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28/02/1905 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

155» Jahrgang

Nr. 50

Dienstag 28* Februar 1005^

Gietzener Anzeiger

Äotattort§btuet und Verlag der BrÜhllchem UntDerfhätsbrudereL R. Lange, Gieß«» Redaktion, Expedition n. Druckerei: Schulstr. R. Tel. Nr. 61. Telegr^Adr.» Anzeiger Gieß«,

Erscheint «glich mit Ausnahme des Sonntags.

DieGietzener LamiNenblatter- werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt Der vhejstsche Laadwtrt" erscheint monatlich einmal.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen.

Deutsches Reich.

Berlin, 27. Febr. Gestern abend fand bei dem Kaiser- Paare eine Tafel statt. Bei derselben saßen Ihre Majestäten ein­ander gegenüber. Die Kaiserin saß zwischen dem Prinzen Arthur von Großbritannien und denl Herzog von Anhalt, der Kaiser zwischen dem niederländischen Baron v. Palland-Neekhnen und dem schwedischen Gesandten Grasen Taube. Unter den Gästen befanden sich fmter die Herzogin von Anhalt, der Kronprinz, der Erbgroßherzog von Baden, der Fürst zu Schanmburg-Lwpe, PrinH Friedrich Karl von Hessen, der Reichskanzler, württem- bergischer Staatsminister Tr. v. Weizsäcker, Exzellenz v. Lu- canus, Hausminifter v. Wedel und Staatsminister Freiherr von Richthofen.

Ter Kai ser genehmigte, daß zur Errichtung von Hen- ftätten für Lungenkranke eure L o tt e r i e mit einem Reinertrag von 800 000 Marl und einem Spielkapitale von höchstens 3 200 000 Mark veranstaltet wird. Tie Lose dürfen im Bereich der ganzen Monarchie vertrieben werden; es wird beabsichtigt, die Lotterie in zwei Serien auszuspielen.

Ter bei der Wstimmung über die Handelsverträge wegen Krankheit fehlende ?lbg. Eugen Richter würde im Falle seiner Amoesenheit im Reichstage für alle Verträge ge- stimnrt haben, wie er denn auch in der Presse wiederholt und ent­schieden dafür eingetreten ist. (Fr. Tisch. Pr.)

Anläßlich der Annahme der Handelsverträge durch den Reichstag richtete der Prinzregent von Bayern ein Handschreiben an den Reichskanzler, in dem er ihn zu dem neuen Erfolge seines Wirkens beglückwünscht. In gleichem Sinne telegraphierten der König von Sachsen und der Groß­herzog von Baden. Ferner gingen den: Reichskanzler Glück- wünsche und Tankkundgebungen zu von dem Vorsitzenden des bayerischen Ministerrates Frhrn. v. Podewils, von dem Präsi­denten des württembcrgischen Ministeriums v. Breitling, von dem Präsidenten des badischen Ministeriums v. Brauer, von dem meÄcnburgischen Staatsministerium und von anderen mehr.

Fürst Karl zn Solms-Hohensolms-Lich ist aus Lich hier eingetroffen.

TerReichs-Anz." veröffentlicht eine Bekanntmachung bett, die Einführung einer einheitlichen deutschen Arznei- taxe.

Essen a. d. R., 27. Febr. Hugo Stinnes stiftete für die notleidenden Bergleute auf den ZechenTannenbamn", Prinzregent" undKonstantin" weitere 34 000 Mark.

Ausland.

Paris, 27. Febr. Im Trocadero-Palast fand eine Konferenz statt, in der gegen die verschiedenen Formen bet Reaktion protestiert wurde. Mehrere Redner sprachen energisch gegen die militärische, religiöse und kapitalistische Reaktion. Ter Redner Sembart wandte sich in heftigen Worten gegen die Greuel- toten in Rußland. Tie Anwesenden erklärten in einer Tages­ordnung, daß sie bei der ersten Drohung eines Staats­streichs mit einer Revolution antworten würden.

Bekes-Csaba (Ungarn), 27. Febr. Heute nachmittag tt* schienen mehrere hundert Sozialisten in dem Stadthause und forderten Brot. Tie städtische Behörde ersuchte den sozia­listischen Abg. Achim, er möge das Volk auffordern, ausein­anderzugehen. Achim weigerte sich. Tie Demonstranten wurden hierauf von Gendarmen zerstreut. Auf die Aufforderung Achims, bte Menge solle nicht auseinandergehen, wuchs diese auf mehrere tausend Köpfe an und nahm eine drohende Haltung ein; daher wurde Militär requiriert, das die Menge auseinandertrieb. Es erfolgten mehrere Verhaftungen. Tie Festgenommencn sagten aus, sie seien von Achim zu den Krmdgebungen bewogen worden.

