steuer nach dem Werte der Zigaretten unmöglich gemacht. Auch der Vorschlag, den für Zigaretten be|‘iimmteit Tabak neben dem allgemeinen Tabakzoll mit einem besonderen Tabakzoll von 200 bis 300 Mk. zu belegen, erweise sich als schwer durchführbar.
Staatssekretär F-rhr. v. Stengel führt aus: Diese Ziga- tettenfieuer habe in der Prrsic vicljach eine abfällige Beurteilung ersahrcu. Tic Kommission habe mit besonderer Gründlichkeit gearbeitet und habe diese Vorlage beifällig auigenmnmen. Jedenfalls sei anerkannt, daß die Zigarette sehr wohl eine höhere Besteuerung vertrage. Ter Widerstreit der Meinungen habe sich nur um die Form der Besteuerung gedreht. Die Kommission habe dem System einer Banderolensteuer den Vorzug gegeben. Dieses System sei auch in anderen Ländern eingeführt. Die verbündeten Negierungen wären geneigt, dieses System anzunehmen, wenn das bohc Haus es genehmigt habe. Dieses System sei auch geeignet, den Bedürfnissen der Zigarettenmdustrie angepaßt zu werden. Gegen Abänderungsvorschläge habe er grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn nur der Ertrag der Steuer derselbe bleibe. In letzter Zeit sei die Zuschlagssteuer auf den Rohtabak empfohlen luoröen. Aus sozialpolitischen Rücksichten auf die Steuerträger halte er diese Steuerart für nicht geeignet. Er wünsche jedenfalls, daß möglichst bald ein Beschluß des Hauses erzielt werde, damit sich die Industrie auf die neuen Verhältnisse einrichten könne nach Wochen und Monaten der Unsicherheit.
Abg. v. Elm 'Soz.,> bekämpft die Kvmmifsionsvorlage, die praktisch undurchführbar "sei und sagt, ihre Wirkungen sind unberechenbar, hinsichtlich der Industrie wie dem Steuerertrage. Tie Banderolensteuer bewahrte sich nirgends. Sie wurde in Amerika nach einjähriger Giltigkeit als undurchführbar aufgehoben. Tas Danderolensystem begünstigt nur\bic Vertrustung der Industrie. Bisher vermochte die Industrie sich der Umklammerung durch den amerikanischen Zigarettentrust zu erwehren durch einen Appell an das Publikum Tic Heinen Fabriken werben vollständig verschwinden, ineil das Publikum, ivenn es die Zigaretten m ganzen Packungen kaufen muß, die bekannten
Marken bevorzugen wird. Der amerikanische Trust wird zuerst einige Millionen zusetzen, bann aber durch die Verschlingung der kleinen Fabriken alles einholen. Was die Arbeiter betrifft, so wird die Industrie immer mehr zur Maschinenarbeit Man wird auch zu der Einführung vou Packmaschinen übergehen müssen. Tie Löhne werden natürlich sinken, zahlreiche Arbeiter werden arbeitslos werden, viele Arbeiterinnen der Prostitution in die Arme getrieben werden. Die Staffelung der Banderolüeuer nach dem Werte wirkt lohnreduzierend und macht die Herstellung der 1 Pfennigzigarette mit der Hand unmöglich, sie verringert den Gewinn der Unternehmer an der 2 Pfennigzigarette auf 45 Pfennig pro Tausend, sodaß er seinen Gewinn durch Lohnherabsetzungen herausi-olen wird. Aber auch der Verkäufer wird schwer leiden, betrügerische Verkäufer werden trotz der strengen Strafbestimmungen geöffnete Packungen nachfüllen, ehr lickte Leute werden, um nicht unterzugehen, nachfolgen müssen, und möglicherweise wird der Kleinverkauf ganz untersagt werden.
Abg. Held (nL) ist nicht davon überzeugt, daß sich diese Steuer ebenso gut einführen werde, wie vieles andere, das auch heftig bekämpft worden sei. Gegen die Papierbesteuerung habe sich die Industrie sehr energisch gewehrt. Als Genußmittel sollte die Zigarette aber durchaus besteuert werden. Dazu komme, daß zu befürchten fei, daß die Zigarette noch einmal für die Zigarre das wird, was die Zigarre für den Tabak geworden ist und das dürfe man nicht vergessen, daß bei der Zigarettensabrikation 200000 Arbeiter beschäftigt seien. Daß die Maschine so schnell die Heimarbeiter verdränge, sei nicht zu befürchten. Denn brächte der Maschinenbetrieb so große Vorzüge, wie Abg. v. Elm meine, so hätten die Fabriken die Maschinen längst eingesührt. Ausschlaggebend für die Steuer sei gewesen, daß sie es gestatte, die Steuer progressiv zu staffeln und die geringe Qualität möglichst nicht zu belasten. Die Konkurrenz des amerifanifdten Trusts werde von Fachleuten nicht befürchtet. Alle die vorgebrachten Befürchtungen würden sicherlich nicht eintreten.
