ezember 1905
Drittes Blatt
301
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Gießener Anzeiger
tttxtad ßßglich mit NuSnahme deS Sonntags.
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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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U« „Gießener ZamINenblStter" werden dem „In tiger viermal wöchentlich beigelegt. Der CüUvSkr erfcheinl monatlich einmal.
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Redaktion. ExoebMon u. Druckerei: ©rbufftr.t, Del. Nr. 5L Telegr.-Lür. r Vln^eiga tiwfoe*.
Erbschaftssteuer verlangt, der Kommission fallen,
Höchste Temperatur am 20.
Niedrigste , , 20.
Rotationsdruck unb Verlag der Vrübk'lche» Unwersuätsdruckeret. ÖL Lange. V'etz«.
Tas r.er? Kolonialprinzip.
R. Berlin, 21. Dez.
bd® .'i l:\iiqen EilmahmeausfaU ein genügender Ersatz siche, g(x|.i't sei Damit seien Die Grenzen für ein Entgegen Kinin2der Negierung gezogen.
gittfclk-i werden u m Reichstage,
sowie die Verkehrssteuern gezeigt und
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maßgebende Partei
Salaam: Beim Eintreffen des Majore
bitt ‘Siorlogc überwiesen worden ist. Man wird jedoch gut tu, dem Ergebnis der KvmmisjionSverhctndlungen nicht il 'it zu großem Optimismus entgegcnzusehen. (Gegenüber
Johannes in i^ongca aterFran-
lletljobe, eriei 3. Waelle,
£>ertni|d>t€*.
* Der Kais er hat bestimmt, welche Offiziere bei den Soffestlichkeiten dieses Winters, die um Mitte Januar ihren Anfang nehmen, als Vortänzcr fungieren sollen. Es sind die gleichen wie im vorigen Jahre, nämlich der Oberleutnant Graf Erich v. Pfeil und Klein-Ellguth vom Regiment der Y^ardes-du-Corps und der Leutnant Wilhelm v. Lieres und Wilkau vom 1. Garde-Regiment zu Fuß. — Tie Vortänzer haben die Aufgabe, auf den Schlvs ballen das Arrangement zu führen, die Bälle zu eröffnen, was gegenwärtig, da keine erwachsene, unverheiratete junge königliche Prinzessin vorhanden ist, mit einer der Hofdamen der Kaiserin geschieht, den Cotillon zu leiten und den Reigen zu formieren, den zum Schluffe eines jeden Balles sämtliche tanzenden Paare bilden, um vor das Kaiserpaar hinzutreten und mit einer gleichzeitigen tiefen Verbeugung den Dank
stellte eS sich heraus, daß der Benediktiner.
ziskus tot, alle übrigen Europäer aber wohl waren Tod des Sergeanten Tiede ist infolge eines Pfeilschuises erfolgt. Major Johannes hat nirgends Widerstand angetroffen.
'ch vw Mputa gefallen ist und
die W a n a e r u sich überall zerstreut haben, bleibt di" Postier' ung der 8. und 13. Kompagnie noch längere Zeit nötig, xae Marineinfan'er'e b"i c'n in K bariani betonen.
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röten.
— I n der Gießener Klinik für psychische und nervöle Krankheiten findet vom 2. bis 7. April 1906 ein Kursus der medizinischen Pweboloche mit Bezug auf Behandlung und Er Übung der angeborenen Schwachsinnigen statt. Vor- tvagcube sind: Pro'cssor Sommer, Privatdozent Tannemann- G,eßen, Professor Weygandt-Würzburg und Seminarlehrer Lay- Karlsruhe.___.
Politische Tagesschau.
Stengels Ultimatum.
