Ausgabe 
29.11.1905 Zweites Blatt
 
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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen

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Rotationsdruck unb Verlag der Brühl'sckem UnwerftlälSdruckerei. 9L Lange, Gießea.

Redaktion, Expedition ».Druckerei: Echulstr.7. Tel. Nr. 6L Te1cgr.-2U)r.: Anzeiger ©tefceo-

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Eine Blockbildung in der zweiten Kammer?

Zu der gestrigen, von uns sofort als höchst unfllaub» würdig charakterisierten Nteldung eines Darmstädter Bericht­erstatters über die Bildung eines reaktionären Blocks schreibt

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Berlin, 28. Nov. König Haakon sandte fol*< gendes Telegramm an den Kaiser:

$>eute in Ghviftiania nngekommen, beeile ich mich, Eurer Majestät zu melden, das; ich von der königlichen Gewalt Besitz er­griffen habe. Es ist meine Hoffnung, das; Euere Majestät mir bte Bemühungen zu erleichtern gewisit fein werden, die Bande, dir mich mit Euerer Majestät nerfnüpten, mehr und mehr zu kräftigen und die io glücklichen Beziehungen, die zwischen unseren Völkern bestehen, zu entwickeln. ,

Hierauf traf nachstehende Antwort deS Kaisers emr Ich danke Euerer Majestät für Ihr Telegramm, durch da« ich benachrichtigt wurde, das; Sie von der königlichen Macht Besitz genommen haben. Ich drucke meine warmen Wünsche aus für bie glückliche Vollbringung Ihrer neuen Ausgabe; in Ihren Be­mühungen für das Glück Ihres Landes und für die fort­schreitende Kräftigung der Bande -wischen Euerer Majestät und-mir wie zwischen unseren beiden Ländern werden Euere Majestät mich stets an Ihrer Seite finden^

Ter Direktor der Kolonialabteilung, Dr. Stübek^ isi zum Gesandten für Norwegen ernannt worden.

Die nationalliberale Fraktion wählte zu ihrem Vorsitzenden den Abg. Bassermann und präsen­tierte zum Vizepräsidenten des Reichstags den Ab- geordn. Dr. Paasche.

Der Abg. Krolik ist auS der Z e n t r u m s-Fraktion des Reichstages ausgeschieden.

In der .Rordd. Allg. Ztg.- werden heute ver* öffcntlicht der Entwurf eines Gesetzes betreffend die Ordnung des Reichshaushalts und die Tilgung der ReichSschulden sowie Auszüge aus dem Entwurf der Gesetze betreffend Aenderung des Br a u st e uer g cse tz es, Aenderung deS T a b a ksie u er g e se tz e S, Auszüge aus dem Entwurf eines Zi ga retten st eu e r-Gesetzes, aus dem Entwurf eineS Ge­setzes wegen Aenderung des Reichs stempel-Gesetzes sowie aus dem Entwurf des Erbschaftssteuergesetzes.

Die Begründung des Gesetzentwurfes betr. Ordnung des Reicksbaushaltsetats und Tilgung der Reichsschuld be­tont die Einheitlichkeit der fünf Steueroorlagen. Sie werde die Grundlage und Richtschnur der Vertretung der Gesamtoorlage seitens der verbündeten Regierungen sein. Schließlich wird hervorgehoben, das; bei der Gestaltung der Steuervoilagen der llebergang in die neuen Bel'teuerungS- verhältniffe für alle beteiligten Kreise tunlichst erleichtert ist.

Der Steuerausschus; des Brauerbundes beschloß, Ende der nächsten Woche eine große öffentliche Versammlung der Angehörigen des deutschen Braugewerbes nach Berlin zu berufen, um gegen d i e geplante Brau st euererhöhung Stellung zu nehmen.

