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4.7.1905 Zweites Blatt
 
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ykv. 154

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Zollfrei! Muster an Jedermann!

Seidenfabrikt. Henneberg, Zürich.

mtt «ulnahme bet Sonntags.

Dietltfcttitt FamNienblStter" werden dem -Anzei^-r Dterniol wöchentlich beigelegt. Der Reiflich« tanöwtrr ericheuu monatlich einmal

Diendtng 4. Juli! 90S

Rotationsdruck und Verlag der Srühlfch«

UntoerfitätfibcudereL 8L Lange, Gletze»

Redaktion, Expedition u. Drucker« Schulstr.ZI

Tel Nr. 6L Tetegr^-Adr. i Anzeiger «SUfeet

Hitze, Unwetter, Erdbeben, diese drei Natur» erschcinungcn beherrschen zurzeit die Länder der Erde. In Berlin sind nach amtlicher Meldung am Sonntag sechs Erkrankungen an Hitz schlag vorgekommen, davon einer mit tötlichem Ausgang. An demselben Tage erkrankten in der Umgebung von Rom 12 Menschen an Sonnenstich und acht sind" davon gestorben. In Wien kamen infolge der abnormen Hitze am Sonntag 60 Unfälle an Hitzschlag und Sonnenstich vor, wovon 3 tödlich verliefen. Eine Frau wurde infolge der Hitze wahnsinnig. In Dietz wur­den zwei Kinder eines Gastwirtes im Alter von 5 und 6 Jahren vom Blitz getötet, während sie mit den Eltern zu Tisch saßen. In Leipzig wurde em Automobil von einem Blitzstrahl getroffen. Eine junge Dame wurde teilweise gelähmt. Während eines furchtbaren ®e- witters schlug in Danzig der Blitz in die fast 600 Jahre alte St. Katharinen-Kirche. Der Turm wurde voll­ständig zerstört. Außer den Glocken enthielt der Turm ehr uraltes großes, etwa 11000 Pfund schweres Glockenspiel, das zweimal täglich mittelst Klaviatur gespielt wurde. Die Glocken schmolzen und stürzten in die Tiefe. Bald darauf brach das ganze Gebälk in sich zusammen. Der Schaden beträgt 200 000 Mk. DaS Glockenspiel stammte cmS dem Jahre 1634. In Hannover wurde die Bennigsen­kirche durch Blitz eingeäschergt. Im Braunschweigischen Dorfe Schapen erschlug der Blitz eine Frau in ih«r Wohnung und in dem Dorfe Raut heim wurden durch Blitzschlag zwei Gehöfte in Brand gesetzt. In Breite«- darf schlug der Blitz in ein Bauerngut, das in Flammen aufging. In zahlreichen Ortschaften deS Landkreises Kiel ist durch Sturm und Hagelschlag unermeßlicher Schaden an den Kulturen angerichtet worden. Am Montag wurde em starkes Erdbeben tut Kanton Glarus verspürt. Nach einem aus Mexiko eingegangenen Telegramm ist durch eine Ueberschwemmung, die einem heftigen Unwetter folgte, eine Anzahl Menschen in Guanajuato, dem Betrtebssitze von englischen und amerikanischen Minenkvmpanien, nmtze- kommenr die Zahl wird verschieden, von hundert bis auf tausend, geschätzt.

Unfälle in den Alpen. Der Wiener Realschm» Professor Dr. Zllois Kimmerle ist am Hochtor im Gesäuse abgestürzt und seinen Verletzungen erlegen. Am Umbaltürtl, Uebergang vom Raiutal ins Jseltal, stürzte Dr. Viktor Greiner aus Berlin ab.