Belgrad, 27. Febr. Ta die Regierung auf eine Mehr­st e it für den Handelsvertrag mit T'eut s chland in der Sttlptschina nicht rechnen kann, beschloß Ministerpräsident Paschitsch, dem König die Auflösung der Skuptschina unter dem jetzigen Kabinett vorzuschlagen.

Der Krieg.

Vom Kriegsschauplätze.

Petersburg, 27. Febr. General Kuropatkin meldet vom 25. d§.: Der Feind setzte die Offensive gegen unsere Front fort. Die Abteilung von Tsin- chentschen umging seine beiden Flügel, namentlich den linken Flügel. Gegen Kautulin rückten die Japaner vor, indem sie unsere linke Flanke umgingen, aber alle An­griffe gegen Tangou und den Paß von Beydalingou wurden abgeschlagen. Oberst Gorsky wurde schwer, am Kopfe verletzt. Die sibirischen Kosaken unter Baumgarten verteidigten ihre Stellungen hartnäckig. Die Offensive gegen Bianiapaotze wurde zurückgeschlagen. Auf einigen Stellungen zwangen Jäger japanische Vorposten zum Rückzüge.

Niutschwang, 27. Febr. (Reuter.) Aus chinesischer Quelle verlautet, daß ein allgemeiner Kampf längs der ganzen Linie im Gange sei; am heftigsten wütete er auf dem rechten japanischen Flügel, iuo Ku^ro cki, weit nach Norden vorstoßend, die russische Rücken stellun g an der Eisenbahnlinie bedroht. Es wird berichtet, eine besondere japanische Truvvenmacht begebe sich nach Südosten gegen die russische Eisenbahnverbindung nach Wladiwostok. Die Japaner beschießen Mukden mit llzölligen Geschützen. Personen, die von der Front zurückkehrten, berichten, das kürzlich begonnene Bombardement richte weit hinter den russischen Linien großen Schaden an.

London, 28. Febr.Daily Telegraph" meldet aus Schanghai von heute: Die Verluste der Japaner bei den Operationen auf der äußersten Rechten, wo es ihnen gelang, die Russen zurückzuwerfen, belaufen sich auf etwa 7 0 Mann.

London, 28. Febr. Wie derDaily Telegraph" aus Tokio von gestern meldet, ist die Ausbesserung des Docks in Port Arthur gegenwärtig fast beendet. Der Vorrat von Kohle in Port Arthur würde den Bedürfnissen der Japaner während des ganzen nächsten Sommers ge­nügen. Die Flottmachung der größten Kriegsschiffe werde be­ginnen, sobald das Wetter günstig werde.

Kein Friede.

Washington, 27. Febr. Um die weit verbreiteten Gerüchte zu erledigen, nach denen Unterhandlungen zum Zwecke der Herbeiführung des Friedens iin Gange seien, veröffentlicht das Staatsdepartement heute folgende Mit­teilung: Der Regierung der Vereinigten Staaten ist nie­mals von Japan das Ersuchen zuaeaangen, -Rußland

Friedensvorschlüge zu unterbreiten und sie hat natürlich auch niemals weder direkt noch indirekt Rußland in Betreff dieses Gegenstandes sondiert. Diese Mitteilung wurde unmittelbar nach einer Besprechung zwischen den japanischen Gesandten und dem Staatssekretär Hay veröffentlicht.

Nusstsche Klage.

Petersburg, 27. Febr. Die Petersb. Telegr.-Ag. meldet: Angesichts des Auftretens von japanischen Truppen im Rücken unserer Armee westlich der Eisenbahn wies die russische Regierung in einer Zirkular­note an die Großmächte abermals auf die andauernde Verletzung der Neutralität Chinas durch Japan hin dadurch, daß japanische Truppen die Mongolei durch­zögen.

Russische Freude.

Paris, 27. Febr. Alle Vertreter Rußlands auf der Hüll-KomMission sind von dem Schiedsspruch be­friedigt, nicht nur deshalb, weil ein furchtbarer Krieg ver­mieden wurde, sondern auch, weil Rußland Genugtuung er­halten hat. Unzufriedenheit zeigten sie gegen den ameri­kanischen General, der offen für England Partei ge­nommen habe und manchmal die Neigung zeigte, englischer zu sein als England.

