155. Jahrgang
Zweites Blatt
Wr. 284
Itu jtl4>|g» ■
• forrtl!
Verlobte
Möbel
Moderne
2. iiysbtt IW
WM 1 gtncraiemw^
Schwestern ne», wfliuwc
von dem Tic und aly»
Slpntflfl oben» ftflincrob F.ulf]
Itldietnt »Tgttch mit Hufnoftmt M Tonnlag».
ttr „«leftener Samlller.blätter* werden dem ,In,einer viermal wöchentlich beigelegt. Der ^clH|d)< Laadwtr^' erscheint monatlich einmal.
verlangen von der Darmstädter Diöbelfabrlk, Hoflieferant, Heidelbergerstr. 129, Preisliste mit "Abbildungen. 800 Zimmer in allen Preislagen ausgestellt und stets liesersertig. Bedeutendstes Einrichtungshaus "Mitteldeutschlands. b**/e
Mmlid c yiudjriL. tfu über ^irhjtuaeii.
Die Notlaufseuche in dem Gehöfte des I. Brand ^Wetter, LlreiS Ntarburg, ist erloschen. Tie Gehöft- yrre ist nufucbobcn.
Silfl dann der zweite Redner der Sozialdemokraten,
Samstag 2. Dezember 1905 iHotolionSdeuck und Berlag der Brübliche» 1^ UnioedUäi*öruderrL 8L Lange, Ließe».
Redaktion. ErvedMon „.Druckerei kchnlstr.^ r Del. Nr. 61. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.
Abg. Molkenbuhr, daS Wort erhielt, verlieben die Zoll> tarifparleien deinouslratio den Saal.
ES gelang dafür Herrn Molkenbuhr, den Minister Po dbielS k, nochmals auf den Plan zu locken, der Haufe Vortrag hielt über die Seuchengefahr usw.
Ecneral-Anzciger, Amt;- und Rnzeigcblatt für den Kreis Eietzen
einen „groben Sieg" errungen habe, ivas der Regierung Anlab gehen möge, auch in Zukunft festzubleibcn und sich nicht durch öffentliches Geschrei, das sich ja wiederholen iverde, ui’s Bockshorn jagen zu lassen.
Abg. Go t he in «Fr Bg.) schüttete zwar reichlich Wasser in diesen „Kunslweiu", aber Herr o. Podbielsli machte Feierabend und entfernte sich. Es bleibt also bei dem „Siege" deS agrarischen Gedankens und bei — den hohen I t e i s ch u r e, i e n.
Ä'p Kid#*’
Avg. Graf Schwerin-Lüwitz (foni.) .konstaliene" bald, daß der preußische LandwirtschaftSmimsler im Reichstag
agrarischen Freunde des Ministers fand, sich wieder ein,
Ans §tuiH iiiiü £a>»0.
(Sieben, 2. Lezember 1905.
-Kunstverein. Die Jahrhundert. Ausstellung, dir sich auch diese Woche fortgesetzt eineS regen Besuches zu erfreuen halle, bleibt nur noch morgen, Sonntag, und Mon- tag geöffnet. Bon Dienstag an bleibt die Ausstellung wegen Einrichtung einer Li ol l el t ivaussl el ung deS MalerS Carl Binnen-Düsseldorf 4 Lage geschlossen. Tie Verlosung unter den Mitgliedern deS ZunsivereinS findet oorauSsichllich Samstag, 16. l. M., statt. Auch setz noch milgcteilt, daß 'für das nächste Jahr ncueinlrclendß Atitglteder schon von sitzt ab, für sich und Ihre Familien freien Eintritt zu den "Ausstellungen haben. Die Uilte zum Einzeichnen für das Jahr 1906 liegt un AuSstellungSsaale offen.
