Ausgabe 
23.3.1905 Erstes Blatt
 
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Der neue preußische Minister des Innern.

Ms int Jahre 1901 Hr. v. Rheinbaben aus dem preusz. Ministerium des Innern in das der Finanzen übersiedelte, bot der Kaiser den erstgenannten Polten dem Oberpräsi- dentcn von Brandenburg, Hrn. b. Bethmann-.Holl- weg an, verlangte aber von ibm scharfe Maßregelung der "konservativen Ka-alaemter. Das lehnte Hr. v. Beth- mann ab, und da erkor sich der Kaiser den Metzer Bezirks- Präsidenten Frhrn. v. Kammerstein als einen Mann, der dem Milieu der preußischen Konservativen fernstand. .Herr v. Hammerstein versprach auch bereitwillig, gegen die Kon­servativen scbarf vorzugehen, aber di^ Entwickelung der Dinge hat ibn der Notwendigkeit überhoben, iein Ver­sprechen durchführen ztr müssen, denn au maßgebender Stelle machte die damals herrschende anti^nservativc Brise bald einem freundlichen Sonnenlächeln Platz.

Nun ist der Tag gekommen, da .Herr v. Bethmann in das Minium-Hotel dessen Tür ibm schon 1901 geöffnet wurde. Mehrere Blätter wissen zu melden, daß der Kaiser Herrn v. Bethmann nm Dienstag abend nach der ^Fest- Vorstellung im kal. Schauspielbause persönlich von seiner Ernennung zum Minister in Kenntnis gesetzt Haven soll.

Der neue Minister ist 1856 zu Hoheu-Finow aeboren. 1879 wurde er Knmmeraerichtsreferendar, trat 1882 zur Verwaltung über nnb rückte 1885 zum Regierungsassessor auf. Noch im selben Jahre wurde er zunächst austrags- weise und 1886 endgiltig Land-at des Kreises Oberbarnim. 1896 zum Oberpräsidialrat in Potsdam ernannt, wurde er 1899 Remerurmsprändent in Bromberg und schon drei Mo­nate später Oberpräsident der Provinz Brandenburg. Er ist ein S t u d i e n g e u o s s e des Kaisers und war mit dem damaligeu Prinzen Wilhelm gleichzeitig Mitglied des Korps Borussiain Bonn. Während seiner LandratszeiL wurde v. Bethmann im Frühjahr 1890 als Kandidat der Deutschen Reichspartei. in Oberbarnim in den Reichstag gewählt, legte aber schon am 21. Mai 1890 wegen bevorstehender Ungültigkeitserklärung seiner Wahl das Mandat nieder. Herr v. Bethmann-Hollweg ist ein Enkel des altliberalen Kultusministers gleichen Namens. Er gilt als ein Mann von gemäßigt konservativer Ge­sinnung.

Die Bethmann-HoNwegs sind ein verhältnismäßig sunges Adelsaeschlecht. Erst der Großvater des neuen Mi­nisters ist 1810 geadelt worden. Als Bürgersleute aber führten die Bethmann-Hollwegs ihren Namen viele Jahr­hunderte zurück. Mle Bethmann-.Hollwegs stammen von dem Begründer des angesehenen Bankier Haus es Gebr. Bethmann in Frankfurt a. M. Die Vorfahren der Bethmanns sind aus den Niederlanden wegen Resigions- verfolgung ausgewandert. Die Familie siedelte sich zu­nächst im Städtchen Nassau, dann in Frankfurt a. M. an, wo ihr Handelshaus schon am Anfang des 18. Jahr­hunderts in hohem Ansehen stand. Eine Tochter Susanne von Simon Moritz Bethmann, der 1826 als Chef des Hauses starb, war vermählt mit Johann Jakob Hollweg, der 1808 als Associs der Gebrüder Bethmann starb. Dieser Johann Jakob Hollweg nahm nach seiner Vermählung mit Susanne Bethmann das Bethmannsche Wappen an und wurde Stifter der Linie Bethmann-Hollweg. Dieser Begründer der Linie Bethmann-Hollwea rt hci* rh-Arrv-hAfor d-s nei»"n Ministers.

