Ausgabe 
25.8.1905 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

s?**

1 9«iu«it. '

H^Zi iMmet IHÖloilrtJ«

__^etsiuefl i4_ Ie'*^inen71^n Wer »ausarbeü versteht fonn, nuj jo|ott

*9 ©einigen,

LjjU iiaiicrnraßeb, itaii ;;s h m allen haus- ^aurinlden will, x tirau gesucht. ' IMiatzc 68, II.

Sleuen Laue 6, s, jüngere Dienst.

1. Sept, zu zwei it. Allerweg N, 1^ che ihr wt\ ein ih»n zu einem vier- M Mrig. llmde. r, Tomienilrage 6.

Haushalle schon er- idchen (Gejchivister) milie, 14- u. IL-jähr^ ung in bess. Familie Familieuanlchl. env. Meldungen unter 4410 ?ner Anzeiger eibeim

idrciica

inner

lk »u o it I«

Wo'.ti Beleih'^ le zu4

Zs-S jl Kapital

mit ftoU **

w*

Äww

UM Mt*

®et rurttf LpSS K,.Ä rrtf

(außer u

A

1000 Mart foiort in >°/0 vom Reingewinn iue, QCivinnbringenbe ober §bee. IW09 >rb. an Patentbureau ^trtrijiipilülh^. k?Mk SS l> ben Herren «rjten mherausichreidenber .-Gefl Adressen unt tert bie Expedit. d.Ä. ßkDkk Men nach (hl 0bo9.'

aber, Tamplziegele ihML---

Nr. 199 Zweites Blatt.

155. Jahrgang

Freitag 25. August 1905

Erscheint ISgNch mit Ausnahme des Sonntags.

DieGlehener §amlllenblätter- werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^hessische Canbroirt erscheint monatlich einmal.

Giehener Anzeiger

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sch« Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.7.

Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.

Eenerat-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen.

1..... *l '

Volilische Tagesschau.

Die Finanzreform.

Man schreibt unS aus Berlin vom 24. August:

Wie wir mitteilen können, ist man in den dem ReichS- fchatzamt nahestehenden Kreisen der Ansicht, daß die Grund­züge der Reichsftnanzreform der Oeffentltchkeit bekanntgegeben werden würden, sobald im Bundesrat eine Einigung hierüber erzielt sei. ES wäre daS dasselbe Verfahren, wie bei der kleinen Finanzreform, bei der es sich als zweckmäßig erwiesen hat. 2lu5 dieser ist bekanntlich doch die lex Stengel her- vorgegangen, obwohl in der öffentlichen Erörterung der Vor­lage die Wage sich zu deren Ungunsten neigte, und nament­lich die ZcntrumSpresie sich abweisend verhielt. Es ist dies- nial umso wünschenswerter und besonders für die Regierung wertvoll, daß die Finanzreformvorlage zur vorparlanientarischen Kritik gestellt wird, als es sich um einen Gesetzentwurf von ungleich größerer Bedeutung handelt, und zumal in Ver­bindung damit um Steuervorlagen, über deren Wesen der Bürger baldigst Gewißheit haben möchte. Dem Kapitel der Steuervorschläge der Partcipresse ist übrigens als Kuriosum anzufügen, daß dieDtsch. TageSztg." eine erneute Erhöhung der Börsen st euer als das nächstliegende bezeichnet, nicht nur aus finanziellen, sondern auch auS anderen Gründen. Diesem Blatt kann nicht zweifelhaft sein, daß der Ertrag dieser Steuererhöhung unmöglich zu Buch schlagen würde; es kann also nur dieanderen" Gründe für stichhaltig er- achten, nämlich die ihm ohne weiteres gerechtfertigt erscheinende Notwendigkeit der Höchstbesteuerung des Handels, mag auch der Handel darüber zu Grunde gehen. Diese Auffassung kann sich natürlich eine Regierung nicht aneignen, die in einer Novelle zum Börsengesetz dem Börsenhandel Erleichterungen zu schaffen trachtete, wenn sie auch die erforderliche Energie in der Vertretung der Novelle vermissen ließ. Was im übrigen die Reichssinanzreform als Gesetzentwurf betrifft, so wird man annehmen dürfen, daß die Veröffentlichung der grundlegenden Bestimmungen im Laufe des Oktober, und der Beginn der parlamentarischen Beratung alsbald nach dem Zusammentritt des Reichstags erfolgt.

