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22.4.1905 Drittes Blatt
 
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Drittes Blatt

Nr.

Samstag ÄÄ. April 1905

Gietzener Anzeiger

Mc&etnl D-ttch mti thiSno^me bei Sonntags.

Dirtefienet tfoni Illenblätter* werden dem ^Anzeiger ntermal wöchentUch beigelegt. Der dhelftichO Lasdvtrt- erscheint monatlich einmal.

155. Jahrgang

StotonxnrSörud and Verlag bei Vrühl Iches UntDcrfttdiflbruderet 8L Laag«. Vietze».

. Redaktion, Expedition «r. Druckerei: Kchulftr.?.

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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen.

Wimmenauer, daß ihm der auf 6100 Festmeter an­genommene Einschlag etwas niedrig vorkomme. Betreffs des Elektrizitätswerks bemerkt der Oberbürgermeister, daß im abgelalifenen Jahre der Uebcrschuß des Werkes erheblich höher sei als im Jahre vorher, sodaß statt der im vorletzten Jahr Zur Tilgung verwendeten ca. 22 000 Mark für 1904/05 ca. 32 000 Mk. disponibel seien. Bei Posi­tion Schlachthaus bittet Stadtv. Krumm den Ober­bürgermeister, sein Augenmerk einmal auf die Fütterung des in den Stallungen eingestellten Viehes zu richten. Es gehe nicht an, daß ein im Schlachthause bediensteter Arbeiter diese Fütterung als Privatgeschäft betreibe. Weiter bemerkt Redner, daß es nötig sei, eine Kontrolle des von auswärts eingeführten Fleisches einzuführen. Auf dem Ge­biete der Fleisch Versorgung von auswärts herrschten Miß­stände, die im Interesse der Gesundheit der Einwohner unseres Gemeinwesens dringend der Beseitigung bedürften. Ferner möchte Redner etwas näheres über die Kühlan­lage erfahren: er weilt darauf hin, daß wieder mehrere Metzger sich in ihren S^uiern Küblräume schaffen. Der Oberbürgermeister stellt in Aussicht, daß er wegen der Vieh­fütterung in den Stallungen des Schlachthauses Erhebungen veranlassen werde. Wegen des von auswärts.eingeführten Fleisches und dessen Kontrolle sei eine Polizeiverordnung in Vorbereitung, welche demnächst der Versammlung vor­gelegt werden würde. Betreffs des Kiihlhauses erklärt der Oberbürgermeister, daß vor einigen Wochen die Kommission eine Besprechung der Angelegenheit vorgenommen habe, deren Resultat war, daß sämtliche Mitglieder darin einig waren, eine Kühlanlage zu errichten. Fest stehe aber auch, daß die Räume des Schlachthauses zu klein seien, und so sei man sich über die Frage, ob man einen vollständigen Umbau, der eine Vergrößerung in sich schließe, vornehmen oder an anderer Stelle ein neues Schlachthaus mit Kühl­anlage errichten soll, noch nicht einig, doch würde diese Frage in den nächsten Wochen erst spruchreif sein. Stadtv. Gabriel hält es für nötig, bei der Errichtung der Kühl­anlage auch Rücksicht zu nehmen auf das Bedürfnis der D^likatessenwarenhändler usw., damit diesen auch Räume zur Verfügung gestellt werden könnten.

Bei Titel Märkte beschwert sich der Stadtv. Euler namens der Anlieger von Oswaldsgarten über die ständige Messe auf dem Platze. Kaum habe ein Schaubudenbesitzer sein 3eit abgeschlagen, so komme ein anderer und mache von neuem Lärm. Man sollte doch diese Veranstaltungen nach dem höher gelegten Schweinemarkt verlegen und höchstens bei den Krämermärkten Oswaldsgarten für Schau- buden freigeben. Der Oberbürgermeister erkennt die Be­schwerde der Anlieger voll und ganz an, er hofft von einer in der Ausarbeitung begriffenen neuen Marktordnung eine Besserung der Verhältnisse.

Bei Titel Realgymnasium und Oberreal­schule fragt Stadtv. Jann an, wann man denn endlich an einen Neubau denken werde zur Trennung der Schulen. Es gehe nicht an, die Schulen unter einem Dach zu belassen. Es habe dies zu ganz unzuträglichen Verhältnissen geführt, die besonders darin bestehen, daß alle Räume vollgepfropft seien. Der Oberbürgermeister bemerkt, daß der Schulvor­stand der Ansicht ist, daß mit dem in Aussicht genommenen Umbau der einen Etage des neuen Gebäudes dem Bedürfnis der Schule nach Raum auf einige Zeit Genüge geschehen sei. Beig. Georgi hält es für richtig, den Bau einer weiteren Schule für die Oberrealschule nicht zu übereilen, man solle doch erst abwarten, wie die Schulen sich ent­wickeln. Stadtv. Kirch spricht sich ebenfalls dagegen aus, hier etwas zu übereilen.

