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28.6.1905 Erstes Blatt
 
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lautet:

S-ukyratzs f.

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Anzeiger Gtetzerr.

FernsprechanfchtuHNr.vl.

eiertet* .80; durch

Gin MomöenattentaL in ZZreslau.

In Breslau ift während des Streikes von Maler­gehilfen ein unglaublich gemeines Verbrechen, offenbar von Streikenden veranlaßt, verübt worden. Wir erhalten darüber von einem Freunde unseres Blattes folgende Original - meldung:

In Breslau wurde am 86. d. Mts. abends eine Bombe ge­schleudert und zwar in den Eingang eines größeren vornehmen Wohngebäudes der Lohenzollernstraße, in welchem meist gutsituirte Leute wohnen. Menschen wurden zum Glück nicht verletzt; dagegen sind in dem Hause nebenan sämtliche Fenster­scheiben, auch vieles Mobiliar, sowie der H a u S e i n g a n g total zertrümmert worden. Man vermutet einen Racheakt gegen den Besitzer deS HauseS. Der Täter ist noch nicht bekannt. Der Hausbesitzer Rnmsch ist Malermeister und Führ<r der Arbeitgeber. Zur Zeit besteht in BreSlau ein Streik der Malergehilfen.

Hoffentlich wird eS gelingen, des Buben habhaft zu werden, der in so frevelhafter Weise das Leben einer Anzahl friedlicher Leute gefährdete aus blindem Hasse gegen einen Einzelnen, der die berechtigten Interessen seines Standes in korrekter Weise vertritt.

Uolitische Tagesschau.

Meischuot.

R. Berlin, 27. Juni.

Die preuß. Regierung kann nicht umhin, der von der Genickstarre-Epidemie so schwer heimgesuchten Provinz Oberschlesien erneut ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. Es gilt, der dort mit jedem Tage sich verschärfenden Fleisch­not zu steuern. Die Hilfsaktion wird, wie wir schon kurz mitteilten, eingeleitet durch eine in Oberschlesien stattfindende Ministerialkonserenz. Zur Erörterung steht die Notwendigkeit, em größeres Kontingent russischer Schweine über die Grenze zu lassen. ES ist indessen zu wünschen, daß die Konferenz ihre Entschließungen trifft nicht allein in Rücksicht auf Oberschlesien, dessen in ungünstiger Lage befindliche Ar­beiterbevölkerung gewiß besonderen Anspruch hat aus Er- leichterung der Fleischzufuhr. Eine Fleischteuerung besteht tatsächlich auch in anderen Gegenden Deutschlands, zumal beim Schweinefleisch. (Auch bei uns in Gießen sind die Schweinefleischpreise bereits Ende Mai gestiegen, und ebenso die Wurstpreise, hoffentlich aber nur vorüber­gehend. Die anderen Fleischpreise halten sich hier in den alten Grenzen, hoffentlich dauernd. D. Red.) Sie macht sich bei­spielsweise in der NeichShauptstadt sehr empfindlich bemerkbar. In Ostelbien spricht man zwar wieder vonFleischnot- Rummel*, waS aber lediglich beweist, daß diese Kritiker die Situation in den größeren Städten nicht kennen oder nicht kennen wollen.

monatlid) 66 Pf.; durch diePostMk.Lvtertel- jährl. auSfchl. Bestellg. Annahme von Anzeige« die rsma-'m«

'S vormittag» 'eine, Ze"siwretS:^rAö2Av anSwärt» ri M).

Verantwortlich für den poltt und

Teil. P. Wittto: für »Stadt und ßanb* und .GerichtSsaal": August Goetz; für den An­zeigenteil: HanS Bec6

H ö » st - r L h e f'Ve S ®Vo tzher,ogl iche n H n uses ist ^6 OberB «up t der Herzoglich G°ttorp.,ch°n H«P.lm,e

Demselben soll dies H-Üsgesttz zur Genehmigung unterbreitet

Aie Heutige Kummer umfaßt 12 Seite»

gilt. 14» j« te««* nutzer Sonntag«.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessisch«, Landwirt die Siebener SamlUen« Witt« viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Nnived.-Buch-«. Gteiu* deuckevri. 9L Sauge.

