feinem Rufnamen. Aber aQev gingen war vergeblich; der kleine Trotzkopf hüllte sich in Schweigen und wollte seinen Namen absolut nicht verraten. Schließlich wird er gefragt: »Wie ruft Dich denn Dein Papa, wenn Ihr zu Mittag essen wollt?" Verwundert erfolgt die Antwort: „Der ruft mer tnet, der peift mer!"
Mainz, 3. Mai. Au8 dem Jahresbericht dcS römisch« germanischen Zentralmuseums zu Mainz für daS Jahr 1904/05 ergibt sich, daß diese Sammlungen gegenwärtig 20 580 Nachbildungen von Altertümern aus den verschiedenen Kulturperioden Deutschlands von der frühesten Besiedelung an bis zum Ende der Völkerwanderung aufweisen. Zu dieser Zahl treten noch 3486 Originale, die teils im Austausch gegen Abgüsie oder durch Ankäufe erworben, teils dem Museum geschenkwcise übergeben worden sind. Im Berichtsjahre selbst fand eine Vermehrung der Nachbildungen um 623 Nummern statt, von denen 486 in den Werkstätten des Museums hergestellt wurden, während 37 auswärtigen Ursprungs sind. An Originalen betrug der Zuwachs des Berichtsjahres 384 Nummern, die großenteils nicht einzelne Gegenstände, sondern kleine Fundgruppen bedeuten. Das wichtigste ist der Inhalt von 87 Gräbern eines frühfränkischen Reihenfriedhofcs des 5. und 6. Jahrhunderts aus Schwarzrheindorf bei Bonn. Von besonderem Interesse ist unter diesen Grabfunden eine große Anzahl von Gläsern und Ton- gefäßen, die römische Technik und Formgebung aufweisen; auch eine Anzahl seltener Münzen. Auch die Sannulung von Zeichnungen und photographischen Aufnahmen hat sich erfreulich vermehrt. Leider ist der Platz im Museum so beschränkt, ^aß die Aufstellung des im Berichtsjahr erfolgten Zuwachses -rläusiq durchaus unmöglich ist.____________________________
Vermischte».
• Hunderttausend Franken Sühne für anonyme Briefe! In israelitischen und auch in ärztlichen Kreisen Basels bildet seit einigen Tagen eine Skandalaffäre da§ Tagesgespräch, welche soeben ihren außergerichtlichen Abschluß gestmden hat. Vor etwas mehr als Jahresfrist erhielten Privatfamilien und Professoren der Baseler Universität anonyme Briefe, welche schwere ehrenrührige Behauptungen gegen zwei Frauenärzte mit ausgedehnter Kundschaft enthielten. Lange wurde nach dem anonymen Brieffchreiber gesucht, ohne daß eS gelungen wäre, denselben ausfindig zu machen. Darüber war man sich klar, daß Konkurrenzneid dem Anonynms die Feder in die Hand gedrückt und daß derselbe unter den Aerzten zu suchen sei. Der Verdacht fiel schlietzlich aus einen angesehenen, auch in der Oeffentlichkeit tätigen israelitischen Arzt. Um ganz sicher zu sein, wurde ein junger Mann als Hausierer mit Schreibmaterialien ausgerüstet und zu dem betreffenden Arzte geschickt. Die Umschläge waren mit geheimen Zeichen versehen worden. Der Verdächtige ging tatsächlich in die Falle, kaufte von den Umschlägen und verwendete dieselben zu den anonymen Briefen. Damit war der Briefschreiber entdeckt. Der angeschuldigte Arzt erklärte sich zu einer jeden Sühne bereit, wenn die Kläger sich bereit erklärten, die Klage zurückzuziehen. Man einigte sich schließlich auf eine Sühne von hunderttausend Franken, zur Verwendung an gemeinnützigen Instituten. Ein Betrag von 75 000 Franken stand dem am meisten verleumdeten israelitischen Arzte nach freiem Ermessen zur Verfügung. Davon haben erhalten das israelitische Spital in Basel 25 000 Franken, das israelitische Altersasyl in Lenz- nau (Aargau) 25 000 Franken und das israelitische Alters- asyl in Hepenheim 25 000 Franken. Dem zweiten verleumdeten Arzte standen zur Verfügung zur Verausgabung an gemeinnützige Institute 25 000 Franken. Davon haben erhalten die Allgemeine Krankenpflege 10 000 Franken, die Ferienversorgung 10 000 Franken und die Pestalozzigesell- schaft 5000 Franken. Dairüt ist ein Skandalprozeß auf allerdings sehr kostspielige Weise auS der Welt geschafft worden.
