Mittwoch 27. Dezember 1905
'Nr. 303
Zweites Blatt
155. Jahrgang
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General-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt firr den Kreis Eietzen
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hd B-sucheS in Aussicht !ökife etwaigen anderen iBttbciter City-CouncilS
des Magistrats der Stadt Berlin man den Monat Juni als Zeitpunkt genommen. Doch will man in jeder Wünschen deS Lordmayors und des entgegenkommen.
ttfdKinl tRgNch mit Ausnahme deS Sonntags.
i;: ftr „Gletzener KamillenblStter- werden dem ^c-ner viermal wöchentlich beigelegt. Der Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Rotationsdruck und Verlag der Brübl'lck« UnwcrsuälSdruckerei. R. Lange, Gieß«.
Redaktion. Expedition u. Druckerei : Sckulstr-U, Del. Nr. 61 Delegr.-Adr.: Anzeiger Gretza».
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er neuen Friech i, sind aus 6 Ich oder geteilt zu : cievung sowie & । noch hergeslelli. iheres bei H. ch burger Straße 2! ögel »n» ). kunstgerecht nai lestopit in der Kur: §g, Kretzschmar/
Keer und Alotte.
•— Nach einer Londoner Meldung deS „Pariser OTntin* soll Campbell Bannerman beabsichtigen, die Mächte zu einer Konferenz einzuladen und ihnen einen noch auS» zuarbeitenden Entwurf über die Einschränkung der Flottenvermehrungen vorzulegen. Da England über keine bedeutenden Landtruppen verfügt, beabsichtige die englische Rcgiertlng vorläufig nicht die Verminderung der Landarmeen zu beantragen. Sollten jedoch die Mächte dieses wünschen, so würde England sich dem nicht widersetzen. Es heißt, die englische Regierung beabsichtige, das Projekt cr|t Deutschland zu unterbreiten, aber man fürchte, bei der deutschen Regierung auf kategorischen Widerstand zu stoßen.
Bekanntmachung.
Mannschaften, welche zum Eintritt in die Schutztruppe jsL Cüdwestaftika bereit sind, wollen sich bis spätesten? zum :W. Dezember 1905 vormittags bei dem unterzeichneten ksllcmnando behufs Untersuchung aus Tropendienstfähigkeit irndbm. Bevorzugt werden: Handwerker, Büchsenmacher» iMilfen, Telegraphisten, SanitätSmannschasten, Zahlmeister» n Giranten, Feinmechaniker, Elektrotechniker, Monteure, 'Mchmenschloffer.
GroßherzoglichcS Bezirks-Kommando Gießen.
Auch die Handelskammer von Berlin hat be» • föfoffrn, zur Förderung der Bestrebungen ihrerseits eine :Iunbc ebung zu veranstalten, die zugleich eine Erwiderung auf W» rZeuerdingS mehrfach in England zu Tage getretenen i KtulsH -ftenndlichen StimmungS-Aeußerungen sein soll. Die : Äomni ec wird am 15. Januar ein Festmahl veranstalten, das ■^j’4 dienen soll, vom Standpunkte des Handels und der ^nbuMrie Deutschlands jenen Gedanken Ausdruck zu verleihen. Zur Teilnahme an der festlichen Vereinigung, zu welcher der . bglische Botschafter sein Erscheinen bereits zugesagt 2<ll, werden Vertreter deutscher Handelskammern, sowie Ver- ntitr der hervorragendsten englischen Handelskamm ern «igckorbert werden.
Oer Reichskanzler erwiderte den Aeltesten der Kauf- inmmiichast auf die Anzeige von der zu Gunsten eines freund- lüihkn Einvernehmens Deutschlands mit England gefaßten 1Rt|ohiiHon:
Von der durch daS gefällige Schreiben vom 17. Tezbr. mir ilÜmm (teilen Resolution, bte von Seiten der im Börsengebäude an j p,cm Tage stattgcsundenen (D zahlreichen Versammlung einstimmig o liefet rourbe, habe ich mit lebhaftem Interesse und großer Genug- t leinfl Renntnis genommen. Die in ber Resolution zum Ausdruck ppIomTietieit Gedanken und Bestrebungen sind meiner wärmsten Sympathie gewiß.
Ferner bildete sich in München auf Veranlassung deS ctjkn Bürgermeisters v. Borscht ein Komitee, das 9lnfang $|.inuac eine Kundgebung für die freundschaftliche Annäherung rimnsttalten will. ES 'handelt sich hierbei um die Veran- ftcilurig einer Versammlung und die Veröffentlichung einer e pHprechenben Erklärung.
