Ausgabe 
27.5.1905 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt.

155. Jahrgang

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Die »Slehrner Lanilliendlätler- werden dem pttn^fiQer otennai wüchenll»cb betgelegl Der Caeö®trF erfcheuu monailufc ttnmaL

Gietzeyer Anzeiger

Samstag 37. Mai 1905

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Redcrstwn. Expebttwn u. Truderet Kcdulldr I.

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General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen.

Bekanntmachung.

Betr.: Maßnahmen gegen die Tollwut.

Nach Mitteilung der Wutschutz-Abteilimg deS König­lichen Instituts für Infektionskrankheiten in Berlin wilrde bei einem am 1. Mai lf. IS. dahier getöteten Hund Tollwut festgestellt.

Unter Bezugnahme auf unsere früheren Bekanntmachungen wird deshalb die angcordnete Hundesperre für den Bezirk der Stadt (Ziehen, der Gemarkung Gießen einschließlich der Ge­markung Schiffenberg bis auf weiteres bis auf 1. August d. I. ausgedehnt.

Die von «ns getroffenen Maßnahmen werden deshalb mit ungeminderter Strenge weiter ge­handhabt.

Gießen, den 25. Mai 1905.

Großh. Volizeiamt Gießen.

Herberg.

Bekanntmachung.

Es wird hiermit bekannt gemacht, daß die Dampfwalze vom 29. d. Mts. ab aus der Straße Gießen-Lollar be­schäftigt ist.

Gießen, den 26. Mai 1905.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

3. 23.: Dr. Kranzbühler.

* Bekanntmachung.

43 etc.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn; hier die Strbeiten des III. Abschnittes von dein zugezogenen Teil der Gemarkung Heuchel­heim und der infolge Grenzregulierung zugezogenen Grundstücke auS den Gemarkungen Allendorf und Klein-Linden.

Mittwoch den 31. Mai l. IS.

findet die Ueberweisung der Ersatzgrundstücke in obigen Ge- markungLteilen statt.

Zusammenkunft vormittags 81/, Uhr an der Schutzen st raße zu Gießen.

Die Ueberweisung erfolgt vorbehältlich der im Ueber- weisungStennin bekannt zu gebenden weiteren Bedingungen unter folgenden:

1. Meliorationsarbeiten können auf den überwiesenen Grundstücken auch fernerhin vorgenommen werden.

2. Eigentumsveränderungen, die infolge der Ausführung von Meliorationsarbeiten, der Anlage von Wegen und Gräben und dergleichen innerhalb der Zeit der Ausführung dieser Arbeiten notwendig werden, müssen die neuen Eigentümer dulden. Ein hierdurch bedingter Ab- und Zugang von Gelände wird dem neuen Eigentümer nach dem Bonitätswert vergütet bezw. zugeschrieben.

Friedberg, den 24. Mai 1905.

Ter Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: S p a m e r, Kreisamtmann.

Slmiliche Nachrichten über Vichscncktn.

Nach Erlöschen des in einem Gehöft zu Maulbach (Kreis Alsfeld) auSgebrochenen Milzbrandes ist die über dieses Gehöfte verhängte Sperre wieder aufgehoben worden.

Bei einem Schwein der Christian Reuter Wtw. zu Gladenbach (Kreis Biedenkopf) sind die Backsteinplattern amtlich sestgestellt worden. Es ist Gehöftssperre angeordnet.

In der Gemeinde Reichelsheim i. d. W. (Kreis Friedberg) ist die Rotlaufseuche (Backsteinblattern) aus- a'brachen. .

Die Notlaufseuche in Reddehausen (Kreis Marburg) ist erloschen. Die Sperre aufgehoben.

Mergarßeiter schuh.

