Ausgabe 
4.8.1905 Zweites Blatt
 
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'"Ses Mädchen in Familie jucht

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JÜe°*Ot' gesucht. trfilMll , l403g

i ausachlb.Fam.jucht Wochen Ferien Mitte Aufenthalt auf dem egenseitlge Vergütung. Meldungen unt. Ooiw ebener Anzeiger^erv. !>MR ^Majchinen- ngverein anläßlich des iufflCL J

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r Schneider ug, am liebsten in )esl. Angebote an W. , Dillenburg erbet, Klein, im Kochen, uid bügeln erfahren, ^.18. Aug. od.l, oepL ob. zu einzeln. Herrn - Lchriitl. Aleldungen an den toicß. Anz. erb. nie jucht Stelle als chhaitmn -rrespondentiu hie n. Lchreibmkijch.) >der 1. Oktober. uöfrauen^ertm.

Verkaalerin, uGustrun^u.Limv'

W* w to einem Aolonial- häst.-Schriill.AIeld, m den Gieß. Anz. erb.

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155» Jahrgang

Zweites Blatt.

Nr. 181

Netz-mer Anzeiger

E^chetw »-N- mtt vurnahme bei Sonntag«.

Die ^«ießener §<nnllienblättrr" werden dem ,»ntciflei viermal wöchentlich betgelegL Der taibwlrr erscheint momUtich etnmaL

Freitag 4. August 1905

Rotationsdruck und Vertag da VrÜhllr-«» UnwerfttätSdruckerei. R. Bange, »teßm.

Redaktion. Expedition u. Druckerei: 6d)ulftx.t,

Lei. Nr. LI. Xtlegx1-ttbx.t Ln-eig« ®U|m

Gensrsl-Änzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen.

Kursbericht

8e/0 Mexikaner

Tendenz: fest.

4% Oesterr. Goldrente .

4/8% Oesterr. Silberrente

4% 40/., 4% 3°/

X%

101 60

101.35

97.80

106.40

67.50

67.00

89.05

134.60

55.65

Ungar. Goldrento Italien. Rente , Portugieser I , Portugiesen. UI Unif. Türken

4V2°/P Chinesen . Electric. Sohuckert Nordd. Lloyd . . Kroditaktien . .

Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsgeg Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . » Laurahütto . , Bochum . . . Harponer . . .

Sta atschatzscheine

* Cuxhaven, 3. Äug. Als der DampferMöve" der Bremer DampsschiffahrtsgeseflschaftArgo", der bte Bestimniung batte, durch den Kaiser Wilhelm-Kanal Nach der Ostsee zu fahren, morgens um 4 Uhr von dem in Süd­südost von Norderney kreuzenden Cuxhavener Lotsen­schon e r Nr. 4 einen Lotsen übernehtnen wollte, erfolgte ein Zusammenstoß zwischen den beiden Schiffen, wobei der Lotsenschoner von dem Dampfer in der Mitte durch­schnitten wurde und binnen zehn Minuten sank. Die aus fünf Mann bestehende Besaüung, sowie sechs an Bord be­findliche Cuxhavener Staatslotsen vermochten sich in den beiden Booten des Schoners zu retten und wurden heute von derMöve" hier gelandet. Wie es heißt, trifft die Schuld an dem Unfall den Dmnpfer, da das Segelschiff infolge flauen Windes schleckt manövrieren konnte und der Dampfer hätte ausweichen müssen.

*1000MarkSchadenersatzfür verbrannte- Haupthaar erhielt jüngst eine Dame in England zuge­billigt. Miß Margaret Carter hatte sich , für ihr schönes blondes Haar ein paar Kämme gekauft, die angeblich aus Knochen sein sollten, Ns sie jedoch einmal mit ihrem Kopf dem Herdfeuer etwas zu nahe kam, fingen die Kämme sofort Feuer, denn sie waren aus Celluloid gemacht, und auch ihr Haar verbrannte zum größten Teil. Sie strengte nun' eine Klage gegen die Firma an, bei welcher sie die Kämme erstanden hatte. Da sie ausdrücklich knöcherne Kämme ver­langt, statt dessen aber Zelluloidkämme erhalten hatte, so sprach ihr das Gericht für das verlorene Haar eineu Schadenersatz von 1000 Mk. zu.

SV2% 30/n W/o S°/o 3*/t% 3l/,%

. 96.60 . 139 50 . 180.40 . 209 20 . 194 30 . 145.30 . 159 60

. 17110 . 143.90 . 18.60

261.50 . 248.90 . 220 75 . 100.85

Türkenlose......

4% Grieoh. Monopol.-Anl.

