Viertes Blatt
296
Samstag 16. Dezember 1905
155. Jahrgang
Gießener Anzeiger
ttglidf mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
wärts mit bestem Erfolge vorgegangen, zum Nutzen der Geschähe
Verein der
900 Frauen,
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Wannenbäder
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aoniki
Günstige Gelegenheit * Waihnachts Einkäufe!
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Ausverkauf.
krüickgesetzte Artikel unter Einkauf!
Zurlckgdsetzte Artikel unter Einkauf!
Stets Eingang von Neuheiten!
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Robert Haas Nacht, n. Conr. Schmidt
Sei ter» weg-, im Hause des Herrn Julius iiach
23
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Wannenbäder Tanrpf- und 147 Männer
Redaktion. Expedition u. Druckerei - Schulst*. T, Lei. Nr. 6L ielegt.-jU)t. r Anzeiger <Si«bä
worden. Tas Wenige, was dann noch in einzelnen Ge- gekaiift wird, würde in bicfcn (^cifhö^ten an anderen Tagen an einen nennenswerten Anfall in nicht zu denken. Tann die hiesigen Geschäfte bnrd) die oh erscheitteitden Wander- emvfindlieb geschädigt. Auch hiergegen ist mon ander-
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tie ..Gießener ^amilienblätter- werden dem .irze'gei g'erinat wöchentlich beigelegt. Ter Landwirt" erscheint monatlich einmal.
aekatih schä'sten gekauft, iverden lager
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Detaillisten wäre eine dankbare Ausgabe gestellt, wenn in' älteren Versammlungen in anregender Weile alles, was den Detail- öaitdel drückt, zur Sprache gebracht ivürde. Natürlich mutzten diese Versaniinliiiigen von Seiten der (Veschähsleute besser wie bisher besticht sein. Selbst oui d>e 6)c'ahr hm, mal eilten Skalabend nicht zn haben, würde Rkancher hier gute Winke unb Anregung mit nach Hause bringen, die ihm vielleicht recht nützlich sind. Gar vieles liegt hier noch im Argen, es wäre höchste Zeit, hiergegen weniger ivie bisher gleichgiltig zu sein, sondern kräftig an der Gesundung der Handels- und Verkehrs interessen beiz u trage tt.
15, Ä, 48, 65, UL» 1)0)0.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sch« Unwersuätsdruckerei. R. Lang«. Gieß«.
sowohl, als mich der Konsumenten:
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Spanische Fichus und Ec^arpes Seidene Tücher Ball-Handschuhe
204 , 10
einem Beamten in einem Termin als Sachverständige zuge» zogen,' so haben sie eine Gebühr zu beanspruchen, die sür jede anqesangene Stunde der von ihnen versäumten Zeit drei Mark beträgt, jedoch für einen Tag den Betrag von dreißig Mark nicht übersteige darf. Außerdem können sie Ersatz der für die etwa no'.wendige Reise erwachsenen Fuhrkosten nach Maßgabe der Besanntmachung vom 30. Dezember 1899, sowie Vergütung der auf die Vorbereitung de? Gutachtens' verwendeten Kosten und der für eine Untersuchung verbrauchten Stoffe und Werkzeuge verlangen. Auch sieht ihnen ein Anspruch auf Entschädigung für den durch Abwesenheit von dem Aufenthaltsort verursachten Aufwand und für Nachtquartier nach Maßgabe des § 8 der Deutschen Gebührenordnung für Zeugen und Sachverständige zu. Ta. gegen können neben der Gebühr die besonderen Sätze nach der Bekanntmachung vom 30. Dezember 1899 nicht verlangt werden.
