Ausgabe 
30.3.1905 Zweites Blatt
 
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Nr. 76

Drittes Blatt. 155. Jahrgang

Donnerstag 30. März 1905

Erschedtt MgKch mit Bn-nahme des Sonntags.

Die6ießenei ZamMenblätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt Der toaöwtrt* erscheint monaUich einmal

Gießener Anzeiger

Rotationsdruck und Verlag der vrühl'lche» UnwersitätSdruckeret 8L Lange. Dietzen.

Redaktion. Expedition u. Druckerei; Schulst*.K.

Tel Nr. 6L Teiegr^Ädr. * An-etga Dietz«,

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren.

Hessischer Landtag.

R.-B. Darmstadt, 29. März.

Die erste Kammer der Landstände trat heute vor­mittag rmter Vorsitz des Präsidenten Graf Görtz, genannt v. Schlitz, zu einer kurzen Tagung zusammen.

Der Präsident verlas zunächst verschiedene Eingänge und Entschuldigungsschreiben, worauf die Einführung und Ver­eidigung zweier neuer Mitglieder des Hauses, Landgerichts­präsident Adolf Lippold-Mainz und Graf Karl zu Solms-Laubach, letzterer als Vertreter des minder­jährigen Grafen zu Solms-Üaubach erfolgte. Darauf verliest der Präsident die Allerhöchste Botschaft, in welcher der Großherzog seine Vermählung mit Prinzessin Eleonore zu Solms-Hohensolms-Lich mitteilt. Das Haus beschließt ein­stimmig, eine vonr Bureau vorgeschlagene Adresie an das Großherzogliche Paar zu richten. Zur Ueberreichung wird das Bureau später vom Großherzog empfangen werden.

Es folgt darauf zunächst die Wahl eines dritten Präsidenten mittelst Stimmzettel. Geh. Kommerzienrat Frhr. Heyl zu Herrnsheim in Worms wird mit 21 von 22 abgegebenen Stimmzetteln zum dritten Präsidenten gewählt und nimmt das Amt mit Dankesworten an. Zum Mitglied des zweiten Ausschusies wird alsdann Landgerichts- -präsident Adolf Lipp old und zum Mitglied des dritten Ausschusses Graf Karl zu Solms-Laubach gewählt.

Der Voranschlag über die Ausgabebedürfnisie der ersten iKammer im Rechnungsjahr 1905 wird ohne Debatte ge- inehmigt.

Bei

-Beratung des Voranschlags der Staatseinnahmen und Ausgaben 'für das Etatsjahr 1905 nimmt die Kammer ohne Debatte die einzelnen Kapitel der Hauptabteilung an: Reste aus frü­heren Jahren, Domänen des Großherzoglichen Hauses, Staats­domänen, Lotterie, direkte Steuern, Regalien, Landstände und Staatsministerium.' Bei letzterem Kapitel richtet

Frhr. Heyl zu Herrnsheim mehrere Anfragen an die Regierung. Es sei in unserem Lande eine Agitation hervorgetreten schon im Hinblick auf die nächsten Wahlen, daß sog. hessische Arbeiterkammern eingerichtet werden sollen. Dadurch könnte in Arbeiterkreisen der Anschein erweckt werden, »als ob durch eine derartige Agitation die gesonderte Einführung ssolcher^ Kammern ermöglicht werden sollte. Die Sozial- -demokraten behaupten dabei, daß sie diejenige Partei gewesen ßei, die zuerst diese Kammern im Reichstage zum Vorschlag vgebracht hätten. Das sei aber durchaus nicht der Fall. Diese Angelegenheit sei eine große organisatorische Frage, und er »ersuche die Negierung um Auskunft, wie sie sich zu derselben jstelle. Es sei doch wohl ausgeschloffen, daß die hessische Re­gierung allein in dieser Frage vorgehe, viel richtiger würde «es sein, wenn die Regierung im Bundesrat dahin wirken wollte, daß die von den staatserhaltenden Parteien schon 1894 iin Anregung gebrachte Einrichtung von Arbeitskammern Ibaldigst weiter gefördert und zum Abschluß gebracht wird. Weiter sei es notwendig, zum Schutz der Heimarbeiter, be­sonders in der Zigarrenindustrie, wettere Maßnahmen zu ttreffen und dafür zu sorgen, daß die vom Grafen Posadowsky .angedeuteten Vorschläge bald zur Ausführung gebracht würden. Es sei wetter auch immer noch ein großer Kreis von Heim- .arbeitern aus der Unfall- und Invalidenversicherung aus- .geschloffen; gerade die schlecht bezahlten und wenig geschützten Arbeiter bedürften einer größeren Fürsorge. Eine gesunde Sozialpolittk muffe auch auf einer gesunden Agrarpolitik auf- gebaut sein, und im Reichstage sei eine große Majorität zur Fortführung einer gesunden Sozialpolitik bereit. Der Redner