41/,<V0 Äussere Argentiner .

Hlniversttäts-Machrichten.

Mit der Leitung der Königl. Bibliothek zu Berlin wurde seitens des Kultusministeriums der Theologie-Professor Dr. Adoli Harnack vorläufig beauftragt, der dem Kuratorium schon seit Jahren angehört. Der bisherige General-Direktor Wirkst Geh. Oberreaierungsrat Dr. W i l m a n n s ist unter Hinweis auf lein hohes Alter um seinen Abschied eingenommen und hat etnen längeren Urlaub angetreten.

Norwegische Eindrücke, ]

Von einem aus Norwegen zurückgekehrten Mitarbeiter wird uns geschrieben:

Wie bekannt, hat der Storthing einstimmig beschlossen, , nTn 13. Aug. eine Volksabstimmung über die Frage der Unionsauflösung abzuhalten.

Es geht sonst nicht immer in Norwegen so einstimmig zu. Die Norweger sind das Volk, in dem jedes Glied eine ausgeswägte Individualität ist, und man sagt, wenn drei Norweger zusammen sind, kann man vier oder fünf Mein­ungen hören, die sich bis aufs Messer bekämpfen. Um so auffälliger ist die Einmütigkeit, die bei allen 'Angelegen­heiten "der Unionsauflöflmg im Storthing herrschte, und die auch am 13. August bei der Volksabstimmung zweifellos in Erscheinung treten wird.

Es gibt eben etwas bei den Norwegern,,was alle Mein­ungsverschiedenheiten ausschließt, und das ist die National­ehre, die nach ihrer Meinung von den Schweden häufig verletzt worden ist.

Ein Deutscher heiratet eine Norwegerin. Bei dem norwe gischt-schwedischen Konsul einer süddeutschen Stadt will der junge Ehemann seine Ehepapiere beglaubigen lassen, damit die etwaigen Nachkommen legitim ins deuffche Standesamtsregister eingetragen werden. Der K o n s u l lehnt die Beglaubigung ab mit der Begründung, daß er norwegisch nicht lesen könne. Die Papiere mußten auf umständlichem amtlichen Wege ins Schwedische übertragen werden, erst dann erfolgte die Beglaubigung der Konsulatsbehörde.

Äehnliche Begebenheiten ließen sich in großer Zahl be­richten, sie brachten schließlich das Maß norwegischer Ge­duld zum Ueberlaufen. Die Erbitterung gegen Schweden erfüllt nicht nur die höheren Schichten, sondern kommt beim geringsten Holzfäller oder Stallknecht häufig in recht drastischer Weise zum' Ausdruck. .

Ein Fährmann, der uns über einen See her Odde fuhr, zog wütend tne Riemen, als von Schwedens Rüstungen gesprochen wurde. Keuchend kam es aus ihm heraus: Lieber halb Norwegen an Deutschland ab­treten, als noch einmal mkit Schweden ver­ein i g t s e i n!" c ,

Ern 16j-ihriger Jünge fuhr mich auf dem' zweirademgen Skyds von Odde nach Röldal.Der Engländer liebt eisiges Schweigen, der Deutsche munteres Gevlauder": nach diesem Grundsätze handelt auch wein Kutscher, der sich leidlich deutsch verständlich machen kann.Wo bist Du her?" fragt er mich.Aus Berlin."Ah, Berlin. Nicht weit ab liegt Potsdam. Hat 50 000 Einwohner. Nicht wahr?" Ich nickte staunend. Nach einer kurzen Vause fragt der junge Bursche, ob Deutschland an seiner Ostgrenze auch so starke Fest­ungen habe als an seiner Westgrenze?Aber Junge, wie kommst Du denn daraus?"Wir brauchen gegen die Schweden keine Festungen, wir brauchen nur die Gebirgs­pässe zu besehen. Mer Ihr müßt gegen die Franzosen und Russen Festungen haben."

Ehe ich den Iostedalsbrä, den größten' Gletscher Europas, bestieg, ging ich an dessen Fuß in einige Sennhütten. Sie unterschieden sich in ihrer Einfachheit wenig von denen der Alpen. Aber eins fiel mir auf: Ich fand in jeder Hütte auf einem Brett über der Eingangstür eine Zeit­ung. Und die Zeitungen sind hier keine Eintagsfliegen, denn ein Hirt wußte besser als ich, wann wir in Deutsch­land ein nasses, trockenes, gutes oder schlechtes Erntcjahr gehabt hatten. Ich bekam Respekt vor der Intelligenz dieses schlichten Volkes. ,

Seine Festigkeit und Zähigkeit Mrd aw 13. August sich zeigen. Ob der entscheidende Schritt dem Lande zum Segen gereicht, kann erst die Zukunft lehren., Enttäusch­ungen werden auch Norwegen nicht erspart bleiben, heute, wo alles in der internationalen Politik aus Zusammen­schluß hindrängt. Wer die Enttäuschungen werden vielleicht leichter ertragen werden, als der Druck, denmiüberwind- liche Abneigung" fortgesetzt und wachsend ausübt.

