Nr. 46
•riartnt «Sgl,» außer Sonntags.
Dem Gießener 2tnzeiger werden int Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siehener Aamilien- Hütter viermal in der Woche beigelegt
Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Unwerf.-Buch-u. Stein- druckerei. R. Lange. Redaktion. Ervedtttoa und Druckerei:
Schulstratze 7.
Adresse für Deveschen: Uuzeiger Gtetzeu.
KernsprechanschlußNr 51
Erstes Blatt.
155* Jahrgang
Donnerstag 23. Februar 1905
GietzenerAnzeiger
w General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
yezugsprelsr monatlich 75 '131., oierteU jährlich Mk. 2.20. durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährt. ausschl. Bestellg. 2lnnat|me von Anzei'en at die Tr rsmamner ' s vo mrtttagS J1 tür.
Zc'^evvreis:
auswärts '9 -451*3, Verantwoi*l'ch pH den polit und ul.,ent. Teil: P. Wittko: für ,Stadt und ßonb* und „GerichtLs aal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Han8 Beck.
Die Keutiqe Kummer umfaßt 8 Seiten.
I. V.: Tr. Wagner.
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Kaiser Wilhelm Dr. Philadelphia®.
Präsident Roosevelt und Kaiser Wilhelm erhielten am Mittwoch zur Feier des Geburtstages Washingtons, des Begründers der amerikanischen Unabhängigkeit, den Grad eines Doktors der Rechte der Universität von Penn- sylvanien in Philadelphia (vergl. die heutigen Auslands- Meldungen). Für Kaiser Wilhelm empfing der deutsche Botschafter Freiherr Speck von Sternburg die Auszeichnung.
Bei der in der Musikakademie zu Philadelphia abgehaltenen Washington-Feier führte Mitchell aus, die aufrichtige und große Sympathie, die Kaiser Wilhelm für die Wissenschaft durch Förderung der Litteratur bekundete, die persönliche Hochsinnigkeit des Kaisers und sein weitschauendes Interesse an dem internationalen Austausche des von den Universitäten ausgehenden Einflusses machten ihn höchst geeignet, daß die große Universität für die ge-
Kleims Feuilleton.
__Man schreibt uns aus Frankfurt a. M.: In lbrem Katalog teilt in emem kleinen Vorwort die holländische Künstlergenossenschaft „Arti et Amicitiae mit, hm-rT/hiP ini diesigen KunstVerern an der Jungbofstraße aus- opsÄlten Bilder eine ansehnli^ und charakteristische Uebersicht
&nö&tbHtfien Malerschule gegeben werden soll. Gleich ^WnÄmi^iat, daß hier, bis auf wenige Ausnahmen, b'e ^n^erhim vereinigt ist. Tie Art und
M. s/ dÄer iiinacn holländischen Künstler, deren stimmungsvolle, W^.rse dieser lungen£9 Nebertreibungcn, die leiber
intime bringt, kmt etwas ungemein
S Ä schwer losreißen kann von all
drüben D-tz schon em° g MI bn Bützer
b-E daß es auch -«de« 'aIIcn cin lunT^
und^liebcvvNes Studiuni der Natur ruqruud- üeat Auch habm bic meisten dieser Mnstlcr nicht gan» die Lr.ukcWr ^erg ww beit abgebrochen, sondern sie schaffen im Mr ««tzm .Mm. ohne jedoch dadurch ihre persön-iche Kraft undLigeE eru- zubüßen. LEchast und Tierftück und in glenh M-ter .lussuhruna vertrete-n, während von den iccnigcn Porträts, die du (tiib, teineä einen besonderen Eindruck macht. Bon den TicrMckeii iib.rraichen besonders: „Junge Ncufiiudländer Hunde von O. Cretmann, die in täppischer Trvlligkcit dargestellt find, treue. Sie sind zum Greifen lebendig. Tie^Laubs
meist emfache Szenerien des ^)lländischen Flachlandes dar, das
Tie Musik zeigt eigentlich erst vom 3. Akte an, nach manchen farfc, losen, geradezu langweiligen Stelken vorher, Melobieenfülle, Grazie und den prickelnden französischen Esprit. Besonders hübsch waren die lyrisch-sentimentalen Partieen, das fturige Minnelied Spiridions im 2. Akte urrd die Ballettszenen. Herr Gentner als fieberkranker Konrad wußte sich in Spiel und Gesang recht gut in die nötige Extase zu versetzen. Herr Reich verkörpert« vortrefflich den dämonischen Tr. Spiridion, der sehr an „Hoffmanns Erzählungen" von Offenbach erinnerte. Auch die kleineren Partieen lagen in guten Händen, sodaß es an Beifall nicht fehlte. Er galt aber hauptsächlich den Tarsncklern. A. Sauer.