kommt dann arg verfchiedenr Vorgänge in der Zweiten Kammer zurück und unterzieht die vom Abg. Ulrich betriebene Erpropriationspolittk, die er durch die von ihm verlangte scharfe Progression der Steuer inauguriere, einer scharfen Kritik. Ein solches Vorgehen müsse eine allgemeine Beun­ruhigung im Lande Hervorrufen. Die Genossen im Auslande handelten ganz anders, z. B. in Lyon, Paris, Zürich 2C. In Lyon sei sie sogar dazu übergegangen, eine Wohnungs­reparatursteuer einzuführen, wodurch die Wohnungsverbesserung gehemmt und die gesunde Ausbauunq der Wohnungen er­schwert werde. Redner gibt eineintereffante Statistik, nach welcher die hessischen Steuerzahler mit Einkommen von unter 900 Mk, fast sämtlich unverheiratet sind. Von den Arbeitern seiner Fabrik seien 59 % der Verheirateten Besitzer eines eigenen Anwesens, die also in Worms Grund und Boden besitzen. Wenn jetzt, wie sicher sei, in Preußen die Erhöhung aus 5 Proz. direkter Steuer nicht zur Annahme komme, so bleibe Hessen der höchst besteuerte Staat. Die vor mehreren Jahren nur alsvor­übergehend^ eingeführte Erhöhung des Vermögenssteuer- gefetzes sollte nach den Erklärungen des Ministers nur bis 1903, höchstens bis 1904 in Anwendung kommen, sie hätte also schon für 1905 wieder beseitigt werden müffen. Redner kommt dann auf die Aeußerung des Finanzministers in der Kammersitzung vom 8. Februar d. Js. zurück, wie derselbe ausführte, daß ihm gegenüber dem Lamento der wohlhaben­den Klaffen über die hohen Steuern die Ausführungen des Abg. Ulrich wie einangenehmes Gegengift" geklungen hätten. Das sei eine Aeußerung, die das monarchische Be­wußtsein in der Bevölkerung durchaus unangenehm berühren und .erschüttern muffe; sie habe auch m weiten Kreisen des Landes Befremdung und Beunruhigung hervorgerufen. Gerade die Höchstbesteuerten des Landes, zu denen doch auch die Mitglieder dieses Hauses zählten, seien stets für möglichste Steuerfreiheit für Einkommen bis 900 Mk. eingetreten. Redner sei auch in der zweiten Kammer in unerhörter und unqualisizierbarer Weise angegriffen worden, er verzichte da­raus, hier eine gebührende Antwort zu geben und begnüge sich damit, zu erklären, daß diese Angriffe völlig unbegründet waren. (Zustimmung.) Frhr. v. Heyl wendet sich zu den viel angegriffenen Amtsblättern; die Sozialdemokraten, die so sehr gegen den Zeugniszwang schimpften, hätten ihn gerade zu einem moralischen Zeugnis darüber zwingen wollen, ob er Artikel in der Wormser Zeittrng schreibe oder nicht. Wenn man ihn für den Inhalt verantwortlich machen wolle, sei das gerade so, als wenn man den Staatsminister für den ganzen Inhalt der Darmstädter Zeitung (Heiterkeit) oder den Domkapitular in Mainz für das dortige Zentrums­blatt verantwortlich machte. Wenn den Sozialdemokraten die Amtsblätter nicht gefielen, so sollten sie doch den Antrag auf Verstaatlichung derselben stellen, das wäre doch schon deshalb sehr naheliegend, weil ja im sozialdemokratischen Zukunstsstaat überhaupt nur eine Politik getrieben werden dürfte, nämlich die der dann regierenden Männer. (Heiterkeit.) Die Amtsblätter müßten ein Reckt haben, sich selbständig über die schwebenden Fragen der Politik zu äußern und auch ihre von der Regierung abweichende Meinung zum Ausdruck zu bringen. Eine nationale und patriotische Negierung, wie wir sie Gott sei Dank in Hessen haben, müßte gerade solche Männer höher schätzen, die offen und ehrlich die Wahrheit sagen, als diejenigen, die sich nach der allgemeinen Gunst und Stimmung drehen und wenden. Die Regierung sollte eine gewisse offene Kritik auch seitens der Amtsblätter als berechtigt anerkennen. (Zustimmung.)

