Ausgabe 
19.12.1905 Zweites Blatt
 
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Dienstag 19. Dezember 1905

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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Liehen

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mit einem cvangel.

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toZinnu uft zu höchslm P? I. Znsall, «rr.

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3 yrt«ad tL-lich mit Ausnahme des SormtogS.

igt .Lietzener Zcnntltenbläfter" werden dem , Wirfler viermal wöchentlich beigelegt. Der Caibelr*** erscheint monatlich einmal.

Redaktton, Expedition u. Trudere» rsanilftt-T.

Del. Nr. bl. reiegr.-Ldr.. Anzewei iLxgea.

nugesMäbLti l^bei allerer Dam LchrA. Angeboli i btn Titsenei 1

23 junge MLd^ ,ie Aiiceichule bt|u: UMM°

n ij btf im Reichstag zur Sprache gebrachten, und kemes- rriG hiereichend aufgeklärten Fälle von Grausamkeit und TNsllkür, so kann man nicht den Tag segnen, an dem bte Rllxhicilpolitif begonnen hat. Der Ausspruch Caprivi's nnLin prophetisches Wort: ,Je weniger Afrika, be|to

Mainz II.

Stabttheater. Am Sonntag abend mochte sich im Theater dos herannahenbe WeihnachtSfest bemerkbar und die Begleiterscheinungen dessilbernen Sonntags* müb gelaufene Beine und leere Säckel haben zweifellos Viele daran gehindert sich die lustigePension Schöller* an- sehen. Die Lachmuskeln der Wenigen aber die es taten, wurden gehörig in Bewegung gesetzt. Herr Lippert, als abenteuerlustiger und genasführter Klapproth, gab sein Bestes und wirkte durch seine Komik sehr gut. Vorzüglich war Herr Reimer. Sein Eugen Rümpel entsesielte ftüc- wische Heiterkeit, besonders am Schluß de? zweiten Aktes, da er sich dem erschrockenen Klopproth in seiner' Rolle alsOthenno" präsentiert. Von den mitwirkenden Damen Und hervorzuheben ftrau Jenny, als Schwester 5ilopprothS. und Lia Maurice, die sich nut der Rolle der über-l ipannten, Romanslofs suchenden Schriftstellerin sehr gilt ab- iand. Garmcht an ihrem Platz war dagegen Frl. Ruf; sie sah für die 9?Zutter einer erwachsenen Tochter viel zu jugendlich aus. Tie Balleteinlage, die uns der Zettel ver- wrach, fiel, wohl infolge des schlechten Besuch« der Vor- -lellung, auS; desgleichen die Heizung des Saales, c3 war wieder bitter kalt.

- D e r SanitätSverein hatte für Montag Abend' nach dem Restaurant Albold eine außerordentliche General-, Versammlung einberufen die sehr stark besucht war. Die Vereinsärzte haben ihre Tätigkeit auf März k. IahreS ge­kündigt und verlangen für die Familie statt der bisherigen Leistung von jährlich 7,50 M. 12 Mark, haben auch fonfi, noch Bedingungen gestellt, welche von dem bisherigen Ver-i trage zum 9lad)teil der Vereinsmitglieder abweichen. Der! Verein, der ca. 530 zahlende Mitglieder zählt, stellte bisher 2000 Personen in die eventuelle Behandlung der VeretnS- örzte. Die Versammlung erkannte an, das; die bisherige Bezahlung der Aerzte noch Loge der Verhältnisie einer Er­höhung bedürfe. Tie Mehrheit der Versammlung sprach sich >ahm aus, bafj für die Folge der Betrog von 9 Mk. pro Fahr für ärztliche Behandlung bezahlt werden solle. Der^ Vorstand wurde ermächtigt, mit den seitherigen Vereinsärzten resp. der VertragSkommission deS ärztlichen-Kre's VeremS Gießen zu verhandeln und einen neuen Vertragsabschluß he»

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f'&u diesen Beklemmungen noch der Reich sbankdis- f oo:| oon sechs Prozent, obwohl der ZentralauS chuß dstci IsieichSbank fast einstimmig von der neuen --'skont- e^nnq abriet. Teures Gelb für Sandel unb Gewerbe, uM'chwinqlich teures Gelb für d en M itt e l s a n d 1h- das Maß zu füllen, baS ungewisse Sch'cksal der $ Warben von Russenwerten. Ist eS ein Wunder, bos> xv» aflenthalben von Geldsorgen sprechen hort.