- Der Verband der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften hält seinen 43. Vec- bandslag am 16. Tez. in Darmstadt ab. Die TagcS- ordnung verzeichnet! 1. JahieLbericht deS VerbaiidsdireltorS. 2. Vorlage und Bescheidung der Rechnung und Bilanz pro 1904. 3. Antrag des VerbandSauSschusseS aus Genehmigung folgender Einfügung in das VerbandSUatut: Dein § 9 ist zuzusetzen: ,7. Dem Verbände innerhalb einet von diesem zu bestimmenden Frist den Nachweis zu erbringen, daß die bei Vornahme der Venvaltungs. und der kalkulatorischen Rechnungsrevision sestgeslellten "Mängel beseitigt worden sind.« 4. Tie Steuerpflichl der landwirtschaftlichen Genossenschaften im Grobherzoglum Hcsicn und die damit ziisammenhängenden Verpflichtungen, insbesondere die ZeugniSpsiicht der Geitossen- ichaitsoorstände. (Berichterstatter: Generaljekretür deS ReichS- veibandeS Genneß.) 5. Welche Maßnahmen sind angezeigt, um eine planmäßige und dauernd wirksame Entschuldung deS ländl.chen Grundbesitzes herbelznführen und in welcher Art kann zu diesem Behlise eine Mitwirkung der ländlichen Ge- nossenschaflen slattsinden? (Berichterstatter: Prof. Dr. Dade, Generalsekretär des Deutschen LandwirtschoflsratS, Berlin.) 6. Neuwahl von BerbandSausschußmitgliedern.
Mainz, 30. "Roo. Gestern tagte hier der Diözesan- ttirch en Vorstand der kath. Diözese Mainz; wichtige Angelegenheiten gelangten nicht zur Beratung. In den Voranschlag für 1906 wurden M. 130,000 für Aufbesserung deS Einkommens der Geistlichen, 9)1 23,000 für Erhöhung der Dotation des BislumS und M. 21,000 als Zuschüsse an Pfarrkuratcn und Benefiziaten eingesetzt, Einnahmen und "Ausgaben für 1906 wurden mit M. 223,500 in den Voranschlag eingesetzt. Besonders bewilligt wurden M. 19,500 als Zuschüsse an Gemeinden zur Deckung von Bauschulden. Davon erhielten Hungen 3000 Mt., Lauterbach 2000 Mk. und Lich 2000 Mk.
s-Wl i iiameiad W en vchch'ed. II» iii
jd)L $«•*** Ite anflp“ I* W i anbenothn e * io(Ql6 dor>ieU>!>
v°»
>ölu;on ,
jsESgh;
lu*d)
«UgNll.
— „Tas Beste, was für Unterrichtszwecke der h ö h e r e n S ch u l e n und der Universität bie neuere deutsche Dichtung biete t", so nannte in seinem vortrefflichen Buche „Die neue deutsche Schule, ein Weg zur Verwirklichung vaterländischer Erziehung" (Leipzig, 1890) Dr. Hugo Göring Wilhelm Jordan s „Nibelung e". Dr. E. P r t g g e, Oberlehrer am Goethegymuasium zu Frankfurt a. M., hat lebt, einer "Anregung von Dr. Reinhardt, dem bekannten früheren Frankfurter Gvmnasialdirektor und jetzigen vvrtr. Rat im preuß. äultusministerium, folgend, rechtzeitig zum Weihnachtsfe,te eine „Schulausgabe" des ersten großen Liedes der Jordansckien Nc- belungen-Tiehtung, der Sigfridsage, herausgegeben, auf die wir die hesi'ischcn Schulvorstehcr und Lehrer des Deutschen an den höheren wie an den Elemcntar-Schnlen ix.8 Groß^rzogtums, ater auch alle Eltern Heranwachsender Söhne und Töchter aufmerksam machten mdritten. Das hübsch ausgestattete und gut gebundene Büchlein, das ein wohlgelungenes Porträt des Dichters ziert, kostet nur 1.25 Mark und ist das gediegenße Weihnachtsgeschenk rür Knaben und Mädchen. Dr. Prigge gibt zunächst einen kurzen, fusd-u knappen Abriß von des Dichters Leben und bann eine längere Einführung in die Nibelungensage, die für Srimlzwecke wie fiir die Jugend ganz brauchbar ist. Dann