Bei Titel 22: Gemeinnützige Zwecke hat die Finanzdeputation beantragt, eine Reihe von Beiträgen für gemeinnützige Anstalten, Vereine usw. zu streichen. Jeden­falls soll da, wo erforderlich, der Austritt der Stadt aus dem betreffenden Verein erklärt werden. (Es handelt sich in Summa um 105 Mk. Beiträge, die erspart werden sollen.) Stadtv. Krumm beantragt, die Beitragsleistung an die Deutsche Landwirtschaftsgesellschast weiter zu entrichten. Diese Gesellschaft leiste tatsächlich für die Landwirtschaft Tüchtiges. (Herr Krumm als Protektor der Landwirtschaft? Ei, ei, was steckt wohl dahinter?) Stadtverordneter Jann bemängelt, daß der Oberhessische Geschichts­verein von der Stadt mit jährlich 200 Mark unter­stützt wird, während die hessische Vereinigung für Vvlks- kunde nur 20 Mk. von der Stadt erhält. Jann beantragt, der Vereinigung ebenfalls pro Jahr 200 Mk. zu zahlen. Ter Oberbürgermeister bemerkt, daß die Stadt mit ihrem Beitrage von 20 Mk. an die Vereinigung für Volkskunde schon als Patron gelte, also sehr viel zahle, auch habe der Verein als solcher sich bisher über eine zu niedrige Bei- tragsleistung der Stadt nicht beschwert. Stadtv. Heichel­heim bemerkt, daß der Geschichtsverein schon durch sein Museum Erhebliches für Die Stadt leiste und daher der höhere Beitrag indirekt den Steuerzahlern wieder zu gute komme, denn die Schütze des Museums bildeten einen Zlu- ziehungspunkt für Fremde. Der Antrag der Finanzdepu­tation wird darauf angenommen, ebenso der Beitrag für die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft.

Bei Titel Straßenreinigung wünscht Stadtv. Krumm bessere Behandlung der Straßenkehrer; die Reden, die der Straßenmeister diesen gegenüber führe, erinnerten recht häufig an den Kasernenhof, weshalb sich wenig Arbeiter als Straßenkehrer meldeten. Er halte es auch für ungerecht, wenn die Leute häufig 13 Stunden lang Dienst haben. Der Oberbürgermeister erklärt, er wolle den Straßenmeister durchaus nicht unter allen Umständen in Schutz nehmen, aber man müsse doch, um gerecht zu fein, nicht nur die eine Seite hören. Es komme häufig vor, daß der Mann gereizt werde und auch wohl dann einmal ausfahre; er werde die Sache untersuchen. Ter Oberbürgermeister bemerkt weiter, daß gerade die besten Leute der Straßenfegerkolonne 10 bis 15 Jahre im städtischen Dienst tätig seien, gewiß auch ein Beweis, daß der Stratzenmeister die Leute nicht un­gerecht behandelte.

Stadtv. Krumm bringt bei Titel Polizei zur Sprache, daß es wohl genüge, wenn die Hu nde mit einem Maulkorb versehen seien, er begreife nicht, warum man die Tiere auch noch an der Leine führen müsse. Die letztere Vorschrift sei eine Plage für Mensch und Tier, er Balte die

Sitzung der Stadtverordneten.

Gießen, 20. April 1905.

Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Aeorgi und Heyligenstaedt, die Stadtverordneten Dr. Ebel, Eichenauer, Emmelius, Euler, Gabriel, Dr. Gutsteisch, Heichelheim, Helfrich, Helm, Huhn, Jann, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löber, Loos, Petri, Schaffstaedt, Schiele, Schwall, Wallenfels und Wimmenauer.

Entschuldigt: die Stadtv. Faber, Dr. Haberkorn, Haubach, Dr. Schäfer.

Oberbürgermstr. Mecum teilt mit, daß Herr L. Weil der Stadt eine Goldwage geschenkt hat; er bittet um die Ermächtigung, hierfür den Dank der Stadt abzustatten und das Altertum als Eigentum der Stadt dem Museum des Oberhesstschen Geschichtsoereins zu überweisen.