— Aus dem Programm für die Schillerfeiert in Berlin. Morgens: Großes Wecken mit „Sieb an die Freude",' ..Parademarsch nach dem Eiseichammer" und Stiftung eitteS' Fridolin-Ordens für „treue Knechte". Im Reichstage Ansprache Ballcstrems. Aufstellung von Tabeften-Tafeln der „unüberwindlichen Flotte". Enthüllung des von Eberlein modellierten verschleierten Bildes zu Sa'i's. Im Zirkus Busch deklamatorischer Vortrag Tr. Ocrtels „Klage der EereL". Bildung des Regiments „Schillerscher Alpenjäger" zu Pferde. Schwäbisches Nr. 1. Kgl. Opernhaus: Theutre pars „Hero imb Leander". Musik von Seetn cavallo. „Jugend".
— In Berlin ist tun Montag Thilo v. Trotha gc* storben. Der letzte Mitarbeiter und treue Freund Gustav voll! Mosers hat auch mit eigenen dramatischen Dichtungen Erfolg gehabt, den größten mit seinem Lustspiel „Hofgunst". Thilo von Trotha, Hauptmann a. T.. 18j1 geboren, stand erstLp^l.^ LelMtsA jähre. <»
Industrie aus die Schanzen rief, „Damit es ignen nach zwölf Jahren nicht ebenso schlecht ergehe, wie diesmal." Wenig Schmeichelhaftes bekamen die verbündeten Regierungen zu hören, sie werden sich die Rede des württembergi- schen Kammerpräsidenten schwerlich hinter den Spiegel stecken. Die schwäbischen Demokraten können nur den Verträgen mit Italien und Belgien ihre Zustimmung geben, die Verantwortung für die anderen Verträge glauben sie ablehnen zu sollen. Die Abgg. Gamp (Reichsip.) und' Goth ein (Fr. Vg.), zwei intime politische Gegner, wetteiferten alsdann um die Palme der Redekunst, wobei ersterer noch nebenbei die Regierung gegen Herrn Payer in Schutz nahm. Der Mund ging ihm aber über, weil sein reichs- parteiliches Herz der Freude voll war über den handels- vertraglichen Gewinnst. Der ph-antasievolle Freihändler Gothein prägte d'as geflügelte Wort: „Das Schweine- glück es Herrn Reichskanzlers ist nicht das Schweineglück des deutschen Volkes." Graf Bülow hatte nicht das Glück, Zeuge der Heiterkeit zu sein, die Gothein dergestalt entfesselte. Der Kanzler weilte im Bundesratszimmer, die Debatte mochte ihm nicht kurzweilig genug erscheinen, oder er war dringlicher beschäftigt. .Die Anerkennung andererseits kann Herrn Gothein nicht versagt werden, daß er gegen die Handelsverträge bis zum letzten Atemzuge — im wirklichen Sinne des Wortes — gekämpft hat. Er verließ heute in erschöpftem Zustande die Rednertribüne.
Es ist das Verdienst des Abg. Payer, eine bemerkenswerte Erklärung des Grafen Posadowsky provoziert zu haben. Der Staatssekretär verkündete entschiedenen Tones, er könne nicht dulden, daß eine wirtschaftliche Mainlinie zwischen Süddeutschland und Norddeutschland konstruiert werde. Nach Auffassung der Regierung sei der Süden dem Norden gegenüber in den neuen Verträgen nicht benachteiligt. Graf Posadowsky spannte den Rahmen seiner Rede alsdann ins programmatische hinaus. Er legte in formvollendetem Vortrag dar,daß sich die Agrar -und die Sozialpolitik der Regierung nicht kreuzen, sondern ergänzen, daß die Sorge für die Landwirtschaft das notwendige Gegengewicht bilde gegen einen sausend schnellen Gang der politischen Maschine, oer zur Selbstvernich Lung führen könne. Tie Mehrheitsparteien, besonders die Ostelbier, spendeten begeisterten Beifall, und der in den Saal eingetreteneKanzler nickte befriedigt. Gras Posadowsky ließ aber, wie stets, auch der Linken Gerechtigkeit widerfahren, und man muß sagen, daß er tiefergehenden Erfolg erzielte, als Graf Bülow mit seiner Einführungsrede zu den Handelsverträgen.
