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21.11.1905 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

Nr. Ä74

'"keit« bl| '

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen

total.

1

Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr.7.

Tel. Nr. 5L Telegr.-2U>r.: Anzeiger (Sieben.

155. Jnyrgang

nlwttef 3fen

scheint tLgllch mit Ausnahme deS Sonntag«.

DieSiebener Lamllttndlätter" werden dem ,Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der Reifliche £anö®Uf erjchetnt monatlich einmal.

^frci5 Cfamnitz vertrat, hataus Gesundheitsrücksicksten" sein. Mandat n i c b e r g c l c g t. Anlaß hierzu bot indes jedenfalls die Stellung Scbipvels in fragen d.r Zoll- und Handelspolitik. Schivvel hält einen Zollkrieg mit den Vereinigten Staaten für nützlich oder w br'ck<i'il-.ch Dagegen hat sich die sozialdemokrattsche fir iik ml m i-'-d '! aemendtt.

Dienstag 21. November 1905

Rotationsdruck unb Verlag der Vrühl'sch«» UnwersUütSdruckerei. R. Lange, Greben.

Volilische Tttgrssltuill.

,,Imperialismus" der Erohbankkn.

ES ist bemerkenswert, daß süddeutsche Bankiers gegen daß Eindringen der Berliner (Großbanken in ihren Geschäftsbereich Stellung nehmen. Da diese Groß­banken selbst einem Landstädlchen wie Lahr in Baden ihr Interesse zuivenden, dürsten auch die württembergischen Privat- firmen auf die Möglichkeit der Errichtung Berliner Bank­filialen in ihren GeschäftSbezirken sich vorbereiten und Abivehr- maßregeln inS Auge fassen, durch Zusammenschluß, wie etz Münchener Privatfirmen getan haben. Menn selbst ein der reichSstödtischen Lwchfinan' nichts weniger als feindlich gegen- überstehendes Blatt wie das ,Berl. Tagebl.' sich veranlaßt steht, auf die Schattenseiten der Konzentration im Bank- gewerbe aufmerksam zu machen, so ist damit gesagt, daß daS Bestreben der Berliner Banken, in die Provinz und die Einzel- staaten einzudringen, bedenklich zu werden ansöngt. Em volkswirtschaftlich gesunder Prozeß ist e§ jedenfalls nicht, der sich hier vollzieht. Schematisrnus erscheint als unausbleibliche Folge; er muß hier noch viel nachteiliger sich bemerkbar machen, al? bei amtlichen Betrieben.

Deutsche»

Kiel, 20. Nov. Der Kaiser begab sich nach Buelk, um dort'den Taucherarbeiten beizuwohnen.

Berlin, 20. Nov. Kronprinzessin Cecilie wurde gestern während des Gottesdienstes in der Hof- und Garnison- kirche zu Potsdam von einer plötzlichen Unpäßlichkeit be-

Der soz. ReichStags-ALg. Max S ch i p p e l, der den Wahl-

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Wuöeausstchten in Wußtand.

Mit allem Vorbehalt ist heute mitzuteilen, daß nach den neuesten Depeschen aus Petersburg, Moskau, Warschau eine Wendung zum Bessern ein getreten ist. Man hofft auch, daß von der nach kurzer Dauer erfolgten Beilegung des Generalstreiks in Petersburg eine allgemeine Beruhigung ausgehen wird, und damit dürfte die Regierung in der Lage sein, das angekündigte Reformwerk nun in die Tat umzusehen. Auch sind der Regierung aus den Kreisen der Intelligenz, der Kaufmannschaft usw. Zusicherungen ge­geben worden, daß sie nach dieser Richtung hin untern stützt werden wird Daraufhin haben auch an der gestrigen Börse die russischen Werte eine weitere bemerkenswerte! Besserung erfahren. Es bleibt nur zu hoffen, daß nicht wieder ein Rückschlag eintritt.

