Nr 48
Drittes Blatt.
155. Jahrgang
Samstag 25. i-^nar 1905
Grfchetnt tL§NH mli Ausnahme drs Sonntags.
Die „Stetzener LamMenblatter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich betgelegt Der EaaOwht* erscheint monatlich einmal.
Gietzener AKZetze'k
KotattonSdruck und Verlag bcx Brühl sch« UnwersttütSdruckeret. 9L Lange, Vieh«»
Redaktion, Expedition «.Druckerei: Schulstr.V.
Tel. Nr. 6L Telegr^-Adr.» Anzeiger Giehe»
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Ncöer das Domöen-Mentat auf den KroWrsten Sergius
werden noch bie folgenden Einzelheiten bekannt:
„Großstirst Sergius verließ das kleine Palais auf dem SvDe'ntl um drei Uhr nachmittags um nach einem privaten Damps- r in t a,Hl?^4en ^öefidenz in der Twerskajastraße zu fahren. Er befand lid) ganz allein in einem Wagen. Ties war das erste Mal, dag er seit mehreren Wochen ohne die Grofurstin au^TuIjr, die im Kreml zurückblieb. Ter Moskauer Korrelpondent des „Expreß" meldet, daß bic Großfürstin anonyme Griefe erhalten habe, die ihr abrieten, den Gatten zu begleiten, da er sicher ermordet werden solle. Tie Großfürstin ueß lich aber nicht einschüchtern und unlerließ am Attentatstage dre Ausfahrt bloß, well'sie im foaiije beschäftigt war. Hinter dem großfürstlichen Wagen fuhren zwei Troschken mit Polizeibeamten, dre leit ten Tagen der Unruhen nie duldeten, daß Großfürst Sergius allein aus fuhr. In scharfem Trab fuhr man durch den Senatsplatz, den das Apsenal und die Gerichtshöfe flankieren Ein Schlitten stand in einem Tunnel, welchen der Turin des Ni- kolaswres bildet. Tarin saßen zwei Männer, der eine als Arbeiter gekleidet. Als der großfürstliche Wagen nahte, schnellte der Schütten hervor und zog sich zurück, als ob man höflich dem großfürstlichen Wagen Platz geben wollte. Als nun die Equipage knapp an: Schlitten vorbeifuhr, erhob sich der eine der Männer im Schlitten, zog unter dem derben Pelzrock eine Bombe hervor %,Ttb_ warf sie unter die Näder des vorbeifahrenden Gefährtes. Entsetzlich war die Detonation. In ganz Moskau soll das Echo geklungen haben, alle Scheiben des mehrere hundert Ellen langen Gerichtshofes wurden zertrümmert, und in allen Zimmern des Kremls fühlte m a n d en B o d e n sich heben. Draußen aber war die blutige Arbeit rasch und gründlich getan worden- Der Wagen war in Fetzen zersprengt, der Körper des Großfürsten zerfleischt, und die Teile waren nach allen Windrichtungen zerstreut. Man glaubte, keine menschliche Gestalt mehr, sondern eher den Abfall eines Fleischerhofes wahrzunehmen. Da und dort lagen Fetzen der Kleider des Großfürsten verklebt und durch Blut an formlose Fleischstücke gekittet. S e i t I a h r en hatte der Großfürst einen Kettenpanzer auf dem Leibe getragen. Umsonst! Ter Oberkörper war in einen blutigen Brei verwandelt, der Kops tu tausend Trümmer zersprengt. Schreiend, gräßlich verstümmelt, aber im Todeskampfe noch halb bewußt, lag der Kutscher daneben. Die Pferde waren wie durch _ ein_ Wunder unverletzt. Entsetzt jagten sie über den Platz, burchs Tor, durch die Straßen, wie vom Teufel gepeitscht, zwei, drei Kilometer wett, bis sie sich an einer Mauer die Knochen zerschellten und von einer gnädigen Kugel in den Tod geschickt werden mußten. Halb ohnmächtig vor Schreck und Grausen, hoben ein Polizist und ein Wächter, die einzigen Augenzeugen, den röchelnden Kutscher auf. Er starb, bevor er ins Spital geschafft werdrnr konnte. .