* Telegraphische Heirat. Daß sich eine amerikanische Eheschließimg ohne viel Förmlichkeiten und ost in recht nüchtern geschäftsmäßiger Weise vollzieht, ist bekannt. Etwas ganz Neuartiges aber bildet die Art, wie kürzlich Miß Mary Slaughter in Kentucky und M. James Murrel in Wyoming, zwischen denen eine Entfernung von 2000 Meilen liegt, miteinander verheiratet wurden. Aus dem Telegraphenamt in Bowling Green in Kentucky erschien die Braut im weißen Seidenkleide, von einer Anzahl von Freundinnen begleitet, und mit ihr ein Geistlicher. Sie rourbcn nnn telegraphisch verbunden mit dem Telegraphenamt in Fort Me. Kenzie in Wyoming, wo der Brmckigam, von Beruf Soldat, in Uniform und in Begleitung einiger Kameraden ebenfalls mit einem Geistlichen Aufstellung genommen hatte. Die Fragen, welche die beiderseitigen Geistlichen an das Brautpaar zu richten hatten, wurden herüber und hinüber telegraphiert und ebenso die Antworten. Von der eigentlichen Keremonie blieb dabei freilich nicht viel übrig; aber das Verfahren hatte den Vorteil, daß jeder von beiden die Antworten de§ anderen sofort schwarz auf weiß hatte. Nach Abschluß des Ehevertrages kehrte der Bräutigam in seinen Militärdienst und die Braut in ihr Elternhaus zurück. Eine Hochzeitsreise werden sie aber dennoch machen, denn der junge Ehemann wird demnächst nach den Philippinen versetzt werden und seine Gattin dahin mitnehmen.
* Die böse Frau. A.: „Warum ist Ihre Frau böse?" *- B.: „Zuerst hat sie sich über das Dienstmädchen geärgert, dann über mich, daß ich mich nicht über das Dienstmädchen geärgert habe, und jetzt ist sie böse, weil ich mit ihr böse wurde, daß sie sich über das Dienstmädchen geärgert hat. Verstehen Sie?"
• Höchste Kunst. Bürgermeister: „Unser neuer Gen- barmeriewachtmeister — das ist ein Mann, wie man ihn nicht gleich wieder trifft! Ich sage Ihnen, der bringt alles raus — sogar das, was der neue Amtmann geschrieben hat!"
Hm «euer Mordprozeb.
HI. München, 4. Mai.
