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Viertes Blatt
Nr. Ä48
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Eeneral-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen
155. Jahrgang
Die „Eichener Famillendlätter" werden dem ,9Inaeiner oiermal wöchentlich beigelegt. Der „hessische Landvtrtt' erscheint monatlich einmal.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersitätsdruckerei. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.7.
Del. Nr. 51. Tetegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.
Samstag 21. Oktober 1905
NchLMk Anzeiger
Kcliannlmachung.
Betr.: Rotlaufseuche zu Klein-Linden.
Die Notlaufseuche unter dem Schweinebesiand des PH. Jung XIIF. zu Klein-Linden ist erloschen. Die Gehöftfperrc ist aufgehoben.
Gießen, den 18. Oktober 1905.
Großherzi^l^' ti -mt Gießen.
I V - Herbler
Wmtlidic Nachrichten über Pichseuären.
In je einem Gehöfte zu Vockenrod e und Münch- Leusel (Kreis Alsfeld) ist die Schweinerotlaufseuche ausgebrochen und über diese Gehöfte die Sperre verhängt.
Die unter dem Schweinebestand des Wegemeisters K i p p zu Biedenkopf auSgebrochene Notlaufseuche (Backstein- blättern) ist erloschen und die Gchöftssperre aufgehoben worden.
Die in einem Gehöfte zu Homberg (Kreis Alsfeld) auSgebrochene Schweinerotlaufseuche ist erloschen und die Gchöftssperre ausgehoben.
Die unter der Schafherde des Schäfers August Stein zu Ober-Breidenbach (Kreis Alsfeld) auSgebrochene Räude ist erloschen und die amtliche Untersuchung hat auch das Freisein der anderen in der Gemeinde Ober-Breidenbach befindlichen Schafherde von Räude ergeben. Die über beide Herden verhängten Sverrmasiregcln sind ausgehoben.
Krlunintinaliiung.
Betr.: Vorträge über Obstbau.
Dor Obstbautechniker des Oberhcsi. ObübauvereinS, Her» H. Koch ouS Friedberg, beabsichtigt, die nachbenannten Orte deS Kreises Gießen zu besuchen, um Vorträge über Obstbau 3n halten und an den Obslbäumen praktische Unterweisungen zu erteilen.
. Die Vorträge beginnen an Wochentagen abends 8 Uhr, am Sonntage nachmittags 3 Uhr; die praktischen Unterweisungen stets am folgenden Tage vormittags 9 Uhr und nur für Samstags nachmittags um 3 Uhr. Sie sind an° beraumt auf:
Mittwoch
den
25.
Oktober
in
Hausen,
Donnerstag
•
26.
■
■
Lang-GönS,
Freitag
•
27.
•
w
Holzheim,
Eainstag
•
28.
■
•
Grümngen,
Sonntag
■
29.
r
•
Watzenborn - Steinberg, m. Verlosung,
Montag
■
30.
•
•
Lcißgellern,
Dienstag
w
31.
■
•
Obcr-Hürgcrn, mit Verlosung,
Mittwoch
1
1.
November
in Birklar,
Donnerstag
•
2.
•
, Dors-Gill,
Freitag
■
3.
w
, Garbentcich.
Den Herren Bürgermeistern und Obmännern werden noch besondere Mitteilungen zugehen.
Zahlreiche Beteiligung ist erwünscht.
Gießen, den 19. Oktober 1905.
Der Vorsitzende des Vereinsbezirks.
Hechler, Kreisamtmann.
Kcluninlmachllng.
Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Bellersheim; hier die Bildung der Ersatzqrundllücke.
Dienstag, den 7. November l. I., vormittags von 9—10 Uhr, findet im Gemeindehaus zu Bellersheim die Entgegennahme der Wünsche bezüglich dec Zuteilung der neuen Grundstücke der Gemarkung Bellersheim statt.
Die Wünsche sind schriftlich — mindestens auf'/, Bogen — einzureichen, vom Grundstückseigentümer zu unterzeichnen und sollen genau angeben, welche alte (nach Flur und Nummer z»i bezeichnenden) Grundstücke ziisammengelegt und in ivelchc Gewann die neuen Grundstücke gelegt werden sollen.