Prozeß Welsvnrg contra Oldenburg.

Am Montag ist, wie der Leser bereits weiß, von dem Landgerichte in Oldenburg die Klage, die der Gras Alexander von WelSburg gegen seinen Vetter, den Groß Herzog von Oldenburg, das großh. Haus und dessen Vermögensverwaltung gerichtet hatte, um seine Zugehörigkeit zur oldenburgischen Familie und die Nachzahlung der ihm geschuldeten Apanage zu erlangen, kostenpflichtig ab- gewiesen worden. Ein peinliches Dilemma mag es für die oldenburgischen Richter gewesen sein, im Namen ihres Großherzogs Recht zu sprechen für oder wider ihn doch soll hiermit nicht etwa bezweifelt werden, daß sie ihren Spruch nach bestem Wissen und Gewissen gefällt haben. Nur soviel sei bemerkt, daß das Urteil, wenn es Rechtskraft er­langen würde, was ja indessen nicht geschehen wird, da Graf Welsburg sofort Berufung angemeldet hat die be­denklichsten Konsequenzen nach sich ziehen lnüßte. Es wäre dann nämlich anerkannt, daß einem deutschen BundeSfttrsten das Recht zusteht, die Thronfolgeordnung neu zu ordnen, ohne die parlamentarische Vertretung seines Landes zu befragen. Denn, wie schon früher dargelegt, gipfelt die Klage deS Grasen Welsburg in der Frage, ob das oldenburgische HauSgesetz vom 1. September 1672 als zu Recht bestehend anzusehen ist oder nicht. Im oldenburgischen Staatsgrundgesetze vom 22. November 1852 war ausdrücklich gesagt, daß das zu erlassende Hausgesetz, so weit es nicht nur die Verhältnisse der Mitglieder des großherzoglichen Hauses zu einander regele, der Zustimmung des Landtages bedürfe. Der Standpunkt, den der Graf Wels- blirg vertritt/ ist nun der, daß die dem oldenburgischen Hause bis' dahin völlig fremden Vorschriften dieses Hausgesetzes, nach denen zu standesgemäßen Eheschließungen seiner Mit­glieder strenge Ebenbürtigkeit des anderen Teils erforderlich sein soll, tatsächlich eine Veränderung der früheren Thron­folgeordnung in sich schließen. Deshalb hätte, seiner Be­hauptung nach, das Hausgesetz dem Landtage vorgelegt werden müssen. Dies ist nicht geschehen. Wohl lag das Gesetz in seinen! Entwürfezur Einsicht' im Vorzimmer des Land­tags eine Zeitlang aus, aber es ist darüber im Landtage selbst nicht zur Beratung und Abstimmung gekommen. Das Landgericht in Oldenburg betrachtet das Hausgeseh trotz­dem als rechtsverbindlich für die Angehörigen der groß­herzoglichen Familie und mußte deshalb das Verlangen des Grafen von Welsburg, die Ehe seines Vaters, des Herzogs Elimar von Oldenburg, mit der Arenn Natalie Vogel von Friesenhof für standesgemäß zu erklären, abweisen. Es bleibt nun abzuwarten, ob auch die höheren Instanzen, insbesondere das Reichsgericht, das das letzte entscheidende Wort z>, sprechen haben wird, sich dieser Ansicht anschsteßen - Wenn aber der Graf Welsbnrq zum Schlüsse doch mit einer Klage durchdringen und demnach das Hansgesetz vom 1. September 1872 einst noch nachträglich dem oldenburgi chen Landtage vorgelegt werden sollte, so möchten w,r dessen Beachtung außer den rigorosen Bestimmungen Über bie Ebenblirt gkech auch noch besonders den Artikel 4 empfehlen, der wörtlich

Marokko.