Jie <^tage in Avßtand.

Bei der Festnahme des Arbeiterführers ChruftaleS soll ein minutiös crusgearbeitcter Plan zur Gefangen­nahme Wittes gefunden worben fein. Nach anderen Meldungen aus Petersburg war ein Attentat aufben Minister des Innern, Turnowo, geplant, dieser wirb bekanntlich als besonbers scharfer Rcaklionör von ben Revolutionären gehaßt. Ein Korrespondent telegraphiert, baß in der Rahe der Wohnung Turnowos ein Individuum verhaftet wurde, das sich im Besitz einer Bombe befand.

Tcr Minister deS Innern und der firicgSminifter sandten Kuriere mit chiffrierten Tepescheu an den Gouverneur nach Reval zur Weiterbeförderung nach Riga. Tie in Reval liegenden Kauffahrteischisse verweigerten jedoch die An­nahme der Kuriere, da die Revolutionäre gedroht hatten, sie würden jedeS Schiff, daS der Regierung Dienste leiste, in den «rund bohren. T« zwischen Reval und Petersburg auch keine Trahtlinic funktioniert, kehrten die Kuriere un­verrichteter Sache nach der Hauptstadt zurück. Seit vor- gestern ankern vor Reval zwei Regierungsdampfer, bic unter dem Schutz zweier Maschinengewehre in der Ruhr des GouvernementsschlosseS anlegen konnten. Tre Lage für ben Gouverneur in Riga ist kritisch, ba Truppen nur in un­zureichender Zahl vorhanden sind. In der Nahe des Roten Berges in R i a a kam es zwischen Truppen und Aufruhrern, die ausgezeichnet mit Flinten und Revolvern bewaffnet waren, zu einem Zusammenstoß. Tie Trtippen ließen 1- Tote zurück. .

DerN. Fr. Pr." wird aus Riga gemeldet: Die österreichischen Untertanen Josef Korat und Anna Wrada wurden in ihrer Wohnung von 10 Einbrechern ub e r- fa llen. Ms die letztere nach Hilfe rief, wurde sie von den Einbrechern aus dem zweiten Stock durchs Fenster auf die Straße geworfen, wo sie tot liegen blieb, xie Ein­brecher entkämen.

Ter Zugführer eines in Endtkuhnen aus Petersburg eingetroffenen Zuges erzählte, das Rigaer Militär sei zu den Revolutionären übergegangen. Stadt werde be­schossen und brenne an verschiedenen Punkten Auf der Fahrt von Petersburg nach Wirballen war viel Feuerschein fühlbar. .

In Reval haben zwei Artilleneregimenter den Dienst verweigert. Aus Offizierskreisen verlaiilet, daß viele Offi­ziere sich fürchten, die Truppen zu führen, aus Angst, e»

V ,11. l. j ' Ermann Sudermann telegraphierte: iumlt1 , ÄJTÄÄ L"" SiSK ililllll-AJVhre Uebcneuaunflen und Bestrebungen teile. Möge

di^zw^rieÄ 'befreit nbete

akium in blutigen Hader hme.nzuhehen suchen

- 4 schließlich sei noch eine Depesche von Ludwig Fulda

Wfolgendermaßen lautet: r,

il* nurflMl oe.ik», npihinhprt öftrer werten Einladung zu folgen,versichere

r£1 *btef"n im

v «is'-rimdes möglichsten Erfolg.

schossen zu werden. ,. , ,, _ f

Uebcr die anarchischen Zustande in diesem Teile Ruß- lands entnehmen wir endlich einem demWürzb. Gen.-Anz " zur Verfügung gestellten längeren, die dortigen Greueln ausführlich schildernden Privatbriefe aus Riga fol­gendes bezeichnende Momentbild:

In den letzten Wochen hatten wir auch Schüler­streiks. Tie M-D-C-Schützen zogen vorige Woche m Ban- den zu Tausenden unnher, mit roten Fahnen und unter Singen revolutionärer Lieder und zwangen die nicht streiken den Schulen durch Fenstereinw. rfen, Stinkbomben un Temolieren zum Einstellen des Unterrichts. Was die Sitt­lichkeit der Jugend anbetrffff. sieht es trostlos ans Ta ist bei Tausenden alles an Glauben, Pflicht- und Rechtsgefühl Ailstaiid, Ordnung, Ehre und Gewissen niedergetreten. Eine ganze Anzahl von Schülerinnen verschiedener lettischer und'russischer Schulen liegt in Kliniken darnieder als Mütter! Es ist kein Märchen, so schauderhaft es ist, was ich da erzähle, nein, wahre, nackte, trostlose Wirklichkeit. Man steht ratlos vor diesen Scheußlichkeiten, das ist die zukünftige Bevölkerung, br. Gesetze geben und Leiter und Führer eines Volkes sein wül!! . . - Unser armes Vater­land wird zugrunde gerichtei politisch, wirtschaftlich und menschlich. Tie jetzt herrschenden Banden sind keine Men­schen mehr, Vieh ist nod) eine zu gute Bezeichnung für diese

ynlitilrhc ss^-ischlin.

Teulsche Dichter ober England.

I "In di- am Sonntag in B-rlin von den A-lt-sl-n ber dstPzeii Kaufmannschaft veranstaltete Versammlung, über du? nist Aftern bereits berichteten, telegraphierten auch drei M'ihr Dichter. Zuerst Gerhart Hauptmann:

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'^nmöqli^/eine^aHH-ü^C9cma^^fe^,^ben7^^^^ober rjetnö. hS ß Sen des Deutschen gegen den Engländer und um- besteben kann Wir sind daraus angewiesen, uns gegen- s ir- ti nrfuen in jedem höheren Sinne zu stützen und von em- ! nv,- Ä. Ä-nbtn aber, öle etroa einer dem «oberen

Sckieusale. . . .** « . -r

Von offiziöser Seite wird indes aus Petersburg ge­meldet und privaterseits hier und da bestätigt, daß alle Gerüchte von Metzeleien und Unruhen in Ri^r über­trieben seien. In der Umgebung von Riga hätten zwar Revolutionäre gesengt und gemordet, auch wurden ut der Stadt aufrührerische Proklamationen verteilt, doch sei ba5 Militär treu geblieben und dank der umfassenden Vorsichts- maßreaeln blieb die Stadt von größeren Greueln Der- chont Wie man weiter aus Riga meldet, haben die Bauern in Kokenhusen sämtliche Geiseln freigelaffen, die beiden ehrenamtlichen Polizisten Maximowilsch und Petersen aber ermordet. In Tabrm sind 300 Rebellen im Kampfe gefallen. Ein Teil der Verwundeten und Ge­fangenen wurde nach Mitau gebracht. Auch 12 Dra­goner, ein Oberst und L>c»ron Raden sind tot.

In Warschau wurde ein Monstre-Meeting der pol­nischen Bauernschaft abgehalten unter Teilnahme von 1500 Vertretern aus allen Eggenden des Landes. Tie Versammlung erklärte ihre. Anhänglichkeit an die Heimat und' den katholischen Glanb.n und forderte hierfür di^ volle Autonomie und Zulassung der polnischen Sprache in schule, Gericht und Verwaltung. Ter Bauernstand foU als die Lxiuptklasso des Volkes angesehen werden.

Rach einer Meldung derTimes" brachten ut der r-lche von Twinsk die Aufständ-schen einer Gruppen» macht, bestehend aus einigen Kavallerie- und Infanterie- Regimentern, eine schwere Rieb er ge bei. Tte iru> peu flohen in Unordnung. Die Ausständffchen nal)men viele Soldaten gefangen. Die fRebcilen sind mit bcnxifpiet Rach einer Pctersburaer Meldung derTimes" haben sich sämtlickie Moskauer Truppen d-n Revolutionären angc- schlossen Tie Garnison besteht aus zehn Regimentern Rur ein Trngonerregiment blieb treu, aber auch die Soldaten dieses Regiments traten in einer Versarmntuna zusammen und berieten über die an die Regierung zu stellenden For­derungen Tiefe Forderungen wurden dem Zaren nach Zars- koie Selo übermtuelt. Die Dragoner beschlossen, die Ant­wort de- Zaren sofort zu verlangen. Ter Zar müsse bi3 rum 19. Tczember nachgeben ober bte Folgen tragen.

Daily Telegraph" meldet in einem Telegramm, daß -ine^neue Meuterei in Eh ar bin cmsgebrock'en sei. Viele .Käufer seien in Brand g-.etzt und die Bewohner nieder gemetzelt word.i. Es ereigneten sich Szenen von entsetzlicher Grausamkeit.

