Ausgabe 
22.11.1905 Zweites Blatt
 
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Zweites VlE

yr. 275

General-Anzeiger, Anils- imö Anzeigeblatt fflr den Kreis Giehen

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155> Jahvftnng

Orr Vorsitzende des landw. VezirksoereinS Büdingen:

B o e ck m a n n.

Lrschetnt «glich mit Ausnahme M Sonntag«.

Die«letzen« LamlllenblStter" werden dem e91nteiflct viermal wöchentlich beigelegt. Der ^<ip>ch« taulwlr*** erlchemt monatlich einmal.

isclineidf kelmühki ineidmascbte icpuuip*1 empfiehlt

Ansprache an die Schülerinnen.

Uebergabe der Zeugnisse.

Ansprache einer der Schülerinnen an daS Lehr­personal.

Gesang der Schülerinnen.

Besichtigung der in dem Arbeitszimmer offen ge­legten weiblichen Handarbeiten und schriftlichen Arbeiten.

Westernacher, Frau Westernacher, Scherer, Bär, Lipp, König,

dle man an ein der- dis Wiedergabe der eines vurzflglichei - im geringsten den s^ljede dynamische angt vollendet n0

MiMvoch 22. November 1905

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ich« UnwerstlälSdruckeret. 9L Lange, Greben.

K Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr.7.

Tel. Nr. 5L Telegr.-2ldr.; Anzeiger Grehen.

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Programm

über die Schlußfeier des II. 1905er Kursus der landw. Haushaltungsschule zu Lindheim O.onncrsta g, den 30. Novbr. 1905, nachmittags 2 Uhr, in dem Anstaltsgebäude daselbst und Einladung hierzu.

1. Gesang der Schülerinnen.

sonnen j der nächsten nnziehung njber res g«i^en B y

VerlM*

11 480000.

Kckannlmachllng.

Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, dclß SamStag, den 25. November 1905 ,116 Anlaß deS Geburtstages Seiner Königlichen Hoheit SroßberzogS unsere Geschäftsräume geschlossen bleiben.

Gießen, den 17. November 1905.

Großherzogliches Hauptsteueramt.

Weißenbruch.

AüS Hindl und Lautz.

Gießen, 22. November 1905.

** Personalien. S .ft. H tar Großherzog haben den Oberlehrer an der höheren Mädchenschule und dem Lekrerinnenseminar zu Mainz Dr. Meier Schüler auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. April 1906 seines Dienstes entlaßen In den Ruhestand versetzt wurde der Schul­lehrer an der Volksschule zu Mainz Heinrich Hipp auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dtenüe und unter Verleihung des Silbernen Kreuzes des Verdienstordens Philipps des Großmütigen.

"Der zweite akademische Vortrag wird am nächsten Freitag von Professor Bet he gehalten werden: .Ein Adonisfeß in Alexandrien^. Für diesen und die noch übrigen drei Abende (Professor Sauer über .Hessische Un- geheuer^. Professor Strack über »Geld im Altertum, Münzen und Medaillen", beide mit Lichtbildern, und schließlich Vor­führungen antiker Mußt und Poesie) werden an der Kasse

und kommt als ein sehr ernster Faktor im Kriegsfall in Be­tracht. Dasselbe muß von Portugal gelten. Norwegen, Gegenstand zahlreicher deutscher Sympathien und großherziger Handlungen, wird durch den neuen König, den Schwieger- lohn Eduards, dem britischen Einfluß nahe gebracht. Von Japan ebenso wie von China haben wir in Zukunft mutmaßlich eher Unfreundliches als Freundliches zu er­warten.

Im ganzen also: Feinde ringsum und Freunde nicht eben von der allerzuverlässigsten Art. Die englische Diplomatie hat ihr Ziel, Deutschland zu vereinzeln, in der Tat beinahe erreicht; eS fehlt nicht mehr viel daran. Der Niß zwischen England und Deutschland ist nicht mehr zu schließen. Die brüske Ankündiaung, daß König Eduard nicht zu der Feier der Silberhochzeit unseres Kaiserpaares erscheinen werde, bedeutete die letzte starke Bestätigung.

