Kerie
in ob», pte,s- l'che tiu ver. l». o, u°. unto.
79 S®61 103?
10 70 624 28 7ir
JO] 69 527 707 28 im-i18 78 7028 S 78 737 63 95 ,070 88 665 1 820 75 81 82 99 1 94 96 514 20 42 2001 80 86 11401 84 190 99 212 41 .^ 224 40 66 78 428 27 533 85 617
25 86 95 622 36
7 465 514 695 796
11 85 419 97 541
80 3 73 903 13 20 > 62 616 18 36 728 > 627 56 71 735 64
339 56 880 21196 2 516 [200] 86 99 ' 63 801 51 54 73 972 24045 67 68 l [200] 611 39 46
8-2 60 882 918 16 8 64 810 24 65 78 79 N 568 643 59 67 348 500 17 47
II 267 392 546 95 46
43 639 853 992 99 77 703 8 23 34 805 1322 36 403 561 84 0] 120 241 470 513 16 60 75 207 2d 94 «71 941
I 635 40 76 783 4? 513 74 663 97 726 72 337 634 99 M 715 20 24 57 84' 773 845 950 ?2 ft 654 68 95 644 84 13 -26 45 ‘264 Wl i IM 64 «36 92 55k «8 94 674 872 ■8^163871 98 806
127 [200] 48 36 [200] 650 ,3 91 419 37 48044 92 95 96 810 37 42 466 71 520
[200] 1
200] c
10] 72
65 767
5 55 93
513 58 901 72 76 78 [200] 31 91 670 746
57 61 500 69 600 < >29 45 , 2001 ®-8« )3 314 31 oö 81503
6 47 740 56020 22
27 42 57002 141
1 oft 135 41 75 267
>7 381 88 [200] 457
3 5MÄ and 48 85 400 & va
T)2"97 « ®
S 051 « »2g l«»S
!6 74 80 Wq.o 955
ĻSSS
■24 63680 7S 7? 719 O 26 68 ^ 7g64oo )0] 4 257
94 7nÄ) 19 36 S»"
IftSfaSS
605
«87$% 8S0V ■ «fft •
AZD
4lÄ(250lÄä
X *1*« M 8-y •Jjul i’»®W
ffrr. 199
Erstes Blatt.
155. Jahrgang
Freitag 25. August 1905
Gießener Anzeiger
w General-Anzeiger
Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Erscheint täglich
außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien- hlätter viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Bucb-u. Steindruckerei. 9L Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei:
Schul st ratze 7.
Adresse für Depeschen:
Anzeiger Gießen.
Fernsprechansckluß sJ?r. 51.
Bezugspreis: monatlich 75 Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen -»monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokall2Pü. auswärts 20 Pfg.
Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Witiko; für „Stadt und Land" und „Gerichtssaal": August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
Die lieutige Kummer umfaßt 8 Seiten.
Zur Ilerlchteuerung.
Es soll Leute geben, so schreibt unser Berliner Mitarbeiter, die zur Bestreitung ihres Neuigkcitsbedürfnisses ausschließlich auf die „Nordd. ?lllg. Ztg." angewiesen sind. Wackere Beamte schätzen vielleicht nach dem Menst diese keinenfalls aufregende, sondern mild besänftigende Lektüre. Das offiziöse Blatt sorgt dafür, daß möglichst wenig das Idyll stört. Von dem Rumoren der Unzufriedenen darf nichts in die stille Klause des Lesers dringen! Da haben wir die Fleischnot. Allenthalben sind die Blätter gefüllt mit Berichten über Protestkundgebungen, Versammlungen der Innungen, Petitionen, Audienzgesuchen usw. Für die „N. A. Ztg." scheint diese Bewegung nicht vorhanden zu sein, oder aber für überflüssig, um nicht mit dem Zaren zu sagen: für „frech und taktlos" gehalten zu werden. Die Berliner Zeitungen veröffentlichen heute abend eine Er- klärung der Berliner Fleischerinnung an die Einwohnerschaft Berlins, daß eine weitere Steigerung der Fleischpreise unbedingt in kürzester Zeit eintreten müsse, wenn nicht die Reichs- und Staatsbehörden sobald wie möglich die sehr wohl bekannten Maßregeln anordnen — kein Sterbenswörtchen verrät von dieser Mitteilung die „R. A. Ztg", obwohl doch anzunehmen ist, daß dem Negierungsorgan an erster Stelle die Kundgebung übermittelt wurde . . .