Nach Privatmeloungen aus Kisch in e w haben dort indes wieder a n t i s e m r't i s che Exzesse eingesetzt. Käufer und Geschäftsläden wurden geplündert und in Brand gesetzt. Die israelitische Jugend, unterstützt von Studenten, setzt den Exzedenten Widerstand entgegen. Bei den Zusammenstößen geb es viele Tote und Verwundete. Einzelheiten fehlen noch

Nach telegraphischen Meldungen aus Lodz wurde dre katholische Kreuzkirche, als die in ihr Versammelten während des Gottesdienstes die polnische Nationalhymne sangen, van Infanterie umzingelt und etwa 500 Personen verhaftet. Als ein Teil der Verhafteten durch die Nikolai- straße geehrt wurde und dort ein Gassenjunge einen Pfiff abgab,' ließ der Offizier des Kvlywanschen Regiments feuern. Zwei Arbeiter und eine junge Dame blieben tot, eine Frau und mehrere Passanten wurden verletzt. Um 8 Uhr abends wurde dieselbe Kirche von drei Rotten Infanterie besetzt.

In dem russischen Städtchen Chocz an der posenschen Grenze brachen am Sonntag Unruhen ans. Bauern ver­anstalteten einen Demonstrationsumzug mit toten Fahnen, rissen von dem Schulgebäude den russischen 2ldler herab und wollten den Lehrer lynchen, dem es gelang, sich in Sicherheit zu bringen. Eine aus Kalisch eingetroffenej Abteilung Kosaken war machtlos.

Tas LazarettschiffMongolin", das aus Wladin wostok in Nagasaki eintraf, berichtet, daß die Revolte dort am 12. d. M. ausbrach und erst am 15. etwas Ord­nung wiederhergestellt wurde. Am ersten Tage griffen die Meuterer das militärische Haup quartier an und ermor­deten 400 Offiziere und Soldaten. In den Straßen wurde mit Geschähen geschossen. Die Truppen in Eharbin bemächtigten sich eines Zuges und fuhren nach Wladiwostok, wo sie alles plünderten. Tie deutsche Firma Kuntz und Alberts telegraphierte nach Tsingtau um Kriegs­schiffe. Die Leiden, welche die Chinesen auszuhalten hatten, waren furchtbar. Theater, Schulen, Kirchen und Zollhäuser bildeten ein Flammenmeer. Arn 13,

König KaaKon von Zlorwsgen.

Kopenhagen, 20. Nov.

Aus Anlaß des Empfanges der norwegischen Dcputa- i Kon ist die Stadt mit Flaggen geschmückt. Als um 11.20 \ llhr Prinz. Karl und Prinzessin Maud nach dem Schlosse Schlosse Amalienborg fuhren, wurden sie von einer zahl­reichen Menge mit Hurrarufen begrüßt. Ebenso die norm. Deputation, welche IP/2 Uhr in drei königl. Wagen ar. tarn. Der norwegische Gesandte Baron Wedel-Iarlsberg führte die Deputierten in die Gemäldegalerie, wo sie von J SSnig Christian empfangen wurden. Tann begaben sch die Deputierten nacn dem Rittersaal, wo der Wort- j -ihrer, Stört hingspräsident Berner, folgende Rede hialt:

Majestät! Das Storthing vor, Norwegen hat kraft der Machtbefugnis, welche die Verfassung des Reiches ihm gibt, zum fitinig von Norwegen einstimmig S. K. D. den Prinzen Karl van Dänemark gewählt. Tas dänische Königshaus wie bcW däinlckze Volk haben dem norwegischen Volke herz- liches Verständnis und herzliche Sympathie ent- ac^engebracktt. Hierfür ist unser Volk tief dankbar und darum ist auch das norwegische Volk durchaus davon überzeugt, daß ein inniges Vertrauensverhältnis von der ersten Slunde an zwischen König u n d V 0 l k sich einstellen wird. n.cmn ein Prinz aus Eurer Maj. Haus Norwegens Thron besteigt tum Glück für unseren König und für unser Volk und zum friil für den ganzen Norden. Im Namen des Stvrlhings ersuche ich in tiefflcr Ehrerbietung darum, daß Ew. Majestät gnädiasl ein zuwilligen geruhm, daß Prinz Karl ine Wahl zum König von Norwegen annehme.

