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19.12.1905 Drittes Blatt
 
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Dienstag 19. Dezember 1905

155. Jahrgang

Drittes Blatt

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Eichener AnM

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Mir Sichen

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Bau gesucht.

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Kerzii führt Oberbürgermstr. Mecum auS:

Ncichsiage ist vom Bundesrat eine Vorlage zu gegangen, (iirtj jua Vermehrung der Dlinuahmen des Reicks die Steuern .,w 5 Milt 'vom Tabak gegen die jetzigen Sätze ganz bedeutend er- öht lintrban sollen. Wenn diese Vorlage angenommen roerben iiv uie blühende G-icßener Tabakindustrie und niw eniiit* Die Stadt selbst in ihren Steuereinnahmen auf das

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tlglid) mit Ausnahme des Sonntags.

Dib-.Siehener Zomllienblätte^ werden dem ,<1^1 't viermal wöchentlich beiqelegt. Der LanüwtrN erfchemt monatlich einmal.

schon sck-wer belastet ist, mutz sich bei Einsührima der geplanten Zollerhöhung dieses Genutzmittel ganz versagen oder seinen Vor- brauch doch wsseMlick» einschränkcn Tie unausbleibliche Folge ist ein bedeutender Rückgang der Fabrikation.

Außerdem werden die jetzigen Sorten und Formen der Zigarre nicht mehr absatzfähig fein, wie sich schon bei der Aoslerhöhemg im Jahre 1879 ae,eigt hat. Die Intn'strie nrirb aus ihren ein- gelebten Verl>ältnissen und ihren mühsam errungenen Absatz' gebieten vertn-ängt Sorten, die sie lange Jahre mit Nutzen produziert und obgesetzt hat, werden vom Markt versch^mdeu müssen neue Zusammenstellungen der Tabaksorten imd neue F^rm-m ausprobiert und auf diese Versuch»- erheblich^ G-ldbetrag' verwendet werden: die alten Formen, in denen große Kapitol,cn tecken, werden wertlos. Das Suchen nach Ersatz für bie ganabaren Sorten erfordert wegen der iknverm--idlick>en Feb^ chläge bedeutende Mittel, und bei der gewohnten Kundschaft wird ein Kvukurrenzk mpf der anderen Fabriken entstehen, der er- h-bliche Opfer fordern, wohl auch manchs Betriebe vernichten

ia-inacic8 >Deß ^ie rmaschlncheB

K. Krailing hat in der Südcmlage eine Werkftätte in weniger als 3 Meter Entfernung vom Nachbargrundstück errichtet, weshalb die dem Nachbarbesitztum zugewendete Mauer als Brandmauer anzusehen und ohne Oeffnungen .ft. Er sucht nunmehr nm Gestattung eine? Fenster? noch, was für die Toner der Verwendnng der Werkslätte zum Schlosierei- betrieb ihm genehmigt wird.

Uhrmacher W. Ört h sucht für daS HauS Neuen Baue 5 um Genehmigung der Anbringung einer Rekle,meuhr nach, die statt der gestatteten 50 Zentimeter 72 Zentimeter vor- springen wird. Das Gesuch wird unter der Bedingung ge­nehmigt, daß die Uhr mindestens 3 Dieter über der Straße angebracht wird.

Em,l Schön hat in der Wilhelmftratze ein Hinterhaus früher als das Bordergebäude errichtet, was nach Artikel 50 der allgemeinen Bauordnung unzuläisiq ist. DaS nachträglich eingereicbte DiSpenSgesnch wird genehmigt gegen die Auflage, daß daS Vorderhaus bis 1. September n. IS. errichtet fein muß. Der Gefuchsteller hat 500 Mk. Kautkvn zu hinterlegen.

lScblutz folatZ

Millionen Stück Toering'S Enlen-Lcise ftnd bis Ende 1904 zum Verland gelangt. steine andere Toilette-Seite

Sitzung des Provinzial-Ansschusses der Provinz Oberhessen.

Gießen, 16. Dez.

RolaNonSdrnck und Verlag der Brübt'tckrem UiuversuälSdruckerei. 9t Lange. Oietz«.