In der Einleitringsrede z.u der dritten Lesung der Bergnovelle im Abgeordneten Hause führte Ministerpräsident Graf Bülow folgendes aus:

Man kann der Regiernng nicht vorwerfen,. sic sei zu excessiv gewesen in dem Bestreben, Gerechtigkeit zu üben und dem sozialen Frieden zu dienen. Die Autoren der Berggesetznovelle bildeten sich nicht em, daß ihre Bor- schläg- nicht verbesserungsfähig wären. Einige Wbänder- derungcn der Kommission und des Hauses erscheinen als Bcrbesserungerr; mit anderen kann man sich abfinden. In einem der wichtigsten Punkte, bei den Arbeiteraus- schüsscn, ist aber die Vorlage ein Torso geblieben, wäh­rend sie durch die Kommissionsbeschlüsse abgcändert wurde daß der reformatorische und, versöhnliche Zweck des Gesetzentwurfes in Frag« gestellt ist und ste mindestens in zwei Richtungen für die Regieraing unannehmbar ist, Ich hoffte, die Vorlage unter Zustimmung der konser­vativen Partei zustande zu bringen, weil ich mit ihr einig bin in der Kardinalfrage der Bekämpfung der staatsfeind- lichen Bestrebungen der Sozialdemokratie, Sie wissen, daß die Negierung die einschlägigen bergrechtlichen Fragen der preußischen Landesgstebgchi'Ng erhelien sehen möchte. Der Landtag darf seink Unterstützung dazu nicht versagen Ich bin noch immer überzeugt, daß wir mcht umsonst an das Haus appellierten. Tue Tätigkeit der Arbeiter- ausschrsse soll nicht eine beschließende und vollziehende, sondern lediglich eine vermittelnde und gutachtliche fern; darin liegt keine G fahr, sondern unsere Erfahrung zeigt, daß die Arbeiterausschüsse nicht dem Kampfe, sondern dem Frieden dienen. Halte beim lebten Streik eine gesetzliche Arbeitervertretun^ bestanden, Ware er vielleicht nicht cm?g'brachen. (Wider p-uch rechts. Bct- fall links.) Ich gebe zu, daß die Sozialdemokratie die Krankenkassen lediglich für Parteizwecke ausbeutete (sehr wahr). Zur Verhinderung Hessen glauben wir aber bei den Aibeitcrausschüsseu genügende Kaulelen zu schassen,

wenn die Aufgaben der Ausschüsse genau bestimmt werden. Außerdem die politische Betätigung zu verbieten, erscheint unnötig und untunlich. Und nun die geheime Wahl, ein Dogma ist sie nicht; ich glaube in der Politik überhaupt nicht an Dogmen, wohl aber vergibt niemand seinen Grundsätzen etwas, wenn er im speziellen Falle her obli­gatorischen Arbeiterausschi'sse der geheimen Wahl zu- stimmt, wie sie für die fakultativen Arbeiterausschüsse seit langem besteht. Wenn die Urbeiterausschüsse der So­zialdemokratie förderlich wären, würde ich niemals die Hand zur Einführung bieten. Sie bedeuten nicht eine An­erkennung des Massenprinzip-s, wie es die Sozialdemo­kratie vertritt, sondern ein natürliches Bindeglied zum Ausgleich der großen Entfernung Zwischen den Gruben­besitzern und den Belegschaften. Mir trat die Besorgnis entgegen, es könnten Eingriffe in die Wirtschaftsordnung auch für andere Gewerbe erfolgen, die ükrbeit in den Steinkohlenbergwerken ist aber von unvergleichbar eigen­tümlicher und schwieriger W. Die Kapitalmacht ent­faltete sich nirgends so wie bei der Gewinnung dieser wichtigsten Urprodukte. Die Wünsche der Bergarbeiter nach größerem gesetzlichen Schutze traten während des letzten Streiks in einer Weise hervor, die das Vertrauen zur Regierung und damit auch Abwehr gegen die sozial­demokratischen Hetzereien ausdrückte. Dieses Vertrauen zu täuschen wäre unpolitisch und unrecht (Sehr richtig links und im Zentrum.) und würde der Sozialdemokratie zu einem großen Triumph verhelfen. Bülow schließt: Dadurch, daß im Namen der Negierung vor Beendigung des Streiks gesetzliche Maßnahmen in Aussicht gestellt worden sind, ist die Autorität des Staates engagiert. Als leitender Minister kann ich nicht über die Linie hinausgehen, wo die Autorität der Regierung in einer Weise geschädigt würde, die in einem monarchischen Staate nicht annehmbar ist. In den Mträgen Friedberg, Hitze und Stengel finde ich inhaltlich, was die Regierung be­zweckt. Mögen Sie durch Zustimmung zu diesen Anträgen in dieser ernsten Frage die Hand zur Verständigung bieten. Ich hoffe, daß die Mehrheit des Hauses die Ver­antwortung für das Scheitern der Novelle nicht über­nehmen werde. (Lebhafter Beifall.)

