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20.3.1905 Erstes Blatt
 
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nicht nach dem Geschmack aller Theaterbesucher; Herrn be Giorgrs Kunst sollte denn doch mit solchen Coupletvor­trägen, 'die man auch in Wirtshäusern zu hören Gelegen­heit hat, nichts zu tun haben. Gr kann, wie er schon bewiesen bat, etwas Besseres. Tie Vorstellung hätte noch mehr gefallen, wenn der Souffleur sich weniger angestrengt hätte. , Ä. G.

* Eine Diebin. Vor einiger Zeit war einer hiesigen Metzgersfrau aus bem Laden eine wertvolle Wurst ver­schwunden, und sie hegte Verdacht gegen eine Arbeiterfrau, die ab und zu etwas einkaufte. Sie faßte sich die Person ins Auge und ertappte sie dann auch richtig am vorigen Samstag dabei, als sie zwei Stücke Fleisch und ein Stück Wurst in ihrem Korb verschwinden ließ. Das Fleisch wurde ihr wieder abgenommen, und es stellte sich heraus, daß sie das weitere noch im Korb befindliche Fleisch aus einem an­deren Metzgerladen gestohlen hatte. Von der Polizei wurde die Frau als Gewohnheitsdiebin gleich erkannt und zur Anzeige gebracht.

§ Friedberg, 19. März. Unter dem Protektorat S. K. H. des Großherzogs findet gegenwärtig hier die 5. Verbands-Geflügel- und Vogel-Ausstellung des Verbands oberhessischer Geflügelzüchtervereine statt. Nach­dem am Freitag nachmittag die erste Besichtigung der Aus­stellung mit Anschließung der Prämiierung durch die Preis­richter und die Ausstellungsleitung vorgenommen worden war, wurde gestern vormittag die Ausstellung durch Kreisrat Fey durch eine Ansprache eröffnet. Der Eröffnung wohnten bei: Landes-Oekonomierat Müller-Darmstadt, Kreisamt- mann Hechler-Gießen als Vertreter der Provinzialdirektion, Oekonomierat S ch l e n ke -Friedberg, die Bürgermeister Stahl- Friedberg, Dr^ Kayser-Bad-Nauheim, Mühlschwein- Vilbel. Die Ausstellung ist von allen Nassen Zier- und Nutz­geflügel, in- und ausländischen Vögeln, Maschinen, Ge­räten 2C. sehr reich beschickt. Der Katalog umfaßt nahezu 400 Nummern. Von besonderem Interesse ist ein zahmer Storch, der in der Ausst"llung umher spaziert, sowie eine prachtvolle Gruppe ausgestopfter einheimischer Vögel, wofür der Besitzer, Dauhstummenlehrer Landau, einen Ehrenpreis erhielt. Die Prämiierung fand bereits Donnerstag nach­mittag statt. Den 1. Ehrenpreis des Groß Herzogs (silberner Becher) für die beste Gesamtleistung in allen Ab- teilungen erhielt Lehrer Kn a up -Klein-Karben, den 2. Ehren­preis des Grafen Solms-Nödelheim für die beste Leistung in Wassergeflügel Lehrer Presser-Hofheim, den 3. Ehrenpreis des Grasen Oriola für die beste Leistung in Hühnern Forst- wart Simon-Ehringshausen, den 4. Ehrenpreis des Frei- herrn von Leonhardi-Groß-Karben für die beste Leistung in Nutzhühnern PH. Södler-Nieder-Gemünden, den Ehren­preis der Stadt Friedberg für die beste Leistung in Tauben H. Keller-Ossenheim. Außerdem wurden noch verteilt: 33 Ehrenpreise, 30 erste, 46 zweite, 58 dritte Preise und 74 lobende Anerkennungen.