König C h r i st i a n antworteteI a" und verlas darauf

Kendrik Wrlboi gefall n.

Gestern nachmittag erhielten wir folgendes Telegramm. da§ wir alsbald durch AuShang bekannt gaben:

Berlin, 20. 9?ob. Meldung deS Generals b. Trotha : ??ach einer Meldung des Kapitäns Goliath auS Berseba ist Hendrik AZttbot beim tteberfatl eines Verpslegnngswagens bei FahlgraS am 20. Oktober schwer der w n udet worden. Er veranlaßte am 2. November die Kapitänswahl seines SohueS Samuel Asaak un> starb am 3. November.

Heute liegen noch folgende Meldungen vor:

Der llcberfall, bei dem Hendrik Wilboi durch einen Schuß in den Oberschenkel fdpixr verwundet wurde, geschah auf einen Proviantwagen der 3. Batterie. Sein Tod hat sich bestätigt.

Die Bande Witbvi's soll in den letzten Wochen durch Dur st und Entbehrungen viele Menschen und an­geblich alle Pferde verloren haben. Sie beginnt sich kcfainbar im Laude zu zerstreuen, doch ist es nickst ausgeschlossen, daß sie sich mit bem Eintritt der Regenzeit wieder um den Kapitän sammelt. Gegen die Bande Simon Koppe r'S hatte am 2. November die erste Ersatzkompagnie unter Ober­leutnant Bapst einen Erfolg zu verzeichnen. Sie war von Stamprielsimlein aus den Auobsluß anßvärls marschiert und überfiel nördlich von Koms eine Werft. Vier Hottentotten fielen, neun Männer und 22 Weiber wurden gefangen genommen. A u f deutscher Seite fiel ein Mann: ein anderer wurde leicht venmiudet. Nach einer Meldung des Majors v. Estorff zielst Simon Köpper jetzt der englischm Grenze zu. Seine Spuren hiben sich im Dünensand des Nossob verloren. Eine weitere Verfolgung ist bei der jetzigen Trockenheit unmöglich Cornelius hat sich einem in diesen Tagen geplanten Angriff unserer ?£bteUungen entzogen und ist aus der Gegend von KeetmannShoop nach der Znnebelhocktebene a u s g e w i ch e n. Tic Verfolgung ist ausgenommen. Tie yllsteilung des Oberst­leutnant v. Sommern, welche nach dem Gefechte bei Hartebeest- mund am 24. Oft ober nach Warmbad marsckstert war, befindet sich noch dort. Sie ergänzt ihre Verpflegung und bereitet einen neuen Angriff gegen M 0 renga vor, von dem Nachrichten zur Zeit nickst vorliegen. Etwa 400 Hotten­totten, Weiber und Kinder, sind von deutschen Patrouillen zusammengetticben worden, und sollen auf der Haifischinsel bei Lüderitzbucht interniert werden.

Man mag bem alten Manne, obwohl er unter Treu­bruch gegen die deutsche Herrschaft den Krieg begonnen und ihn nicht in einwandfreier Weise geführt hat, den ehrlichen Soldatentod gönnen, den er schließlich gefunden hat für unsere braven Kampfer in Südwestafrika wird wohl sein Hinscheiden eine wesentliche Erleichterung der Situation zur Folge haben. Der KriegSruhm deS allen Hendrik sicherte diesem Hottentottensührer im ganzen Süden des Schutz, gebietes eine überragende Autorität. Sein Ansehen riß auch die ihm nicht unterstehenden Stämme in den Aufstand hinein und hielt sie im Felde fest. In der letzten Zeit war Hendrik 'schon so sehr in die Enge getrieben worden, daß er Frauen und Kinder preiSgab und sich und seine Mitkämpfer den schwersten Entbehrungen ausgesetzt sah. Nun er vom Kriegs­schauplatz abgetreten ist, eröffnet sich uns die erfreuliche Aus­sicht, daß der Nest seiner Anhänger über kurz ober lang ben Kampf aufgeben wirb, sei es au5 Ueberbruß an bem nach­gerade aussichtslos gewordenen Feldzuge, fei es infolge innerer Zwistigkeiten. Der Nachfolger Hendriks dürfte schwer­lich denselben Einfluß auf feine Leute erringen, den der in langen Jahren und vielen Kämpfen erprobte Führer besessen hat. Der einzige ernsthafte Gegner, den wir nun noch im Süden unseres Schutzgebietes haben, ist Jokob Morenga.