bietet er die „Sigfridsage" verständig gekürzt unter kurzer Nuaterzählung dos Lortgelasienen. — Tie .Sigfridsage" besingt das Urbild des Heldenjünglings. „Der Dichter", so sagt Dr. Goring, „beherrscht das beste Wissen unserer Zeit und fowert, daß es dem Leben dienstbar gemacht tmrdc. Er ist deutscher Patriot von lautester Gesinnung und lueilt unierm Daterlande die Wege zu bleibender Größe und Kraft. Er festigt d^s Bewußtsein vom Zusainmenhange unserer Zeil mit der Vorarbeit unserer Väter, durchdringt die Ideale des deutschen Volkes mit der Leuchte sonnenhell.r Erkenntnis und der Wärme eines geläuterten deutschen Glaubens. Diese Dicht- ung setzt die Religion in ihr Recht ein, ohne das wisscnschaft- lidje Bewußtsein zu verletzen. Der Dichter der Nrbc.ungc hat Musterbilder von Manncskraft und Frauenttigcnd gescliasfen, bei irelchen ein unbeuqsamir sittlicher Wi'le. nicht triebartige Will
kür der Beweggrund des Handelns siiid. Seine „Nibelung^ sind die unDcqiegba« Quelle, aus welcher der deutsche Jüngling Wahrheit und weltkuitdige Weisheit schöpfen kann; sie mahnen zu männtid)em Mut und männlicher Müde, zu tapfere, Tatkraft, starker Geduld und krafterzeugender Selbstbeherrschung, sie warnen vor allem, was verweiclüicht, was schlaff macht uni den Menschen entwertet; sie rufen zu hartem und kühnew Kampfe gegen Torheit und Tücke, gegen Hochmut und Habsucht, gegen Leichtsinn und Lüge, gegen Trägheit und Traumleben. 2cm deutschen Weibe gibt Jordans Heldendichtung die Weih« zu feinem heiligen Berufe als Mutter Klüftiger Kämpfer für ein zweckvolles Leben in freudiger Pflichterfüllung."
— Von „Kürschners Universal-Konve r s a 1 iou Lexika n", erschien die vierte, neu bearbeitete und bis auf di« Neuzeit ergänzte Auslage im Berlage von Hermann Hillger ü Berlin W. 9. Durch dieses Buch ist es jedem möglich, sein Wisse, zu erweitern. Aber auch die Besitzer vielbändiger Lexika werde, vom „Kürschner" Nutzen haben, toerni es ihnen darum zu tui ist, über auftauchende Fragen kurz unterrichtet zu werden.
— In der unter dein Oberbürgermeister Schustehrus in viele, Beziehungen an der Spitze der deutschen Städte marschierende, Stadt E h a r l o 11 e n b u r g wird beablichtigt, eine .ästhetisch- Baupolizei" einznrichten. Man will den Versuch machen, au einer nenangelegten Hauptitrabe em einheitliches und künstlerische! Slraßcnbild zn schassen. Zur Verbreiterung der Siraße hatte di» Stadt die Südseite der Straße auf eine lange Strecke erworben Sie bringt jetzt die Grundstiicke zum Berkaus und hat sich dab« Vorbehalten, die äußere Gestalt Der zu errichtenden Neubauten z» genehmigen. Es soll so eine Uebereinflinunnng der Fassaden erreicht werden. Zur Durchiühruug des Plaues ist, dem „B. T. zufolge, em "Ausschuß gebildet, dem u. a. Prof. A. "Messel, Pros Schmalz, der neue Stadtbaurat vou Eharlottenburg und undev bauiechuische uud juristnche "Mitglieder der städtischen Verwaltung vou Eharlottenburg angehören.
— Dem bisherigen Geucraldirektor der königl. preuß. Mu, feen, Wirkt. Geh. Rat Scl>oene, wurden die Brillanten zu» Kronenorden 1. Kl sse verlieben.
Uhl,;'.
ipWh? u °UUN 6t0
reim Mu-.
mu6Uk
“ l ist in 6Ue, «mvagen umt
t'nJjuw unotdj., "drogrivkkb.i^ 'nöl »vihmihiu, 11 stch öle Hojitbitkl di, tz, »rrjichcruiigiu «i Vcksiq,lui/,-_ Muh u. ttiti; .
2>u Al ischtcuerung im Zlcichstag.
II.