In Abteilung la Nutzhühner erhielten Ehrenpreise: Knaup-Kl.-Karbeu, Rbon-Ruppertenrod, Södler-Nieder-Gemünden, Thießen-Nieder-Gemünden, Schäfer-Gießen, 1. Preise Högy-Klein- Eichen, Müller-Henriettenhof, Simon-EhringShausen, Ohmeis-Ober- Erlenbach, 2. Preise Irieß-Nockenberg, Södler, Maus-Nupperten- rod, Nadetzki-Lich, Kliem-Kloppenheim, Stopler-Lauterbach, Engel-Birklar. 3. Preise Mayer-Gießen. In Abteilung Ib. Lege h ü Huer Ehrenpreise: Knauv, Simon, Presser-Hosheim, Dr. Pinko-Kirlorf. Preise: Simon, Fr. Becker-Gießen, Södler, Genzel-Bad-Naubeim. 2. Preise: Heller-Lich, F Jockel- Grünberg. 3. Preise: L. Han au-Gießen, Hoffmanu-Hosgütl, Stein-Grünberg, Hecker-Gießen. Abteilung le. Mast- hühner Ehrenpreise: Knaup, Stahl-Vilbel, Dörr-Lehnbeim, Simon. 1. Preise : Seip-Beltershain. 2. Preise: Nickel-Rodheim. 3. Preise: Naumaim-Laubach. A b t e i l u n g s ü r Z i e r h ü b n e r, Truten, Pfauen, Fasane: Ehrenpreis Kalbhenn-Vilbel. 1. Preis: Schwab-Bad-Nauheim. 2. Preis: Iöckel-Grüuberg. Lobende Anerkennung : Ebrist und Ritter-Grünberg. A b t e i lit n cj Wassergeflügel: Ehrenpreise Runk-Okarben, Beck-Klein- Karben. 1. Preise: Bürgermeister Heller-Lich, Presser-Hosheim. 2. Preise: Södler, Pitz-Laubach. 3. Preise: Stoll-Hungen, Möll- Laubach. Abteilung Tauben: Ehrenpreise Albacb-Lieh, Pfeil-Wisselsbeim, Keller-Ossenheim, Gerbard-Obermörlen, Franz- Queckborn, Weil-Leidhecken und Knaup. 1. Preise: Knaup, Keller- Ossenheim, Walther-Bauernheim, Scheurich-Kloppenbeim, Beck- Vilbel. 2. und 3. Preise: Schwieder-Gießen, Pitz-Laubach, Bürgermeister Heller-Lich. Abteilung Eier: 1. Preis Luh- Leihaestern. Abteilung Vögel: Ehrenpreis Stahl-Vilbel. 1. und 2. Preise: F e l s i n g - G i e ß e n, Fourier-Friedberg, Severt- Ober-Mörlen. Abteilung Kaninchen: 1. Preis Schmidt- Friedberg.

Bei der Generalversammlung des Verbandes oberhessischer Geflügelzüchtervereine unter dem Vorsitze des Lehrers Knaup-Klein-Karben, an der die Vertreter der 9 Verbandsvereine teilnahmen, beschloß der Verband die Beteiligung an der landw. Landes- und Jubiläums-Ausstellung zu Mainz. Es sollen alle Arten Geflügel ausgestellt werden. Der Geflügelzucht­verein Gießen 1903 hatte sich zur Aufnahme in den Ver» band angemeldet. Er wurde bedeutet, sich an einen anderen Verbandsverein anzuschließen, da schon der Verein Gießen 1897 dem Verband angehört. Ferner fand eine Beratung

über die Verteilung der Mittel statt, die der landwirtschaft­liche Provinzialverein zur Hebung der Geflügelzucht in Ober­hessen bewilligt hat. Zum Schluffe sprach der Vorsitzende der kürzlich hier gegründeten oberhessischen Geflügel- Ma st - undVerwertungs-Genossenscha't,Oekonomie­rat Sch lenke. Der Verband steht der Genossenschaft sehr sympathisch gegenüber, und die Vorsitzenden der Verbands­vereine werden ersticht, für die Genossenschaft Mitglieder zu werben. Der Besuch der Ausstellung war besonders am Sonntag trotz des ungünstigen Wetters sehr gut. Mit der Ausstellung ist eine Verlostmg verbunden.

* Kleine Tages chrouik. In Santiago de Chile stürzte das Tecrtro Liriho ein. Zahlreiche Personen wurden getötet oder verletzt. In Solingen zerfleischte in der Wieserscben Menagerie ein Bär seinem Bändiger durch einen C.blag mit der Tatze die Wange vollständig und bist einem Mes'erscbleüer, der ihm Brot reichte, ein Stück Finaer ab.

