Ausgabe 
20.11.1905 Erstes Blatt
 
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Friedberg, den 16. November 1905.

Großherzogliche Kultnrinspektion Friedberg

Or. FraissineE_____

Freitag, de» 24. November 1005, vormittags 0'/, Uhr, sollen im Saale der Wirtschaft von Bernshaufen zu Borsdorf die n lchverzeichncten Arbeiten und Lieferungen im Anbietungövertahren vergeben werden. . Voranschlag.

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Bekanntmachung.

Das 4. Ziel Gemeindesteuer 1905, das 3. Vicrtcl- fahr Schulgeld des Ncalgymnasiums und der Oberreal­schule, der Vorschule des Gymnasiums und der höheren und erweiterten Mädchenschule und endlich die fällig ge­wesenen Hol'- und Grasgelder sind bis längstens Ende dieses Monats bei Vermeidung des Beitrcibungsversahrens zur hiesigen Stadtkasse zu bezahlen. Zahltage täglich vor- urittags mit -lusnahme des 27. und 30. d. Mts.

Gießen, den 18. November 1905. B18/n

Der Stadtrechner: Doepfcr.

Vorkehrungen

gegen das kinsricmi 6er SaiiS-Wasscckiiiniiiea.

Unter Hinweis aus dieVeslimmungen über Anlage der Haus- wasserleiiungen zu Gießen" machen wir daraus aufinerfsam, daß, um dem Einfrieren des WaffcrS in den Hauüivafferleituugcu bei eiutrctcndcr Aalte vorzubcugcn, cs erforderlich ist, die Hauswasserleilungen des Abends für die Tauer der Nacht zu ent­leeren. Ties geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wgsser- messer befindliche Hauplabsperrhalm geschlossen und dann das seit­lich desselben oder hinter dem Wassernreff er befindliche EntleerunyS- Snchen, nachdem ein passendes Gesäß untergestelll, geöffnet wird dies so lange geöffnet gehalten wird, bis das in der Haus- lätung stehende Wasser vollständig abgelauscn ist, woraus bezeich­netes Hähnchen wieder geschlossen wird. Um eine vollständige lünUcenmg zil erwirken, ist es geboten, während derselben das in brm obcrstcu Stockwerk des Hauses befindliche <Zapfveutil htv Hausleitung offen zu halten, damit die Luu Zutritt in die llkitung erhalte. Gin größerer Teil des Wassers kann mich schon dZrch das Zapsventil der untersten Küche enlleert werden, wo- d»rch die 6 nilcerun_g tm Keller vereinfacht wird. Nach statt- gchabter Entleerung sind diese Zapfventlle, welche dem Eintritt der Lift, bezw. der Entleerung des Wassers dienten, wieder zu schließen.

Das Schließen' dcv Hauptabsperrhahucs erfolgt durch Aussehen des beigegebenen Schlüssels aus den vier­kantigen Hahnzapsen und Drehung im Sinne eines Uhr­zeigers, bis Widerstand erfolgt. Das Lcffncu des Haupt- abspcrrhahncs geschieht durch Drehung in entgegengesetztem Sinne, bis Widerstand erfolgt.

Behufs Wasferenlnahme muß oes Morgens der Hauptabsperr- Ha hn wieder vollständig geöffnet werden.

'Abzweigleitungen nach Waschküchen, Badezimmern, über ha.upt nach ungeheizten Räumen, Hosräumen, Gärten usw. sind au> dir Dauer deren Nichtgebrauchs, be^w. des ganzen Winters, mittelst ifaer besonderen Vorrichtungen aus ähnliche Weise zu entleeren und nt stellen. Bei anhaltender außerordentlicher Kälte empfiehlt es sich, die Wasserentnahme auch während des Tages a»f kürzere festgesetzte Zeit zu beschräulcn und während der üh uiqcn Tageszeit die Hauswasserleitungen gleichfalls in oben an­gegebener Weise abzustellen. Dem Einfrieren solcher Wasserlei- tnngcn, welche durch Küchen unbenutzter Wohnungen gesuhn sind, lann man durch Unterhaltung eines kleinen Herdfeuers Vor­beugen. Auch empfiehlt es sich, in kalten Klosett- oder sonstigen uagehctztcn Näuinen, durch welche die Wasserleitung fuhrt, so­fern daselbst die Leitung nicht schon durch eine ausreichende Um hi Knng gegen Kälte geschützt ist, die Temperatur durch em Lcschen oder geeigneten Falls etiva durch eine Gasflamme aus genügender höhe zu erhalten. , , ri . ...

Lehr kalt stehende, insbesondere auch abgestellte und voruber- geljciiö nicht ni Gebrauch befindliche Klosetts (wie in Vereins, ufern usw.) iverden durch Einstreuen von etwas ^alz (Viehialz) in das Schlußwasser des Syphous (Wafferabschluffes) gegen Am- ü eren der Schüsseln geschützt.

Tie Waffermeffer nebst dem nachstanschlteßeuden Teil dtr Rohrleitung sind während des Winters mit ^troh, Sacken oNer ähnlichen Schutzmilleln gegen Kälte zu umkleiden, auch nament iiij die betr. Kellerfenster geschlossen zu halten. Dte 5-erstellung aller Waffermeffer, die in Folge ungenügenden Schutzes acwn Kälte Schaden erleiden, erfolgt auf Rechnung der stciuSbefltzcr. Fm übrigen müssen die Waffermeffer jederzeit l-.'icht zugänglich bleiben.

'jiad) vorliegenden Erfahrungen sind es namentüd) Neubauten ;timb unbewohnte Stockwerle, deren Wasserleitungen nicht immer biu- erforderliche Fürsorge geschenkt wird, insbesondere sind auch schon i,v evu infolge Nichtabsperrcns von Garten-Wafferleituugen wah- rc -id des Winters große Beschädigungen und namhafte Waffer- dcrlnste entstanden. . . . x ,

'T'uvd) die empfohlenen Vorkehrungen wird dem Waiferabnehmer bic Lieferung des Wassers möglichst gewährleistet, dem Hausbesitzer ut-er werden Beschädigungen an Leitung und Gebäude lern - fiC lallen. Wir empfehlen daher vorstehende r,orslchtsmaß- rcgelu allen Beteiligten zur ganz besonderen Beachtung.

Länger andauernde -lbsperrnngen, Einwinterungen, -bevaratureir und Ruftauuugeu von Hauöwafferleitungeu wicrden am zweckmäßigsten und schnellsten von deuieurgeu Zustallationsgeschäften besorgt, welche dte betr. HauSwa^er- leiitungen s. ((. anSgeführt haben und daher die örtlichen !L-erhältu»ne mit ihren euipfiudlichcnPuukten am besten kennen.

Gießen, den 20. November 1905.

Städtisches Gas- und Wafferwerk Gießen.

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