Die Eingeborenen von Sudkamerun sollen nach einev Meldung der ^Nat.-Ztg." in vollem Aufstande sich befinden. Das genannte Blatt behauptet, Berliner amtliche Stellen seien darüber unterrichtet. Auch im Nordwestcn sei seit Monaten die Lage sehr ernst. Das Blatt richtet an die Regierung die Frage, weshalb die Oeffcnt- lichkeit in Deutschland auf dem üblichen Wege noch nicht von den neuesten Meldungen aus Kamerun unterrichtet worden sei, und zweitens, was in den letzten Monaten, nachdem die Bedrohlichkeit der Lage schlechterdings nicht mehr übersehen werden konnte und durfte, an vorbeugenden Maßregeln zur Erzielung größerer Sicherheit geschehen sei. DasSchweige­system" der Negierung wird sehr eindringlich getadelt.

Dazu bemerkt das offiziöse W. T. B.: Amtlich liegt nichts vor, was diese Meldung bestätigen könnte. Vielmehr taufen die zuletzt eingetroffenen Berichte dahin, daß Unruhen bisher nirgends vorgekommen sind.

Es läßt sich denken, daß die Kolonialverw-iltung neue Erkundigungen vom Gouvernement einge-ogen bat. Tie offi­zielle Berichterstattung aus den Schutzgebieten ist aber sihr verbesserungsfähig, bei mancher Gelegenheit schon hatten Privatkorrespondenten den Vorsprung.

TieNat.-Ztg." erhebt auch den Vorwurf, daß die Re­gierung es an vorbeugenden Maßregeln zur Erzielung größerer Sicherheit habe fehlen lassen. Darüber wird noch zu sprechen sein.

Siidwestafrika.

Nach einer Meldung des Generals v. Trotha vom AI. März hatten in den Komesbergen westlich von Windhuk unternommene Streifzüge kleinerer Abteilungen zur Folge, daß sich zahlreiche Hereros in Groß-Barmen stellten. Zu­sammenstöße größerer feindlicher Abteilungen fanden bisher dort nicht statt. Major v. Estorff trat am 15. März den Vormarsch von Gobabis den großen Nossobftuß abwärts an. Die unweit von Nietmont gelegene Signalstation Marien­thal wurde am 17. März von etwa 50 Hottentotten rngegriffen, nach einem etwa zweistündigen Gefecht wur­den die Gegner in der Richtung des großen Fischflusses zurü ckgewarfen. Drei Reiter wurden verwundet. Haupt­mann Zwehl entsandte von Gibeon die zweite Kompagnie des Feldregiments Nr. 1 in nördlicher Richtung, um die Gegend des großen Fischflusses zu säubern. Nach Meldung des Oberst Deimling vom 17. März aus Nurudas fteflte die unter Hauptmann Eckert zur Abteilung Kirchner und Kosis ent­sandte Kompagnie mit 2 Geschützen am 15. abends die Ver- bindung mit dieser her, ohne mit dem Feinde in Berührung gekommen zu sein. Die vereinigten Truppen wurden am JO. März bei Nurudas erwartet. Die Etapvenkompagnien find wie folgt verteilt: Tie 1. Kompagnie längs des Bay- veges-Lüderitzbucht-Keetmannshoop, die 2. Kompagnie in Swakopmund, Omarurn, Karibik und Otjimbingue, die 3. Compagnie in Okahandja, Groß-Barmen, Otjosasu, Owikoko- rero und Otjosondu, die 4. Kompagnie in Windhuk, Haris (40 Kilometer südwestlich Windhuk) und Seeis (50 Kilometer östlich Windhuk).

Der Pferdemarkt.

Gießen, den 23. Februar.