Die BewHSavfmrhme wendet sich dann einem Vorgang zu, der sich am 80. August, also zwei Tage vor dem Morde, ereignet hat. An diesem Tage hatte die ermordete Eenta Falch mit dem unbekannten Metzger, der ihr, wie sie andern erzählt hatte, die Heirat versprochen hatte, eine Zusammenkunft in Mar- tinsried bei München. Nach der Anklage soll bekanntlich Johann Huber der Fremde gewesen sein. Der Angeklagte bestreitet, an jenem Tage sich zu irgend einer Zeit in MartinSrted getroffen zu haben. Die Zengin Marie Wagner bekundet jedoch, daß jenes Paar eine auffallende Äcbnlicbkeit mit dem Angeklagten und der Eenta Falch gehabt habe. Das Paar habe in der Gartenwirtschaft Platz genommen und sei ihr dadurch aufgefallen, daß es sich unanständig auffübrte. Dors.: In wiefern denn? Zeugin: Sie poussierten miteinander. Bors.: Na, das ist. doch nichts Unanständiges. (Heiterkeit.) Zeugin: Sie hatten sich auch um den Hals gefaßt und küßten sich. Dors.: Sonst haben Sie nichts Auffälliges bemerkt? Zeugin: Sie hat ihm auch einen Hoscn- knops angenäbt. (Stürm. Heiterkeit.) Ter Mann sei auf einmal zu ihr in die Wirtschaft gekommen. Dors.: Wie sah denn der?Nann aus? Zeugin: Es war ein großer und starker Mann wie der Angeklagte. Er trug einen grünen runden Hut. — Ter Angeklagte muß hierauf vortreten und mußte sich einen ihm gehörenden grünen runden Hut mit einer Gemsfeder aussetzen. Dors.: Zeugin, nun sehen Sie sich den Mann einmal an, seien Sie aber vorsichtig und denken Sie an Ihren Eid. Zeugm: Ja, er war's halt schon. (Große Beiregung.) Angell. Huber: Die Zengin irrt sich. Wenn erst meine Zeugen vernommen werdm, werde ich schon Nachweisen, daß irfi am 30. August nicht in Martinsried war. Auch trug ich an diesem Tage nicht den grünen Hut, sondern einen Strohhut. — Der Vorsitzende legt sodann der Zeugin das Bild der ermordeten Falch vor und die Zeugin bestätigt, daß sie in dem Bilde jene Begleiterin mit ziemlicher Sicherheit wieder erfemte. Auch die Bluse, die der Zeugm vorgezeigt wurde, konrmt ihr bekannt vor. Die Kellnerin Mathilde Ziegler erkennt nach der Photographie die Eenta Falch wieder. Als der Angeklagte der Zeugin vorgestellt wird, sagt sie: ja, das ist er. (Große Bewegung.) Dors.: Haben Sie denn dafür besondere Merkmale? Zeugin: Ia, er hat eine Narbe im Ckiiiüt. — Dors.: Angeklagter Huber, was sagen Sie dazu? Angekl. Huber: Das Fräulein irrt sich. — Eine weitere Kellnerin belundet ebenfalls, daß die Eenta Falch mit einem Manne, der dem Angeklagten ähnele, in Martinsried war und dort stark poussiert habe. Die Zeugin kennt den Angellagten nach Figur und Kleidung wieder. — Als weitere Zeugin wird Frau Dr. Lang- hosf vorgerufen. Ihr werden verschiedene bei der Frau Huber gefundene Gegenstände vorgezeigt, hauptsächlich Wäsche und die Zeugin erllärt, daß ihr die Sachen alle abhanden gekommen seien, während die Huber bei ihr tätig war. Dors.: Wie kommen die Sachen in den Besitz der Angellagten? Zeugin: Sie muß sie gestohlen haben. Angell. Huber: Die Zeugin hat mir ja das alles geschenkt. Zeugin: Das bestreite ich ganz entschieden. — Es wird sodann in die Beweisaufnahme über den Zustand der Huber sch en Wohnung eingetreten. Kommissar Klessener gibt an, daß an der Tischdecke, an einem Paar Stiefel, auf dem Fußboden und an den Wänden der Wohnung Blutspuren gefunden wurden. Einige Schürzen wiesen ebenfalls Blutflecke auf. Die einzelnen Sachen werden hierauf vorgezeigt. Auch die Kiste, in der die Leiche fortgeschasft und die von dem Bruder der Frau Huber zerschlagen wurde, ist in einzelnen Stücken zur Stelle. An ihnen bemerkt man vielfach Blutspuren. — Angeklagter Huber: Tiefe Blutspuren sind erst beim Zerschlagen der Kiste an die Holzteile gekommen. Die Kiste wird daraufhin untersucht und e§ finben sich an den BruHstellen Blutspuren. Eine längere Erörterung knüpft sich noch daran, wo die mit Blut befleckten Schuhe gestanden haben. Staatsanw.: Tas ist doch ganz gleich- giltig, sie waren doch im Zimmer. Es wird schließlich festgestellt, daß die Schuhe mit den Spitzen intter der Kommode standen. Am Schluß der Sitzung wurde noch der Gefangenen- Aufseher Braun vernommen, der angibt, die Angeklagte Huber habe in der Haft öfters „g e s p i n n t". Auch habe sie einmal einen Selbstmord-Versuch'gemacht. D er Aufseher macht sodann irodj ausführliche Angaben über das Verhalten der Angellagten in der Haft, in der sie zunächst großen Mut zeigte, dann aber, als Briefe von Verwandten kamen, zu- sammenbrach. — Donnerstag Fortsetzung.
