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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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Redaktion. Expedition u. Druckerei . Schulstr. K.
Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr.» Anzeiger Gießen
Rotationsdruck and Verlag da Brühl'sch« Unwersitätsdruckerei. R. Lange, Gieße«.
Keine Reichserbschaftsstmer.
R. Berlin, 24. Febr.
Tie „Tagesztg." teilt mit, daß die Bedenken gegen eine Neichserbschaftssleuer in der alten Stärke auch jetzt noch pb walten. Nach unseren Erkundigungen ist vor einiger Zeit an die Bundesregierungen die Anfrage ergangen, wie sie sich AU einer solchen Steuer stellen wurden? Tie Mehrzahl der Antworten soll ablehnend ausgefallen sein, weil jede direkte Steuer grundsätzlich den Einzelstaaten verbleiben müsse.
bischer i-Verein, «rs. , tziuhor«
Teutsches Reich.
Berlin, 24. Febr. Ter Kais er verlieh anläßlich des Abschlusses der Handelsverträge dem Direktor des auswärtigen Amts v. Körner und dem Gesandten in Bern v. Bülow sein Bildnis. Direktor v. Körner wurde zum Vorsitzenden des Beirats für Auswanderungswesen ernannt.
— Ter Kaiser besichtigte heute nachmittag die Werke der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft in Oberschöneweide, wo er von Admiral Hollmann, Direktor Mamroth und anderen empfangen wurde. Ter Kaiser unterhielt sich mit zahlreichen Arbeitern. Bei der Abfahrt des Kaisers bereiteten Scharen von Arbeitern ihm warme Kundgebungen.
— Ter preußische Major a. Di. Bernhard Graf von Eray en/b erg zeigt seine Verlobung mit der Gräfin Elisabeth von der Schulenburg aus dem Hause Wolfsburg an. Hinter dem Namen Graf Bernhard von Erayenberg verbirgt jich der Prinz Bernhard von Sachsen-Weimar. Der Prinz ist ein Mutterbruder des Großherzogs von Sachsen-Weimar, 1855 in Stuttgart geboren. Als aktiver Offizier stand er zuletzt, um 1890, im 1. Hess. Husarenregiment Nr. 13 in Mainz. Ter Prinz überraschte seine Familie eines Tages dadurch, bajj er sich 1900 in London mit der Witwe des Marchese Luchesini, Ella, geb. Brockmüller, der Tochter eines Lübecker Hotelbesitzers, vermählte. Ta diese Verbindung ohne die Kenntnis des Großherzogs von Weimar vollzogen war und daher vielleicht hätte angefochten werden können, jo wurde einige Zeit darauf das Paar durch den weimarischen Staatsminister Rothe, als Standesbeamten des Großh. Hauses, in Frankfurt a. M. nochmals getraut. Tie Ehe sand 1903 ihren Abschluß durch einen tödlichen Unfall der Gräfin.
— Tie Aeußerungen des Finanzministers Frhrn. von Rheinbaben über das Verhältnis in Galizien und Polen gegenüber den Rutheyen hat (wie gestern gemeldet) der österreich-ungarischen Regierung Veranlassung gegeben, hier vorstellig zu werden. Tie Verhandlungen werden in durchaus freundschaftlicher Form geführt. Auch die Erkürung der deutschen Regierung durfte befriedigend austollen, da es dem Finanzmini^er fern gelegen hat, sich, in die inneren Verhältnisse anoerer Staaten zu mischen ober gar Völkerschaften zu verletzen.
— Zwischen den Botschaftern Englands, Rußlands, Frankreich s und Italiens ist in Berlin ein Abkommen geschlossen worden, das von dem durch den Gouverneur von Kreta, Pr in zerr Georg von Griechenland in verschiedenen Rundschreioen an die Mächte erhobenen Beschwerden ausgeht. T ie bezeichneten Mächte verbürgen als SchrrtzmÜchte der Minos-Insel gemeinsam das
MN dem Simplontunnel ist wreder cm Kulturwerk puffen Ranges vollendet, das jeder freund des Fortschritts und des friedlichen Verkehrs der Volker nut. Freuden begrüßen rh Durch diesen Tunnel wrrd cm neuer Seyrenenweg von mter- natiönaler Bedeutung eröffnet Er bildet zunächst eine neue Eisen- bi-rhaiiipibinbuitq der Schweiz mit Italien; dann aber werden auch Deutschland große Vorteile von der Simplonbahn haben.