Nach diesem Höhepunkt der Debatte schwand das Interesse.
Ter österreichische Handelsvertrag wurde mit_I26 gegen 74 Stimmen bei 4 Stimmenthältungen, der russi- s ch e mit 228 gegen 81 Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen, die übrigen Verträge en bloc angenonrmesn. Für die Eaprivische Handelsvertragspolitik hat einst Kaiser Wilhelm II. das Wort von der rettenden Tat gemünzt, die neue Wirtschaftspolitik kennzeichnete gestern Dündler von! Oldenburg als vaterländische Tat. Tie Zukunft der nächsten 12 Jahre wird lehren, ob diese vaterländische Tat, die am 22. Febr. 1905 zusammen gefügt wurde, zur rettenden Tat werden wird für alle die, die Caprivis Polittk nicht nach dem Kaiserwort gewertet haben.
in seiner eintönig melodiösen Scljörcheit mit weichen Farben ge- fcfolbcrt ist. Frisch gemalt und ftisch aufgefaßt ist die große Stadtansicht „Amsterdam" von Hobbe Smith. Besonders eigenartig und reizvoll in ihrer Lichtwirtting ist B. Schregels,„Sonnenschein" mit dem flimmernden Wafier und den prächtigen alten Achen. Tas schlichte Bildchen.Mae Heiils „Im Polderland", das rührend poetisch wirkt in seiner Einfachheit, und noch manche andere schöne Landschaft, deren zarte und vornehme Farbenwirkung überaus wohltuend berübrt. Auch Genrebilder und Interieurs sind ausgestellt. Sie sind nicht minder wirkungsvoll und liebenswürdig wie die Landschaften. .H-
— Von anderer Seite wird uns aus Frankfurt folgendes geschrieben: Wohl als etwas verfrühte Huldigung für ben greisen Komponisten, der im Oktober seinen 70. Geburtstag feiert ist es zu betrachten, daß man die schon im Jahre 1877 mit Lenin Glück in Paris aufgefübrte Oper „DieZauberglocke" von ^Saint-Saöns dem SwiFturter Publikum al? Novität bartot. Im gonzcn ein wenig erfreuliches Stuck! Tie HaNuzma- tionen eines Fieberkranken geben Anlaß zu allen möglichen bunt- beweaten Bildern, Verwandlungen bei offener Szene, Balletem- lag^i usw., sogar eine TlMterbühne voii der Rückseite mit. aller Ri-Wa hinter den Kulissen dient einmal als Szenerie. In ^inen Twumphantasien erhält der Held des Stückes, der Maler Konrad, als Talisman eine Zauberglocke, deren „timbre d’arg-ent“ ihm reiche Schätze, aber auch furchtbare Seelenanalm bringt, da tfc <y ' (VH^ ied-esmal einem ieiner Mitmenichen das Leben kostet, ^n der letzten Szene ist die Fieberkrisis glücklich überstanden, und Conrad erkemit zä seiner und des Publikums großen Erleichterung, daß Äles nur cm toller Spuk ftmcs kranken Gehirns war.
Der SchulLompromitz im preuß. Abgeordnetenhauses
In der Stellung der Parteien zu dem preußischen Schul»! kompromiß, das im Sommer vorigen Jahres unmittelbar vor derj Vertagung des Landtages bis zum Herbst zustande kam, hat sich in der Zwischenzeit nach den Erklärungen, die gestern und vor* gestern bei Beratung des Kultusetats im Abgeordnetenhause vo» den einzelnen Fraktionsrednern abgegeben worden sind, nichts geändert. Insbesondere halten die Nationalliberalen an dem Kompromiß fest. Herr v. E y n e r n hat das Vertrauen zu Herr« S t u d t, daß der Gesetzentwurf, zu dessen Erledigung der Landtag im Herbst wieder berufen werden soll, den Grundlinien des Kompromisses entsprechen werde. Und der Kultusminister beeilte sich, dem Führer det nationalliberalen Fraktion des Abgeordnetenhauses den Dank für dieses Vertrauen auszusprechen. Damit war der durch einige vorhergegangene abfällige Bemerkungen des Herrn Hackenberg über die geistlichen Schulinspektionen zeitweilig gestörte Frieden zwischen dem Kultusminister und den Nationalliberalen glücklich wiederhergestellt.
