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04/10/1905 Erstes Blatt
 
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LSS. Jahrgang

Erste- Matt.

Nr. »38

Mittwoch 4. Oktober 1906

M Siebener Anzeiger

E W General-Anzeiger "

.ZM Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Fernsprechanschluß Nr. 51.

BezrrgSpretSr monatlich75Pf., of e rtek» jäbrlich Mk. 2.20; durch! Avhole« ix. Rtceigftclleit: monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk.2. viertel« jährl. auSfchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer biß vormittags 10 Uhr» Zeilenpreis: lokallLPs* auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich für den poltt und allgem. Teil: P. Wittko: für .Stadt und Land" und Gerichtssaal": August Goetz; für den An- zeigenteil: Hans Beck.

Die heutige Kummer umfaßt 10 Seite«. Dtt^ießemr^Rkgimentskommandeur Trothas

Nachfolger?

Man schreibt uns aus Berlin von sehr geschätzter Seite:

General von Trotha sollte nach den bisherigen DiSpo- süionen am 12. November sein Kommando abgeben, an dem Tage, den der neue Gouverneur von Lindequist für seinen Amtsantritt bestimmt hatte. Nun ist die Ausreise deS Herrn von Lindequist auf zwei Wochen verschoben worden. Der Grund hierfür liegt zweifellos darin, daß man dem General von Trotha Zeit lasten will, vielleicht doch noch im letzten Augenblick sein Ziel zu erreichen. Der Kaiser soll in Bezug auf Herrn von Trotha gesagt haben: wenn er einem General einen Auftrag erteilt habe, so müste er abwarten, bis der General ihm melde, daß er den Auftrag ausgeführt habe, oder er (der Kaiser) müste zu der Ueberzeugung ge­langen, daß der General der ihm gestellten Aufgabe nicht gewachsen sei. Seinen Auftrag, den Aufstand in Südwest­afrika niederzuwerfen, hat General von Trotha allerdings noch nicht ausgeführt, andrerseits hat er doch wohl zu viel geleistet, um eS verdient zu haben, kurzerhand beseitigt zu werden. Ob die vierzehntägige Frist ausreichen wird, den erwünschten Erfolg noch zu erzwingen, mag dahin gestellt bleiben, sicherlich aber wird der Ehef des Militärkabinetts Graf Hülsen-Haeseler, dem Herr von Trotha nicht nur verwandtschaftlich nahesteht, seinen Einfluß aufwenden, um dem General einen möglichst großen Zeitgewinn zu ver­schaffen. Nun steht diesen militärischen Erwägungen die zwingende Notwendigkeit gegenüber, die Gouvernements­geschäfte möglichst bald in die festen und gewandten Hände des Herrn von Lindequist zu legen. Dieser Notwendigkeit hat, wie wir hören, der K a i ser selbst sich nicht verschließen können. Die Situation ist demnach im Augenblick sehr schwierig und daSDilemna nicht leicht zu lösen. Ein Zusammenwirken deS Generals von Trotha mit Herrn von Lindequist gehört jedenfalls darüber herrscht nirgends Zweifel in das Reich der Unmöglichkeit. Trotha will nicht unter den Befehl deS wesentlich jüngeren Gouverneurs treten, während Lindequist die Geschäfte nur unter der Bedingung übernehmen will, daß die Truppen unter seinen Direktiven stehen. So sieht man sich jetzt genötigt, nach einem neuen Truppenkommandeur Umschau zu halten. In Frage kommen die folgenden Persönlichkeiten: der neue Gießener Regimentskommandeur Oberst von Lindenau, Oberst Deim­ling und Major von Estorfs. Von ihnen ist, wie wir jetzt vernehmen, Major von Estorff zur Zeit fallen gelassen worden, weil bei seiner Ernennung mehrere dem Dienstalter noch ältere StabSofsiziere aus der Kolonialtruppe hätten ab­berufen werden muffen, eine Maßnahme, die nicht opportun erscheinen kann. Oberst Deimling hat eine längere Dienst­zeit in Südwestafrika für sich, während Oberst v. Lind en au als bewährter Generalstabsoffizier und ausge­zeichneter Taktiker empfehlenswert erscheint. Ihm wird auch diplomatische Begabung nachgerühmt, die für den neuen Posten, in Berücksichtigung der besonderen Stellung dem Gouverneur gegenüber gewiß recht wertvoll wäre. Herr von Trotha dürfte dagegen seinerseits einen der ältesten in der Kolonie stehenden Stabsoffizier vorgeschlagen haben, der die Operationen nach dem Plane des Generals weiterzuführen hätte, so daß auch mit einem verspäteten Er­folge der Name Trotha verknüpft bleiben würde. Die Ent­scheidung, wem die Erbschaft des Generals von Trotha zufallen wird, ist zur Stunde noch nicht gefallen. Mancherlei Gründe lasten es wünschenswert erscheinen, daß der neue Truppenkommandeur gleichzeitig mit dem neuen Gouverneur in der Kolonie einträfe. Wählt die Regierung diesen Weg, so müßten schon die nächsten' vierzehn Tage hierüber Klarheit bringen. Erfolgt innerhalb dieser Fris also nicht die Ernennung eines neuen Kommandeurs, so dar man annehmen, daß Herr von Trotha mit seinen Absichten durchgedrungen ist und bei Ankunft deS Herrn von Linde­quist die Kommandogewalt einem seiner Stabsoffiziere übcr- geben wird.___________________________________________________