Volttische Tagesschau.
Die Resonn des preuß. Einkommensteuergesetzes.
In der Kommission des preuß. Abgeordnetenhauses zur Beratung der Anträge auf Revision des Einkommensteuergesetzes erklärte der Finanzminister, der Entwurf des neuen Ein- kommensteuergesttzes liege dem Staatsministerium vor. Tie Grundsätze des Miquelfchen Entwurfes seien in demselben beibehalten, insbesondere die straffe Kontrolle der Deklaration. Ter Unterschied zwischen feststehenden und veränderlichen Einnahmen soll in der Hauptsache fortsallen und das Einkommen des letzten Jahres der Veranlagung zu gründe gelegt werden. 9tur für große Betriebe mit einer geordneten Buchführung soll der dreijährige Durchschnitt beibehalten werden. Der Instanz en Mg für Reklamationen soll dahin vereinfacht werden, daß die Beschwerde an das Oberoer- waltungsgericht fortfällt. Tie kommunalen Realsteuern sollen bis zur Höhe des Veranlagungssdlls derselben und der Amortisationsbeträge bis 600 Mk. im Jahre abzugsfähig werden. Tie Erleichterung wegen großer Kinderzahl soll auch den Zensiten bis 6,500 Mk. zuteil werden unter Fortfall der Altersgrenze mit 14 Jahren. Tie Besteuerung der Rücklagen der Aktiengesellschaften1 soll fortsallen, ebenso aber auch die Freilassung von Z1/2 Prozent ihres Einkommens. Gesellschaften mit besa-ränkter Haftung, soweit sie sich Aktiengesellschaften nähern, sollen besteuert werden; frei- zulassen sind unter anderen Familiengesellschaften und Gesellschaften mit weniger als 100 000 Mk. Tie Darlegungen des Ministers fanden ganz überwiegende Zustimmung.
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Englische Quertreiberei.
R. B erlin, 24. Febr.
Die englische Presse weiß wieder einmal eine Neuigkeit äus Deuts ch-Qstasieu mitzuteilen, in der die Deutschen als Querulanten hingestellt sind. Sie sollen dem chinesischen Gouverneur der Provinz Schantung in den Ohren liegen mit dem Ersuchen, die deutschen Besatzungen ein der Schantung-Eisenbahn v er stärken zu dürfen angesichts des protzenden Wiederausbruchs der christenseindlichen B ewe g u^r g. Ter Gouverneur weise indessen diese Forderung ccks unbegründet zurück, da er nötigenfalls aus eigener Macht im stände sei, die Ordnung aufrechtzuerhalten. Tie Tendenz der englischen Meldung ist durchsichtig. Sie will offenbar an ein Mißtrauen der Deutschen in Schantung gegenüber den chinesischen Behörden glauben machen und dadurch den Wirkungen der erfreulichen Berichte ontgegenarbeiten, die jüngst über die Stellung des bisherigen Gouverneurs von Klau tschau, Admirals Truppe l, zu den einheimischen hohen Beamten zu lesen waren. Truppel lveilt auf Urlaub in Deutschland uno die Beratung des Etats für Kiautschau steht bevor. Es bietet sich also Gelegenheit, im Reichstage auf Grund autoritativer Erklärung die englische Nachricht als das zu kennzeichnen, was sie augenscheinlich ist: als unbegründet und als Quertreiberei.
Ausland.
Paris, 24. Febr. (Kammer.) Bei der Beratung des Marineetats in' der Sitzung von heute kam Gerville-Reache auf die Frage des Marineprogrammes zurück und stellte fest, daß Deutschland seinen Marineetat um 160 Mill., die Verein. Staaten den ihrigen um 280, England den seinigen um 2 5 0 Milli 0 nen Francs vermehrt haben. Wir müssen also, schloß er, große Opfer bringen, um unsere maritime Machtstellung zu behaupten.
— Wie die deutsche „Pariser Ztg." mitteilt, hat der französische Finanzminister entschieden, daß aus dem Ausland unter französischer Marke eingeführte Waren die Angabe des Ursprungslandes führen müssen, Tie Folge davon ist, daß derartige deutsche Produkte anstatt der BezcickMung „importiert" künftig den Vermerk „aus Deutschland importiert" tragen müssen.
