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24.7.1905 Erstes Blatt
 
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Oest. Kredit . Deutsche Bank Darmstädter Bank

Nuiverfttäts-Yachrichteu.

Berlin, 22. Juli. Der Verband deutscher Hoch- schulen ist heute Vormittag in C-Harlottenburg zusammengetreten, um sich mit dem jüngsten Vorgehen des preußischen K u l t u s - Ministeriums gegen die S t u d e n t e n - Ll u s s ch ü s s e zu be­schästigen. Erschienen find Delegierte von Stuttgart, Lharlottenburg, Hannöver, Jena. Rostock, Danzig, Göttingen und Berlin. (Univer­sität und Berg-Akademie). (Tägl. Rundschau)

Würzburg, 22. Juli. Zum R ck tor der Universität wurde Professor Eovcrie, Zoologe, gewählt. _

Bochumer Guß .

Harpener Bergbau . .

Tendenz: Ziemlich fest.

Schellhaas dahier. 9. Helene Müller, geb. Weber, 49 Jahr« alt, Ehefrau des Landgerichtsrats i. P. Wilhelm Muller dah,er. - Martin Dietz, 78 Jahre alt, Rentner dahier. /0- Gustav Wilke, 19 Jahre alt, Wagner dahier. Heinrich Bechthold, 37 Jahre alt, Kutscher dahier. 16. Peter Richard Urmersbach, 2 Mte. alt, Sohn des Gastwirts Johann Richard Urmersbach dahier. 17. Magdalene Schimpf, geb. Müller, 74 Jahre alt, ohne Berus, dahier. 18. Konrad Jung, 72 Jahre alt, Kaufmann, dahier.

Frau gerichteten Aufforderung, Schadenersatzansprüche für den Wagen rc. beim deutschen Konsul in Aarhus geltend zu machen.

* Prinzessin Luise von Koburg sandte dem ®erL Tagebl." folgende Erklärung: Auf meine Bedingung, nur durch einen anständigen Advokaden Ausgleichanträge entgegennehmen zu wollen, wurde die Ehescheidungsklage des Prinzen Philipp von Koburg gegen mich, noch ehe dieselbe mir zugestellt war, in derN. Fr. Pr." veröffentlicht. Der Kritik dieses Vorgehens mich enthaltend, möchte ich betonen, daß ich bisher jeden persönlichen Angriff gegen den Prinzen Philipp von Koburg vermieden habe. Wenn ich nun durch die Veröffentlichung einer so gearteten Scheidungsklage, welche von Unwahrheiten, Verdrehungen und Entstellungen strotzt, zu meiner Verteidigung gezwungen bin, alle Rücksicht fallen zu lassen und dadurch eine entartete Ehe der Oeffent- lichkeit vorgeführt wird, sei hiermit festgestellt, daß ich den Anlaß hierzu nicht gegeben habe, sondern herausgefordert worden bin.

* Automobil-Unfälle. In Al ost (Belgien) zannte ein Automobil infolge eines Steuerdefektes in eine Gruppe junger Mädchen eines Pensionats. Einem Mädchen wurden beide Beine abgefahren und es starb bald darauf, vier andere wurden schwer verletzt. Der Lenker des Automobils, das zertrümmert wurde, konnte sich durch Abspringen in Sicherheit bringen. Ein Motor- rennen in Brighton (England) wurde durch einen ernsten Zwischenfall gestört. Der Rennfahrer Brown und der Chauffeur Edge hatten einen Ausflug gemacht. Als der Wagen einem Passanten ausweichen wollte, schlug das Ge­fährt um. Edge wurde dabei getötet, während Brown einen Beinbruch erlitt.

* Die Explosion auf dem amerikanischen Kanonenboot. Aus San-Diego (Kalifornien) wird noch gemeldet: Bei der Explosion gab es 39 Tote und 80 Verletzte. 15 Personen werden noch vermißt. Die Katastrophe ist angeblich eine Folge von Keffelexplosionen, obwohl der Chefingenieur der Marine erklärt, diese hätten nicht eine so furchtbare Gewalt entwickeln können, daß das ganze Schiff zum Wrack wurde und die Seeleute weit in bas Meer geschleudert wurden. Etwa 250 Mann waren an Bord, als die Explosionen erfolgten. Die Offiziere waren auf dem Deck verstreut, sodaß nur einer getötet wurde, während die Mannschaft größtenteils unter Deck war. Von den Verletzten dürften viele sterben. Die Kessel waren amtlich als reparaturbedürftig bezeichnet, indessen erklären Fachmänner, daß die Explosion der Kessel nie eine solche Katastrophe verursachen konnte.