Im übrigen läßt der ungewöhnlich aggressive Ton, den beft sonst nicht weniger als redegewandt und redest-ohe Herr Studtt gegen die Gegner des Schulkompromistes anschlug und der am Schluffe seiner Rede ein la ugan haltendes Zis ch e n seitens der linksliberalenParteien eintrug, bezüglich der gesetzgeberischen Formulierung des Schulkompromisies mckfts Gutes erwarten. Studt ist sehr ergrimmt über die Agitation gegen das Schulkompronuß, „die schließlich bis in die Kreise der Lehrer-
Die Beisetzung des Großfürsten Sergius.
Moskau, 22. Febr.
Heute fand die vorläufige Beisetzung der ftepblichjen) Ueberreste des Großfürsten Sergius statt. Der Sarg) welcher die sterblichen Ueberreste enthielt, stand auf einem! Katafalk, über welchem sich ein Baldachin aus Brokatsilberi erhob, an dessen oberem Ende die großfürstliche fronet) angebracht war. Rings umher lagen Kränze. An dem, Sarge wurde ein feierlicher Gottesdienst abgehalterr. Aw- wesend waren das Großherzogspaar von Hessen- der Großherzog vonl MeMenburg-Strelih, Fürst Michal Georgewitsch, der Berkehrsminister Fürst CHAkow, die her-, vorragendsten ßNitglieder des Staatsrates, Deputation^ aus den Ministerien der Marine und des Ausivärtigen, aus; dem kaiserlichen Gefolge und von den oberen Behörden Petersburgs, ferner die Mehrzahl der G r o ß f ü r st e n.« Großfürst Wladimir war durchs Unwohlsein infolge/ einer Erkältung in Petersburg zurückgehalten.
Zahlreiche öffentliche Anstalten, das Tragonerregimen^ des Efi:oßfirrsten und die Schulanftalten Moskaus hattew Deputationen geschickt, welche aus dem Direktor, dem Jn^ spektor und Schülern aus je einer Schule bestanden.
Zahlreiche Kränze wurden auch auf dem Sarge deH Kutscheirs Rudinkin von der Großfürstin Sergius^ von anderen Großfürsten und von der Dienerschaft nieder^ gelegt. Letztere trug nach Beendigung der Feierlichkeit bett! Sarg Rudinkins auf den Schultern aus der Kirche nach dem drei Kilometer entfernten Pavelctskaja-Bahnhofe. Die Großfürstin Sergius folgte dem Sargr des» treuen Dieners ihres dahingeschiedenen Gemahls an? der Seite der Frau und der Kindler Rudinkins bis zum. Bahnhofe, von wo die sterblichen Ueberreste im Zuge nach, dem Geburtsorte überführt wurden. Die Meng^ begleitete,, den Trauerzug. Am Tage der Feierlichkeik' hatten bid Schul en Moskaus den Unterricht ausgesetzt.
leisteten Dienste in der Gelehrsamkeit und als Persönlichkeit und Herrscher eines verwandten Volkes ihn auszeichne.