'"Der gestrige Frühj ahrs-Pserdemarkt ver- iief in befriedigendster Weise. Der Pferdehandel war recht flott. Es waren aufgetrieben etwa 340 Pferde und 40 Fohlen und folgende Preise wurden zuerkannt:

JnAbteiluna 1 Reitpferde: Gg. Konrad StruSheim- Griedel 1. Breis 30 Mk.

In Abteilung 2 Wagens ch läge, paarweise: Ludwig Bezenberger-Braunstls 1. Preis 80 Mk., derselbe 2. Breis 60 Mk., S.'Michel-Gießen 3. Preis 40 Mk., Heinrich Storch-Treis- Münzenberg 4. Preis 20 Mk.

I n A b t e i l u 0 3 a s ch w e r e A r b e i t s s ch l ä g e, vaa r° weise: S. Kaunnann Nieder-Weilel 1. Breis 80 Mk., S. Michel- Gießen 2. Preis 60 Mk., A. Frensdorf Osteßen 3 Breis 40 Mk.

JnAbteiluna 3b leichte Arbeitssch läge, v a a r- w e i : S. Michel-Dießen 1. Preis 60 Mk., S. Kaustnann-Rieder- Weisel 2. Breis 40 Mk., A. Frensdorf-6steßen 3. Preis 20 Mk., Isidor Strauß'Ober-Mockstadt Ehrende Anerkennung.

In Abteilung 4a schwere Arbeitsschläae, einzeln: Heinrich Storch-Treis Mi'nnenberg 1. Breis 80 Mk.. S. Michel-Gießen 2. Preis 20 Mk., A. Frensdorf-Gießen 3. Preis 15 Mk.

I n A b t e i l u n g 4 b leichte A r b e i t? s cb l a g e , einzeln: A. Bina-Lich 1. Breis 30 Mk., S. Kcmfmann-Nieder- Weisel 2 Breis 20 Mk., A. Frensdorf-Gießen 3. Preis 15 91? f Dulins Katz-Hnnaen 4. Preis 10 Mk., Eduard Kaufmann Rieder- Weisel 5. Breis 10 Mk.

In Abteilung 5a, ArbeitSfch lage, einzeln lim Besitz von Landwirten, welche Mitglied des Landesvstrdezuchtvereins oder der landwirtichasil. Provinnalvereine sind!. Konrod Schrimpf- Rieder-Weistl 1. Breis 30 Akk., Johannes Hildebrand XII.-Rieder- Weüel 2. Preis 20 Mk., Karl Schneider-Berstadt 3. Breis 20 Mk., Hans Konrad Werner III --Fauerbach v. d. H. 4. Preis 10 Mk., Karl Hosinann-Wetterield 5. Breis 10 Mk., Heinrich Schmalz II.- Langsdori Ehrende Anerkennung.

I n A b t e i l u n g 5 d, A r b e i t s s ch l ä g e, paarweise siin Besitz von Landwirten, welche Mitglied des.Lgndesvferdeu,ebt- vereins oder der lgnd'virtschastl. Brovinstalvereine sind). Heinrich Jung IV.-Ostheim b. Blltzbach 1. Preis 50 Mk., Gg. Konrad Skras- beim-Griedel 2. Prs. 30 Mk., Wenzel Hasier-Rieder-Weikel 3. Brs. 20 Mk., Wilhelm August Dietz-Rieder-Weisel 4. Preis 10 Mk., Friedrich Kenchel-Griedel Ebreitae Anerkennung.

I n A b t e i l u n g 6 a, dreijährige Sohlen, Wagen­schläge. Georg Dietrich-Langd 1. Breis 40 Mk., Heinrich Ludwig Trent-Griedel 2. Breis 30 Mk., Wilhelm Göbel-Pohlaöns 3. Preis 20 Mk., Johann Heinrich Breiß-Gießen 4. Preis 10 Mk.

