Ausgabe 
24.3.1905 Zweites Blatt
 
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besonnen haben.

Männer der Stadt Berent."

mit

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Cs seine kost- bnü

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ihrer Tante eine längere Jachtpartie machen zu dürfen, fiel ihm zwar einigermaßen auf, das; die Tante später Frau in außerordentlich reicher Weise durch Geschenke svieliaer Art beglückte, er hatte jedoch nichts dagegen,

sie sich dieser Tante wieder anschloß, während er eine Uebung der Deomanry mitmachte. Als er von dieser Uebung zurück kam, stellte es sich heraus, daß die vermeintliche Tante^ein junger reicher Herr namens Mends war, mit dem seine Frau m einem Hotel als Mrs. Mends gelebt hatte. Do§ Gericht sprach dem betrogenen Ehemann eine Entschädigung von 500 Lltr. zu. Mr. Mends erklärte, die Dame jetzt wirklich zur Mrs. Mends machen zu wollen. ______

verinnchteA.

Wegen versuchten Mordes wurde das 18Jahre alte Dienstmädchen Berta Haberecht in Berlin dem Untersuchungsrichter zugeführt. Es ist das Dienstmädchen, das, wie gemeldet, am 1. d. Mts. die Kaufmannsfrau Klara Broer, die es am Tage vorher eines Diebstahls beschuldigt hatte, durch fünf Messerstiche schwer verletzte. Das Mädchen versuchte auch sich selbst durch zwei Messerstiche in den Hals zu töten. Diese Wunden sind in der Charite ganz geheilt, so daß die Polizeigefangene entlassen werden konnte. Ein Kriminalbeamter brachte sie nach dem Untersuchungs­gefängnis. Ihre Stimme hat sie durch die eine Verletzung fast verloren. Es sind Zweifel entstanden, ob nicht das Lesen von Schauerromanen dem Mädchen den Kopf verdreht hat. Man hat eine Menge solcher Schundschristen bei ihm gefunden; es schloß sich von jedem Verkehr aus, um sich dieser Lektüre hinzugeben. Die schwer verwundete Frau Broer, die nach dem Ueberfall besinnungs­los in ein Krankenhaus gebracht wurde, befindet sich aus den; Wege der Besserung.

* Auch ein Streik. Zu einer heftigen Fehde ist es in Berent (Westpreußen) zwischen den Bezirkshebammei; und der Bürgerschaft gekommen. Die Bezirkshebammen erließen in der .BecenLer Ztg." folgende Bekanntmachung:

und Wissenschaft.

Paris, 22. März-. In hiesigen Schriftstellcrkreisen wurde beschlossen, auch hier eine S ch i l l e r s e i c^r abzuhalten. Es w^d eine Kundgebung geplant und der hiesige Schristltellerverem wird sich mit dem deutschen und schweizerischen Vereine in Verbind­ung setzen.

Kirche und Schute.

Da sich besonders in den von Klöstern geleiteten höheren Mädchenschulen in Bayern ganz u n h a l t- bareZu stände inbezug auf den Unterricht herausgestellt haben, ist eine Kommission eingesetzt worden, welche Vor­schläge für eine einheitliche Regelung der Satzungen und Lehrpläne für das höhere Mädchenschulwesen im ganzen Königreich zu entwerfen hat. Die Münch. N. Nachr. meinen dazu, es wäre sehr zu empfehlen, auch die hygienischen Einrichtungen dieser Lehranstalten zu untersuchen, denn was hier aus Prüderie gefehlt würde, sei ganz un­glaublich.

Zur Förderung des h a u s w i r L s ch a f t l i ch e n U n - /errichts in den preuß. Mädchenvolksschulen hatte Abg. Ernst (frs. Vgg.) im Abgeordnetenhause beantragt, die Staatsregierung zu ersuchen, in den nächstjährigen Etat eine Summe einzustellen, und zwar für diejenigen Orte, wo die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse dies be­sonders wünschenswert erscheinen lassen. Tie Unterrichts- kommission, der dieser Antrag überwiesen worden war, hat eingehende Beratung abgehalten und beantragt, den An­trag Ernst durch die in Kap. 121 Tit. 43 des Kultus- etat§ pro 1905 bereitgestellten und zur weiteren Förderung des hauswirtschaftlichen Unterrichts der Mädchen geforderten Mittel als erledigt anzusahen.