Redaktion, Expedition u. Trucferei Hckmkstr.U, Tel. Nr. 5L lclcgt.-9U>t.; Anzeiger Sieben.

hat einen iolcken Erwin aulzuweisen Tieler Verbrauch ist der beste Beweis st'ir die Güte und die vorzügliche "abrikats. Dian weise minderwertige Nach» ck und verlange nur Toeriug's Eulen- o. 40 'BL p. Stück in eleganten Weihnachts-

1 ag überall zu haben ist. hv11/,

| Sitzung dcr Sladtocrordnctrn.

B «L ft Dießen, den 18. Dezember 1905.

V Intüffenb : Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten

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Wirkung >'nA

-- alunungc

gung I Leise, nrldie zum ftion | Earloiis oh>'e Brei

^^ToS Tab^'eueraefetz vom 16. Juli 1879 brachte für bi? ©iefienT Tabakindustrie einen erheblichen Rückgang und ver­drängte einen Teil der billigen Fabrikation in andere Gegen- x-n, die durch niedrigere Arbeitslöhne im Vorteil sind Eine Wiederholung solcher Ereignisse wird für die St"dt Meßen und ihre weitere Umgebung von unübersehbaren Folgen sein. Lic Bevölkerung in den benachbarten hessischen und preus-ischen Tvr- ent lebte vor Einführung der Tabakindustrie in kümmerlicher Armut: die Tabakindustrie brachte sie zu verhältn-snatzigem Wohlstand. Eine wesentlich« Einschränk-na di-s-r, Industrie ob-r ihre Verdrängung nach anderen Gegend«' d die Leute in ihre rüheren Lrmlick)en Verhältnifse zurückwe, ' dann durch den notwendigen Verzicht auf die gewohnte .vc Lebcnshaltuna irm so schwerer empfunden werden. Ter Ersatz der Tabakut^istri^ durch nnberc Erwerbszweige kommt für die betroffenen Arbeiter kaum in Betracht, weil die Tabakindustrie fast auAwlicßlich weib- liche und f oldtc männl ick: en Arbeiter beschäftigt, die vermöge ihrer körperlichen Beschaffenheit für schwerere Arbeit sich nicht eignem Tie landwirtschaftlichen Betriebe in der Umaegend GießenS sind fast ausschließlich Kleinbetriebe^ Ter Vorteil für die Landbevölker' ung liegt darin, daß währeno der Feldarbeit die Arbeit in ber Fabrik ausgesetzt werden kann, die Beschäftiguny tn dcr In­dustrie also die F-eldbestellung nicht hindert. Die Leute chlicßlich in der Landwirtsckioft zu beschäftigen, ist ausa-schlossen, weil die Gegend hierfür viel zu stark bevölkert ist. Von dieser glücklickxm Verbindung zwischen Landwirtsckmft und Industrie rührt der Wohlstand unfern Landbevölkerung her.

Tie Stadt Gießen wird durch die geplante Zollcrhohung be- onberS schwer betroffen. Tie hiesigen Tabakfabriken und ihre Besitzer zahlen in diesem Jahre über 55 000 Mark Gemeinde­steuer bei einem Gesamtbetrag« der Gemeindesteuern von rund 895 000 Mark. Neben erheblichen Ausfällen dieser steuern wird die Stadt auch t>nrunter leiden, daß die Landbewohner der,Um­gegend weniger kaufkräftig werden und dadurch die Gießener Geschäfte allgemein zurückgchen. Es bedarf feiner weiteren Begründung, daß die Finanzen und das Gedeihen der tzotavt. die sich zur Zeit in erfreulichem Aufschwung befindet, auf das empfindlichste geschädigt werden, wenn eine für das Gemein- nxicn so bedeutende Industrie eingeschränkt ober gar von hier verdrängt wird. Tie Stadt Meßen hat unter den hessischen Städten nächst Offenbach schon jetzt den höchsten Steuerzuschlag. Tie Erhöhung der Tabakzölle bringt notwendig einen erhebllckwn Rückgang der Gemeindesteuern, der nur durch eine weitere Er­höhung des Steuerzuschlags ausgeglichen werden kann. Tie wohl­habende Bevölkerung, die nicht an Gießen als Wohnsitz gebunden ist, wird nach anderen Städten, die bei niedrigeren steuern größere Annehmlichkeiten bieten, verziehen, und die Folgen für unsere Stadt lassen sich auch nicht annähernd übersehen.

Aus diesen Gründen stellt ihre Finanzkommisston einstimmig den Antrag, die Stadtverordneten -Versammlung möge den Reichstag bitten, der geplanten Erhöhung der Tabakzökle seine Genehmigung zn versagen, auch eine Abschriit der an den Reichstag zu richtenden Petition der Großlierzoglich hessischen Staatsregierung und unserem Reichstagsabgeordneten zu überreichen.