Staatsminister Rothe bemerkt, es sei dem hohen Hause bekannt, daß sich die Ri.gier.ung gar nicht in der

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Lage befinde, für sich eine Regelung der Frage der Arbetts^ kammern vorzunehmen, und ebenso verhalte es sich mit den Bestimmungen in bezug auf den Schutz der Heimarbeiter- und der Erweiterung der Krankenversicherung. Die Re­gierung bleibe auf ihrem früheren Standpunkte stehen, daß sic inbezug auf diese Fratzen nur das Reich a-ls kompetent erachte; dabei verkenne sie keineswegs den Wert der Arbeitskammern. Mit der Amtsblattfrage werde sicy ja die erste Kammer später noch zu befassen haben. Die Regierung stehe auf dem Standpunkte, daß sie sich mir für den amtlichen Teil derselben verantwortlich halte, der übrige Inhalt der Amtsblätter sei vollständig frei, die Re­gierung habe gar nichts damit zu tun und sei nicht in der Lage, einen Einfluß darauf auszuüben (Zustimmung).

Finanzminister Dr. Gnauth führt aus, man toerbe wohl nicht erwarten, daß er hier in eine akademische Er-- örterung über die Steuerfragen eintrete. Alles, was die Regierung auf diesem Gebiete getan habe, sei ja mit Zu­stimmung der beiden Ständekammcrn erfolgt. Ob die Steuer­pläne der Sozialdemokraten unter das RubrumExpropria- tion§fteuer/' fielen, wolle er nicht entscheiden, die Regierung treibe aber eine solche nicht. Bezüglich der Vermögens­steuer werde die Regierung bemüht sein, die peinliche Er­höhung derselben baldigst wieder rückgängig zu machen. Gegenüber der unfreundlichen Kritik von Worms über die Gemeindesteuerrcform verweise er auf die Erklärungen der gesamten hessischen .Handelskammern. Die Regierung müsse derartige wichtige Fragen von FaM zu Fall entscheiden. Seine Aeußerung über die Klagen der Wohlhabenden habe er zwar als Gegengift, aber doch immer noch als Gift bezeichnet. Wenn ihm auf der einen Seite die Mittel gegeben wären, den Steuersatz von 5 auf 4 Proz. herab- zusetzen, und andererseits die Mittel, die Einkommen von 500900 Mk. steuerfrei zu machen, so erkläre er, daß er in diesem Falle zweifellos das letztere befürworten würde; er glaube damit auch dem monarchischen Gedanken M nützen.

Frhr. v. Hey l entgegnet, daß er bezüglich der Steuer» befreiurig der minderbemittelten Klassen selbstverständlich mit dem Minister übereinsttmme. Gerade er und feine Parteifreunde hätten längst dafür gewirkt. Er habe auch mit keiner Silbe von einer Expropriationspolitik der Re­gierung gesprochen, sondern von einer solchen der Sozial­demokraten.

Bei Kap. 38, Gymnasien usw., beklagt Frhr. Heyb zu Herrnsheim, daß die bekannte Position der Obev- lehrer bei der Regierung keine Berücksichtigung gefunden habe und erhofft dieselbe noch nachträglich.

Geh. Justtzrat Prof. Dr. Schmidt-Gießen schließt, sich diesem Wunsche an, während Geh. Oberschulrat Nod- nagel und Staatsminister Rothe die Gegengründe dar­legen.

Bei der 12. Hauptabteilung, Pensionen, wünscht Frhr. M. v. Ried esel, datz den alten hessischen Offi- zieren die Beiträge zur hessischen Offiziers-Witwenkasse er­lassen werden.

Staatsminister Rothe bemerkt, die Regierung sei be» reit, zu veranlassen, daß diejenigen Offiziere, die nur der hessischen Offiziers-fiLitwen- und Waisenkasse angehören, von der Beitragspflicht befreit werden. Dagegen würde eine Befreiung auch der übrigen Offiziere $u weitgehenden Konsequenzen führen. Jedenfalls bedürfe diese Frage der ernstesten. Erwägung.

Die weiteren Kapitel des Etats werden darauf ohns weitere Debatte angenommen, ebenso der Antrag des Aus­schusses auf Wiederherstellung der Regierungsforderung von 11600 Mk. für zwei neue Oberlandesgerichtsräte. Damit ist der Verwaltunasetat erledigt; es bleibt noch der S3e? mögensteil zu beraten.