Belgrad, 24. Febr. In der Slüpschtina erklärte der Minister des Innern: Tas Vorgehen der Polizeiorgane bei der gewaltsamen Absetzung des zum Abgeordneten gewählten Gemeindevorstehers von Rekovatz, Peritf' > war korrekt, denn die Vereinigung der beiden Funktionen ist verfassungsmäßig unzulässig. Als der Interpellant darauf dem Minister zurief, er verdiene acht Jahre Gefängnis, das^Volk dulde keine Tyrannei, ertönte von der Galerie lauter Beifall. Tie Galerie wurde geräumt. Zwischen den Abgeordneten der beiden radikalen Gruppen erhob sich hierauf ein Streit, sodaß die Sitzung abgebrochen werden mußte.
Konstantinopel, 23. Febr. Tie Lage im Bezirk Ku- manowo, Wilajet Uesküb, ist infolge des serbischen, und des bulgarischen Bandenunwesens und des Gegensatzes zwischen den beiden Nationalitäten sehr beunruhigend. Am 15. Februar wurden drei Bulgaren, welche Waren von Kumanowo nach Palanka transportierten, eine Stunde von Kumanowo ermordet. Tie Täter sind entflohen. Am 17. Februar wurde eine halbe Stunde von Kumanowo entfernt vier reisende Bulgaren ermordet; die Täter sind unbekannt. Am 18. Februar wurde die von Kumanowo nach Palanka gehende Post bei dem Torfe Orah von Komitadschis angegriffen; zwei Gendarmen und ein Soldat wurden verwundet. Wn letzten Sonntag wurden Bulgaren, die verdächtig sind, an dem Ueberfall teilgenommen zu haben, verhaftet. Am 19. Februar wurde in Plevijani der Vater eines serbischen Geistlichen ermordet. Am Tiens- tag wurde eine Militärpatrouille beim Passieren des Torfes Kutlieby aus einem Hause beschossen. ' Tie Patrouille versuchte das Haus einzuschließen. Tie in demselben verborgene, aus elf Komitadschis bestehende Bande flüchtete. Sie wurde verfolgt und bei Pezova total aufgerieben.
Newyork, 24. Febr. Eine Anarchisten-Ver samm - tun g feierte die Ermordung des Großfürsten Sergius. Most verkündete den nahen Zusammenbruch sämtlicher Regierungen. Nächst Rußland würde Deutschland mit der Anarchie beglückt werden. Versammelte Finnen verprügelten einen Landsmann, der den politischen Meuchelmord verwarf, derartig, daß et, schwer verletzt, ins Hospital gebracht werden mußtc._______
Der Durchstich des Simplon-Tmrnels
ist, wie aus Gondo gedrahtet wird, am Freitag früh erfolgt, wegen der vorhandenen Wassermassen wird aber die Oeffnung d er e is e t n en T 0 re, die als Dämme dienen, ei ft ineinigen Wochen erfolgen können, da es sich nach Leerung des Wasserreservoirs zunächst darum handeln wird, die im letzten Momente vor dem Durchstich plötzlich aufgetretenen warmen Quellen durch Schaffung eines regelmäßigen Abflusses unschädlich zu machen und die zwei Meter zu hock liegenden nördlichen Stollen auf eine Länge von 200 Meter zu vertiefen. Nach Vollendung dieser Arbeiten wird der Tunnel als wirklich durchbrochen gelten können. Tie feierliche Eröffnung findet erst nach gZinzlicher Vollendung des Tunnels statt. An der Spitze des Baues des 19 770 Meter langen Tunnels, zu dessen Vollendung 61/2 Jahre verwendet wurden, standen die Ingenieure Sulzer-Ziegler, Winterthur, Locher-Zürich uno Brandau-Jselle. — Ferner wird aus Gondo gemeldet: Tie Verbindung zwischen der nördlichen and der südlichen Hälfte des Simplentunnels wurde am Freitag früh durch einen Sprengschuß 'hergestellt. Tie obere Wölbung der Südgalerie zeigt eine klaffende Oeffuung, die mit der Sohle der Nordgalerie korrespondiert. Tas Wasser, dessen Truck vorher durch Pumpen auf der Nordseite gemäßigt wurde, entleerte sich raich nach der Südseite, ohne Schaden anzurichten. Nach einer Stunde war der Normalbetrieb hergestellt. TieRichtungund der Vortrieb weichen nicht w ahrnehmbar von den vorherigen Berechnungen ab. Im Tunnel herrscht eine erdrückende Hitze.