Die Baugesuche von Joh. Georg Pfaff und Gg. Wagner III., welche beabsichtigen, Neubauten in der Stephanstraße hinter der Baufluchtlinie mit Vorgärten zu errichten, werden genehmigt; das Gesuch des A. Montanus um Erlaubnis zum Bauen in der Bahnhofstraße zwischen Hotel Schütz und dem Montanus'schen Hause wird bean- standet, da der Plan eine Zufahrt nicht enthält, eine solche aber hergestellt werden kann.

Dem Steinhauer H e w e l war s. Z. aufgegeben worden, die vor seinem Hause an der Grünberger Straße aufgestellten Grabdenkmäler zu entfernen. Ein neuerliches Gesuch um Be­lassung der Aufstellung wird genehmigt mit der Einschränkung, daß Hewel nur bis zu sechs Denkmälern in dem Vorgarten ausstellen darf, im übrigen aber den Platz als Vorgarten an­zulegen, bezw. zu bepflanzen hat.

Oberbgmstr. Mecum hat für die Stadt das in die Straßenfluchtlinie fallende Gelände der ehemals Lampus- schen Ho fr eite am Seltersweg von H. Winn Eheleute zum Preise von 100 Mk. pro Quadratmeter erworben. Die Versammlung erteilt dazu ihre Genehmigung. Das Gelände umsaßt etwas über 10 Quadratmeter.

Für den Brandplatz (jetzt Landgraf Philipp-Platz), Den die Stadt erwerben wollte, waren seinerzeit 1,12 Mark für den Quadratmeter vom Fiskus gefordert worden, welcher Preis als zu hoch bezeichnet wurde. Der weitere Verlauf der Verhandlungen ergab, daß der Staat noch keinen Kosten­beitrag für den Ausbau der Senkenbergstraße entrichtet hat. Die Stadt will den Brandplatz für den hierfür ausgeschlagenen Preis von 4690 Mk. übernehmen, womit sich der Fiskus einverstanden erklärt hat. Die Stadt hat die Verpflichtung, den Platz. als öffentlichen Platz im seitherigen Umfange zu erhalten. Mit dem Militärfiskus sollen nun über den Ver­zicht auf den Platz als Uebungsplatz Verhandlungen ge­pflogen worden, die nach Mitteilung des Oberbürgermeisters voraussichtlich zu einem für die Stadt befriedigendem Er­gebnis führen werden. Es ist beabsichtigt, in diesem Falle den Platz gärtnerisch anzulegen.

Dem Vertrag zwischen der Stadt und dem Eisenbahn- siskus über Austausch mehrerer Geländeparzellen in der Umgebung des Bahnhofes (Wetzlarer Weg, Hamm rc.) stimmt die Versammlung zu. Das an die Stadt übergehende Gelände ist bewertet mit 18 000 Mk., das an die Bahn über­gehende städtische Gelände mit 11 000 Mk., sodaß die Stadt ca. 7000 Mk. herauszuzahlen hat. Die Pflaster- und Chaussierungsarbeiten zum Ausbau der Keplerstraße waren zu 3400 Mk. veranschlagt, während das Mindestgebot sich auf 3580 Mk. stellt. Die Mehrkosten werden bewilligt. Die Lieferung eines Loses Pflastersteine, die, weil den Be­dingungen nicht entsprechend, an den Lieferanten Nickel zurückgegeben werden mußte, soll einem anderen Lieferanten übertragen werden. Steinhauermeister Schmall hat für den Neubau der israelitischen Leichenhalle Steinmetzarbeiten geliefert, die in Bezug auf Scharierung den vorgelegten Proben nicht entsprechen. Die Stücke sind deshalb nach vor­hergegangener Prüfung durch die Baudeputation und ein­stimmig gefaßten Beschluß derselben dem Unternehmer zur Verfügung gestellt und Schadenersatzansprüche gestellt worden. Der dagegen von Schmall erhobene Einspruch wird nach längerer Debatte durch Annahme des Baudeputationsantrages verworfen. »

Bei der Vergebung der Herstellung von Decken im Neubau der höheren Mädchenschule sind 25 Offerten eingegangen. Es soll der Firma Knobloch & Scheib in Frankfurt a.M. die Uebertragung der Arbeit in Aussicht gestellt werden, falls dieselbe für die Ausführung weiterer damit zu­sammenhängender Arbeiten befriedigende Bedingungen stellt.

