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General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen
Rotationsdruck und Verlag der Brüh5Ich« UntverfuLLSdruckerel. R. Bange, Gtetzs»
Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulst».^
Tel. Nr 6L relegr^Udr.» An-etger GtetzßW»
Pfdffer&Diiäers Kaffee-Essenz in V sLTrz
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Sehr eingehend behandelt wird in dem Jahresbericht aas Kapitel der jugendlichen Arbeiter. Die ZM der Fabriken oder diesen gleichgestellten Anlagen, welche jugendliche Arbeiter beschäftigen, beträgt 2040 oder 41,4 Prozent der Fabriken überhaupt; dazu kommen noch der tX' Werbeaufsicht unterstehende Anlagen, sodaß im ganzen rn
DentfcheS Reich.
Berlin, 28. Juni. Aus Anlaß der Vermählung des Kronprinzen weilten auch zahlreiche Abordnungen aus dem Reiche in Berlin, nm dem Brautpaare Geschenke darzubringen. Vielfach waren sie in ihren heimischen Trachten erschienen; auch befanden sich unter den Geschenken Photographien, die die Spender in ihrer HeimcrtS- tracht darstellten. Den historischen Volkstrachten und vvr allem den Frauentrachten bringt der Kaiser lebhaftes Interesse entgegen. Auf seinen Reisen ist der Monarch immep erfreut, wenn er die Stadt- und Landbewohner in ihrer Heimatstracht sieht. Schon vor Jahren hat der Kaiser au- geordnet, man möge den Volkstrachten erhöhte Aufmerksamkeit schenken und sie nach Möglichkeit zu erhalten suchen^ er wolle, wo es nottut, auch mit Geldmitteln aushelfen. Dies hat der Kaiser seitdem in umfangreichem Mäße getan. Durch die Vermählung des Kronprinzen ist die Bolks- trachtenfrage beim Kaiser wieder an gefacht worden, unH er hat zum Zwecke der Hebung des Planes' für die altert historischen Trachten aus seinem Dispositionsfonds wieder: einen größeren Betrag zur Verfügung gestellt.
— Admiraläla ftrite der Marine v. Knorr, bessert Büste dieser Tage im Garten der Kieler Marineakademie in Gegenwart des Kaisers' enthüllt wurde, hat vom Kaiser das folgende Telegramm erhalten:
„Es tut Mir herzlich leid, daß Ihre Gesundheit es Ihnen nicht erlaubt hat, heute in Kiel zu sein. Ihre Düste habe Ich der Marineakademie mm mit dem Wunsche übergeben, daß dem jungen Nachwuchs Ihre tapfere und zielbewußte Haltung allzeit v arbildlich sein möge. Von Herzen wünsche Ich Ihnen baldige Wiederherstellung und daß Sie noch viele Jahre die Ehrung selbst schauen können, welche Ihr dankbarer Kaiser Ihnen errichtet hat. Wilhelm."
— Von gut unterrichteter Seite wird mitgeteilt, die Verlobung des Prinzen Git^lFriedrich, des zweiten Sohnes des Kaisers, mit der Prinzessin Alexcrndra AU Schaumburg- Lippe stehe unmittelbar bevor.
— Der Bundesrat stimmte heute der neuen Zoll- g ebühren or dnun g, sowie den neuen Vorschriften über die Entwertung der Jnvalidenversicherungs- marken zu.