Kunst und Wissenschaft.
Frankfurt a. M., 4. April. Einzelne hiesige politische Vereine haben öffentliche Veranstaltungen abgehalten, in denen Schiller vom jeweiligen Parteistandpunkt aus gewürdigt wurde. In der „Gesellschaft für ästhetische Kultur" sprach ein Nachkomme des großen Toten, Alex. Frhr. v. Gleichen-Rußwurm, der Urenkel Schillers, über die Bedeutung seines Ahnen als ästhetischer Erzieher. Es dürfte kaum einer berufener sein, gerade über dieses Thema zu sprechen, als Herr v. Gleichen-Rußwurm, der sich als Aesthet und feinfühliger Künstler in der deutschen Literatur einen beachtenswerten Platz errungen hat. Früher Offizier, hat sich der Enkel von Schillers jüngster Tochter Emilie, der heute vierzig Jahre alt ist, jetzt ganz der Schriststellerei gewidmet. Er begann mit verschiedenen Schauspielen und Lustspielen, von denen „Die Komödie des Gewissens" 1898 am Weimarer Hoftheater aufgeführt worden ist. Außer einem deutschen, „Vergeltung" betitelten Roman, schrieb der vielseitig Gebildete auch einen Roman in französischer Sprache: „L'homme aim6". Neuerdings hat er sich hauptsächlich der literarischen Kritik dem ästhetischen Essai und der sozialen Plauderei zugewandt und sich damit ein ihm besonders zusagendes Feld der Tätigkeit erobert, wie sein im vorigen Jahre erschienenes geistreiches Buch „Kerne Zeit und andere Betrachtungen" beweist. Auf den Vortrag näher einzugehen, gestattet der Raum nicht, es genügt auch ^wohl, wenn wir konstatieren, daß interessante Gesichtspunkte in logischer Gruppierung eine ungemein anregende Darstellung fanden. — Das Schauspielhaus hat mit einer festspielartigen Aufführung Schillerscher Dramen begonnen. Ein mehrfach wiederholter R c zi- tationsabend ward dern Lyriker gerecht. Eine geschmackvolle Auswahl der schönsten Schillerschen Dichtungen wurde von Mitgliedern des Schauspielensembles vorgetragen und die rein künstlerische Wirkung war um so größer, je besser die Individualität des Vortragenden mit dem Charakter der Dichtung übereinstimmte. Im Hintergrund der Bühne erhob sich die lorbeerumkränzte Büste Schillers, dessen Andenken außerdem Orgelllang und Chorgesang feierten. Auch diese Veranstaltung wurde begünstigt durch eine weihevolle Stimmung, im Theater und auf der Bübne.
Karde' vrb n Aolü-iwinschaft.
Berliner Börse vom 4. Mai 1805.
(Mitgeteilt von der Bank iür Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 21/* Prozent.
Anfangs- u. Schlußkurse.
Oest. Kredit .... 209.00 208.60
Deutsche Bank . . . 238.10
Darmstädter Bank . . 142.00
Bochumer Guß . . . 246.90
Harpener Bergbau . . 217.10
Tendenz: matt.
237.75
141.70
245.60
216.50
Erz -- Kuxe.
Fernie. Angebot —, Nachträge 3450. Ausbeuten und Zubußen, 1903: 225: 1904: 300.
Bude^ubfche Eisenwerke yn Metzlar. Die Verwaltung der Gesellschaft fordert jetzt die Aktionäre der früheren! Eisenwerke Lollar auf, ihre Mien zum Umtausch in neue Aktien her Duderusschen Eisenwerke und zur Empfangnahme der Barvergütung von 250 Mark für jede Aktie bis 4. August 1905 einzrrreichen.