Berlin, 23. März. Heute erfolgte in d?r Begräbnis­stätte des Vereins für Feuerbestattung die feierliche Beisetzunq Sr-r ^ft-o Erich Hartlebens.

Sport.

Der Generatrat des iranzösnschen Departements du Nord beschloß den Bau eines großen Boulevards von 20 Kilo- ,neter Länge und 50 Metern Breite, der die Städte Lille R o u b g i r und T o u r e o i n g miteingnder verbinden soll. Auf Initiative König Leopolds soll diele Strgße dann bis Ostende aus- gebaut iverden und iveeiell dem ?l u t o m o b i l i v o r t dienen.

(d du eute, Me, emsige Klama -* kauf doch wieder Sodener Mineralpastillen, aber vonRntV* \ Cie baden mir doch io gut getan und schmecken viel bester als die dummen Bonbons. Eva Müller hat auch immer welche, wenn sie in die Schule geht; die lutscht sie denn und sie ist auch noch gar nicht krank gewesen. Der Lehrer sagt auch, die sollten wir uns kaufen lassen, dann würden die ewiger; Schulversäummsse wegen Erkältuiu; bald ganz auf hören. Bitte, bitte, kaufe Fap's Sodener I Sie kosten nur 85 Pfg. die Schachtel und sind überall erhältlich, Hv. k

Alter gemieden haben.

Charleys Tante im wirklichen Leben. Ein Ingenieur namens Stevenson klagte mit Erfolg auf Ehe­scheidung. Er hatte im Jahre 1904 eine hübsche Dame aus guter Familie heimgeführt und fand es sehr begreistich, daß diese ibn eines Tages im vergangenen Sommer bat,

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Gingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter diner Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.') _

Gießen, 24. Marz.

Die Tonnenabkuhr hat schon öiters zu Klagen Anlaß gegeben, obue daß hierdurch jedoch viel verbessert wurde. Neuer- diugs läßt sie jedoch wiederum viel zu wünschen übrig. Rimt allem, daß man dem widerlich riechenden Fuhrwerk aui Schntt und Tritt begegnet, vielmehr bei vielen Wirtshäu'ern mitreneit kann nicht etwa auf Schoppenlänge nein, auch das leere Fuhrwerk begegnet einem nur zu oft, da der Wagen auchut Eisentransport zum Althändler zeitweilig benutzt wird. Gestenr wurde nun der Sache die Krone aufgesetzt, indem die Trans­porteure der Tonnen auf offener Straße (Tiefenwegs eine soge­nannte Tonne in eine größere entleerten, wodurch die ganze Gegend mit einem Parfüm beglückt wurde, daß Passanten der engen Straße Erstickungsanfälle bekommen konnten.

Wenn auch die leidige Tonnenabfuhr bald ihr Grabaelaut^ hört, so dürste dennoch die aufsichtführende Behörde ihr Augen- merk etwas mehr auf die schmutzige Angelegenheit lenken. -k-

Dem geehrten Publikum der Stadt Berent und Urnaegeud zur gefälligen Kenntnis, daß wir Hebammen uns gegenseitig ge­einigt haben, kein Taustiud zur Kirche zu tragen und kein ^.auf- zeng unentgeltlich zu liefern.

Die Bezirkshebammen der Stadt Berent.

Anna Kerlin. Laura Ziemann und Anna Kaibel."

Diese teilweise Streikerklärung hat in dem Städtchen große Erregung hervorgerufen, und so erschienen bald darauf folgende Erklärungen:

Auf da? Insernt der Bezirkshebammen der Stadt Berent in q}r# ig derB. Ztg." diene als Erwiderung, daß eine Anzahl Biänner der'Stadt Berent für zwei Jahre in den Generalstreik treten, bis die voraufgeführten Bezirkshebammen sich eines Besseren

jnsmr, bhb drn btoiUsimisrr-'ikkill Cer Siebt

Aufgebote.