Dresden. 28. Nov. Der Verband Deutscher Zigarett-n-Fabriken tritt den Klagen über die angeb­liche Schädigung der Zigarrenindustrie durch den Mehrver­brauch an Zigaretten entgegen. Tie Zigarrenfabriken ver­brauchen jährlich 540 000 Doppelzentner Rohtabak, die

""chen^eld ausbrachte.^ ein sympathisch aufgenommen.,

Ueberehiftimmenb wird betont, daß der Passus über die aus-i roärtine P°Iüi! d-Mlich den E r n st d - r L ° <1 - »->«-. Ebm,° >ft| mau a l l e u t h a l b e u erfreut über die O ff en he i t und dar S e l b st b e w u f; t f e i n , mit welchem der Kaiser ohne zu sagen,. an welche Adresse er sich wendet, sich über den Standpunkt der) öeulscheu Volmk äußert. .

Stimme Die Abgeordneten begrüßten da? Lob der Truppen m Südwestafrika um Beifall. Am Schluß der Thronrede erkiar e der Reichskanzler die Session für eröffnet und verließi den «aal ,wahrend eines dreimaligen Hochs, welches der bayrische Gesandte Graf

unS heute unser Darmstädter Redakteur:

Jedermann muß sich auf den ersten Blick darüber klar fein, daßman" mit dieser Sensationsmeldung nur wieder eine neue fette Ente uuffliefen taffen wollte auf die auch feldst em Darmstädter Blatt reingefallen ist. Die drei für denBlock designierten Parteien bilden die große Mehrheit in der Kammer nämlich 18 plus 11 plus 7 gleich 36 Mitglieder. Nun w-rd aber im pralamentarisck^n Leben einBlock gewöhnlich nur von den Parteien der Minderheit gebildet und zwar ixmn, wenn diese gegen die Ueberlcgenheit brr Kimmermehrheit Front machen wollen Was soll eine Blockrnehrhut von 36 Knmmermitglledern neqen die 7 Sozialdemokraten und die 4 Freisinnigen? Und was fürwickttige Fragen" sind es, die von den drei Blockparteien in gemeinsamer Sitzung" beraten werden sollen? Es gibt für die neu zusammentretende Kammer zur Zeit überhaupt nur zwei , wichtige Fragen, die W a hl r e ch t s v o r l a g e und die Ge ­meindesteuerreform, und in beiden Fragen sind 1 a m t = l i chle Parteien einig, sowohl dieBlockparteien , wie die ihnen angeblich feindlich gegenüber stehenden. Was soll da also eine neueMittelstandspereiniaung", unter welcher fettgedruckten Tevise dis er^nte Darmstädter Matt die Tataren- nachricht seinen Lesern cnifiiscbt?

Der Ernst der internationalen <^age.

Berlin, 28. Roobr.

So ernst wie diesmal sind bisher in keiner Thron- c;<bt die Beziehungen Deutschlands zu den Mächten bestellt worden. Man könnte vielleicht der Meinung sein, dl<ch d>e Krisis in diesem Frühjahr, die den Krieg sehr nahe ,Mt, den Konfliktsstoff vollständig aufgebraucht habe, sodaß tuun wieder eine längere Periode ohne empfindliche Storungen jpMingt sei. Dieser Auffassung widerspricht die Thronrede in nicht mißzuverstehender Weise: ,Solche (gegen Deutsch- kLiitd gerichtete) Strömungen können, an einem Punkte unter» iMrüdt, an einem andern wiederkehren.' Wenn man diesen . gog genauer betrachtet, kann man sich der Mutmaßung nicht i-npebcen, daß hier sogar weniger gesagt worden ist, als D(ne die gebotene Rücksichtnahme auf die Schwierigkeiten der ;2lae gu sagen war. Die Möglichkeit eines neuen Kon- s likt§, der eine noch größere Tragweite hat als der cs,nip' gegen die Kriegsgelüste des Ministers Delcaffö, scheint : xon d?r Leitung unserer auswärtigen Angelegenheiten bereits ImlDZge gefaßt zu sein. Die Thronrede spricht bedeutungs- - noO t»on dem .Zeichen der Zeit-, die eS der Nation zur Dslcht machen, ihre Schutzwchr gegen ungerechtfertigte An-

Aeu.sch r Meiltzstafl.