Frnnst und Riffenfffiaft.

Straßburg i. E., 19. März. Tic Wanderausstell­ung des Verbandes der Kun st freunde in den Län­dern am Rhein wurde heute durch den Statthalter Fürsten zu Hobfnlohe-Langenburg in Gegenwart seiner Schwiegersöhne, des Erbprinzen von Reust j. L. und des Fürsten zu Leininaen und Gemahlinnen, ferner des Staatssekretärs v. Köller und Ge­mahlin, d"s Unterstaatssekr"'ärs Dr. b. Schrank. usw. eröffnet. Der Statthalter wies in seiner Ansprache darauf hin. dast z-um ersten Male in Iungd^ntschland alldeuls^e «md einheimische Künst­ler in künstlerischem W-ttbewerb ausgestellt und so eine Brücke hergestellt hätten zwischen der deutschen und der Pa­riser Kunst, von der bisher die K"nst des R^chslandes ihre Anregungen bezogen habe. Bürgermeister Lauer-Köln erwiderte, das Bestreben des Verbandes sei, die Kunst Westdeutschlands, ein­schließlich Elsa^'-Lathringens zu gemcstiiamem Wirken zummmen- zusassen. Die Ausstellung ist gut beschickt von den namhaftesten Künstlern von Stuttgart, Karlsruhe Darmstadt, Frankfurt und Düsseldorf, aber auch von elsässischen und lothringischen Künstlern.

Nnive

Aiü eine 25-iährige Lehrtätigkeit als ordentlicher Univer- sitätsprofeffor kann heute Montag der Ervrorektor der Heidel­berger Universität, Hoirat Prozessor Dr. Wilhelm Braune, zurückblicken. Der Jubilar, der am 20. v. M. 55 Iah re alt ge­worden ist, hat die höchste Stufe der akademischen Laufbahn schon an der Universität Gießen erreicht, wohin er 18*0 aus Leipzig übersiedelte. 9fn der Ruperto Carola wirkt er feit 1888, als Nach- feiner Karl Bartfchs im Fache der Germanistik.

öjerttflteiaaU

Gießen, 20. März. In außergewöhnlicher Sitzung verur­teilte die Strafkammer den Kaufmann W. S. von Vilbel menen Urkundenfälschung und Betrugs zu 2 Jahren Gefäug- niß. S. betrieb in Vilbel ein Glaswarengeschäft, das unter feiner Führung immer mehr zurückging. Er trat alsdann wieder als Handlungsgehülfe bezw. Kommissionär in sein früheres Lehrgeschäft ein. Schon hier erhielt er eine Strafe wegen Unterschlagung, da er einen größeren Geldbetrag, der ihm anvertraut worden war, in leichtfertiger Weife vergeudete, trotzdem seine Familie zu darben hatte. Im verflossenen Jahre übernahm er das frühere Geschäft wieder; er geriet alsbald in Zahlungsschwierigkeiten und suchte sich durch falsche Wechsel über Wasser zu halten. Im Laufe eines Jahres fälfchte er nicht weniger als 25 Wechsel in der Gesamt- Höhe von 6000 Mk. Da trotz der vielen Fälschungen eine ver- hältnißmäßig geringe Vermögensfchädigung eingetreten ist, wurden ihm mildernde Umstände zugebilligt, um ihn vor dem Zuchthaus zu bewahren; jedoch hielt das Gericht eine erhebliche Gefängniß- strafe für am Plaste.

Evangelische Gemeinde.

Montag den 20. März, abends 8 Uhr, B i b e l st tl n d e im Konsirmandeusaal der L u f a § g e m e i n b e, Liebigstraße 56. Text: Epbes. 2, 1 ff. Pfarrer E u I e r.

Kardel unb Derkeür. Do^swirjschaft.