Äus allen Toren sprangen ohne Hut und Mantel Offiziere, Beamte und Diener. Aus den Fenstern erschallten angstvolle Rufe, verworrene Fragen. Ter Platz war ein Bild chaotischen Laufens und Schreiens. Tier Stoß der Explosion hatte die Morde r etwas betäubt, genügend, um sie an der Flucht zu verhindern. Ter eine war verwundet. So viel Geistesgegenwart hatte die Polizei gehabt, die Tore des Kreml sperren zu lassen. Man ergriff die Mürber, und der eine, ein Mann von dreißig Jahren, sagte bloß: „Es ist mir gleich, ich habe meine Arbeit wohlgetan." Der eigentliche Täter trug in der Hand einen Revolver, den er gegen sich selbst verwenden wollte. Dazu freilich blieb ihm keine Zeit. Er gestand, daß er Revolutionär sei, und sprach noch seine Genugtuung ans, daß dieGroß- f ü r st i n nicht m i t g e t r o f s e n war. Man sammelte im blutigen Schnee, was sich von den Resten des Großfürsten finden ließ, und machte daraus mit einem Bettlaken ein Bündel, das mit möglichster Dezenz entfernt wurde. Unmöglich jedoch war es, dabei anders zu verfahren, als Telle des Wagens und Fetzen der Leiche zusammenzupacken.
Unterwegs trafen die Leute, die zitternd das schreckliche Bündel trugen, eine bleiche Dame mit hervorquellenden Augen, mit aufgelösten Haaren, ohne Hut und U e b e r ro n r f. Es war die Großfürstin, die aus bem Palais gejagt war, als sie die Detonation gehört hatte, die ihr so oft in der Phantasie schon erklungen war, daß sie keinen Zweifel von deren Bedeutung hatte. Sie jammerte zum Herzzerbrechen, als ihre schlimmsten Ahnungen bestätigt wurden. Ein gnädiger Zufall ermöglichte es, ilyr den grauenvollen Anblick des blutttiefeuoen Bündels im Laken zu verbergen; aber die Leute standen so zusammen, daß an dem Geschehenen kein Zweifel möglich war. Im Schatten des Turmes lagen noch mrgezählte Trümmer und Fetzen des Wagens in'mher. Büschel von Pferdehaaren zeigten, daß die Wagenkissen zerzaust worden seien, und mit kleinen Lederstückchen mengten sich Holzsplitter, groß wie Zahnstocher."
MMsche Tagesschau.
Die Eventualität neuer Reichssteuern
rückt immer näher und ist von den Ministern der Einzelstaaten, die bei Gelegenheit der ersten Lesung der Handelsverträge in Berlin versammelt waren, sehr ernsthaft ins Auge gefaßt worden. Tie Meldung, daß eine Konferenz der einzelstaatlichen Minister zur Besprechung von Finanzfragen stattgefunden hat, beruht auf Wahrheit. Ende der vorvergangenen Woche tagte diese Konferenz, allerdings ohne daß ein greifbares Resultat dabei erzielt wurde Tie Mneigung gegen eine Reichs- Vermögens- oder Erbschaftssteuer ist bei den Einzelstaaten noch immer nicht überwunden. Gegen eine Reichsvermögenssteuer sträubt sich indes besonders, Preußen, das den recht stattlichen Ertrag seiner eigenen Erganznngssteuer nicht missen möchte. Man will deshalb immer, wieder auf die indirekten Steuern zurückgreifen. Als solche und in erster Linie die Bier- und Tabaksteuer genannt. Da aber die Brauiudustrie schon durch die höheren Zollsätze auf ^cajd, Hopfen, Hafer und Pferde schwer getroffen ist und der Reichstag, enter wesentlichen Erhöhung der Biersteuer noch immer erfolgreich Widerstand geleistet hat, scheittt man jetzt der Ansicht zuzuneigen, daß >dic T ab a k st e u cr künftighin einen höheren Ertrag liefern müsse. Zu Entwürfen haben sich diese Erwägungen noch nicht verdichtet; doch wäre es die grundsätzliche Uebereinstiminung vorausgesetzt, ein Leichtes, durch Zurückgreifen, auf frühere Pläne eine entsprechende Gesetzesvorlage zu formulieren. Aber der Reichstag würde sie hoffeitt- lich mit großer Mehrheit ablehnen.