August Offizielle Schlusskurse.

38/ Mexikaner .... 68.80

Kericktslaal.

sd. Darmstadt, 3. August. Der Musketier Philipp, W i e n o l d aus Schönberg, in der 10. Komp, des Jnf.-Regts. Nr. 116 in Gießen, hat aus dem neben dem {einigen liegenden Spind eines in der Kaserne schlafenden Einjährigen den Betrage van 20 Mk. entwendet, wobei er einen falschen Schlüssel benützte. Er ist geständig und bat den Betrag bis auf 1.80 Mk. zurückgegeben., Er wird vom Kriegsgericht wegen schweren Dieb­stahls jum Nachteil eines Kameraden zu der Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis Derurteilt.

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--- Ähren, Gold- und Silberwaren =±

Marktplatz 11 am Kriegerdenkmal Telephon 407. 4658

markte festzustelleu. Der vermehrte Zollschutz der Landwirtschaft kommt also in hohem Maße der*deutschen Industrie zu gute."

Zur Nehabilitierung von Dr. Karl PeterS schreibt die Frankfurter HalbmonatsschriftDas freie SS ort": Man kann tatsächlich nicht begreifen, wie sich diejenigen für seine Freunde halten können, die eine Rehabilitierung unermüdlich betrieben haben! Als ob es'bei solchen Dingen auf Titel und der- aleicken ankäme ! Tie Folge von solchen Maßnahmen, durch welche sich die regierenden Kreise mit dem gesunden Volksempfinden m schreienden' Widerspruch setzen, kann dock nur die sein, daß die 9(ntorität der Regierung schwer leidet. Gott sei Dank, daß viele gute Deutsche, die ihr Vaterland auch gern groß und mächtig wißen wollen, doch auf so hoher moralischer ©tufe stehen, daß sie lieber aus jede koloniale Erwerbung verachten, als solche Scheußlichkeiten mit in den Kauf zu nehmen, wie sie von Konguistadoren ä, la Peters verübt worden find. Peters, Prinz Areuberg, Leist und Wehlau und manche Clünakänipfer, deren Taten uns kürzlich der Kimert-Prozeß enthüllte, sind als die Totengräber der deutschen Kolomalpolitik zu bezeichnen. Wenn Kolonialpolitik so kraß mit der Moral in Wider­spruch treten muß, dann verzichten wir lieber auf ihre Segnungen, denn der Erwerb von Land und Schätzen ist immer zu hoch be° zahlt, wenn er mit dem Rückfall in Barbarei erkauft werden muß. Hell strahlt darum das Bild eines Hermann Wißmann. der nach dem bekannten Biswarck'schen Wortmit einer weißen Weste aus Afrika heimgekehrt ist. Mag Dr. Peters wieder den Titel Reichs koiumissar a. D." führen das deuticke Volk erinnert sich doch der Worte der nachtwandelnden Lady Macbeth:~a§ riecht noch immerfort nach Blut! Arabiens Wohlgerüche alle versüßen diese kleine Hand nicht mehr!" t ,

Wir meinen, der Schreiber dieser verdammenden Worte geht erheblich zu weit. Dr. Karl Peters gehört immerhin zu den tatkräftigsten und erfolgreichsten deutschenAfrikanern", dessen Verdienste man heute nicht mehr so schmälern sollte. Was Peters an Verwerflichem begangen hat, das haben die Jahre der Verbannung gesühnt, und man sollte heute keine neuen Steine mehr gegen einen Mann schleudern, dessen außerordentliche Befähigung und Energie dazu geeignet scheinen, unter günstigeren Verhältnissen noch sehr Nützliches zu leisten. *

Eine klerikale Kritik des katholischen Verbindungswesens.