Abg. Dr. Wiemer (ft. Bp.): Es fehlt eine klare Definition der Zigarette überhaupt. Für uns ist die Vorlage unannehmbar. Die Zigarette ist keine Gefahr für die Zigarre. Tie Zigarettenpapiersteuer wäre undurchführbar gewesen, aber die Kommission beschloß die Banderolensteuer ohne ausreichende Prüfung der Wirkungen. Die Bandervlensteuer bringt eine vollständige, keineswegs segensreiche Umwandlung der Fabrikation und des Konsums der Zigarette. Die Vorlage begünstigt die ausländischen Trusts zum Schaden der heimischen Industrie. Sie erfordert einen großen Beamtenapparat, der den größten Teil der Erträge verschlingt, sie stellt den ersten Schritt zum Tabakmonopol dar. Die Zollerhöhung wirb bie Errichtung ausländischer Fabriken in Deutschland zur Folge haben. Wenn eine vermehrte Besteuerung der Zigarette überhaupt erfolgen soll, wäre eine Zuschlagssteuer auf verwendeten Rohtabak vorzuziehen. Die Annahme der Banderole wird allerdings in der Fabrikation und im Handel Ruhe hervorbringen, aber die Ruhe des Grabes. (Beifall links.) Staatssekretär Frhr. v. Stengel erklärt gegenüber einer beiläufigen Bemerkung eines Vorredners, daß Zigarillos Feine Zigaretten seien, ihre Befreiung von der Zigarettensteuer verstehe sich banad> von selbst. Soweit hinsichtlich ber Bezeichnung der Fabrikate Zweifel aiiftauchen, werden Sachverständige bie Entschcibnng zu fällen haben.
Abg. Zimmermann (D. Resormp.) schließt sich beut Bedenken gegen das Banderolensystem an. Dieses System werde den amerikanischen Trusts in Deutschland zum Siege verhelfen auf Kosten der deutschen Arbeiter. Tie Schwierigkeit einer wirklichen Kontrolle veranlaßten seine Freunde, noch immer eine ablehnende Haltung cinzunehmen. Diese Steuer sei dem Mittelstand feindlich und in nationaler Beziehung bedauerlich.
Abg. Graf v. Miclzynski (Pole, führt aus, 95 Prozent der Zigaretten-Fabriken hätten sich gegen diese Steuer erklärt und namentlich gegen das Banderolen-System, das zahlreichen mittleren Fabriken den GarauS machen werde. Auch der Desraudation werde durch sie Tür und Tor geöffnet und für den amerikanischen Trust sei sie die beste Waffe im Kämpf gegen die deutsche Industrie.
Abg. Pott ho ff (fr. 93g.): Wir lehnen bie Vorlage unbedingt ab, und möchten sie am liebsten nochmals an die Kommission zurückverweijeu.
Tirekior im Reichssckatzamt Kühne erklärt, der Antrag Mielczynski bewege sich durchaus im Rahmen der Intentionen der Regierung.
Abg. Mvlkenbuhr (Soz.> bemängelt den Kommissions- bericht, in dem jetzt vorliegenden umfangreichen Bericht sei kein Wort von den Motiven zu finden. Tic Banderolenstelier sei nicht nur ein Strick für die Zigarettensabrikation, sondern ein Strick für die ganze Taoakindustrie. Ob das Reichsgericht hinsichtlich der Zigarillos nicht eventuell ^anderer Ansicht wäre, als der Schatzsekretär? Das Bismarcksche Tabakmonopol wäre weniger unheilvoll gewesen, als diese aus dem Handgelenk hinge- iuorfene Banderolenstener, die nur dem amerikanischen Trust Vorteile bringt. Die brotlos werdenden Zigarettcuaroeiterinnen werden zunächst Zigarrenwicklerinnen werben und bie Löhne so in der Zigaretteninbusttie drücken. Durch dieses antisoziale Gesetz sollen Tausende von Arbeiterexistenzen vernichtet werden, uni den dritten Teil eines Panzerschiffes aufzubrmgen. (Beifall.)
Abg. S ch m a l f e l d t iSoz. > bekämpft ebenfalls die Steuer.
