Ausgabe 
2.12.1905 Sechstes Blatt
 
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Samstag 2. Dezember 1905

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Gießener Anzeiger

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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen

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Wegen Umzug im nächsten Frühjahr nach meinem neuen Geschäftslokal unter­stelle ich von heute ab mein gesamtes Lager einem

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Spezielle Wrihfrflchts« Ausstellung in feinen Geschenks-Artikeln

kommt, habe auch ich revidiert bei mir, allein ich konnte keine Anhaltspunkte finden, d-ie der Redaktion d's Recht zu ihrer schweren Anschuldigung gegen mich, als s'i ich der Mitschuld'^ von P-rteiskand. len. geben könnten. Wohl aber habe ich bei dieser Prüfung Umfälle bei Gnossen entbetft, von denen ich vermute, das-, sic als ^rin 'vienpricster den Genossen imVor wärts" des Gewissen schärfen.

Rotationsdruck unb Verlag der Brü bl'fck»e»

UniDerHidtst)ruderet R. Lange. Gießen.

die Lacher auf seine Seite zu bringen. Ehrhart rifct:

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Jlr. 284

Erscheint tiglid) mit Ausnahme beS Sonntag?.

Ixe ..Siebener Zamillenblätter" werden dem IIAnzeiger viermal wöchentlich beiqeleqt Der Hessische Lanbwtr'" erscheint monatlich einmal.

verbrauchten ersetzt werden können und die Sammlung durch neue ergänzt werden kann. Sind aber Lehrmittel vorhanden, so ist es Pflicht des Lehrers, sie richtig zu verwenden und sie so zu behandeln und aufzubewahren, daß sie lange Zeit sich in brauchbarem Zustande befinden. Da aber auch hier Wissenschaft und Technik bestrebt sind, an die Stelle des Alten ein besseres Neues zu selten, so muß die Sammlung durch gute und neue Lehrmittel in jedem Jahr ergänzt weiden; denn nur dann erfüllt sie ihre Zwecke.

Damit nun aber Cchulrerwaltunasbeamte und Lehrer sich jeder-eit von dem Stand der Lehrmittel-Herstellung über- zeugen fennen, ist in dieser Ausstellung alles zu finden, was in dieser Hinsicht wertvoll ist, und die Sammlung wird stets d >r h E nrügung neuer Errungenschaften aus diesem Gebiet aus dem Laufenden gehalten. So zeigt die Abteilung .erster Au'chauunasunterrieht' die für diesen Zweck bestimmten Bilder- werke. Ter Lese- und Acchenunterricht ist mit den neuesten ?(ppa raten vertreten, denn neben den von früher her schon bekannten siebt man die mit Zahlen versehenen Säulen und Würfel der erst kürzlich aufaekommenen Nechenkasten. SUmfl- lerisch nicht unwertvolle B'lder von in der heiligen Schrift geschildeiten Ereignissen und dazu gehörige Karten schließen sich an.

Ter Geographie ist in umfassendster Weise Rechnung getragen, wir finden Erdgloben, große Wandkarten, teilweise in Relief und Reli 'fininier, Wand-Stadtpläne, Darstellung deS Latstes der Erde usw.

Es folgt die Geschichte mit sorafältig gearbeiteten

befnnmen ftörper der formen (ehre. Zeystallmodelle, Erze, Eiieniiiineralien, Härteskalen, Lötrohrsammlungen, Imitationen von Edelsteinen führen uns in das Reich der Mineralogie. Auch die Zoologie ist durch zahlreiche Wandbilder unb biologische Darstellungen gut vertreten und die Lehre vom menschlichen Körper wird durch Wandbilder und zerleg­bare Modelle vortre'stich erläutert.

Tie 9lbtcihmg Botanik ist ebenfalls sehr reichhaltig ausgestattet; neben den wichtigsten Kulturpflanzen finden wir auch viele andere Gewächse bildlich dargestellt und Pilze usw. sindogor in naturtreuen plastischen Nachbildungen zu sehen. Em besonderer Raum ist der Technologie, der Physik und Ehemie eingeränmt. Er bietet eine gute Zusammen­stellung von Stoffarten unb alle für Schulexperimente er­forderlichen physikalischen und chemischen Apparate.

Tie 9lu§ileÜung gibt einen vollkommenen Ueberblick über das auf dem wichtigen Gebiet der Lehrmittel Erreichte und neben dem Schulmann wird auch der Laie manches an­regende, interessante und auch für das praktische Leben brauch­bare in ihr finden, so z. B. die großen Stadtpläne und Wandkarten. Auch ein Vergleich mit dem. was einst ihm die Schule au Lehrmitteln bot, wird ihm nicht uninteresiant sein. Den praktischen Unterrichtszwecken soll die Anstalt eben­falls bienen unb mancher Lehrer einer Laubschule wird gern davon Gebrauch machen unb bei Gelegenheit eines Schul- ausfluges nach der Provinzialhaiiptstabt ben Schülern in bec Lehrmittelausstellung bas zeigen, was die heimische Schiile mit ihren geringen Mitteln nicht bieten kann. E H.

hatten. Aber sie nicht wie

Die Genossen haben die beste Gelegenheit, in der

?Vorwärts" die Qualität der parteignössischon Polemik zu V rleiten. Wenn sich die Red ktion des Zentralorgans re-rRich

Ate K> lstlche ^eßtm tlelanllalt in ü)i ß n.