Nun aber Rußland. Rußlands Freundschaft hatte bisher gewisiermaßen den Charakter einer Bürgschaft für Deutschland, daß wenigstens eine, nicht mit uns verbündete Großmacht den Verhetzungs-Bestrebungen Widerstand leiste. Für Rußland hat die deutsche Politik während deS ost- asiatischen Krieges, vorher und nachher soviel getan, daß la m, etwa? zu tun übrig bleibt. Die Frage, ob auf Ruß­land Verlaß ist, kann desungcachtet nicht bejaht werden. Das wäre vielleicht der Fall, könnte Nikolaus II. unter ruhigen inneren Verhältnissen des Lande? als Selbstherrscher auftretcn. Jetzt aber hat man cs mit Einflüssen am russischen Hofe zu tun, die großenteils nicht deutschfreundlicher Natur sind. Gras Witte hat Deutschland nie Sympathie entgegen­gebracht. Als er in Pari« die Haltung Deutschlands während des Krieges lobte, geschah eS wohl mehr, um das verbündete Frankreich zu beschämen. Zudem: Rußland braucht den deutschen Geldmarkt für seine Anleihen. An der Geldverlegen­heit Rußlands, der Untnöglichkeit, im jetzigen Zeitpunkt die längst vorbereitete neue "Anleihe herauSzubringen, hat England den Hebel angesetzt. Wie verlautet, ist Rußland durch , Vermittlung Englands der dringendsten Geld­sorgen überhoben worden, durch Verschaffung von Vor- ichüssen auf die neue Anleihe. Dadurch sollen die Bemühungen der englischen Diplomatie in Petersburg, einerseits ein volitisches Einvernehmen zwischen Rußland und England derzustcllen, andererseits die Erkenntlichkeit gegen Deutschland abzuschwächen, sehr gefördert worden sein. Hat England den Sovereign rollen laßen, so kann man allerdings begreifen, wie eS Rußland fertig bringt, ßch ohne die neue Anleihe zu behelfen.

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«Leer und ALotte.

Abfchiedsbcwilligvngen. v. Krctschmar, Lt.im Inf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 116, auf fein Gesuch als halb invalide mit Pension au s geschie­den und zu den Offizieren der Landw. 1. Aufgebots über- geführt. Sartorius, Hauptm. der Landw.-Huf. 2. Aufgeb. (Marburg), Noack, Oberlt. der Landw.-Jns. 2. Aufgebots (I Darmstadt), beiden mit ter Erlaubnis zum Tragen der Landw.-Armee-Nniform, Frhr. v. Gleichen, gen. v. Rußwurnr, Oberlt. der Landw.-Kav. 2. Aufgebots CI Darmstadt) der Abschied bewilligt. Müller, Oberlt. d. Res. a. D. int Landw.-Bezirk Worms, bisher in der Res. des Jnf.-LeibregtS- Großherzogin (3. Ywo. Hess.) Nr. 117, erhält die Erlaubnis zum Tragen der Landw-Armee-Uniform. -

DieN ewyork Times* veröffentlicht eine deutsch- feindliche Auslassung. DaS Blatt führte auS, die Ver­einigten Staaten müßten eine stärkere Kriegsmarine besitzeu als Deutschland. Seit der Samoakrise und haupt­sächlich seit den Ereignißen in der Bucht von Manila müße Amerika auch gegen die Feindschaft Deutschlands gerüstet sein.

Büdingen/Lindheim, den 24. Oktober 1905.

Der Aufsichtsrat:

Ausland.

Wien, 21. Nov. Wie man derN. Fr. Pr." auS Paris telegraphiert, soll Deutschland im Begriffe stehen, sich in Paris und London über einen angeblich in letzter Zeit abge­schlossenen englisch-französischen Vertrag zu infor­mieren, der England finanzielle, Frankreich politische Kontrolle über die Republik Liberia sichern soll. Ein formeller Protest Deutschlands sei bisher noch nicht erfolgt.

