Ausgabe 
30.12.1905 Erstes Blatt
 
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LSS Jahrgang

Örsted Blatt.

J Unserer werten Kmrdschast, sowie allen Freunden

und Bekannten

A die herzlichsten Glückwünsche H»

'l'lemen werten Gästen, sowie Rreuntien und Bekannten

die her^ichstcn G!üöllvansche

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Unserer verehrlm Kundschaft, sowie Freunden und

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Bekannten

j die herzlichsten Glückwünsche!

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zum Jahreswechsel

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mm Jahreswechsel!

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Unserer verehrten Kundschaft, sowie Freunden und

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Unserer werten Kundschaft zum bevorstehenden Jahreswechsel

ftkiu Verwandten, Freunden Ul* Getonnten

Peter Berg und Frau

Restauration Bob, Bahnhosstrak- 11.

Unserer verehrlichen hiesigen Kundschaft erlauben wir uns die herzlichsten Glückwünsche

geübter Mtpbilck imbLW.*: nfe. Sonorar. e®r.

1.08465 an b.ww^

zum neuen Jahre!

Schäfer & Grösser

Weitzbiudergeschäft.

güt bieuni®5'

v*' Unseren verehrten Gästen, Freunden und Bekannten EM Bekannten g«

W' 4 He hcrzlichstin Glückwünsche tz Idie herzlichsten KlüLwünsche A

U 166'370 zum Jahreswechsel! N zum neuen Jahre!

zum neuen Jahre.

Ludwig Reuss und Frau

SeUerLweg 46.

Gegensatz zu Tolstoi, dem ziemlich einsamen Führer und 93er- heißer der .Rückkehr^ zu einem erträumten goldenen Zeit­alter, das »sich nie und nirgenS hat begeben', und einigen ähnliche Gedankengänge Wandelnden von lauterer Glaubens­stärke und reicher Poesiebegabung fordern sie ungestüm die Umwandlung unseres .verkommenen kapitalistischen Klassen- staateS' in den glückseligen Staat der Zukunft, von dem sie aber in weiser Vorsicht selbst auf ihren Parteitagen mit <Z hengrin fingen: .Nie sollst Tu mich befragen!'

Beide, die wenigen Apostel der alten nie gewesenen und die viel zu vielen der neuen niemals kommenden Wellord- nung, leiden, so groß auch die Gegensätze zwischen beiden sind, an demselben Fehler. Vertieft in eine ferne erträumte Welt, ist ihnen das Verständnis verloren gegangen für die Welt, in der wir doch einmal unseres Lebens Tage hinzu- bringen bestimmt sind.

Liese Welt scheint freilich nicht allein zartem, schwäch­lichem Gemüte friedlos und ungemütlich. Abgesehen von allen großen Völkerzwisten die gewaltigen Umwälzungen und Neubildungen aus allen Gebieten unseres Wissens und könnens haben die frühere Ordnung der Dinge, die durch das Alter geheiligt schien, über den Hausen geworfen, haben vernichtet, was ehrwürdige Urbcrliefcrung den Menschen zu lieber frommer Gewohnheit gemacht hatte. Und nicht nur bie alte Ordnung der Dinge, auch die der Menschen ist nid« uchtSloS durchbrochen worden. Breite Schichten drängen sich immer weiter aus der Tiefe nach oben und fordern immer dringlicher ihren Platz an der festlichen Tafel des Lebens. Was dem glücklichen Besitzenden einst durch den Standort seiner Wiege garantiert war, das will er sich nach schwerer harter Arbeit durch vereinte Kraft erringen.

Ist c6 aber wirklich notwendig, dad Wort zur Ver­teidigung dieser unserer modernen Zeit zu ergreifen? Ist eS nötig, aufzuzählen, waS sie geschasst, erarbeitet und errungen hat? Wer darüber schmähten wollte, daß eine so gewaltige Nulturbewegung wie die der Neuzeit, auch Schlamm und Unrat genug mit sich führt, mit dem ist nicht zu rechten, beffen Engherzigkeit gleicht der eines Menschen, der der Lonne ginnen wollte, weil er sich nicht die Zigarre an ihr anzündeii t mm '

Ruhigen Herzens konnten wir den Crgebmffen einer Statistik entgegeniehen, die feststellen sollte, ob die viet- geschmähte Unzufriedenheit unserer Zeit mehr zu Verbrechen ober zu großen Taten, zu segensreichen Ersindungeil ange­trieben hat. Und wer wollte bestreiten, daß gerade ein gut Teil der Unzufriedenheit, der Ungenügsamkeit, die viele günstig Gestellten, welche von den ob gegenwärtig bestimmter Zeitumstände Darbenden kaum b-rührl werden, ans purer individueller MißgestimmHeit der heutigen Zeit so oft vorwerfen, die wahre Ursache jeder sozialen Entwicklung ist! . .