Itnfer Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt:
Eine treffende Charakteristik des bisherigen Verlaufs der 0lti|ct tcununi3S»Tebattc gab heute Abg. Toive (Fr. Bg.), kincr »der Teilnehmer am Slädtrtag, indem er sagte, es je> «thi von der Gesundheit des Viehes als von ha Der Menschen die Rede geivesen. Tie Re äste und M Zentrum stellen jedenfalls im Verein mit der Regierung toi Wohlbefinden dec Landwirtschaft in den Vordergrund, leihrdib eö der Linken überlasten bleibt, die Interessen bei lläbliiri)en Bevölkerung zur Geltung zu bringen. So war ec- gf(i.rni, so ist es heute, und so wird es sein, bis die noch iinnät'icrnb ein Dutzend Namen ausioeiseude Rednerliste er« *gj)öpn sein w,rb. Es könnte bei solcher Sachlage zwar llürze kl ivarlamentarischen Witzes Seele sein, doch Nürze wird mn Den "Jtebnecn nicht beliebt, unb so eröffnet sich die AuS- 'ich!, baß bie Fleischleuerungs-Jnterpellaliou uneclebigt m Mn "l' ersenkung verschwindet, um vielleicht wieder auszu- baudjcii, wenn — hoffentlich! — von einer Flenchleuerung ,wd)i , uehr gesprochen zu werden braucht. Ta» Volk wird ind) bk'glückivünjchen können, wenn die heutige Prophezeiuna r-inti 'Agrariers, deS Abg. S t u b b e n b o r s (Rp.), in zwei 2i» di ei Alonaten werde die Slollage behoben werden, sich erfüll L.
Ulbg. Dr. Paasche hütete sich, zu prophezeien. Er Hal j rniar 21)tonate hindurch fern von Deutschland, im dunklen i Erbteil, geweilt, beschäftigte sich ober so eingehend mit den 'Müysrligkeiten der Schweinezucht, als habe er eine In- jonnaiiouSiahrt durch die ostelbischen Dörfer hinter sich. 'M Pros. Paasche gab sich heute ganz als Agrarier. Ei fchill sogar weiblich auf bie Caprivische Wirtschaftspolitik, I iKjünb aber doch für gut, auch Herrn v. Podbielsli einen fsiMi, Tadel zu erteilen wegen seiner Gepflogenheit, Scherze z machen, obgleich ihm die Erfahrung zeige, daß huinorislijche 1 Äderungen über ernste Dinge leicht mißdeutet unb übel i uiaemonnnen werden.
Abg. Graf Reventlow (Wirtsch. 93er.), der ,Hebet- ,iIraner*, dem selbst Spässe sehr geläufig sind, kritisierte iltrnsallS ziemlich milde den LandwirtschaftSininister. Ganz miöttfl zog der Landbündler gegen die Preste vom Leber, lirorii sie nicht im agrarischen Fahrwasser segelt. Hier sprach a ooui .leichisinniger heuchlerischer Verlogenheit, mit ber bic äismtliche Nteinung gemacht werbe*. (Also nur in agrarischen Bltrrn wirb lautere Wahrheit verzapft?! Man schaue nur t-imaA in das köstliche, allzeit amüsante unfreiwillige Witz- Mit .Die Volksmacht*, die täglich mit der Wahrheit jungli.crt wie ein Varietäkünstler und dabei immer neue Blüten oem Wüstenschimpfslrauch pflückt! D. Red.) Es war be- xmsliich, daß diese pharisäische Darstellung lebhaften Un- Hillen erregte.
Abg. v. SkareinSky gab dem Schmerz seiner „Geknech- tfata** polnischen Landsleute dadurch Ausdruck, daß er un- mijlSndliche Worte in seinen Knebelbart murmelte. Anscheinend BKtljte er die den Polen „aufgedrängte" preußische Kultur sie die Fleischteuerimg verantwortlich.
wärtS" in ber KxlMiujui i>. <xi#vn
der eine, wohl von Stadthc.gcr im t>vcl)slen „Geiitesseuen geschriebene Artikel gegen die M a r i n e v o r l a g c bietet ein Arsenal der unerhörtesten Sch impf worte. Wenn das die itigumenre sind, mit denen die Sozial- d.mvkratie die Vortage bclämp,l, bann hatte Fürst Bulow nur nötig, diesen Artikel hc5 „Bortmiris" üu Reichstage zu erlesen, um solche Art Ctt Opposition der uerbienten Lächerlichkeit preiszugeben. Nocl) ist der „Borivarts" das Zentralorgun der so^.niistishin Partei. Alan muß sich aber cagen, ob die baijcr. £0310^1 motvaten, denen das -treiben Der Berliner seit Ian em mißfällt, nicht dir ^melnscllaft nut dem von Bebel eierten uud kontrollierten „Bor- UHirtö" endlich lös. mit dem „Diktator" selbst ein krustig W^rttcin red... j^n ES war dem Abg. v. Bol l- nt a r seinerzeit sehr vciiiiiti), daß der Reiri)Staiizler mit ironischen Sorten aus Mehring acs „Erzieher^' verweisen konnte F.irjt Bulow wird es sicl) wohl nicht entgehen lassen, aud) den Niederschlag Bebrischen Geistes un „Vorwärts" pohmifd) zu verwerten. _______________________________
yolitilrhf CflijföfchaiL
Das freundwill>ge Albion.