Zwischen dem s chw erzeril chen Bundespräsidenten und dem König von Italien fand em Depeschen- wechsel statt, in dem der Wunsch zum Ausdruck kommt, datz die Vollendung des gewaltigen Werks mehr und mehr die Bande des guten Einvernehmens und der glücklicherweise zwischen den beiden Ländern bestehenden Freundschaft befestigen wird."
In der italienischen Ka mmer beantragte Mira, die @'rmirnpr Nlöae allen Männern, deren Intelligenz oder Mitarbeit man verdanke, daß das gewaltige Werk des Simplondurchstichs durckaeführt ist, ihren Gruß übersenden. Diesen Worten folgten lebhaitct Beifall und Hochrufe auf die Schweiz und Italien, kipr Minister der öffentlichen Arbeiten sprach die sichere Erwartung Ms das d-r n-u-, für ben Serfejr geöffnete Wag die Be- Hebungen zwischen Italien und der Scyweiz immer herzlicher aestaltcn werde. Präsident Mareora erklärte, der Beifall der ^ammcT sei der beredteste und feierlichste Ausdruck der Gefühls ue die die Regierung und das Parlament von Italien bei Begrüßung des großen Werks der Zivilisation und des Fortschritts
<Ms ^luöl uno Kattö.
Gießen, den 25. Februar 1905.
•* Lehrer-Personalien. Uebertragen wurde dem Schullehrer Breitwieser zu Nordheim eine Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu Lampertheim, Kreis Bensheim, dem Schullehrer Roth zu Unter-Ostern die Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu Hering, Kreis Dieburg, dem Schulamtsaspiranten Orth aus Worms die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Seidenbuch im Kreise Bensheim, demj Schulamtsaspiranten Rebell aus Dietesheim die LehrerstellH an der Gememdeschule zu Sponsheim im Kreise Bingen.
C. Selbst gestellt. Der Bureaugehilfe Willys Böttcher aus Lacke, der imJuli!903 wegen Unterschlagung flüchtig ging und sich seitdem unter falschem Namen in Oesterreich aufgehalten hat, stellte sich gestern freiwillig der hiesigen Polizei. Die Sehnsucht nach der Heimat hatte den Mann zu diesem Schritt veranlaßt.
** Volksbibliotheken im Großh erzogturn Hessen. Die Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung hat im Jahre 1904 wiederum 2884 Volksbibliotheken mit 82 731 Bänden begründet und unterstützt. Hiervon entfallen auf das Grobherzogtum Hessen 63 Bibliotheken mit 2365 Bänden. Seit Anfang 1897 bis Ende 1904 hat die Gesellschaft insgesamt an 10 197 Bibliotheken 336 734 Bände unentgeltlich abgegeben. Die für diesen Zweck in demselben Zeitraum aufgewandten Barmittel belaufen sich auf über 320 000 Mk. Dazu kommen sehr erhebliche Bücherschenkungen, die mit zur Verwendung gelangt sind.
** Eine Münz-Kuriosität. Nach dem Art. d, §§ 2 und 3 des Reichs-Münzgesetzes vom 9. Juli 1873! (R.-G.-Bl. S. 233) sollen die Silbermünzen unter anderem auch das Münzzeichen tragen, welches durch gewiße große.' lateinische Buchstaben den Ort der Prägung erkennen läßt^ Auf den Fünf- und Zweimark stücken, welche aus Anlaß des 400jährigen Jubiläums des Groß- herz0gtums Hessen (13. November 1504 bis 1904) mit den Bildnissen der Landesherren geprägt worden sind, fehlt das Münzzeichen. Es wäre nicht uninteressant, zu erfahren, worauf diese Abweichung beruht. Vielleicht hat sich ein Mangel einer geeigneten Stelle für das Münzzeichen geltend gemacht, da die erwähnte Zeitangabe den für letzteres sonst gebrauchten Raum vollständig aussüllt. Auch mit der Lupe ist das Zeichen nicht zu finden.
Friedberg, 23. Febr. Heute nachmittag murbi durch einen Hausburschen auf einem Bleichplatze die Leiche eines neugeborenen Kindes männlichen Geschlechtes gefunden. Das Kmd war nackt in einen Packbogen gewickelt. Auf Anzeige begab sich eine Gerichts-Kommission an die Fundstelle. Wahrscheinlich hat die Mutter, die offenbar in der letzten Nacht geboren hat, das Kind — ob lebend oder tot wcrd sich erst aus den ärztlichen Gutachten ergeben — sofort an die Fundstelle gebracht.