— Die Hamburger Wahlrechtsvorlage ist in der letzten Sitzung der Hamburger Bürgerschaft einem Ausschuß zur Berattmg überwiesen worden. IM Ausschuß stehen zwar den zehn Anhängern nur drei Gegner gegenüber, da' er aber auf die bei der Schlußabstimmung erforderliche Dreiviertelmehrheit Rücksicht nehmen muß, so wird der Abschluß der Kommissionsberatungen, auch wenn die Mehrheit ihre Absicht, die Verhandlungen während der Sommerferien fortzusetzen, durchsetzen sollte, wohl kaum vor Beginn des Herbstes zu erwarten sein. In der Zwischenzeit wird es eine Hauptaufgabe der Gegner der Vorlage sein, die Wählerschaft über den durch und durch reaktionären Grundcharakter dieser Wahlreform, durch welche außer den Sozialdemokraten auch 33 Prozent der Wühler, welche bisher bürgerlich gewählt haben, die Hälfte ihres bisherigen Wahl- rechts genommen werden würde, gründlich aufzunärert
Werbeaussicht unterstehende Anlagen, sodaß ijn ganze 2291 Betrieben jugendliche Arbeiter beschäftigt furo, ganzen 8355 oder 9,2 Proz., der Arbeiter in dresenBetrreben überhaupt, darunter 56 Proz. männliche und liche. Gegen das Vorjahr ergibt sich eine erhebliche A«ger una der Zahl der Fabriken mit jugendlichen Arbeitern und auch der Zahl der letzteren überhaupt, besonder^, auch des Prozentsatzes der weiblichen. Kon den genannten 2291 Anlagen entfallen auf den Aufsichtsbezrrk Darmstadt 49C Offenbach 618, Gießen 464, Mainz 395 unb Worms 318 Anlagen. Bon den jugendlichen Arbeitern kommen ckusDa stadt 1830, auf Offenbach 2382 auf ©tefien 1320, auf Mainz 1396 und auf Worms 1367 - D>e 3^1 der l tigten Kinder ist in Darmstadt fast 9tuu, ir waren 43 Knaben und 13 Mädchen unter 14 Jahren, m vcn übrigen Bezirken ist die Zahl fetyr scminina där
interessant ist die Tabelle über die Handhabung oer
7 Nl'strasunaen in Oüeßen 82 Mit 13, rn .^arnz
d in ^Warms 81 Zuwiderhandlungen mit 3 Bestrafungen verzeichnet. Zuwiderhandlungen ^hutzgesehe unb Verordnungen inbetreff der Besch I 8
begonnen. Alle Reserven vom Jahre 1891 an wurden einberusert, sie werden aber nicht auf den Kriegsschauplatz gesandt, sondern teilweise zum Ersatz der nach der Mandschurei abgehenden Divisionen verwandt werden. Die Mobilisation wird drei Wochen dauern und allein für Petersburg aus dem Fabrik-Rahon 90 000 Mmrw^rgeben. Don diesen weichen nur die inneren Jahrgänge für denvKrieg herangezogen. Insgesamt mobilisiert Rumarw gegenwärtig 180 000 Mann. Im Gouvernement Moskau sollen 80000 Mann einberufen werden, die nach 'der Mandschurei abgehen sollen.
Die Aussichten auf Frieden
scheinen sich, wenigstens Londoner Meldungen zufolge, täglich zu verringern. Wie verschiedene Zeitungen aus Washington erfahren, hat die japanische Regierung dem Präsidenten Roosevelt mitgeteilt, daß 'sie nicht im geringsten die Msicht hat, die Friedensverhcmdlungen in die Länge zu. ziehen. Rußland ntuf sich rasch zum Friedensschluß unter' den japanischen Bedingungen entschließen oder sich darauf gefaßt machen, den Mieg fortsetzen zu müssen, solange es Japan paßt. Die japanische Re- giemng ist der Meinung, daß zwei Wochen genügen würden, um eine Verständigung über den Friedensschluß zwischen den Bevollmächtigten der beiden kriegführenden Länder herbeizuführen., Die Verständigung müßte nach japanischer Ansicht in längstens einem Monat erreicht werden. Präsident Roosevelt hat die Ansicht oer japanischen Regierung nach Petersburg übermittelt.
Der „Newhork Herold" meldet, die russische Regierung haA dem Präsidenten Roosevelt die (Ernennung des Pariser Botschafters Nelidow zum russischen Friedensunterhändler, Japan die Er- nennung Komaras mitaeteilt.
Die yesstsche Keweröelvspektion 1904.