I n Abteilung 6 b, dreijährige Fohlen. Ar­beit s s ch l ä g e. Heinrich Bender-Griedel 1. Prs. 40 Mk., Heinrich Walther-Reichelsheim 2. Breis 30 Mk., Anton Volk tII.-Bohlgöns 3. Breis 20 Mk., Friedrich Fenchel-Griedel 4. Preis 10 Mk., Karl Hosmann-Wetterield Ehrende ^lnerkennung.

In A b t e i l u n a 7 a. zweijährigeFohlen,Wagein s ch l ä g e. Hernmnn Wrlbelm Strasbeim-Griedel 1. Breis 30 Mk., Wilbelrn August Tietz-Rieder-Weiiel 2. Breis 20 Mk., Blulipv Rock'Hattenrod 3. Breis 20 Mk., Heinrich Wagner-Allendorf an der Lda. 4. Brei? 10 Mk.

In Abteilung 7b, zweijährige Fohlen, Ar­beitsschläge: Johgnnes ^aber X.-Leibgesterii 1. Preis 30 Mk., Bhilipv Schwan-Gießen 2. Breis 20 Mk., Konrad Riith-Belliihaiisen 3. Preis 20 Mk., Ludwin Kreicker-Wetterseld 4. Breis 10 Mk.

I n A b t e i l u ,i g 8a, Zuchtstuten, Wagen schlage: Anton Rern VII.-Lang-Göns 1. Breis 60 Mk., Jiilius Philippi- Wohnbach 2. Breis 50 Mk., Hermcmii Wilhelm Strasheim-Griedel 3. Breis 30 Mk, Konrad Waitz iV.-Dors-Gill 4. Breis 20 Mk., Friedrich Fenchel-Griedel 5. Preis 15 Akk., Gg. Wilhelm Bißel- Griedel 6. Breis 10 TZf.

I n Abteilung 8b, F u ch tst u t e n, A r b e i t s s ch l äg e: Konrad Häuser XX.-Rieder-Weisel 1. Preis 60 Mk., Wilh. 6)eorg Strasbeiin-Griedel 2. Preis 50 Mk., August Hainz-Rieder-We'sel 3. Breis 30 Mk., Karl Gerlach-Losiar 4. Preis 20 Mk., Ludwig Keßler V.-Großen-Lindeii 5. Preis 15 Mk., Bürgermeister Krauß- Wetterseld 6. Preis 10 Mk.

I ii A b t e i l ri ii g 9, Pferde imPrivatbesitz, erhielten Ehrenpreise die Herreii: Karl Gerbode, Stallmeister Erentz- burg, Karl Lotz wid Wilbelm Tribils zn Gießen st'ir Reitpferde und die Herreii Hostohnkiltscher Karl Hiitni, Koiirad Jiinker imb Mineralivasierhändler Jean Weisel zu Gießen für Gespanne mit Wagen.

Mit dem Pserdemarkte war erstmals eine Ausstellung von Wagen, Geschirren, Stalliitenstlien imd lgndwirtschast- lichen Geräten verbunden, die sehr gilt beschickt tune. Hier wurden für hervorragende Leistimgeu E hren d ip l ont e er­teilt den Herren Aug. Kilbinger, M. Rosenthgl und Friedrich Groß zu Gießen, Friedrich Grgiier zu Butzbgch, Konrgd Stephgn III. zu Großen-Buseck, Louis Bölzing z,l Groß- Felda, und lobende A n e r k e n n u n g e n dem Herrn Christian Spies und den Firmen Brüder Schmidt tmd Müller u. Dippel zu Gießen.

Aus Stadt und Zand.

Gießen, 23. März 1905.

* * II. KK. HH. der Groß Herzog und die Groß­herzogin sind, wie uns ein Trghtbericht aus Dnrnistgdt meldet, in der verflossenen Nacht 12 Uhr von ihrem Besuche oon Rotenburg a. d. F. wieder hierher zurückgekehrt.