Damit schließt die Diskussion über die §§ 2 und 3. — Die namentliche A b st i m mung darüber wird auf Dienstag vertagt. Tas Haus bricht die Verhandlungen ab und vertagt sich.
Nächste Sitzung Samstag. (Fortsetzung der heutigen Beratung und Stempelsteuergesetz.)
Deutsches Reich.
Berlin, 4. Mai. Bei dem gestern im Bund es rat angenommenen Gesetzentwurf zur Regelung des Verkehrs mit Kraftfahrzeugen sowie des allgemeinen Fuhr- oerkehrs hinsichtlich des Ausweichens des Fuhrwerks handelt es sich um zwischen den Bundesregierungen vereinbarte allgemeine Grundsätze und Gesichtspunkte zu einer möglichst einheitlichen polizeilichen Regelung des betreffenden Verkehrs für das ganze Reichsgebiet.
Donaueschingen, 4. Mai. Heute nachmittag erfolgte bei schönstem Wetter die Ankunft des Kaisers auf dem Bahnhofe, wo zur Begrüßung der Fürst zu Fürstenberg, Prinz Ratibor, Erbprinz zu Fürstenberg, dec Landeskommissar, sowie die Spitzen der Behörden sich eingefunden hatten. Auf der Fahrt zum Schlosse bildeten Schulen und Vereine Spalier. Am Schloßportal wurde der Kaiser von ber Fürstin zu Fürstenberg und den Gästen des Fürsten empfangen. Die Stadt ist festlich geschmückt.
Die Annahme des Militärpensionsgesctzcs.
Berlin, 4. Mai. Die Budgetkoiuission des Reichstages nahm weiter das Mtlitärpen s ionsgesc tz betr. die Marinemannschaften und die Kaiser!. Schutztruppen in den ostafrikanischen Schutzgebieten an. Auf einen Antrag
Erzberger wurde beschloffen, daß das Gesetz mit Wirkung ab 1. Juni 1906 in Kraft treten soll und auf einen Antrag Oriola, daß mit dem 1. April 1905 die pensionierten Offiziere die Wohltaten deL Gesetzes genießen sollen. Damit sind die Militärgesetze in erster Lesung erledigt.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 4. Mai.
Ter Weißbinder H. H. von Rödgen bei Bad-Nauheim würbe durch bas Schöffengericht wegen Beleidigung bes dortigen Polizei- dicncrs zu 4 Wochen Gefängnis verurteilt. Da er nicht rechtzeitig erschien, wurde die von ibm erhobene Berufung verworfen.
Tas Schöffengericht hatte den Hcutdelsmann K. Eh. M. von Grünberg megen Beleidigung zu 2 Monaten und 2 Wochen Gefängnis verurteilt und dem Beleidigten die Publikationsbcfng- iliS zugesprocheu. Er hatte au zwei verschiedenen Tagen inbezug auf einen Gendarmen geäußert, dieser fei ein Lump, ber icbcn Dreck zur Anzeige bringt, wenn aber einer zu verhaften sei, so gelraue er sich nicht vorzugchen. LluS seinen weiteren Aeußer- ungen war zu entnehmen, baß er ben Genbarmen eines unsittlichen Angrisss auf seine Frau beschulbigte unb baran knüpfte er bie Bemerkung, cs sei schleckt vom Staat, baß er solch nieber- trächtigen Vagabunden int Dienst behält. Am Äckössengericyc legte er ein solch rüpelhaftes Benehmen an ben Tag, baß er in eine sofort zu vollstreckende Ungebührstrafe von 3 Tagen Haft genommen würbe. Das Berufungsgericht bestätigte bas vom Angellagten unb ber Staatsanwaltschaft angefochtene Urteil.
Der vielfach bestrafte Fuhrkneckt J. G. B. von Gersfelb bekam von einem Molkereibesitzer zu Seit ers etwa 600 Mark zum AuSzahlen an bie Äunbeu beljänbigt. Er ließ sein Fuhrwerk auf o> feuer Straße stehen unb entfernte sich olpie Rücksicht auf seine Frau unb SVinber über Friebbcrg nad> Frankfurt, Mainz, Saarbrücken unb Luxemburg, wo er das Gelb mit lüberlichen Frauenzimmern verpraßte. Seine Vertrustung erfolgte zu Bayreuth in einem Gasthaus, wo er sich mit einer schlechten Frauensperson, bie sich als feine Frau ausgab, eintogiert hatte. Seine einzige Entschuldigung nmr, er habe ber Versuchung nicht wiberstehen können, ba er noch nie so viel Gelb in ben Hauben gehabt habe. Er würbe wegen Unterschlagung zu 2 Jahren 6 Monaten Gesangnis, abzüglich eines Monats Untersuchungs- haft unb zu fünfjährigem Ehrverlust verurteilt.
