Ausgabe 
24.2.1905 Erstes Blatt
 
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Stern französischen Künstler Mönchon war die Gravierung' der Marke übertragen worden, die das Profil des Kö­nigs Peter zeigt, das zur Hälfte das Profil des Gründers der Dynastie, Karageorg, verdeckt. Die Ausführung gefiel außerordentlich und die Marken waren fast alle verkauft und ein großer Teil schon auf Briefen in die Welt gegangen, als man plötzlich bemerkte, datz die Köpfe der beiden Herr­scher, wenn man die Marke um kehrte, das Bild der Leichenmaske des ermordeten Königs Alexan­der zeigte. Die Marke ist jetzt wieder eingczogen worden, und die Regierung tut ihr möglichstes, die Marken wieder an sich zu bringen. Sie soll auch Agenten in London, Paris und Berlin angewiesen haben, alle im Handel oder im Privatbesitz befindlichen Marken dieser Art ohne Rücksicht auf den «greforderten Preis, aufzukaufen. Man sagt, der französische Graveur sei zu diesem Streich durch die Kmriain Natalie veranlaßt worden.

* Gl ü ck i m Unglück hat der Geschäftsreisende gehabt, der am 8. sd. M. bei Ellenserdamm aus einem Schnell­zuge stürzte und in das Krankenhaus Varel i. Old. gebracht wurde. Er konnte noch am selben Tage entlassen werden.Die Schnellzüge derG. O. E." haben sich be­währt!" bemerkt ironisch hierzu dasRordd. Volksblatt". (G. O. E. bedeutet natürlich Großh. Oldenburg. Eisenbahn, beißt im Volksmunde aber boshafterweiseGanz ohne Eile." T. Red.')

* Aus demSimvlrcissimus". Ein älterer H o f o r g a n i st in einem thüringischen Duodezstaate wird von einer jüngeren Sängerin gefragt, ob er ihr dies und das moderne Lied am Klavier begleiten wolle.Ach nee, mein verehrtes Freilein, das i!s Sie ja nischt mit der modernen Musik. Gaum hat mer den eenen Aggord ge­funden, da gommt scho Widder e andrer!" Eine Frau bringt ihr anscheinend schon längere Beit krankes Kind in die Poliklinik. Der Arzt fragt sie, ob schon irgend, etwas gegen bie Krankheit getan worden sei.Ja fteili", erwiderte sie,zterscht hab' i d' Nachbarin g'fragt, die hat ma an Tee verrat'n; wia i den geb'n hab' und hat nix g'nützt, bin i zu meiner Bas ganga, die hat eahm an« Windsalben überg'legt; wia's da net besser wor'n is, bin i zum Bader ganga, der hat eahm Schröpfköpf setzen wollen. Nacha hab' i mir denkt, naa, jetzt geh's wia's geh', i geh' zum Doktor."

Der anständigeMensch und der Schutzmann. Diese Ueberschrift gibt ein in Nischni-Nowgorod erscheinendes Blatt folgenden! kleinen Bericht: Ein russischer Schutzmann schreit auf der Straße einen Passanten an:Du da! Bleib stehen!" Der anständige Mensch reißt seinen Hut vom Kopfe, wendet sich znm Schutzmann und fragt höflich: ^Wo­

mit kann ich bienen?*Wo schiebst du hin?*- Der anständige Mensch erwidert:Ich gehe nach Hause, um mich zur Ruhe zu begeben.*Wo warst du?* Ich war bei einem Kameraden, Herr Schutzmann, um ihm zum Namenstage zu gratulieren.*Was treibst du dich so pät herum?*Ich wurde aufgehalten. Wir sprachen von Weihnachtsbescherungen und Kindtaufen.*Hol dich der Teufel! Mach daß du fortkommst.*Danke sehr, Herr Schutzmann! Alles Gute! Auf Wiedersehen, Herr Schutzmann.*--In dieselbe Kategorie gehört auch fol­