Und wer nur mit dem rechten offenen Blick ms ver-

August Wallenfels und Frau

Marktplatz 15.

znm Jahreswechsel!

Conrad Ruth und Frau

Solle'.'ichösi.

8üb«t «uUrittnjv gejudJi.

Zeilenvreiü: lokal 12Pf« auswärts 20 Ulq.

Verantwortlich Hit den votu. und allflem. Teil: P. Witiko: Hit .Stadt und Vanu und .Gerichteiaaf: E r u st yey. hu den An- reiaeuteil: v on 5 Beck.

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen

zu entbieten. __ _ ..

Giessener Stempe'fabrtk

Areuter & Co.

Statt jeder besonderen Anzeige.

Unseren werten Kunden, Verwandten, Freunden und (Sönnern

zum Jahreswechsel

unsere ausrichlUen Wim$e!

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L^Ntr?.

August EeHenbsm und Frau

*j 6671 Schoustraße 19.

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| llaijereu werten Gästen, Freunden und Nachbarn

Äs herzlichsten Glückwünsche

zum Jahresxvecnsell

W41 Johann Georg Kraft und Frau

Zum Tannhäuser.

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SnmStag 30. Dezemder 1905

vezagtzpretSr

Ä monatlitli7BW.,DlerteU

V * jährlich Alk. 2.20-, durch

x. zx. A Adbote- n. Zn eigstellen

2|V X < J monatlich 'M; durch

VS /i V1 /s W 'M 7 bieVoft a\:.2.- Üiertel-

V fe-J fei V- führt, aui'chl. Bestell^.

* E2 . 4 Itnuahme von Ailjtigea

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« V Vvyx-7» diS vormittags 10 Uhr.

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ädcheu sucht CleH- Herrsch. am lieb'?

Oft» ob. Ulorb-Üln': >Permittluna?b. £

iucke Hit meine'. fräiL 5d)ro5fl..i ZcschäslsbaiiS in Ile ilunq für Haust. ist bei ifamilienanM

M. Eenme, ?

gangene Jahr zurückschaut, der wird neben vielem Unerfreu­lichen doch auch genug der Tinge erspähen, auf denen fein geistiges Auge mit Befriedigung ruhen kann. Ist doch der Friede, so sehr er auch bedroht schien, nuferem deutschen Vaterlande erhalten geblieben. Hat sich doch der allgemeine Wohlstand infolge im allgemeinen sich bessernder weltgefchaft- licher Verhältnisie wieder ein wenig gehoben.

Und wenn un9 daS vergangene Jahr manches und manchen Teure geraubt, gar manche Hoffnung nicht erfüllt hat, wenn auch recht zahlreich die guten Wünsche sind, die mir ins neue Jahr nut hmübernehmen, wir wollen unb sollen, trotz d efetn und jenem, doch nicht mutlos der Wohltat des Hoffeiis entsagen. Liegt doch in dem Brauche, den Abschied vom alten Iahte und den Eintritt in daS neue in gehobener Stimmung zu begehen, schon an sich ein Zeugnis des SichabfindenS unb UeberwindenS der Schickungen des vergangenen, ein Bekenntnis der Hoffnungen für das kommende Jahr.

Der legte Werktag vor der Jahreswende ist nach mannigfach geübter Preßsitte die Zeit, in der in Um- imb Vorschau eine Zeitung zu ihren Lesern auch von sich selbst reden darf, von dem zum wenigsten, was sie will in des neuen JahreS kommenden Tagen.

Wir werden, so weit cS eine Zeitung vermag, auch nn neuen Jahre 19U6 daS unS für die Entwickelung unseres de>:lschen Vaterlandes wie unseres Hessenlandes ersprießlich Scheinende in wahrhaft liberaler Gesinnung unterstützen. Wir wirben nach wie vor die industriellen und gewerblichen, die kommunalen und VerkehrSverhällnisie mit offenem Auge be- irachten und zu fördern uns bemühen, die bürgerlichen, bäuerlichen und arbe iterliche n Jnleresien in gleicher Weise zu berücksichtigen unS angelegen fein lassen. Nicht Mundstück einzelner Stände wollen mir sein, sondern Mund­stück alter städtischen und ländlichen Jnterefsenbestrebungen, die vom Slaudpuukt der Allgemeinheit berechtigt und ohne wirtschaftliche Schädigung der großen Gesamtheit er­reichbar scheinen.

Tas sind die Gelöbnisie des Gießener Anzeigers für das heraufste>gende Jahr. .Komme, was kommen mag, Zeit und Ltrn.de xmnen auch durch den rauhsten Tag", sagt der Dichter. Hoffen mir, daß wir am Schlüße des Jahres 1906 nut, freudiger Genugtuung aa8rufen können: eS roar nicht nur em neues Jahr, eS war auch eine neue Zeit, eine eine Zeit der erfreulichen Forteiitmickelimg auf allen Ge­bieten des menschlichen JntereßeS, zum Wohle der Gesamt­heit der Lienschheit, des deutschen Volles und in Sonderheit Der hessischen Erde! L'iüge uns das neue Jahr einen Schritt weiter auf dem Wege zum Eden auf Erden, d. h. zur Aller- lenntniS führen.