Vor etwa drei Wochen ist Gießen um eine Anstalt be­reichert worden, die in ihrer Art, Ausdehnung und Voll­kommenheit wohl in ganz Deutschland einzig bastelst, die ständige Lehrmittel-Ausstellung der Hessischen Le h r ui i t t e la n st a l t Emil Roth, Marburger Straße 20. Nicht weniger als 10 Räume hat die rührige Iuma dazu verwendet, um die mannigfachen Hil'S- und Unterricl tsmittel, die die moderne Pädagogik für den Unterricht auch der Volks­schule mit Recht beansprucht, in möglichster Vollkommenheit und Reichhaltigkeit jedermann, der sich bafüi> interessiert, vor Auaen führen zu können. Denn die Heutige Schule benutzt zur Erreichung ihrer Ziele nicht mehr wie früher nur Wort und Schrift, in immer mehr steigendem Blaße sticht sie alle Er­rungenschaften unserer technischen Kultur ihrem Zweck, bei heranwachsenden Jugend eine möglichst umfassende Bildung und sichere Rüstung für den Kampf ums Talern mitzugeben, dienst­bar zu machen, und schier unübersehbar sind die Eisiu mnen, die taa'äalich auf diesem Gebiete gemacht werden, Alles wirklich Wertvolle aus dem Gebiete der Lehimittel übeisichtlich geordnet unb namentlich für untere Schulverhältnisse in S'adi und Land passeud ausgewählt dem Jachmann und Laien vor 'Mugen zu führen ist der Zweck dieser -Ausstellung, die dem­entsprechend unentgeltlich für jedermann zugänglich unb in jeder Beziehung eines Besuches wert ist. Vor allem möchte ick die Lehrer in Stabt unb Laub, b;e Bürgermeister unb Schul­vorstände aus die Ausstellung aufmerksam machen; sie werden hier vieles finden, was sie sonst o't nur schiver aus weiter ,"verne nach Katalogabbildungen beziehen können. So wird daS sonst so mühsaiiie und undankbare Geschäft des 9(uf» suchens neuer Lehrmittel und Schulausstattungsgegenstände hier zu einer bequemen und interessanten Unterhaltung.

Denn auch die Schu l a u ssta 11 u n g s m i tt e l hat die Ausstellung in ihren Bereich gezogen und wir finden ein niedliches, aufs Reichhaltigste ausgestattete Schulzimmer, das uns praktische verstellbare Schultische und Bänke, verschieb­bare Schieferwandtafeln, große übersichtliche Wandkarten, Stadtpläne usw. vor 9lugen führt unb damit zeigt, wie eine Schnlstube eigentlich eingerichtet fein sollte, wenn sie ihren Zweck richtig erfüllen soll. Daneben befindet sich ein Lehrer­zimmer, das jeden Lehrer erfreuen wird. Denn cs bildet zugleich ein wertvolles pädagogisches Lesezimmer, in dem die Lehrer von hier und auswärts jeden Samstag mittag die neuesten pädagogischen Zeitschriften, die in seltener Reichhaltigkeit oufliegen, unb zahlreiche wertvolle päbagogische Werke zu ihrer Fortbildung benutzen können.

Ohne gute Lehrmittel ist ein guter Unterricht nicht mög­lich; ohne sie sind es häufig nur Worte, nichts als Worte, die das Kind hört unb im Gebächtnis festhält, vermag aber damit eine rechte Vorstellung nicht zu verbinden. Coll der Unterricht eine feste Basis erhalten unb von Erfolg für die geistige, sitt­liche, wirtschaftliche und technische Bildung sein, so muß er eine auf Anschauung ruhende Grundlage haben; dazu sind aber gute Lehrmittel nötig.

Schulverwaltiingsbeamte unb Lehrer sollten baher dafür Sorge tragen, daß in dem Gemeindevoranschlag in jedem Jahr eine Summe für Lehrmittel vorgesehen wird, damit die

? (wp ~ - 'betifreuix* darüber, d'.st ich während der letzten 15 Jahre i tilüft allen P-rteisk"ndalen eine leitende gespielt nnd f tete- bei den Geprügelten w^r. Tas trifft zwar nicht zp! rh'r irfi fühle keine Vera"l s> >ng, mich gegen einen solchen I ri-p 11 r f 511 rechtfertigen. Es genügt mir, zu konst"tieren, das» Ifej bcn mehrf .cken Streitfragen ieder ältere Genosse, vor-us

, daß er sieh ein' eigene M-sinung bewahrte, d's eine enbere Mal auch bei den Geprügelten war. Tie Sch'.d'n-

Tarstellungen, die charalteristische Darstellungen Geschichtsperioden ivicbcrgeben, unb eine reiche historischer Wanblarteu.