Der KatyoUktlttag.

H. F. Straßburg i.E., 23. Ang.

Heute nachmittag erschien in der Versammlung u. <l auch bet päpstliche Nuntius Dr. de Caputa (München), der die Ver- iammlung in lateinischer Sprache begrüßte.

Abgeordneter, Oberlandesgerichtsrat Geh. Justizrat R o e r e n sprach danach über: Kamps gegen die Uusittlichkeit ru Wort und Bild. Sein« Rede brachte nichts Neues.

Prof. Dr. M e y e n b e r a (Luzern) sprach über die Anteil- vahme der katholiscyen Kirche an Wissenschaft und Kunst. Der Redner führte aus: Die Wissenschaft sei weder katholisch, noch protestantisch, noch jüdisch, noch buddhistisch. Die Wissenschaft könne aber nur zur Wahrheit ge­langen, wenn sie ein Bündnis mit der Religion schließe. (Fragt sich nur, was man unter Religion versteh. Die Red.) Die Wissenschaft fei' die Schtvester der Religion. Die Mutter müsse säxon in dem Knaben den religiösen Grund legen, damit alsdann die alma mater den Dom der Wissenschaft darauf bauen könne, ohne daß er wanke. (Wenn der Dom der Wissenschaft auf der Weltanschauung der Zentrumsleute aufgebaut sein soll, wird er allerdings wanken. Außerdem jinb dann Religion und Wissenschaft nicot mehr gleichbereck)tigte ^Schwestern. Besser ist es, wenn die Religion sich auf die Wissenschaft stützt, als umgekehrt. Die Red.) Die katholischen Studenten - Ver­einigungen seien das grüne Vorgebirge der Zukunft. (!)

Nachdem Pater Liese (Exaeter) noch über den Bonifazms- verein gesprochen hatte, wurde die Versammlung gegen LVi Uhr abends geschlossen. *

H. F. Stpaßvurg i. E., 24. Aug.

In der füllte vormittag 8 Uhr begonnenen letzten geschlossenen Versammlung wurden verschiedene katholische soziale Einricht­ungen bespwchen und dazu Beschlüsse gefaßt. ____

In der darauf eröffneten letzten öffentlichen Versammlung sprach zunächst Graf Oppersdorf (Ober-Glogau), Mitglied des Preußischen Herrenhauses, überSozialpolitik und christliche Charitas" in unserem Vaterlande. Der Redner empfahl u. a. den Ausbau des Ko a l t t:o n s r e cht s. Ebenso solle den kleinen Kaufleuten geholfen toerben. Ader auch der Bauernstand bedürfe des >^chutzes.

Professor Dr. Mausbach (Münster i. W.) iprach hierauf über das Zusanrmenvirken von Kirche unb etaQt frum Wohle der Menschheit. Die Katholiken verkennen nicht dre Bedeutung des Papsttums im Mittelalter, sie seien aber entfernt, em mittelalterliches Papsttum, eme mittelalterliche Kirche zu verlangen. _

Darauf erfolgte die Schlußrede des Präsidenten, Erbprinz Alois zu Löwenstein, der konstatierte, dreier Katholiken­tag sei einer der glänzendsten gewesen Einen Rückblick auf bie Verhandlungen zu werfen, könne er sich, ersparen; dieser Vcuhe wolle sich ein beredterer Mann unterziehen: der Reichstags- abgeordnete Bebel. (Stürmischer Beifall.) Ja der Reicgstags- abgeordncte Bebel will nächsten Sonntag hier m Straßburg über die politische Le-ge und den Katholikentag sprechen. Nach dem Gesang«:Großer Gott, Dich loben nrir", ging die Versammlung auseinander. __ _______

Aus StM und Kanö.