Diese Erklärung wurde mit Beifall aitfgenominen und dem Vorschlag einstimmig und ohne Debatte zu­gestimmt.

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Hande? uvd Ierkekr. SoläswiNschait.

Russische Finanzen. An der gestrigen Börse sind Rusten erst ziemlich wesentlich in die Höhe gegangen, obwohl die Nachrichten aus den baltischen Provinzen nach wie vor ziemlich trostlos waren. Später trat freilich wieder eine bedeutende Ab­schwächung ein. Als Ursache der anfänglichen Aufwärtsbewegung wurde angegeben, daß ein internationales Kvnsortium der ruffi» scheu Regierung angeblich einen großen Vorschuß eingeräumt habe, woraus in erster Linie die vom Februar-Mai verfallenden russischen Sch-tzweck'sel, soweit sic außerhalb b?5 Konsortiums umlaufen, und soweit dafür nicht schon Mittel bereit stehen, zurückg7'"hlt werden sollen. Tiefe Gerüchte begegneten mancher­lei Zweifeln, aber sic verfehlten wie gesagt, ihre Wirkung wenig­stens vorübergehend nicht.

Geheimnisvolle Goldsendungen. Man kann sich kein rechtes Bild machen, wie es sich mit einer geheimnisvollen Goldsendung von 30 Mill. Mk. verhält, die von Petersburg aus u die Teutsche Rcick^bank g'gangen ist. Es wird geglaubt, daß die russische Regierung die Goldvorräte der Staatsbank in An­spruch nimmt, um die Scha,weckssel einzulösen. Nicht unwahr­scheinlich wäre auch, daß die Finanzverwaltung c5 für angebracht erachtet, daß der Geldvorrat bei Irr Reick'sbank niederaelegt wird, da er da besser aufgehoben ist, alS in Petersburg. Umsomehr, als 'uch durch eine Tepouierung d?S Goldes im Auslande für die Kapitalisten eine gewisse Beruhigung gegeben wäre. Wird doch bezweifelt, daß dcr Mldvorrat der russischen Staatsbank tab- sächlich so frod) ist, als er in den offiziellen Ausweisen bezeichnet steht.

N i< li-fm Arbeitslöhnen, aussentemuv oer ia»

cau^chnols, 2 130 000 Mark zahlt, alS richtig mrnsehnr ist. |hW3^6n S W der wirklich beschäftigten Arbeiter ist nach Angabe der l0W 'al^kn^fSgenossenschaft mindestens um Vs größer OAi Ne . Klh für die GenvsfenschaftSnmlagen -u Grunde gelegten M l.nWtfrtdtilCT, also für die Haupt- und i^lialbetriebe der Gießener mindestens sechs Fünftel (2306 plus l339) g<e^4374 811* lifll ",. 'tirtr-rb mit Einschluß der Kleinbetriebe und der HauSiubuftrie 5 /iS ic '-ri-tc des Gießener Anzeigers mit 4660 Arbeitern zutreffem V** 1 :d? Gießener Tabak-Industrie erzeugt tahrl ich etwa

-5 C 'Tt'OO stilwrren im Wert von 8 325 000 Mark, oOOO Tvp- al(en^c7 gffi 'im Wert von 7.50 000 Mk., 750^ ^Pve-

*Ptn,'1^utnbnr im Wert von 472500 Mk also Abriße .afc nn Fakturenwert von riind 9-> Millionen Mar^ ^ie hlit tkn jetzt allein für bie Zigarren an U und Inland- e , . ' «verr HjtOOOO Mk., oder 16,2 Prozent vom Wert dcS fertigen