1. Sitzung vom 28. November.

2 Uhr. Das Haus ist gut befehl.

Der Präsident der vorigen Session, Graf B a l l e st r e m , er­öffnet die Sitzung und ernennt zu provisorischen Schriftführern die Abga. Dr. Hermes («reif. Vpt.h Himburg (kons.), Nimpau (ncttl.) und T h ü n c f c l d Zeittr.).

Eiugegangen ist der Etat, er wird heute nachmittag noch verteilt werden. ä ...

Tie Auslosung in die Abteilungen wird vom provisorischen Bureau vorgenominen werden. , ..

Es folgt der Nameusaufrui. Er ergibt die Anweienhctt von 290 Abgeordneten. Damit ist die B e s ch l u ß s ä h i g k e 11 fe|l= ^^'^Nächste Sitzung: Mittwoch, 2 Uhr (Wahl des Präsi­diums). Schluß nach 8 Uhr^

Vor der Eröffnung des Neichstages im Weißen Saale des königlichen Schlosses durch den Kaiser war in der üblichen Weise Gottesdienst um 11 Uhr für die evangelischen Ab- I aeorbneten im Dorn, für bie katholischen in der üediviqskirche. Von 11'/, Uhr ab versammelten sich die Reichsboten im Weinen Saale. Sämtliche Parteien mit A u s n a h me der sozial- Idernokraten waren exiebienen. Die Umform war diesmal unter den Abgeordneten sehr stark vertreten. Im Ganzen waren ungefähr 200 anwesend. Graf Balle ft v e m hatte die Unnorm omes Wirklichen Geheimrats angelegt. Um 12 Uhr erschien in der siostoge die Kaiserin mit mehrere,l Pofdamen, (hrone >Puter betraten, geführt vorn Reichska n z l e r I u r ft en Bu lo w in derUniform der SB o n n e r f> u f a r e n (!) bie Bnndesrals- initglieber, immer zu zweien nach der Amie'imtat geordnet, den den Saal unb nahmen links vom Thron^Auffrellimq. j.ie neuen Minister Delbrück und B e f e l e r waren nicht darunter, da sie noch nicht zu Bundesrats-Bevollmächtigten ernannt sind, wohl aber ber neue Leiter der Kolonialverwaltung, Erbprinz zu siohenlohe-Lang en bürgin Dragoer-Uniform Tie Generalität und Admiralität hatte sich zur Rechten des Thrones aufgestesit. Diesen gegenüber nahm bte Schlongard-, kommandiert vom Flügeladjutaiiten Ma,or von Friedeburg^ mit der Irahue Amstellung. Mehrmaliges Ausstößen Mit dem -labe ieiieus des Oberhofmarschalls kündete das tzerannahen des Kauers an, der beim Betreten des Saales mit euiem drennaligeu Loch empfangen wurde, welches Grai Ballenrem ausbrachte. Dem Kaiser folgten der K r o n v r i n z und d,e übrigen Prinzen des königlichen Laufes. Nachdem, der K a i f e r me eher G a r d e d u Korps-Uniform trug, lick vor den J-hroidenel ge>teilt hatte, treckte er fein bauot mit dem Helm, nahm vom Neichskanzler^ie Thronrede entgegen und verlgs sie im, krä l.ger Ltunme L,e Stelle von der Notwendig fei t c in e r >t a^i feil e u t f ch en Alotte die anertennenden Worte für bie -truppen m Lud- '.vestafrika, den Paffus über die M a r o k k o - Angelegenheit

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B. and Herd'11' iebemo^me 6er p «-ZK chaUe ttttd-'"

^achträqliöics zur Sesstschen Landtaqswafft.