Fürst Bülow scheint mit Caprivi zu sagen: Eine starke Regierung nruß auch gegen den Strom schwimmen können. Gewiß, mitunter in politischen Dingen. In Magen- fragen ist es ein bedenkliches Unternehmen. Was da der Regierung an freundlichen Gesinnungen verloren geht, durch ein ruhiges Abwarten, das läßt sich kaum wiedergewinnen. Es ist doch höchst sonderbar, daß nur die reinen Agrarier Recht haben sollen mit der Behauptung von der russischen Seuchengefahr, daß sie, wie die „Tagesztg." cs fortgesetzt tut, spöttisch von einem „Fleischnot-Rummel" sprechen — während alle anderen Sachverständigen, die Verbraucher, die Bürgermeister, die Flcischerinnungcn angeblich von ärgstem Irrwahn befangen sind! Da ist es doch einfacher, sich auf die Formel zurückzuziehen: Es ginge wohl, aber es geht nicht. Am 1. April 1906 kann Rußland vertragsgemäß eine Einfuhr von 2500 Schweinen verlangen. Warum geht das jetzt nicht an, wo es nottut, daß das höhere Kontingent zugelassen wird? Ist etwa ebenfalls ourch Vertrag gewährleistet, daß genau vom 1. April ab die russische Seuchengefahr in ein harmloses Stadium tritt?
Herr v. Podbielski ist ein vortrefflicher Landwirtschaftsminister. Ihn haben vor den .Handelsverträgen die Konservativen und Agrarier ungerechter und undankbarer Weise oft verkannt. Vom Standpunlt des Ministers für Landwirtschaft man es vielleicht begreiflich sein, daß er sich gegen die „sehr wohl bekannten" Maßregeln zur Wehr setzt; denn anders würde, was ohnehin offenkundig ist, zugegeben, daß die deutsche Landwirtschaft nicht den Bedarf an Schlachtvieh decken kann. Aber der Ministerpräsident Fürst Bülow müßte weiter sehen als der Ressortminister und die politischen Wirkungen ins Auge fassen. Die Verantwortung fällt schließlich auf den Fürsten Bülow. Doch auch die Vertreter konservativer und rein agrarischer Interessen dürften bald inne werden, daß sie sich um manche.Sym- pathie im Mittelstand bringen, wenn sie die Fleischnot- Bewegung als eine künstlich inszenierte, nicht ernsthaft zu nehmende auffassen. Ob auch die „Tagesztg." „lebhaft bedauert" : falls sich der städtische Mittelstand von den „Fleischnotschreiern" ins Schlepptau nehmen lasse — das hält die Bewegung nicht auf.
Frankfurt, 24. Aug. Durch Vermittlung der Landratsämter läßt die Regierung, wie die „Frf. Ztg." vernimmt, soeben Erhebungen darüber anstellen, inwieweit die in der Presse lautgewordenen Klagen über Fleischnot Berechtigung haben: insbesondere soll den Gründen über Fleischteuerung in den einzelnen Orten nachgeforscht und über die etwa bis jetzt bereits zutage getretenen Folgen für das Metzgergewerbe berichtet werden. Die Enquete, die vom Landwirtschaftsministerium verfügt ist, wird in Frankfurt durch das Polizeipräsidium in seiner Eigenschaft als landrätliche Behörde angestellt. Es hat zu beschleunigter Berichterstattung nicht nur die ihm untergeordneten Organe veranlaßt, sondern auch den Magistrat als Verwaltungsbehörde des Schlacht- und Vichoks, die Kreistierärzte und die B ü r g e r m e i st e r der Landgemeinden zum Bericht aufgefordert. Ein eigentlicher Fragebogen ist nicht ausgestellt; es handelt sich um generelle Auskünfte.
Hanau, 24. Aug. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung wurde der Dringlichkeitsantrag angenommen, den Magistrat nm Mitteilung zu ersuchen, welche Schritte man angesichts der herrschenden Fleisch not zu tun gedenkt. Oberbürgermeister Dr. Gebeschus erklärte, zunächst solle jetzt der Vorstand des hessischen Städtetag es mit der Sache befaßt werden, um von dieser Stelle aus eine Eingabe an die zuständige Stelle zu stände zu bringen. Sollte auf diesem Wege keine Eingabe zu stände kommen, dann will die Stadt Hanau selbst mit einer Eingabe vorgehen und diese den Städten des Städtetages zum Anschluß unterbreiten.