Endlich ist noch die Meldung aus Kiel bemerkenswert, ilefi am 1. Weihnachtstage der dort im Hafen liegende englische Kreuzer Sapphire signalisierte: „Wünsche mit sMe in Verbindung zu treten"; und sodann: „Der Kapitän, dnu Offiziere und Mannschaften wünschen den deutschen 5l<q>ilLnen, Offizieren und Mannschaften Seiner Kaiserltchen LIL'ksiät ein glückliches Weihnachtsfest!"
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Die R Dotation in FZuhta.rd.
DierevolutionärePartei hat, wie aus L o n d o n (l I) gemeldet wird, an den Zaren eine formelle Rote richten lasten, in welche sie ihm mitteilt, daß er nicht mehr Alleinherrscher im russischen Reiche sei. Man werde ihn und seine Familie zwar schonen, könne aber für nichts bürgen. Der Zar machte dem Ministerpräsidenten Witte Vorwürfe wegen des Mißerfolges seiner Politik. ES folgte eine heftige Szene. Graf Witte sagte: „Majestät! Ich kann die Dynastie nicht mehr retten und ich befürchte, daß ich auch daS Volk nicht mehr retten kann". Darauf verließ er heftig da? Zimmer und kehrte von ZarSkoje Selo nach Petersburg zurück.
In einem unter dem Vorsitz des Zaren ah gehaltenen Mini st er rat, der drei Stunden währte, wurde das alU gemeine Wahlrecht angenommen. Tie Wahlen werden im Januar, die Einberufung der Reichsduma im Februar alten Stils erfolgen.
Trotzdem die Revolutionäre in Petersburg zum äußersten entschlossen sind imD die Stimmung der Arbeitermassen vielfach eine verzweifelte ist, ist der Streik noch kein allgemeiner. Zahlreiche Apotheken sind offen, der Bahnvei> fehr funktioniert noch immer, die Straßenbahn verkehrt regelmäßig. Nur die Arbeiter der Putilowwerke beschlossen die Schließung der Handels- und Industrie-Etablissements gewaltsam durchzusuhren. Tie Gärung unter der stu- dischen Jugend ist im Wachsen begriffen. Aus Kronstadt eingetroffcne 300 Matrosen, die die Arbeiter der Pu- tilowwcrke ersetzen sollten, verweigerten den Dienst.
Tie „Nowoje Wremja" ruft die Petersburger Gesellschaft zum Widerstand gegen die Ausstandsbewe-gung auf und sucht in einem langen ArtilcK zu beweisen, daß die Juden allein für den Ausstand verantwortlich seien. Es hat sich ein Frauenbund gebildet, der gegen die revolutionären Frauen auftritt.
„Petit Parisien" berichtet aus Petersburg über blutige Zusammenstöße, die in der Hauptstadt stattgesunden haben. Zahlreiche Arbeiter begegneten einer starken Kosaken< abteilung und warfen Handbomben unter die Kosaken, wodurch viele getötet wurden. Auch in einem anderen Stadtteil wurden 3 0 Soldate n durch Hand» bomben getötet. — Nach offiziöser Meldung sind in Petersburg in Anbetracht des Ausstandes bis aus weiteres alle Versammlungen, öffentlichen oder privaten Cbarakters, in denen politische oder wirtschaftliche Angelegenheiten bereiten werden, verboten worden.
Alle Restaurants und Kornbranntweinhandlungen in Petersburg sind geschlossen; die Kellner streiken, Starte Kosaken-, Kavallerie- und Infanterie-Patrouillen durchziehen die Stadt und verh-iiideru jede Ansammlung in den Straßen. Am Uspeuslikirchhof fand am 25. eine Versammlung statt, die von Truppen auseinandergetriebeu wurde. Im Lause desselben Tages wurden viele verhaftet. Tie Putilowwerle mit über 12 000 Arbeiter befinden sich im Ausstande. Tie Obuchotverke sind geschlossen und von Militär besetzt.
In einer der letzten Nächte sind 500 der revolutionären Partei angehörige Personen in Petersburg verhaftet worden.
In Moskau beschossen am Sonntag Infanterie und Artillerie die Straßen, in denen Barrikaden errichtet waren. Tie Feuerwehr b'mühte sich, die ausgebrochenen Brände zu löschen. Tie Zahl der in den letzten Tagen Getöteten und Verwundeten beträgt über 100. Tic Revolutionäre verivandten massenhaft Bomben.