GewerkschaftGießenerBraun st einberq werke v o r m. F e r n i e. Veranlaßt durch den s ch l e ch t e tt G e s ch ä f t s- gan g und den dadurch herbei geführten schwachen Versandt von Erzen wird die Gewerkschaft am 1. April eine Ausbeute an die Kuxeninhaber nicht zur Verteilung bringen.

fc. Frankfurt a. M., 20. März. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz.") AmtlicheNotierungeit der heutigen Fruchtmarktvreise. Weizen Mk. 18.5000.00, Kurhessischer Mk. 18.5000.00, La Plata Mk. 18.2519.25, Kansas Mk. 18.2519.25, Roggen (Hiesiger) Mark 14.2514.50, Gerste (Wetterauer) Mk. 17.7518.00, Franken- felderMk.00,00-00,00,HaferMk.l5.0015.25, MaisMk. 12.0012.25, Weizenmehl 0 Mk. 26.7527.25, 2. Qualität Mk. 24.75

bis Mk. 25.25, 3. Qualität Mk. 22.7523.25, Roggenmehl 0 Mk. 22.0023.25,1. Qualität Mk. 19.5020.75, Weizenkleie Mk. 10.00 bis Mk. 10.25, Roggenkleie Mk. 11.0011.25, Maiskeime Mk. 11.50 bis Mk. 11.75, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.0000.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

fc. Frankfurt a. M., 20. März. (Telegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt­preise. Zunr Verkaufe standen: 495 Ochsen, 107 au§ Oest­reich, 60 Bullen, 14 aus Oestreich, 766 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 1 aus Oestreich, 228 Kälber, 218 Schafe und Hammel, 1584 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 7072 Mk., 2. Qual. 6567 Mk., 3. Qual. 6063Mk.; Bullen l.Qual. 69 bis 71 Mk., 2. Qual. 5557 Mk.: Kühe 1. Qual. 6466 Mk., 2. Qual. 5860 Mk., 3. Qual. 4749 All, 4. Qual. 3739 Mk., 5. Qual. 0000 Mk. Kälber: 1. Qual. 8082Psq., Lebendgewicht 4850 Pf., 2. Qual. 7377 Pfg., Lebendgewicht 4446 Pfg., 3. Qual. 10000 Pfg., Schlachtgewicht 5860Pfg., Schafe: l.Qual. 7274, 2. Qual. 6466 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfg.; Schweine 1. Qual. 6566 Pfg., Lebendgew. 52.50 Pfg., 2. Qual. 64 Pfg., Lebendgewicht

Bekanntmachung.

Die Ratten in den städt. Kanälen und Wasserläufen sollen in den nächsten 8 Tagen vergiftet werden. Um eine durchgreifende Wirkring zu erzielen, ist es erforderlich, daß alle Besitzer der im Stadtgebiet liegenden Hausqrundstücke für gleichzeitige Vertilgung der Ratten in ihren Kanälen, Sinkkasten und Höfeir u. s. w. sorgen. Die Besitzer von Harrstieren, Geflügel u. s. w. werden hiervon unter der Aufforderung in Kenntnis gesetzt, solche Tiere von den gefährdeten Stellen fern zu halten, da seitens der Stadt etwae Schadenersatz­ansprüche abgelehnt werden.

Gießen, den 18. März 1905. . B2%

Großherzogin, c^mneifteret Meßen.

Mecum.

Kleesamen

garantiert seidefrei, 'owie sänrtliche Sorten

Gemüse-, Feld-, Gras- und Blnmensamen

ernpsiehlt a'8/s

Christian Wallenfels

Mevhon 262. 17 Marktplatz 17. Gegründet 1826,

Wen-AmcholMrKeiMq.

Montag, den 27. März, von bom. 10 Uhr an in der Södle r'schen Wirtschaft zu Nieder-Gcmündeu:

2 Stämme I. Kl. (60 u. mehr Ctm. m. Dnrchm.) 4,78 Fsnn. (ohne Rinde)

30 Stämme II. Kl. (5059 Elm. mittL Dnrehnr.) = 41,40 Fstm.

117 HI. Kl. 4'049 123,75

233 IV. Kl. (3039 = 179,35

173 V. Kl. (25-30 = 83,13

130 Schwellenholz verschiedener Klassen 59.30

Das Holz lagert in den Distrikten Wndholz, Kleiner Eich­berg :c. (Forstwnrt Heyer und Forstwartasoirant Lang zu Homberg), verschiedenen Distrikten der Forstwartei Büßfeld (Forstwart Schaaf zu Büßfeld), Brühl:c. (Forstwart Döring zu Schadenbach), Großer Katzenberg 2C. (Forstwart Trupp zu Deckenbach), Gehr. Wald. Teichs- kopf 2C. (Forstwart Bayerer zu Gontetshaufen). Nähere Auskunft durch die hetr. Forstwarte und die unterzeichnete Stelle, die auch bei rechtzeitiger Bestellung Stammholzauszüge an voraussichtliche Abnehmer größerer Holzmengen kostenlos abgibt.

Homberg, den 6. März 190;>.

Großherzogliche Oberförsterei Homberg.

B ä r. Di0/,

In der netiangelegten Sandgrube links an der Mar- burgerstraße nächst der Straße nach dem neuen Friedhof kann' la. Sand zu den bitt. Tagespreisen abgegeben werden.

Näh. in der Grube selbst und dttrch Ad. Schmidt, Landgrafenstraße 5. 01514

5100 Pfg., 3. Qual. 5860 Pfg., Lebendgewicht 0000 Psg' Geschäft bei Hornvieh gedrückt. Ueberstand bedeutend, bet Kleinvieh Kälber aefucht, Schafe und Schweine aut.kein Ueberstaud.

ßriefknßen der Nedalstmu.

Accessift K. iu B. Der Artikel war uns sehr willkommen. Gebts nicht früher ? Beste Grüße!

Krigmas-Draülmetdungen.

Vom Kriege.

Loudon, 20. Marz.Daily Tel." meldet au8 Tokios Die Russen, die sich durch gebirgiges Gelände auf dem Gebiete von Hsinking zuruckgezogen haben, sind in er» barmenswerter Lage. Sie haben keine Vorräte und schlachten daher Pferde; sie sind von den Japanern völlig ein geschlossen.

London, 20. März. Der beim Stabe des Generals. Kuroki befindliche Berichterstatter des Renterschen Bureaus telegraphiert am 16. d. M.: Die Besetzung von Tie-j ling, der von Nattir starken Position längs der ganzen^ Eisenbahn, ist fast ohne Kampf erfolgt und erfüllt die, Japaner mit großem Selbstgefühl. Die Japaner, erholten sich rasch von den Verlusten, die die Schlacht bei Mukden für sie gehabt hat, wägend ber russische Rückzug von Tag zu Tag demoralisieren» der erscheint. Kuroki befindet sich immer noch an der Spitze der verfolgenden japanischen Truppen. Die Verfolgung nach der lOtägigen ununterbrochenen Schlacht von Mukden dauert fetzt 9 Tage' und erstreckt sich über ein Gebiet von 80 Meilen Länge, wobei es häusig zu Gefechten kommt.

Tokio, 19. März-. (Reuter.) Ein Teil der japant» scheu Truppen verfolgte die Russen bei fort* gesetztem Vormarsche bis Katzen, das die Russen am Samstag räumten, nachdem sie die Eisenbahnstation in Brand gesetzt batten.

London, 20. März.Daily Telegr." meldet aus Bokobama vom 19. März: Während eines Sturmes ver­loren d i e I a v a n e r an der Küste von Jndochina einen Torvedobootszerstörer.

Petersburg, 20. März. General Kuropatkin batte den Antrag gestellt, als Delegierter des von Dra­gomirow präsidierten Petersburger engeren Generalstabs­komitees auf dem Kriegssch auplätze zu bleiben. Das Ansuchen ist aber rundweg abae'lebnt worden. Man befürchtet in Petersburg, daß General Nogi westlich von der Babnlinie mit Zustimmung Chinas über die Mongolei Umgehungsbewegungen unternimmt. Fliegende Kolonnen Noqis sollen gegen Tsitsikar, nordwestlich! von Churbin, unternommen sein.