KaupLversummlrmg des lanvunrlschaftlichen Dezirksvcreins Kikßsn.

(Original-Artikel desGießener Anzeiger".) Gießen, 27. Febr.

Unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors Geheimrats Dr. Breidert, Direktor des aen. Vereins, sand heute die Hauptversammlung im Cafe Ebel in Gießen statt. Die Ver­sammlung joar sehr gut besucht. Neben den Bürgermeistern des Kreises waren die Landwirte und airdere Mitglieder des Vereins stark vertreten. Ter Gartensaal und die Neben­räume des Lokals vermochten die Besucher kaum zu fassen. Es war unter diesen Umständen verständlich, wenn die Be­grüßungsworte des Vorsitzenden besonders herzlich klangen.

Professor R e i ch e l t - Friedberg sprach zunächst über Ob st Verwertung. DaA überreiche Obstjahr 1904 gab dazu reichlich Veranlassung. Durch beit ganzen Vortrag klang das Bedauern, daß der reiche Obstsegen in häufigen Fällen wenig rationell zur Verwertung gekommen sei. Be­sonders machte der Vortragende den Landwirten den Vor­wurf, daß sie zu wenig geneigt seien, das nicht leicht ver­käufliche unansehnliche sund trotzdem zur Konservierung wertvolle Obst für den eigenen Haushalt in Dauerware umzuwandeln. Das ansehnliche, auf dem Markt leicht ver­käufliche Obst solle der Landwirt verkaufen. Das den Preis drückende, weniger ansehnliche Obst dagegen solle den Landwirten selbst einen guten Haustrunk liefern, zn Marme­laden verarbeitet, und in ähnlicher Weise verwendet werden. Man könne auch besonders die Zwetschen so leicht konser­vieren, und düese Konserve im Winter zu Zwetschenkuchen benutzen, der doch von Mit und Jung im Herbst so gern gegessen werde und im Winter fast noch besser munde. Obst aller Art ist heute vermittelst des verhältnismäßig billigen Zuckers so leicht zu konservieren. Diese Kon­serven sind besonders durch ihren Gehalt an Zucker nahr­haft, sie sind billig, bieten in dem einfachen Speisezettel des Landwirtes eine angenehme Abwechselimg und sind der Gesundheit außerordentlich dienlich. In allen HmO- haltungen, in denen viel Obst und Obstkonserven verbraucht­werden, wird der Arzt im allgemeinen wenig zu tun haben. Alles für den Markt geringlvertige Obst, das nicht zu Obstweinen, zu Konserven Verwendung finbe, solle man der Brennerei überweisen.

Der Redner empfiehlt warm den genossenschaftlichen Verkauf des'Obstes. Er weist auf Tirol, auf Holland hin, die bestimmte Obstsorten und nur die beste Ware aus den deut­schen Markt bringen, und dafür hohe Preise erzielen. In Deutschland stecke man in Bezug auf den Obstbau und die Obstverwertung noch in den Kinderschuhen. Man kenne den Markt, besonders für gutes Tafelobst noch nicht, baue zu vielerlei Sorten an. Kein besserer Obsthändler könne' in einem fort Tafeläpfel von einer Sorte in größeren' Mengen kaufen. Eine Waggonladung Aepfel von 10 ver­schiedenen Sorten habe keinen Verkaufswert. Baue man in einer Gemeinde nur drei oder vier Sorten, wisse der Händler da und dort kannst du hunderte von Zentnern einer bestimm­ten Sorte kaufen, so.würden die Landwirte um -Abnehmer solchen Obstes nie in Verlegenheit kommen. Ein großer Fehler sei es immer, wenn der Obstzüchter immer wieder den Versuch macht, das geringwertige Obst imt dem wert­vollen gemischt zu verkaufen. Ein Zentner schlechter Aepfel vermischt mit zwanzig Zentner bester Aepfel, setze den Wert des ganzen Quantums so erheblich herab, daß der Verkauf stets nur zu imgunsten des Besitzers zu stände kommen könne. An den Martzt nur ausgesuchte Ware bringen, das übrige tunlichst in der eigenen Wirtschaft zu verwenden suchen, müsse Grund,atz für jeden denkenden Obstzüchter werden. Der Vortragende geht den Landwirten der Pro­vinz scharf zu Leibe und tadelt die Gleichgiltigkeit der- selber gegen die Gottesgabe des Obstes.