Per berliner ßlektrizitäts-Ausstand.

Wie W. T. B. heute meldet, legten nun auch die Ar- oeiter und Arbeiterinnen der Glühlampenwerke, sowie die Arbeiter der Nernst-Lampenfabrik die Arbei nieder. Die Gesamtzahl der Aus ständigen wird auf 3 8 000 geschätzt. Der Straßenbahnbetrieb konnte mi Einschränkung aufrecht erhalten werden. Ein Arbeiter deS Kabelwerkes an der Oberspree wurde unter dem Verdacht, den dortigen Brand angelegt zu haben, ver­haftet, doch liegen zuverlässige Beweise nicht vor.

Ferner legte ein Teil der Lagerarbeiter, Packer und Monteure von Siemens & Halske und der Allge­meinen Elektrizitätsgesellschaft die Arbeit nieder. Die nicht entlassenen 10 Prozent der Arbeiter in den von den Firmen geschloffenen Betrieben sind trotz der Versicherung, daß nicht ein Mann erscheinen werde, in der Mehrzahl der Werke nahezu vollständig an der Arbeit.

Um 5.53 Uhr nachmittags begaben sich am Dienstag jwei Mitglieder des Streikkomitees zum Oberbürger­meister Kirschner, um seine Vermittlung anzurufen.

Der Oberbürgermeister erklärte sich bereit, mit beiden Par- eien zu verhandeln, da er die Lage für sehr ernst und bedenklich halte, stellte jedoch die Bedingung, daß das Streikkomitee ihn offiziell schriftlich um seine Vermittlung ersuche.

25 Versammlungen waren nach den verschiedenen Stadt­teilen Berlins, ferner nach Oberschönweide, Nixdorf und Char- vttenburg einberufen. Die Referenten empfahlen für den Augenblick eine abwartende Stellung.