Fürst Bülow hat in der Marokkofrage einen Trumps dadurch ausgespielt, daß er Frankreich gegenüber die Rücksicht­nahme auf die anderen Mächte Zeltend machte bei Ablehnung bet von französ. Seite gewünschten Verständigung vor der Marokko- Konferenz. Wir waren in der Lage, bereits in der vorigen Woche auf dies wichtige Moment hinzuweisen. Eine inspirierte Aus­lassung im hochoffiziösen (!)Lokalanz." besagt, daß der Stand­punkt des Fürsten Bülow insbesondere bei den anderen Mächten Anklang finden dürste. ,,Denn eine Konferenz, auf der nicht beraten, sondern lediglich'bereit» gefaßte Beschlüsse formell sank-, tioniert werden sollten, würde zu "einer bloßen Farce herabgedrückt werden." Es heißt, daß in Berlin die Hoffnung gehegt wird, daß Rouvier in Würdigung dieser in der deutschen Note bar* gelegten Gründe den Gedanken einer Vorbesprechung des Marokko- Prvgramms fallen laßt und die ordnungsgemäße Marokkokonferenz annimmt. .

In dem am Dienstag abgehaltenen franzosiichen Mi«, nist errate teilte Rouvier mit, er werde in wenigen Stunde« eine Besprechung mit dem deutschen Botschafter haben, der ihm! die Antwort Deutschlands auf die französische Note zustellen werde. , . . w

Da der Inhalt dieser Note in Parrs bereits bekannt tu, ermächtigte derMinisterrat den Ministerpräsidenten, dis vom Sultan von Marokko ausgegangene E i n l a d u n g der Teil­nahme an der internationalen! Konferenz anzu- nehmen!! Die französische Regierung wird, so lautet eine private Meldung, auf dieser Grundlage fortfahren, sich 'mit Deutschland über die Aufgabe dieser Konferenz zu verständigen.

Der allgemeine Ton der Note ist in freunds ch aftlich em Geiste, in dem Geiste der Verständigung und der Loyali­tät gehalten, der es Frankreich leicht zu machen scheine, Zuge­ständnisse in der Form, auf die Deutschland Wert zu legeft scheine, zu machen, und bet es Frankreich unmöglich mache, seine Zustimmung zu der Konferenz zu verwei­gern, da Frankreichs Ausgabe, an der algerischen Grenze für Ordnung und Sicherheit zu sorgen, anerkannt und erleichtert werden solle. , .

Ein ehemaliger Ministerkollege Rouviers erzählte nn Senat den Inhalt der deutschen Antwortnote. Danach zeige sich Fürst Bülow in freundlicher Weise bestrebt, Punkt für Punkt die Bedenken zu zerstreuen, lvelche in Rouviers Note gegen di6 Konferenz enthalten sind. Die Note gipfele nt der höflichen Anfrage, ob nach dieser Darlegung Frankreichder Lage sent würde, die Konferenz -n beschicken. Dem Rouvierschen Vorgehen entsprechend lutrb auch die deutsche Note den Mächten mttgeteilt werden. Die g ü n st i g e W e n d 11 n g wurde wesentlich erleichtert durch die vorheraegangene Erklärung, wonach das fianko-Mg- liicbc und franko-spanijche Abkommen keineswegs gegen dte

Aas Schreckensregiment in Außkand.

Ans Lodz wird heute folgendes gemeldet:

Ms ein Personenzug der Lodzer Bahn der letzten Sta­tion vor Lodz, Widzew, sich näherte, befahl der be­trunkene Offizier einer Kosakenpatrouille, in den Zug zu schießen. Unter den Zuginsassen entstand eine schreckliche Panik. Die Insassen des Zuges warfen sich auf den Boden der Wagen. Nur eine Frau wurde schwer ver­letzt, während die übrigen Personen mit dem Schrecken davon kamen.

Der Schaden, den die Staatsmonopolladen während der Kämpfe erlitten haben, wird auf 80 000 Rubel ge­schätzt. Die Lodzer Stadtfeuerwehr lehnte es ab, die Leichen ohne Begräbnis aus der S-tadt abzuholen.