Nächste Sitzung Donnerstag vormittag 10 Uhr.

auf die Abstellung der gerügten Mängel hinzuwirken. Ich behaupte geradezu, daß Herr Hvfiat Koebke, den ich nicht als unzugänglich und noch viel weniger als unfähig hinstellen möchte, manchen von der Kritik gerügten Mangel abgestellt haben würde, wenn er nicht immer wieder im Rathaus und bei gefälligen Freunden einen Rückhalt gefunden hätte, der ihm die Kritik so gleichmütig werden ließ, daß er sie nicht beachtete und mcht einmal las!" _ m ,

Die Bestrebungen, das alte Theater in Weimar mit seinen ehrwürdigen Erinnerungen zu erhalten, für Konzerte, Vor- träge oder Versammlungen zu verwenden, das neue Theater dagegen an einem anderen Platze zu errichten, sind endgiltig gescheitert Der Staat, welcher einen Zuschuß zu den Baukosten von 400 000 Mark gewährt hat, darf einen solchen Zuschuß nur leisten, wenn es sich nm einen Ersatz bau handelt, welcher an derselben Stelle ansgefühtt wird. Dieser Zuschuß müßte sonst aus gesetzlichen Gründen fortfallen. In dem berühmten groß- herzogl. Parke nalze der Ilm ist jetzt der Platz für ein neu zu erbauendes Jnterimstheater abgesteckt worden. Nachdem dieser provisorische Bau vollendet ist, wird das alte Theater abgebrochen werden und der Neubau vor dem Schiller- und Goethe- Denkmal beginnen. . v ,

Frankfurt, 30. Marz. Prof. Dr. Bernhard^cholz, der Direktor des Hochschen Konservatoriums, feiert heute in geisti­ger und körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag. Scholz ist ein geborener Mainzer. Aucy als Komponist hat Sckolz sich neben seiner reichen, eifrigen Lehr- und Dirtgenten-Tätigkeit hinreichend bemerkbar gemacht. Zu nennen sind seine Opern Goto" , Ingo" undAnno 175/", ferner Svmphonien, Kammer­musikwerke Lieder, Männerchöre und das kürzlich hier wieder zur Aufführung gelangte ,,Lied von der Glocke"

Karlsruhe, 28. Marz. Nach einer un Verordnungs- btatt des Großh. Oberschulrats veröffentlichten Bekanntmachung werden am 100. Todestage Schillers (9. Mai) in sämtlichen Gemeinden des Landes die Volksschuler der oberen ^-chuftahre durch ihre Lehrer in feierlicher Weise aus den Lebensgang und die Bedeutung des Dichters aufmerksam gemacht werden. An die Ansprache des Lehrers soll sich, wenn irgend möglich der Vortrag von Gesängen und Schttlerschen Gedichten anschließen. Der Unterricht darf an genanntem Tage ausgesetzt werden.

^SchUlersTod und diePresse. In der damaligen hessischen Presse hat man erst sehr spät und m sehr kurzer Form von dem Tode Schiller'sNotiz ^genommen Ein Exemplar un­seres Blattes aus dem Jahre 180a laßt sich leider mcht mehr auttreiben.Die hervorragendste Zeitung des Departements

Kleines AeuiLeton.

Gin Theaterstreit in Erfurt. In der letzten Sitzung der Erfurter Stadtverordneten wurde ein Antrag des dor­tigen Magistrats verhandelt, dem Theaterdire ktor H o frat /oebke die vorzeitige Auflösung seines Theater- Vertrages nttt der Stadt Erfurt zu gestatten und ba§ StM- tteater für die kommende Saison neu mrszus-chreiben. Die Taterkommisiion beschloß einstimmig dem Anttag entsprechend. Dtt Stadtverordneten stimmten sür Vertagung des Magchrats- anttaas und vorherige Revision des Theaterverttags. In der D§attt wurde die Erfurter Theaterkritik angegriffw und _xr foe Schuld zugeschrieben, daß es zu einerTragödie der ^->n?^direktwn in Erfurt gekommen sei. ©t^^ytt^erDr^meten^8or» bewSriSTwtt der Saison hätte eine Kritik

bie das Gegenteil von Wohlwollen gewesen wäre. Koette Efe Mtfefren müffen, wie die Abonnenten unzufrieden gemacht habe rnseyen i sittlich gesehen, daß er unter allen ^estürtt we^en sollte W^nn man bedenke, daß es Amstand-en gest Theater handle, so müsse man sagen,

strenge Kritik die städtischen Jitteressen ver- JA tat bU gerade das Amtsblatt (derAllgemeine

letzt 961)6, unöDOB Erfurt) getan habe, sei sehr be-

ünzeig^ Möller erklärte, das; nach seiner Auffassung

& U Aadtv. Mouer Kttttk eingesetzt habe.