Hendrik Witdoi hatte seit Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts ben deutschen Gouverneuren schwere Arbeit gemacht; erst 1894 gelang es Leutwein, ihn zur Unterwerfung zu zwingen, und seither galt er als eine sichere Stütze der deutschen Herrschaft, bis er im Sommer 1904 un­erwartet benOrlog" begann.

Der neue Kapitän der Witbdi-Hottentotten, Samuel Isaak, war einer der beiden Abgesandten, die dem Haupt­mann von Burgsdorff in Gibeon die erste Mitteilung von dem beabsichtigten Losschlagen ihres Führers mochten. Die Umstände, unter denen sie es taten, und ihre Versicherung, nur Herr von Burgsdorff selbst könne Hendrik umstimmen, haben diesen veranlaßt, allein ben Ritt zu ben Hottentotten zu unternehmen, bei dem er den Tod fand. Samuel Isaak hat sich später an allen Kriegszügen seines Vaters beteiligt und ist mehrfach als Führer hervorgetreten.________________

Haakon erwiderte:

Herr Stvrthingspräsident! Meine Herren! Der erste Groß Vt Vertreter des norwegischen Volkes, die durch ihren ein- it imigcn Beschluß vom 18. November mich zum Könige gewählt lirben, bat mich tief gerührt. Das Volk hat mir dadurch ein lkttranen gezeigt, das ich zu würdigen verstehe und das, wie ist hoffe, stetig wachsen wird, je mehr das Volk meine Ge- u<-chlin und mich kennen lernt. Wie es Ihnen, meine Herren, k'inut sein wird, geschah es auf mein Verlangen, daß die t-n kurzem abgeschlossene Volksabstimmung stattfand. Ich wollte lic Sicherheit da siir haben, baßes ein Volk war, und n i ch t fine Partei, das mich zum Könige wünschte, damit meine klufgabe vor allem sein muß, zu sammeln und nicht |i zersplittern. Mein Leben ist dem Wohle Norwegens c'TTciM, und d's ist meiner Gemahlin und mein innigster sZiunsch, daß daS Volk, das uns gewählt faxt, durch Z u - vi m ml narb eit en m'it ust s nach diesem großen Ziele trüben möge, und mit vollem Vertrauen kann ich denn zu meinem 8 hlsvruche nehmen: Alles für Norwegen!"

König Haakon ist vorn König von Dänemark zum Ad- tii ral der dänischen Flotte ernannt worden.

Nach der Audienz der Deputierten des norwegischen Ltorthings empfing König Haakon die dänischen Minister. 2er Konseilpräsident Christensen sprach dem König und der Sämig in die heißen Wünsche der Regierung aus und gab de» Hoffnung Ausdruck, daß das Geschehene zum Heil für bmi ganzen Norden sein werde.

Der König von D a n e m a r k hat einen Erlaß ver- ckstmtlicht, in welchem er bekannt gibt, daß er nach Beratung mii.t dem Kronprinzen mit Zustimmung der Regierung für stm Prinzen Karl die Wahl zum König von Norwegen an» f?rtommen habe im vollen Vertrauen darauf, daß Prinz f.tnrl seines Lebens beste Kräfte der treuen Erfüllung seiner i Üuijgabe als König weihe, sowie im vollen Bertrmien bar* kujjs, daß das norwegisch^ Volk seinem neuen König mit stesiühlen des Vertrauens im^ber Ergebenheit entgegen» Imme, welche für ein fruchtbares Zusammenarbeiten zum teüil für Land und Volk notroenbig sind.