Zur Beschaffung von Gartenschläuchen nebst dazu erforderlichen Wagen für die städtischen Anlagen werden 380 Mk. bewilligt. Der vorgelegte Rechnungs­abschluß ter Gießener Omnibus-Gesellschaft für 1904 hat einen Fehlbetrag von 2395.85 Mk. ergeben, den aus der Stadtkasse zu decken die Versammlung beschließt.

Die Wirtschafts-Konzessionsgesuche von Wwe. Llise Rath (Cafe Skalitzky) in der Plockstraße, Emil Kaßmann (zum Adler) am Marktplatz und Karl Schmalz (zum Haberkasten) am Landgraf Philipp-Platz verben befürwortet.

darauf wird in die Beratung des Voranschlags für 1905/1906 eingetreten, nachdem beschlossen worden war, die «Zosition Verbrauchssteuern zurückzustellen. Dberbgm. Mecum bemerkt, daß der Voranschlag vorsichtig ausgestellt md bei den Ausgaben mit aller Sparsamkeit verfahren sei. £,er Fehlbetrag von 45 000 Mark müsse gedeckt verben, ob durch die in Aussicht genommene Oktroi- refornt oder durch Erhöhung der Einkommen- Leu er z u sch l ä g e, dies sei die Frage, welche von teu Zustimmung der Versammlung abhänge £ r.

Zu Punkt: Waldungen bemerkt Stadtv. Professor

Anordnung für überflüssig. Der Oberbürgermeister bemerk^ daß man Dagegen nichts tun könne, er halte die Maßnahm^ aber auch im Interesse der Entwickelung der Rasen unsererl- Anlagen für am Platze.

Bei Titel: Oeffentliche Anlagen regt Stadtv», Leib die Aufstellung einiger Bänke für Erwachsene anj der Süd- und Ostanlage an.

Bei Titel: Vertilgung schädlicher Tiere sink 400 Mk. mehr angesetzt für Vertilgung der Schnaken.

Bei Titel: Erbauung von Straßen vermißt Stadtv. Löber die Chaussierung des Asterwegs und der Schottstraße. Die Anlieger hätten unter dem schauderhaften Zustand her Straßen zu leiden. Der Oberbürgermeister bemerkt, daß, bevor die Kanalisation dort nicht beendet fei, die Straßen nicht definitiv ausgebaut werden könnten!. Stadtv. Huhn wünscht, daß man einer Verbreiterung der Bahnüberführung an der Neustadt alsbald nähertretew möge. Die Verhältnisse seien bei der Enge der Passage! und bei dem starken Verkehr für Fuhrwerk sehr mißlich. Der Oberbürgermeister will sich mit der Eisenbahnbehörte ins Benehmen setzen, bemerkt aber, daß diese Verkehrsver^ besserung, deren Notwendigkeit er anerkennt, der Stadt Geld kosten wird.

Damit die Taaesordnuna erledigt.

Hericktsjaal.

Fulda, 21. April. Die Strafkammer verurteilte den B ü r»^ g e r m e i st e r und früheren Postagenten Gntermuth vom Dalherda wegen Verletzung des Briefgeheimnisses zu 3 Monaten Gefängnis. Am 15 .Oktober d. I. wurdef Gntermuth seines Dienstes als Pvstagent enthoben. Der yur Ab-, urteilung stehende Fall wurde in der Reichstagssitzung vom! 26. Januar von dem sozialdemokratischen Abg. Kunert bet berj Etatberatung zur Sprache gebracht.

Das Urteil im Koblenzer Soldatenmißhand* lungsprozeß (vgl. unsere Donnerstag-Nummerl, wurde nach!! zweitägiger Sitzung gesprochen. Die sehr belastende Beweis^ anfnahme hatte ergeben, daß die Sergeanten Müller und BinS und Unteroffizier Koslowski sick in einer großen Reihe von Fällens' schwere Mißhandlungen von Rekruten zuschulden kommen ließen. Müller hat u. a. gewußt, daß ein Rekrut wegen eines Bruch» leidens als dienstuntauglich entlassen werden sollte, dennoch hatte er ihm in brutaler Weife Fu ßtritte versetzt. Das Urteil lautet folgendermaßen: Müller wird wegen Mißhandlung in 2L Fällen zu einer Gesamtstrafe von vier Monaten Gefängnis ver­urteilt, von der beantragten Degradation wird abgesehen, toetfl nach den Zeugenaussagen Müller immerhin noch zu den besseres Unteroffizieren des Regiments gehört habe. Dins erhält wegen fortgesetzter Mißhandlung Untergebener acht Monate drei Wochen Gefängnis sowie Degradation. Das Gericht nimmt es bei diesem Angeklagten als erwiesen an, daß er einzelne Leute über fyintberfr. mal mißhandelt habe. Der Angeklagte Koslowski wird unter Frei-i sprechung von der Anklage der Annahme von Geschenken wegen fortgesetzter Mißhandlung imb Beleidigung Untergebener zu einer Gefängnisstrafe von acht Monaten verurteilt. Auch wird die De- gradation ausgesprochen.