Die entw ischte Prinzessin. Das Urteil, das der Prinzessin Alexandra von Ysenburg-Büdingen- Wächtersbach wegen betrügerischen BankerottS drei Wochen Gefängnis znerkannte, ist jetzt, vom Thurgauschen Obergericht bestätigt worden. Die Prmzeffm säße also jetzt im Gefängnis, wenn sie es nicht vorgezogen hätte, die freie Schweiz bei Zeiten zu verlassen, wahrscheinlich auf Nimmerwiedersehen.

* Strafverfahren gegen einen Assistenzarzt. In dem Strafermtttelungsverfahren gegen den Assistenzarzt Dr. Meyerhof und die Oberin oder die seinerzeit mit der Aufnahme von Kranken betraut gewesene Schwester des Etisabeth- KrankenhauseS in Berlin wegen fahrlässiger Tötung hat die erfolgte Sektion der Leiche des Sekundaners Paul Löwe ergeben, daß eine Schußverletzung des Ge­hirns anscheinend nicht vorliegt. Es wurde auch kein soge­nannter Flachschuß konstatiert (also keine leichte Verletzung), wie Dr. M. den Angehörigen gegenüber die Wunde bezeichnet hatte, sondern ein Tiefschuß, das heißt der Schädelknochen war durchschossen. Die übrigens nur kleine Kugel rottrbe plattgedrückt, auf der Gehirnmasse ruhend, aufgefundar. Der verletzte Knabe ist offenbar an einer Nachblutung, wie sie bei derartigen Schußverletzungen häufig auftritt, gestorben. Die Akten über das Ermittelungsverfahren befinden sich gegenwärtig bei dem Oberpräsidium in Potsdam, der vor­gesetzten Behörde deS Elisabeth-Krankenhauses.

5F/e, 27. Seinr. Schlicht-Metzlar-Niedergirmes mit 51%, 27. W. Sk-uer-Krokdorf mit 518/6, 28. Martin Textor, Marburg,

51V«, 29. Karl Dahmer-Lauterbach mit 61, 29. Georg Knienm- Bad-Nauheim mit 51, 30. Jakob Steinmüller-Rodheim, M.-^.-v^, mit 506/., 81. Wilhelm Schneider ° Groß - Buseck mit 50%, 81. Christian Ussner-Schotten mtt 503/e, 32. Ludwig Brauba^ Butzbach mit 507«, 33. Wilhelm Lehr-Daubringen mit 50, 38. Rad. Müller-Niederwöllstadt mit 50.

i. Großen-Buseck, 4. Juli. Beim Gauturnfest in Alsfeld errangen die Turner Balth. Dort in bet Oberstufe den 1. Preis und W. Schneider in der Unter- stufe den 31. Preis. Den Siegern zu Ehren begab sich d« Turnverein mit Musikbegleitung zum Bahnhof, um die heim­kehrenden Sieger abzuholen. Im Vereinslokal begrüßte sie der 2. Sprecher, Größer, mit einer Ansprache.

p. Aßlar, 3. Juli. Heute mittag ertrank bei unserem Dorfe in der Dill ein zwölfjähriger Junge einer hiesigen Fabrikarbeiterfamilie. Er wollte daS Schwimmen erlernen. Zwei Knaben gingen mit ihm; der eine befestigte an dessen Füßen eine Leine. Statt am Dillufer stehen zu bleiben, ging er selbst ins Wasser und hielt daS Seil. Plötz­lich mußte er es loslaffen. Noch steht nicht genau fest, warum. Ob ein Herz- oder Hitzschlag die Todesursache deS ertrunkenen Knaben ist, oder ob er erstickt ist, wird noch die ärztliche Untersuchung ergeben. Eisenbahner zogen den armen Knaben ans Land. Die lange angeftellten Wiederlebungsversuche blieben zum unsagbaren Schmerze der Eltern erfolglos.

Gießen, den 22. Juni 1905.

Betr.: Landwirtschaftliche Bodenbenutzung im Jahre 1905. Das Großherzogliche Kreisaml Gieße» dB dte ttzrnsth. Bir^qerrrr-iktereter, deS Eeo-SsS

Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 15. Mai l. Js. (Kreisblatt Nr. 62) noch nicht entsprochen haben, werden an deren Erlediguog mit Frist von fünf Tagen erinnert.