Bei dem im Zeughause der Stadtkavallerie stattgehabten Frühstück hielt der deutsche Botschafter folgende Rede:
„Es ist wabrlicb eine Ehre und ein Vorrecht, heute bei Ihnen als Vertreter Kaiser Wilhelms zu weilen, der soeben in enge Be- -iehnngen zu der Universität getreten ist, die den geheiligten Namen George Washington in ihren Listen führt und den glänzenden Ramerr Roosevelt heute hinzusügte. Es ist gewiß erfreulich, daß des Kaisers jüngstes Bemühen durch lernen Vorschlag, durch Austausch von Professoren zwischen Deutschland und Amerika den Einfluß der Universitäten auszudehnen, in Ihrer alten Stadt von wahrhaft demokratischer Tradition auf so> fruchtbaren Boden siel. Des Kaisers Jntereffe an allen Angelegenheiten der Erziehung bewog Sie, den Kaiser einzuladen, Mitglied von Pennsylvaniens berühmtem Mittelpunkt der Gelehrsamkeit zu werden. Lassen Sie uns alle aufrichtig hoffen, daß arü dem heute gelegten Grundsteine sich ein richtiges gegenteiliges Veri stehen entwickele, und daß dieses die Losung der künftig an ims herantretenden Probleme erleichtern möge. Genaueres Verstehen ist allein die Grundlage für Völkerverkehr und Volkers frieden/
dazu:
Im dichtbesetzten Parket Aufgeregtheit und Stimmew- gewirr, das die Generaldiskussion über das „nationale Un glü cf", als welches der Wortfiihrer der äußersten Linken das Handelsvertragswerk bezeichnete, ^um größten Teil übertönte. Am Regierungstisch eitel Zufriedenheit, verkörpert in dem rundlichen Antlitz des preuß. Landwirt- schastsministers v. Podbielski, das gleich einer Sonnenuhr der Fröhlichkeit in den Saal hineinstrahlte. Graf Posadowsky in festlicher weißer Weste, statt des gewohnten nachdenklichen Ernstes mildes Behagen in den Mienen. Allmählich wurde es ruhiger. Man erinnerte sich, daß es Pflicht der Höflichkeit ist, den Rednern, wenn sie auch neues nicht zu sagen wissen, ihre Aufgabe nicht zu.erschweren. Stbg. Molkenbuhr (Soz.) suchte die Regierung gruselig zu machen durch die Prophezeiung, die Arbeiter würden jetzt «ebenso „schreien", wie die Agrarier es getan, und abwarten, ob auch sie.Gehör finden. Donnernder Beifall der Fraktion Bebel quittierte über diesen Schluß der Volksversammlungsrede Molken- buhrs, mit iber die diplomatisch abgewogene Darlegung des konservativen Führers Grafen Limburg scharf kontrastierte. Unter den Agrariern im Lande ist die Freude Über das Errungene erklärlicherweise unverhüllter, .als bei den parlamentarischen Vertretern. Sieht sich doch die land- bündlerische Presse veranlaßt, eine Warnung vor „Ueber- schätznng" der Wirkungen der neuen Verträge zu verbreiten, wenigstens in den Kreisen der Ostelbier. Die süddeut- schenLandwirte dürften zu einer solchen Ueberschätzung schwerlich geneigt sein, denn sie schneiden bei dem Tarifgeschäftweit schlechter ab, wie Abg. Payen in wirkungsvoller Rede dar'legte, in der er auch Handel und
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Die Annahme der Kandelsv.rträge.
W. T. B. verbreitet heute folgende Notiz:
Berlin, 22. Febr. Tas in langjähriger Arbeit vorbereitete Handelsvertragswerk des Reichskanzlers Graf Bülow wurde heute vom Reichstag mit einer über Erwarten starken Majorität in dritter Lesung endgiltig angenommen. Tafür stimmten alle Parteien ausgenommen die Sozialdemokraten, sowie einige Mitglieder der Freisinnigen Vereinigung. Tie letzteren stimmten jedvch für die Verträge mit Belgien und Italien. Tie Abstimmung beweist, daß dem Reichskanzler, wie der Abg. v. Oldenburg (kons.) her- vorhob, die Herstellung einer wirtschaftspolittscken Einigung gelungen ist, die links von der fteisinnigen Volkspartei bis rechts zum Bunde der Landwirte einschließlich reicht. Tie Abgeordneten aller Fraktionen der Mehrhett beglückwünschten Graf Bülow zu seinem Erfolg. , v ,
Unser Berliner R.-Mitarbeiter schreibt
Bekanntmachung.
Vetr.Bläschenausschlag in Harbach.
Bei dem Gemeindebullen und einigen Kühen in Harbach ist Bläschenausschlag festgestellt worden.
Gießen, den 20. Februar 1905.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
__________________I. V.: Hechler.__________________
Bekanntmachung.
Vetr.: Rauschbrand zu Grüningen.
Die über das Gehöft des Karl Friedrich Stumps verhängte Sperre wird hiermit aufgehoben.
Gießen, den 21. Februar 1905.
Großherzog!' - Kreis amt Gießen. l
__________________I. V.: Hechler.__________________
Gießen, den 20. Februar 1905.
Betr.: Das Landgestüt; hier: den Abgang der LandgestütS- beschüler nach den Landgestütsstationen.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
Sv dte ($rBtt^aerrneistereten des UreftteA
Wir beauftragen Sie, in Ihren Gemeinden bekannt Machen zu lasten, daß die Landgestütsbeschäler für die Land» gestütsstationen Berstadt, Butzbach und Grünberg abgegangen sind.


