Ausgabe 
24.6.1905 Drittes Blatt
 
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Samstag 24. Juni 1905

Nr. 146

Drittes Matt.

155. Jahrgang

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Dolitische Wochenschau.

Fürst v. Bülow als Schüler.

In derMaqdeb. Ztg." findet sich folgende Zuschrift:

In ben Blättern lese ich eine Notiz, zu der ich als ehemaliger Schulkamerad des Fürsten v. Bülow em paar Bemerkungen machen möchte. Es heißt da:SUS der jetzige Fürst Bülow noch Schüler war im Königl. Pädago­gium der Frauckeschen Stiftungen zu Halle, da erkannten die Lehrer seinen Eifer und sein Urteil durchaus an. Aber der alte Professor Daniel, der bekannte Geograph, damals Inspektor des Alumnats, schrieb doch in die Stammrolle hinter den Namen des Abiturienten Bernhard v. Bülow: Fein und gewandt in der Form, aber unselb­ständig im' Charakter." Ob sich tatsächlich dieser Ver­merk in der Stammrolle des Pädagogiums befindet, weiß ich nicht, jedenfalls aber scheint es mir nach meinen Erinner­ungen aus der Schulzeit überaus unwahrscheinlich. Wer mit Bernhard v. Bülow und seinem Bruder Adolf, der vor 7 oder 8 Jahren als Generalmajor durch einen Sturz mit dem Pferde verunglückte, die Bänke des Hallenser Päda­gogiums gedrückt hat, der kann nämlich bezeugen, daß die beiden Bülows zu den besten Schülern der Anstalt ge­bürten. Was besonders das Verhältnis unseres Lehrers Professor Daniel zu Bernhard v. Bülow betrifft, so erinnere ich mich recht wohl, daß dieser allgemein als Daniels bevor­zugter Liebling galt. Das kam nicht nur darin zum Aus­druck, daß Professor Daniel sich in den Geschlchtsstunden und im deutschen Unterricht mit sichtlicher Vorliebe mit ihm be­schäftigte, sondern wir wußten auch, daß er außerhalb des Schulunterrichts lateinische und griechische Klassiker mit ihm las. Daß Professor Daniel einem Schüler, den er so in sein Herz geschlossen hatte, eine un­günstige Note hinsichtlich seines Charakters gegeben haben soll, halte ich für wenig wahrscheinlich. Daniel war ein guter Psychologe und wird sich schwerlich über den Charakter des jetzigen Fürsten Bülow so weit getäuscht haben, daß er ihm Unselbständigkeit zugcschrieben hätte. Daß dem Fürsten Bülow diese negative Eigenschaft in der Tat abgeht, das hat er inzwischen in der inneren und auswärtigen Politik hin­reichend bewiesen. Mir scheint, daß nicht nur DelcaM, son­dern auch iiiancher andere intime Gegner unserer Politik recht gründliche Proben von der Festigkeit der Bülowschen Hand erhalten hat. Uebrigens erinnern sich die Mitschüler- Bernhard v. Bülows, daß er sich schon damals durch eine iingewö hnliche Geschichtskenntnis und brillante Beherrschung der deutschen Sprache auszeichncte. Prosessor Daniel, der Verfasser des hochgeschätztenHandbuchs der Geographie", war ein vorzüglicher Lehrer, dem gewiß alle, die seinen Unterricht genossen haben, ein pietätvolles Andenken bewahren. Besonders hoch muß es ihm angerechnet werden, daß er stets beniüht war, einen lebendigen Patrio- lisnius in die Herzen der Jugend zu pflanzen. Ein aus­gezeichneter Pädagoge war auch der damalige Direktor der Franckeschen Stiftungen, Prosessor Dr. Krahmer, ein Schwieger- sohn des berühniten Geographen Ritter.