Ter niederöstrcichische Landtag nahm den TringlichkeitS- antrag des Abg. Freudenthal an, die Negierung aufzufordern, die Durchfuhr russischer Schweine über österr. Ge­biet nach Deutschland unter keiner Bedingung zu gestatten. In dem Anträge wird darauf hingewiesen, daß die deutsche Regierung das für die Einfuhr aus Rußland kon­tingentierte Quantum von ruh'. Schweinen um 300 ©dnpeme pro Woche erhöhen wolle, und daß diese Einfuhr über östreichisches Gebiet erfolgen solle, womit eine große Gefährdung des! heimischen Schweinebestandes verbunden sei.

Lemberg, 21. Nov. (La ndta g.) Der Statthalterei-Vize- präsident beantwortete die Interpellation deS Rektor« und der Ptosessoren in Lemberg wegen Anwendung von Waffengewalt seitens der Sicherheitsorgane bei den Demonstrations-Ver­suchen einer Anzalst Lemberger Hochschüler vor dem! deutschen Konsulat dahin, daß 'die Untersuckmng noch nicht abgeschlossen sei. Da die Interpellanten selbst betonten, daß sie mißbilligten, wenn die Hockiscbuljugend in dieser Weise ihren Empfindungen Ausdruck gebe, so erschienen weitere Bemerkungen hierüber überffüßig. Der Gedanke, daß ein feindseliges Vor­gehen gegenüber den Vertretern auswärtiger Staaten die ganze Bevölkerung in ungünstigem Lichte erscheinen laßen würde, sollte die Jugend von einem derartigen Vorgehen abhalten, zumal in allen zivilisierten Ländern die Unverletzlichkeit ausländischer Beamter geachtet zu werden pflege. In keinem Falle dursten derartige Ausschreitungen geduldet werden.

Konstantinopel, 20. Nov. Der deutsche Botschaf­ter besuchte den Minister des Ausnxsrtigen. Er empfahl, wie verlautet, im Namen d e s de u t s che n K'a i s e rs , aber­mals in dringendster Weise Nachgiebigkeit gegenüber den Wünschen der Mächte betreffend die maeedonischen Reformen« Heute fand im Dlldizpalast em parzieller Minifterrat statt: die oppositionelle Stimmung scheint nachyulassen. Eindruck macht auch die einstimmige Haltung der europäischen Dresse.

nachdem das Sokol-Fest in Miloslaw verboten worden war, die in- und ausländisckxn Sokols in seinen Sckstoßpark eingeladen b-tte, worin die Behörde die Mhaltung eines verbotenen Sokol- F-esies erblickt. , . .., . , .,.

Detmold, 21. Nov. Einer bisher hofamtnch noch ntcht bestätigten Blättermelduitg zufolge soll K a i s e r W i l he l m zum Besuch des F-ürsten Leopold Mitte Januar m Detmold envartet werden. , .

-och, 21. Nov. Eine vom knefigen christlichen Tabak- und Kigarrcnarbeiterverbande zwecks Stellungnahme gegen die Ta­baksteuervorlage einberufene Versammlung war von tya- brikrnten und Arbeitern gut besucht. Eine Resolution protestiert gegen jede Tabaksteuererhöhung, weil durch eine Mehrbelastung des Tebaks d's ohnehin so schlecht gestellte Erwerbsleben in der T bak-rbeitersch^rt noch ein weiteres Herabdrucken erfahren würde infolge von Lohnabzügen und ganz besonders durch die be­stimmt einlretcnde Arbsi'Slosigkeit Tausender, meistens schwächerer Arbeiter. Die Versammlung ersuchte den Vertreter des Kretscs Cleve, Dr. Moreour, im Reick?Stage ohne jegltche Wschwetfung gegen jede Tabaksteuererhöhung einzutreten.