*

Man schreibt uns dazu aus Berlin, 26. Mai:

Gras Bülow hat wieder einmal das Ziel erreicht! Als er heute den Sitzungssaal des preußischen Ab­geordnetenhauses betrat, und viele hundert Augen in erwartungsvoller Spannung sich auf ihn richteten, da lag in den Mienen des Ministerpräsidenten die Gewißheit des Erfolges. Zwar bemerkte der Graf in seiner einleitenden Rede, er habe erstin diesem Augenblick" von den Kom­promißanträgen der Nationalliberalen, des Zentrums und der Freikonservativen Kenntnis erhalten aber dieHeber» raschung" für den leitenden Staatsmann konnte sich doch wohl nur auf den sozusagen parlamentarisch-offiziellen Text der Anträge beziehen. Die Abmachung als solche, die Grundlage für die Verständigung zwischen Regierung und Abgeordnetenhausmehrheit, war in den vertraulichen Be­ratungen zustande gekommen. Welchen Zweck hatte ein Kom­promiß, von dem die KomPromißmacher nicht wissen, ob es der Regierung genehm ist? Gras Bülow gab dem Be­dauern darüber, daß die Konservativen hier ihre Mitwirkung versagten, beredten Ausdruck. Ja, er kam der Rechten so weit entgegen, daß er den bemerkenswerten Ausspruch tat: Ein Dogma ist oas geheime Wahlrecht nicht, an Dogmen glaube ich in der Politik überhaupt nicht." Trotzdem zeigten sich die Konservativen gänzlich ungerührt und unzugänglich. Ihr Wortführer, Abg. Graf Limburg-Styrum, ge­brauchte mit spitzer Stimme so spitze Worte gegen die Re­gierung, er warf der Regierung vor, daß sie durch ihr Ver­halten beim Bergarbeiterstreik die Bestrebungen der Sazial- demokratie ermutigt habe, er bezeichnete das Kapital von Autorität alsnicht so reich, daß wir damit nach Belieben schalten können" daß mehr und mehr eine ersichtlich un­behagliche Stimmung auf der Regierungsestrade Platz griff. Späterhin wurde der konservative Mg. v. Branden­stein gar noch deutlicher; er rief mit Donnerton in den Saal, feine Partei mache die Kapitulation vor der So?ial- demokratie nicht mit! Alles Anzeichen eines mindestens getrübten Verhältnisses zwischen den preußischen Konser­vativen und der Regierung.

Der Erklärung des Grafen Limburg-Styrum folgten längere und kürzere Darlegungen der anderen Fraktionsführer. Sehr ausführlich sprach Herr Spahn für daß Zentrum. Manches schien mehr auf die Beschwichtigung der Bergarbeiter, als auf das Haus berechnet, das ziemlich unaufmerksam zu­härte. In bündiger Form legten die Abgg. Dr. Fried­berg (nl.) und Dr. Wi em er (frs. Pp.) dar, daß das Kom­promiß zwar nicht alle Wünsche erfülle, aber wenigstens die geheime Wahl zu den Arbeiterausschüssen gewähr­leiste. Dr. Friedberg mußte die für den Liberalismus sehr unerfreuliche Eröffnung machen, daß auch jetzt noch ein Teil der Nationalliberalen für die geheime Wahl zu stimmen sich nicht entschließen könne! Frhr. v. Zedlitz (frff.), einer der Urheber des Kompromiffes, hatte von den Konservativen viel auszuhalten. Häufiges spöttisches Lachen unterbrach seine Rede, so, als er geltend machte, die Zustimmung seiner Fraktion werde keineswegs diktiert von der Rücksicht auf die Unterstützung der Regierungsautorität. Der Pole Korfanty hielt auch bei dieser Gelegenheit der Regierung ihre Sunden gegen die Polen vor.