gende russische Szene: Ein Herr I. G. gibt in einer Kanzlei vor dem diensttuenden Beamten eine Zeugenaussage ab und etzt sich nach dem Verhör auf einen neben ihm stehenden Stuhl, was den Beamten veranlaßt, wütend aufzuspringen, um Herrn I. G. mit einer Flut von Schimpsworten, wie Auswurf, Frechling, Halunke" zu überschütten und ihn da­rüber zur Rede zu stellen, daß er sich ohne Erlaubnis nieder­gesetzt habe. Herr I. G. bemerkt darauf, er habe nur des­halb nicht um die Erlaubnis zum Sitzen nachgesucht, weil er erstens nie im Leben geglaubt hätte, zum Sitzen eine be­sondere Erlaubnis nachholen zu müssen, und dann, weil er­den ganzen Tag noch nicht zum Essen gekommen sei und sich sehr schwach fühle. Der Beamte gab wieder eine Reihe von Schimpfworten von sich, trampelte mit den Füßen und bedrohte G. mit den Fäusten. Schließlich jagte er ihn mit den Worten:Hier wird man dich füttern", ins Vorzimmer hinaus.

Neueste Meldungen.

Origiualdrahtmelduugeu des Gießener Anzeigers.

R. B. Darmstadt, 24. Febr. (Eigener Trahtbericht.) Tie zweite Kammer führte heute die Etatsberatung werter fort und genehmigte den Rest des ersten und den ganzen zweiten Teil des Vermögensetats. Eine längere Debatte entkamt sich beim Kapitel Anlegung neuer Grundbücher Tann wurde auf die früher ausgesetzten Kapitel zuruckgegriffen und Kapitel Landesmuseum und Pferdezucht angenommen. Bei dem zuletzt genannten Kapitel entstand eine längere Debatte über dre Er- richtung von Gestütew Es bleiben nun noch vom. Etat zu er­ledigen Staatseisenbahnen, Gewerbeaußicht und Pensionen. Nächste Sitzung: Donnerstag 10 Uhr. v. . , c, .

Leipzig, 24. Febr. Tie hiesige Polizei verhaftete an der Hauptpost einen internationalen Gauner namens^Schob aus Gmünd, welcher an den Reichsgerichts-Präudenten brod, dem hiesigen Landgerichts-Präsidenten und mehreren Rerchs- tags-Mgeordntten Erpresfun^gsbriefe gerichtet hatte.

Die Vorgänge in Rußland.

Petersburg, 24. Febr. Die Gro ß fürstin E1 if a-j beth hatte mit dem Mörder ihres Gatten irrt Gefängnis- eine 25 Minuten dauernde Unterredung unter vier' Augen. Sie befragte ihn über die Ursachen, die ihn zu dem Attentat veranlaßt haben, worauf der Attentäter ant­wortete: Für d as Wohl Rußlan ds. Die Großfürstin\ verließ den M örder mit den Worten: ge Go111hnew verzeihen!

Peters "bur g, 24. Febr. Die G r o ß f ü r st i n E l i s a- b e t h wurde zum Ehefdes 5. Greuadierregime nts- in Kiew ernannt, dessen Chef ihr Gemahl, der Großfürst/ Sergius, war.

Petersburg, 24. Febr. Für Gorki wurde eine Kaution von 10000 Rubel vom literarischen Bund-^ aufgebracht. Es find nur noch einige Formalitäten 511. erfüllen, dann erfolgt die Freilassung. Gorki darf' aber Petersburg nicht verlassen, da demnächst jein!' Prozeß zur Verhandulng gelangt. Ter Privatdozent An­nenski ist aus der Festung befreit worden. Er mußte ein Schriftstück unterzeichnen, daß er Petersburg vor ber Verhandlung seines Prozesses nicht verlassen werde.

Warschau, 24. Febr. Bei den gestrige.n Unruhen, in der unteren Stadt sollen mehr als hundert Per-- sonen getötet und viele verwundet worden sein. Unter den Getöteten befinden sich auch mehrere Polizisten unv! Soldaten. Eine große Anzahl angesehener Personen, die an dem jüngsten Eltern-Kongreß teilgenommen hatten, den verhaftet.

*

Vom Kriege.

London, 24. Febr.Daily Tel." meldet aus Schanghai: Wie hier verlautet, verlange der japanische Marineminister die Bewilligung von 30 Millionen Pen zur Verstärkung des japa­nischen Marinebudgets. Tie Budgetkommission habe diese Summe sofort bewilligt, welu,e nur eine vorläufige Forderung der Marineverwaltung sei. Weiter wird gemeldet: Japanische Truppen seien an der Mündung des Tumenflusses in Nord-Korea gelandet, um sie von Minen zu säubern. Ties sei nötig,, bevor das japanische Heer a!n die Einschließung von Wladiwostok gehen könne.