j. Seulh1

Wetzsteins^ und Damtlistriir Mden, Jacken, sten, blaulemcne 3« !, Wachötucht. lmpsen wird billigst^ ftagören in g*1 lampen sehr

19 abends 8', r X« t6"" ».,1

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ti< jbewegt folgende Ansprache:

Norwegens Revräsl'ntanten, norwegische Männer! Es ist uns eiire Freude, den Wünschen des norwegischen Volkes, wir möchten di? alte vorwegisck>e Königslrone für unseren lieben Enkel den Prinzen Karl annelMem. entgegen zukommen. Wir hegen das »n. Ic Vertrauen, daß das norwegisckze Volk gemeinsam mit ihm 'inrr glücklichen Zukunft entgegengehen wird. Ter junge König fori int nicht als Fremder nach Norwegen, denn er steht nut den « iri faren norn'egisckn'n Königen in venoandtschaftl. Verhältnis, imb auch das Königreich Norwegen wird ifan nickst fremd sein, *? benii überall im Lande werden ifan gemcirisame Erinnerungen an die ßleschichte des Reich's und die Gesckstchte fetncS Geschleckstes ew gegen treten. Es ist unsere Hoffnung, daß das Band, welches ittrt den jungen König urid die junge Königin mit dem alten Lende und Volke vereinigt, durch gutesZusammenarbei- tem zwischen König und Volk zum Wohle des Landes in Zukunft fester geknüpft werde. Es ist dieser Glaube, daß dadurch nicht allein das Wohl des norwegischen Volkes, sondern auch das der Stammesbrüder gefördert werde. Wir bi«en zum allmächtigen Gott, daß dieser Scktritt zum Glück und £ttflcn fflr den ganzen Norden sein möge, daß Einigkeit, sfeiede und Verträglichkeit zwischen den nordt- icben Völkern bestefam und wachsen möge. Wir haben die ii-tMcre Zuversicht, daß unser ganzes Haus und das dänisckre 5df dielen Wunsch mit uns teilen. Darum befehle ich Euch Gott imh bitte Euch, unsere herzlichsten Grüße an das norwegisckte Äolk, das Ilw hier vertretet, entgegenzunehmen. An Euch aber, in k ine lieben Enkelkinder, wende ich mich mit dem Dwnsckn-, daß .Gott Erich 'Kraft und Stärke verlcihm möge, 4 v rem Lande undVolke mit Treue unb Rechts- sinn ju dienen. Damit werdet Ihr Euch die Liebe E u r e § Pulkes gewinnen und Euch selbst als Norweger fünfen, hniptsächlich i n der Arbeit für das Glück und die Brunft Eures Landes. Du, mein lieber Enkel, hast m Deinem Vaterlande und Könige mit Treue gedient. Deshalb bin icki davon überzeugt, daß Tn an Deine neue verantwort- lirhc Aufgabe mit guten, Willen hnmntrittst, Deinen Platz ans-- tu'üllen. Dein Vater, Deine Mutter, Dein ganzes Gr-schleckst. bi? dänische Volk und ich, Dein alter König und Grofwater, neyrnen hier mit Warrn em Gefühl an dieser feierlichen Stund? teil. Ce fa mit Gott, meine lieben Enkelkinder, au5 dem Lande und Ge­schleckte, das Euch erzeugt, hin zu dem Lande und dem Volke bi3 Euch gerufen, und nefant den Segen Eures alten Königs für Euch, Euer Geschleckst und Eure Taten mit für jetzt und immer- ^rrr. Hiermit Gott befohlen!" .

Die beiden Könige und die königftche Farniire traten linauS auf den Balkon uno von der vor bem Schlosse ver­semmelten Volksmenge würbe ein Hoch auf König Haakon au-soebrackit. Eine Batterie feuerte Salut.

Bei der Audienz tm Palais des Königs Haakon brachte der Präsident des Storthings, Demer. (frrüfie unb Glöckwünsche vom norwegischen Volk bar unb jfilb ber Hoffnung des Volkes auf ein glückliches Zusammen- acfcciten zwischen König unb Volk Ausbruck. König

Aus and.