Nmaegend fabriziert hauptsächlich die sogenannte HK-tzi^Zigarre, die zur Zeit ausfchließlichm's überseeischem & l)?rgestellt und zu einem TurchfchniltSprelse von 36 r, SO"..il n ? Äxä ttdler abgegeben wird. Tw geplanten Zosierhohiingen rtl R^enc^biep 8i^e um 3,20^bis 4 Mk. daS Tausend rchd in Größe der Zigarre, zet PreiS der Ao-rrre »mch b-r-nfe nur um den böberen Zollbetrag steigen. Der ^br.raut r-u'^u, r Vorlage des Zolles bis zum Umgang des Betrage, d om °W-^-r ein wesentlich höheres Zetireb^ vital alS b.Sher f mnf ,|n erheblich S K'v'tal ohne ^-'^.^N'gen, und es 'st ob alle Fabrik Uten so kap-.talkrast/g sind, dak» sie 'ZU tsi. Gefährdung ihrer Eriswnz i'7i ^ta'ida sind vielmehr i ( r. .hrnrn daß kleinere, weniger r'piwlkrastige ,saori- l^-n'rT. Betriebe eingehen lassen müssen. Auch der sändln 1 :u6-i fo größeres Kapital in fernen »n * und ird men mit Recht einm größeren Nutzen forthrn.

i >-< rf f»iner nxi' rm Begründung,, daß bie billige G^e- ene-4; rr? in L taup 'dx- ^^er minder bem'tte ten Be- .i rbc u L-t nrai), : '> bie Verbrau. ^si^e durch ,ge

; ^Werlvi./ nr u -d wenn sie r eui-.n Pfennig siir d S

er 'tfr; die derzeitig dler r. benSmittel olm.tziii

CurfstZicnen und Georgi, bie Stobtoerorbneten: Tr. Ebel, Eich^tvuer, Euler, Faber, Gabriel, Dr. Gntfteifch, Dr. Habcknkom, Hanbach, Heichelheim, Helfrich, Helm, Huhn, Ianmi Zuqharbt, Keller, Kirch, Leib, Löber, Orbig, Petrgi Schaffftaebt, Schiele, Schmoll, Wallenfels unb Dr. .Tn genauer.

Mitteilungen.

Lbkckbürqermstr. Mecum teilte mit, daß die Stabt ben Pcci pb gegen Zur buch wegen der Straßen- her jtltllLngSkoften in b er Goethe ft raße in zweiter Z'iMo» gewonnen habe. Der Geqner fei zur Zahlung von 289».M, und 10 Prozent Zinsen seit 1896 verurteilt worben. iTemi E:oMo. Justizrot Tr. GiNsleisch spricht bey Vorsitzende iTamkk iul die erfolgreiche Vertretung der städtischen Interessen in MlMr Sache auS.

tlnch einer weiteren Mitteilung haben die Erben Weber

die Stobt verklagt auf Herausgabe eines kleinen Stückchen setts fianiM nm sogen. Flutgraben bei der ehem. Krachenburg.

1 tik Theaterbaukommission hat sich, wie der Vor- sitzenikbt seiner mitteilt, in letzter Zeit mit der Frage der Grosse Allln iziMSamlage beschäftigt, unb eS wird der Versammlung in nächjsiltt Zeit eine Vorlage hierüber zugehen. Eine Besich- ^^^iguin z be: Stadttheater in Bielefeld und Dortmund durch den nbrejitßt mieifkr, Stadtv. Haubach und Architekt Mayer habe on dei schätzenswerte und wertvolle Anregungen für ben ertiiyfn Theaterbau ergeben. Aus eine ^lnsrage deS Stadtv. ö W tr, iob bie Besichtigungsreise auch darüber Aufschluß ,e leßem h.7ibe, daß der vorgesehene Betrag für den Theater- 'I |,eu3r,ll^c' erwidert der Vorsitzende, daß der genaue Vor-

W ifctti (oq t o<f) nicht vorlieqe.

$on öem Metzqermeister August Müller in Münstereifel , t ei mt Arssrage eingelaufen, ob eine Notiz in der.Köln.Volks- OgUÄX ,'itnng*, Laß in Cberheffen, insbesondere im Vogelsberg, ein

v V iüklMiss der Schweinepreise von 5758 Pig. für das

b Lebendgewicht auf 5152 Pfq. zu verzeichnen fei. Arte-, stotvrlii, ,f Vagheit beruhe und wo zu diesem billigen Preis .chiMiiik,zu kaufen feien. Oberbürgermstr. Mecum Hot hier- m tirfl. ber t mit dem Obermeister der hiesigen Metzgerinnung und

iny, Tbarwust. ^i j miNren Metzgermeiftern Rücksprache genommen und &ftrtibtMminel, jc|cj jabrn erklärt, daß ihnen hiervon nichts bekannt sei und Kitrfognaf k.x.c rciifirten: hier immer noch 7274 Pig. für das Pfund chl.ü«i>i<ienoicht bezahlen. Es sei erwünscht, daß die Besitzer V büLIistr Schweine, wie in jener Zeitungsnotiz angegeben i, f' 6 mrlben möchten, zumal die Metzger ihm erklärt hätten, "k sofort mit dem Preis heruntergehen würden, wenn e sch billlag einkaufen könnten.