Tie barstellenbe Geometrie führt

SoiialdemoLratische Devcllen.

Ter sozialbernokratische Reichs- und Landtagsabgeord Ifirhort in Ludwigshafen ist wegen Entlassung der sechs wärt?-»Redakteure in einen heftig en Streit mit der Linen Redaktion desVorwärts" geraten. Ehrhart ki' ilff in der ,Pfälz. Post" die Partei der entlasienen Sechs, tJiouf ihn derVorwärts" energisch rüffelte unb auf jm nächsten, in Mannheim ftattflnbenben Parteitag verwies, r Licht in die noch dunkle südwestdeutsche Ecke bringen liibe. Hierauf antwortet nun jetzt Ehrhart in humorvoller,

rvorwärts" noch schsimmere Vergänaer refrbt > n stig, persönlich verletzend rtrren

t r i b?i uns in steigendem Most' Vraris wirb. Die 6-onossen irt .-orwärks" trösten sich mit diesen Skandalen in der Hirlei, denn nach ihren Angaben h'-b-'n sie b?r ^ortei stets nn Dellen gedient. N-ch ihr-r Loa'k wäre ein Parteisk'nd'l iut F.-fruchtung unseres P-rrsi^rts^riTts all'ähr!ich nötig. N^ck Illi r neuen Anschauung b"'rftc allerdings manckvs begreiflich kvi' -ien. Jene Genossen, die die Kleinarbeit im Lande ver- i fEj *ii müssen, denken d-rüber freilich ai'ders.

f ine lieben 6- noffen im ..Vorwärts" empfinden eine ge-

l herabläßt, sich mit den armen G e i st e s w n r m c r n irr n; zu beschäftigen, ihnen den Marsch zu blasen, so sollte sich nicht hinter nebensächliche Tinge verstecken. Auch legt augenscheinlich Wert darauf, sich vom störendon Beinu-rk der ltluckkit frei -n machen. Mit dieser Tatsache werden wir wohl fix t»ie Folge rechnen müssen.

TerVorwärts" konstatiert es als selbstverständlich, daß Ij die P-rtei der ansgeschied^nen Sechs ergriffen h"be. Ich Tttrr g nicht zu enträtseln, auf welche Tatsachen er diese Selos t ' »idli ' leit gründet. Meine Beziclningcn m denedl n Secks" lirftrn ihm k nm Anlaß zu seinon wst k ^ick'en ßlnnahmen gaben. G I n mir nickts ferner, als mit meinen Anks"'hrungen Rel'.'ame 1r bce Seck-s zu m'ckrm. Auch ietzt noch, nach dm tiefgründigen eid Tr'nnen d^s ,.T"r'^arts" vermag m"in . r'/ 'tcd Herz" es v : '3 eine Ehrenpflicht zu e^k n"cu, wenn die drei R-'dakt'nr

Lehrsätze vor. Tie

IRobert Haas Nacht h. Conr. Schmidt

Seherswey, im Hause- «les Herrn .Jnlitis Bach.

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1 ly unserer I 16.....ist nur, daß

| J e: 5 versanden habm, fi rechtzeitig bei den Prügelnden kst-llen. Daß sie sich dabei von empfinds'meu oder kolle- fl.it Rücksichten leiten ließ.'n. wwd ihnen niemand nachsagen . .rar. der sie an der Arbeit gcen ihre sechs gemaßregelten * r V fgen gesch"n hat. Tankb r für jede Anreaung und ganz hrrs für sotck'". wenn ?^t"r'si'e her Partei in ?-r'ge

en k lt gestellt w rden sollten, sich mit d'es'N solidarisch er- llrjm. Ja, ich setze bei der -'etzigen R e da kt i o n s g a r n i t« r ^Vorwärts" trotz ihrer Liel'enswürd'gk it gegen ihre S'iiij febiebenen Bor^änn^r voraus, d ß sie im analogen Falle ffT; ebenso handeln würden. Mit einer hochnäsigen Mkl q^riiversickl verweist mich der ..Vorwärts" auf trn u " 'sten

I lag. en den ich m'ch mit meiner Ves^«N"rde wenden f"nnte: tV* .f't nickw blost mit Rotze dessen Urteil entgegen, sond-rn er bei dics-r Geleg'-nheit bei und in der finsteren ..ffth dcrstschcn Ecke", wo seitherPresse und sonstige leitende grie" als die reinsten Lelfunzcln fiink''oni'erten, ein £'v I erstrahlen lassen, des unserer gen-en Ecle so not tut. Es iii nnver'ntwor^ich von unseren Berliner Tberbeleucht- I:"gtzräten, d'ß sie uns bisher im Timkeln liehen. Ja. | r fuent an verbrec' riscke llnterlast'ung, d'ß sie uns in so 3 Zeit noch fast ein ganzes Jahr in der Tunkelheit irren j V. 'n wollen.

f wissenhast registriert derVorwärts" alle T'rteifftuibVe I f ms Zeiten, nm xu beweisen, daß die lent 'n V^rkomrnn'ss