Die jüngst erfolgte Gründung einer neuen katholischen Verbindung an der Universität Freiburg i. Br., die nun als zehnte außer der Akad. Marianischen Kongregation, dem PiuS- und dem Bonifatiusverein dort , besteht, wird von dem klerikalenFreib. Boten* mit einemVivat, crescat, floreat begrüßt. DieWestfäl. Rundschau" aber schreibt:

Dergleichen V e rs i mp e l u n g s - W i g w a ms sind langst mehr als genug vorhanden. (!) Es kommt ja immer nur au Biervertilgen hinaus, und da sind die sogen, kathol. Verbindungen um kein Haar bester als die anderen. . . . . Studentische Mensuren verschmähen sie angeblich auS katholischen Erwäg­ungen, aber das ist offenbar eine faule Ausrede. Eher mochte man Feigheit als Grund annehmen. Denn eine so w u lt e Sauferei und V ö I l e r e i, wie sie m den katholischen Be-- bindungen meistens gepflegt wird, steht ebensowenig im ®mncmg mit den kathol. Grundsätzen wie die Rauferei auf dem Fechtboden. . . . Warum paradieren und renommieren denn die katholischen Musensäuglinge bei Prozessionen und anderen kirchlichen Veran­staltungen mit langen Mestern (vulxo Schlägern), den in praxi v^> pönten Abzeichen des D u e l l - B u n k e n t u m s, anstatt in Wichs mit Humpen, Bullenköppen und Maßkrügen anzutreten, den Wahr­zeichen ihrer spezifischen, nicht minder unkatholischen Verbmdungs- tätigkeit?"

ßisenßasin-Zeitung.

D i e Personentarifreform der deutschen Ei s en b a h n v e r w a l tu n g en", die gegenwärtig alle Kreise interessiert, wird in einem Schrift eben behandelt, in dem ein ®e- fchäftsreisender seine Anfichten barlegt. Der Verfasser er­blickt seltsamerweife in der Abschaffung der Rückfahrkarten keinen Nachteil für das Publikum, ist für Beibehaltung der Monatskarten nur insoweit, als diese nicht über 50 Kilometer hinaus gelten sollen, zeigt aber an Beispielen, daß die Aufrundung der Fahrpreise die Benutzer niederer wagenklasten belastet und empfiehlt größere Bewegungsfreiheit in Benutzung verschiedener, nach einem Punkte führenden Linien. Auch sonstige Vorschläge hält der Verfaffer für durchstihrbar, ohne daß Publikum und Eisenbahn benachteiligt werden. Das Schriftchen ist zum Preis von 50Pfg. (Kommissions­verlag von Gustav SpieS, Düsseldorf) zu beziehen.

W. T.-B. heute:

Stockholm, 3. Aug. Der außepord'entfiche .Reichstag hnrrfoe heute geschlossen. Beim Schluß erklärte in der zweiten Kammer der Präsident Svartling, daß die Situation fort­dauernd ernst sei, doch sei die Kammer ruhig im Bewußtsein, durch ihr Mitwirken eine feste Grundlage für eine gute, friedliche Lösung der Unionsfrage gelegt zu haben: toemt die Situation sich zu s pi he liege die V er a n t wo r t ung hierfür nicht auf schwedischer Seite. (Man dürfte m Norwegen anderer Ansicht sein. D. Red.) Der Präsident kündigte die baldige Wiedereinbcrusiina des Reichstags^an.

Dslitische Tagesschau.

Der vermehrte Zollschntz der Landwirtschaft und die deutsche Industrie.

Daß der vermehrte Zollschutz der Landwirtschaft sich auch für die Industrie als nicht unvorteilhaft erweist, was ja unter Umständen auch zutreffend sein dürfte, behauptet der Generalsekretär der Saar-Industrie in einem Referat über das Wirtschaftsjahr 1904/05, indem er folgendes ausfübrt:

Während in England ein Drittel der nationalen Produktion aus dem Auslandsmärkte untergebracht werden muß, so in Deutsch­land nur ein Siebentel. Infolgedessen ist der autonome Tarif von 1902 sechsmal so wichtig für die deutsche Industrie, wie die Neu­regelung der Ausfuhrverhältniste. Kraft der neuen autonomen Zolltarife der Schweiz, Italiens, Oesterreich-Ungarns und Belgiens wird die deutsche Industrie vom 1. März 1906 an mit 15 bis 20 Prozent höheren Zöllen für ihre Ausfuhr im Auslande zu rechnen haben. Die neuen Handelsverträge haben an dieser Tat­sache nur wenig geändert, trotzdem sind sie von nicht zu unter­schätzender Bedeutung für die deutsche Warenerzeugung nicht etwa nur, weil sie die Zollpolitik der Hauptausfuhrstaaten für das Deutsche Reich auf zwölf Jahre unwiderruflich festlegen, sondern vor allem, weil sie durch Gewährung eines besseren Zollschiitzes an die deutsche Landwirtschaft den Binnenmarkt, auf dessen Aufnahmefähigkeit sechs Siebentel der deutschen Industrieproduktion angewiesen sind, aufnahmefähiger gemacht haben. Schon zurzeit scheint die deutsche Landwirtschast und insonderheit der deutsche Getreidebau die neuen Verhältnisse vorauszunehmen und sich durch reichlichere Bestellungen bei der In­dustrie auf sie einzurichten, denn seit dem März 1905 ist eine ganz unzweifelhaft vermehrte Nachfrage nach Erzeugnissen der Eisen-Industrie auf dem Binnen-

Aus dem Programm des Straßburger Katholikentages.