Tas englische m u 1.. 111. \uc luic Annäherung zwischen England und Deuts ri) land vereinigte sich am Freitag abenb in London. Lord Avebury sagte: Tas größteJnteressefürE ngland und Deutschland sei die A u f r e ch t e r h a l t li n g des Friedens. Feder, der versuche, Zwietraa-t zwischen ben beiden großen Ländern zu säen, sei ein.5 schweren Verbrechens schuldig und ein Feind Deutschlands sowohl als Eug.ands. Tic von führenden Potititern gehaltenen Reden zeigten zur Genüge, daß alle Schritte, um die gegenwärtige Atmosphäre des Mißtrauens a ui z u k l ü r e n und h erz l icl)e Gefühle zivischen beiden Volkern zu fordern, ihre Sympathie gcnessen. Und obgleich es ung.wihrilich sei, daß der Staatssekretär des A u s iv ä r t i g c n gebeten werde, bei einer solchen G.iegeiih.it line Botschaft der E r m u 11 gu n g zu s.nden so Hube er doch Grund zu wissen, daß Lord Lansdowne durchaus mit diesen Aeußerungen u b e r c t n )'i i m m e und daß soweit es der britischen Regierung bewußt ist, bie Beziehungen beider Luiider in diescm Augenblick burch leine internationalen Schwie- r 1 g (c i t e n gestört finb.
glaube nicht", sastost der R^mer, ,chaß irgend ein All- gcmriiigefühl des Mißttaucns unb Uebelwollens gegen Deutsch unid beucht, unb ich hoffe daß bie Deutschen sästicglich die Vorstellung verbannen, Großbritannicn sei eiserfüchug ober feindiich. uno und bie Gerechtigkeit ongebeihen lassen, zu glauben, t»b cs unser ernster Wunsch ist, mit ihnen in guten und freunb schastlichcn Beziehungen zu leben.*
Der Verstimniinng tuuuii ber beutsck-e Botschaftsrat Graf Bernstorfs bei. Es gelangte ein Bcschlußantrag zur Annahme, ber bie feste Ueberzeugu n g ausspcach, daß weder die wirtscht.f^lick)en noch die politischen Interessen Englands und Deutschland" einander miberftreiten und daß zwilchen der Bevölkerung beider Länder Gefühle herz- licyer Freundschaft bestehen. Sir Jon Kennaway sprach bic Hossnung aus, baß die Bemühungen des Komitees und anderer den deutschen Kaiser in den Stand setzen werden, das nächste Ma" zu erklären, daß seine Beziehungen zu Großbritannien nicht allein korrekte, sondern herzliche sind.
Ter „Vorwärts" als Erzi her.
Bebel erklärte cuimui un uu.uyyi.**ß, seine Fraktion könne nicht für das verantwortlich gemacht werden, was in den sozialistischen Blättern stehe. Tas war eine Absage an bie Schreibweise Mehrings, besten gegen bie Zoll- lompromißparteien gerichteter, von wüsten Beschimpfungen strotzenber Artikel bem Reichskanzler Anlaß gab, sich über den „guten Ton" zu äußern Ten „Vortvärts" aber kann Bebel nicht von feinen Nockschößen abschutieln, nachbem er bie „eblen Sechs" zum Redaktionstempel hinausgef.gt und durch Personen seiner Wah. ersetzt hat. Es ist Bcbelscher Geist, von Stadthagen gemünzt, ber jetzt im Zentralorgan bargeboten wirb, und der Beamte der Reichskanzlei, dem bie Sammlung bes Preßmaterials obliegt, braucht nicht mehr Franz Mehrings ,^eipz. Volksztg." unter bie Schere zu nehmen, um bem Fürsten Bülow für ben parlamentarischen Kampf mit ben Sozialbemokraten Material bereitzustellen. Ein Erntegang burch bie Spalten des „Vor-
Kleines Keuisseton.