Gießen, 25. August.

* Der Um* und Erweiterungsbau de§ hiesigen Bahnhofsgebäudes, der schon seit November 1901 mit Unterbrechung im Bau begriffen ist, geht jetzt im Rohbau seiner Vollendung entgegen. DaS ca. 45 Meter lange Tunnel, durch welches beide Bahnhöfe mit einander verbunden werden, ist dieser Tage begonnen worden. Der westliche neue Flügel ist bereits bezogen; es sind dann BureauS, Zimmer für das Zugpersonal und ein PrüfungS- zimmer untergebracht. Der neue Wartesaal 3. und 4. Klasse wird in einem Monat bezogen werden. Dann erfolgt im Laufe des Winters der Umbau des früheren Stationsgebäudes, dessen westlicher Teil Warte- und Speisesaal 1. und 2. Klasse enthalten wird, während im östlichen die Post, Stationskasse und Fürstenzmimer untergebracht werden. Gegenwärtig ist man mit der Errichtung der 16.5 Meter breiten und ca.

50 Dieter langen Verbmdungshalle zwischen beiden Bahn- Höfen beschäftigt, lieber dieser Halle ist em 29 'Dieter hoher Turm erbaut, der außer der Bahnhofsuhr em Wasserreser­voir aufnehmen soll. Im Kellergeschoß wird die Restaura- ttonSküche, die Zentralheizung und eine Kellerwirtschaft unter­gebracht. Der Gesamtbau wird kaum vor Sommer nächsten JahreS vollendet sein.

* E l n Simplicissi muS-Abend wird (t. Insera! am Samstag, den 26. d. Nits, im Saale des Easß Leib stattfinden. Zum Vortrag fonunen Rezitationen humoristischer Dichtungen, ausgeführt von den Schampielern Willy Hagen und Hang Nauendorf vom Karl Schulz-Theater in Ham­burg, welche bereits an anderen Orten Simplicissimus- Dichtungen mit durchschlagendem Erfolg remitierten, so daß ein genußreicher Abend zu erwarten ist.

DünSberg wettturnen. Wie bereits bekannt ge­geben wurde, findet nächsten Sonntag auf dem Dünsberg cm volkstümliches Wettturnen statt. Dieses Turnen hat feit seinem Bestehen immer eine große Anziehungskraft auf weile Kreise auSgeüht. Auch diesmal ist wieder eine große Zahl von Wettturnern gemeldet. ber auch jedem Nichtturner ist em Gang auf den Dünsberg, von dessen AiissichlSturm man einen herrlichen Rundblick genießt, sehr zu empfehlen. Gerade das schöne Augustwetter lockt unS so recht hinaus in Gottes freie Natur. Darum sei für alle Wanderlustigen am nächsten Sonntag das Losungswort: Auf zum Dünsberg!

* Postanweisungsverkehr mit den Marianen (Seipan). Vom 1. September ab sind im Verkehre mit der Postagentur in Seipan ('Marianen) Postanweisungen bis zum tUleifibetrage von 600 Akk. zugelassen. Die Taxen sind dieselben wie für Postanweisungen des inneren deutschen Verkehrs.

w Nidda, 23. August. Am 1. November werden es 25 Jahre, seit unsere höhere Bürgerschule als behörd­lich organisierte Schule unter dem Namen .Erweiterte Volks- fd)ule* ins Leben trat Sie entstand auS einem von den beiden Geistlichen geleiteten Institut. Erster Dirigent war Pfarrer Eck st er, bann folgte Pfarrer Werner. AIS die Schule 1898 von der Behörde zur höheren Bürgerschule er­hoben wurde, ging die Leitung auf ben ersten Akademiker über, während Pfarrer Werner noch Lehrer blieb. Es wirken außer diesem noch 2 Akademiker, ein seminaristisch ge- bilbeter Lehrer und ein Handarbeitslehrer an der Schule. Die Schülerzahl beträgt etwas über 50 (Knaben und Mäd­chen). Ziel ist die ü II höherer Lehranstalten.