Am 26. Tezember war indes, wie jetzt telegraphiert wird, der Au fstan d zu Moskau beendet. Tas Militär beherrscht jetzt die Stadt. Unter dem größten Teil der Aufständischen, besonders unter den Arbeitern, macht sich eine Bewegung gegen die Führer geltend. Sie sind erbittert darüber, daß sie von den Leitern der Revolution in den Ausstand hineinAetrieben wurden, ohne mehr zu erreichen, als S t e l l u n g und Brot zu verlieren.
Die Nachrichten aus Moskau widersprechen sich aber
Kirche und Schule.
Paris, 26. Tez. Die hiesigen katholischen Blätter veröffentlichen Auszüge aus einem in kurzem erscheinenden Weißbuche des Vatikans. Dasselbe ist ein 303 Seiten starker Band, der eine Abhandlung über den 8'trift mit Frankreich sonne zahlreiche diplomatische Schriftitücke er.'hi' Tas Wei'.chuch sucht nachzuweisen, das; die Schuld an b?m Bru cke z wiscken dem Vatikan und der französischen Republik die verschiedenen Ministerien seit Waldeck-Rousfiau treffe. Unter anderem wird ein Bries des Papstes Pins X. ein Präsident Loubet vom 23. Tezember 1903 mitgeteilt, in !r.ckck-em erklärt wird, es habe den Anschein, daß die lirchwifeindlichen Maßnahmen der französischen Regierung nicht bloß die Trennung der Kircm vom Staate, sondern die En t ckri stl ick n n g Frankreichs b& zwecke. In entschiedener Weise wird sodann der Vorwurr zuruck- gewiesen, daß Der Heilige Stuhl die französische Republik bekämpft habe. Er habe im Gegenteil vieles zu Gunsten der Republik getan. Schließlich wird erklärt, daß Frankreich, wie übrigens auch die anderen Mäckl., auf Grund internationaler Verträge wohl das Recht des Protektorats im Trient hab.', aber die Möglich- Feit, Missionen anderer Nationalitäten, katholische Anstalten und eingeborene Christen zu beschützen, könne ihm tatsächlich nur durch den Willen des Heiligen Stuhles geboten werden.
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im „Vorwärts" kundgegebcn habe. Ter Artikel kennzeichnet die Unsinnigkeit der sozialdemokratischen Theorie, die Menschheit nur nach den beiden Kategorien „Ausbeuter" unb „Ausgebeutete" zu betrachten. Das Blatt führt dann aus, daß es, trotz Marx und Kautsky, keine einheitliche Arbeiterklasse und deswegen feine internationale Solidarität des Proletariats gibt. Tas .einzig Internationale in der Arbeiterbewegung seien die kosmopolitischen Führer der deutsck-cn Sozi ldcmokratic, die sich die Arbeiter, choft keines anderen Landes von gleicher Kulurrhöhe gefallen lassen würde. „
— Tie „Berl. Kvrr." sckweibt: Nach d.n Meldungen der letzten Tage ist die W a g e n g e st e l l u n g in den Kvhlcnbezirken, die sich in der ersten Hälfte des Dezembers bcsond.'rs im Ruhr bezirk günstiger gestaltet hatte, wieder nickst unerheblich hinter d e rn B e d a r f zurückgeblieben. Tic Schwierigkeiten werden begreiflich, luemt man erwägt, daß im laufenden Monat von dcr Staatseisenbahnverwaltung an allen lZ^cbrauchsstellen zusamrn"n bis 18OC0 Wagen gleich 28 Prozent mehr verlangt werden als in der gleichen Zei^dcs Bvrjabres. Einer solch-en Steigernng der Anforderungen yen von der Cistnbahnverwaltung allerdings nu.st entsprochen werden können, obwohl auch die tatsächlichen Seiif- ungen die des Vorjahres ganz erheblich überstiegen. Im November rourden 197 633 offene Wagen gleich rund 13 Prozent, für Rüben sogar über 32 Prozent mehr gestellt als im vergangenen Jahre. UebrigenS werden zur Zeit in jedem Monat etwa 1600 neue Wagen in Betrieb gestellt.
— Tie „Germania" hält die Blättermeldung für richtig, wonach der Reichstag demnächst die verlangten Diäten erhalten wird. „, .. — . ,
— Wie die „Schief. Zta." erfahrt, rüftet sich die Sozialdemokratie zu einer M a f f en - T e mon str a t i o n. . In ganz Preußen soll am 1.4. Januar eine Flugblatt-Verteilung im größten Stile st.attj'uden. Millionen von Flugblättern, ui denen das al l gern eine, gleiche und direkte Wahlrecht für die L a n d t a g s w a h l i n P r e u ß e n gefordert wird, sollen an diesem Tage verbreitet werden. Sodami sollen viele bunbert Massenversainmluugen abgelmlten werden, in denen für das allgemeine gleiche und direkte Wahlreckst eingetreten werden soll. Diese Verfammlungeu sind auf den 21. Januar anbcraumt.