"SU Ä.-Ä ^^en"d^Allg ist h^r

m Zukunft der,'Elg. Anz. Sache!" des Theaterkritikers des Einem Artikel ,,^yu 6 p-ntnebmen wir, daß er und

-'?llg. Anz." Puttmann, sich geeignete

Hein Kollege, der Musikkrtti . . Döhler Vorbehalten wegen Echritte gegen Stadtt.-B rs^h schweren Beleidigung, ihrer

Tber in dessen Sorten entyuu - . s^lleae fern un-

Mrnfschre Herr Rohm-nm. ckcni° w<- erbauter

i erfahrener Anfänger, sondern ein ~ einzig--

Wtift, bemerkt in TeSÄt

. rtiger Vorgang mw die {n Erfurt über

-davon nehmen, daß tne städtischen sto j nicht

ibic Kritik darum zu Glicht ^??^^^erhörter Vorgang, daß

Donnersber^, dieMainzer Ztg.", erhielt erst am 10. Prärial XIII gleich 30. Mai 1805, also erst drei Wochen nach dem Tode des Dichters, folgende Mitteilung:Den 11. Mai blieb das Theater in Weimar wegen dem Tod des unsterblichen Schiller ge­schlossen. Das Verscheiden des großen Mannes war sanft. Nach seinem Tode wurde er geöffnet, und man fand eine sonderbare Des­organisation in seinem Innern: die Teile der rechten, Sette konnten keine Funktionen mehr machen; er hatte nur mit dem linken Lungenflügel geatmet, und auch dieser begann auszu­wachsen. Der Verewigte, dessen Namen Deutschland immer unter den Namen seiner Enten mit Stolz nennen wird, war.erst 45 Jahre alt. Er hinterläßt eine Witwe mit vier unmündigen Kindern." Nur noch am 5. Juni wies dieMainzer Ztg." darauf hin, daß der Dichter große Pläne unausgefühtt hiitter- lassen habe. Sonst hatte sie bei seinem Tode nichts zu, sagen. Allerdings ist ja in Betracht zu ziehen, daß die Presse im da­maligen französischen Reiche überaus streng ^überwacht wurde und namentlich von den Vorgängen in Deutschlmld nicht viel mitteilen durfte. Besonders das geistige Leben in Deutschland erfreute sich nicht in der Sympathie Napoleons I. und er sorgte dafür, daß seine Untertanen nicht allzuviel davon erfuhren!

Björn Björnson, der Sohn des Dichters und Poli­tikers Björnstterne Björnson, hat dieser Tage fein 25 jähriges Schauspielerjubiläum gefeiert. Zu seinem Jubelfest stiftete m<m ein Album mit den Äußerungen berühmter Skandinaven. An der Spitze der Beitragenden steht der 72'"' *' 1 Vater mit dem Rat an seinen Sohn, sich erst dann f 'chwach zu halten,

wenn er keine persönlichen Feinde - n würde. Zu den

gefeiertsten eigenen Rollen des Thea )r-3 gehört übrigens der Prof. Thygesen in des Vaters Lu . , ographiennd

Lieb e", in dem sich der Dichter mit einer gerade bei feiner Streitbarkeit besonders bewunderns werten Laune selbst .parodiett hat. Der Mte sieht seinen Sohn besonders gern in dieser, ihn darstellenden Rolle.

Auf der Sternwarte Nizza hat der Astronom Giako. 6 in i einem Telegramm der Zentralstelle der europäischen Stern­warten sKiell zufolge einen neuen Kometen, den ersten dieses Jahres, entdeckt. Er steht im Sternbild Orrvn, unweit Orio- nis (Beteigeuze), dem nördlichsten jener sechs Hellen Sterne, die in ihrer eigentümlichen Anordnung dem Holzgerippe eines Papierdrachens ähneln. Die Helligkeit ist nur selw gering (sie ist gleich 12 geschätzt), es bedarf also kräftiger Fernrohre zur Beobachttmg. Die scheinbare Bewegung ist nach Nordosten ge­richtet.