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Fortbestehen ihrer Selbständigkeit im bisherigen üm-- fange. Gleichz>ertg garantieren die vier Mächte für alle Zeiten die territoriale Unverletzlichkeit Kretas. Den übrigen Mächten ist davon Mitteilung gemacht worden. Bisher liegt erst die Antwort Oesterreich-Ungarns vor, die sich den vier Mächten anschließt, indessen seine eigenen Rechte aufrecht erhält.
— Die zweite Novelle zum Berggesetz betreffend Regelung der Arbeiterverhältnifse im Kohlenbergbau dürste nach der „Schl. Ztg." noch einige Zeit auf sich warten lassen, weil der Entwurf nochmals umgear beitet wird.
Dresden, 24., Febr. Tas Gesamt-Ministerium beschloß, jede amtliche Erklärung in der 'Mn- gelegenheit der Gräfin M 0 ntign 0 s 0 zu unterlassen.
Ter Simplontunnel, der zunächst das Rhonetal bei Dmg mit dem der Tiveria bei Jselle, weiter das Becken des Genfer Sees mit dem des Lago Maggiore verbindet, hat eine lange Vorgeschichte. Tie Völkerstraße, die ursprünglich in Form eines Saumpfades über den 2000 Meter hohen Paß führte, baute Napoleon I. in dem Jahren 1800 bis 1805 aus. Mit einem Kostenaufwande von 18 Millionen Franken entstand hier eine 63 Kilometer lange, 7—8 Meter breite Kunststraße, die mit ihren mehr als 600 Brücken, ihren Galerien und Schutzhänfern als ein Meisterstück! der Wcgebauingemeurkunst betrachtet wurde.
Ter Tunnelbau greift in seiner Ent st ehungsgeschrchte bis ins Jahr 1854 zurück, wo die erste Baukonzession erteilt wurde, die- aber unbenutzt blieb. Nach verschiedenen anderen Versuchen begannen endlich in den siebziger Jahren Verhandlungen zwischen ben beteiligten Staaten, die nacp langer Tauer zum Abschluß mit dem Konsortium der „Simplommternehmung" führten; dieses übernahm bett Tunnelbau für die Summe von 69^2 Millionen: Franken. .Am 13. April 1898 wurde der Vertrag abgeschlossen am 13. November 1898 begannen die Arbeiten. Am 13. Mai 1904 sollte die Tunnelanlage fertig fein; die Schwierigkeiten, bte sich während des Baues ergaben vor allem der Wasserandrang heißer Quellen, bedingten die bedeutende Verlängerung der Bauzeit.
Tie Anlage besteht aus zwei parallel nebeneinander laufenden Tunnels, die durch Quergänge mit einander verbunden sind. In der Mitte des Berges vereinigen sich beide auf eine Strecke von 500 Meter. Der Anfangspunkt bei Brieg Liegt 686 Meter hoch Ter Tunnel' steigt bis auf 704 Meter und senkt sich auf der italienischen Seite bis auf 634 Meter. Wie bei allen Tunnelbauten, so hatten auch beim Simplontunnel die Arbeiter schwer unter der Hitze zu leiden; die Temperatur stieg bis auf 60 Grad Celsius. Im Maximum toaren gleichzeitig über 3200 Arbeiter beschäftigt. .
Ter Simplontunnel ist mit seinen 19 770 Meter der längste Tunnel der Erde. Ter Gotthardwnnel hat eine Länge von 14 990 Meter, der Mont-Cenistunnel von 12 240, der Arlbergtunnel von 10 270, «der Giovitunnel von 8298, der Bergmlotunnel von 7972 Meter. Ter Simplontunnel übertrifft also den bisher längsten Gotthardtunnel um fünf Kilometer. Ehre der modernen Jngenieurkunst wie den tapferen Arbeitern, die dreses großarüge Werk vollbracht haben!
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Rr. 48 Zweites Blatt. 1S3. Jahrgang Samstag 8S. Februar 190§
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^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt Der NM M U Ä W W D U P, U DU. M U. U U W U,
Ehesfische Landwirt^' erscheint monatlich einmal V ▼ W W Ä W
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