* Eine Hundesperre ist ngch einer heutigen amt­lichen Bekanntmachung des Großh. Bolizeiamts für den Be­zirk der Stadt Gießen und der dazu gehörigen Genigrkung angeordnet worden. Tie Veranlaffiing dgzil ist die Einlieferung eines tollwutverdächtigen, bereits getöteten Hiindes in die Veterinäranstalt. Wir weisen alle Hiindebesitzer, damit sie sich keiner Strafe aussetzen, auf die Anordnungen der Be- kanntmachimq hin.

* * Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Hiltsprediger an der Weißfraiiengemeinde zu Frankfurt a. M. Hartmann die evangelische Pfanstelle zu Ulrich­stein, Dekangt Schotten, und deut Pfarrverwolter Otto Willmonn zu Bönstadt die evangelische Pfarrstelle zu Bisses, Dekanat Nidda, übertragen. Dem Forslwgrt der Gemeindeforstwartei Seulberger-Ntark Kissel zii Seiilburg ivurde ails Anlaß seiner Versetzung m den Ruhestand der Charakter alsFörster" verliehen. Ernannt wurden: der KreiSanitsgehilfe beim Kreisamt Erbach, Gengen­bach, zum Bureauvorsleher beim Kreisamt Oppenheim, der Biireaugehilfe Crößmann 51t Offenbach ztnn Kreis- amtsgebilfen, der Finanzaspirant Zink Zii Darmstadt zum Bibliothekgehilsen an der Technischen Hochschule zu Darm­stadt, der Militäranwärter Fischer zil Darmstadt zum Hgiiswärter enn südlichen Kollegiengebäiide. Uebertragen wiirde dem Schulanttsaspiranten Llppel aus Londors die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Büßfeld im Kreise Lauterbach. Ernannt wurden die Regierilngsbausühret Augiist Bilschbaum aus Darrnstadt, Otto Bllschbauiii aus Tarntstadt, Frey aus Alsfeld, Müller aiis Wies­baden iind Hock aus Mainz zu Regierpngsbaumei'tern.

** Der Raubmörder Hiidde steht, wie wir aus bester Qiielle hören, int Verdacht, neben dem Heldenberger noch einen anderen Mord begangen zu haben. Vor längerer Zeit hat man nämlich in Koblenz die Leiche eines Mannes, der den Vornamen Willy trug, giifgefunden, und nun ver­mutet man, daß Hildde, der beharrlich von einem Begleiter Willy" spricht und zu der in Betracht kommenden Zeit in der Gegend von Koblenz gewesen sein kann, sehr wohl guch mit diesem anderen Mord in Verbindung gebracht werden könne. Die Untersuchung über den Koblenzer Fall ivirö in Koblenz geführt. Die hiesige Staatsanwaltschaft ist oon

Koblenz aus über den dortigen rkfkselhaften Vefimd unterrichtet worden, und es ist nicht aiisgeschloffen, dgß bei der weiteren hiesigen Vernehmtmg Huddes mit Beziehung auf den neuen Verdacht sichere Feststellungen werdeit erfolgen können. Als Termin für die Verhgndtung gegen Hudde wird nach wie vor Juni oder Itili ins Auge gefaßt.

fr. Mainz, 23. März. sTet.) Die Strafverhandlung gegen den Domprobst Malzi gus Worms findet vor dec hiesigen Strafkamnwr am 6. April statt._______

^Landwirtschaft.

R i n de rv i c hz u ch t in Ob?rhessen. Der Rindvi''h- Bcsiand in b~r Provinz Oberl'ffsen bat sich nach bem letzten Be­richt des lat'bwirtschafll'ckcn BrovinziaGereins (1903/04) seit 30 Onfn-m der Zckü d"r Tiere n-^h um 23,4, dem Werte nach unt 63 8 Prozent vann"brt. Der Wert des Bestandes in Oberbessen wird mlf ca. 40 M'kstonen Mark to^weife anaeaeben und d^ber b^nwrkt. daß die Z^hl der eiaentlicb"n Zttchttiere, von welchen allein die Hebnna h^r Land"sviebznrnt abhängt, siit 1900 er- h"ßsirb sich n-'nrrt früher erhöbt hat. Der W"rt, den die Produkte d.'s Rindviebbestand's in Oberbessin kann im Durch­