Zu dem alljährlich seit 51 Jahren stattfindenden großen klerikalen Parteitage, offiziellGeneralversammlung der Katholiken Deutschlands" genannt, welcher m diesem Jahre zu Straßburg i. Eli. vom 20. bis 24. August statt- findeu wird, ist in den Zentrumsblättern dieser Tage dw offizielle Einladung ergangen. Außer den vier offcntUchen arbeiten 29 besondere Versammlungen. Itt einer zwang­losen und in einer Generalversammlung tagt z. B. der ,,^'Auaustinusverein zur Pflege der katholischen Presse"; da dessen hauptsächlichste Tätigkeit fick nicht auf bre reUgwse, sondern auf die politische Presse erstreckt, wird der pofittschc Charakter dieser Versammlung dokumentiert. Dre elsaß- lothr Gruppe desAugustinusvereins", sowie derkathol. Preßverein für Bayern" halten außerdem je eme eigene Versammlung ab. Eine Sonderversammlung tft für bie Mitglieder und Teilnehmer der Generalversammlung aus den französischen Sprachgebieten in französischer Sprache angekündigt. t ...... m

Auffälliger denn je figurieren auf dem vielseitigen Pro­gramme die Bersammltrngen der akademischen ratyo- fischen Verbindungen und Vereine, bw allem m sieben großen Gruppen vertreten fern werden; Festkom­me rfe halten: t .

Der Verband der katholischen deutschen ^tudentenverbmd- urtgen" (farbentragende); MB. Hur findet sich der Vermerk: Nur gegen Eintrittskarte"); .

Der Verband der katholischen ^tudentenvereme Deutsch- lands^er t>rr wissenschaftlichen katholischen Studenten-

^oreE er^K'attellverbaird der katholischen süddeutschen Studen­tenvereine." ,, ,

Dazu tagen inNachmrttagsickungen noch.

Der Akademische PiuSvererw,-

Die Innsbrucker Altkonviktoren" imd

Der dlkademische Bonifatiusverein .

Schließlich sei noch bemerkt, daß man für römische An­gelegenheiten ein eigenes Komitee gebildet hat, dir? in ge- schlossener Versammfitng arbeiten wird.__________

Vermischtes.

Düsseldorf, 3. Aug. Zwei Italiener, ein Weber und ein Agent, wurden wegen Verdachts des Dieb - stahls von sehr wertvollen, ungefähr uOO bis 400 Jahre alten Kirchengemälden festgenomnien, die aus erner .Kirche oder einem Museum herzuruhren scheinen. Sie haben die Bilder, die in einem cmfsaNend langen Sofa verborgen waren, nach Deutschland eingefuhrt und m Düssel­dorf für 80 000 Mk. zum Kauf angeboten Die Angesckul- habe oder seiner Sinne nicht gan zmachtig gewesen sem digten wollen die Gemälde von einem Unbekannten m W mit dem Auftrage, sie in Deutschland zu verkaufen, er­halten haben.

Kirchliche 'Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Am 7. Sonntag nack Trinitatis, den 6. August: Gottesdienst.

In her Stadtktrche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer v. Schlosser.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten au5 bet Mattbäusgemeinde.

Vormittags 9V, Uhr: Prof. v. E ck.

Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Euler.

In der Johanneskirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrasfistent Sattler.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der.

Johannesgemeinde.

Vormittags 9A Uhr: Pfarrer Euler.

Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung tm Kon» firmandenfaal der Johanneskirche.

Katholische Gemeinde.

Samstag, den 5. August 1905.

Nachmittags um 5 Uhr und abends unt 8 Uhr: Gelegenheit äur; hl. Beicht.

Sonntag, den 6. August 1905.

8. Sonntag nach Pfingsten.

Vormittags von 61/. Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. ,

tun 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in der­selben Austeilung der heil. Kommunion/ um 8 Uhr: Die zweite heilige Meffe.

um 9'/, Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 2'/, Uhr: Christenlehre; darauf Andacht.

Frankfurt a. M., 3.

Reichsanleihe . . 101.25

do. ... 90.20

Konsole .... 101.35

do......90.30

Hessen .... 100.70

Oberhesson . . . 99.50