Wünsche, welche m dem oben genannten Termin nicht vorgebracht werden, haben keinen Einspruch auf Berücksichtigung.
Friedberg, den 18. Oktober 1905.
Ter Großher o l rhe i r i >igungskommissär: Spamer, Kreisamtmann.
Die Lanötaqswavlen in Rheinhessen.
In Rheinhessen sind in 7 Wahlkreisen Neuwahlen vorzunehmen. Davon sind zurzeit im Besitz der Nationalliberalen und des Zentrums je drei Kreise, einen hat der Bauernbund zu verteidigen. Soweit Zen trum und Sozialdemokratie in Betracht kommen, sind auch hier deren Wahlvorbereitungen völlig im Gange, von den National- liberalen ist wenig zu hören und die Freisinnigen sind vollends aktionslos. Die Sozialdemokraten haben nur für Mainz-Land einen Kandidaten in der Person des Gemeinderats Spenlein (Kastel) nominiert; auf diesen Kreis, der bisher von dem Führer der hessischen Zentrumspartei Dr. Schmitt (Mainz) vertreten »ourde, verspitzen sich sehr die Sozialdemokraten. Sicher aber wird das Zentrum die Wahlkreise Nierstein-Niederolm (bisher Abg. Molthan) und Gaualgeshcim-Büdesheim (bisher Abg. von Brentano) behaupten. In letzterem Kreise verlautete von irgend welcher Gegenkandidatur bisher überhaupt nichts.
Die Kandidatur des alldeutschen Rechtsanwalts Dr' Winkler (Oppenheim) itn Wahlkreise Nierstein dürfte nicht ernst zu nehmen sein. Der Herr hat erst vor wenig mehr denn Jahresfrist in einer Oppenheimer Versammlung (wir zitieren nach dem stenographischen Bericht der „Wormser Ztg.") wörtlich folgendes erklärt: „Ich stehe erst zu kurze Zeit in diesen Sachen, insbesondere m der parteipolitischen
Bewegung, als daß ich mir ein Urteil an maßen möchte*. Heute bewirbt er sich um ein Mandat und bezeichnet sich als Anhänger des direkten Wahlrechts, obwohl er auf jener Versammlung die Frage des direkten allgemeinen Wahlrechts als „Schlagwort* zii diskreditieren suchte und wörtlich erklärte: „Ich bin der Meinung, e? handelt sich darmn, ob wir wie in anderen Dingen, so mit unserem Landtagswahlrecht immer weiter in die demokratische Entwickelung hineinkommen. Gehen wir mit u nsere m Landtagswahlrecht nicht immer weiter auf dieserBahn!^ Es wird allgemein begreiflich sein, wenn die Wählerschaft im Kreise Nierslein dem Manne noch einige Jahre Zeit außerhalb des Landtags gewährt, um zur Klärung und einem Urteil zu kommen.
Die Nationalliberalen haben die Wahlkreise Osthofen (bisher Abg. Schil l), W ö l l st e i n (bisher Abg. P i t t- Han) und Alzen (bisher Abg. Diehl) zu verteidigen. Schill hat auf eine Wiederwahl verzichtet; die Nationalliberalen haben darauf den Rentier Franz Best-Osthofen aufgestellt, der auch gewählt werden wird. Bei der letzten Wahl stimmten sie mit 10,6 Proz. der Wahlberechtigten ab. Auch Pitt Han erklärte sich sogar in öffentlicher Kammersitzung mandatsinüde; doch hat er sich von seinen Parteifreunden bewegen lassen, eine Kandidatur wieder anzunehmen. Von einer Gegenkandidatur war bis jetzt noch nichts zu hören; es ist indcsicn möglich, daß die Freisinnigen dem Abg. Pitt- han den Sitz streitig zu machen siichen., der ihnen nach Lage des Stimmenverhältnisses im Kanton Wöllstein wohl auch zukommcn müßte. Das gleiche wäre vom Wahlkreis Alzey zu sagen. Dach ill ja uns zu bekannt, wie sehr hier gerade auf dem Lande bei den Wahlen, wo ebenfalls die politische Aussasiung den Ausschlag geben sollte, ganz andere Momente, fei es formeller oder lokaler Natur, die Entscheidung bei bei Wahl außerordentlich stark beeinflussen. Diebl will eine neue Kandidatur nicht annehmen. Als sein Nachfolger wurde seitens
einfachste Lösung, wenn die Freisinnig eu den Nationalliberalen die Sorge um das Mandat abnehmen. Merkwürdigerweise ist auch hier noch nicht? von einer freisinnigen Kandidatur zu vernchinen. Nur Wörrstadt, daS der Baucrnbündler Wols-Stadecken vertritt, ist in der Person deS früheren Landtagsabg. Christ bereits eine freisinnige Kandidatur bekannt. Ob Wolf das Mandat seinem Vorgänger abgeben muß, läßt sich schwer im voraus sagen; wenn die Freisinnigen indcsicn ihre volle Schuldigkeit tun, dann ist ihnen der Sieg gewiß.
