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24.2.1905 Erstes Blatt
 
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S7r. 47 eriaft*t «L-nch außer Sonntag-.

Lern Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gietzener Familien« Uütter viermal in der Woche beigelegt.

Rotaiwnsdruck u. Ver­lag der Brü h l'schen Univers.-Buch-u. Stein- brudetei. St. Lange. Redaktion, ErvedUio« und Druaeret:

Schulstratze 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße».

KernsvrechanlkdlußNr 51.

Erstes Blatt.

ISS. Jahrgang

Freitag 24. Februar 1905

GietzenerAnzeiger

'M' General-Anzeiger ***

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Bezngsprei-r monatlich 75 Ps.. viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme van Anzeigen 1t die Tc rsn'n-nner 's vo-rnütaqs 0 '-ht.

Zc 'envreiS: auswärts '4 -I57J, Berantwortl'ch für den volit. und u Teil P. Wittko: für ,Stadt und Land^ und ^Gerichtssaal": August Goetz; nir den An­zeigenteil: Hans Beck.

Z>ie Heutige Kummer umfaßt 12 Seite».

Z>ie Hrauerseier für den Kroßfürsten Sergius.

Moskau, 23. Februar.

Trauergeläute aller Kirchen und Klöster kündigte in früher Morgenstunde die heute bevorstehende Einsegnung der Leiche des Großfürsten Sergei in der Alexeikirche deS zum Kreml gehörigen Tschudowklosters an. Vor den Toren des Kreml sammelte sich eine dichte Menschenmenge und ver­harrte in andächtiger Stille. Heute morgen 10 Uhr erschienen in dem Marraume der Alexeikirche der Metropolit und' die Geistlichkeit. Den größten Raum in der Kirche nimmt die Estrade ein, auf welcher der Trauerkatafalk mit dem zur Hälfte von Goldbrokatdecken verhüllten Elchensarge ruht, der von einem mit der Kaiserkrone geschmückten Baldachin mit herabfließenden, hermelinverbrämten Draperien überragt wird. Der Raum in der Kirche ist so beschränkt, daß allerhöchstens 200 Personen in derselben Platz finden. Die Füße des Katasalkes bilden Blumenhügel auS Kränzen, deren Zahl sich beständig vermehrt. Ju der Kirche erschienen sodann Ab­ordnungen der Ministerien, des Reichsrates, der Hofchargen, der Würdenträger, der Vertreter der Selbstverwaltung, der Stände, der Kaufmannschaft. Die Großfürsten Wladimir und Nikolai wurden durch den Fürsten Golizyn bezw. den Baron Staat vertreten.

Die Totenmesse wurde vom Metropoliten unter Assistenz der Geistlichkeit zelebriert. Nach der Messe hielt der Metropolit eine Ansprache, in der er ausführte', die Verantwortung für den Tod des Großfürsten- Märtyrer falle aus die ganze Gesellschaft. Niemals werde die Erinnerung an den Großfürsten, an seinen schreck» lichen Tod und an seine Verdienste im russischen Volk schwinden. Wie im Altertum das Blut der Märtyrer ge­dient habe, Wahrheit und Glauben zu erweisen, so werde das vergossene Blut des Großfürsten die Bevölkerung auch zur Reue und Besonnenheit leiten.

Um 11 Uhr vormittags waren die Großfürstin Elisabeth mit dem Großherzog von Hessen, Groß­fürstin Maria Alexandrowna mit dem Großfürsten Paul Alexandrowisch, Prinzessin Viktoria von Batten­berg mit dem Großfürsten Konstantin Konstantinowitsch, ferner Großfürst Dmitri Pawlowitsch, Großfürstin Maria Pawlowna, die Großherzogin von Hessen, Prinzessin Beatrice von Sachsen Koburg-Gotha, sowie die Herzöge Michael Georgewitsch und Georg Georgewitsch von Mecklen- burg-Strelitz erschienen und nahmen rechts vom Sarge Platz. Nach den vom Metropoliten gesprochenen Gebeten wurde der Sarg von den Großfürsten und von Generalen nach der St. Andreaskirche getragen und dort auf einem Katafalk bis zur Beisetzung niedergesetzt. Das zahlreiche, in der Nähe vom Kreml versammelte Publikum verharrte über­all in Ruhe.