Die Arbeiter verhalten sich, wie von anderer Seite ge­meldet wird, vollkommen ruhig. Große Geldsamm­lungen zu Gunsten der AuSgesperrtcn und Streikenden werden für den Fall vorbereitet, daß die Maste»-Aussperrung andauert oder, wie befürchten wird, weitere Kreise ziehen sollte. ES besteht in den Kreisen der Straßenbahner nicht die Absicht, zurzeit einen großen Streik zu be­ginnen. Auch bei den Omnibus-Angestellten ist keine Stimmung für einen Solidaritätsstreik vorhanden. Dagegen ist es nicht von der Hand zu weisen, daß bei einer längeren Dauer des Kampfes auch diese Ar­beiter-Kategorien in den allgemeinen Kampf mit hineingeristen werden. Die Zahl der Arbeitswilligen, die sich den Elek­trizitätswerken anboten, ist sehr groß. Auch aus der Pro­vinz sind Arbeitswillige in großer Zahl eingetroffen. Sie wurden unter starkem polizeilichem Schutz nach den Krast- stationen im Innern der Stadt gebracht. Bisher kam eS zu keinerlei Ausschreitungen. Man nimmt an, daß in nächster Zeit sowohl die elektrische Straßenbeleuchtung als auch der Betrieb der Straßenbahn noch weitere Ein­schränkungen wird erfahren müssen.

Unser Berliner lk.-Mitarbeiter schreibt uns:

Soweit der Streik in der Elektrizitätsindustrie, der den An­stoß gab zu der Mastenaussperrung seitens der Arbeitgeber, als eineMachtprobe" cnsigefaßt wird, sind offenbar die Unter­nehmer ein st weilen nicht dieBesiegten. Man spricht soviel von der musterhaften Disziplin der organisierten Genossen. Aber wenn irgendwo, dann hat hier die Disziplin versagt. Die Gewerkschaftsführer sahen von Anfang an klar ein, daß der Streik ein Schlag ins Wafser sein werde, und sie mußten trotzdem der erregten Stimmung Rechnung tragen. Es ist auch ein Zeichen bc5 Schwankens und der Meinungsverschiedenheit, daß der Oberbürgermeister nm Vermittlung angegangen worden ist. Ob jetzt die Vermittlung nicht zu spät kommt, nachdem die Elektrizitätswerke gesehen haben, daß sie zur Not durchkommen, bleibt abzuwarten. Die Arbeitgeber wollen, wie verlautet, keinerlei weitere Zugeständnisse machen. Bei einem solchen Riesenausstand sind die Geldmittel rasch erschöpft. Nun sollen zwar auch Sammlungen von bürgerlicher Seite veranstaltet werden, aber wenn sich michbekannte Sozialpolitiker" an die Spitze dieser Sammluuqen stellen, wird schwerlich das Er­gebnis ins'Gewicht fallen. Hitzige Gemüter haben die Drohung eines General st reiks bereit. Aber dazu gehören doch erst recht ungeheuere Mittel, nnd außerdem ist für einen solchen Streik gewiß nicht die geringste Unterstützung aus dem Bürgertum zu erwarten. Das sozialdemokratische Zentralorgan, derVorwärts" dient der Möglichkeit, einer Einigung durch seine stark herausfordernde Haltung durchaus nicht.

Russische YerrigLetten.

Tein PariserTemps" zufolge hat das Pariser Ko­mitee der Bankiers und Kreditinstitute kürzlich die Bedingungen einer neuen russischen An­leihe erörtert. Dieselbe würde 1800Millionen Frcs. betragen und gleichzeitig in Frankreich, Deutschland, England, Nordamerika und Holland zur Emission gelangen. Die Hälfte, 900 Millionen Frcs., würde Frankreich reserviert werden. Falls infolge von Kursdifferenzen der russischen Rente auf den verschiedenen Plätzen nicht überall derselbe Emissionstürs ftxiert werden könnte, würde die Anleihe auf den ftanzösischen illLarkt beschränkt werden und eine Milliarde betragen.

Zn Misko lcz wurde der 25jährige Großgrundbesitzer Patagaly von zwei Arbeitern ermordet.