^SHefri mehr und mehr zu erschweren.

Tiie Steuern sind schließlich noch nicht daS Unangehmste. förderlichsten ist, daß soviel schöne? Geld in die fifalon ien hineingesteckt wird. Auf diese unfruchtbaren AKski, zumal auf daS südwestairikanische Sandfeld, ist soviel anl/öt worden, daß selbst eine reiche Ernte von vielen AfH'tn, woran gar nicht zu denken ilt, die Auslagen nicht , « ^Ä1bringt. Und erst die vielen kostbaren Menschenleben,

irhflltfn SS Mu,System« löst daS andere ab, jedeSmal heißt es, nun Wltkll^iladivo^ t Don @runb au5 reorganisiert werden. JedeSmal ist MslllM d i-(isttäuschung dieselbe, und kommen noch Vorgänge hinzu, d Tame Sij ;,r> SlJpichstnn iur Svrache gebrachten, und keines» 5?^ aus bellet

Musil rrompttcr unt föt ben r. ßtierlt iäberesWetzslemitl.' Lvgel und gerb, kunstgerecht ni usflellopH in bet Ri' Äug, »retzjchv-i

Hkldiorgen.

tzS ist im Reichstage viel vom Geld die Rede ge- Viel Geld, das man nicht hat, daS aber die Regie- tu irr haben möchte. Das Geld macht nicht glücklich, nach deo-^rsicherung Rothschilds, aber es gewährt eine gewiße f8jhul)ie nng. Folglich erregt daS Geld, daS man nicht hat, eiri t g^nDiffe Beunruhigung. Aber nicht nur die Regierung istl' t-iwruhigt, daß ihr der Reichstag einen Strich bu*-cb etfe t er hochatifgebauten Steuerpläne und durch die F i| «an ^ref o rm machen könnte die Volksvertreter sind in[ laurm minderer Gemütsbewegung. Schienen doch die lang crlltnlen Tage- oder Anwesenheitsgelder zum Greifen nahe, bBJl'tfn doch sogar Parteiführer in vertraulichen Wandelhallen- jLfpröd'icn an, diese Entschädigungen würden bestimmt kommen. fÄnlmMc die Rede deS Grafen PofadowSkp über die Un- zntz'tikirc ßigkeit von Diäten und die Zweckmäßigkeit des gol- d«mn SchiveigenS Reif auf die keimenden Hoffnungen. Run ish btr Reichstag gründlich vergrollt, und die Regierung wird -i^ftraS erleben* nach den Ferien, wenn die Steuervorlagen inuu tin^Inen an die Reihe kommen. Rach den Feiertagen ui,ub nach den ReujahrSrechniiNgen pflegt die Stimmung ohne- hipii nicht die beste zu sein. Jede Ausgabe wird dann doppelt kr» ßich geprüft. In der Zwischenzeit werden auch die In- teo-difhwn, die da .bluten* sollen durch Steuer-Erhöhungen, müssig sein in der Gegenagitation.

D« Herren waren schon jetzt recht wacker an der Arbeit. agilGn s°ch sie im Reichstagsgebäude überall auftauchen, mit bfcfm Mappen bewaffnet, voll von Broschüren, Ausschnitten umö schriftlichen Aufzeichnungen. Haben sie einen 9lbgeovb» n«n Itr cllücklich gestellt, so kommt er vor einer kleinen Stunde nM!p8, denn der Mann muß gründlich informiert werden, nlwo aerobe diese Steuer ruinös ist und jeden von ihr Ge- tWvfine^ sozusagen der bitteren Verelendung preiSgibt. Und bn btuleri Sie: die vielen Tausende von Arbeitern! DaS if: bet Hetzte und stärkste Trmups, der auSgespielt wird. Per- fajtaM Ifönnen wir eS ja aushalten.

Dman dachte wohl auch der preußische Finanzminister, a :H et im Reichstage erklärte, er sei ein leidenschaftlicher opfere aber gern mehr auf dem Altar deS» Vater- Icktibes. Mit 50 000 Mk. JabreSgehalt opfern, fällt am Chnb? r icht schwer. Frhr. v. Rheinbaben hat eine Reform dpre ußischen Einkommensteuergesetzes beschert. AIS man cinetn brgann, sich wenigstens der kleinen Erleichterungen zu jtBtJ'ii, kam die Ernüchtenmg durch die Ankündigung einer (5 uMung der Steuersätze im allgemeinen.