Aus SlM und ZanS.
Gießen, 25. Februar 1905.
** Gefellschaft für Erd- und Völkerkunde. Ter fünfte Vortragsabend bot den Mitgliedern Gelegenheit, einen ehemaligen hiesigen Dozenten, Profesior Dr. Kornemann- Tübingen, übev seine „Reisen unb Forschungen in N ovd-Afrika" zu hören. Tiefer Teil des schwarzen Erb- lejls ist von «alters her bis zur Neuzeit das klassische Land koloni
satorischer Bestrebungen gewesen. T'er Redner schildert in längerem historischen Rückblick die Bemühmigen der kolonisierenden Völker, in Nordafrika feften Fuß zu fassen und dem Lande seine Kultur aufzudrängen, der Reihe nach: Phönizier (Punier), Rö- iner, Vandalen, Byzaittiner, Araber, Türken und endlich Frcmk- reich. Unzertrennlich mit der Entwickelung des Landes ist die Fürsorge für Ausreichende Bewässernng des Bodens verbunden, da die Grundlage der Wohlfahrt der Ackerbau bildet. Wahrhaft Großartiges leisteten hierin die Punier durch umfangreiche Cisternenanlagen, während die römischen Kaiser jetzt noch an- gestannte gewaltige Wasserleitunaen schufen. So kam eS, daß das Land imter den genannten Machthabern zur höchsten Blüte emporstieg. Nachfolgende Kriege und Streitigkeiten politischer und religiöser Natur ließen es jedoch rasch wieder von der erreichten Höhe hinabsinken, bis es daun unter der Türkenherrschaft gänzlich verarmte. In der Neuzeit bemühen sich in erfolgreicher Weise die Franzosen, das verwahrloste Land wieder geordneten Verhältnissen zuzuführen. Was Redner während seiner Reisen von den französischen Kolonisationserfolgen gesehen hat, nötigt ihn zur höchsten Anerkennung. Das ausgewählte Beamten- und Offiziersmaterial versteht es meisterhaft, praktische Kulturarbeit mit wissenschaftlichem Forschungsgeschick zu vereinigen. Eine vorzügliche Kvloniattruppe sorgt in ausreichendem Maße für die Sicherheit der Pevsotr und des Eigentums. Kostspielige Bewässerungsanlagen heben die Fruchtbarkeit des Landes, das neben Gc- treibe hauptsächlich Wein und Del hervorbringt. Ausgezeichnete Straßen fördern den Verkehr, ivähcend in Sousse ein sich stetig hebender Handelshafen mrd in Bizerte ein Kriegshafen geschaffen wurden, welch letzterer die Bedeutung Maltas für das Mittelmeer bedeutend abzufchwächen geeignet ist. Wenn die Franzosen weiterhin so vom Glücke begünstigt werden als seither, erscheint es durck-aus möglich, daß sie nun, nach der Besetzung Tnats, den gewaltigen Plan, ihre nordafrikanischen Besitzungen mit den Senegalkolonien zu verbinden, zur Tat werden lassen. Trotz aller Anstrengungen und zeitweiliger Erfolge wagt Redner jedoch die Frage nicht zu bchahen, ob es den Franzosen gelingen wird, den genommenen Besitz dauernd zu kolonisieren. Neben der Rivalität Englands und Italiens lassen die Feindschaft der Eingeborenen, die den Eroberern auch religiös schroff gegenüber^ stehen, vor allem aber die geringe Volkskraft Frankreichs dies mindestens fraglich erscheinen. Eine größere Folge von Lichtbildern nach Naturaufnahmen führten Landschaften mit zahlreichen Zeugen antiker Kultur sowohl, als auch moderne Straßenbilder mit typischen Trachten und Bauwerken vor.