üd gehört zu den Eigentümlichkeiten des vergilbten i:rb i r e! t e n Wahlsystems, daß zwischen Urwayl und Wceordnetenwahl stets Einflüsse dahin sich geltend machen, tei Wahlausfall in einzelnen Bezirken M korrigieren, und ji-ar durch die Bearbeitung von Wahlmännern, fo: man nicht für ganz fest halt. Wenn dieses Beginnen fchtnal in S ssen ohne Erfolg geblieben ift, fo darf man ton tt einen Beweis von der wachsenden politischen Reife Di: Wähler erblicken. Der einzige Versuch, noch nach den Kil)kmännerwahlen einen politischen Kulchandel zu mack)en, mi bezeichnenderweise do., der Sozialdemokratie ani, die im Bezirk Seligenstadt den seitherigen Zen- Ürtinisabgeordneten Horn gern beseitigt hätte. Tort standen ssy L6 Zcntrumswahlmänner und 8 Nationalliberale einer» |i!il5 und 10 Sozialdemokraten andererseits gegenüber: die Äcüonalliberalen wurden auf den Namen Horn gewählt, | icoiür das Zentrum den Liberalen in anderen Bezirken l Ähllhilfe leistete. Tie Sozialdemokraten gaben sich nun |

größte Mühe, die Nationalliberalen zu bestimmen, nicht tben gentrumskandidaten, sondern einen nationalliberalen 'jfranricr zu wählen. Mein dieser Wunsch blieb unerfüllt, ihm die Nationalliberalen traten für Horn ein. Daß wägens gerade das Zenrrum sich über diese soz.-dem. ilintriebe gewaltig aufregt, erscheint dadurch besonders inte^ Marat, als in einem anderen Bezirk Zentrumsleitte nach W je^t unwidersprochen gebliebenen Zeitun^uachrichten

eifrig bemüht haben sollen, freisinnige Wahlmanner Wiiimsten des Bauernbündlers und Antisemiten W o l f um- Miinmen. Tas Zentrum fühlte sich diesem gegenüber zu WZi besonderem Tank verpflickstet. weil er einem anderen Akutrumsmann, dem streitbaren Finanzspe'iaüjten Mol- 8trn, sein Mandat rettete, und zwar dadurch, das; unter w Führung dessen fast rein protestantischer Wohnort Llidoecken Zentrumswahlmünner wählte. Tie beiden sreisi ! Mh'ilmänner blieben aber fest, und so kamen Wolf und m ihm der ihm folgende Bauernbund u die leucht

mbttii unmöglich erachtet werden muß.

Schuld, daß es dahin zwischen Deutschland und Snglonb gekommen ist, liegt nicht ?uf deutscher Seite Jmcnrid)tcte Kreise wissen, daß bis in die jüngste 3ei< Hneixi von Deutschland aus der anfrick)ttge Versuch gemacht rovrbrn ist, die MißheMgkeitcn durch versöhnliche und rutiiiir Auseinandersetzung aus der Welt zu schassen. Ter '«rniich hat kein Verständnis gefunden, er ist vielmehr einem t le bestimmten Widerstand begegnet, daß nur die eine Ttuhing berechtigt ist: Man wünscht auf der an » iltr.-n Seite eine friedliche Klärun g nicht. Ter stand macht sich nicht etwa nur im englischen Kabinett Jmcilbar, er reicht höher hinauf. Tas englische Kabinett 'rite mit einigem formalen Recht erklären, es habe Frank- -icich niemals den bewaffneten Beistand Englands gegen 'L)iitschlond angeboten. Aber wann hat man von König IBiiarb eine Versicherung vernommen, nur halb so nach- und überzeugend, wie die vom Kciiser mit er- hmbcTi er Stimme abgegebene:Es ist iu i rein ehe il ige Zücke um den Frieden des deutschen Volkes ? .IM . Landsdowne konnte die Frechheit wagen, m einer Mailichen Versammlung von deml i st i gen H errsch er" iiJfrcdfen, dessen Pläne mißglückt seien. Wie hatte der EiliMw Staatsmann diese Anspielung sich erlauben dürfen, o)ie einer stillschweigenden Billigung an einer höheren ei.lle gennß zu sein? Es handelt sich um ein vorsätzliches Seife mien Teutschlands durch England. Dagegen gibt es lÄie andere Wehr, als die größtmögliche Sicherung gegen L:l.m ebenso feindseliger Art. Die ftanzösische Diplomatie bwiutoet sich wieder im Banne der Londoner Politik. Tie in fünemi im Reichstag zu erwartende Tarlegung des Furjten Lsaw dürfte den Kommentar zu der ernsten, beinahe ioi't e reu Auffassung der Thronrede geben.

grifft ju verstärken.