r. Rabertshausen b. Hungen, 34. Aug. Gestern wurde bie hiesige Felbjagb auf weitere sechs Jahre ver- pachtet. Metstdietenber blieb bet Millionär Friedrich Engler von Frankfurt a. M., der auch die angrenzende Waldjagd in dem staatlichen Harbwald für 3600 Ml. ge­pachtet hat, mit 635 Mk. Für unseren Geineindesäckel be­deutet dies eine schöne Mehreinnahme, wenn man erwägt, daß dieselbe Jagd früher für 120 Mk. verpachtet gewesen ist. Die Waldjagd im Distrikt Lindes, die der kürzlich ver­storbene Professor Geheimrat Eckhard von Gießen für 360 Mk. gepachtet hatte, wurde gleichfalls von einem Frank­furter Herrn namens Grünewald für 1200 Mark er­standen.

sd. Darmstadt, 24. Aug. Zwischen Enkheim und Bergen, wo die Straße steil bergab führt, geriet gestern der Müllerfuhrknecht Karl Moldenhauer auS Rendel unter seinen eigenen Wagen, den er nicht genügend gebremst hatte. Die Räder gingen dem Mann über beide Beine und er blieb einige Zeit hilflos liegen. Schließlich gelang eS ihm, unter furchtbaren Anstrengungen und Schmerzen wieder auf feinen Wagen zu kommen und bis nach Fechenheim zu einem Arzt zu fahren. Dieser legte ihm einen Notverband an und ließ ihn nach Hanau ins Land- krankenhaus bringen, wo dem Verunglückten em Bein sofort abgenommen werden mußte. Welche Schmerzen muß er vorher erduldet haben!

Hanau, 24. Aug. Der fünfzehnjährige Sohn des Häfnermeisters Krafft ()ieiz, der in Frankfurt in einem Kaufmannsgeschäft Lehrling ist, hatte vorgestern in Frankfurt Leberwur st gegessen. Gleich nach dem Genuß der Wurst fühlte er sich unwohl und mußte nach Hause reisen. Als er um vier Uhr nachmittags in seinem Äternhaus hier ankam, war er schon schwer krank. Gestern erlag er feinem Leiden. Der Arzt konstatierte Wurst­vergiftung. Die nötigen Schritte zur Untersuchung der Angelegenheit mürben sofort eingeleitet. Ta ber Junge so­gleich bei seiner Heimkehr in Bewußtlosigkeit verfiel, aus ber er nicht mehr erwachte, so ist es nicht bekannt, in welchem Geschäft er bie Wurst kaufte. (Kl. Pr.)

* Kleine Mitteilungen aus Hessen und ben Nachbarstaaten. In Lützellinden fand ein Missionsssst statt, bei dem Pfarrer Speer-Tillheim die Festpredigk hielt. Missionar Alt berichtete über seine Erlebnisse und seine Wirksan,keit bei den Dajaken in Borneo. Der gemischte Kirchengesangverein und der Posaunenchor trugen sehr zur Verschönerung des Festes bei. In Ebersgöns ist ein Fall von Typhuserkrankung vor­gekommen.

Kunst uni) ZSi-senjchaft.

(s ) Frankfurt, 24. Aug. Im Frankfurter Schau­spiel Hause ist für die bevorstehende W i n t e r s p i e l z c i t bereits eine stattlich Reihe vonNovitäten und N e u r u s z e - nierungen in Vorbereitung. Und zwar toerben einerseits neue-öpsungen namhafter Autoren (zum Teile an gleichen Abenden mit Berlin oder Wien) im Repertoire erscheinen, und andererseits auch dramatische Arbeiten jüngerer, noch unbekannter Schriftsteller als Originalaufführungen gegeben werden Bis letzt sind folgende Werke in Aussicht genommen;Derschwur ber Treue" von Oskar Blum ent ha', (Originalaujsühr- ung an gleichem Abende mit Berlin)Klein Dorrit" von Franz von Schönthan (Originalaufführung an gleichem Abende mit Berlin),Stein unter Steinen" von Her­