** Die Einweihung des neuen Saales des Musik- Juftttutes von Fräulein Minna Körner^hat am Donnerslag nachmittag in feierlichster Welle ftattgefunben. Schon lange hatten sich die Räume, in dem alten Hause, am Oswaldsgarten, der sich von Jahr zu Jahr steigernden Schülerfrequenz des Institutes als unzureichend erwiesen. Schwierigkeiten aller Art verzögerten den längst geplanten Bau an der Weftanlage; nun aber steht das schmucke Haus fertig da, nach außen eine Zierde der Stadt, im Innern eine Pflegstätte der Kunst. Mit feinem Verständnis hatte Fräulein Minna Körner als Weiheakt eine Beethoven-Feier Veranstalter; sämtliche musikalischen Darbietungen waren dem unerschöpflichen Schatze des großen Meisters entnommen. Ein poetischer Prolog von Ernst von Wildenbrrich leitete die Feier stimmungsvoll ein, ihm fügten sich in abwechslungsreicher Folge, neben einigen Liedern, Perlen der Kammer- mustk an, ausgezeichnet dargeboten von Fräulein Minna Körner, Freunde der geschätzten Künstlerin und früheren Schülern und Schülerinnen des Instituts. Eine zahlreiche, geladene Zuhörerschaft folgte mit regstem Jnreresse den hehren Klängen; für die mitanwesenden Schuler und Schülerinnen war die Feier aber zugleich eine Aufforderung, weiter mit ihrer verdienstvollen Lehrerin nach den höchster: Zielen zu ftreben.
** Schutz den Anlagen. Auch bei Begmn dieses Früh- jaHrs seien die Hundebesitzer darauf aufmerksam gemacht, daß die Schutzmannschaft jetzt schon angewiesen ist, strengstens auf das Hernmlaufentasten von Hunden in den Anlagen zu achten und Uebertretungen zur Anzeige zu bringen. Gerade bei der jetzigen nassen Wttterung werden die Grasplätze der Anlagen durch das Scharren der Hmwe erheblich befchadigt indem junge hervorkeimende Gras leicht zu Grunde gerichtet wird. Ferrrer werden die Besucher der Promenaden-Konzerte ebenfalls auf das Verbot des Herumlaufenlastens ihrer Hrmde auf den Anlagen während der Konzerte aufmerksam gemacht und vor Strafe verwarnt.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Ter Kriegerverein Oppenrod feiert am 25. Juni d. I. sein Bezirksseft, verbunden mit Fahnenweihe. — In Holzheim (Kr. Gießen) starb am Dienstag abend der Postagent Hanploerk im Alter von 62 Jahren. Er führte fünf Jahre lang die hiesige Postagentur, und vor dieser Zeit die Post- hilfsstelle. — In Saasen wurde am vergangenen Sonntag von einer Anzahl Gesangvereinen ein Sängerbund gegründet.
Wochenbericht der Äuxenabteilung des Bankhauses H. S. Oppenheimer jr., Hannover.
Hannover, 23. Febr. 1905.
Aus dem Kali-Kux en markte hält die feste Tendenz weiter an und werden besonders schwere Werte, von denen Wil- helmshall, Wintershall, Bürbach, Hedwigsburg ca. 3—500 Mk. ansieben konnten, bevorzugt. Von mittleren Papieren interessierten vornehmlich Alexaude: . hall, die bis 8350 Mk., Jo- hanneshall die bis 7225 Mk. und ^eSoemona, die bis 6700 Mk. bezahlt wurden. Einigkeit, Hcldrungen, Siegsried I wyo notieren bei außerordentlich großen Umsätzen ca. 500 Mk. hoher. Qtt leichten Werten traten Sigmunds hall Akt., als die Favoriten der letzten Wochen, auch dieses Mal wieder in den Vordergrund und erzielten bei 2640 Mk. mrd 1950 Mk. die höchsten Kurse. Schiefer laute, Hansa-Silberberg, Deutschlaird, Sachsen Weimar, Güntersball, Immenrode unb Hattorf bei umfangreichem Ge- S um ca. 100 Mk. bis 250 Mk. besser- Adolfsglück bis 800 Mk. rege im Verkehr ..