Ein alter Schüler des ,Pädchen§V

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dürftigen zuteil werden laffcn uno das jici weiter ver­folgen, die Zusprache der stellenlosen Kaufleute in den Geschäften unb die dadurch verursachte Belästigung der Inhaber abzustellen, wofür auch erforderlich ist, daß keine Geldspenden im Hause gegeben und stets an die Kasse ver­wiesen wird. Die von der Gießener Kalifmannschaft für dieses Jahr bis jetzt gezahlten Beiträge belaufen sich auf 490,50 Mk.

** Fernsprechwesen. Während des 1. Bauabschnitts 1905 wurden bis jetzt folgende Neuanschlüsse an das Ortsfernsprechnetz in Gießen hcrgeslellt:

Nr. 112 Redaktion deS Gietzeiier Anzeigers,

Liebigslraße 67,

487 Herrn. Treppmger, Tampfwascherei .Edelweiß*, Kiofdorferslrage 12,

p 488 Georg Simon, Cetonom, Grabenstraße 7,

489 GasthausTemjcher Pos", yieuemveg,

490 Di. Kipper, prakl. Arzl, WllheUnpraße 2,

491 I. Rojemhat, Immobilien- und Hypolheken - Der- mittehmg, Blsmarckpraße 10,

w 492 Hermann Kay, Manusaklurwaren, Mäusburg 5, 493 Baurat Zimmer, Südantage 9,

494 Hermann Katz IV., Landespioduttengeschäft, Schiller- slraße 19,

495 RestaurantZum Landgraf".

* Der Abg. Reinhart richtete folgende dringliche Anfrage an die Regierung:

Zur Unterstützung der Entwicklung des Wormser HafenS und des Eisenbahngüterverkehrs vori uni) nach dem Odenwald hat die Stadt Worms zu den Kosten der Erbauung der Eisen- b a h n L a m p e r t h e i mW e i n h e i m 61 000 Mk. zum Getande- erwerb geleistet. Aus den Verhandlungen der Wormser Stadt- verordiieleiiversammlung entnehme ich, daß die durch den Beitrag erhofften Vorteile für Worms nicht erreicht werden. Ich gestatte mir daher an die Großh. Regierung die Anfrage zu richten:Hat die Groph. Regierung Schrille im Interesse der Stadt Worms ge­tan uiid ist sie geneigt, diese der zweiten Kammer milzuteilen?

Kricstrajim der Reaktion.

(Sutvitipiic Anfragen bleiben unberüüst.^r.gt.^

D. W. v. H. Ihr GedichtDer Ritter voii der See", das nicht weniger als ungefähr 600 Zeilen umfaßt, ist leider für unser' Blatt nicht geeignet. Der dem Gedicht beigegebcue Tageplan könnte ja natürlich auch nicht veröffentlicht werden. Vielleicht verfassen Sie in derselben Sache em Gedicht von normalerLänge 2025Zeilen l Besten Dank I ,

130 Justizrat Hirschhorn, Ludwigstraße 47, ' Ferd. Nennstiel, Möbechandlung, Plochtraße 7, Louis Lotz, Ledersabiik, Bahrihosslraße 22, Dr. Stuhl, piakl. Arzt, Bahnhoistrage 26, Dr. Bötticher, Privaidozeiu, Hosniannstraße 11, Georg Koch, Jngenieilr, Lieblgslrage 61, _ Liebmann Katz, Viehhandlung, Licheislraße 19, Emil Burk, Gerichtsakzejsisl, Großer Steinweg 11, Johannes Hofmann,^Pflasterer, Steinst raße 49, Gustav WohlniMh, Settersweg 89, Karl Sto hr, Schlossei meister, Lndwigsplatz 5, Karl Kobel, Hotel-Reuaurant, Liedlgltraße 9, I. Barnaß, Steindruckerei und Kislemabrik, Schiller-

slrage 18,

_ _ Hermann Euler, Metzgermeisler, Mäusburg 3, 485 Pro'esjor Tr. Groos, Garienstraße 10, 486 A. F. de Ata reo, Zement- unb Terrazzogeschäft

aber nur in Maschen, roo Makotc aushängen.