In diesem Sinne rufen wir unfern Lesern und Freunden- in Stadt und Land zu:

,.Prosit Neujahr!"

sst^l und pessiiNiftlschcn Denkart des Prüfenden, nach dem irilliibiiieüen Standpunkt, von dem aus man die Welt und no3 'ne im Innersten zufammenhält' betrachtet.

ßm unserer Zeit überwiegen die Pessimisten. Und die wkWiu- gslen Pessimisten, die Pessimisten von Profession, die b iealid')cn Hasser der bestehenden Staatsordnung behaupten f Msiui.sch, mit Raffanbrablicfcu unsere alte Kultur und mit ihr diiKqedrechliche Umwelt in Trümmer fallen zu sehen, unb sie v Lpicchen eine neue, eine glücklichere Welt. Im sinlien

Die _j,,.

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13051996.

Gießen, 30. Dezember 1905.

f>'nab inS Meer der Vergangenheit sank die Weih- n»i' 1905, hinab sank all der friedvolle Zauber, den das föjeii be# Friedens auch für die kampfbereitesten politischen Crlei'in- wenigstens für diese Tagesdreieinigkeit anSgeströmt hd»l Mahnend mit ernstem Flügelschlag steigt herauf ein niieS Jahr 1906. Morgen um Mitternacht tönen e§ eiiai'ii Gtockenklänge von allen Türmen in Stadt und Land hktnwr: Neujahr 1906! Mit Glaserklang und grüßenden rhifem erklingt dazu die hoßnungsreiche Melodie: Prosit lejc hrl Dem Zauber deS Augenblicks hingegeben, triitzig viOi ihm fordernd, oder ergebend von ihm ersehnend, wa§ er bieti n kann, tönt cS anS Palästen und Nichtpalästen bH he?rausziehenden Jahre entgegen: .Prosif, d. h. .es nilge^enl4'

,Oer Wkensch hofft immer auf Vefferungf Diese Hoss- nriM sollte man ihm nicht trüben, aiich wenn die Zeitläufte irm;lU emcirien keinen guten Untergrund für hosfnungSsrohes jru!iinfii6träumcn geben.

HvffnungsfroheS Zukunftsträumen unb heiteres Genießen fcfElreu Augenblicke an der Schwelle eines neuen Jahres aber nt ir nur auf kurze Momente den Blick hinwegziehen von dtz'l ). ngenben Gewalt der Tatsachen, die al§ zur Arbeit nit i!ivr.ibc Gesellen der ZukunftSträume aus der Vergangen- HHijl dck> alten JahreS nnt hinüberziehen in des neuen JahreS yknun ndeS Leben. Darnm rückgeschaut und auf» und aus- qfta.itt.

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! burflttUodittir

Stelle in gut MLdch.h.d.Li!^ i6utknberafr,c'> n Mädchen, i?7' n kann, zu llt- alb gefudit. >4 >er, Cellei-ßwei",

Peter ürmeoderz end Frau

EöbeUabrlk-Lager und

Teephon 399. Ausstattung - Geschäft Kaplausgasse 18.

Pit. 806 etnfleiwt ISqltch t!r SomuagS.

Tlla -Bencr?tn»et<Ter WfKr'-iHm Westüel mit briff Aschen bt N tiritner . en« bl M1 Diernmi ui der udee beigelegt.

R ßeticnsdruct iu Der» laüil *< Brüh l'schen U .n '1-Buch-ru Stern- brlhnind. R. Lange. SUteMtinn, (Srrebttton tub Tnirfcrtt:

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die besten

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lm'ickgefchaut und auf- unb ausgefchaut! Erwägend und p|cflf?n? betrachten nur, was und das Gestern gebracht, was ug'i- tc-6 Heute bringt, und wir suchen mit spähendem Blick z gu stsinschen, waS uns der nächste Dtorgen bringt, ob er uns GEoioeu bringt, Freud oder Leid.

Diese Bilanz, die jetzt von vielen denkenden Volks- gipfln für das Jahr 1905 gezogen wird, ist natürlich keine l.M ei.r.in gütige. Die Anschauungen über das Soll und SjfaltH, über Gewinn und Verlust, diese Worte im Sinne der ^icdifeitiön, der MenschheilSenlwickelung genommen, wechseln x Cdiau sehr noch den eigenen Erlebnissen und Bcgegnisien f riEojilr DQU denen man in seiner unumgänglichen Srrbjek- r verallgemeinernde Schlüsse zieht, als nach der oplmufü»

rcinSjimmtr ab^u^* '

LouiSMsi«