Leipzig, 21. Nov. TenLeipz. N. Nachr." wtrd ge- chrieben: , , . _

Dem Könige-F-riedrichAugust wurde beim Emvwnge der LandtagSabgeordneten auch der fre i s i nn i g e ^rndtags- aba. Bär-Zwickau vorgcstellt. T^bei entspann sich wlgendeS Yftspräch: Der König:Welcher Partei gclwren &ie an? Bär:Der ficis. Volksvartei." Ter König: "Ach, Sw gehören der neuen Fraktion an? Sie stellen" Abg. Bär einf'fllend: Wir stellen dos Volkswohl über das Parteiintereste, Majestät. Der König:Da tun Sie recht daran, da befinden Sie sich auf dem reck'tcn Wege." .

München, 21. Nov. Die Kammer nahm m zweiter Be­ratung einstimmig den Wahlgesetzantrag des Zen­trum s an, nachdem der liberale Antrag aus Einführung der alßol'iten Mehrheit bei den Wahlen an Stelle der ^rela­tiven Mehrheit gegen die Stimmen der Liberalen, der Soztal- demokroten und der Freien Vereinigung abaelehnt worden war.

ynlitirrtif Tagrslrhan.

Zum Wechsel im preußischen Iustijmimsterium

Aus preußt scheu Ricy t e r kreis en wird uns ge­schrieben :

Nun geht Derr Schönstedt wirklich. Es gibt eine erkleck­liche Anzahl Richter in Preus^n, die nichts weiter sagen, als ein befreites: Endlich! Sckwustcdt hat elf Jahre lang regiert und in dieser für ncupreußische Verhältnisse unwahrscheinlich langen ßrit hat er eine erkleckliche Anzahl gekränkt, zurückgesetzt und verbittert. Man brauckst dabei nicht gleich an persönlich Boshetl in denken: aber als man Herrn Schönstedt am 13. Nov. 1894 m das ftattlidK Haus in der Berliner Wilhelmstraße berief, wo jeher, der's einmal in Preußen zum Gerichtsasscssor gebracht b.-r, einen qualvollen Vormittag verbringen mußte, da fand er rin Programm vor, eine sogenannte gebundene Marschroute. An du Hit' er sich dann einfach gehalten: vielleicht, daß in der {/i. chtnng dieser Marschroute auch Schönstedts persönl. Sympathien efrr Abneigungen lagen. Aber das kam doch wolst nur in zweiter Sd ihe in Betracht. DerBien mußte" eben, und wie's in der Doocrettc heißt: was nötig war, das tat er.

Schönstedt, der einstige Bonner Burschenschafter, gehörte zu inner Gattung preußisck^er Minister, die cs für ihre Pflicht halten, gegenüber derZuchtlosigkeit" deS Reickzstages den preußischen $ ommiß" wie eiltenrochcr de bronce" zu stabilieren. Mit nrverhohlener Verachtung er hat eS mehr als einmal rnrrFcu lassen, blickte Schönstedt auf den Reichstag des allgemeinen Wahlrechts: selbst wo er, wie im Kö­nigsberger Prozeß oder bei dem Versuch, auf Umwegen dem Gelangen nach kriminalrcchtlicher Ahndung des Kvntraktbruchs betr Landarbeiter zu willfahren, in die ReckstSsphäre des Reiches geriet, dünkie cs ihn unter seiner Würde, dem Rcichsparlament gtrtx und Antivort zu stehen. Nur in der preußischen Landstnbe ps egte er in seiner twckenen Redeweise, der jeder Humor, Kon- ril ianz und Anmut in gleick-er Weise fiemd blieben, seine geheim­stem Gedanken auszusprechcn. Dort fand er dafür freilich an bem Konservativen berder Fraktionen stets ein berfallsfreudtgcs