Bon welcher Seite droht ein Angriff? So Hilf; man fronen unb man wirb kaum umhin können, gtiql.0 n b im Verein mit Frankreich Absichten dieser Art schreiben. England wird zwar mit keinem Worte erwähnt, lv wvv ........- ,-.o

hkr unuerfennbor richtet sich die Bemerkung von den »Vor- Vcmbroirte, 6 Beamte (3 Staats-, 2 Gemeinde-, 1 Kreis- itilm aegen die Fortschritte deutschen Fleißes' gegen den hcamter), 5 Rechtsanwälte, je . Fabrikanten und Kaufleute, niftine'n SReib der .Vettern* auf Deutschlands Stellung 2 Buchdruckcreibesitzer, Rentner, Brauci-eibesitze^ d bem Weltmarkt. Em sehr bemerkenswerter Untersch ie d nossenschastsbeamte und Müller, je 1

Jiften Beziehungen- des Deutschen Reiches zu Machte i g nz^ Mehrer und der Lernte, sowie der An-

fldi'o£)t. Darnach sind die .korrekten-Beziehungen so kühler 'hörigen beider Hochschulen des Landes. Im übrigen klit, idaß sie als gut ober gar freunblich eben nicht gelten a F ü n f t e l d e r Ab g e o r d n e t e n B u r ge r-

: Itthntm. Es gibt Verhältniffe zwischen Völkern, bie so ju» I m c i jt e r von L a n b a e m e i n d e n; nur ein ftdbtifajer . ytfpitjt: sinb, baß eine Rückkehr zu erträglichen, sei es auch s ^rufsbürgermeister gehört der Kummer an. wer normalen, auf Gleichgültigkeit gestimmten Zuständen als

Deutsch-Afrikanisches.

Tie dem Reichsteg zugcgangene T e n ks chr i ft über dev^ Verlauf des Llu ist and es in S übwest a fr ika feit bet khten Denkschrift vom März stellt fest, daß die Herero mit dem Rückzüge durch Omeheke im Februar, Hinderte von Verdurste­ten dicht neben und übereinander gefunden wurden, und seit der letzten oroßen Streife unter Mühlenfels v öllig g e br o che n sind, ^ie können ferne nennenswerten Mengen von Gewehren und Munition mehr b^ben (Maugen untren bis Ende Septeni- ber 2330 Männer und 5600 Frauen und Kinder. Don den Dotten- totten sind die Witboi vollständig ö er st reut r c n g a wurde am 19. Mai g e) chla gen und erheblichen Verlusten über die englische Grenze. Er wurde E Mitteilung des englischen Grenzosfiziers mit 150 Mann ent- tv a f ? n e t. Dieselben kehrten jedoch nach wenigen Stunden arup-. pemoeise über die Grenze zurück Seitdem sind zwei schsverr^ Gefechte gegen ihn vorgekommen. Un \ e r e 23 e rl u ft e betrugen, 38 Tote und 64 Verwundete. Er steht noch a l s st a r k e r Gegner uns gegenüber. Wenn es auch zu einem großen^ Schlage nickst mehr konimt, so ist doch für längere Zett tmNanui-> f mde eine starke Truppenmacht e r s o rde r l l ch, für bereit' Verpflegung, solange die Eisenbahn von Luderitzbucht nach Kubub. nicht hergesiellt ist, eine dauernde ernste Gesa hr bestehü Von den Truppen befindet sich em großer Teil seit 16 Monaten- und ein Teil seit fast zwei Jahren im F-elde. Tie Denkschrift schließt: Trotz der ungünfiigen Lebensbedingungen, der ^utbehv-- fingen und 9hiftreugungen aller Art haben unsere Truppen stetAi ihre letzte Kraft daran gesetzt, an dm Feind zu rommen.