* KleineTageschronik. Bei einer mit zwei Kameraden unternommenen Tour auf dem Blümlisalphorn (Schweiz) stürzte am Freitag der Gymnasiast v. Muralt aus Bern ennge 100 Meter a b und wurde am Samstag von einer zur Rettung ausgefandten Expedition als L e i ch e gefunden. - Auf dem Gu Alt-Z arnkow in Hinterpommern, erdol ch t em der Nacht auf Samstag em Schweizer in einem Awall von Geistesstörung den Gutsbesitzer Harlofs befielt Frau und zwei Kinder. In Wil- h e 1 m 5 h a i e n ist gegen den Hauptmann Schering, zu­letzt bei dem Marine-Expeditionskorps in Südwestafrika ein gericht­liches Verfahren eingeleitet worden wegen einiger V e r g e h e n tm jiidwe stafrlkanischen Feldzuge. - In O st e n b e ereignete sich

auf dem deutschenTorpedoboot, welches die dort zu einem Rennen erschienene beutfche Kaiser-YachtMeteor" borthin begleitet fiat, ein ernster Unfall. Währenb bie Offiziere den Besuchern bie Handhabung der Geschütze erklärten, entlud sich eines derselben aus noch nicht aufgeklärter Ursache, wobei ein Geschoß einem deutschen Kellner einen Arm ab riß.

ßüö den StkndkSMitareslflrru der Stadt Gießen.

Aufgebote.

Juli 7. Richard Dahmer, Metzger in Herbstein, mit Karoline Christine Finke dahier. Tr. Franz Anton Johann Bitte!, Gerichtsassesfor in Darmstadt, mit Nanny Prinz dahier. 9. Friedrich Wilhelm Gebhardt, Kunstschlosser dahier, mit Helene Auguste Bender hierjelbst. 10. Dr. Ernst Heinrich Wilhelm August Vogt, Privatdozent dahier, mit Anna Klara Emilie Thekla Höhlbaum hierselbst. Maximilian Rosenthal, Kaufmann dahier, mit Johanna Kanter in Gelsenkirchen. 13. Wilhelm Johann Karl Alfred Deiker, Kaufmann in Düsseldorf, nut Elisabeth Wil­helmine Friederike Viktoria Dörr dahier. 14. Adolf Louis Trümpert, Gerlchtsassessor in Butzbach, mit Auguste Margarete Ida Hedwig Köhler dahier. 15. Karl Ludwig Emil Friedrich Traber, Gerichtsassesfor dahier, mit Wilhelmine Sophie Emilie Schneider in Lauterbach. - 18. Ludwig Steinhäuser, Kaufmann dahier, mit Elsa Seuling hierselbst. 19. Adam Hohmeter, Schneider dahier, mit Karoline Busch hierselbst.

Eheschließungen.

Juli 8. Ferdinand Stennstiel, Kaufmann dahier, nut Elise Enders hierselbst. Wilhelm Ulrich, Bäcker dahier, nut Luise Friederike Appel in Londorf. 12. Karl Beaury, Floßmeister m Kastel, nut Johanna Margarete Wormsbächer dahier.15. Karl Ludwig Philipp Ziegler, Kaufmann in Höchst a. 2Jc. nut Jmalte Luise Mecke dahier. 19. Franz Bauer, Brauer dahier, nut Eliabethe Koch hierselbst. - 20. Johannes Philipp Duchardt, Metzgermeister in Alsfeld, mit Lina Feußer dahier.

Geborene.

Juni 30. Tein Taglöhner Otto Rausch ein Sohn. Juli 2. Dem Bahnarbeiter Wilhelm Gelsebach eine -sachter Emilie Margarete Luise. Dem Metzgermeister Heinrich Decker ein Sohn. 4. Dem Kaufmann Gustav Stein ein Sohn Friedrich. 7. /^em Küfer Heinrich Philipp Sommerkorn ein Sohn. 8. Dem Eisen- bahnwerkstättearbeiter Franz Henn eine Tochter. 9. Dem Hilfs- bremser Ludwig Arnold ein Sohn Erich Willy Hans. 11. Dem Schlosser Johann Friedrich Urban ein Sohn. - Dem Eisendreher Karl Martin Schäfer ein Sohn Karl. - Dem Privatdozenten Dr. Hans Köppe ein Sohn. 12. Dem Kaufmann Emil Geismar em Sohn Karl August Emil. - 13. Dem Schneider Heinrich Martin Gerdes ein Sohn Heinrich Karl. Dem Kaufmann Theodor Vaudel ein Sohn Wilhelm Ulrich. Dem Techn. Eisenbahn­praktikanten Albert Berthold Mohne eine Tochter. - 10. Dem Fuhrknecht August Kratz ein Sohn Heinrich. - 13. Tem Kans- mann Johannes Lüsters ein Sohn Hans August Ludwig. 14. Dem Tapezier Ludwig Offenbacher eine Tochter Karoline. Dem Taglöhner Heinrich Pitz ein Sohn Heinrich Adolf. - 16. L.em Kaufmann Ernst Müller II. ein Sohn Helmut Ernst Karl. 17. Dem Tapezier Friedrich Julius Böhling eme Tochter Johanna. 20. Dem Universitätsprofessor Dr. Samuel Adalbert Eck em Tochter Lilly.