London, 20. Nov. Wie denTimes" aus Tokio gemeldet wird, wurde gestern ein neues Abkommen zwischen Ja- "an und Korea unterzeichnet. Das neue Abkommen liefert K0rea ben Japanern vollständig aus. Japan wird einen G neralgonv^rneur in Söul ernennen sowie jafainische Be- ernten in sämtlichen korcan. Häfen. Japan übernimmt gleich­zeitig d!e gesamte diplomatische Vertretung Körens im An »lau ft.

England falt ein neues Abkommen mit China über Tibet abgeschlossen. Dieses erkennt an, daß Tibet einen Teil des chinesischen Reiches bildet- Dafür bezahlt Chtna die Kriegsentschädigung, welche Tibet den Engländern tvegen der Ztroserpedition schuldet.

Innsbruck, 20. Dez. Ta infolge der Landtags- Wahlreform die Städtevertreter durch die Ab ge­ordneten der Landgemeinden majorisiert werden sollt u, be'cktlossen die Vertteter der Städte und Handelskammern Innsbrucks und Bozen, sowie der Rektor der Jnnsb' cker Uni­versität bei der heutigen zweiten Lesung mit Obstruktion em» zusetzen. Sie hibcu über hundert Tringlichkcitsanträge vorbereitet.

Paris, 20. Nov Infolge Weigerung der Anwalts­kammer, den ehemaligen Professor Hervs als Advo­katen zuzulassen, beschlossen die fozialistisckien Deputierten, in der Kammer die Abschaffung der Privilegien der Ad- v ok a t u r zu beantragen.

Paris, 20. Nov. Der Senat nahm heute die beiden ersten Artikel der Doriige bett, die Trennung von Staats i! n d K i r ch e an und verwarf den ?lbänderungsanttag, der die Deibebcktnng des bisheriaen Költnsbudgets verlangte.

Charles Dos, der Marineberichterstatter der Kammer, stgt dar, daß die Kriegsflotte Deutschlands im Jahre 1908 eine Heberte genbeit über die französische Marine haben werde, was Iran kre ich zu den größte.« ?l n s! r e n g zi n g e n farausfordern müsse. Dos tritt für die Schaffung eines neuen Sck'issswp ein, den er K r e u z e r v a n z e v nennen wil, und der ein Deplacement von 17 800 T-, eine Maximal- Panzeruna von 280 Millim. und eine Schnelligkeit von 201/*. Knoten haben soll.

Kwnstantinopel, 20. Nov. Es wird behauptet, Sultan

-)ll>dul Hamid sei entschlossen, die bevorstehende Flotten^- ; Demonstration der europäischen Mächte mit einenti

Christenmassacre zu beantworten. (?) Die türkischen Be­hörden in der Provinz hätten Befehl erhalten, sobald die Flotten-^ , Demonstration anfängt, Angriffe der Muhamedaner auf christ- firfre Einwohner nicht zu unterdrücken. Die Mackste müffen darauf vorbereitet sein, nicht blos die Flotten-Denwnstratton dirrchzn- . süh-r^n, sondern anch die christlich-w Untertanen der Türkei gegen türkische Maßregelungen zu schützen. Im Pildiz wird dagegen ' crfiÖTt. daß der Sultan geneigt sei, die Forderungen der Mächte im Primip anzuneymen und daß es! nicht ans eine Flotten-Demonstration an kommen soffen wolle.

Eine Note des russischen 'auswärtigen Amtes an die Pforte protestiert neuerdings gegen die Aufführung Port Befestigungen am Eingang des Bosporus und an inigen Punkten der Küste de? schwarzen Meeres. Die Note erFlnrt es als unfreundlichen Akt gegen Rußland, wenn : d-m nicht Einhalt getan wird, und droht mit der Forderung der sofortigen Bemhlnng der (fntfcfiäbigunnen an die russischen Unter­tanen in Höhe von 650 000 Pfund nebst 6 Prozent Zinsen sowie mit der Besetzung einiger Punkte der türkischen 'V ü st e.

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