Zur Lage in Außland.

Die Fabrikadmiuistration.

In einem Artikel derNowoje Wreinja" wird die Unauf- -eklärtheit und geistige Stumpfheit des Personals der niederen Fabrikadministration in Rußland beleuchtet. Tie Roheit der Administrationsbeamten sei so groß, daß sie schon als ein elemen­tares Hindernis gegen die Wirkung einer etwaigen humanen Fabrikgesetzgebung betrachtet werden müsse. Nicht mrr unwissend sind die Meister, Vorarbeiter und Auffeber, sagt das russische Blatt, sondern sie entbehren auch noch infolge der großen Mangel­haftigkeit der Gewerbeschulen der profesiionellen Kenntnisse, sie haben nur eine dunkle Ahnung von ihrem Gewerbe und ver­stehen nur eines gut:, streng, ja grausam und unbarmherzig gegen die Arbeiter zu sein. Und dabei haben diese Ignoranten eine maßlos große Macht über die Arbeiterschaft in den Händen, denn sie entscheiden nicht mir über die Arbeiten, sondern auch darüber, ob die Arbeiter gut oder feindlich gesinnt und ob sie politisch zuverlässig sind. , Tas Schicksal der tausenden und aber­tausenden von Arbeitern ist vollkommen in ihre Hände gegeben. Nicht selten kommt es vor, daß die niederen Administratoren Warnungen vor den Arbeitern, die sie entlassen haben, an andere Fabriken senden, wodurch den Opfern die Möglichkeit des Broterwerbs entzogen wird. Aber auch unter den heberen Adni'nistratoren, bemerkt das Blatt, sind humane und gebildete Menschen eine Seltenheit. Tie höheren Beamten geben den nie­deren stets Recht: auch wenn diese offenbare Willkürakte be­gehen, und alles nur behufsWahrung der Autorität £cr Ad­ministration" gegenüber der Arbeiterschaft.

Von neuen Ausstanden

(ttt Lande liegen heute wieder zahlreiche Meldungen vor, von schweren Unruhen in Warschau und anderen Städten Polens. Wie derKattow. Ztg." aus Warschau gemeldet wird, sollen daselbst fünf Offiziere, die sich gegen die streikenden Ar­beiter am grausamsten benommen haben, ermordet worden sein. Nach einer anderen Meldung aus Warschau soll dort Prinz Andranikow ermordet worden sein. Es ist dies jener Offizier, welcher den Befehl gegeben hatte, auf das Volk zu schießen.

In Baku ist die Erregung andauernd groß. Viele Einwohner verlassen die Stadt. Fast alle armenischen Läden sind geschlossen. .Tie Geistlichkeit suchte das Volk zu beruhigen. In Baku selbst uitb in den nahe gelegen Orten wurden zahl­reiche Personen getötet oder verwundet. Mehrfach wur­den ganze Familien ermordet.

Nach Berichten aus Petersburg verlangt die dortige P o - tizei, die seit Monatsfrist enorm überbürdet ist, eine namhafte Erhöhung ihrer Bezüge und droht mit dem Ausstande. Tas gleiche tut das Personal der kaiserlichen Werft. Ter Bahn- berfeftr von Moskau nach Kiew ist wegen Arbeitermangel zeit­weilig eingestellt. Tie Kaffer-Gardisten in Moskau und Pe­tersburg verpflichteten sich eidlich, für jede Beleidigung oder

Bedrohung eines Mitgliedes des Zarenhauses, den Urheber direkt zur Rechenschaft zu ziehen. Der Mörder des Großfürsten Sergius soll eingewilligt haben, wichtige Erklärungen abzugeben, aber nur der Großfürstin-Witwe.

Neue Warnungen.