53on besonders geschätzter Seite wird uns geschrieben:
2tic erste Lesung der NeichSfinanzreform im Reichstage ii ' wrfftber unb das Stcnerbou.quet des Reichsschatzsekretärs grjentid), arg zerpflückt worden. Vollständig einverstanden n i'il seinen Vorschlägen hat sich keine Partei erklärt unb für b :it im oeränberte Annahme bet Regierungsvorlage würben fiMchlich nur bie Parteien ber äußersten Rechten zu haben se -in, ein Faktum, bnS ben ganzen Charakter ber Reform tuuebr kennzeichnet als alle Reden, die dafür oder dagegen
wohl er vorübergehend dem Reichstage angehörte und einen erblichen Sitz int Herrcnhause innehat. Im Kriege 1870/71 machte er sich als Chef der freiwilligen Krankenpflege verdient. Er ist Oberstjägermeister, General der Kavallerie ä la suite der Armee und Kanzler des Schtvarzen Adlerordens. Ter Kaiser schätzt ihn sehr und besucht ihn fast in jedem derbste in Pletz zur Jagd; die Kapitel des Jägerordens vom „Weißen Hirschen" pflegt der Kaiser im Berliner Palais des Fürsten Meß abzuhälten. Seit 1883 Witwer von einer Schwester des Grafen Kleist-ZüKen, hat er sich 1886 mit der Gräfin Mathilde Dohna wieder verheiratet. Sein ältester Sohn und Erbe, Prinz Pleß (die nach geboren en heißen Grafem v. Höchbergs, ist der Gatte einer der gefeiertsten Schönheiten des Berliner Hofes, der Prinzessin Marv Pleß, einer geborenen Engländerin. Ter frühere Generalintendant Graf Bolko Hochberg ift ein jüngerer Bruder des jüngsten preußischen Herzogs.
* Zu der Ermordung des Hotesbesitzers Grethe in Berlin, über die wir gestern schon kurz berichtet haben, werden folgende Einzelheiten gemeldet: t€I Hotelier Adolf Grethe, der von dem 32jährigen fri'-.heren Hauslehrer Tr. phil. Arthur Thielert durch einen Revolver schuß getötet wurde, stand im 46. Lebensjahre. Nachdem er längere Zeit für Zigarren- und Weinftrmen gereist war, kaufte er 1903 das Hotel „Norddeutsches Haus". Die
(£i|erßaf)n-Bdtung.
— Tie Betriebsergebnisse der preußisch- hessischen E i s e n b a h n g e m e i n f ch a f t beliefen sich irn November auf insgesamt 139198 000 Mk., daS sind mehr gegen den gleichen Monat des Vorjahres 8 680 000 Mk. oder auf einen Kilometer 4049 Mk. (-+- 177 Mk.l. Davon entsielen auf den Per- fonen- und Gepäckverkehr 31 404 000 Mk. (4- 1987 000 Mk.), auf den Güterverkehr 98 POG 000 Aik. (4- 5 772 000 Alk.). In der Zeit feit Beginn des Rechnungsjahres betrugen die Eiimahmen 1 155125 000 Tlf. (+ 63 720 000 TU.) oder auf einen Kilometer 33 946 Mk. (4- 1301 Uff.). Tavon entfielen auf den Personen-, und Gepäckverkehr 342 <,75 000 Mk. (4- 21 334 000 Mk.), auf ben Güterverkehr 746 6.33 000 Mk. (4- 39 003 000 Mk.).
. a tz-s am besten, die Auffassung sich anzueignen, zu der t-FA:Msmarck sich vor zwanzig Jahren bekannte, d. tz. nicht -Cilhiieren oder Verwaltungsbeamten, sondern „.aÄlllfl auten bie Zivilgewalt in ben »olonicn nnjiiocf du’11 .. _ ... . • .ft,:..: ... ..v>S ßli'innhr. da 1
(V; ri(fitd|rtdL
fb.) Friedberg, 20. Dez. Eine hohe Strafe ertamttfl Dienstag das hiesige Schöffengericht in einer Privat klage- s a che wegen Beleidigung. Eine beim Großh. KreiSamt von dem Angeklagten R u h l a n d in Nieder-Wöllstadt gegen d^s Gemeinderatsmitglied ÄTomni in Nieder-Wöllstadt erstattete Anzeige bildete den Anlaß zur Erhebung der Privatklage. In dieser Anzeige wurde der Privatkläger, ein nt den wettesten Kreisen angesehener und hrckgesMtzter Mann, der Urkundenfälschung beschuldigt. Die Si-ung gewann durch Bernehnrung des bek-wnten Gcrichtschcinikers Tr. Popp in Frankfurt als Sachverständigen, welcher auf Grund photographischer Aufnahme und mikroske>nscher Untersi'ckvm.g die Haltlosigkeit der von dem Angeklagteat behaupteten Urkundenfälschung überzeugend und ausführlich n-clnvies, an besonderem Interesse. DaS Gericht erkannte, da die Behauptung des Angeklagten in keiner Weise bewiesen werden konnte und die BeschuldigunA als eine der schwersten anzusehen sei, auf eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten. Ter Rechtsbeistand des Privatllägers, Rechtsanwalt Seyd, hatte