I. V.: Dr. Fink.

v. pr. a

Zweites Blatt. 155. Jahrgang

Gießener Anzeiger

Ausland.

Stockholm, 8. Juli. Beide Kammern verhandelten heute über den Vorschlag, 100 M i l l i o n en Kr o n e n d e r R c g i e r - ung zurVerfügung zu stellen. In der ersten Kammer be­tonten der ehemalige Generaldirektor Akermann und der Dis­ponent Almstroem, daß dieser Vorschlag der Ausdruck tiefen Miß­trauens aegenüber einer Negierung sei, welche tue Interessen des Landes Nicht wahrgenommen habe ^n der zweiten Kammer warnte u. a. Sven v. Heb in (bet berühmte Fprsckier) vor einer VufreiziMgspolitik und empfahl, daß; bie Knmmer den Vorschlag ablehne und ihn entern Spezmlansschuß übersende, da er dem Verfassungsparagraphen wideripreche, der bestimme, daß auf einem außerordentlichen Reichstage nur Magen behandelt werden dürften, die mit der Frage tn Verbindung stehen, wegen welcher der außerordentliche Reichstag zusammenberufen wrrrde. Professor Hjörne und andere widersprachen Hedm, doch wurde schließlich der Vortrag in beiden Kammern einem -speztal- ausschuß überwiesen. , ,,, , . .

Haag, 3. Juli. Das Gesamtkabtnett reichte ferne Entlassung ein. ---------

RoMische Tagesschau.

Ein Glückwunsch und ein Widerruf zugleich.

Der Direktor der Franckeschen (Stiftungen in Halle, Geh. Negierungsrat Prof. D. Dr. Fries, hat an den Reichs­kanzler Fürsten v. Bülow folgendes Schreiben gerichtet:

Durchlauchtigster Fürst!

Hochoebietender Herr Reichskanzler!

Euer Durchlaucht bitte ich zu der flmgst durch Allerhöchste Luade verliehenen Standekerhöhung hochgeneigtest meinen ehr­furchtsvollen Glückwunsch entgegennehmen zu wollen. Dem gesellt sich die aus warmem und dankbarem Herzen kommende Ver­sicherung, daß die Franckeschen (Stiftungen, insonderheit das Pädagogium, allezeit eS mit freudigem Stolze rühmen werden, m dem Primaner und A b i t u r i e n t e n B e r n h a r d v. B u l o w einst einen Zögling besessen zu haben, von dessen hervor­ragenden Geistes- und Charaktereigenschaften die A k t e n d e r A n st a l t ein b e r e d t e 8 Z e n g n t s geben und besten späterer Laufbahn Direktor und Lehrer schon damals mit den Höch st en Erwartungen entgegenfaben. Gott der Herr schütze Euer Durchlaucht, Er segne Ihr bewährtes und so einzig verantworlungsvolles Wirken auch fernerhin m Rat und Tat zum Heile unseres teueren Vaterlandes!

Ehrerbietigst und gehorsamst gez. Geheimrat Professor D. Dr. Fries, Direktor der Franckeschen Stiftungen."

Man erinnert sich, daß von antisemitischer Seite be­hauptet worden war, der bekannte Geograph und Gymnasial- Professor Daniel habe zwar die Fähigkeiten seines Schülers ,Bülow anerkannt, aber dessen Charakterstärke angezweifelt, eine Behauptung, die alsbald von verschiedenen Seiten als

Aus Stadt Md Land.

Gießen, 4. Juli 1905.

- Oberhessischer Geschichtsverein. . Die Mit­glieder, die eine Einladung zu dem am 9. Juli geplanten Ausflug nach Herborn nicht erhalten haben, werden gebeten, sich umgehend an den Schriftführer Dr. Vogt, Moltkestr. 28, zu wenden.