Die Besteuerung des Tabaks.

, -..^rnne/Ausstellung der Tabakberiifsgenofsenschaft beftchen

. Taücbenlaiirn stlr.Stt gswablkreise Gießen 58 Betriebe der Tabakmdustrie, i ie n mderen Wahlkreisen noch 26 Filialbetriebe unterhalten.

Öfe dieser 84 Betriebe wvhnen fast ohne Ausnahme m skope ..ver (3Mbt Gießen. Nach derselben Aufstellunc, wurden m den

. nnd 8 S^Diktrieticn von den versicherungSvfl'chtiaen Arbeltern

plNlcrApP6nl191 e Arbeitstage geleistet, .nrofür 1 201 211 Mark Lohn riNlC qaWvvrden. Auf die 26 Filialbetriebe kommen 401 <00 volle ri.^.imSpflichlige Taglöhne i eine Lohnnachweisung für diese il it: in Ausstellung nicht enthalten: man Nnrd aber nickst fehl- 5 J81 <tev!,.önin man hier denselben Turchschnittslohn, nne " sich auS iml(W ' ' rMen für die Hauptbetriebe ergibt zu Grimde legt, **** >anna buineit auf die Filialbetriebe lahrsich 697 494 Mark Tag ,ohnL tki auf Haupt- und Filialbetnebe ehrlich 1898 ,05 Mark ersi.^^iSpflichlige Taglöhne. Tazu kommen tne Ahne für die «^ick-erungSpflichtiaen stieinbi'triebe die HausiN^istrie^ vi ke in einem Artikel be? Gießener Anzeiger? vom 29 Ro- W. I. gemachte Angabe, wonach die Gießener Tabakmdustrne ' wichen Arbeitslöhnen, anSfckckießlich der ^efoldung des Du-

IohS. Höchst von Londorf h«t um die Erlaub­nis zum Betriebe einer Gastwirtschaft nach­gesucht Ter Gemeinderat zu Londorf befürwortete das Gesuch mit Rücksicht auf den steigenden Verkehr und die Lage der geplanten Wirtschaft. Trotzdem lehnte der Arcisausschuß des Kreises Gießen in seiner nichtöffentlichen Sitzung vom 20 September d I- das Gesuch manoels Nachweises eines Bcdürsiii's'S ab Ter Anwalt deS GefuchstellerS verfolgte gegen diese Entscheidung Rekurs an ben Provinzialausschuß. Nach eingehender Beweisaufnahme gelangte dieser in seiner heutigen Verhandlung auS dem gleichen Grunde nne der KrcisauSschuß zu einem abschlägigen Bescheid.

Zur Erweiterung deS Bahnhofs Hungen be­nötigt die Königl. Eisenbahndireklion Frm'.kfurt a M- u. a unen Teil dcr den L. Katz Eheleuten und den G. st. Koh^l» Heyer Eheleuten zu Hungen gehörigen Ho fr aiten. Ta über ben Preis deS abzulretendcn G. l^ndeS eine Einic nicht erzielt werden tonnte, stellte die Eisenbahndirct... .

Antrag aus Enteignung. Auch die durch die Lokalkom­mission gcf'-hrten Vernlüchsversiandlungen blieben erfolg­los, sodaß die Sache zur Vorlage an den Provinzialausschutz Iain Tie Eisenbalmdircsiion beantragte der halber ihre Einweisung in den Besitz der Parzellen, bevor über die Höhe der Entschädigung entschieden werde. Diesem Anlage wurde beute entsprochen und die Besitzein­weisung für zulässig erklärt, indem gleichzeitig eine Augenscheinseinnahme durch eine Kommission des NrovinzialauSschusses beschlossen wurde.