Im Geschäftsbericht der Höchster Farbwerke wird über die Aussichten des laufenden Jahres gesagt, daß dieselben wegen des Krieges schwer zu beurteilen seien; indes seien! sie bis jetzt nicht schlecht. Die Handelsverträge erwiesen sich, soweit bisher zu erkennen, als sehr ungünstig. Der daraus erwachsende Schaden wird sich erst im Jahre 1906 beurteilen! lassen.
Köln, 4. Mai. In der heutigen fünften ordentlichen General-Versammlung der Felten u. Guilleaume Karls- Werke Akt.-Ges. war das Gesamtaktienkapital von 36 Mill. Mark vertreten. Die Generalversammlung genehmigte einstimmig die Bilanz pro 31. Dezember 1904 und beschloß nach den Anträgen des Vorstandes von dem nach Abschreibmrgen und Rückstellungen in Höhe von 1234136,66 Mk. und nach Dotierung des gesetzlichen Reservefonds mit 176 604,31 Mark dem verfügbaren bleibenden Reingewinn von 3 657 071,19 Mk. (inklusive 301589,38 Mk. Gewinnvortrag aus 1903) 50 000 Mark dem Dispositioirsfonds zuzuweisen, 2 880 000 Mk. zu einer Dividende von 8 Prozent auf das Aktienkapital zu bestimmen, und dem alsdann nach Deckung von Gewinnanteilen (448 000,19 Mark) verbleibenden Betrag von 279 000,71 Mk. auf neue Rechnung vorzutragen. Die Versammlung beschloß alsdann, das Grundkapital durch Ausgabe von 19 Mill. Mark neuer Aktien auf 55 Mill. Mk. zu erhöhen. Von den neuen Aktien übernimmt die Aktiengesellschaft vorm. W. Labmev er-Frankfurt a. M., gegen! Einbringung ihrer Fabrikationsgeschäf^te mit den zugehörigen Grundstücken, 0)ebäuden, Maschinenvorräten nsw. nominell 15 Mill. Mk. zum Kurse von 110 Proz. Im Zusammenhänge mit dieser Kavitalserhöhung beschloß die Generalversammlung die Firma der Gesellschaft in: Feltenu. Guilleaume- La h meyer-Werke Akt. - Ges. umzuwandeln und eine Anzahl von Satzungsbestimmungen abzuändern. Den Aufsichtsrat bilden Kommerzienrat Theodor von Guilleaume, Köln a. Rh., 1. Dorsitzerrder: Walter vom Rath, Frankfurt a. M., 2. Bors.; Generalkonsul Max Baer-Frankfirrt a. M., Kommerzienrat Emil Guilleaume-Mühlheim, Kommerzienrat Max von Guilleaume-Köln am Rhein, Kommerzienrat Louis Hagen, Justizrat Arthur Heili- ger-Köln a. Rh., Geheimer Kommerzienrat Heinrich Lueg-Düssel- dorf. Geheimer Oberfinanzrat a. D. Muller-Berlin, Direktor Carl Parcus - Darmstadt, Ober-Regierungsrat a. D. Heinrich Schröder-Köln o. Rh., und Justizrat Dr. jur. Karl Schmidt-Polex-- Frankfurt a. M.
Bergwerksgesellschaften. Trotz vieler Dementis hat die Koukordia-Bergwerksgesellsck)afi und die Harpener.Bergbau- Gesellschaft den Vorzug fortgesetzt bei allerlei Transaktionen hineingezogen zu werden, die sich nicht verwirllichen. So gilt es namentlich in Spekulantenkreisen heute noch für zweifellos, daß Thyssen darauf ausgeht, der Familie Haniel die Kontrolle über die Bergbaugesellschaft Konkordia zu entreißen, um diese Gesellschaft zum Mittelpunkt eines neuen Jnteressenverbandes zu machen. Bei der Harpener Gesellschaft ist es für die Börse auch nur noch eine Frage der Zeit, daß sich diese eine Hütte zulegen werde und zwar, weil sie eine solche unter den gegebenen Verhältnissen notwendig braucht, um damit dem neuen Vertrage des Kohlensyndikats, der bekanntlich den Selbstverbrauch der Zechen von der Syndikatsguote ausnimmt, gewachsen zu bleiben. Man hat die Hörder und die Rheinischen Stahlwerke genannt, aber beide dementierten. Dies schließt jedoch nicht aus, daß, was heute nur Vermutung ist, morgen schon Tatsache werden kann. — Man hat „Beispiele von Exempeln", wie ein bekannter scherzhafter Ausdruck lautet.