91 Dr. Geyer, prakt. Arzt, Seltersiveg 64,

125 I. Happel, Holz- und Kohleiihandlung, Rodheimer« straße 42,

Sitzung des Utovmzratuusichu^s.

Gießen, 21. Juni.

Es würbe zunächst über die Beschwerde der Gemeinde Treis an der Lumda wegen der Korrektion der Kreisstraße Treis a. Lda. Mainzlar, hier, am sogenannten Pfmgstkopf, sowie über die Enteignung von Grundstücken in der Gemarkung Fried­berg zur Anlage der neuen Unterführung der Fauerbacherftraße in nichlösfentlicher Sitzung verhandelt..

In öffentlicher Sitzung gelangte sodann zunächst die Er­bauung eines Schulhauses zu Massenheim zur Verhandlung. Wegen ungenügeirder Raumverhaltnisse in dem jetzigen Schulhause zu Aiasscnheim hatte das Kreisamt terg der Gemeinde die Erbauung eines neuen Schulhauses nebst Lehrerwohnung angesonnen. Ter Gemeinderal lehitte jedoch einen Neubau ab, da, nach seiner Ansicht, das alte Schulhaus den gesetzlichen Anforderungen genügte. Der Kreisausschuß des Kreises Friedberg, dem die Angelegenheit zur Beurteilung unterbreitet wurde, erkannte in seiner öffentlichen Sitzung vom 22. Februar ds. Js. gemäß dem Anträge des Kreisamts. Der Vertreter der Gemeilide Maffcnheini verfolgte hiergegen Rekurs an den Pro- vinzialausschuß. In der heutigen Sitzung waren erschienen: Rechtsamvalt Katz zu Gießen, als Vertreter der Gemeinde Maffen- heim und Kreisschulinspektor Süß von Friedberg, Kreisbauinfpek- tor Gombel von da und Kreisassistenzarzt Dr. Bötticher von Gießen als Auskunstspersonen. Der Vertreter der Reiurrentm beantragte die Vertagung der Sache, da die Gemeinde letzt bereit sei, ein neues Schulhaus zu bauen und das alte Schtilhaus zur Lehrerwohnung herzurichten. Da stach Auslage der Sach­verständigen durch diese Lösung der Angelegenheit den gesetz­lichen Bestimmungen nicht vollauf genügt, wird, so fetzte nr Provinzialausschutz die Entscheidung vorläufig aus, um zunächst Einsicht von der Oertlichkeit durch eine Kommission unter Zu- ziehung des Provinzialbeamten zu nehmen.

Der letzte Punkt der Tagesordnung war: Der D ebammeu- dienst zu Eifa. Infolge ihres hohen Alters war, nach Mtt- teilung der Direktion der Frauenklinik sowohl wie auch des Großh/ 5lreisgesundheitsamts Alsfeld, die seitherige Gememdeheb- amine von Eifa zur Versetzung ihres Dienstes Nicht mehr m der Lage. Sie erklärte sich auch nach Rücksprache bereit, ihren Dienst niederzulegen, nahni aber diese Zusage später wieder zuruck. Das Grotzh. Kreisamt Alsfeld stellte deshalb bei dem Provinzial- ausfchutz förmlichen Antrag auf Entziehung des Prusungszeug* nisses der Hebamme. Diesem Anträge, welchen in der heutigen Verhandlung Kreisarzt Dr. Wengler von Alsfeld begründete, 11 uwe en t sprochcn. . _ . .

Ztr Kaß gegen die Amtsblätter.