T>er Markt für Ko hlen-Kux e trat durch dre Vorgänge auf dem'Kalimarkte, die das ganze Jntereste des Publikums in Anspruch nahmen, etwas mehr in den Hintergrund. T'ic Kurse weisen nur wenig Veränderungen auf und liegen zum
* Der Geheim rat als Lehrling. Aus Ulm a. D. wird gemeldet: T>er Geh. Hofrat v. E y t h, der als Techniker und Schriftsteller, sowie als Vegrümder der deutschen Landau i r t s ch a f t s g e s e 11 s ch a f t bekannt ist, hat kürzlich bei einem Schneidermeister eine mehrwöchige Lehrzeit durchgemacht. Beim (Antritt bedang sich der Geh. Hofrat aus, daß er genau behandelt würde wie ein anderer Lelwling; nur vom Bierholen, Kinder- märten und Prügeln wollte er dispensiert sein. Herr v. Eyth wird wohl feine Erfahrungen als Sckweiderlehrlmg seinerzett ver- ö^^^^b'hr ia ls 150 Zweikämpfe, so schreibt die „Ttsche. Tagesztg.", find im Jahre 1904 im Bereich deutscher Zunge in Deutschland und Oesterreich ansgefochten worden. Ihre Ursachen waren stets die alten: Ehebruch, Eifersucht, Zuck/tlosigkeit in Rede mrd Tat, Anmaßung und Unart.
Teil gegen die vorwvchentlichen Notizen etwas matter. Eine Aus^ nähme hiervon machen allein Mont-Cenis, die auf die bekannten Füsionsgerüchte hin fortwährend von erster Seite stark gekauft wurden und bis 21300 Mk. erzielten. Von mrderen schweren Werten interesfierten noch Lothringen unt) Friedrich der Große, wobei die Preise auch hier eine kleine Ausbesserung erfuhren.. Von mittleren und leichteren Papieren stellten sich Herkules, Auguste Victoria, Johann Teiinelsberg und Siebeirplanetcn etwas niedriger, nrdes macht sich bei den gewichenen Kursen wiederum einige Kauflust bemerkbar. Langenbrahnr konnten sich von bem scharfen Rückgang, den sie in ber Vorwoche erlitten, etwas erhole« unb gehen mit einer Gelbnotiz von 10 350 Mk. ans bem Verkehr. Attenaorf waren letzttägig vielfach bei 1485 Mk. begehrt.
Reichsban?. Am 8. März wirb in Briesen ^Westpr.) eine von der Reichsbankslelle in Grmidenz abhängigc Reichsbank- neben।teile mit Kasteneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.
Anivelsilats-Aachrichten.
B ra u n s ch lo e i g , 24. Febr. Tie Differenzen an der T e ch^ n i s ch e n H o ch s ch u l e sind durch die gemeinsame Kommission von, Professoren und Studenten völlig beigelegt worden.
Der 2 2. Ko ng r eß für innere Medizin findet vom. 12.—15. April zu W i e s b a d e n statt unter dein Vorsitze des Herrn Geheunrat Erb (Heidelberg). Als Verhandlungsthema des ersten Sitzungstages ist bestimmt: lieber Vererbung. 1. Referat: Lieber den derzeitigen Stand der Vererbungslehre in der Biologie: H. E. Ziegler (Jena), 2. Reserat: Lieber die Bedeutung der Vererbung und der Dispositioii in der Pathologie mit besonderer Berücksichtigung der Tuberkulose: Diartius (Rostock). Ferner sind zahlreiche Vorträge angemelbet.
— Ein Indnstrie-Roinan von aktuellstem Reiz auK der Feder Rudolf Herzogs, des Verfassers des sehr amüsanten Romans „Ein Lebenslieb", beginnt foeben unter dem Titel „Die Wiskottens" in der illustrierten Zeitschrift „lieber Land und Meer" zu erscheinen. Der Roman behandelt daK häusliche und bas Berufsleben einer Barmener Fabrikanten- Familie unb schildert mit dramatischer Lira st ftisch unb eigenartig die wechselvollen Schicksale eines großen Jnbustrieuntemehmeüs unb seiner Leiter. Tas Werk roirb gerade jetzt, da die ganze Welt mit Spannung unb Sorge aus die mädtfigen sozialen Kämpfe blickt, die in den Rheinlanden ausgefochten werden, in den weitesten Kreisen Auffehen erregen.
eng Leo Sisuütsaaiisrtgiflnn der Siodl Sikßro.
Aufgebote.