•• Gießener Dolksbad. Im November wurden 9118 Bäder verabreicht gegen 8399 im Oktober 1905 und 8875 im November 1904, oder im Durchschnitt pro Tag 304 Bäder gegen 271 im Oktober 1905 und 296 im November 1904. Der Besuch hat sich im einzelnen wie folgt verteilt:
Schwimmbad 5121 Männer, darunter 718 zu 10 Pfg.,
unb relativen diplomatischen Ejeschicklichkcit und auch von dtttß Bemühungen der meisten Abgeordneten behauptet wer» bhn rile diese Tatsachen nirken zusammen, daß wir über» btairf keine großzügige, nennenswerte Po - 1 1-l k imehr machen und machen können. So ist es durch d eni Mcangel an Persönlichkeiten im Parlament etHärlidi, b-N riiu Minister kürzlich vor dem Reichstag davon sprechen bifcrrftc, daß die Reden der Abgeordneten einen praktischen micht haben und daß die geistige und sittliche Miuder- nxrttißleeit der bürgerlichen Gesellschaft die Schuld an dem st'htm *lnn>achsen der N'msturzpartei trüge. Freilick) — ein hromg Wahrheit ist auch an diesen Behauptungen und Vor- hnärlm wohl. . - .
abends durch die Stadl, findet man nur wenige Geschälte innen und nutzen richtig beleuchtet, die meisten Geschälte find schlecht beleuchtet. Selbst da, wo elektrisches Licht angelegt ist, ist dieses nicht eingeschaltet; ein ganz la' es Soarsystem. Mehr Licht! Und wie kann ein zielbe- wntzter, tüchtigerKaufmann geaen die Aufhebung der geradezu schädlichen überlebten K r a in m ä r k t e stimmen. Mir ist das un- latzlich. 3m Rheinlands und Mitteldeutschland sind es gerade die Geschäfte, welche einstimmig und geschlossen für Aufhebung die'er Märkte emgotretensind, und heute noch eintreten. Fort mit diesen st rammärkten, ie eher, desto bcPer, denn diese sind ein grotzer Nachteil für die Platzaeschäste. Die Laudleute, welche an dielen Tagen zrtr Stadt kommen, siebt man vollgepackt mit Waren, welche auf dem Markte
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Aas Stnfc! and KimS.
Gießen, den 16. Dezember.
• Die Gebühren sür gerichtsärztliche Ver- ri Ölungen d er pra ktischen Aerzte und praktischen Mit Genehmigrtng S. K. H. des Großherzogs tuiir) in Abänderung der Bestimmungen der Bekanntmachung raui 6. November 1879 bestimmt, daß für praktische Aerzte unb praktische Zahnärzte, die von Behörden oder Beamten cbd Zachverständige außerhalb eines Termins zttgezogen rofjehn, in Ermangelung anderweitiger Vereinbarung die Ge- bLhkmordnung für approbierte Aerzte und Zahnärzte vom 3C:i. Tczember 1899 Anwendrmg zu finden hat. Werden priatiche Aerzte oder Zahnärzte von einer Behörde oder
145 Männer, 62 Frauen, Brausebäder 2. Klaffe 1106 Männer, 140 Frauen. Die Personemvage wurde von 200 Personen benutzt und das Bad von 2 Personen besichtigt.