Sagte der Kaiser zu HostapellmeMer Riedel, „müssen Ste mir meine Liebliimsmnsik Vorspielen." Die Musik des „Othello" sei interessant, hii'tcrlasse aber feinen bleibenden Eindruck und hafte nicht im ®e- dächtnme. (Das ist wohl auch das Urteil der meisten Fachmänner. D. Red >________
__—■—7^ Mch einer dem „Hannover. Tagebl. von gut unter- ■ riBter Seite zugehenden Darstellung darf man in der wohl - lhrtlenftro’W> et ^kinen Rückberufung des Gouverneurs von Kamerun, o.". »Juttfamer, den ersten Schritt sehen zur Gesamt- MtMW’’' rktllg.nuisativn ber kolonialen Verwaltung. Es hetßt, der „erloren. R!o«ii?tr habe sich über alle in Betracht kommenden Fragen aufs g wichste informiert und sei zu der Ueberzeugung gelaugt, btaunflefled'«/ ® d njhwr Wandel geschafft werden müsie, nicht zuletzt ^kderSlr.^' ber unverhältnismäßig großen Opfer an
TAuleben unb ber horrenden Geldausgaben, die di mt d ie Aufstände verursacht seien. Das „Harmov. Tagebl.‘ fu irict noch weitere wichtige Personalveränderungen ' rmialen Außendienst für nicht allzu ferne Zett an. Es sich hierbei vornehmlich um bie Berufung neuer ineure handeln, und man denkt unwillkürlich zunächn □ moa. Dr. Solf wird ja im Reichstag Gelegenheit sich über bie Vorkommnisse in ber Kolonie zu äußern, । unliebsames Aufsehen machten. Vielleicht ist auch bte “"Vi!- AWang des Grafen v. Götzen in Ostafrika m Alis'icht g.tnrmen. Aber mit bem Willen, von ben bisher befolgten Götzen in ber kolonialen Stellenbesetzung abzugehen, i'l ,'MnrHoael ausgerichtet. Es bürste bie größten Schwierigkeiten vkillvichen, die richtigen Männer zu finben für bie ^urch- %S fSÜM« des neuen Kolonialprinzips. Von einem langjährigen Sichstmippen-Ofsizier wirb bie Aiifmerksarnkett ber Regierung ।«41 teilt ehemaligen Gouverneur Neuguineas, Herrn von B «bimsen, gelenkt, einen Sohn des unvergeßlichen J.t । V:oct:irentnrier8. Nach unseren Informationen ist es mbesten Ui । setzwtkifelhaft, ob Herr v. Bennigsen m ben Kolonialb.en't U reiife uurückkehren wollen. Die Regierung täte unseres Er-
Rancht eJlein» Sonne66 io stück 65 ptg.n
Feinste 7 Pfg. Zie^ne fj (1 Vnlb Gie**en, »
empfiehlt U« v. w ulUj GrttnbergeiBtr. 4 •
e 'M in etnsiiißrctchen Harlan,entarier hat Herr v. ötcngei d t-t Er^nzlinien, innerhalb bereu eine Verständigung mit disRe-sterung allein möglich sei, gezogen, unb diese lassen niui (tiien verhältnismäßig enaen Spielraum frei. Zunächst mmt tbaran festgehalten werden, daß der Gesamtaufbau b itfHegierungÄOorfage in seinen Hauptbestandteilen aufrecht entert bleibe, die völlige Ausscheidung eines n«i?ntl»ichen Gliedes, beispielsweise der Bier- oder T' obaflt ft c u e r, würde die ganze Finanzreform zrum Scheitern bringen. Ebenso müsse die Regierung d ttzalif bestehen, daß die in Aussicht genommene Eilinahme- ti t imfhrung in ihrer Höhe nicht wesentlich verkürzt werde, di, sonst die erstrebte dauernde Gesundung der Reichsfi hmnzem gefährdet werde. Komme die Kommission zu Ber- a intnungen an einzelnen Gliedern des Steuerplanes der RMkiwlug, die eine