Von dem Bürgermeister von Vilbel war gegen einige Mitglieder deS Gemeinderats Straf­antrag bei dem Kreisaitsschutz des Kreises Friedberg auf 0^ r u n d d e « Artikels 45 der Landgemeindeord- nuug gestellt worden Tieser Artikel verpflichtet die Mit­glieder deS G?meinderatS an den Sitzungen des Gfcmctnbe- rat5 teilziinehmen, wenn nicht eine hi^.reichcnb begrünbete unb beni Bürgermeister rechtzeitig angezeigte Verhinber- ung vorliegt, unb gibt bem Bürgermeister das Recht, gegen Zuwiderhandelnde Strafantrag bei dem KreiSausschuß zu stellen. In Vilbel war nactz mehrfachen Verhandlungen von der Mehrheit des Gcmcindcrats beschlossen worden, bie Sitzungen nachmittags 5 Uhr beginnen zu lassen. Tie Min- berheit bes Gcmeinbcrats protestierte bagcgen unter Be- rusung barauf, baß sie in Frankfurt arbeiteten und erst um 7 lUjr zu den Sitzungen in Vilbel erscheinen könnten, da sie sonst ihren Arbeitsverdienst verlieren und möglicher­weise um ihre Stellung kommen würden. Als der Bürger­meister zur Deratinig des Gemeinbevoranschlags von 1905 eine Sitzung auf ben 18. April 1905 nachmittags 5 Uhr anberaumte, fehlten mehrere Mitglieber mit ber Entschul- bigung , geschäftlich verhindert", sodaß eine beschlußfähige Zähl des G'meinderats nicht zufammen kam und ber Vor­anschlag nicht beraten werben sonnte. Tcr Bürgermeister ruanbte sich hierauf an das Kreisamt, welches die Mit» glicber bed Gemeinbcr 1s, die in der Sitzung gefehlt hatten, chriftlich ausforderte, in der nächsten Sitzung des Gcmeinbe- rats zur Beratung des s emci'.'devoranschlags zu erscheinen,da die Bemerkunggeschäftlich vc ihindert nicht als hinreichend begründete Entschuldigung gelten könne und sie im Falle ihres Ausbleibens Strafantrag zu gewärtigen hätten. Ju dieser nächsten Sitzung fehlten wieder 5 Mitglieder mit der Entschuldigung, daß sie ohne die Gefahr, ihre Stellung zu verlieren, vor 7 Uhr nicht erscheinen könnten.

Ta infolgedessen der Voranschlag wieder nicht beraten werden konnte, stellte der Bürgermeister Strafantrag. Der Kreisausschuß erkannte, daß die Uebernahnie des Amts eines Gemeinderats und die Ausübung der damit ver­bundenen Funktionen eine Pflicht sei, der sich niemand, auch wenn er kleine Opfer Dafür bringen müsse, entziehen könne. Würden größere Opfer verlangt, so könne er das Amt niederlegen, aber nicht von den Sitzungen fernblciben. Die Gemeinderatsmitglieder hätten sich daher zu der Beratung des Voranschlags einfinden müssen, da die vorgebrachte Entschuldigung nicht ausreichend sei. Jeder der Fehlenden sei demgemäß in eine Ordnungsstrafe von 5 Mark zu verurteilen. Tie dagegen verfolgte Berufung an den ProvinzialauSschuß kam in der heutigen Sitzung zur Ver­handlung. Hierbei erklärte der Bürgermeister, daß keines­wegs alle Sitzungen um 5 Uhr anfangen sollten. Man habe, um den Interessen der in Frankfurt Arbeitende« Rechnung zu tragen, den Anfang der Sitzungen nunmehr auf 7 Uhr festgesetzt. Nur bei dem Voranschlag habe eine Ausnahme gemacht werden müssen, da d essen Beratung längere Zeit in Anspruch nehme. Vielleicht werde aber auch dessen Beratung in Zukunft auf 7 Ubr verschoben werden können, nachdem, was srüher nicht der Fall, der Voranschlag gedruckt unb ben Mitgliebern vor ber Be­ratung zugescmbt werbe. Bei bem biesjährigen Voranschlag, bessen endliche Aufstellung dringlich gewesen sei, hätten bie fehlenben Mitglieber ganz gut eine Ausnahme machen können. Ihre Stellung halten sie babei nicht gefährbet, benti es würbe ihnen nicmaub deshalb ihre Stellung ent­zogen haben, sondern nur einen Teil ihres Arbeitsverdienstes opfern müssen, den er auf 11,25 Mk. für jeden schätze. , Tas sei aber nicht zu umgehen gewesen. Er wisse nicht, wie er es anders hätte einrichten sollen. Auf Grund dieser Ausführungen wies der Provinzialausschuß bie erhobene Berufung ab.