Düsseldorf, 21. Avril. Wegen Herausforderung zum Zweikampfe mit tödlichen Waffen bezw. Kartell tragens hatten sich vor dem Kriegsgericht der Leutnant der Rechtsanwalt Dr. Müller I. vom Garde-Trainbataillo« und der Leutnant der Reserve Rechtsanwalt Drs Emil Breuer, zu verantworten. Dr. Müller I. war Vw Walter des wegen Betruges zu 18 Monaten Gefängnis verurteil­ten Rentners Paniel, in dessen Angelegenheit der Gerichtsasseffm Dr. Müller die Voruntersuchung führte. Eines Tages kamen dem Rechtsanwalt Aeußerungen des Gerichtsaffessors zu Ohren, wonach er (Müller I) in der Sache Paniel einen Zeugen beeinflußt habe. Letzterer ließ daraufhin durch den zweiten Angeklagten an den Assessor Müller eine Herausforderung zum Duell auf Pistolen ergehen, welche indes von dem Geforderten mit der Begründung ab gelehnt wurde, daß ihm jede beleidigeride Llbsicht fern­gelegen habe. (Assessor Müller ist inzwischen vom Landgerichts- Präsidenten mit einer Rüge bedacht wordem Ein weiterer Straf­antrag gegen ihn wegen Beleidigung wurde von der Staats­anwaltschaft abgelehnt.) Das Kriegsgericht erkannte gegen beide Beschuldigte auf die geringste zuläffige Strafe von einem Tage Festung.

P o s e n, 20. April. Der Re ch ts an walt Krüger wurde wegen Duellherausforderung zu drei Monateui F e st u n g verurteilt.

Landwirtschaft.

Berlin, 20. April. Im Saatenstandsbericht bei Statist. Korresp." heißt es: Bemerkungen: Trotz der im Flach-, lande mangelnden Schneedecke hat der K a h l f r o st k e i n e n b e deute ndenSchaden angerichtet. Schädlicher dürfte der Witte­rungsumschlag im Anfang des laufenden Monats gewesen sein. Wo der B^den nicht zu naß oder zu bündig war, konnte die Frühjahrsbestellung eifrig betrieben werden. Im Westen intb im Zentrum der Monarchie ist sie an vielen Orten schon weit gediehen, im Nordosten dagegen ist sie stellenweise kaum in Angriff genommen. Mit verhältnismäßig wenigen Ausnahmen wird berichtet, daß die Saaten gut, zum Teil sogar sehr gut durch den Winter gekommen sind. Daß sich ein Wachstum bisher nur recht mäßig in den mehr von dem rauhen Wetter der letzten Tage heimgesuchten Sttichen fair gar nicht zeigt, hat eine Be­sorgnis kaum erregt, da allgemein erwartet wird, daß mit dem Eintritt von wärmerem Wetter alles gut gedeihen werde. Die Weizensaaten haben, soweit sie wegen stärkerer Bestellung und Trockenheit mangelhaft in den Winter gekommen sind, strich­weise einigen Schaden durch Kahlfrost davongetragen, meist be­traf dies aber die englischen Sorten. Dagegen haben Roggen­saaten, welche infolge zeitiger Bestellung zu Anfang des Winters meist kräftig entwickelt waren, durch den Frost fast gar nicht und nur etwas durch tierische Schädlinge gelitten.

Landwirtschaftliche Landes- und Jubiläums- Ausstellung Mainz. Wie uns vom Hessischen Landwirt-- schaftsrat mitgeteilt wird, erscheint die Veranstaltung eirres land- wirtschasttichen Rennens in Verbindung mit der Ausstellung auf dem rechtsrheinischen Teile des Aussdellungsplatzes als ge­sichert. Es findet voraussichtlich am Schlußtage der Msstellung, am 18. September statt. Die Reimbahn wird ca. 900 Meter lange sein und in ihrer ganzen Länge innerhalb des Ausstellungs-» Platzes zu liegen kommen.

aber nur in Maschen, wo ^Caftate crushängen.