Zwischen ben Mei Gesangvereinen „Germania" uub ,Lieber- kranz" zu Ob er-Wöllstabt kam es gelegentlich ber Siegesfeier anläßlich ber Wahi bes Abg. Breibenbach zu einer Schlägerei. Die Milglieber ber Vereine, bie sich feinbselig gegenüber* stehen, zeigten sich gegenseitig an, nactöem Versuche zu einer gütlichen 93erftänbigung nichts srucksteten. Bei ber schöffengerichtlichen Verhanblung würben von beit zehn unter Anklage gestellten acht wegen Körperverletzung zu GefänguiS bezw. Gelb- ftrafen unb an bie Verletzten zu zahlenbe Bußen verurteilt. Währeiib einige sich bei bem Urteil beruhigten, erhoben mehrere Angeklagte unb Nebenkläger, ebenso bie Staatasnwaltschaft, Berufung. Tie Berufiingsverhanblung, bie von früh 9 Uhr bis abends nach 10 Uhr dauerte, brachte folgenbe Blenderungen: Schreiner H. D. III., vom Schöffengericht zu 4 Wochen Gefängnis und 50 Mark Geldbuße verurteilt, wurde srcigesprochen: Zimmermann M. 23., ber zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt worben war, erhielt 50 Mk. Geldstrafe: Fr. L. K. statt 10 Tage 1 Monat Gefängnis: G. I. K. statt 1 Wvcke, 5 Mocken Gefängnis; ber früher freigefprochcne P. K. erhielt 2 Wochen Gefängnis; Fr. I. H., früher zu 20 Mk. Gelb strafe verurteilt, 1‘ Woche Gefängnis; bei G. A. H. blieb cS bei ber Gelbstrafe von 20 9)tt.; Fr. L. H., G. I. K. unb P. K., haben unter Gesamthastting an ben frei-» ficirroc<?civ-n H. V. III. 30 Ml, Buße entrichten.
Handel nnd Verkehr, Volkswirtschaft.
Die Z i ga r r e n k i st e n - unb W i ck e l f o r m e n f a b r i li von I. Brüning u. Sohn in San g cn bie bad) ist in bet Lage, eine Tiviben.be von 8 Proz. (i. V. 5 Prvz.) zu zahlen.
Märkte.
Gieße«, 5.Mai. Marktbericht. Auf heutigemWockenmarkte kosteten: Butter pr. Pfd. 1.15—1.20 All.. Hühnereier 1 St. 6—7Vsg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeicr 00—00 Psg., Enteneier 7 Psg., jtäse vr. Stck. 6—8 Pf., Kafematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen p.Psunb 22Pfg., Linfenp. Pfund 32Pfg., Taubenvr.Paar0,8Ö—l,00Dck., Hühner pr.Sk. 1,00—1,60 AU., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfd. 76—84 Psg., Kuh-und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 86—90 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 94 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—80 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Psg. Welsche per Psund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—0,00 Mk., Zwiebeln pr. Zlr. 6,00—8,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepsel per Pfund 35 bis 50 Psg., in Körben 00 Psg., Nüsse 100 Stück 50—00 Pfg., Birnen per Pfd. Mk. 0.00—0.00, Weißkraut per Stück 20—30 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit 7—1 Uhr.
fe. Frankfurt a. M., 4. Mai. Heu- und Stroh- mar k t. Man notierte: Heu Mk. 4.20 bis Mk. 4.50, Stroh AU. 3.30 bis Aik. 3.50. Alles per 50 Kilo. Tendenz: fehr fest.
niuuGwaiu ug nani uily ---------------
für Kinder, Kranke,Genesende. Verhütet
u.beseitigt »Diarrhoe, Brechdurchfall, Darmkatarrh.
&in der Entwicklung oder beim Lernen Z’W/WUU/llW/v zurückbleibende Kinder, sowie blut» arme, sich mattfl'chlende unb nervöse überarbeitete, leicht erregbare, frühzeitig erschöpfte Erwachsene gebrauchen als Kräftigungsmittel mit großem Erfolg Dr. Hommel'S Haematogcn.
Der Appcttt erwacht, die geistigen und körpcrtichcu Kräfte werden rasch gehoben, das Gesamt-Nerveusystern gestärkt.
Man verlange jedoch ausdrücklich das echte ,,Dr. Hommet's" Hacmatogen und lasse sich keine der vielen Nachahmungen auf' reden.
fordere
General- [hv1
Vertreter A. CoiÜn.