Deutsch-Afrika.
Kiel, 24. Aug. Die Abfahrtzeit der Ostafrikatruppen ist nochmals geändert worden und endgiltig auf heute abend 11 Uhr 15 Min. festgesetzt worden. Das Offizierkorps und eine Musikkapelle wohnten der Verabschiedung bei. Insgesamt fahren 220 Seesoldaten und Marine-Mannschaften ab.
Berlin, 24. Aug. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Reiter Johann Michclt, geb. zu Seppenrade, ftüher Eisenbahnregimcnt Nr. 1, am 21. d. M. bei Kubas vom Brcmsersitz gefallen und überfahren (linker Arm und linkes Bein zerquetscht) am 22. d. M. im Genesungsheim Abbabis infolge des Blutverlustes gestorben. Gefreiter Heinrich Schul, geb. zu Paderborn, früher Dragoneregi- ment Nr. 15, wird seit dem 15. d. M. im Dünengelände bei Hasuur vermißt.
Britifch-Südafrika
steht wegen deS Todes des OberhauptlingS der BasutoS, Lero-Thodi, vor Unruhen. Die Basutos, die sich zu Tausenden bei Maseru versammelt haben, um an dem Leichenbegängnis des Häuptlings teilzunehmen, sind in lebhaften Streit über die Frage der Nachfolge geraten. Bisher folgte stets der älteste Sohn dem Vater, aber in diesem Falle weigert sich ein großer Teil der Basutos, den ältesten Sohn anzuerkennen, da er wegen seiner brutalen Willkür verhaßt ist. Mehrere Häuptlinge haben sich für jüngere Brüder des verhaßten Thronfolgers entschieden. Tie Basutos können 50 000 außerordentlich tüchtige Kämpfer ins Feld stellen und wenn eS zwischen ihnen gum Kampf kommen sollte, so würde England in der unangenehmen Lage sein, einschreiten zu müssen. In Maseru leben annähernd 200 Europäer, die alle Regierungtzbeamte sind. TaS Leichenbegängnis des verstorbenen Oberhäuptlings wird in feierlichster Weise vollzogen. Der Verstorbene wird nach Basutosilte in hockender Stellung beerdigt. Dicht bei dem Grabe wird eine Hütte errichtet, in der man einen frisch geschlachteten Ochsen aufhängt, damit der Geist des verstorbenen Kriegers davon zehren könne. Nach einiger Zeit wird dieser Ochse von den Stammesmitgliedcrn unter großen Feierlichkeiten verspeist. Lero-Thodi hat während deS südafrikanischen Feldzuges den Engländern einen großen Dienst dadurch erwiesen, daß er die kriegerischen Basutos von der Teilnahme am Kriege zurückhielt, obgleich die Versuchung für die Basutos sehr groß war, da englische Garnisonen an der Grenze ihres Landes vor ihren Augen von den Buren belagert mürben.
Deutsche» Ikidfr
Saalburg bei Homburg v. d. H., 24. Aug. Der Kaiser traf um 98/4 Uhr hier ein und wurde vom Landrat Dr. Ritter von Marx, dem Geh. Baurat Jacobi und dessen Sohn, Bauinspektor Jacobi empfangen. Nach einem Gange über den Margaretenweg zu den Neuausgrabungen in der Nähe des MithraeumS begaben sich die Herrschaften nach der Saalburg, wo ein vom Konsul Nissen aus Köln gestifteter Gläserfund, bestehend au8 etwa 150 wohlerhaltenen römischen Glasgefäßen besichtigt wurde. Um halb 12 Uhr fuhr der Kaiser mit Begleitung im Automobil von hier nach Homburg.