Endlich formte die Generaldebatte geschlossen werden. Allgemeines Aufatmen im Saal und auf den bis in die äußersten Winkel gefüllten Tribünen. 9?ad) einigen Aus­einandersetzungen über die Arbeiterausfchuß-Paragraphen vollzog sich die Abstimmung. Als das Hauptstück der Vor­lage, die geheime Wahl zu den Arbeiterausschüffen, gegen sämtliche konservative Stimmen, angenommen worden war, erglänzte Graf Bülows Antlitz in sonniger Zufriedenheit. Auch der Handels'minister Möller mochte im Stillen dem Geschick danken. Denn nun war die Vorlage glücklich im Hafen. In der Abstimmung über das Gesetz im Ganzen

gaben nochmals alle Konservativen durch Sitzenbleiben ihrem ablehnenden Votum Ausdruck.

Nun bleibt noch das preußische Herrenhaus, daS die Vorlage durch Abänderung an das Abgeordnetenhaus zurückverweisen kann. Doch über diese Klippe wird Graf Bülow, nachdem er bis dahin erfolgreich gewesen, schon hinwegkommen.

Was den Inhalt der Berggesetznovelle betrifft, den fit durch das Kompromiß bekommen hat, so ist zwar, wie er­wähnt, abgesehen vom Verbot deS Wagennullens, die ge­heime Mahl zu den VergarbeiterauSschüffen gesichert, auch daß Verbot der politisch-agitatorischen Betätigung der Ar- beiterausschuß-Mitglieder beseitigt worden. Aber eS sind die Arbeiterausschüsse unter das Damoklesschwert gestellt durch die Befugnis des Oberbergamts, einen Arbeiterausschuß auf­zulösen, der die Grenzen der ihm genau vorgeschriebenen Zu- ständigkeit überschreitet. Ob der mit diesen Sicherheitsmaß­regeln umgebene Ausschuß den Bergarbeitern willkommen ist und demgeuiäß wesentlich als einOrgan der Beruhigung" wirken kann, muß abgewartet werden.

*

Berlin, 26. Mai. Die Verhandlungen über daS Kompromiß in der Frage des Bergarbeiterschutzgesetzes sind erst beute vormittag zu einem Abschlüsse gekommen. Das Kompromiß, für welches ein Teil des Zentrums, der Freikonservatioen und der Nationalliberalen fest gewonnen sind, umfaßt folgende Punkte: Die Grubenbesitzer zahlen vor­schußweise den Lohn für den Vertrauensmann der Berg­arbeiter; die Ausschüße werden in geheimer Wahl gewählt; die Bestimmungen über das Verbot der politischen Tätigkeit werden anders formuliert; der Ausschuß kann auf ein Jahr nach mehrmaliger Verwarnung durch die Bergbehörde auf­gelöst werden; das passive Wahlrecht zu dem Ausschuß wird mit 30 Jahren und nach dreijähriger Beschäftigung auf den Gruben erlangt, daS aktive bei Volljährigkeit. Dann wird noch eine 93eftimmurg eingesührt, die eine Verlängerung der bestehenden Arbeitszeit durch Umgehung für unzulässig erklärt.

z><»s Kaiserpaar in Wiesöadcn.

Wiesbaden, 26. Mai. Die Abreise des Kaiserpaares.