Gouvemeur Gras (Soeben meldet auS Da r-e s - S a l aa Die Station Irmga ist nach einer Meldung vom 17. geführt; Die Wahehe sind ruhig, ebmso der ©üben des Bezirk. Trt, Norden wird noch durch Wasagaras beunruhigt: aucht^ die Grenze nach Mahmge ist noch unsicher. Hauptmann^ Nigmanu mit zwei Europäern und 75 Askari, einem Maschinen-^ gewehr ist abermals dahin aufg^brochen. Die Gesamtver-^ l u st e der Kompagnie Jriuga in 14 Gefechten betragen 4 Tote 15 Verwundete, mehrere kranke AZkaris und eine großer^ Anzahl gefallener Hilfsleute. Das energische untt rasche Handeln des Hauptmanns Nigmcmn ist hervorzu^bm.: Major Johannes ist am 18. von Liwale aus Songea marsckstert., Oberleutnant Frank blieb mit 30 Mann auf dem befestigten. Posten Liwale zurück Der brüte Etappen posten der Lime Kllwa- Liwale schlug am 11. November den Angriff von 300 Aufständi- scku-n zurück. Oberleutnant Grawerth hat Befehl, mit 60 AskariS von dm Mc-tumbiberom abzumarschierm, um sich mit Haupt- m'iin von Waugenheim. der von Kilwa auf Mahmge vorgeht, zn , vereinigen, um dm U ebergang über Nu aha und Ulange zu er* zwingen. Die uniformierte 6. Kompagnie unter Oberleutnant Wendland ist am 20. ds. von Dan-es-Salaam auf Mrogorotz marschiert zum Enttatz für d's Dewchmimt v. Wangmhci^

Mr 281 Zweites Blatt. 155. Jahrgang Mittwoch November 1905

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,^tjtjchr Laadwikf erscheint monatlich einmal. w

biefcS eigentümlichen Verhaltens Protestant. Wähler. Mit und den «rieben des deulscheii^Pottcs dnia^m dem an Stelle LLolfs gewählten Christ bekommt auch die bürgerliche Linke eine bäuerliche Vertretung, denn Christ ist nicht allein prakt. Landwirt, sondern auch Vize­präsident des landw. Provinzialvereins für Rheinhessen und somit ein lebender Beweis dafür, daß auch in HessenBund d e r L a n d w i r t e" u n dLandwirt" noch lange nicht dasselbe ift

Eine andere Eigentümlichkeit des geltenden Wahlrechte' ist es, daß durch das verschiedene Anwachsen der zu einem Bezirk gehörigen Gemeinden manche von diesen jetzt völlig einflußlos auf das Ergebnis der Wahl sind. So stehen sich im Bezirk Tarmstadt-Land 29 Wahlmänner des 1886 in Darmstadt eingemeindeten Stadtbezirks Dessungen 26 der übrigen Wahlgemeinden gegenüber. Wenn also letztere überhaupt nicht wählen, wird das Ergebnis nicht anders, als wenn hier auch der letzte Wähler zur Urne geht: Bessungen bestimmt den Abgeordneten für sich allem. Ferner verdient noch hervorgehoben zu werden, daß der Erfolg der Sozialdemokraten noch geringer an zu schlagen ist, als er sich durch den einen einzigen Mandatsgewiun ausdrückt. Tiefer G.'winn wurde mit 22 gegen 21 Wahlmänner erreicht, und wenn dieGenossen in Pfungstadt ober Gb er ft ab t, bie allein in bem Bezirk die Mehrheit bilben, nur einen Wahlmann, ber nicht wahlmannberechtigt war, ausgestellt hätten, wäre auch aus diesem Siege nichts geworden. In einem anderen Bezirk ist ihnen dieser Lapsus verscksiedenemale passiert; er wäre also auch hier nicht ausgelchlossen Selvesen

Zum Schlüsse möge auch nock; eine llebersicht über bie Berufs st ellung ber Lb geordneten folgen: 13