Paris, 20. März. Der Krieaskorresvondent desMa- tin" depeschiert aus Chgrbin, das russische Haup».t» guartier sei nach Szonzingki, einige Kilometer südlich von Kuangtschunaie, 250 Km. nördlich von Tieling, verlegt worden. Alle Militärattgchees befinden süch in Charbin. Aus Petersburg liegt die Meldung vor, China beabsichtige auf diplomatischem Wege Rußland und Iap-an gleichzeitig um Einstellung der Feindseligkeiten anzugehen, da China duAch den Krieg schon genug wirtschaftlich geschädigt sei. Diese Meldung scheint dem Wunsche der. russischen Friedenspartei zu entsprechen, welche einen Aus-^ weg sucht, um Rußland das veinliche erste Friedenswort zu ersparen. Großfürst Nikolaus wird sich zunächst als besonderer Berichterstatter des Zaren nach dem fernen Osten begeben, um nach Zarskoie Selo über die Fehler der bisherigen und die Aussichten der künftiaen Krieg­führung zu berichten. Man spricht von einer Begegnung des Großfürsten mit Kuropatkin in Irkutsk.

Nom, 20. März. Hier beging Graf Bracci, der Schwager des früheren Unterrichtsministers Baecelli, m i t seiner Verlobten Selbstmord. Der Graf war ruiniert. Er hatte fast 200 000 Francs Schulden. Der Graf und seine Braut töteten sich in deren Schlafzimmer durch Kohlen- Gas.

Venedig, 20. März. Von einem jungen elegant, gekleideten Deutschen ist eine Dame der Halbwelt^ ermordet worden. Es soll sich um einen Lustmord han--^ deln. Die Polizei ist dem Mörder auf der Spur.

TeBegshonischea* Kursbericht

V/gO/o Reiohaanleihe . . 101.90 SVD do. . . . 90.70 3«/,o/0 Konsols . . . . 101.80 3°/n do. 90.50 ß/o°/n Hessen .... 100.80 3%% Oberhessen . . . 99.00 4% Oesterr. Goldrente . . 102 30 41 '8 % Oesterr. Silberrente 101.50 4% Ungar. Goldrente . . 100.10 4% Italien. Rente , . . 105.40 4i/2% Portugieser . . . 67.60 80/ Portugiesen 67.70 1 % C. Türken ..... Türkenlose ..... 136.00 4% Griech. MonopoL-Anl. 52.05 41/. % äussere Arcrentinor 45.20

3% Mexikaner ...» 36.90 4V?o/n Chinesen .... 95.301 Electric. Sch ackert . . . 139 90 Nordd. Lloyd . . . . 118.20

Kreditektien . . . , . 213 00 Diskonto-Komrnandit. . .19140 Darmstädter Bank . , . 142.90 Dresdener Bank .... 157.90 Berliner Handelsges. . . 163 20 Oesterr. Staatßbahn . . . 141.00 Lombarden 17 20 Gotthardbahn .... 191.30 Laurabütte 263.50 Bochnm ..... 245.00 Harpen er . .... 209.70 Staatschatzscheine . ..

Gebote auf die zu envartende diesjährige Lohernte der Gemeinden Dornholzhansen 69, Ebersgöns 99, Groß-« Rechtenbach 120, Hochelheim 30, Niederkleen ----- 120, Oberkleen ---- 420, Reiskirchen ----- 30, Vollnkirchen = 90, Volpertshausen 120 und Weidenhausen = 30 Ztr. sind verschloßen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 29. d. Mts., vormittags 10 Uhr, zu welcher Zeit Er­öffnung erfolgt, hierher einzureichen. B20/3|

Verkaufsbedingungen, Karte über Lage pp. der Schlägc^ können hier eingesehen werden.

Groß-Rechtenbach (Kreis Wetzlar) den 18. März 1905« Das Bürgermeister-Amt.

Die Ausstellung der SchüterinnenarbeiLeu findet Sams­tag den 25. unb Sonntag den 26. März, vormittags von 101 und nachmittags von 25 Uhr statt und ladet zu recht zahlreichem Besuche ein Der Borstand.

Tas Sommerhalbjahr beginnt Donnerstag den 27. April, vormittags 10 Uhr. Anmeldungen bei der Oberlehrerin Frl. Mo es er, Gartenstraße 30. vX

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