Gotha, 26. 2«z. Tie Stadtverordneten von Waltershauseu wählten gestern an stelle des nicht bestätigten sozialdemokratischen Fabrikarbeiters Christi den sozialdemokratisch en Fabrikarbeiter Jäger zum Senator.
München, 24. Tez. Zur 200lährigcm Gedenkre icr der Scndlinger B a u e rn s chl a cht traf eine große Anzahl von Vereinen vom oberbatwisckwn Gebirge ein. Auf dem Wendlinger Friedhöfe, wo vor 200 Jahren die letzten Oberländer kämpfend ihren Tod fanden, fand eine Gedenkfeier statt. Bei dieser Feier legte Prinz Ludwig mit einer kurzen Ansprache einen Kranz am Denkmal nieber, ebenso Bürgermeister Brunner im Namen der Stadt München. Heute fand ein Festzug und die Grundsteinlegung eines für die Opfer der Oberländererhebung im )ahre 1705 von der Stadt München zu errichtenden Denkmals statt.
Volitische Tagesschau.
Die Reihe der Kundgebungen zur Besierung der deutsch- englischen Beziehungen
■ bS biHrd) eine besonders eindringliche Veranstaltung fortgesetzt Berben. ES ist, wie verlautet, von maßgebender Seite an» worden, den Lord mayor von London und andeee »nngeselhene Mitglieder der Londoner städtischen Körper- *! t^nficn seitens des Magi stra ts von Berlin ein» ;| ul oben, der Reichshauptstadt im nächsten Jahre in corpore rillen Besuch abzustatten. Wahrscheinlich wird gleichzeitig iiud) cn Lord Aveburo und Sir Thomas Barkley, die seit • rnnem Jahre unermüdlich an einer Besserung der Beziehungen
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Veutsel-es
n »r t i n 26 Tcz. Ter Kaiser übersandte dem f r a n z ö ^i'tne r a l d'e La cr oix, der bei der Hochzeit des Kronprinzen Ihtttfr :id> verirat, als Weihnachtsgeschenk ein prackstvolles Mbum IUB temtcning an die Hochzeitsfeier. „ /tur„TtSt^n
’ - Das Abschiedsgesuch deS oraunschweigilchen ctnwt 5ofe Freih. von Cramm-Burgdorff wird r!? d'^lötzlich^ Besuch d^.K-ffers in BraunsÄverg b^ »ichiiosweise mit der Vorgeschichte und der Ursache ore)es 81^6x5 in Verbindung gebracht. Der Ge,andte tritt m 2IÜ. Teiember in den Ruhe storch.
- Wie verlautet, soll der frühere koburgi)ch. Mnniwr Tr. flltntig dazu ausersehen getreten sein, bav UNterstaats s -Iri’ tariflt im Kolonialamt zu übernehmen. Er gäbe a a-b g e l c h n t. Jetzt wird nun mit Pesttmmt^it behauptet, dH doer bisherige Geheimrat im Kolomalamt, Pro,^|or Lr.
. für diesen Posten °nS«ri-den s-, der nnturkch Hhr- j eine Wsicht, die Leitung der anatolischen Bahn zu über " 'Die^d.^N^dd^Ma- 3tg." legt in einem Längeren Artikel, LMluterisiert habe, wie fit Käutsky in der „Neuen Seit unb
London, 26. Tez. Tie „Morning Post" meldet aus Shanghai vom 25. Tez.: Tns chinesische auswärtige Amt beauftragte den chinesischen Ofefanbtcn in London, Verhandlungen mit der englischen Regierung einzuleiten; dieselben betreffen den Streit um den gemischten Gerichtshof, die Forderung der Entlassung des englischen Beisitzers Twyman und Bestrafung der Polizci- bcamten, welche an den jüngsten Ausschreitungen im Gebäude des Gerichtshofes teilgenornmen haben.
— „Daily Telegraph" meldet aus Tokio: Am Mittwoch Nachmittag versuchte ein früherer Soldat, den Ministerpräsidenten Katsura zu ermorden. Ter Verhaftete gestand diese Absicht ein und gab an, er habe den Minister töten wollen, weil dieser einen für Javan schimpflichen Frieden abgeschlossen habe. Seine Tat sollte eine Temonstration gegen diesen Frieden sein.