Bergwerks-Erwerbung durch den bayrischen Staat. Es scheint, daß dec bayrische Staat einer eventuellen Erwerbung von Bergwerksgebiet nicht ganz fernsteht. Sachverständige haben an Ort und Stelle Prüfungen von Kaufangeboten vorgenommen. Die Angebote stammen mrs Rheinland-Westfalen. Es handelt sich um Bergwerke, wie aus München gemeldet wird^ die in Betrieb sind, und solche, die noch nicht angeritzt sind. Noch nicht angeritzte erwirbt die bayrische Regierung in keinem Falt, da sie die Baukosten und das Risiko nicht übernehmen will. Vorteilhafte Erwerbung in Betrieb stehender Werke würde sie natürlich nicht ablehnen, aber bei beut ihr jetzt gemachten Angebot sind so hohe Preise gestellt worden, daß sich darüber gar nicht reben läßt.
Deutsch-Russische Naphtha^Jmv.ort-Gesell' Im Außenhafen von Emden werden zwei riesige Petroleumbehälter errichtet, die zusammen 5 Millionen Liter Oel fassen. Zwischen Rußland und dem Emder, bezw. Dortmunder Hafen soll fortan ein regelmäßiger Verkehr unterhallen werden.
Deutsche Vacuum-Oel Co. Der Plan, bei Wietze eine große Raffinerie zur Verarbeitung von deutschem Rohöl zu bauen, wird jetzt von gen. Compagnie tatsächlich ausgeführt. Sie hat bereits erhebliche Quantitäten Rohöl u.,a. auch von der Deutschen Tiefbvhr M.-Ges. (früher Gewerkschaft Hansa) gekauft und einen recht guten Preis daflir gezahlt. Der Bau einet solchen Raffinerie wird die Bortällgkeit sehr beleben, da es hauptsächlich der Absatzmangel war, der die Wietzer Produzenten zwang, ihre Tätigkeit einzuschränken.
Telephonischer Kursbericht.
Frankfurt a. M.
3Va8/o Reiohfmnleitie . ♦ 101.50 8n/tj dd. * . ♦ 90.35 8Ve% Konsols .... 101.50 8°/0 do......90.50
8‘/t% Hessen .... 100.10
31/, H Oborhessen . . . 99.00
4% Oesterr. Goldrente . . 101.80
4. Mai. Offizielle Schlnsskurse.
8°/o Mexikaner . . 34 75
4Ve'Vn Chinesen . . . . 96.05 Electric. Seh ackert . . . 136 25 Nordd. Lloyd . . . . 123.80
Krediiaktien . . , , 209 00
Disken to-Kommandit, , 187.70
Darmstädter Bank . , 141.75
4Vs ®o Oesterr. Silberrento . 101.20 4% Ungfar. Goldrento • . 99.75
4% Italien. Rente . . . —.—
4% Portugieser I . , , 67.50
3”/ Portugiesen. HI . . 67.50 1H Ünif. Türken . . . 88.50
Türkenloso ...... 135.80 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 51.35
41/9% äussere Argentiner —.—
Tendenz:
Dresdener Bank . . Berliner Handelsges Oesterr. Staatabahn . Lombarden • • • Gotthardbahn . » . Lanrahütte . . . Bochum . . . . Harpener . . . .
Staatschatzscheine . schwächer.
. 155 40 . 168 00 . 142 55 . 16.40
* 270.00 . 246.30 . 217 60 . 100.65
H ist als Krankenkost
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