Ter PariserMatin" meldet aus Moskau: Eine höhere Persönlichkeit, welche aus Petersburg hier eingetroffen ist, berichtet, daß am Montag, als sich Großfürst Alexis uzm wöchentlichen Vortrag zum Zaren begeben wollte, er von der Sicherheitspolizei gewarnt worden sei, seine Wohnung an diesem Tage nicht zu verlassen, da das Bestehen eines Komplotts gegen sein Leben festgesteM worden sei, obgleich der Ort der Ausführung des Attentats noch nicht bekannt sei. Großfürst Alexis gedenkt Rußland zu verlassen und für einige Jahre in Frankreich Aufenthalt zu nehmen.

Witte demissioniert.

Aus Petersburg wurde nach Paris telegraphiert, daß Witte dem Zaren seine Demission als Vorsitzender des Ministerkomitees eingereicht habe. Ter Minister hat sieb nach Zarskoje Selo be­geben, um dem Zaren den Bericht des Miuisterwmitees betreffend die Turchfnhrung des RÄormProgramms zu überreichen. Ter Zar gab seine Zustimmung zu einigen unwesentlichen Konzessionen, u. a. betreffend die Preß-Zensur, er lehnte jedoch energisch die Einberufung des Zemst, Z o b o r ab. (Tiefe Pariser Meldung ist mit Vorsicht zu ge­nießen. D. Red.) *

Ein Berliner Blatt meldet heute an8 Petersburg, daß Maxim Gorki gegen eine Kaution von 10 000 Rubel auö der Haft entlassen werden wird.

Die Kusskommistion hielt am Donnerstag nachmittag im französischen Ministerium des Aeußeren eine Sitzung ab, in der der Bericht von den Kommisiaren unterzeichnet wurde. Der Bericht wurde sofort den Vertretern der Parteien zugestellt, wird aber erst in der am Samstag nachmittag stattfindenden Schlußsitzung veröffentlicht werden. Am Abend gab die Kommission ein Diner zu Ehren des Vorsitzenden, des Admirals Fournier, wobei der österreichische Admiral Spaun einen Toast aus Fournier ausbrachte.

Das Reutersche Bureau meldet aus Petersburg: Von den 10 oder 11 Frag-m der Schlußfolgerungen, in die der Bericht der HullkomnnHion z-cföllt, stnd nur die ersten in für Rußland günstigem Sinne entschieden, nämlich: 1) waren die Befürchtungen des Admirals Roschdjest- wensky gerechtfertigt, 2) war es gerechtfertigt, daß die Ruffen auf das schossen, was sie für Torpedoboote hielten. In der dritten Schlußfolgerung heißt es, die Russen hätten halten müssen, um den Fischdampfern Hülse zu leisten. Der Bericht weist vollkommen die russische Be­hauptung von der Anwesenheit von Torpedobooten zurück und behauptet^ daß die Russen auf dieAurora" geschossen haben. Auch soll der Bericht zu dem Schluffe gekommen sein, daß Lie Russen für den Schaden, den sie verursachten, verantwortlich seien.

Born Hochschulkonftikt.

Hannover, 23. Febr. Die Studentenschaft der hie­sigen Technischen Hochschule mit Ausnahme der konfessionellen Verbindungen hat eine Protesteingabe an den Kultus­minister eingereicht wegen der Bestrafung der Herren Heile und Zimmermann. In der Eingabe wird be­tont, daß Rektor und Senat an der Hochschule den Studenten gegenüber stets erklärt haben, daß es ihnen fernläge, die akademische Freiheit einzuschränken, womit jedoch die Bestrafung der beiden Studenten nicht in Einklang zu bringen sei. Des -weiteren wird betont, daß Rektor und Senat Herrn Heile wegen seiner Rede am 9. ds. Mts. der Unwahrheit bezichtigt hätten, ohne daß Beweise dafür er­bracht worden wären. Auch Zimmermann habe nicht be­hauptet, daß von Rektor und Senat der Hochschule das Ver­langen gestellt sei, mit den Ausschüssen an anderen Hoch­schulen nicht in Verbindung zu treten. Au§ den angeführten Gründen müsse die Studentenschaft Protest einlegen gegen die Bestrafung ihrer beiden Kommilitonen. Heute wieder­holten sich vor der Technischen Hochschule die Ansammlungen der Studenten. Sie verweilten eine Viertelstunde vor der Hochschule und zogen dann nach der Stadt zurück. Der Rektor der Hochschule, Barkhausen, ist heute nach Berlin abgereist.