Paris, 26. Tez. Tas „Petit Journal" meldet aus Belfort: Tie Polizei verhaftete auf dem Bahnhofe in Petit Croir einen de u t s ch e n S pi o n Namens ft 111 a n, einen 44jährigen Tagelöhner aus Mülhausen. Dieser wird beschuldigt, Pläne des FortZ Vessaneourr sich beschafft zu haben. Ter Verhaftete wurde nach Belfort gcbrac-it.
Marseille, 25. Tez. Die Polizei verhaftet
zwei deutsche Namens Georg Wolff und dessen Sekretär Ludwig Wiege, die nach Marseille gefommen waren unter dem Vorwande, ein Pateift für Strickmaschinen zu
Attentat auf einen Kirchenfiirften.
Barcelona, 2b. Dezember.
llls der Kardinal Casanas gestern abend 8 Uhr die tkttzcdralc verließ, versuchte ihn ein Manu zu erdolchen, l äi Domherr lenkte den Stoß ab, indem er grcucr ms schlug. Der Marrn wurde^von der Polizei verhaftet, e-'irrig einen Revolver und em Fläschchen mit Gift ber sich, tlistcres wollte er, wie er angal'.^nach Avsplhrmrg des rl«r- \ | leeren, um sich selbst zu täten. . A •
Der Attentäter ist ber F ü h re r b er An ar chi stenpa rt e i iiii Siciti, ein Weber namens Joi'6 S a l a s c o m e s. , Cw tötete f'i r mack seiner Verhaftung durch Gift, oor lemem -tobe Jpfcte er,1 er habe den Kardinal ermorden »vollen, um das H wegen des klerikalen Druckes zu retten.
Die Gerichtsbehörde hat Haussuchungen m dein 'eparatismckcn m der baskischen Bilbaoer Jugend vorgerommem Dkw Sckre Lbr bss Klubs wurde verhaftet. >LAt Zweigstellen des Klubs r r ix-r Provinz sind geschlossen worden.
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ttrteih n, eine entsprechende offizielle Einladung seitens bc5 i'IHtijaik iSberblürgermelsters und w ' t rod' an. Vorläufig hat
verkaufen. Eine Haussuchrrng, welche in ihrem Absteigequartier abgehalten wurde, führte zur Entdeckung von Tokumenten, durch die ihre Schuld bewiesen sei. xac Verhaftung mehrer Unteroffiziere, m deren Begleitung sie gesehen wordrn sein zollen, steht bevor. Tas Blatt behauvtet, dies sei der An f a n g v on zahIrexch en Verhaftungen deutscher Spione, welche dem- näd) ft in Algerien und längs der ftcmzösischen Küste bevor- standwi.^ D^Zxden das größte Stillschweigexr
Iber die weiteren Verhaftung n beobachten, verlautet doch, daß auf Grimd einer Hax-Sntchung, die in Toulon Dor genommen worden ist, zwei Mitschuldige der hier verhafteten Spione in Untersuchung genommen smd. Es sind dies ein Unteroffizier und ein Privatmann. Wolfs und> Wieger sollen hiertjer gekommen sein, um die Fäden des gesamten Crkundigungs- und Spionertdienstes im Srckoswn Frankreichs in der <?anb zu haben. In der Wohnung Wolffs ind vier SicherheilSagcnten installiert worden, um zu ve^ hindern, das; Mitschuldige cindringen und irgendwelche nochj verborgene Schriftstücke entwenden und vernichten.
Petersburg, 23. Tez. Nachdem kürzlich dem Grafem und der Gräfin v. Alvensleben zu Ehren beim Großfürsten Wladimir Galafrüh'- cf und beim Großfürsten Kon», ftantin Familienma'.il stattgefu.' »en i attc, gab gestern abendl der Kaiser unb die Kaiserin dem scheibenden Botschafter^ paar in Zarskej? Sselo ein größeres Prunkmahl. Bomj Kaiser, der die Uniform seines Paderborner Husarenregvi ments trug, halte rechts die Großfürstin Jelissaweta Maw-^ rilicwna, 'lienks die Gräfin von Lllvenslcben Platz genommen. Nach Aufhebung der Tafel verblieben bie Maje^ ftäten noch längere Zeit unter ben tzÄsten, wobei ber Kaiser: >cn Botschafter in em längeres Gespräch zog, wie sich überhaupt der Verkehr deS Kaiserpaares mit dem Grafen unbi der Gräfin v. Alvcnsleben durch besondere Hnld und Herrlichkeit auszeichnete. Ten an ber Tafel teilnehmenden Herren war der Befehl zug.gangen, die deutschen Orden-») auszeichnungen anzulegen.
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