Zn Baku nimmt die Feindschaft zwischen Armeniern und Tataren einen immer drohenderen Charakter an. Am 2. d. M. begab sich der Hausbesitzer Aschurow mit seinem Bekannten Mucharow nach seinem Hause. Plötzlich sprang der Armenier Mnazakanjanz hervor und versetzte Mucharow mehrere Dolchstiche. Gleichzeitig wurde aus einem Hause ein Schuß auf Aschurow abgefeuert. Beide erlitten tödliche Wunden. Eine Kosakenpatrouille nahm zwei Armenier fest. Als die Verhafteten nach dem Polizei­revier geführt wurden, feuerte ein Armenier, der Gerichts­vollzieher Arumow, aus fernem Hause mehrere Revolver­schüsse ab und verwundete einige Kosaken. Militär und Polizei nahmen eine Haussuchung in der Wohnung vor und fanden dorr ein großes Waffendepot. Arumow ist verhaftet. Alle Geschäfte sind gesMosien.

Deutsches Seidk

B erlin, 3. Okt. Die zwischen Deutschland und Frank­reich getroffene Vereinbarung über den Programm-Ent­wurf für die Marokkokonferenz wird im Wortlau heute in derNordd. Allq. Ztq." veröffentlicht.

Politische Tagesschau.

Kultusminister Harnack?

Wie an anderer Stelle gemeldet wird, ist Prof. Dr. Harnack als Generaldirektor der Kgl. Bibliothek zu Berlin in Anwesenheit des Kultusministers Dr. Stuot und einiger seiner Räte eingesührt worden. Wie man nun demReichsb." schreibt, gibt es Kreise, welche glauben,daß der jetzige Kultusminister Dr. Studt seinen Nachfolger in das Amt eingeführt hat, welches Harnack zum Uebergang und ^Sprungbrett in das Kultusmini st erium dienen

oll. Er wird ernsthaft von manchen als kommender Mounts betrachtet." DerReichsbote" schreibt:Harnack an der Spitze des Kultusministeriums würde die Herrschaft dep Umsturztheologie auf allen 'Fakultäten und durch ihre Zög­linge auch auf den Kanzeln bedeuten. Unsere leitenbett! Männer müßten aber doch mit Blindheit geschlagen fein, wenn sie nicht einsähen, daß, wenn sie die Kirche der Um* turztheologie preisgeben, die logische Konsequenz verengt, daß bann auch der Staat der Umsturzpolitik der Sozial­demokratie verfallen muß." DerReichsb." bezweifelt eS aber auch, daß Harnack überhaupt Kultusminister werben! möchte,weil für ihn dort keine Lorbeeren zu holen wären/ wo er aber in die Gefahr kommen würde, feinen früheren^ Ruhm selbst zu zerstören."

Ausland.

Paris, 3. Okt.Echo de Paris" meldet aus Tanger, daß abermals drei Algerier, ftanzösische Untertanen, Opfer zweier Ueberfälle der Leute Raisu tis geworden sind. Dep französische Geschäftsträger haoe bei den Behörden in Tangers Einspruch erhoben.

Petit Parisien" veröffentlicht eine Unterredung, die fein Redakteur Douvier in Baden-Baden mit dem Fürsten Bülow hatte. Die Unterredung bezog sich fast ausschließlich auf Marokko. Bülow betonte, daß Deutschland das ein­zige .Interesse habe, die Freiheit des Handels zur Anerkennimg zu bringen, daj; ihm aber jeder Angriff aus. die besonderen Rechte Frankreichs fern liege. Bülow em­pfiehlt der französischen Pre,je, ihrem Publikum die Ueber­zeugung beizubringen, daß Deutschland nur den Zweck ver­folge, feine Interessen zu verteidigen, nicht aber Frankreich anzugreifen. Deshalb werde es in Algeciras ebenso auf­richtig die französischen Rechte anerkennen, wie bei de« Pariser Vorverhandlungen. Zum Schluß der UnterhalUiwg befragte der französische Journalist über die russische deutsche Annäherung. Bülow antwortete: ,Z<H denke darüber wie über die französisch-italienische Annäher­ung. In Frankreich kann man gewiß nicht unzufrieden sein, wenn die Freunde Frankreichs neue Feinde ge­winnen und dadurch ihre eigene Situation und biejenißp Frankreichs stärken."