Marburg, 22. Febr. Der Konflikt der Marburger Studentenschaft mit dem Kultusministerium in Sachen deS Kampfes um die akademische Freiheit darf nun­mehr als beendigt angesehen werdon. Die Antwort des Ministers ist jetzt eingetroffen. Sie bedeutet einen Sieg der Studentenschaft; denn bedingungslos wird ihr darin zugestanden: 1. freier Verkehr von Ausschuß zu Ausschuß, 2. direkter Verkehr mit dem Ministerium, 3. freier Verkehr mit der Preffe. Unberührt davon bleibt selbstver­ständlich die Besprechung der Art und Weise des Vorgehens der Negierung bezw. ihrer Vertreter, mit der sich in nächster Zeit nicht nur die Studentenschaft, sondern die gesamte öffent­liche Meinung zu beschäftigen haben dürfte. Für die Auf- fassung, mit der die preußischen Regierungsvertreter an die Verhandlungen mit der Studentenschaft herangetreten sind, ist es bezeichnend, daß Gehe im rat Daude in Gegenwart mehrerer Dozenten äußerte, den Jungens sei er doch keine Erklärung schuldig. Ministerialdirektor Althoff erklärte in Berlin gegenüber den Vertretern der

Technischen Hochschulen, das Benehmen der Marburger Studentenschaft sei knotig. Die Marburger Studenten­schaft hat nach derFrkf. Ztg." auf die beabsichtigte Be­schwerde gegen Geheimrat Daude verzichtet.

München, 23. Febr. Eine heute abend abgehaltene Versammlung der Studenten der drei hiesigen Hochschulen, von der sich die Angehörigen des 8. C. und der katholischen Verbindungen fernhielten, nahm eine Reso­lution an, in der den Studenten der Hochschulen Hannover^ Charlottenburg, Braunschweig und Marburg wärmste Sympathie ausgesprochen und energisch das Recht für dio Hochschüler in Anspruch genommen wird, sich in ihren An­gelegenheiten gegenseitig zu besprechen.

Schisser und di-> akademische Zweiheit im pre«ß. Abgeordnetenkause.

R. Berlin, 23. Febr.

Es hätte den Herren Akademikern, die heute in frt überwältigend großer Zahl zur Hochschul-Debatte deÄ preuß. Abgeordnetenhauses sich einfanden, nicht geschadet^ wären sie ebenso geschlossen bei dem darauf folgenden Gegen­stand dageblieben: bei der Beratung der Schiller feier; in den Schulen.

Abg. Tr. Arendt hatte mit seinen freikonservativen Freun­den einen entsprechenden Antrag zum Kultusetat gestellt. DaK mar schon ein Fehler, daß die Anregung nicht von allen Parteien gemeinsam ausging. Ter zweite Fehler war, daß Arendt als erster über die Bedeutung Schillers sprach. Zu dieser Aufgabe hat der behäbige Tr. Arendt denn doch nicht das Zeug. Seine Worte waren so nüchtern und klangen so trocken und begeisterungs­bar. wie wenn es sich etwa um einen Vortrag über Doppel­währung handelte.

Da muß man gestehen, daß der konservative Abg'. Palla ske mit viel größerer Wärme sprach, trotzdem er , für ein Mitglied der Rechten ziemlich ketzerische Bedenken nicht verhehltegegen eine von oben befohlene und von oben geleitete Feier". Solche Feiern hätten wir nach­gerade zur Genüge!

Abg. Kirsch vom Zentrum gab sich als Schillerverehrer zu erkennen, weil Schiller dem Materialismus den Idealismus entgegengestellt habe. Tie Begründung war nicht sonderlich tief, aber gut gemeint, und K'iricy gebrauchte sogar ein Citat ans der Glocke".