Berlin, 23. Aug. Die sogenannten lokalistischen Gewerkschaften, die die radikalste Richtung unter den sozialdemokr. Arbeitern vertreten, wollen sich jetzt von der Sozialdemokratie lossagcn. Sie haben gestern abend in einer Versammlung beschlossen, ihr Programm, das d. parlamentarischen Kampf ablehnt und die Bildung sozialrevolutionärer Gewerkschaften zur Propagierung des anarchistischen Generalstreiks verlangt, dem Jenaer Parteitag vorzulegen. Wenn der Parteitag das Programm, was ganz sicher ist, verwirft, so will man aus anarchistischen und radikalsozialistischen Elementen eine neue Partei bilden. Referent in der Versammlung war der bekannte Radikale Dr. Friedeberg. Me Bedeutung der lokalistischen Gewerkschaften ist so gering, daß die Absplitterung keinen größeren Umfang annehmen dürfte.
Berlin, 24. Aug. Die Abendblätter melden: Ko- lonialdircktor Stübel wurde telegraphisch aus dem Urlaub abberufen. Er übernahm heute die Amtsgeschäfte.
— Der Wirkt. Geh. Rat Göring, der unter Caprivi der vielgenannte Leiter der Reichskanzlei und im handcls- fteundlichen Sinne tätig war, ist gestorben.
— Der Londoner Vertreter der „Birmingham Post" sagt, zwei vornehme Freunde des Königs versuchen eine Zusammenkunft zwischen König Eduard und Steifer Wilhelm, sowie eine Annäherung Deutschlands und Englands zustande zu bringen.
Oppeln, 24. Aug. Bei der heute im zweiten Wahlbezirk des Regierungsbezirks Oppeln stattgehabten Land- tagsersatz wahl wurden insgesamt 446 Stimmen abgegeben, davon erhielt Stadtpfarrer Ab r a m s ki-Oppeln (Zentrum) 262, Stadtrat R e y m a n n-Oppeln (Zentrum) 194 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt.
Danzig, 24. Aug. Zwei Cholera fälle werden aus Culm in Westpreußen gemeldet. Dort ist ein russischer Flößer gestorben, der, wie jetzt amtlich festgestellt worden ist, an Cholera gelitten hat. Ein Zweiter ist ebenfalls daran erkrankt und liegt im dortigen Kcankcnhause. Seiten? der Regierung werden umfassende Maßregeln getroffen. Sämtliche Flößer des betreffenden vor einigen Tagen aus Rußland dort eingetroffenen FloßeS werden auf diesem oder in Culm im Krankenhause interniert und isoliert gehalten. Die Leute, welche den KrankheitSkeim wahrscheinlich schon aus Rußland eingeschleppt hatten, sollen unterwegs grüne Gurken und Weichselwasser genoffen haben.
M a r i e n w e rd e r i. P r., 24. Aug. Aus Anlaß der bei Kulm vorgekommenen Cholerafälle tagte heute unter Dem Vorsitz des Regierungspräsidenten eine Konferenz, an der der Geh. Obermeoizinalrat Prof. Dr. Kirchner aus
dem Kultusministerium, Prof. Dr. Gaffky, Direktor des Institutes für Infektionskrankheiten in Berlin, und Medizinalrat Dr. v. Hake teilnahmen. Die Konferenz ordnete sofort die erfordert ' -n Sicherheitsmaßregeln an. Zu Besorgnissen liegt kein Grund vor.
F r e i b u r g i. Br., 24. Aug. Der bisherige Gouverneur von Deutschsüdwestafrika, Generalmajor Leutwein, ist soeben auch ans seinem Militärverhältnis ausaeschieden, mit Pension verabschiedet und mit der Erlaubnis, die Schutz- truppen-Generals-Uniform ni tragen, unter Verleihung dcS Kronenordcns 2. SUL ä la suite gestellt worden. Er hat einstweilen in Freiburg Wohnung genommen.
Ausland.
Stockholm, 24. Aug. Im gestrigen Staatsrate erstattete der Justizminister Berg Bericht Über den letzten Stört hingbeschluß und schlug gleichzeitig vor, daß der König dem Staatsrate übertragen wolle, mit der norwegischen Regierung zu dem in dem Schreiben des Reichstages vom 23. Slugufl genannten Zwecke in Verhandlungen einzu- treten, und daß ec die Regierung ermächtige, daß deren Delegierte mit den norwegischerseits auSerwählten Delegierten zusammenträfen. Auf die Aufforderung der übrigen StaatS- ratßmitglieder gab der Kronprinzregent seine Zustimmung zu diesem Vorschläge.