Verringerung der in Aussicht genom- n tunen Mehreinnahmen bedeuteten, so müsse hierfür Ersatz g j-Mien werden. Einer Wehr st euer werde die Re- flj.tuni.i nicht unbedingt ablehnend gegenüberstehen, ob- g^.rich ihre finanzielle Ergiebigkeit voraussichtlich nur g,enn(f |fcin werde; gegen die Ausdehnung derErb- s-qai isst euer auf die Teszetidenten dagegen müßten ji och sctiwerwiegende Bedenket erheben. Mit Rücksicht auf dii.it ZiiiMtzen der Einzelstaaten würde erstmit einem späteren Tann'.r für das Inkrafttreten dieses Teils der Erbschafts- ff ?w:r jju rechnen sein, ferner würden nur die großen Der- ninöiger. für die Besteuerung in Betracht kommen dürfen. iianetWuioln* C Lr. Ausscheidung der Bier- und Tabaksteuer aus der wn mäßige Ri-i^ftnanzreform sei, wie bereits erwähnt, nicht dis-
achhilfejiuudcn d» fi «Hobel, dagegen sei die Regierung bereit, durchführbare 5bnitl.’DleiiW. Stoidtilge, die eine minbere Belastung der ge- t ben Mene* rergfen Tab a Ff orten, sowie bei der Brausteuer der rjUkTTfintor fiHen Brauereien bezweckten, einer Prüfung zu unter- iilüefllUlvl „ g(ud) würde eine Modifizierung der Quit- «Mich, «aüi lei^: + iii-nnfteuev in Betracht kommen können, sofern für
bracht hat, sind sehr ernster Natur, indessen hoffen die Aerzte, den Patienten am Vebcn zu erhalten. Thielert ist vor ctnxi 10 Jahren auS seinem Heimatort Marien jelde, einem Vororte von Marienwerder, fortgezogen. Daß Thielert bei Begehung der furchtbaren Tat nicht vollkommen zurechnungsfähig war, darauf weist sein Vorleben hin. Vor mehreren Jahren war er in einer Nervenheilanstalt monatelang untergebracht. Ter Täter war bereits vor anderthalb Jahren im Hotel „Norddeutsches Haus" abgesliegen. Damals wurden seine sämtlichen Rechnungen von einem nahen Schußverletzungen, die sich der Täter Tr. Thielert beuw- Verwandten aus Tilsit bezak t. Dr. Thielert, der sich clbft eine Kugel in den Kopr geschossen hatte, ist inzwischen ebenfaNs gestorben.
• Das neue st e Eisenbahnunglück. Auf ber Station Rezamislitz der Kaiser Ferdinanb-Rorbbahn (Mähren) entgleiste cm nach Brünn abaclaffcner Personenzug. 2 Wagen imirbcn zertrümmert, 2 Passagiere getötet unb zwanzig schwer verletzt.
• Verurteilung deS Blaubartes von Chicago. Ter oberste Gerichtshof von Illinois hat baS Todesurteil gegen ben aus Bingen flanunenbcn Mörber Hoch, der viele Irauen heiratete unb auf bie Seite schaffte, bestätigt. Die Hinrichtung, bie Hoch immer wieder hinaiiszuschieben ver- iianb, würbe auf den 23. Februar festgesetzt. Die augenblickliche Frau des Hoch, bie bei der Untersuchung als Hauptzeugin geaen ihn auftrnt, weinte mit bem verurteilten Verbrecher zusammen bitterlich, als ,hm die Bestätigung seines Urteils milgeteilt wurde.
• Kleine TageSchronik. Der Senat in Lübeck forbert für ben Neubau b e 6 Stadtt heaterS 1 623 000 Mk. Für bie Erlonming von Eiitwürfen sind 17 000 Mk. ausgefetzt. — Beim Chlc’boi$cü Rremntovium bei Hamburg hat ein Zahnarzt Tr. Lkppmann aus Berlin Sei bst morb durch Erschießen verübt. — Der Schmied Wienen aus Köln ist in Koblenz verbastet rooibcn; er steht in dem Verdachte, vor fünf Jahren Frau Scheine tute Köln ermordet zu haben. — Im Hotel Daix zu Rom brach in letzter Nacht ein Brand aus. Die Fremden Hohen in fremb unb Decken gehüllt. Einige Versonen wurden verletzt. Der Brand wurde gegen Morgen gelöscht. — AuS Monte Leone in Ealabrien weiden neue E r d st o ß e gemeldet. In Bizze wurden vd* bestige Erdstöße verspürt, in Stilo stürzte ein Haus ein, wobei zwei Frauen unter den Trümmern be- groben innvben.