Gerüchtweise verlautet, daß in der Vorstadt Widzew das Ha uptm on opo lgeb äu de total zertrümmert worden sei, wobei vom M i li t är £'j0 Zivilperson en getötet wurden. Augenblicklich ist es unmöglich, dieses Gerücht auf seine Richtigkeit zu kontrollieren, da sämtliche nach dem Gebäude führenden Wege polizeilich gesperrt sind.

DieDaily News" veröffentlicht eine Unterredung mit einem Fabrikanten aus Lodz, welcher einige neue Einzel­heiten über die dortigen Unruhen mitgeteiÜ hat. Der Fa­brikant erzählt:Der Aufruhr ist vielfach auf die Wühl­arbeit von Agents provocateurs zurückzuführen. Diese über­nehmen die Leitung der Unruhen, führen ihre Opfer in enge Straßen, wo sie sich nicht wehren können, und dann erscheinen die Kosaken und bauen sie in Stücke. Zwei Kosa ken sah man einemjüdischenMädchenbeide Arme glatt von den Schultern abhacken und die Leiche wegwerfen. Mele Wagen sah man mit gliedlosen Leichen in den Straßen unterwegs nach den Friedhöfen."

Die Juden verlassen Lodz massenhaft. Hunderte von Läden sind geschlossen, viele verwüstet. Der Verkehr steht still. Auch alle Theater und Konzertsäle sind geschlossen. In Zgierz bei Lodz erschoß ein Unbekannter einen Ober­schutzmann und entkam.

lieber Lemberg wird aus Lodz gemeldet, es habe den Anschein, daß dort die Herstellung der Ruhe und Ordnung trotz der Verstärkung der Garnison und der Proklamierung des Kriegsrechtes nicht so bald erfolgen werde. Unter den Arbeitern herrscht große Erregung und in zahlreichen revo­lutionären Flugschriften werden sie aufgefordert, im Kampf auszuharren. Vom Militär werden fortgesetzt die in den Straßen angehäusten Bretter und Balken fortgeräumt, um die Errichtung von Barrikaden zu verhindern. Ueberall wurde der Branntwein aus den Fässern, zum Auslaufen gebracht.

Wettere Unruhen.

Infolge der Lodzer Metzeleien sind auch die Arbeiter in Petersburg unruhig» Unter den in Krasnoje Sselo lagernden Truppen soll ebenfalls Unruhe herrschen. Vor drei Tagen wurden Stöße von Proklamationen ins Lager gebracht, die gegen die Regierung aufreizen. Quer über die Blätter sind mit großer roter Schrift die Worte gedruckt: Die Offiziere haben feierlich erklärt, nicht meh r auf die Freiheitskämpfer schießen zu wollen." Diese Erklärung gaben die Offiziere der Petersburger Freien ökonomischen Gesellschaft", welche an die Militär- obrigkeit appelliert hatte. Die Gesellschaft forderte jetzt die Offiziere des Moskauer Militärbezirks auf, dem Bei­spiel ihrer Petersburger Kameraden zu folgen. Der Vor­sitzende der Gesellschaft ist Graf Heyden, Mitglied der Deputation, die neulich vom Zaren in Konstitutionsange­legenheiten empfangen wurde. ,

In Kowno wurden fünf Offrzrere verhaftet.

Weiteren Nachrichten aus Kowno zufolge sind die Bauernunruhen im Wachsen. Die Bauern bemächtigen sich der Weide- und Ackerflächen mit Gewalt und vertreiben die Bevollmächtigten der Großgrundbesitzer.

Der Ausschuß der sozialistischen Partei hat, wie ver­lautet, eine telegraphische Verbindung mit den Nevolutions- komitees in allen größeren Städten Polens hergestellt. Es soll eine Geheimsprache verabredet worden sein, sodaß die gegenseitigen Benachrichtigungen der Terroristengruppe sich in nichts von den gewöhnlichen Geschäfts- und anderen Tele­grammen unterscheiden und unmöglich von der Polizei erkannt werden können.