In der Di s ku s s i o n nehmen, verschiedene Redner die Landwirte und deren Frauen in Schutz. Die mit der Pflege der Kinder, der Sorge um den Haushalt, der mancherlei Arbeiten im Milchviehstall voll beschäftigte Hausfrau könne sich nicht in dem Umfänge besonders bei den drängenden Herbstarbeiten mit der Konservierung des Obstes befassen,, als es ihr wohl selbst wünschenswert erscheine. Tüchtige Gehilfinnen könne sie sich nicht halten, weil auch die länd­lichen Schönen lieber- in der Stadt dienen, als auf dem Lande aushalten und Bauernarbeit verrichten. Das Ueber- maß von Mb eit, das der bäuerlichen Hausfrau zugemutet werde, besonders im Herbst, wo alle Früchte reifen, nicht allein das Obstz mache es der Hausfrau unmöglich, der Konservierung des Obstes besonders viel Zeit zu widmen. Trotzdem macht die Herstellung von Obstkonserven auch auf dem Lande gegen frühere Zeiten Fortschritte und man müsse den vielgeplagten ländlichen Hausfrauen, die zum Spazierengehen überhaupt keine Zeit hätten, dankbar sein.

Der Gegenstand mußte verlassen werden, um die Tages­ordnung erledigen zu können.

Man hatte die Absicht, für die Vereinsmttglieder Scrats k a r t o f f e l n aus Norddeutsch land zu beziehen. Der Wechsels des Saatgutes hat sich in der Praxis bewährt. DieKartoffelw arten bei uns leicht aus, bringen geringere Erträge^, schmecken schlechter, wenn man das selbst geerntete Saad-' gut immer wieder verwendet. Ein Wechsel alle 3 bis 4, Jahre ist notwendig. Infolge der Mißernte im nordöst-j lichen Deutschland ist aber die unentbehrliche Knollenfrucht^ dort so teuer, daß es ratsam erscheinen muß, in biefmf Jahre keine Kartoffeln zum Pflanzen aus Norddeutsch^ land zu beziehen, sondern sich in diesem Jahre auf das inr', Westen Deutschlmrds gewachsene Saatgut zu beschränken.» In diesem Frmhjahr sind ausnahmsweise infolge den.' besseren Ernte die Kartoffeln in Deutschland im Westew billiger als im Osten, wo man doch Kartoffeln im ausger-- dehntesten Maße baut. Man beschließt, noch einige Wochen mit dem Bezüge zu warten in der 5poffnuirg, die Verhältnis auf dem Markte könnten sich noch ändern.

Der Vorsitzende empfiehlt den Gemeinden, aus die gut voraussagenden Wetterkarten zu abonnieren icntx diese öfsentlich anzuschlagen, damit jeder Einwohner davon profitieren (könne. Tas Jahresabonnement beträgt nur, 12 Mk. Mancher Landwirt könne davon profitieren und sich^ mit seinen Erntearbeiteu besonders beeilen, wenn ihm eine! Regenperiode auch nur wenige Tage vor dem Eintritt der--> selben bekannt Gegeben würde. Unter solchen Umständekw» ständen für eine Gemeinde oft tausende von Mark auf) dem Spiele.

Mit dem 1. März beginnt in Gießen wieder ein Kursus für F l e i s ch b e s ch a u e r. Interessenten mögen sich schleuß nigst auf dem Kreisamt Gießen melden.

Dr. Hamann- Darmstadt vom hessischen Landwirte schaftsrat referiert unter dem lebhaften Beifall -er Zu» Hörer über den sortenechten Bezug voln Saat^ g e tr e i d e. Nichst allein der Obstbau und die Obstverwerb- ung leidet unter dem vielerlei der Sorten. Auch der Mälzer^ die Brauerei klagt über den Mischmasch von Gerstensorten^ die sie heute zu verarbeiten haben. Au.ch hier soll sich der Landwirt auf den Anbau von der einen oder anderen Sorte, die sich bewährt hat, beschränken und dem Brauer; eine sortenechte Ware anibieten. Der Mälzer hat besser^'. Erfolge und legt gern bessere Preise für sortenechtey Ware an.