gflärj. 11. August Rück, Kutscher dahier, mit Auguste Her- mine Kunz' hierfelbst. 13. Heinrich Nau, Dienstknecht dahier, mit Friederike Meiswinkel hierfelbst. 13. Ludwig Iüngel, For'lwart- asvirant in Eberstadt, mit Emma Walz in Hungen. 13. Kart Lauerwein, Kaufmann dahier, mit Anna Lisekte Ulrike Hofmann in Erlangen. 14. Heinrich Ernst Mar Brüller, Eüendreber daluer, mit Elisabeth Müller hierfelbst. 15. Karl Lang, Kau'mann dahier, nut Elisabeth Schönbach Hierselbst. 16. Ludwig Becker, Km er da. hier, mit Margarethe Schmidt in Rödge.i. 16. Johann ^mteis, Kaufmann dahier, mit Julie Orth hierfelbst. 16. Kasvar Bernhard Marschall, Eifenbahnpraktlkant dahrer, mit Anna Katharine veii m Offenbach. 17. Gustav Stein, Werkmeisteranwärter in Limburg, mit Wilhelmine Rörig dahier.

Eheschließungen.

März. 13. Karl Wahl, Färber m Butzbach, mit KaroUns Martha Fiebig dahier. 15. August Hofmann, Schreinermeister oa- hier, mit Luise Sand, geb. Becker, luerselbst.

Geborene.

Fgnuar. 27. Dem Packer Friedrich Leumng eme Tochter, 9{nna' März. 6. Dem Kaustnannüdbrerfit Hahn ein Sohn, Heni- lieb Friedrich Wilhelm. 6. Dem Metzgerin eil ter und Wirt Phillnp Sentier eine Tochter. Knchchen Ginnta. 7. $em GTönrbeiler Slbam Sonin eine Tochter, G'lifabetb. 8. Dem Schreinennenter Tnednch Bemler ein Sobn, Pliilivp Jobmmes 8 Tem Cberarjt Dr. ?>dol! Tnnnemann eine Tochter, Anno Roio Wilke in,N°. 9. Dem «Dlmcbinemneifter fiavl Anton Schmidt -,n Sohn. Lothar Rudoli. I I. Dem Alourer Adom A,em em Sok», Kort. 12. ..em SinnnjaSpirnnten Seinrief) Wooner ein Sohn, AuqttN Sm? Robert 15 Dem Sanlöhner Seinrief) Wükelm Front eine rochier. 16. Dem Amtsrichter Dr. Christian Karl Julius Lehr em Sohu, Haus Joachim.

Gestorbene.

März. 10. Friedrich Thielmann, 31 Jahre alt, ^ber-^oko. motwführer dahier. 12. Lina Ltrubel geb. Busch, 71 Jahre a , ohne Bermf dahier. 14. Lina Margarethe Deckmann, 1 Jahr alt, Tochter des Maschinisten Heinrich Deckmann dahier lo. Katharine Koch, geb. Schneider, 82 Jahre alt, Pflegling dahier. 16. Am a Marie Schwarz, geb. Dewzler, 60 Jahre alt, Ehefrau des^Kauf mannes Karl Ferdinand Schwarz dahrer. 17. Reinhard Muller, 60 Jahre alt, Lehrer i. P. daluer. ._______

Aniverflta'ts-NachriHttN.

Geheimrat Prof. Dr. Wilhelm Konrad Röntgen in M ü n ch e n feiert am 27. März seinen 6 O. G e b u r t s t a g. Der iveltbcrühinte Physiker ist geboren 1845 zu Lennev (Nheiiiprovinzf. Jii Straßbiirg habilitierte er fich 1874 als Privatdozent für Pltylik. Nachdetn er kurze Zeit als Professor cm der landwirtschaftlichen Akademie z;i Hohenheim tätig gewefeit, kehrte er 1876 als aiißer- ordeiitlicher Professor und; Straßburg zurück und wurde 1879 ordentlicher Professor tnid Direktor des physikalischen Jnstitiits in Gießeti. In gleicher Eigensck;aft lunv er von 1885 an der Universität Wülzburg tätig, 1899 erfolgte seine Ernennung o. Nrosessnr Experimentalphysik und Vorstand des unhhj lnchen Jnststuts an der Universität München. In wert^nen Kreifen bekannt wurde Röntgens Name Anfang 18°6 durch ferne Entdeckung der van ihm als L-Strahlen bezeichneten, jetzt meist nach ihm feibft benannten neuen Strahlen. Der Gelehrte ist Ebrendoltor d-^r medizinischen Fakiiltät Würzbura, ordentliches Mitglied d-r bayerischen Akademie der Wissenschaften, ,'üitglted des baoriimen Marimiliansordens siir Kunst und. Wissensibaft, kor^efvond''rendes Mitglied der preußischen Akademie der W1 «m- schgft"n, Mitalicd d's Kiwatoriums der pl>vsikalisch-t''chnischt>u Rcichsanstait, Inhaber des Nobel-Preises für Physik, der Medaille, der Matteucei-Medaille, der Csiiot-Eresson-Meda'lle, der Barnard-Medaille, des Vaumgartirer-Prcises der Wiener Aka­demie, des Brix Lacaze und des Otto Vahlbruch-Prepes der Göicinger phitosophsichdN Fakultät, Ehrenbürger der Stadt Lennep usw. ui hx