Der Jahresbericht der hessischen Gerterbeinspektionen 'kst soeben im Druck erschienen. Er hat ge^en die Vorjahre eütett wesentlich grüßeren Umfang1 angenommen, und wenn eS in dem Bericht auch an einer oen Gesamtstcmd der Gewerbe übersichtlich zusammen fassend en Darstellung fehlt, so gibt er doch in feiner nach affen Richtungen des Gewerbebetriebes hin sich erstreckenden Detailschilderung ein intereffantes Mld von der Lage des industriellen und gewerblichen Lebens in unserem Großherzogtum. Iw Personal der hessischen Gewerbeinfpektion hat eine Aenderung nicht statt gefunden. Es besteht äus fünf Gewerbeinspektoren in den Gewerbeinspektisiksbezir^en Darmstadt, Offenbach, Gi etzen, Mainz und Worms, zu denen noch für Darmstadt und Gisßen je tzjn Afffftent und für Offenbach und Mainz je eine Assistentin ymMtreten; der letzteren beiden Tätigkeit erstreckt sich auch auf die anderen drei Gewerbe- infPektionsbeIirke. Der Jahresbericht konstatiert zunächst, daß die Stellung der Gewerbeaufsichtsbeamten zu den Arbeitgebern und Artz et t n e h m e m im allgemeinen von famtkichen Beamten als eine befriedigende und gute bezeichnet wird. IW Darmstädter Jnspektionsbericht heißt es dann: Es hat den Anschein, als wenn die Arbeitgeber williger den Anordnungen folgten. In einigen Fällen bezieht sich der pite Wille allerdings nur auf das Versprechen ; dre Ausführung mutz ost durch mühsame Ueberred- ungs- und Ueberzeugüngsarbeit, ja zuweilen durch Strafandrohung erreicht werden. Dies gilt namentlich für die in Gesetz und Verordnung nicht ganz bestimmt vorgeschriebenen Vorkehrungen für Gesundheit und Leben der Arbeiter. Zu leugnen ist ja nicht, daß die persönlichen Ansichten der Arbeitgeber und der Beamten bezüglich der Durchführung und Anwendung der einzelnen Vorrichtungen manchmal stark auseinandergehen.
Sehr bemerkenswert erscheint uns die Aeußerung des Gießener Jnspektionsbeamten Dr. Gerhard: Es wächst zwar mit der ständigen Zunahme der gjesetzlichen Verpflichtungen bei oer Mehrzahl der Unternehmer die Verdrossenheit, und dieser wird auch den Ge- werbeaufsichtsbecnnLen gegenüber oft unverhohlen und nicht immer in den höflichsten Formen Ausdruck gegeben. Doch gewinnt man dabei stets den Eindruck, daß die Spitze derartiger Aeußerungen nicht gegen den das Gesetz überwachenden Beamten, als vielmehr gegen den Gesetzgeber selbst gerichtet ist. Mehrmals zeigten sich bie Arbeitgeber verstimmt und gereizt, als ihnen Anliegen ihrer Arbeiter durch die Gewerbeinspektion mitgeteilt wurden; sie hielten den Umweg über die Gewerbeinspektion für vollständig überflüssig (wir auch! D. Ref.) und erblickten darin ein Mißtrauensvotum, das sie von ihren Leuten nicht erwartet hätten, zumal diesen bekannt wäre, daß ihnen jederzeit die Tür zu ihren Arbeitgebern offen stände, um ihre Anliegen vorzubringen.
Der Beamte in Mainz, Gewerberat Baentsch, hebt hervor, daß auch in diesem Jahre die vorgefundenen Mängel ohne polizeilichen Zwang beseitigt werden konnten. Von den besonderen Gelegenheiten, den Rat der Aufsichtsbeamten einzuholen, machen im allgemeinen die Arbeitgeber mehr Gebrauch, als die Arbeiter; letzteres gilt namentlich für die einzelnen, nicht organisierten Arbeiter. Die von den Beamten eingerichteten Sprechstunden werden zum Teil nicht in dem Maße besucht, wie zu wünschen wäre. — StuS Darmstadt wird dagegen gemeldet, der Verkehr der Beamten mit den Gewerffchasten sei rege, namentlich suchten die Brauer, die Metallarbeiter und die Müller einen Meinungsaustausch mit den Beamten. Das Arbeitersekretariat übermittele die Beschwerden anderer Gewerkschaften und einzelner Arbeiter nach vorheriger Prüfung, Die Arbeiter selber nehmen die ihnen besonders gebotene Gelegenhett zu persönlichem Verkehr mit den Beamten nicht wahr, die unorganisierten Arbeiter überhaupt nicht. — Aus Offen» bach wird berichtet, daß die Jnspektionsbeamten hauftg von Betriebsunternehmern bei baulichen Veränderungen, maschinellen Einrichtungen oder Neubauten von Betrtebs- stätten um Rat und Aufklärung ersucht wurden; auch fei eine große Menge solcher Bauten auf Ersuchen der Basipon- zeibehörden und der Kreisämier untersucht worden. Dre Gewerb sinspektion Worms hat eine erhöhte Inanstwuchnähme sowohl seitens der Arbeitgeber, wie der Arbeitnehmer zu verzeichnen; auch seitens der Verwaltungsbehörden und der Bürgermeistereien wurden namentlich bei baulichen Veränderungen der Werkstätten usw. die Erfahrungen und Gutachten der Gewerbeinspektion bei den Gen e hmi gun gs ge such en
Zer Krieg.