(^rraf PosadowSky braucht die Besitzenden nicht erst zur MLtthr von materieller LebenSaufsoßung zu ermahnen. i 'jmb Staat sorgen schon dafür, daS Ansammeln von

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bei zu führen.

- WeihnachtSkassen haben in den letzten Jahren weitere Verbreitung gefunden. Die seit zwei Jahren in ber, Restauration Wigandt bestehende Kaffe verteilte am vorigen Samstag die Einlagen nebst Zinsen in Höhe von 4541.85 Mark an ihre 70 Mitglieder. Im ersten Jahre deS Be­stehens der Kaffe waren 2717.70 Mk. zur Verteilung ge­langt, eS war aber die Mstgltederzahl auch entsprechend niedriger.

Ein schreckliches Vergehen. Kürzlich hafte bet; oberste Forstbeamle be§ Regierungsbezirks Wiesbaden, Ober­forstmeister v. Ulrici, bei einer Jagd unweit Kastel das Miß­geschick, im Eifer des Gefechts ein Häslein zu erlegen, das sich auS dem Preußischen über die Grenze inS Hessische a ef l sicht et hatte. Gin hessischer Gendarm war prompt zur Stelle, notierte die Personalien des Jägers und zeigte den Fall der hessischen Forstbehörde an, die ihrerseits die An- Gelegenheit der Mainzer Staatsanwaltschaft zur weiteren Be- Handlung pflichtmäßig übergeben mußte, lieber den Aus- gang der hochnotpeinlichen Untersuchung hat man nach dem D. T. A.* noch nichts gehört.

fc. Höchst a. M., 17. Dez. ImKreiSblatt* war diesev Tage folgende malitiöie Ehrenerklärung zu lesen:

Erkläre hiermit, daß der Spengler Herr Karl Lendle kein. L a u s j u n q e (al» roekben ich ihn irrtümlich ansah, als er einen raub'lummen Menschen prügelte), sondern ein äußerst gebildeter- und anständiger Mann ist. K. Wedel."

Marburg, 18. Dez. Am Samstag nachmittag wurde hier eine gut besuchte V er t ra u e n s m än ne r versa mm - I nng des Bun des der Landwirte au8 dem Kreise Marburg abgehalten, um zu der von der Deutsch-sozialen Parte: des Kreises Frankenberg aufgestellten und von ben bärtigen Konservativen unterstützten ReichStagSkandibatur Dr.^ BöhmeS Stellung zu nehmen. Rach einer ausführlichen Pro- arammrebe Dr/Böhme? fand eine eingehende Aussprache über die parteipolitische" Lage beS Reichstagswahlkreises statt. Bei der Abstimmung der 51 Vertrauensmännern au3 48 Ortschaften wurde rwt ollen gegen eine Stimme be- schloffen, die Kandidatur Dr. Böhme zu unter­stützen. (Obh. Ztg.)

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Gicßcuer landwirtschaftlicher Wetterdienst.

VoranSfichtlichc 'Witterung in ycifcit stir Mittwoch, den 20. Tezember 1965: Meist trist», milder, Niederschläge (ansangs Schnee), iür die nächsten Tage Tauwetter in Aussicht.

Näheres durch öic Gtepener Ißcuertaite.

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Zweites Blatt. 155. Jahrgang

d & RotaNanSdruck und Derlag bei Brühl Ich«

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Gießen, 19. Dezember 1905.

- Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Apotheker C. Alb. Pu rpuS in Mexiko da« Ritterkreuz 2. Klaffe deS Verdienstordens Philipp? des Großnuitigen verliehen. Am 13. Dezember d. I. wurden den tSraelitischen Religionslehrern Jak. Le der mann zu Darmstadt und MoseS Oppenheimer zu Darmstadt die Rechte defintnv angcflcOter VolkSschustehrcr verliehen.

" Erledigte Stellen. Eine

Zehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Oopenheim. Mit der Stelle ist Organi'tend.enst ver­bunden. Tie Stelle des 91 i eberla geuern? al t er5 bei dem Großh. Hauplsteueramt Mainz unb die Stelle eine« Bezirk-ka sseassistenten bei der Großh. Be z t rkS k ässe