DaS Kaiserpaar begab sich gestern nachmittag, wie be­reits mitgeteilt wurde, nach Biebrich in den Schloßpark, wo die Majestäten über eine Stunde verweilten. Hieraus begaben sie sich in das Innere des Schlosses und betrachteten sich von dem sogen. Rondell aus die Fernsicht, über die sie sich ganz entzückt aussprachen. Die Anwesenheit des Kaiser- paareS war wieder sehr schnell bekannt geworden und hatte ganz Biebrich auf die Beine gebracht. Auch von Wiesbaden waren zahlreiche Besucher erschienen, so daß in Biebrich gestern nachmittag gewaltiges Leben herrschte.

Ter Kaiser besuchte gestern abend die Vorstellung deS Bettelstudent" im Königlichen Theater, über deren Verlaus er sich sehr befriedigt aussprach. Nach Schluß der Vorstellung empfing der Monarch Frl. Hanger, die Darstellerin der ßaitra* und unterhielt sich längere Zeit mit ihr. Er machte ihr Komplimente über ihre vortreffliche Koloratur, sie habe die Nollefuperb* gesungen, er hoffe, sie demnächst in einer wirklichen Koloraturpartie zu hören. Der Monarch erkundigte sich, wo die Künstlerin studiert habe und entließ die Dame, nachdem er ihr in liebenswürdigster Weise die Hand ge­reicht hatte.

Der Kaiser unternahm heute früh 8 Uhr seinen Morgen^ fpazierritt in den Wald, auf dem ihn sein militärisches Ge­folge, wie gewöhnlich, begleitete. Nach dem darauf statt­findenden Frühstück hörte der Kaiser den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts Exzellenz von Lueanus. Die Kaiserin machte in Begleitung einer Hofdame und des OberhofmarschallS Frhrn. v. Mirbach um */,1O Uhr eine Spazierfahrt durch das Nerotal und über den Rundfahrweg.

Heute nachmittag unternahm daS Kaiserpaar im offenen Wagen eine gemeinsame Spazierfahrt von einer Stunde. Die Kaiserin und der Kaiser wurden vom Publikum allent­halben auf das herzlichste begrüßt. Zur heutigen ersten Frühstückstafel bei Ihren Majestäten war Geheimrat Pro-' feffor Jakobi aus Homburg v. d. Höhe geladen.

Kurz nach 7 8/4 Uhr fuhren der Kaiser und die Kaiserin im offenen Zweispänner nach dem TaunuSbahnhof. Eine oieltausendköpsige Menschenmenge brachte dem Kaiserpaar auf der Fahrt durch die Straßen stürmische Abschieds-' ooationen dar. Am Bahnhof hatten sich zur Verabschiedung ?llegierungSpräsident Hengstenberg, Polizeipräsident v. Schenk und der Kommandeur des 80. Fusilier-RegimentS von Süßkind eingefunden. Unter Hurrarufen der Menge setzte sich der Kaiserliche Sonderzug um 8 Uhr in Bewegung.

Au-schußsitznng des landwirtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberheffen.

(Original-Artikel desGießener Anzeigers")

Gießen, 27. Mai.

Unter dein Vorsitz des Präsidenten tagte der genannte 9?nrT) den üblichen Eingangsworten, Begrüßungen, Mit- g.iederaufn^hmen ging die zablroiche Vmammlnng, in der die Regierung durch Mi.^stenalrat Braun, der hessische Landwirt- schastSrat durch Dr. Hamann vertreten war, in die Tagesord­nung ein.

Es sollte zunächst die Bestimmung eines Marktplatzes für d c n Z e n t r a l z u ch t V i c h m a r k t der Provinz Oberhessen nctrof'en werden. Es handelt sich darum, daß unsere Züchter von Vogelsberger und S-mmenlaler Hccrdbucltieren cs sind circa IOOO rein gezüchtet ' Vogelsberger und 10 000 Simmen tÄer in der Provinz vorhanden G-elcgcnhcit crhaltcn, auf cigcnS für diesen Zweck crrj ' :cf : M" r n iT:rc Zucht iere z.un Verkauf zu bringen an '?r r i 1 1 ) rhessischen Staaten. Die Züchter .11 . clv I n rr? di'rscn nicht der

Gefahr ausgesetzt Lin. d i,e. Tiere aus einem solchen Markt-