9fn der Universität Tübingen soll mit einem Aufwand von (58.5 ()00 Mart ei;v neue Augenklinik hergestellt und zur Errichtrmg eines 9ieubmtes für das chemische Institut eine dritte und letzte Rate von 150 000 Mark eingestellt werden. Auch derd?eubau der tierärztlichen Hoch schule inStutt- aart jst in Aussicht aenommen.

Neubau eines StcueramtSgebäudeS ist beschlosien und wird im Frühjahr begonnen. Der Ortsgewerbeverein wird bei genügender Beteiligung Ende Avril einen Vorbereitung?- ku r su § für die im Mai stattsindende Meisterprüfung ab­halten. Schon seit Herbst herrschen unter den Kindern Keuchhusten und Scharlach. Letztere Krankheit tritt jetzt wieder heftiger auf, so daß mehrere Todesfälle vor­gekommen sind.

Laubach, 23. März. Dieser Tage fand hier, wie wir smD. T. Anz." lesen, eine Versantmluug von nahezu mmdert Bersonm ans dm Städten Hunnen, Grüuberg, Schotten, lurim- stein und Laubach sowie aus umliegenden Orten statt, in d^r man sich eingehend mit der Frage dm Errichtuua einer Gas zen­trale an; biesiaen Matze beschäftigte. Oberingenteur Hetzel aus Franknirt a. M. Kett zunächst einen längerm Vertrag über die Vorteile des Gaslichts .'Anerkrennerl geaenübm dem Pc-r-- leum und d"m elektrischen Licht. Hinsichtlich der Kosten verha te es sich wie 8:13:35 zu diesen beiden Belenchkunasarten. Die elektrische Beleuchtung sei für Städte bis $u £0 000 Einwolmer zu kostspielig, von vierzig solcher Städte m Sa^ sen arb^cketen drei mit Verlust, gleiches sei von hchsischen Landstädten zu be­richten, wie z. B. von Sber-Jugelbeim, das demnächst d:e elck^ Irische Beleuchtung einstelle und fick) der Gaszen'rale Schwaben- Heim anschließe. Durch den Airschluß an eine Zmtrale stellten sich bedeutende Vorteile dar durch die Dcrbilligtmg brr Berwalt- ungs- und Betriebskosten, insbesondere durch die Ersparnis an Betriebs^rsonal, s"wie durch die v^rtchlb^ftere Verwendung d"r Nebenprodukte. Für die h-'-stige Stadt sei durch ihre zmtrale Lage, im Südm van Grünb^rg^ östlich von Lich westlich von Schotten und Ulrichstein und im Norden von Hungen, di^M^t'l- punkt«lage d:r in Betracht kommmdm Orte gegebm. Die Süd­deutsche Gasaesellschaft stelle die Leitrma bis ins Haus kostenlos ber, wahre sich aber das alleinig- Recht der Anlage einer Gas­beleuchtung am Platze auf die Dauer von 55 Jahren. Erue lebhafte Damion schloß sich an, an der sich Herren aus vor­genannten Städte;;, sowie ans Traishorloss und Ruppertsburg beteiligten: ans ihr ging hervor, daß man lebhaftes Interesse der Errichtung der hieffg-n Zmtrale entaegonbringt. Aus Antrag dös Bürgermeisters Kromm in Schotten bnchUß man, eine neue Versammlung der Vertreter der interessierten Orte aus den 7. April, im hiesigen Schützenhof zur Prüfung des Ver­trages unter Vorsitz des hiesigen Bürgermeisters Jochem anzuberanmen.