rn a n n' S u d r r m a n n , a 5 j ui m a cye io e i uj i e u>von Marcel Prevost (Lriginalausführung an gleichem Abende mit Wien),Ter Vielgeprüfte" von Wilhelm Meyer- Förster,Stürm e" von Sigmund Neumann (Original­ausführung),Tas Urteil Salo mos" von Elisabeth Mentzel, (Originalausführung),Ruth" von Karl Wolff (Driginülauffüljrung),Um Seinetwillen" von Selma E r d m a n u - I e s u i tz e r,F i g a r o's H o ch z e i t" von B e au- marchais, neu bearbeitet von Ludwig Fulda. In Frage kommt ferner eine neue bramatifdje Arbeit von Ger­hart Hauptmann und eine solckje von Ludwig Fulda. Von düsen beiden Stücken jinb die Titel noch nicht endgiltig fest- gestellt. An Neueinstudierungen wird im klassi­schen Drama eine Ergänzung des Shakespeare-Reper­toires Berücksichtigung finben. Es sollen mel)rcre Shakespeare- Dramen in neuer Einrichtung und Inszenierung erscheinen und zwar mit dem Beslreben, durch einen besonderen technischen Appa­rat, die, bei Shakespeare-Stücken sonst üblichen, zahlreichen gc- scylvssenen Veriv^ndtungen zu vermeiden, indem sich ein Schau­platz aus dem anberen, bei offener Szene entwickelt. Das FaUl'i des Vorhanges soll nur nach den Aktschlüssen eintreten. Auf dieser Sh. kespeare-Bühne sollen zunächst gegeben werden: Wie es Euch gefällt",Der Kaufmann von Vene- d i g" undW a s Ihr w o 11 t". An weiteren Neueinstudier­ungen sind vorgesehen:Die Nibelungen" von Hebbel, Die Ahnfrau" von Grillparzer,Der E r b j ö r ft c r" von Otto Ludwig,Die Kreuzelsch reibe r" von An­zengruber undTer Verschwender" von Raimund. Für die nädyften Wochen werden im Schauspiclhause borbereitet als Novitäten:Der Graf von Eharolais" von Beer-Hofmann, und das Lustspiel:Ihr zweiter Mann" von Sylvane und Troyer. Ergänzungen durch weitere N ovitätenund Neueinstudierungen bleiben Vorbehalten. Fräulein Clara Nabitow vom Berliner Deutschen Theater, die vor acht Tagen ihr als Hero inD e s Meeres und ber Liebe Wellen" begonnenes Gastspiel wegen Krankl-eit unterbrechen mußte, fanb gestern durch eine bedeutende Leistung als ^anetta in BrieuxsJtoter Robe" stürmisck-en Beifall. Man fand sie der Triesch ebenbürtig, ja überlegen.

de. Berlin, 24. Aug. Dem Bildhauer Professor S ch o t t hier ist vom Grob her zog von Hei s en bas Ehrenkreuz deS Gioßherzogllch Hessischen Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen luoibeu.

tz-.rltylStual.