Unter dieser Ueberschrist finden wir in derOffenb. Ztg." einen außerordentlich verständigen Artikel, den wir hier auszugsweise wiedergeben wollen:

Der Haß gegen die Amtsblätter hat bekanntlich die Sozialdemo­kratie im Großherzogtum Hessen dahin geführt, im Landtage zu be­antragen, an stelle der bisherigen kostenlosen Amtsverkündig­ungen künftig auf Staatskosten besondere Amtsblätter für jeden einzelnen Kreis oder mehrere Kreise gemeinsam herstellen zu lassen, welche nur amtliche Bekanntmachungen, und, zwar zunächst der inneren und der Finanzverwaltung, enthalten sollen. Den Zeitungen wird dann zugemutet, solche ' mtsblätter käuflich zu erwerben und beizulegen, sich hierzu auch durch Vertrag mindestens auf fünf Jahre zu verpflichten!

Wer das Zeitungswesen auch nur einigermaßen kennt, wird sich sagen müssen, daß die Ausgabe besonders erscheinender Amtsblätter nicht nur unzweckmäßig ist, sondern, wie die Erfahrung in anderen Staaten es längst gezeigt hat, geradezu unsinnig genannt werden muß, weil außer den zum Bezüge verpflichteten Unterbehörden kein Mensch einen Pfennig Abonnementsgeld für ein nur amtliche Bekannt­machungen alltäglicher Art enthaltendes Blatt aus gibt. Wie man nun den Zeitungsverlegern die Torheit zutrauen kann, sie würden etwa von Konkurrenz­gründen geleitet für ihre Abonnenten die Amtsblätter kaufen und unentgeltlich liefern, ist einfach nicht zu verstehen. Es bedarf wohl keiner Auseinandersetzung, daß die Einfügung von Bekanntmachungen in einem größeren Blatt weniger Kosten ver­ursacht, als die Herstellung eigener Blätter, bei denen besonderer Druck in Betracht kommt, nebst Papier und den Kosten für Bei­legen und Postvertrieb.

Die Zeitungsverleger pflegen im allgemeinen die Erfahrung zu machen, daß der Lesestoff sehr sorgfältig gewählt werden muß; sie werden sich daher sicher weit eher entschließen, die Kosten, welche der Bezug der Amtsblätter verursachen würde, für solchen Lesestoff auszugeben, der für die Gesamtheit der Leser von größerem Interesse ist. In der Praxis würden sie sich zweifellos darauf beschränken, aus den Amtsblättern lediglich diejenigen Bekanntmachungen im Auszug zu vev- vffentlichen, welche von allgemeinem Interesse sind, und die Folge würde sein, daß die Amtsblätter künftigunter Ausschluß der Oes fentlich kett" erscheinen würden. Die auszugsweise Bekanntgabe der Verkündigungen liegt sehr nahe, wenn man erwägt, daß ein Teil der Veröffentlichungen lediglich Instruktion für die Nachgeordneten Behörden bildet, datz andererseits bei längeren Bekanntmachungen häufig der breite formal amtliche Stil, die erschöpfende Behandlung mit allen Einzelheiten, ebenfalls nur für einen kleinen Deil der Leser wichtig ist, sodaß eine gekürzte Wiedergabe des erheblichsten Inhalts für die Allgemeinheit nicht nur völlig genügt, sondern weit eher gelesen und beachtet wird.

Erwägt man nun ferner, daß an manchen Tagen nur wenige Zeilen amtliche Bekanntmachungen zur Veröffentlichung kommen, zu anderen Zeiten aber wieder mehrere Seiten täglich, ferner, daß die tägliche Herstellung von besonderen Amtsblättern zu teuer sein würde, daß also voraussichtlich nur einmal wöchentlich eine Ausgabe erfolgen könnte, so ergibt sich, daß der Inhalt solcher Amtsblätter ost veraltetzur Kenntnis" der nicht vorhandenen Leserschaft gebracht werden würde. Der Antrag geht natürlich über die Frage, wie oft in Zukunft Amts­blätter erscheinen sollen, ganz hinweg, -- das ist wohl allem schon charakteristisch dafür, mit welcher Gründlichkeit man die Sache behandelt hat. Daß zeitweilig Bekanntmachungeri wichtiger Art eine sofortige Veröffentlichung erfordern, z.B. bei Hochwassergefahr, ist allgemein bekannt. In solchen Fallen würde inan, ohne gelesenere Zeitungen zur Bekanntgabe heran- zuzielMi, ebenfalls gar nicht auskommen können.