Nach der Schweiz. Wie derFrkf. Ztg." mit- geteilt wird, haben seit dem 1. Juli auch die Hin- und Rückfahrkarten nach der Schweiz eine Giltigkeits­dauer von 45 Tagen.

" DaS Gau-Turnfest des GaueS Hessen in AlSfeld am 1.3. Juli, vom prachtvollsten Wetter be­günstigt, verlief, so berichtet man unS, zur vollen Zufrieden- heit Aller. Das Wohlwollen unb Entgegenkommen der Be­hörden und der Bürgerschaft, das der Turnsache und den Turnern entgegengebracht wurde, war mustergiltig und bleib allen Turnern in dankbarer Erinnerung. Wenn auch die Sonnenstrahlen das Turnen zeitweise sehr beeinträchtigten und dadurch bei den Stabübungen die 3. Gruppe abgesetzt werden mußte, so wurden doch schone und erfteuliche Gesamtresultate erzielt. Es erhieltest bei der Mnsterriege folgende Vereine Auszeichnungen:

1. T.-V. Butzbach 84,75, 2. T.-V. Alsfeld 84, 8. T.-V. Mar­burg 3133, 4. T.-V. Wetzlar 31,17, 5. T.°V. Alsfeld (WW- rteae) 30,66, 6. T.-V. Gießen 29,80, 7. T.-V. Lannsbach 29,75, 3. T.-V. Cber-fDlörlen 29,70, 9. T.-V. Muschenheim 29,58, 10. T.-V. Wetzlar-Niedergirmes 29,08, 11. M.-T.-V. .Gießen 29, 12. T.-V. Schlitz 29, 13. T.-V. Sich 28,83, 14. T.-V. Lauterbach 26,66, 15. T.-B. Großen-Lindeu 26,50, 16. T.°B. Gambach 26, 17. T.-V. Fried- berg 25,92, 18. T.-V. Langsdorf 25,83, 19. A.-T.-V. Marburg 25,50, 20. T.-B. Grünberg 25,30, 21. T.-B. Nieder-Weifel 25, 22. -L.-V. Schlitz 25, 23. T.-V. Bad Nauheim 24,50 Punkte.

Im Einzel wettturn en gingen folgende Turner als

begünstigungsstonten sich würden beziehen können, um auch ihrerseits ohne weiteres der Vergünstigungen teilhaftig zu werden, welche die Wertragsstcraten mit angemessenen Zu­geständnissen erkaufen mußten.

Die Sorge so schreibt man uns lauft also darauf hinaus, daß der deutsche Markt nach wie vor mit überseeischen Lebensmitteln überschwemmt werden wird, und im .Hinblick darauf die zugunsten der deutschen Landwirtschaft festgelegten Schutzzölle nicht hoch genug bemessen sind.

®om Standpunkt des Konsumenten muß es dem­gegenüber als erwünscht bezeichnet tverden, das; nicht un­mittelbar unter der Wirkung des neuen Zolltarifs ein E m - porschnellen der Getreidepreise stattfindet. Die russischen Ausfuhrverhältnisse sind in Betracht zu ziehen, die in Verfolg des Krieges und der Zustände im Innern nicht so günstig liegen, wie in früheren Jahren. Da ist es nur erfreulich, daß die Möglichkeit eines Ausgleichs besteht bei der Versorgung Deutschlands mit billigem Brotgetreide auch unter der Wirksamkeit der neuen Handelsverträge. Iw übrigen ist noch keineswegs aus­geschlossen, daß nicht and) zwischen Deutschland und Argen­tinien in absehbarer Zeit ein Handelsvertrag vereinbart wird. Fürst Bülow hat es wahrlich nicht verdient, daß die Agrarier in seine Geneigtheit, vor allem die Inter­essen der heimischen Landwirtschaft zu fördern, Zweifel setzen. Wenn Bemängelungen von dieser Seite überhaupt noch berechtigt wären, dann müßte die süddeutsche Landwirtschaft sie geltend machen, die sich aber bet dem geringeren Vorteil, den ihr die Handels- v ertrüge bringen, bescheidet.

unrichtig zurückgewiesen wurde.