London, 24. Aug. ES verlautet nach der ,93off. Ztg.", der Prinz von Wales werde den Kaisermanövern in Homburg im September als Vertreter König Eduards beiwohnen.
Shanghai, 24. Aug. Gestern wurden hier sieben Personen' durch den Strang hingerichtet; sie waren beschuldigt, die Rebellen in der Kwangsiprovinz mit Munition und Waffen versehen zu haben.
Marokko.
Paris, 24. Aug. In dem heute abgehaltenen Minister rate erstattete Ministerpräsident Rouvier Über den Stand der Verhandlungen mit Deuschland hinsichtlich der Marokkokonferenz Bericht und setzte den Rat von der Verhaftung eines algerischen Untertanen auf marokkanischem Gebiete in Kenntnis. Der Ministerrat sprach hierauf einstimmig seine Befriedigung mit den durch Taillandier getroffenen Maßnahmen aus und billigte diejenigen Schritte, die nötigenfalls zur Erreichung einer schnellen und ausreichenden Genugtuung unternommen werden müßten.
Paris, 24. Aug. Ministerpräsident Rouvier erteilte dem Gesandten Taillandier die Anweisung, die sofortige Freilassung des verhafteten Algeriers zu verlangen. Falls der Bescheid abschlägig lautet, wird eine militärische Kundgebung vorgenommen werden.
Paris, 24. Aug. Falls Marokko eS ablehnt, Frankreich Genugtuung zu geben, würde, abgesehen von einer militärischen Kundgebung, wie die ,Agence Havas" meldet, das gesamte Personal der ftanzösischen Gesandtschaft Marokko verlassen.
Die Friedensunterhandlunge«.
New-Port, 24. Aug. Nach einem Telegramm der „New Port World" aus Oysterbay erhielt Roosevelt ein Telegramm von 500 Worten von dem amerikanischen Botschafter in Petersburg, v. Lengerke-Meyer, worin dieser über die gestrige dreistündige Audienz beim Kaiser von Rußland berichtet. Obgleich der Inhalt deS Telegramms geheim gehalten wird, ist doch bekannt geworden, daß sich der Präsident der Hoffnung hingibt, daß Friede geschloffen wird. ___________________________________________
Der Krieg zwischen Nvßtand und Japan.
Petersburg, 24. Aug. Ein Telegramm des Gene- ralS Linewitsch aus der Umgegend von Hailun- t sch eng vom 23. August meldet: Eine Abteilung von unseren Truppen ging im Tal des Tz inche vor, besetzte, das Dorf Lagutziadzy und schickte Kavallerie nach dem! Westen vor. Eine andere Abteilung ttriet) die Japaner aus Schimiadzy. Eine dritte verjagte die Japaner mit Artilleriefeuer auS einer Stellung südlich von MopehschaiL Gegen die Stellung bei Pulandzy wurden drei Kolonnen geschickt, um die Japaner zu umgehen. Die vertriebene japanische Kompagnie zog sich bis zu einer Stellung bei Sendjen zurück. Ein Gegenangriff der Japaner wurde abgeschlagen. — Aus Stereo wird unter dem 21. August gemeldet, daß die Japaner auf Kiaugoru gu einen Angriff gemacht haben, der aber abgeschlagen wurde.
Petersburg, 24. Aug. In Wladiwostok eintreffen be Einwohner aus Korea klagen, wie der ,F. Z." gemeldet wird, über die unmenschliche Behandlung seitens der Japaner und sprechen den Wunsch au5, daß die russische Regierung das japanische Protektorat über Korea nicht bewillige. Alle mit Rußland sympathisierenden Koreaner würden wie Spione gehängt. — Wie au5 Sytjasa vom Kriegsschauplatz gemeldet wird, fand am 19. August südlich von Taulu Gewehrfeuer zwischen einer russischen AufklärungS- patrouille und Chunchusen statt. Auf dem linken Flügel Hal eine japanische Patrouille durch russisches Gewehr- feuer gelitten, sie verlor 15 Verwundete. In der Gegend von Mopeischau sind Chunchusen aufgetaucht. — Es geht das Gerücht, im Rayon Sinminpu sei bei den Japan ern die Cholera ausgebrochen; die Sterblichkeit betrage täglich 40 bis 50 Mann.