Es ist geradezu unbegreiflich, wie der Petitionsaus­chuß des hessischen Landtags den Llntrag ernst bebandeln und sogar zur Annahme empfehlen konnte. Man hat sich offenbar mit den tatsächlichen Verhältnissen nicht genügend vertraut gemacht, sonst hätte man erkennen müpen, daß bei Durchführung des Planes der Zweck der Veröffentlichung: die Verbreitung der kanntmachungen in weiten Kreisen, Nicht erreicht werden würde, wahrend andererseits erhebliche Mehr- iosten erwachsen würden, denn während jetzt die sämtlichen im Staats- und Gemeindeinteresse erfolgenden Bekanntmachungen des Kreisamtes und der Stadtverwaltung sofort kostenlos von den bezüglichen Blättern veröffentlicht werden und in allen Kreisen Verbreitung finden, würden die Behörden m Zukunft gezwungen sein, solche Bekanntmachungen, die wiEch Verbreit­ung finden sollen, gegen Zahlung der üblichen Jnserti.ons- gebühr in gelesenen Zeitungen zu veröffentlichen, wie feder

Wie dieOffenb. Ztg.", fo sind auch andere bedeutende Blatter Hessens nicht groß geworben durch die Veröl Eichung von amtlichen Bekanntmachungen, sondern die Entwictlung jft. der sorgsamen, sachgemäßen Behandlung des Stoffes, der oefseren redaktionellen Bearbeitung, vereint nut Einführung vervollkomm­neter technischer Einrichtungen, zuznschreiben. Es laßt sich wohl auch kaum annehmen, daß selbst die Sozialdemoft:atie behaupten wird, die Amtsblatt-Eigenschaft habe oie Entwickelung

IMeEn

Ans KM und Kanö.

Gießen, 24. Juni 1905.

*» Bei der Generalversammlung der freien Vereinigung hessischer Krankenkassen in Alzey am 18. Juni d. I. wurden von dem Referenten, Pcofesior Dr. Sommer-Gießen betreffend die Errichtung einer Nerv en Heilstätte für Mitglieder von Krankenkassen und anderen sozialen Organisationen im Großherzogtum Hessen folgende Leitsätze aufgestellt:

1 Bedürfnis im Allgemeinen: Die Errichtung von Nerven­heilstätten für Unbemittelte und Wenigbemittelte sowie besonders für die Mitglieder von Krankenkassen und anderen sozialen Orga- nisalionen ist im allgemeinen wünschenswert und bedeutet einen weiteren Fortschritt in der Heilstättenbewegung.

2. Bedürfnisfrage im Eftoßherzogtum Heyen: Für den Fall, daß die anzustellenden Ermittlungen als voraus,ichtlichcm Bestand einer zu erbauenden Anstalt die Zahl von iingefähr 60 ergeben, erscheint die Voraussetzung zur Erbauung einer derartigen An­stalt im Großherzogtum Hessen gegeben.,

3 Art der eventuellen Anlage: Diese wurde zweckmäßiger Weise aus einem zentralen mehr der speziellen ärztlichen Be­handlung mit Medizin, Bädern, Massage, Elektrizität usw. ge­widmeten Hauptbau und kleineren einfachen Häusern, eventuell Baracken mit Gelegenheit zur therapeutischen Beschäftigung der Patienten in den geeigneten Fällen, besonders durch Garten- und Feldarbeit bestehen. Die Arbeit ist dabei nicht als ökonomi­sches Mittel, sondern als Heilfaktor zu behandeln und ärztlich 8U 4 ^Kosten: Bei dieser zum Teil einfachen Bauart könnte ein Satz von 5000 Mar? pro Bett angenommen werden, so das; bei einer voraussichtlichen Belegung mit 60 Kranken als Bau­summe ungesähr 300 000 Mark aufzubringen waren.