Vom Kriegsschauplätze.
K typ
setzte am 26. Juni Kusvong, 10 Merlen nördlich von Ayong- svong, im Norden Koreas.
1' Die russische Mobilmachung. . m3
Petersburg, 28. Jmü. Heute hat die allgemeine Mobilisation aller Waffengattungen in Petersburg mrd Umgebung
Temperatur der Lahn und der Luft am 29. Juni 1905.
Nach Reaumur gemeßen mittags zwischen 12 und 1 Uhr.
Wasser 16'//, Lust 18° R.
Oll ü l le itnh Kckmimnmnstalt.
ung von Arbeiterinnen kamen im ganzen Grotzherzog- him 182 mit 11 Bestrafungen vor. An Betriebsunfällen waren 1904 zu verzeichnen: Darmstadt 1042, Offenbach 972, Gießen 321, Mainz 700, Worms 310, mithin auf je 1000 Arbeiter 36 Unfälle gegen 35 int Vorjahr.
Berggesetz und Arbeiterkontraktbruch im preußischen Herrenhause.
_ _ . Berlin, 28. Juni.
Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die Beratung der Bevg-gesetznovelle, betreffend die Regelung der Arbeiterverhält- ntffe. Die Kommission beantragt die Annahme des Gesetzentwurfs Tn 60171 ^lbO'eordnetenhause beantragten Fassung.
Während der Debatte erklärt sich Oberbürgermeister Schmie- ding-Dortmund nicht gegen die Vorlage deshalb, weil er etwa der Regierung und dem Reichskanzler ein Mißtrauensvotum ausstellen mochte, sondern auf Grund seiner Beobachtungen und Erfahrungen mährend der Streifteit. Das Eingreifen der Regierung habe lediglich den Eindruck gemacht, als ob es zu Gunsten der Arbeiter erfolgt sei.
Ministerpräsident Fürst Bülow führt aus, er verstehe seh r viele Bedenken gegen die Vorlage, hier handle es sich aber darum, die Autorität der Staatsregierung zu wahren und dem Volke zu zeigen, daß auch das Herrenhaus große sozialpolitische Taten vollbringen könne. Deshakb bitte er um unveränderte Annahme der Vorlage. Unbestreitbar seien Mißstände im Bergbau Vorhalten, die beseitigt werden mußten. Er habe niemals einen Zweifel darüber gelassen, daß das Bergrecht der Landeskompetenz erhalten werden solle. Das Vorhaben der Regierung müsse unterstützt werden, oas dieses Ziel im Auge habe. Damit würden am besten die Bestrebungen nach Erweiterung der Reichskompetenz erweitert. Weitere Abschwächungen der Abgeord- netenhausvorlage würden deren Scheitern bedeuten. Jetzt sei der Augenblick gekommen, wo das Haus seine Größe zeigen könne. Man solle diese fruchtbare Session nicht mit einem Mißton abschließen lassen. Er hoffe, daß das Haus den rechten Weg finden und in dieser wichtigen und ernsten Frage die Regierung nicht im Stich lassen werde. Das Haus könne sich gerade in dieser Frage um das Vaterland verdient machen.
Oberbürgermeister Becker weist darauf hin, daß Schmieding mit seinem Votum in seiner Fraktion ziemlich vereinsamt dastehe. Wenn die Vorlage abgelehnt würde, so wäre die Folge die, daß sämtliche Bergarbeiter zur Sozialdemokratie übergingen. Um diese Gefahr zu vermeiden und um die Autorität der Staatsregierung aufrechtzuerhalten, würden seine politischen Freunde für die Vorlage eintreten.