Gestorbene.

Juli 8. Minna Schlüter, geb. Möhl, 54 Jahre alt, Ehefrau des Kaufmanns Karl Schlüter dahier. - Elisabethe Schellhaas geb. Leonhard, 79 Jahre alt, Witwe des Materialverwalters Jakob

Die Ammen stnd eine Plage für bie Kannlie, da sie tm Bewußtsein ihrer Wichtigkeit die Sorge des ganzen Haushaltes für sich beanspruche,i. Die Ernährung der Kinder mit Kufekes Kinder- mehl macht wegen der leichten Zubereitung der Mutter nur geringe Mühe und berührt den übrigen Haushalt garnicht. Dabet ergabt diese Ernährung die günstigsten Resultate, da das Kufeke-Kmdermehl die in der Muttermilch enthaltenen Nährstoffe im richtigen Verhältnisse besitzt, stets gleichmäßig hergestellt wird, hattbar ist und das Körper­gewicht des Kindes sehr günstig beeinflußt. Die nut Kufekes Km- dermehl ernährten Kinder werden von -Nagen- und Darmkatarrhen weniger heimgesucht, da es eine leicht verdauliche Nahrung ist, welche im Darm den dort vorhandenen Krankheitskeimen einen schlechten Nährboden darbietet. 88%

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2*/a Prozent.

Anfangs- u. Schlußkurse.

206.90

Kerichlsjaal.

Einen Kampf um sein Kind führt der Anstreicher Gustav Herrling, der unter der Anklage eines Vergehens gegeii die, persönliche Freiheit, der Körperverletzung und des schweren Haus-' niedensbruchs vor der dritten Ferienkammer zu Berlin dieser -tage stand. Ter völlig unbescholtene Angeklagte ist seit längeren Jahrew verheiratet. Die Ehe war aus vielen Gründen nicht glücklich. Im vergangenem Jahre kam es zu einer Trennung der Eheleute. Die Frau strengte eine Ehescheidungsklage gegen den Angeklagten an. Tie Ehe wurde geschieden, wobei der Mann als der schuldige Teil in Betracht kam'. Das aus der Ehe stammende Kmd wurde der Frau zugesprochen. Der Angeschuldigte weigerte sich trotzdem auf das energischste, das Kind, ein jetzt siebenjähriges Mädchen, an dem er sehr hing, herauszugeben. Tie geschiedene Frau trachtete gleich­falls, das Kind zu erlangen und versuchte dies nut allen möglichen Mitteln durchzusetzen. Schließlich gelang es ihr, zu ermitteln, daß sich das Mädchen in der Nähe von Potsdam m Pflege befinde. Sie fuhr dort hin und nahm das Kind mit sich. Als dies der Ange­klagte erfuhr, setzte er alles daran, um wieder m den Besitz des Kindes zu gelangen. Eines Tages traf er die Frau nut dem Kinde; er stürzte sofort auf das Mädchen zu und versuchte, es seiner Frau zu entreißen. Es kam zu einem heiligen Streit, wobei der Mann die Frau mißhandelte. Nach einiger Zeit erschien der Angeklagte vor der Wohnung der Frau, in der nur das Kmd anwesend war. Er holte einen Schlosser und ließ sich die Wohnuiigstur offnen, um das Kind mit Gewalt zu holen. Inzwischen war durch eme Haus­bewohnerin ein Schutzmann herbeigeholt worden, der ihn an der weiteren Ausführung seines Vorhabens hinderte. Vordem hatte er wiederholt gedroht, wenn man ihm das Kind wieder entreißen würde, werde er dieses und dann sich selbst erschießen. Als man ihn nach der Polizeiwache brachte, fand man dort einen scharfge­ladenen Revolver bei ihm. Vor Gericht war der Angeklagte ge­ständig und bat um eine milde Strafe. Der Gerichtshof berück- sichtigie die bisherige Unbescholtenheit des Angeklagten und erkannte deshalb auf eine Gesamtstrafe von nur sechs Wochen Gefängnis.

Haiidrl und Verkehr. Volkswirtschaft.

Berliner Börse vom 22. Juli 1905.

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