— Ein hiesiger Geschäftsmann schreibt uns:
Es ist leider eine traurige Tatsache, daß jahraus jahrein ein lehr grotzer Teil, und gerade der kaufkräftigste hiesige Bürger ihre Einkäufe auswärts machen. Zu keiner Zeit im Jahre tritt dieses in so großem Matze auf, als gerade in der Weihnachtszeit Diese auswärtigen Einkäufe werden mit jedem Jahre größer, während für die hiesigen Geschäftsleute gerade das Weihnachtsgeschäft von Jahr zu Jahr anstrengender, aufregender, aber entschieden u n lohnender wird. Ganz befonberS aber sind es die B e a m t e n f r e i f e, bei denen die Ansicht verbreitet ist, daß alles, was von auswärts bezogen ist, schöner, billiger und besier sei, als wäre es in hiesigen Geschäften gekauft. Ob das nun wirk- lieh der Fall ist, möchte ich doch bezweifeln. Aber auch in vielen anderen Bürgerkrctsen hört man so ost sagen: Wir sind unabhängig, fragen nichts nach den hiesigen Geschäften unb kaufen auswärts. Selbst solche Leute, die an hiesigen Geschäften ihr Geld verdienen, bringen dieses nach auswärts. Abgesehen davon, daß solche Ansichten wenig Bürgersinn und Lokalpatriotismus beweisen, schädigen diese die ©teuerfraft des Platzes, stauste mon alles am Platze, würden die Geschäfte viel größere Umsätze erzielen und somit größere Steuern aufzubringen imstande sein. Würden diese Kreise ständige Kunde»» der. Platzgeschäfte, mären diese ja auch eher in her Lage, deren Geschmack und Wünschen Rechnung zu tragen, als dies bisher möglich gewesen ist. Die Gründe dieser Poreingenommenheit gegen auswärtige Geschäfte mögen vielleicht viele sein. Eines möchte ich jedoch hervorheben. Man wandelt in hiesigen Geschäftskretsen noch allm sehr in den veralteten ausgetretenen Geleisen früherer Zeiten. Ein großer Teil führt nicht feste Preise, zeichnet seine Waren nicht in Zahlen, sondern nur den Eingeweihten verständlichen Buch- staben a»t§. Das wirkt doch unmöglich beim Käufer vertrauenerweckend, im Gegenteil. Ter oberste Grundsatz eines jeden (Öe- schästes sollte fein: Billigste, streng feste Preise, an jedem Gegenstände, auch den im Schaufenster ausgestellten, deutlich dcffen Verkaufspreis, im Laden selbst die gleichen Preise als an den im Fenster ausgestellten Waren. Tann ist eS selbst bei tonangebenden Geschäften noch die Unsitte, Waren im Fenster zu Ellenpreisen auszustellen. Tas sind zu vermeidende Mätzchen: wir haben int Deutschen Reiche Dieter, aber nicht Ellen. Gebt man
vermischte».
* Berlin, 14. Dcz. Tie letzten Tage haben den Schleier von der Arbeitsrveife zweier Eheschcidungs» detcltivs gebracht. Ter eine spielte sich vor den Schranken des Scl)wurgerichts ab und endete mit der Verurteilung des Tetektivs wegen Merneids zu einer empftnd- lichen Freiheitsstrafe. Ter zweite war harmloserer Natur. Es wurde nur erzählt, wie ein „namhafter Künstlet seine Frcnt, die er im Verdacht der Treulosigkeit hatte, mit ihrem Galan überwachen ließ. Beide Fälle — im ersten war der mißtrauische Gatte ein Schlächtermeister — ließen also den Detektiv als Gehilfen des ehemüden Mannes der Frau geaenüber sehen. Man muß doch sagen, daß der Ehemann nicht gerade das Bild hervorragender Ritterlicl)kett bietet, der gewissermaßen eine Prämie auf die Sicherheit^ aussetzt, sich von seinem Weib gehörnt zu wissen. Ter Künstler ließ seine Frau bei ihren Rendezvous vom Detektiv durch Löcher im Fußboden vom oberen Stockwerk aus beobachten. Ter Flcischcrme.ster gab, wenigstens stillschweigend seine Zustimmung dazu, daß der Detektiv überhaupt, den Versuch unternahm, lein Eheweib selbst vom Pfadei der Pflicht abzulocken. Beachtenswert ist die in dem Meineidsprozesse ans Licht geförderte Geschäftsusance einzelner Tetektivbureaus, Ehebrüche sozusagen ftanko ins Haus zu liefern, sie auf Bestellung epst zustande kommen zu lassen.^ Neu ist der Trick keineswegs. Er ftndet sich schon in einer Novelle Guy de Maupasiants, wo die junge, der Ehe überdrüssige Frau ein hübsches Stubenmädchen zu bent? Zwecke ins Haus nimmt, daß sie sich vom Herrn den Hof machen und mit ihm in flagranti cnvischen lasse, ein Programm, daß denn auch Punkt für Punkt bis zum dramatischen Schlußlapitel durchgeführt wird, zu dem die junge Frau ihre Eltern rechtzeitig als Zuschauer geladen hat. v>n der graziösen Darstellung des großen französischen Romanziers läßt mau sich die Cache gern gefallen. Aber ins Gewerbsmäßige übertragen, nimmt sie sich doch ^echt häßlich aus.