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— Der Kaiser a 15 Opernkritiker. Verdis Over „Othello", die im Hoftheater zu Braunschweig gelegentlich der An-
Privatfesten der Hofgesellschaft, bei den Ministern, den Botschaftern, den Gesandten usw., sodaß ihre Tätigkeit durchaus keine leichte, sondern vielmehr eine recht anstrengende ist und sie während der Teuer des Karnevals, also bis gegen Ostern, faft täglich bis in die Morgenstunden hinein im wahrsten Sinne des Wortes auf den Beinen hält. Sie sind daher von einem Teile des militärischen Dienstes gewöhnlich dispensiert. Ter Kaiser legt bekanntlich großen Wert auf gutes Tanzen bei Hofe und pflegt daher die Auswahl der Vortänzer stets selbst zu treffen.
* Herzog von Pleß. Tom Fürsten von Pleß wurde, wie wir gestern meldeten, die 5)erzogswürde für seine Person verliehen. Hans Heinrich XI. von Pleß ist vielleicht der reichste preußische ftirstliche Magnat, — nur der Fürst -Hencke! v. Donnersmarck könnte ihm möglicherweise den Rang ablaufen. Und er hat es verstanden, von seinem Reichtum einen sehr vornehmen und geschmackvollen Gebrauch zu machen. Berlin dankt ihm einen seiner schönsten Privatpaläste in der Wilhelmstraße. Sein Hauptbesitz ist die ober- jchlesische Standesherrschajr Pleß. Ter neue Herzog, ein
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CT; E rigiert unb reglementiert wird, ein Ber-
das im Hinblick ans den Kulturzustand der Neger als unnatürlich bezeichnet werden mutz Will man MlhE jk U Mie es scheint, nadE) engltf^^em r9J2iuftc^o(ionia(p°l't’r Sl tclbin,, bann verrichte man ganze Arbeit. Mit dem „V ‘ H bi .str-' muß es ein Ende haben, denn die Kolonien zehren bM; am Marke des deutschen Volkes.
Ter neue ungarische Wahlgesetzentwurf gibt da? allgemeine, aktive Wahlrecht ehrlich und redlich. AuSgefchloffen sind, von den sonst auch üblichen Ausnahmen abgesehen, nur bie Analphabeten, und selbst diejenigen Analphabeten behalten baS Wahlrecht noeh zwei ReichStagSpcrioben hindurch nach Inkrafttreten dieses Gesetzes, die bisher wahlberechtigt waren. DaS passive Wahlrecht allerdings ist auf solche beschränkt, bie der ungarischen Sprache mächtig und schon zehn Jahre ungarische Staatsbürger sind, und eine Ausnahme bilden auch solche, bie roenen nationaler Aufreizung verurteilt worden sind. Rach dem Molivenbericht wäre die bloße Herabsetzung des Wahlzensus für die Magyaren ungünstiger gewesen als das allgemeine Wahlrecht. Die Beherrschung des Ungarischen konnte nicht auch al8 Bedingung des aktiven Wahlrechtes festgesetzt werben, rncil dadurch ein großer Teil der bisherigen Wahlhercchtiaten ihr Wahlrecht oerl oren Hätte, in einzelnen Komitaten 22 000 von 24 000 bisher Wahlberechtigten. Bemerkenswert ist, baß in ßufunft 800 000 statt 40 000 Arbeiter wahlberechtigt sein werden. Dadurch wird die S oz i a l b em ofra ti e zweifellos mehrere Mandate für das Abgeordnetenhaus erhalten; bas ist, so schreibt bezeichnenderweise bie klerikale «Köln. Volksztg.", insofern zu begrüßen, als badurch der rein national-rnagya- risehe Chauvinismus einen Dämpfer erhält und daß bie sozialen Fragen jetzt mehr in ben Vordergrund treten werden. Ein besonderes Gesetz soll erst in einem Jahre bie neue Wahlbezirkseinteilung unb bie Wahlverfahrens - Beiiiinmungen bringen, davon ist die objektive Beurteilung des Wahlreform- entwurfeS erst abhängig. Das ist daS wichtigste. Es sieht fast so au8, als ob mit der Veröffentlichung dieses Wahlreformgesetzes ohne die Wahlkreiseinteilung lediglich Stimmung, aber noch nicht Wahlen gemacht werben sollen. DaS Parlament kann den Gesetzentivurf gar nicht annehmen, ohne die Wahlkreiseinteilung zu kennen.
Ostafrita.
Ter Gouverneur ®n;f Götzen telegraphiert aus Dar-es-
Meteorolop.is/fie Beoft-rchtungen ber Station Vließen.
Dezember
1905.
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