In Warschau wurde am Montag abend von streikenden Arbeitern gegen eine Kompagnie Sol­daten eine Bombe geschleudert. 51- Soldaten erlittet schwere Verwundungen, drei wurden getötet. Die Täter entkamen. der Vorstadt Nalewski verhafteten' Detektivbeamte einen Mann in dem Moment, als er eine Bombe auf eine durchreitende Kosakenpatrouille wersert wollte.

IN Warschau feuerte gestern gegen 5 Uhr in der Nähe des alten evangel. Friedhofes ein Unbekannter dreimal auf eine Kosakenpatrouille. Diese antwortete und tötete vier Weiber, fünf Männer und drei Kinder. Während des allgemeinen Schießens der Soldateska beraubten! die Kosaken die Gemahlin eines Fabrikanten' und riffett ihr die Diamantohrringe aus und stahlen dem Kassierer einer Fabrik 243 Rubel.

Auf Anregung des Ministers' des JUnern wurde der Zustand verstärkten Schutzes verhängt über die Gouverne- rwents Lublin, Suwalk, Plotzk, Lomsa, Kiele i, sämtlich int Königreich Polen, sowie über die Stadt Eriwan in Kau­kasien, dem Schauplatz der letzten Massakre gegen die Ar­menier.

In B o b r u i s k im Gouvernement Minsk versammelten sich mit Erlaubnis des Polizeichefs gegen tausend jüdische Bewohner des Ortes auf dem dortigen Kirchhofe, um eine Gedächtnisfeier für die Opfer der antisemitischen Exzesse; in Schitomirund den christlichen Studenten Blino, der als Verteidiger der angegriffenen Juden' gefallen war, zu begehen. Obgleich die Versammlung von der Polizei gestattet war, kam auf dem Rückwege eine vom Gehilfen des Polizei-Pristaws geführte Abteilung Ko­saken entgegen. Aus das Kommando des Polizeihaupt­manns hieben die Kosaken mit ihren Knuten nach rechts und links in die Menge und verwundeteneine große Zahl.

Iw Odessaer Vorort Peresyp versammelten sich am 26. Juni 2000 Arbeiter, um über das Eintreten tu den Aus­stand zu beraten. Als Militär anrückte, wurde es aus der Menge mit Steinen beworfen. Die Truppen feuerten sofort; sie erschossen zwei und verwundeten eine Person. Jetzt herrscht in Odessa allgemeiner Aus stand. Ar« beiter ziehen in großen Haufen durch die Straßen. An vielen Stellen spannen sie, die Pferde von den Pferdebahn­wagen aus und' verhindern den Verkehr. Alle Läden sind geschlossen. >

Auf dem Polizeirevier Rostow a. D. wrrrde ein Ar« beiter deutscher Staatsange Hörigkeit elenh zuge richt et. Der Konsul versprach, energische Borstell^ ungen in Petersburg zu erheben.

Im Seminar in Tiflis hielten ca. 400 Geist­liche eine geheime Versammlung ab. Die Behörde kam dahinter. Plötzlich erschienen Kosaken im Saal und gingen mit ihren Knuten gegen die Anwesenden vor. Vier Priester wurden getötet, 24 gefangen genommen. Die Gefangenen wurden von den Kosaken derart mißhandelt, daß auch von ihnen noch acht verstarben.

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Das öfter. Abgeordnetenhaus nahm einen Dringlich- keitsantrag an, wonach die Negierung aufzufordern sei, russischen politischen Flüchtlingen inOesterreichj das Asylrecht zu gewähren.

^Dieser Paranruph, durch deu ein »uSländisch-r Souverän als Ehef einer regierenden deutschen Dynastie proklamiert wird, will uns mit gesundem deutschen Empfinden unvereinbar erscheinen.

Erstes Mn«. »38. Jahrgang Mittwoch «8. Juni »»«8

GiehenerAmeiger^

w General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt str den Kreis Metzen