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alten, W 0,12,60 911
Ih’litiRlif Tniusschall.
Zu wenig Persönlichkeiten.
Aus Berlin schreibt uns ein gelegentlicher Mitch dm ter:
2hn Abend nach der großen Rede des Grafen Posa» kllirskp über die Notwendigkeit einer geistigen und sitt» ILtii Wiedergeburt der burgerli sten Gesellschaft hatte ich DjÄIkgenheit, mit einem älteren Herrn ein Stündchen zu Jbt i- n, mit einem Herrn, der einst im parlamentarischen Jltni eine nicht unbedeutende Rolle gespielt hat. Absen» ßtthnnS — Tiäten — Kampfmittel gegen die Sozialdemo- Itaü u. a. m. gaben genug Stoff zu interessanter Unter»
Wir haben zu wenig Persönlichkeiten!
.r ar der Glaubenssatz meines '^genübers. Daran krankt iurs i Parlamentarismus, daran trankt unsere Gesellschaft. ()•&' Posadowsky ist zu ,ehr Berliner und schließt von tki ikhru bekannten Verhältnissen in der Gesellschaft auf Kit, llistigen und sittlichen Stand unserer ganzen deut- fM-'ii bürgerlichen (^sellsckaft. T eser Trugschluß hat ihn Blrtl'let, in der Wiedergeburt dieser Gesellschaft, die in $ Sir Hirt) teil gar nicht so materialistisch ist, als der Minister Miubt, das einzig wirksame Mittel gegen das Anwachsen tfct Sozialdemokratie zu erblicken. Hätten wir unter den SCI]c o r l) n c t c n , namentlich aber auch unter den M i- tii ififtr n überragende, martrnte, in sich geschlossene Per» i^lhrf'Icitcn, deren jede an sich schon ein sich gleich bleiben» fcöl Programm bedeutete — wie anders würden die Ver-
gxonMingcn in den Parlamenten verlaufen. Jetzt sind die Afsra tun gen in der T a t zu Verhandlungen her» lZF'-. z o^smken Jede Fraktion sinnt mehr auf gute, vorüber» L prägengeschäftliche Erfolge und auf Materialgewinnung
f^tbir Parteipropaaanda, als daß sie allein der gemein- s-itm n Sache, der Wohlfah. > des deutschen Vaterlandes nvrxen selbst unter Opfern die für die Erreichung dieses erntz pmi Zieles geeigneten Maßnahmen beschlössen. Es soll ntkriGisben zu nahe getreten werden, aber was kürzlich Wen bam Reichskanzler gesagt worden ist, „seine Feste pnrlamentarischeu Abende trügen keine persön- lli.tze Marke, sondern machten den Eindruck, als solle ernt Pflicht mit An stand erfüllt werden", das kann auch htoi brr Arbeit der Mehrzahl unserer Minister trt o$ chres guten Willens, ihres Fleißes, ityrer Sachkenntnis
Wegen Umzug im nächsten Frühjahr nach meinem neuen Geschäftslokal unterstelle ich von heute ab mein gesamtes Lager einem
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Alle Artikel bestehen wie bekannt aus nur soliden, bewährten Fabrikaten.
Spezielle Weihnächte-Ausstellung in feinen Geschenk^ - Artikeln in den hinteren Räumen meines Geschäftelokals.
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