Es sind von feiten des hesi. Landwirtschaftsrcctesi s orten echte Gersten- und Haferproben ausgestellt. Die, Landivirte haben Gelegenheit, sortenechtes Saatgut durch' jenen zu beziehen. Professor Gisevins prüft auch iw der Folge die für uns passenden Getreidesorten. Die sich! bewähren, gibt er zur Vermehrung an die Saatbaustellerr ab. Von dieseir kommen sie et)ent. an die Saatenstellen und werden nach Kräften auf größeren Flächen vermehrt. Ist' dies mit der nötigen Sorgfalt geschehen, stehen die sorten-' echten Getreidearten in den Aehren, dann kommt wieder der' Professor GiseviusE Und mustert die aufstehende Frucht. Ent-> spricht sie den Anforderungen, dann wird sie angekört. Der« Besitzer darf durch Vermittelung des Hess. Landwirtschafts-! rates das angekörte Saatgut zu hohen Preiseir an die; Landwirte verkaufen und diese haben die Gewähr, uunmehr- mit sortenechtem und ertragreichstem' Saatgut ihre. Aecker bestellen zu können. So sollen nicht allein die Erträge ge­steigert werden, sondern auch die Qualität. Auch, durch das Durcheinander von Getreidesorten versttmmten wir nicht selten den Markt für unser Getreide und machten es we­niger begehrt immer wieder wie bei dem Obstbau.

Man schrittdann zur Musterung der aus gestell­ten Saatgutproben. Das im vergangenen Sommeri> angekörte Saatgut im ganzen Lande ist heute schon so gut wie ausverkauft, die Saatgutstellen können vermehrt wer­den und ihre Inhaber mögen sorgen, daß sie in bet Folge den Bedarf im Lande decken. In diesem Jahre war ihnen das noch nicht möglich. Nach geschäftlichen Mitteilungoul schloß die überaus angeregt verlaufene Versammlung.

und

KLvdrl und Dcrkcör. DoMswirlsHaft.

Hand 5lsbilattzen. Ein Vergleich zwischen bett neuesten Außenhandelsziffern Englands, Deutschlands, Amerikas, Frankreichs imb Oesterreich-Ungarns ergibt, daß die drei ersten Staaten ihre bisherige Stellung im Welthandel auch hn abye- lanfenen Jahr beibehalten haben. Es betrug der Wert der Ern-

Ausitthr in Millionen Mark

England

Deutschland

Vereinigte Staaten

Frankreich

Oesterreich-Ungarn

Die Zunahme negem'i... ,

land 445, England 383, Oesterreich-Ungarn 91, Amerika 30 Millionen Mark. Frankreich hat einen Ausfall uou 32 Mill. Mk. zu ver­zeichnen. Im Gesamthandel itnb in der Einfuhr steht Deutschland an zweiter, in der Ausfuhr an dritter Stelle. Wichtig ist der Nach­weis über die Zergliederung der Ein- und Atlsiuhrzifferm nach Warettgrttppeit. Von der Gesamteinitthr Deutschlands im jetzigen Jahr entfällt fast die Hälfte, nämlich ein Einsttbrwert von3100 Mill. Mk., aus Nohstoffe für Jndustriezwecke. Etiva 31 pCt. der Einfuhr sind Nahrungs- und Gentißmittel und nur 19pEt. ent­fallen latttHamb. Storr.", dem wir diese Ziffern entnehmen auf hcnrbcilcte Waren, wovon wieder übrigens ein großer Teil auf Halbfabrikate entfällt. Zwei Drittel der Ausfuhr Deutschlands finb bearbeitete Waren, also deutsche Jndlistrieerzeuginffe. Von den übrigen 33pCt. der Ausfuhr entfallen 23pCt. auf Rohstoffe für Jndustriezwecke und 10pCt. auf Nahrungs- unb Genußmittel.

Bergbau Akt. - Ge s. Fri edr'ichsegen. Es hat den Anschein als ob die Aktien dieser Gesellschaft, die an der Berliner Börse dieser Tage zur Einführung gelangten, in die Höhe getrieben werden sollen. Wir mochten daher darauf Hinweisen, daß da^ Unternehmen bis jetzt nicht genügend gesichert erscheint, um schon hohe .KurSbewerttmgen 31t rechtfertigen. Es müssen erst die ver­lorenen Beträge im Zinkerzbau abgewartet, d. h. wieder herein- gebracht werden. Für das letzte NechnungSjahr wurden b °/e Di­vidende bezahlt; für das laufende 7 °/0 in Aussicht gestellt.

Einftchr

Ausfuhr Zusamnren

1903

11069

5932

17 001

1904

11 247

6137

17 384

1903

6 003

5 015

11 018

1904

6 291

5172

11463

1903

4181

6 236

10 417

1904

4 351

6 096

10 447

1903

3841

3 401

7 242

1904

3 629

3 580

7 209

1903

1595

1811

3 406

1904

1738

1759

3 497

iber dem Vorjahr beträgt

bei Deutsch-