— Au- Mainz, 29. Noo., wird berichtet: DaS heutige Kon- ipl tier Liederlasel, unter Leitung des Prozessors Dr. V 0 11 - ocitj, hatte großen Erfolg. Liszt's »Grauer "Messe" und Der ipi lz Teil der Pfingst-stanlate: ,Sri)lage dock), gewünsck)te Stunde", hiiie Vari)'s geivaltiges ,Em' seste Burg ist unser Golt* wurden ince-rzügliciier Turri)'ührnng geboten und machten tiefen Eindrnck m Das "Auditorium. — Ein gern gesehener Gast, ein früheres, |itit beliebtes "Mitglied unserer Bühne ivetlle wieder in unseren öjiiern, Fran Reisenh 0 se . aus Berlin, und erfreute durch ysr Gastspiele. Sie spielte die Litelrolle des Dumas'schen Dramas Mii^illon uud die «Camelieiidame* unb hatte in beiden Rollen ßtofcc » Eriolg.
— .Hess en tun st* nennt sich ein ^Kalender fiir alte und mi! Ünnsl" ans das Jahr 1906, heransgegeben in Lskar Ehrhardts Mio.-Bnchh. m Wlaiburg von Dr. Christian Rauri) mit Zeich» ■un gen von Cito Udbelohde. Der wohlieile Kalender trägt «hotrvorragendem "Maße zur Charakterisierung der eigenartig fifettem und sri,ar,sichtigen Kunst Ubbetohdes bei. Wir sehen Da eine Bühc: von künstlerisch bemerkenswerten altertümlichen etaDte* aus Kassel, Marburg, Frankfurt, Büdingen rc., Die Btloiesrniiiie Arnsburg, die Burgruine Frauenberg, KloUer Äunuburg i. d. Wetterau rc. rc. Büdingen wird auch in einem Rinnen Anh'atze behandelt. Ueberhaupt ist auch der textliche Teil SRalcnbeis recht fesselnd. So fällt z. B. der "Alarburger ÄlEldozent Dr. sst:anz Bock in einem "Artikel ein sehr scharies Dlutilii über die gesamte neue deutsche Kunstliteratnr. Weitere lesens» mne? Aussätze haben, u. a. die Professoren Dr. v. Drach, Dr. Wie- fiir.) und Dr. Wenck in "Marburg, General Eisentraut in Kaiset, M Dr. Haupt m Eutin, Proi. Dr. Justi rc. rc. beigeiteuerl. Wir tantm den Kalender allen Kunsi'reunden Hessens empiehlen.
— Wie Die „M. "Ji. "Jiau/r." oerneonuii, ist Oer bekannte Sjötetr und Kunstkritiker Herrn. Bahr m Wien zum Ober- ctiiif ( e u r des Münchener H 0 f s cha u s p i e l s ernannt ra:)exn. (Vor Jahr unb Tag verlautete, daß unser Großherzog Limr Bahr nach Darmstadt zu berufen gebenfc.)
lieben Mm 'i« Öö'oajQi p idlug ein ä ad; U bau es m M jüüi und beim) H Einen Vun. IpCIlblCUIt, IKl! i etjlich giaiulmc. jtr Tuctct |u,(a u| ÄUlchllW
M-V 61*
5£i«*
idtWr
« Akt! U
® legen, am 1. Dezember 1905.
Setr.: Die Voranschläge der Landgemeinden deS KrciseS Gießen für 1906 91 j.
Bas Kras;!irr;5glichc Orcisumt CGtcßm ui bic Großh. vürgcrutcistcrcscn der Landgemeinden des Greises.
Unter Bezugnabme aus unsere Verfügung vom 2. Oktober — $lrci«blait Nr 124 — erwarten wir, soweit bie6 11och nicht geschehen, die baldigste Vortage deS Voranschlags, nlft Anzeige, aus welchem Grunde dis Vorlage biS jetzt noch »chi frfolgl ist.
I. V.: Dr. Merck. _____________