b. Herbstein, 23 März. Am 21. d. Mts. abends wurde der Landwirt Karl Alt im benachbartrn Wüiüchel;- Moos tot in seinem Bett ausgefunden, nachdem er am genannten Tage heftiges Erbrechen gehabt hatte. Man vermutet Selbstmord durch Vergiftung, da nach dem Orts­gespräch Alt in der letzten Zeit geäußert haben soll, er habe nicht mehr lange zu leben. Es steht fest, daß er mit seinen Familienangehörigen in Unfrieden lebt. Die eingele'.tete Unterfuchung wird ergeben, ob Selbstmord oder ein Ver­brechen vorliegt.

w. Darmstadt, 22. März. Heute vormittag fand in der Stadtkapelle durch Pfarrer Vogel in Gegenwart ihrer reußi- schen Verwandten rind eines erlesenenKreises die K o n f i r m a t i o n der Prinzessinnen Mia und Helene zu Solms- Braunfels statt.

te. Mainz, 22. März. In einem Strohhausen oor dem Gautor wurden sechs Bürschchen festgenommen, die dort seit acht Tagen ihr Nachtquartier aus­geschlagen hatten. Drei davon sind noch schulpsiichtig, drei seit einem Jahre aus der Schule entlassen. Ihren Lebensunterhalt bettelten sie tagsüber zusammen. Zeug- hauptmann Künemund, der wegen großer Unter­schlagungen über ein Jahr in Untersuchungshaft ist und in den letzten sechs Wochen in der Irrenanstalt Eichberq auf seinen Geisteszustand untersucht wurde, ist jetzt in das Militär- lazareth zurückgebracht worden.

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Geheimer Hofrat Profestor Dr. O n ck e n ans Gießen ist nach Darmstädter Blättermeldunaen zur öffentlichen Bismarck-Gedächtnisfeier des nationalliberalen Vereins in D a r m* st a d t am 29. d. M. zu einem Vortrag über Bismarck gewonnen worden.

(LandunrlsHasl.

lieber bas VolumgewiÄt des hessischen treibe? von übriger Ernte berichtet d-r, bessist e Landwirtsmafts- rat in der letzten Nummer derHessischen landwirNchafnicven ^'itschrist"'Die Volumaenüchte betragen tm Durchschnitt aller Proben und für das ganz- Großherwgtum Hessen pro 1 Hekto­liter 76,1 Kilogramm, bei Weizen, 73.9 Kilogramm bei Roggen, 67.6 Kilogramm bei Okrire und 45,8 Kilogramm bet Hafer. Die Hektolitergewichtszahlen von Weizen, Roggen und Gersttz können hientach als gute und normale bezeichnet werden, -ra- aeaen bleibt das Hektolilergew-cht des Hastrs tm vergangenen Jahre hinter den normalen Zahlen zurück, was auf die für Hafer unannstige Witterung des vorigen Sontmers ziiruckzufuhren ist und übrigens für die and-ren Gegend-n Deutschlands edenio und sogar in verstärktem Maße zutrifft." .

Die landwirtschaftlliche Wtnterschule tu Als­feld hat ihren 33. gedruckten Jahresbericht <1904/051 heraus- gegeben. Die Lektüre'des Heftchens ist zur Orientierung, über das, was in der Schule gelehrt und verlangt wtrd, iehr nntzuch. Der öffentliche Schlußakt d"s 33. Sckuliahres wird am 28. Marz, vormittags 10 Uhr sm Anstaltsoebäude stattfinden.

G<richts!aat.

Düsseldorf, 22. Das Kriegsgericht verairteilte

heute die Sergeanten Scherschel und Pi^e vom B^zirkskom- mando Esten 2 wegen Bestechung und Diebstahls zu o bezw. 14 Monaten Gefängnis und Degradation. Beide hatten eine große Anzahl von militärisch eingezoaenen Mannschaften gegen Oleldaeschenke dirrch Eintragung als Kranke m btc Ver- losungsliiten ohne Wifsen des zuständigen Amtes von der N ebn na befreit. Der des gleichen Vergehens anaerlagte Sergeant K'^ermann ist seinerzeit aus dem hiestgen JJcuUär* gefüngnis entsprungen und fah-nenftüchtig.