schnitt der letzten Jahre o"f runi) 26 Millionen Mark geschätzt werden. Arn 1. Januar 1904 waren als Bestand in bm Herd- hüchcrn einget'-w-'en: 4r>9$ Tiere S-mmmtdaler- tmd 1724 Tiere Vogelsberger-Rasse W'e zweckmäßig in d"r Brovinz die 9lb- haltimg eines Z-^tnol-Viehmarktes sich erweisen wird, dafür snreckien fota^nb-' ZMen. Anfangs Oktober warm in Oberhessen vorhanden 122 386 Tiere Simmmthaler und 28 185 Tiere Vogels- bcroe^s4ilagcs, welche sich auf die einzelnen Kreise folgendermaßen verteilen:

Simmenthaler u. Kreuzimg

Vogelsberger

Alsfeld . . .

9/10.

25 559

1/10.

2 839

Büdingen . .

10/10.

21 079

svriebberg . .

10'10.

26 1^0

Lgiiterbach . .

9/10.

20 128

1/10.

2 236

sisteßen . . .

6 10.

19 149

4/10.

12 760

Schotten . . .

5/10.

10 351

5/10.

10 350

und Zierkekr.

Kaufm ännische Betriebe sind gleichzeitig Lagerei- Betri-'he müssen nach einer Eistscheibung des Reicbsaerichts zttr Bertifs-Genvfienschaft angemeldet werben. Dies Haben in br'it letzten Tagen in Gießen eine ganze Anzahl von Inhabern Manufaktur- und Kvl^nialwaren-Geschäfte erfahren,, welcke eine diesb-zualiche Aufforderung erlfielten. Man ist in den Kreisen der Handeltr"ibenh"n v-m der netten Belastung ihres Gewerbe­betriebes ir-bf f"hr p*h<r»tf.

Berliner Börse bont 22. März 1905.

(Mitgeteilr von bet Bank für Hanbel urtb Jnbustrie, Gießen.) Privat-Diskont 23/s Prozettt.

Anfano?- u. Schsnßknrse.

Oest. Krebit . . . . 212 90 212.87

Deutsche Bank . . . 244.75 244.62

Darmstädter Bank . . 143.30 143.

Bochumer Gnß . . . 244.50 245.00

Harpener Bergbau . . 210.10 210.50

Tendenz: ruhig.

ke. Frankfurt a. M., 23. März. (Telegr. Orig.-Bericht des Gieß. Llnz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viebmarkt- preise. Zttm Verkaufe standen: 28 Ochsen, 1 aus Oesterreich 5 Bullen, 00 auS Oesterreich, 45 Kühe, Fersett, Stiere tmd Binder, 0 aus Oesterreich, 782 Kälber, 131 Schafe tmd Hämmel. wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 69 'ns 73 Mk., 2. Qual. 6965 Mk., 3. Qttal. 5960 Mk.; Bullen 1. Qual. 6163, 2. Qual. 0000: Küße 1. Qualität 63-65 Mk., 2. Qual. 5860 Mk., 3. Qual. 4749 Mk., 4. Qual. 37-39 Mk., 5. Qual. 0000 Mk. Kälber 1. Qi,al. 8082 Bfg., Lebendaewicht 4850 Pfg., 2. Qualität 7578 Pfg., Lebeudoewicht 45-47 Big.» Schlachtoew. 5860 Psg.: Schafe: 1. Qual. 7275 Pfg., 2. Qual. 6670 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gedrückt, Ileberstaud bedeutend, bei Kleinvieh out, kein Nev-ystnnb.

Israelitische Reliqionsgemeinde.

Hoitesdien^ in der Synaqaa" (-üdansnge). Samstag, den 25. März 1905.

Vorabend 6.30 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr) Schrifterklürnrig. Sabbathausoang 7.35 Uhr.