Petersburg, 24. Febr. Heber die Bergung der rusti- schen Verwundeten nach der Schlacht am Schaho entwirft Dr. Koßlowski, Mitglied des Aerztevereins in Charbin, ein ff ch r e ck e n- erregendes Bild. Ter Rücktransport der Verwundeten be­gann am 15. Okwber und dauerte zwei Wochen bei anhaltendem Schneesturm und 14 Grad Frost. 30 000 frierende und hungernde Verwundete waren fast gänzlich ohne ärztliche Pflege. Vielen Verwundeten wurden erfrorene Gliedmaßen ampu­tiert. In einem Zuge hatten alle Verwundete angefrorene Beme und Arme.

Die Beerdigung findet Samstag den 25. d. Mts., nachm. 3 Uhr, vom Portale des neuen Friedhofs aus statt.

Verein Amicitia.

Wir ersuchen unsere verehrt. Mitglieder üch an der Sams­tag den 25. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, stattfindenden Be­erdigung unseres lieben Vereinsmitgliedes 01081

Herrn OU© Schlierbach recht zahlreich zu beteiligen. Zusammenkunft um 2V9 Uhr bei GaÜivirt Hammel, Marburgerstraße. Der Borstand.

Bsiill'slhtt KttM-Lmin.

Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mit­glieder von dem Ableben unseres Sangesbruders Scrrn Otto Schlierbach geziemend in Kenntnis zu setzen. v24/t

Der Vorstand.

Bekanntmachung.

Um für den kommenden Sommer der Schnakenptnge wirk­sam entgegenzutreten, ist es jetzt notwendig, daß die überwintern­den Schnaken in Kellern, Ställen und sonstigen Gelassen vertilgt werden, ehe sie ausfliegen und ihre Eier ablegen. Zu diesem Zweck wird demnächst die Stadtverwaltung durch Leute, die hier- 'für besonders ausgebildet sind, die Vertilgungsarbeit in den Kellern vornehmen lassen. Die Eimvohner unserer Stadt bitten wir in ihrem eigenen und im allgememen Interesse, den hiermit beauf­tragten Leuten bereitwillig entgegenzukommen und ihnen bei Er­ledigung ihres Auftrages jede mögliche Unterstützung zu leisten.

Seinerzeit wird sich hieran die Vernichtung der Schnakenbrut in den stehenden Gewässern, Wasiertümpeln usw. anschließen und steht zu hosten, daß auf diese Weise die Schnakenplage unterdrückt werden kann. Das ist jedoch nur dann möglich, iuenn die Ver­tilgung auch in den Gebäuden planmäßig erfolgen kann und jeder auf seinen Grundstücken die Vornahme der erforderlichen Arbeiten gestattet.

Gießen, den 24. Februar 1905. Bu/3

Großhcrzogliche ' r-*"-meisteret Gießen.

________________Meeum.________________________

" Holzverkauf.

Die Gemeinde Saubringen beabsichtigt, ihr Stamm­holz bestehend in

10 Kiefern-Stämme mit 5,17 Festmeter

209 Fichten-Stämme mit 61,11 Festmeter im Wege schriftlichen Angebots zu verkaufen. Kaufliebhaber wollen ihre Gebote bis längstens Mittwoch den 1. März I. I. einschl. bei der unterzeichneten Bürgermeisterei schriftlich einreichen. Gegen Stellung sicherer Bürgschaft wird Zahlungs- fcist bis 1 November I. I. bewilligt. Das Holz wird auf Verlangen von dem Forstwart Hilberg vorgezeigt. ZuschlagS- ftist 3 Tage.

Dau bringen, den 23. Februar 1905.

Großherzogliche Bürgermeisterei Daubringen.

Walter. 1012

Montag bett 27. Februar er., abendö 9 Uhr, Brauerei Förtsch: 1019

Ansseror^enU. General-Versammlung.

Tagesordnung: 1) Anstellung eines Badedieners.

2) Verschiedene Vereins-Angelegenheiten.

Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand-

w SM.

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' /K. "

Di- Beerdigung findet statt: Sonntag den 26. Februar, nachmittags 5l/t Uhr, von der Kapelle des alten Friedhofes aus.

Todes-Anzeige.