Den alten Miquel hat es geärgert, als eines Tages ein Brief auS seiner von Revolutionsideen erfüllten Studentenzeit in einem sozialdemokratischen Blatt austauchte. Der Inhalt dieses Briefes konnte, unter Berücksichtigung der Gntstehungszeit, den Minister natürlich nicht kompromittieren. Aber der Gegensatz zwischen dem recht konservativ gewordenen Staatsmann und dem ehemaligen Vorkämpfer für allcr- radikalite Ziele (Wad wir wollen? Sie hinunter, und wir Hinauf!") wirkte komisch, und in solcher Beleuchtung zu stehen verdroß doch, bei aller Philosophie, den alten Miquel. Fürst Bülow, der mit gutem Humor die Wi tz blatt-Karr i- katurcn sammelt, soweit sie sich mit seiner Person be­schäftigen, mag vielleicht in diesem Falle eine ähnliche ver­drießliche Empfindung gehabt haben. Die Veröffentlichung unschmeichelhafter Zeugnisse ist schon unangenehm, wenn sie beglaubigt sind, doppelt unerfreulich, wenn sie, von einem Satiriker oder einem politischen Gegner, erfunden sind. Man kann es daher verstehen, daß Fürst Bülow dieNorddeutsche" mit der Wiedergabe der Zuschrift aus Halle beauftragt hat.

*

Die Schiffahrtsabgaben.

D.-B. Hb', meldet uns heute:

Die sächsische Regierung hat sich, wie aus sächsischen Judustriekreisen mit Bestimmtheit verlautet, entschlossen, im Bundesrat gegen die Einführung von Schiffahrtsallgaben zu stimmen.

Unseres Wissens war die wär tte mb er gische Re­gierung die erste, die sich gegen diese Abgaben erklärt hat. Hw he ssischen Landtage hallen zwar die Bauernbundler Hich seinerzeit für eine solche unglaubliche Derkehrserschwer- urig ausgesprochen, aller die Regierung stellte sich selbst­verständlich ganz entschieden auf den entgegengesetzten Standpunkt ans wohlerwogenen sozialpolitischen Gründen. Die jetzige Trockenheit der Witterung z., B. verursacht dem Binneuschifsahrtsgewerbe wieder erhebliche Sorge. Sollte der Hochsommer angesichts der jetzigen enormen Hitze, tote zu befürchten ist, eine der vorjährigen entsprechende lange Dürre bringen, dann dürfte sich erneut die Notwendig­keit ergeben, für die bedrängten Kleinschiffer Sa mmlungen zu veranstalten. Wenn dergestalt die hin­sichtlich der Frachten ohnehin ungünstige Situation der Flußschisfahrt sich zur offenbaren Notlage verschärft, dann würde die Einführung von Schiffahrtsallgallen auf den freien Strömen hierzu passen wie die Faust aufs Auge. Es ist zweckmäßig, daß die ins Stocken geratene öffentliche Agitation gegen diese Verkehrssteuer wieder kräftig einsetzt. Die Stellungnahme der ReichStagsmehrhett in dieser Frage war nicht geeignet, die Regierung von der Einführung der Wasserstraßeusteuer abzuschrecken. Und die Proteste von Württemberg und Sachsen sind für deren Ablehnung nicht entscheidend. Nur ein wiederholter Protest der öffentlichen Meinung kann die zur Auffassung Preußens hinneigenden Einzelstaaten anderen Sinnes machen und die der Schiffahrt drohende .Belastung ab­wenden.