Wien, 3. Okt. J!n der heutigen Sitzung! des Ab», geordnetenhauses kam es bald nach der Eröffnung zu stürmischen Szenen. Die Tschechen hatten $ele*i: gramme erhalten, daß deutsche Kouleurstudentenj vor einem tschechischen Veremshause in Brünn mit volveru bewaffnet erschienen und einen Mannerschosserv hätten. Die Tschechischradikalen schlugen unter lärmenden! Rufen auf die Pulte und stürzten dann auf die Minister-' bank, wo sie auf den Minister heftig einschrieen; sie er­klärten, daß sie eine weitere Beratung nicht zuließeu, bevor in Brünn nicht Ordnung geschaffen sei. Da sich die Tschechen nicht beruhigen ließen, mutzte der Präsident die Sitzung unterbrechen. Nach einer' Pause von 20 Minuten eröffnete der Vizepräsident die Sitzuna. Der Minister des intern, Bhlandt--Rcydt erklärte aufgrund einer telephonischen Mit­teilung aus Brünn, daß dort kein Schuß gefallen fei und die Gerüchte, daß ein Deutscher einen Tschechen erschossen, habe, darauf zurückzuführen seien, daß ein Student einen Revolver gezeigt und ihn an einen neben ihm stehenden Studenten weitergegeben hat. Der Minister schließt, er werde dem Haufe weitere Aufkülrungen geben, fobafb er neue Mitteilungen erhalte.

Brünn, 3. Okt. Die Ausschreitungen und Straßen« exzesse dauerten auch heute abend fort. Mehrere Geschäfts« lüden wurden demoliert und die F-ensterscheibcn sowohl an deutschen wie tschechischen Wchnhänsern eingeschlagen. Äußer vielen Verwundungen wurde em Tischlergehilfe diuch» einen Bajonettstich getötet. Erst als" vier Kompagnien Infanterie und drei Schwadronen Kavallerie zur Unter­stützung der Polizei eintrafen, konnte die Ruhe wiedeicher- gestellt werden.

Bukarest, 3. Okt. Wie nachträglich bekannt wird, soll ein anarchistisch er Anschl a g gegen dvn Eisenbcchnzug, mit dem König Karol von Wien zurückkehrte, geplant gewesen sein. Der Wachsamkeit der rumänischen und un­garischen Eisenbahnbeamten sei es zu danken, daß die Tat vereitelt wurde.

Washington, 3. Okt. Zvr Auftrage des deutschen Kaisers überreichte gestern dec,deutsche Marineattm^s Korvettenkapitän Heppinghaus dem Präsidenten Roose­velt eine Sammlung von Stichen, die Vorgänge aus dem Leben Friedrichs des Großen vorstellen, nebst einem Handschreiben des' Kaisers.

Kie ßholera

soll, wenn man einer Heroldmeldung Glauben schenken darf, in Rheinheffeu ein Opfer gefordert haben. In Nieder- Ingelheim ist, wie gerüchtweise verlautet, die Haushälterin des katholischen Pfarrers Waller unter choleraoerdächtigen Erscheinungen gestorben. Das Kreisgesundheitsamt in Bingen hat sofort eine bakteriologische Untersuchung ver­anlaßt und Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Dem Pfarrer ist jede Diensthandlung untersagt.

Ans Stadt nnd Land.

Gießen, 4. Oktober 1905.

** Auszeichnungen. Dem in weiteren Kreisen HeffenS bekannten Reichsbevollmächtigten für Zölle und Steuern in Hannover, Herrn Oberfinanzrat Karl Müller, der kürzlich unter Verleihung des Charakters als Geheimerat nach mehr als 50jährigem, sehr erfolgreichen Wirken auf fein Nachsuchen in den Ruhestand trat, wurde aus diesem Anlaß von dem Kaiser der Rote Adlerorden 2. Klaffe verliehen. Er war.