Vosen, 23. März. Das Kriegsgcrtcht der 10. Division vev urteilte den 6s endarm Neumann atis Kwilstch wegen K u v - velei, verübt gegen seine eigene Frau, zu drei Monaten Gefängnis, Degradation und Entlastung aus dem Leere

Oldenburg, 23. März. DerNesidmzboten -Redakteur S ch w e v n e r t wurde vom hiesigen Landgericht wegen B e l e \ J digung des Majors Auer von Herrenkirchen in Aurich zu 4 Morntt-m vff'rtsitt.

Ta die Hebammen der Stadt Berent nicht mehr die Kinder zur Kirche und zurück tragen wollen, bitten wir die geehrten Herr- fri'.elften, auch von der weiteren Bedienung in der Kirche Abstand zu nehmen, denn das können bieicnigen besorgen, welche das Kind nach ber Kirche tragen. Ferner bitten wir, ben Hebammen nichts über bie Tare geben zu wollen.

Mehrere Frauen ber Stadt Berent.

Hoffentlich wird der unselige Streit halb gütlich beigefegt werden, damit der angerohte Generalstreik der Männer nicht zur Tatsache wirb.

* lieber einendirekt aus den Wolken ge- om menen Bräutigam" schreibt man aus Kopenhagen: ,Der schwedische 9(eronaut und Ingenieur Dr. Fraenkel, der jüngst non Stockholm mit dem BallonSvenska6 aufstieg, ging mit diesem auf der Jnst'l Oeland nieder, wo er von einem reichen Fabrikbesitzer, der gerade seine silberne Hoch­zeit feierte, freundlich empfangen wurde. Die so eingeleitete Bekanisifchaft würbe fortgesetzt und führte dazu, daß dieser Tage die Verlobung des aus den Wolken Herab­gekommenen mit ber Tochter des Fabrikanten verkündigt wurde.

Bern, 22. März. Nach Meldungen aus Ebiasso drangen italienische G r e n z z o l l w ä ch t e r über 250 Meter auf schweizerisches Gebiet bei Chiosio ein, brachen in ein einzelstchendes Gehöft ein, in dem 8 Zentner Ta - bak und Zigarren lagerten, im Werte von mehreren Tausend Francs und brachten diese aus italienisches Gebiet zum Zollposten. Sie gaben an, sie hätten bie Waren im Walbe gefunden. Eine Untersuchung ist sofort eingeleitet worben.

* 7 6 Jahre verheiratet. In Montreal (Ouebccf) feierten Herr Pierre Forget und feine Frau Abelaibe, geb. Aubin, in verhältnismäßig recht guter Gesundheit ihren 76. Hochzeitstag. Der Ehemann ist im Jahre 1804, die Gattin 1809 geboren. Der 101jährige Herr gebraucht noch keine Brille, er zittert noch nicht und außer einer nicht bedeutenden Schwerhörigkeit verspürt er, nach seiner eigenen Aussage, noch wenig von ben Lasten bes Alters, und seiner alten, treuen Lebensgefährtin geht es in biefer Beziehung gleich günstig; tatsächlich glaubt man, einen etwa Sechzigjährigen vor sich zu haben, wenn man Herrn Forget burch bie Straßen mar­schieren siebt. DasNosenpoor" hatte breizehn Kinder, fünf davon starben im jungen Alter, die übrigen acht leben noch, das älteste, bie jetzige Frau Larose, hofft in drei Jahren bie aolbcne Hochzeit feiern zu können, ihre älteste Tochter iii 46 Jabre alt. Auf fünf Generationen kann das Forgcifche Paar blicken. Der Pfarrer von Sainte-^lnne de Plaines iQuebeck) sandte dem Ehejubilar heute ein schön ausgeführtes Duplikat seines Taufzeugnisses, aus dem hervorgeht, baß Pierre Forget am 24. August 1804 daselbst getauft worben ist, er also seinem 101. Jahre stark entgegengeht. Sie sind eine gefunbe Nasse, unsere französischen Kanadier, die aus den; Lande aufgewachsen sind und die Städte bis in ihr hohes