*

Das Herannahen der Ernte gibt der über agrarischen Presse wieder Anlaß zu sorgen­vollen Betrachtungen über die Ausfuhrfähigkeit überseeischerLänder. Zunächst wird auf die steigende Produktion Argentiniens an Weizen unb Mais hingewiesen, für deren Unterbringung die Auslandsmärkte bi entsprechend höherem Maße in Betracht kommen. Man vermutet nun ,daß Argentinien Deutschland gegenüber auch vach Inkrafttreten des neuen deutschen Zolltarifs im Besitz des Meistbegünstigungsrechts bleiben wird, bis ein Handels­vertrag diesen Zustand ablöst und das deutsche Reich in den Genuß ' entsprechender Gcgenzugeständnisse treten läßt. Ein solches Provisorium aber erachtet man für bedenklich, weil es einen Fall darstellt, aus den die anderen Meist-

Sieger hervor:

Oberstufe.

1. Preis Balthaser Dörth, Großen-Buseck, mit 597c Punkten, 2. Gottlob Kujns-Marbura, T.-V., mit 58, 3. Guido Ihrmaer- Alsfeld mit 567«, 4. Heinrich Hamel-Gießen, T.-V., mtt 5<'8, 5. Hermann ArkularinS-Schotten mtt 567«, 6. Emil Wahl-Butz- bad) mit 557c, 7. Heinrich Gries-Bad-Nautzetm, -r.-V.,, mit 54 /g, 8. Karl Bender-Wetzlar, T.°B., mit 587a, «- 'l

?eld mit 537«, 10. Karl Rees-Butzbach, T.°V., mit o2 /o, 11. 3afob Lippert-Butzbach mit 527«. 12. I. Seliqmann-Wetzlar mit o0.

Unterstufe.

1 Preis H. Schies-Friedberq mit G23/6 Punkten, 2. Julius Lanasdorf-Dad°Nauheim mit 607«, 3. Heinrich Bal;er Nleder- Wöllstadt mit 607«, 4. Emil Lindner-Marburg, T.-V. mrt 59/, 5. Karl Noll-Gießen, T.-V mit 59%, 5 Albert Die ü-Kwchbam, T. V. mit 59%, 6. Wilhelm A!engeS-Lechaestern mit 59, 7. R. Schneider-Wetzlar mit 587«, 8. Engelbe^-Btrk, Gießen, M.-T.-V., mit 58%, 9. Paul Lausch-Alsfeld mit 58%, .10. 6. Schnetdei.- Weklar mit 567-, 11. K Spamer-Schotten mtt 557«, H< Georg Kordcr-Wettlar mit 557«, 12. Hch. Hartmann-Bad-N<ruhetm mit 55%, 12. Gustav Schwing-Wetzlar mit 55%, 13. Will). Schovi-e- B und ach mit 55%, 13. Wtlh. Volk-Grotzen-Lmden mit 5o /,, 14 O. Pfeiffer-LaunSbach mit 557«, 14. K. Grte-Vao-Nauhelnt mtt 557«, 15. H. Hahn-Schlitz mit 54%, 15. H. Vaumann-Gteßen, T^- V., mit 547«, 16. Fritz Hetnzelbacher-Marburg mit 54/«, 17. Wtlh. ^rnnf-Oodav mit 54%, 18 Herrn. Beckcr-Bad-Nauhetm mit »47«, 19 Willl H ß Gießen, T.-V., mit 537«, 20. Ludwig Grütz- Daubringe-.i mit 53%, 20. Hrch 5lmenb - ÄroR>ovf nut

6R?/ 21. Albt. Sc,p-Gte»en, T.-V., mit 53 /c,___ 23.

Wilh Tödt-Gießen, M.-T.-V., mit 52%, 24. Karl Lchab- ^uhbarf) mit 521', 24. Jakob Mtqiion-Metzlar mit 5225> v. Schmidt-Schotten mit 52, 26. Rich. Glagow-Gteßen, T.-B., mit D /,