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onnenstrasse 25

Anchiwrium. , , ,

Des Scheidenden Vorzüge les wäre mehr als betrubltch, fcnm er deren keine gehabt hätte) lagen ausschließlich nach der jrristi scheu Seite. Schönstedt ist ein tüchtiger Fachjurist uitb hat sich durch die geschickte Art, wie er um die Jahrhundert- txnde in seinem Ressort den Uebergang zum neuen bürgerlichen Nr-cht vollwg. sicher manches ehrlick^c Verdienst erworben. Mer fag bißck»en Licht verdämmert vor den riesengroß auffteigenden Schatten, und deshalb kann man nur wünschen, daß Schönstedts «knchsolaer anders werde als jener war. Ob Beseler nur stochminister sein und die Parteipolitik in seinem Ressort finder le nen Platz haben wird, bleibt abzuwarten. Ms Sohn eines bvK hervorragendsten deutschen Rechtsprofessoren ist wenigstens Amtes von ihm zu erwarten.

Die ,.Berl. Volksztg." widmet Schönstedt folgenden Nachruf: Dne reaktionären Bestrebungen deS hinter uns liegen- tnn Ialwrelmts mit all ihren häßlichen Begleiterscheinungen imegelit sich am prägnantesten in den Vorgängen wieder, die die ^schichte der Justizverwaltung unter dem Regime Schönstedts leütigtc. Daß das Vertrauen der preußisck)en Rechtsprechung ge- liniien ist, Hot Schönstedt selb'^ im Parlament zugegeben.

Deutschlands Feinde und Freunde.

Deutschland hat mit seinen Freundschaften kein Slück. Wenn Italien eineExtratour" mit Frank- r k°ich tanzt, dann ist man ja durch Gewöhnung allmählich über daß Gefühl der Eifersucht Herr geworden und man krnegt keinenroten Kopf mehr. Trotzdem, erfreulich ist die Stmnäherung eine? Freundes an den Gegner auch nicht Wst'nn die Bündnistreue Oefterreich-UngarnS haupt- stichlich durch die Zuverlässigkeit deS greisen Kaisers Franz Josef verbürgt erscheint und ein Thronwechsel alles ins Un- aeiuiffe stellen würde, so ist das Maß von Sicherheit eben» jailS kein befriedigendes. Freundschaften kleiner Länder iv'üe Belgiens, Schwedens, Rumäniens können wenig helfen: m Ernstfall ist darauf kein Verlaß, dann tritt die Neutralität in Kraft. Der gute Freund in Konstantinopel hat genug miiit sich selbst zu tun. Frankreichs Liebe hat Deutsch- lannt> mit allen Beweisen zarter Al,smerlsamkeit und einer mvchr als französischen Höflichkeit nicht zu erringen vermocht. Diiie Ver. Staaten sind so lange verträglich gesinnt, als sie-Aussicht haben, zu einem vorteilhaften Handelsvertrag miiit Deutschland zu gelangen. Geht das nicht glatt von f|Qotten, dann nutzt auch Roosevelts Wohlwollen zu nichts, bäum muß der Präsident der erregten öffentlichen Meinung fiMhnung tragen. Spanien steht zu Frankreich, wie sehr Allans Xtll. für den deutschen Kaiser und den Kronprinzen Spännen mag. Dänemark ist von England gewonnen

Berli n, 21. Nov. Ter Kaiser hat sich heute nachmittag von Kiel nach dem Neuen Palais zurückbegeben. Im Wildpark traf er am Abend ein, empfangen von der Kvisemn und Prinz Adalbert. Ä

Dem bisherigen ^nsfinninistcr at. Schoenstedt, dcjscn Entlastung heute offiziell publiziert wird, hat der Kaiser beim Abschied seine Porträtbüste ln Marmor überreichen lassen. Die heute cbenfstls publinerte Ernennung des Oberlandesgcrichts- Präsidenten in Breslau Dr. Beseler zum Justizminister hrt zur Folge, bafc auf seinen Platz in BrcSlau der Ober» tandcsgerichtspräsident Bierhaus aus Kiel kommt. An besten Stelle tritt der R e i cksg c r i ch tsra t Dr. S p a hn, der bekannte ZcnMlmsfilhrer. Es ist nickst anzunebmen, das; dieser durch seinen neuen Posten seiner parlamentarischen Tätig­keit entzogen werden wird.