Febr. 9. Wilhelm Schönfeld, Taglöhner dahier, mit Franziska Katharine Reinhardt Hierselbst. — 11. Ludwig Schäfer, Fabrikarbeiter in Londorf, mit Anna Katharina Naumann in Nordeck. — 12. Adam Tebus, Kutscher dahier, mit Margarete Berghäuser hi ctjelbfi. — Wilhelm Schneider, Landwirt in Utphe, mit Katharine Biedenkapp in Romrod. — 13. Johann Georg Spaar, Bremser i. P. dahier, mit Katharina Schneider, geb Jünger hierselbst. —* Louis Katz, Kaufmann dahier, nut Amia Cohn in PaberVorn.
Ehefchlteßuugeu.
Febr. 11. Wilhelm Klein, Postbote dahier, mit Anna JuliauL Hein in Unterelsbach.
Geborene.
Febr. 7. Dem Kolonialwaren- und Bierhändler Heinrich Trechsler ein Sohn Heinrich Karl Ferdinand. — 8. Dem Glaser Wilhelm Kreß eine Tochter. — 9. Dem Seifensieder Hermann Lessel Zwillinge, Elisabeth Anna und Lina Ida. — 10. Dem Tag- löhuer Jost Ruspeler cm Sohn Otto. — 11. Dem Taglöhner Peter 'ütargols eine Tochter Elisabethe Lina Liesa Frieda. — 12. Dem Besitzer einer chemischen Wäscherei Karl Herr eine Tochter Lilly Antonie Johanna. — Dem Dreher Rudolf Wolf eine Tochter Margarete Emilie. — Dem Restanratenr Max Hartung ein Sohn Ludwig Max. — Dem Buchhalter Peter Reichert ein Sohn Adolf Karl. — 13. Dem Hilfsschaffner Heinrich Schneider ein Sohn Wilhelm Ludivig. — Den Kesselheizer Heinrich Friedrich Uhl ein Sohn. — 14. Dem Schlosser Ernst Döpfer eine Tochter Elisabethe Ernestine Marie. — Dem tiaufmaim Otto Fangmann eine Tochter Mathilde Rosa Karola. — 15. Dem Monteur August Hotz eine Tochter.
Gestorbene.
Febr. 10. Ernst Haubach, 47 Jahre alt, Maurermeister bo hier. — 12. Anna Fischer, 65 Jahre alt, Dienstmädchen dahier. — 13. Margarete Schwalb, geb. Schmall, 87 Jahre alt,'Witwe des Tachdectermeisters Christian Schwalb dahier. — 14. Eduard Lind, 52 Jahre alt, Dienslmann dahier. — 15. Friedrich .SchombcrE 46 Jahre alt, Schneidermeister dahier.
Für Haushalhi.Kücheisfdie condensirte Alpenmilch Nestle unentbehrlich,säuert nichh, stets gebrauchsfertig als Sahne f.KaffeeßTee,als Milch E Kakao.,Chocol.& Speisen.
Verlobte
verlangt von der Darmstädter Möbelfabrik (Srohki. Hess. Hoflieferanten), Darmstadt, Offerte und Preisliste. Bedeutendstes Einrichtungshaus Mitteldeutschlands. Sehenswürdigkeit 1. Ranges. Ea. 200 Zimmereinrichtungen elnschl. Küche stets wohnungsfertig aufgestellt und lieferfertig. Spezialität: compl Einrichtungen v.lTl 1000-50000. Preise fest u offen ausgezeichnet franco-Lieferung, lOjähr. Garantie. Sonntags geöffnet von 11—1 Uta b8/,t
Königlich Preussische Staats-Medaille
schwarze
weisse farbige in unocrßieichurb reicher iluoroabl.
Immer die neuesten und schönsten. - Solide und sehr billig.
4 AuSstellungs-Medaillen, 6 Hoslieseranten-Diplome.
Deutschlands grösstes Spezial- Seidongesdhäft Hoch. Seidenstoff-Weberei Michels & (fe Berlin 8W. 19 43 Leipziger Strasse 43 Ecke Markgrafen-Strasse.
Proben portofrei
Marn verlange ausdrücklich die Originalmarke „I>r. Mommcrs46 llaematogen und lasse sich Nachahmungen nicht auireden. dt/i