Abg. Träger sprach mehr als Jurist und Politiker, beutt als Poet. Er fand aber kräftige Worte gegen die glückliche überwundene Monstrosität der Schiller-Verkleinerung und gegen? Schiller-Verbesserungen" in Schullesebüchern.

Tie Abgg. Tr. Friedberg snl.) und Ernst (fr. Ber.>! endlich gaben eine kurze geschäftliche Erllärung des Einver-k ftändnisses mit den Zielen des Ltntrags ab, der in der Kornmiffiory eingehend beraten werden soll.

Mes in allem: eine nüchterne, des Schwungs und der. Größe entbehrende Kundgebung wenn Uran den Vorgang über-» Haupt io bezeichnen darf. Ter Kultusminister hatte vor Beginns der Erörterung den Saal verlassen. Ein Regierungskommissar verkündete, daß die Staatsregierungselbstverständlich wärmsten« Anteil an der Schillerseier nimmt", und daß u. a. die Aus­arbeitung einer Festschrift für höhere und niedere, Schulen geplant ist. Tie etwa vorgekommenen Mißgriffe vorn Schiller-Korrekturen in Lesebüchern gab der Regierungsvertretev erftrulicherweise rückhaltlos preis.

Was nun die Diskussion über den Hochschul ko n> flikt ulnd die a k a d e mi s che Fr eiheit betrifft, so tixeti. hier entschieden am meisten von Bedeutung die sehr inter- esante imb von häufigem Beifall der Linken begleitete Redv Friedbergs. Die anfänglich harmlose Angelegenheit sei; durch Schuld der Regierung verfahren wordcnn Mlerdings sei das Verlangen der Studentenschaft nach Aufhebung der konfessionellen Verbindung gen ungerechtfertigt. DaZ ganze Nebel liege an! der Viel-Regiererei. Die Regierung möge AL einem Friedensschluß entgegenkommcn.

Der Ku l t u s m i n i st e r verwahrte sich gegen Angriffe der Presse. Vor dem Eintritt in die Debatte verlas der Minister eine Ertlärrmg, wonach, die Protestfbeweg^ u n g der Studierenden an den Universitäten und technisches Hochschulen für erledigt angesehen werden kann. Jn^ Marburg sei im Wege der V e r st ä n d i g u n g die Sache beigelegt, ebenso in Münster durch, befriedigende Eri-t klärungen. In Charlottenburg sei eine Verständigung an­gebahnt. In Hannover sei durch die Relegierungs eines Studetrten neue Unrrrhe entstanden, da abev dem Strldenten Berufung an die Zentralinstanz frei* stehe, könne er daraus nicht weiter eingehen. Den Betreib­ungen aus ein Verbot der konfessionellen Verbindungen^ habe er, der Minister entschiedenen Widerstand geleistet. An sich blieben diese konftssionellen Verbindungen an den Hochschulen eine unerfreuliche Erscheinung, doch fehbi ten aber alle rechtlichen Voraussetzungen zu LhreÄ Beseitigung.

Im weiteren Verlauf erklärte Münsterialdirektor Alt­hoff, daß man sich in Hannover nach einem ihm zuge­gangenen Telegramm jetzt auf dem praktischen Wege zup Wiederherstellung des Friedens befände. Der Pn>- fessorenausschuß habe sich bereit erklärt, mit den Delegier­ten der Slltdentenschaft über neue Satzungen zu beraten/ unter der Voraussetzung, daß der Besuch, der Kollegien! wieder ausgenommen wird.

Abg. Irmer (kons.) erklärt, für seine Partei sei die Anegelegenheit mit der Anttvort des Ministers erledigt. Man dürfe aber nicht vergessen^ daß Mrzeit der Sympathie-i kundgebung itt Oesterreich die Verhältnisse stark gesparm^ waren. Daiut hätten die Sllldentcn in Hannover versucht^, gern einsam mit anderen Hochschulen gegen die akaöeTuischeü! Behörden vorzugehen. Er schätze die akademische Freiheits viel zu hoch^, um sie gegen cic konfessionellen Verbindungen auszunutzen. Entweder müsse man alle konfessionell^>8^