Nach diesen Darlegungen ist zu resümieren: Die Sozialdemokratie hat nichts zu verlieren, gewinnt dafür vielleicht ein Mandat; die Freisinnigen, die gleichfalls nichts zu verlieren haben, könnten günstigenfalls drei Sitze erobern; die Nationalliberalen gewinnen nicht? und verlieren ungünstigen* falls zwei Mandate; das Zentrum büßt Kasiel ein und der Bauernbund ungünstigenfalls seinen einzigen Sitz in Rhein- hesien.
Daniel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Märkte.
Gießen, 21. Okt. Marktbericht. Auf heutigem Wochemnarkt kosteten: Butter pr. Mb. 1.10—1.20 Alk., Hühnereier 1 Ct. 8—9 Ma. 2 2 tcf. 00—00 Big., Gmüeeier 15—00Mg., Enteneier 6—7 Psg., Käse vr. Stck. 6—8 M„ Kasematte 2 Stck. 5—6 Mg. Erbten vr. Liter 21Pfq^ Linien in\ Liter 32 Big., Tauben vr. Baar0,80- 0,90 Alk., Hühner pr.St. 1,00-^1.60 Mk., Halme pr. Stück 0,80—1.80 Alk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Pik., Ganic vr. Md. 60—75 Psg., Ochsensieisch pr. Md. 72—R2 Mg., Knb und Rindfleisch vr. Mund 70—72 Psg^ Schweine- ''leisch vr. Mund 76—86 Mg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Mund 90 Pia., .Kalbfleisch pr. Pid. 70—80 Mg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—76 l ’o. Weliche per Pfund —.— -Kartoffeln pr. 100 Kg. 4..'0—5,00 TiL, Zwiebeln pr. Ztr. 5,00—6,00 Tlf., Milch per Liter t o Mg., Aepsel per Piund 10 bis 25 Psg., in Körben 00 Mg., Nüsse 100 Stück 30 -40 Pig„ Birnen per Zentner 8 bis 10 Mk. Weißkraut 0.07—0.10 Mk. Marktzeit 8—2 Uhr.
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1Z ? n zl. rfrrmn/l nennt man mit Recht die seit Jahren IklilU- I II ’ HIHI von hervorragenden Kinderärzten em»
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der Nalioniallibcralen Kammerpräsident Haas genannk; doch findet diese Kandidatur nicht das Plazet der Wormser Nationalliberalen. Daran werden sich ja schließlich die Alzeyer NatwnalUbcralen nicht stoßen, aber cs wäre doch hier die
psohlcne und an Feinheit 41 Vi'l'llßl und Milde unerreichte 1 ’
Kiudergcsttttdheit — und Kaffee! Acht wiffeuschaftliche Urteile:
TU Annoncen- Expedition RUDOLF
Var Kaiserliche Sesnndheitramt in seiner osfizlellen Broschüre „Der Kaffee": — „Ein Getränk, welcher bei Verwendung kleiner Klengen doch schon „bie Anfänge der geschilderten Vergiftungswirkungen des Koffeins in sich trägt, „eignet sich nicht zum Genuß für Kinder, nervöse und Herzkranke Personen. „Es ist deshalb ziemlich allgemein üblich, Kindern, die überdies eines neu)en» „anregenden Gcnußmittels nicht bedürfen, Kaffee oorzuenthalten Dies stößt um „so weniger auf Schwierigkeiten, als Kinder im allgemeinen starken, schwarzen „Kaffee zurückweifen . . ."