5 Ort der Anstalt: Als Ort kommt für die Anstatt bet der eigenartigen Formation des Großherzogtums Hessen und den Bodeuverhättnissen hauptsächlich der Nordrand des Odenwaldes ober der südliche Teil von Oberhessen m Betracht

6 Weitere Maßnahmen: Es empfehlt fiel;, snr den yall, daß die weiteren Erhebungen die unter 2 gemachte Voraussehnng bestätigen eine Kommission von Aerztcn und Bevotlmachtigtcn der beteiligten Organisationen mit den weiteren Lorarbeiten besonders der Ausstellung einer Bauskizze zu beauftragen,

** D i e U n t e r st u tz u n g s u r b e v u r , ti g e ft e 1 (e» lose durchreisende Kaufleute werden, so teilt man uns mit vorn 1. Juli an auf dem Sekretariat des Großh. Poliiciamles ausgezahlt, nachdem sich diese Behörde dazu aütiaft bereit etfiurt hat. Um den Zweck der Stahe durchaus tu erreichen, werden alle Geschäftsinhaber, welche für dieses Jahr noch keinen Xjci.iag dazu gezahlt haben, gebcteu., solchen an den Borsitzenden oes siaufm. Berems, Herrn Emil Horst, abzufahreu, welchem Leitung der Kasse feit bricm Be- ,letze» obliegt. ji die Ka»e über genügende Mittel, dailii lann sie amt) angemessene Unterstützungen den Be-

flC$C@Kabe der Umstand, daß dieOsfeirb. Ztg" sich eines un- oewöbnlich grotzen Woimmtenkreises und wir dursen wohl auch sagen, einer solchen Achtung und Beliebtheit > weiten fce fen der Bürgerschaft erfreut datz sie, wenn sie in Zukunft ohne die RubrikAmtsvcrkündiguugsblatt" Bekanntmachungen nicht im Wortlaut, sondern auszugsweise vcrösientlichen wurde, aewitz nicht einen Abonnenten weniger hatte alS heute, nestattet uns eine rein sachliche Behandlung der ^rage, ebne daß wir in dm Bcrdachk kommen konnten, pro domo' >» sprechen. Die Aussührungen haben lediglich den Zweck, a u f ­klärend zu wirkm und den neuestm Trick der Sozialdemokratie im allgemeinen Interesse zu beleuchten.

Wir können diesen Ausführungen nur hinzufügen, dass sie im wesentlichen auch für die oberhessischen, speziell Gießener Verhältnisse durchaus zutreffend sind mit) daß der Gießener Anzeiger, der seit fast 40 Jahren Amtsblatt ist, erst seit wenig mehr denn einem Lustruin infolge fetiier viel- fachen technischen und redaktionellen Verbcsser. ungen seine Auflage um das dreifache m die Höhe gebrach Hai und heute zu den verbreitetsten und grotzten Blattern des Großherzoqtums gehört. Damit ist genügend erwiesen daß der amtliche Charakter auf oie Verbreitung des Blattes nicht einen so großen Einfluß hat, wie seine Vervollkominnung nach jeder Richtung hui, und daß das Staats,ackel das givhtc Interesse an der Belbehattung des jetzigen Zustandes der Arntsblattprefse hat.

rÄXir-xz VjIcRwhCi ZlitiOllCi r. testwur ertdietnl <n.aUld) ttemaL VT BH M. Jeleflt--aUn. > «UBM.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblati für den Ureis Liehen.