Israelitische Neligionsgesellschaft.

s otte^dienft.

Sabbathfeier am 2 5. März 1905.

Freitag abend: 6.20 Uhr. Samstag vormittag' 8.30 llfjft Samstag nachmittag: 3.30 Uhr. Sgbhgthmisgang 7.35 Uhr. Wochengottesdienst: moroeng 6.45, abend? 6.00 Uhr.

^eriSlslaal.

R. B. Darmstadt, 23. März. (Eigener Draht-Be» richt.) Der 25 fahrige v-rheiroie^e Fabrikarbeiter Fr. H. Witzei hatte auf der Fahrt von Frankfi,rt nach Lanowt, als er bemerkte, i- sich int se^hm Kltvee auch Fretmde d"s Reickstagsabg. Dr. Becker befanden, btaMich auf diesen itt der ge- mein st en Weise zu schimvfen begonnen, obwohl er mit diesem nie etwas zu tun gehabt hatte. Die Freunde, des Dr. Becker bewirkten die Feftstell'mg seines Namens, und die hiesige Strafkammer hielt in Anbetracht der zahlreichen svstcmati- schen Verhetzungen, die gea?n Dr. Becker ins Werk gesetzt worden sind, eine strenge Strafe für mbvtm. Sie verurteilte den Ange- ftan-ffT! V' n 1t t o I" i> f ö n ff n i 8,

Griqinni-Drat)imef(>unqen.

Berlin, 23. Mürz. DemLok -Arn." zufolge ist dem Landesdirektor Frhrn. v. M a u t e u f f e l die Nachfolgeschaft des Herrn v. Bethmann-Hollweg als Oberpräsidenr der Provinz Brandenburg' an<aeboten worden.

Breslau, 23. März. Wie derSckiles. Ztg." aus Lodz gemeldet wird, ist im Laufe der letzten Nacht in Lodz eine große Anzahl von Aerzten und Advokaten verhaftet worden, weil sie sich politisch verdächtig ge­macht haben. Bei einem A^zt wurde reiches Material ge­funden in Fv'-m von Proktamationen und allerhand auf­rührerischen Schriften. Tie Polizei hat die verhafteten Rädelsführer einiger Fabriken außer Hast setzen müssen, da sich die Arbeiter weigerten, vorher die Arbeit wieder ausziinehmen.

München, 23. März. Bei der Erstaufführung des Nachtasyl" im Schauspielhaus^ verlas d"^ Direktor Stol­berg, der Maxnn Gorki zu einem Besuch dar Vorstellung auf- gefordert hatte, ein Telegramm Gorkis, in dem diesir erklärt, daß er sich schriftlich verpflichtet habe, Rußland nicht hprirrffeTt.

TeSegshcmischer g^iärsberichti

w2%

136.00

52.25

3'J/n Mexikaner . . 4 Von/ Chinesen p;ir>cfr;c. Sc> xickert . Nordd. Lloyd . .

K mditakfien . .

DiRkonto-Kommnndit, ParmRtSdtor Bank Prepdnner Bank . . Ber iner Handolspreg Oesterr Stnatsbahn . Lombard er. , . Gottharilbahn . . . laxirabütte . « Bocbnm . . . Iarpnner . . .

StaRt<acbfttzs,*h6ine

36 00 95 55

. 141 50

. 115.30 205 80 192.10

. 143,30

. ]58 40 163 00 141 00

. 17 30

. 19120

. . 263.00

245.00

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ReichManleihe do.

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101 95

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100.65 99 00

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101.20 100 00

105.60

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4 % O^sierr. Go'drento

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4 Unear. noLlrpntö , .

4°/ haben "Rente , . .

41', % Porhitriefler » . .

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1 % C. Türken . . .

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4° o Oriech. Monopo - Anl.

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RiiiliA Hoti4ft werden zan und weich nur durch Ge- 4i U 38 0 Jb tLilüvj vraitch des an Feinheit unerreid)ter Myrrholinglycorin. bV1.