(b.) Mainz, 25. Aug. Vor der Mainzer Ferienstraf­kammer hatte sich gestern, Donnerstag, der 43 jährige Lanb- roirt Philipp Martin III. aus Wuld-Uelversheim wegen Gr enz- steinverrückung bezw. Urkundenfälschung nach § 274 Ws. 2 des Strafgesetzbuches zu verantworten. Bei der Vornahme der Feldbereinigung in ber Gemarkung Wald-Uelversheim fiel es den Feldgeschworenen auf, daß bei den sämtlichen Aeckern des Aiigektagten die Grenzsteine versetzt waren. Durch einen Geo­meter wurde dann feistgestellt, daß durch diese Verrückung der Grenzsteine der Angeklagte 1049 Quadratmeter Land gewonnen butte. Der Angeschuldigte bestreitet jede Schuld, er wlll weder die Grenzsteine verrückt, noch von deren Verrückung durch andere etwas gewußt haben. Ein Dell der Felder seien, bevor sic in seinen Besitz gekommen, verpachtet aeivesen und es sei nicht ausgeschlossen, daß die Pächter eine Verrückung der Steine vor- genommen. Ein Feldgeschworener bekundete, es sei möglich, daß beim Pflügen eines Ackers hie und da einmal ein Grenzstein verrückt iverden könne, allein das sei äußerst minimal und komme nicht in Betracht. Bei dem Angellagten seien aber auf all seinen Aeckern die Grenzsteine bedeutend verrückt. Der Zeuge bemerkte zum Schlüsse wörtlich:Ich sein eich schun 20 I a hre Feldgesch iv orener, aber soverrückt ge­worbene Grenz st an" sein eich nochnet vorknmme!" Das Gericht nahm an, baß in systematischer Weise in den zwölf Grenzslücken, die dem Angeklagten gehören, die Grenzstein­verrückung stattgefunden habe, wodurch das Gebiet des Be­schuldigten immer mehr vergrößert worden sei. Die Verrückung der Steine sei so auffällig, daß an einen Zufall der Verrückung nicht gedacht werden könne, sondern die Absicht der Grenzverrück­ung vorliege. Nach der Ueberzeugung des Gerichts komme nur der Angeklagte als Täter in Betracht. Das Gericht berurteili« ihn zu 4 Monaten Gefängnis und 300 Mark Geldstrafe.

Kirchliche ^ttchrichien. Evangelische Gemeinde.

Am 10. Sonntag nach Trinitatis, den 27. August: Hotttsdienü.

In der Gtadtktrche.

Vormittags 8 Uhr: Piarrer Schwabe.

Zugleich Ehristenlehre für die Neukonfirmierten aus bet Markusqemeinde.

Vormittags 91/, Uhr: Piarrer D. Schlosser.

Nächstkünfllgen Sonntag, den 3. September, findet im Haupt» qottesdienst Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- unb MarkuSgemeinde gemeinsam statt. Anmeldung vorher für beide (9emcinben bei Hern» Pfarrer Schwabe erbeten.

3« der IohanneSkirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler.

Zugleich Ehristenlehre für btc Neukonfirmierten aus der LukaSgemeinds.

Vormittags 9V? Uhr: Pfarrassistent Sattler.

Beichte unb heiliges Abendmahl für bie Lukas- unb Johannes- gemeinde im Hatiptgaltesdienst. Aiimelbuiigen vorher bet dem Pfarrer reber Gemeinde erbeten.

Nächstkünftigen Sonntag, ben 3. September, Feier des Sedan- f c ft e s. An diesem Tage nach allen Gottesdiensten Kollekte für bis Kaiser-Wilhelm-Stiftung zum Besten hilssdedürfttger Invaliden.

Katholische Gemeinde.

Samstag, den 2 6. August 19 05.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.

Sonntag, den 2.7. August 1905.

11. Sonntag nach Pfingsten.

Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

, um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe, vor und in der­selben Ansteilung der heil. Komnumion.

, um 8 Uhr: Tie ziveite heilige Messe.

um 9*/, Uhr: Hochamt nut Predigt.

Nachmittags um 2'1, Uhr: Andacht für die Abgestorbenen.

Hptttpian

des Großherzoglichcn KnrtheaterS Bad-Rauheim.

Tireklion Hermann S t e i n g o e t l e r.

Montag den 28. August:Unter vier Augen", Likstspiel von Ludwig Fillda, uudIn Zivil", Schivaiik voii Gustav Kadelburg. Dazu Balletelnlage : S p i e g e l l a »i z, arrangiert von Fräulem Eiiima D a t h e. Dieiislag den 29. August :Die rosa Dominos." Posse von Telacour und A. Heiinaquin. Freitag den 1. September: Als ich wiederkain." Lustspiel vou Cst Blumenthal und Gustav Rabelburg. Samstag den 2. September:Die Wohltäter der Mensch­heit." Lustspiel von Felix Philippi.