Teilnehmenden Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Mitteilung, daß unsere liebe Mutter, Großmutter und Schwiegermutter

Frau Christine Simon

geb. Gerhard

heute Nacht 3 Uhr im Mer von 79 Jahren sanft entschlafen ist.

Um stille Teilnahme bitten

Die trauernden Hinterbliebenen.

Gleßen (Bahnhofstraße 60), Worms, den 24. Februar 1905.

1017

25 Rm. Nadel-Knüppel

be-

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1013

Soeben frisch ein^etroffen".

Dchscusteifch 54 Pfg.

Für

770

Für 77« KKORR.

WÄtzer flafcrmdil

Kiinstl. HUthörn lfinrto,nnhr.inn

beste Kindernahrung

Buche-Wellen Eiche-Wellen Nadel-Wellen.

31

4

66

41

37

40

65

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15

121

10

154

10 5700 2800

43

70

Rm. Buche-Scheit Nm. Eiche-Scheit Rm. Buche-Knüppel

3400

300

50

oberhalb Fünshausen und Uhr.

in Millionen von Fällen lr% bewährt.

Chr, Bieker,

Rm. Buchen-Scheit

Rm. Eiche- und Kiefer-Scheit

Rm. Buche-Knüppel

Rm. Eiche-Knüppel

Rm. Nadel-Knüppel

Nm. Erle Knüppel .

Buche-Wellen, darunter 4000 erste Durchforsiungswellen

Nadel-Wellen .

Nm. Buche-Stock

Nm. Eiche- und Nadel-Stock.

2. Mittwoch, den 1. März l. Is.:

Nm. Eiche-Knüppel

Die Zusammenkunft ainnt jedesmal vormittags 9

Beuern, den 23. Februar 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Beuern.

Otto.

Holzversteigerung.

Im Beuerner Gemeindewald kommt im Distrikt Burg^ Hain und Kleetrisch folgendes Holz zur Versteigerung:

1. Dienstag den 28. Februar l. Is.: Eichen-Stämme mit 8,71 Fstm. Inhalt Nadel-Derbstangen mit 4,29 Fstm. Inhalt Nadel-Neisstangen mit 0,97 Fstm. Inhalt

Oeolin, Lederfflanzsehwarzo

Pferde-chwÜmme

Strenge!pniver etc. etc.

Adler-DrogeneSoltersweg39

Otto Schaaf.

LWW« Aereii siirZmttRsM

Bei der heute vor Großherzoglichem Polizeiamt vor-- genommenen Auslosung von Schuldverschreibungen des zum Bau hiesiger Herberge gnr Heimat aufgenommenen Anlehens wurden folgende Nummern zur Rückzahlung am 1. März 1905 ausgeloost:

1) von Lit. A ä Mk. 50. : 16, 30, 59, 61, 79, 110, 113, 148, 170, 218, 228, 346;

2) von Lit. B ä Mk. 200. : 2, 8, 9, 15, 17, 22, 30, 58, 78, 86, 99, 104, 109, 125, 133, 138, 142, 146, 147, 151, 158, 160.

Die Besitzer dieser Lose werden hiermit aufgefordert, den Betrag gegen Rückgabe der Schuldverschreibung mit Coupons vom 1. März d. I. an bei beni Bankhaus Aron Heichelheim dahier zu erheben.

Gießen, den 23. Februar 1905.

Prof. D. Siam m. Pfarrer D. Schlosser.

M-WMMrWkW.

Dienstag, den 28. Februar versteigern wir im Revier Rinderbügen, Distrikt Sack, 113 Eichcn-Stämme und Ab­schnitte bis 92 Ctm. stark, bis 14 Mtr. lang = 127.86 Fstm. darunter einige fehlerlose Streckhölzer. Das Holz i|t von milder Qualität, hat dünne Rinde und wenig Splind. Die kurzen, starken Abschnitte eignen sich zu Küferholz. Die Versteigerung findet im Walde statt und beginnt um 1 Uhr nachmittags. Zu den Vormittagszügen sind Führer am Bahnhof. Unterförster Knaus II. zu Rinderbügen, Post Büdingen, zeigt das Holz auf rechtzeitige Anmeldung hin vor. Gedruckte Listen stehen zur Verfügung^ Das Holz lagert 6 Km. ab Bahnhof Büdingen nahe chauffierter Straße.

Büdingen, 13. Februar 1905.

D24/5 Fürstliches Forstamt.

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