Die Könige von England und von Italien hnben ihrer Teilnahme an dem TorvedobootS-Unglück Ausdruck gegeben.

Der P r i n z r e g e n t von R c u ß j. L. scheint gegen den Toleranz antrag Mißttaurm zu hegen. DieGer. Ztgl" schreibt wemgstenS: .

Ter Regent unseres Landes hat eme große Zahl der Broschüre des Jenenser Superintendenten Dr. VraaschWas h-t das nickst ultrammttcme Voll von der Annahme deS Toleranrarträges zu erwarten?" ankaufcn und sie den Kirchen- und Scb'.ilvorständen des Landes zugehm lasten, damit vre Anffläriing über die wahren Ziele des Toleranzantroges der römischen Zentrumspartei in die weitesten Kreise dringe. Daß damit einem von vielen gefühlten Bedürfnis gedient wird, ist nicht zu leugnen. . . . Man Sann der Regierung für ifste weise Maßnahme nur dankbar sein."

Wie ein hiesiges Mittagsblatt meldet, wurde der anti­semitische ReickStagsabg. Pasvor a. D. K'rösell im Hamburger Hafen verhaftet, alS er von einer England» reife zurückkehrte. Gegen Krösell wurde, wie wir mittecktlm, vor etlaa zehn Tagen von der Stargarder Strafkammer ein Haft­befehl erlassen, weil er zu einem von dieser au beraumt en Termin n>cgen Beleidigung des Staatsanwalts Bredow nicht erschienen war. Angeblich hatte er au5 Gesuiidhcitsrückfichten unter Vor­legung eines är-.tl'chcn Zeugnistes um Tcrminverlegung gebeten. Ein Phtstikatsatlest scheint er nicht vorgrlogt zu bak-rt er hat sich vielmehr ins Ausland begeben, so daß ine Behörden den Haftbefehl nicht auSführen sonnten und einen Steckbrief erlassen

gestern gemeldete Mandatsniederlegung dcs sozialdemokr. ?lbg. S ch i v v e l macht für den ReickAagswaMre.S Chemnitz eine Nachwahl erforderlich. Don . 61 385 Wahl- berechtigicn tmirden bei der letzten Wey? vor Mei <;obren 34 266 sozialdemokratische. 13 078 nationalliberale, 3703 fteismmge und einige Zentrumsflimmen abgegeben. Das Mandat zahlt also zum sick^rsten Besitzstände der wllaldemvkr. Partei, dcr es fett 1890 ununterbrochen angchärt hat.

DieKöln. VolV'tg." Pünbtot für ine bevorstehende vreuß. Landtagskampagne eine Interpellation überden Ver- bleib dar 325 000 Mark der Vommernbankgelder an, üb-r deren Empfang Freib. von Mirbach quittiert hat, ohne näh-re^ über die eigcntl'ck« Zweckbestimmung und die Verwend­ung dieser Summe zu wissen. Gleichseitig will eS trrauf dringen, daß ein neues Gerichtsverfahren erc-ffnct Nnrd-

Trr Flotten-Verein beruft seinen G.'samtvorstand zu einer Silmng ein, die am 2. Dezember in Berlin stattfinden wird Der Hauptgegerrstand dcr Bwatung wird die Stellungnahme des Vereins zur neuen Flotten-Dorlage sein, worüber General­major Krim berichten wird- , _. t

Gnesen *21. Nov. Gegen Herrenhgus-Mitgned von Koscielski', den Rcick-stagSabg. E h r z a n o w s k i und andere Polen Hit der Staatsanwalt das Strafverfahren wegen llcberschreitung dcS Vereinsgesetzes eingeleitet, weil Kvscielstt,