Damit schließt die Generaldebatte. Art. 1 (§ 80b—80g) enthält Bestimmungen über das Verbot des Wagennnllens und über die Einsetzung ständiger Arbeiterausschüsse. Graf v. Roon beantragt, statt „geheimer Wahl" zu setzen „ö ffent - licher Wahl". Das größte Unglück fei die Einführung des gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts für den Reichstag gewesen. Der Antrag Gras Roon wird abgelehnt. Frhr. v. Durant begründet einen 9lntrag auf Streichung der Worte „in unmittelbarer geheimer Wahl". Der Antrag wird gleichfalls 'gegen eine starke Minderheit abgelehnt, Artikel 1 unverändert angenommen, ebenso der Rest des Gesetzes, und darauf das ganze Gesetz gegen eine kleine Minderheit unter Führung des Frhrn. v. Manteuffel.
Es Dolgit die Beratung der Resolution Dr. v. Burgsdorfs, welche von der Regierung gesetzgeberische Maßregeln gegen den Kontraktbruch der Arbeiter und zum Schutze der Arbeitswilligen verlangt. ,
Nach unwesentlicher Debatte wird die Resolution mit großer Mehrheit angenommen.
Es folgt der Punkt 2 der Tagesordnung: Zechenstill- legungsgesetz. Hierzu giebt Handelsminister Möller die Erklärung ab: Er habe schon in der Kommission des Herrenhauses wie im Llbgeordnetenhause erklärt, daß für die Regierung dieses Gesetz mit zwei Punkten stehe und falle, mit der Beibehaltung des Betriebszwanges und der Nichteinführung einer ergänzenden Verantwortlichkeit des Staates für die Kosten. Das Staatsminifterium hahe seinem Antrag zugestimmt, und er lege hiermit die allerhöchste Ermächtigung zur Zurückziehung der Vorlage vor. Er füge hinzu, daß er den von der Kommission des Abgeordnetenhauses ausgesprochenen Wunsch, euie derartige Vorlage zu machen, nicht für erledigt ansehe, und sich Vorbehalte, bei der allgemeinen Revision des Berggesetzes einen neuen Versuch zur wirksamen Ausgestaltung des bezüglichen Paragraphen peA Berggesetzes zu machen. Damit ist der Gegenstand erledigt.
Es folgt der Gesetznckwurf betreffend die zeitweilige M utun gsspe rre. Die Kommission hat an der Fassung des Abgeordnetenhauses eine Aenderung vorgenmnmen. Graf Sehd- lik und Gen. beantragen die Fassung oes Abgeordnetenhauses wiederherzustellem ^^aus^schlieN ^dresem.Ml^g M.
Die MrKembergische Versaffrmgsreform
macht erfreuliche Fortschritte. Bei der Mittwochs-Debatte Abgeordnetenkammer über die Verfassungsreform verwahrte sich zunächst der Ministerpräsident Dr. Breitling namens der Staatsregierung dagegen, daß sich die Regierung in der Verfassungsftage nach links entwickelt habe. Die Regierung suche einen konservativen Ersah für die ausscheidenden Privilegierten in lebenskräftiger Gestaltung der ersten Kammer. Der Ministerpräsident erklärte darauf nochmals daß die Regierung an dem Zweikammersystem unbedingt festhalte, dafür aber die Umgestaltung der zweiten Kammer in eine reine Volkskammer aufs loyalste durchführen werde. Dann bestehe für Württemberg das freisinnigste Wahlrecht des ganzen Deutschen Reiches. Der konservative Abg. Kraut trat darauf für Kommissionsberatung und im allgemeinen für den Entwurf ein, ebenso Prälat Wittich. Namens der Nationalliberalen wies der Abg. Hieb er auf die gefährlichen Folgen des Scheiterns der Vorlage hm und betonte die Notwendigkeit, aus Einzelwünsche zu verachten, um die Vorlage zu sichern.
Vielleicht findet sich doch noch eine gleichgesinnte Majorität im Plenum unserer zweiten hessischen Kam m e r. -|[|ITM
Blatt. 155. Jahrgang Donnerstag 29. Jnni 1905
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