Dr. nied. Mkott: — „Kaffee wie Tee schaden Kindern am meisten, und „zwar um so mehr je jünger und zarter sie sind."
Dr. Heinrich Vock-Illlmchen: — „Es wäre wünschenswert, den jungen Leuten „bis ungefähr zu ihrem 18. Lebensjahre überhaupt keinen Bohnenkaffee zu geben."
Sanitätsral Dr. R. Lutze: - „Kindern und Jungfrauen Kaffee zu reichen, „ist die größte Unvernunft und wird von allen denkenden Aerzten dagegen gekämpft."
Dr. Otto Gotthilf: — „Ganz zu verwerfen ist der in bürgerlichen Familien „noch vielfach übliche Kaftcegenuß am Abend Dadurch werden die Kinder auf» „geregt, schlafen schwer ein, träumen unruhig und stehen am anderen Morgen „mit matten Gliedern und schläfrigen Sinnen auf."
Generaloberarzt Dr. H. Nicola': „Sür Kinder, deren Gehirn noch in der „Entwicklung begriffen ist, und daher um so mehr einer reichlichen Zufuhr an „Nahrungsstoffen zu seinem Aufbau bedarf, als dasselbe durch die Aufgaben der „Schule ftark in Anspruch genommen wird, ist Kaffee geradezu schädlich und sollte „ihnen gänzlich vorenthalten werden. Ebenso schädlich ist den Kindern „der Kaffee aus dem gleich näher zu erörterndem Grunde, nämlich der Reizung „des Rückenmarkes und der harnbereitenden und ausführenden Organe, womit „eine vorzeitige Erweckung und Reizung des Geschlechtstriebes verbunden ist."
Profeffor Vrillat Zavarin-Raris: — „Alle Väter und Mütter der ganzen „Welt haben die Pflicht, ihren Kindern den Kaffee aufs strengste zu untersagen, „wenn sie nicht kleine, ttockene, kümmerliche Puppen haben wollen, die mit „20 Jahren schon Alte sind."
Dr. Z. Weigl-München: - „Für Kinder jeden Alters ist der Kaffeegenuß „sehr gesundheitsschädlich. Er darf ihnen unter keinen Umständen gestattet werden. „Wie der lähmende Einfluß der geistigen Getränke, fo stört auch der aufregende „Reiz des Kaffees und Tees die natürliche Entwicklung des kindlichen Körpers. Die „Frühreife und Nervenschwäche, die Reizbarkeit und Blutarmut so vieler Kinder „haben ihre ^auptquelle in dem zu frühen, alltäglichen Mißbrauch des Bohnenkaffees."
Diese acht Warnungen von berufener Seite, die aus einer langen Reihe gleichlautender Urteile herausgegriffen sind, dürften jeder einsichtsvollen und sorgsamen Mutter die Augen über den Bohnenkaffee öffnen. Gebt den Rindern keinen Kaffee!
Wir besitzen in Kathreiners Malzkaffee ein vollwertiges, in jeder Hinsicht unübertroffenes Grsatzgetränk für Kinder, dessen wertvolle gesundheitliche Eigenschaften von den ersten Autoritäten der Wissenschaft (v. pehenfofer, v. Ziemssen, (Eulenburg u. a.) einstimmig anerkannt worden sind. Richtig zubereitet, sodaß sich sein würzig milder kaffeeähnlicher Wohlgeschmack voll entwickelt, und bis zur Hälfte mit Milch genossen, ist Kathreiners Malzkaffes allen Kindern ein unersetzliches, jederzeit willkommenes und angenehmes Getränk, bei dem sie gesund bleiben und prächtig gedeihen.
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Krampfadern, Ad er knoten, «teil. !"jy| Gelenken, Ge- kX™ •chwulet. Wund, yg Fiiteln, Beinge- r schwüren, m ;: ' - und trockene '^*11 -5 Flechte,SaUÜuss, WS g» Elefantiaiis end i J and. Beinleiden, -n


