Hofsverwalter, Haltestellenmisseher Dahnhofaufseher heißen. Die jetzigen Güter-Expeditionsvorsteher werden 06 er guter» Vorsteher, Güter-Expedienten Gütervorsteher heißen. Auch die Kassenbeamten der Eisenbahnen sollen umgetauft werden. Die jetzigen Stationskassen-Rendanteu werden den Titel Oberkassenvorstelper, die Stationseiunehmer die Bezeichnung Kassen Vorst eh er führen. Teilweise sind die Titel zu ändern, weil in der neuen Eisenbahnbau- und Betriebsordnung nur noch von Bahnhöfen die Rede ist. DaZ Wort „Station" ist so gut wie weggefallen.
•* Die hessischen Gemeinde- und Polizei- diener haben Negierung und Landstände ersucht, der neuen Landgemeindeordnung die Bestimmung einzufügen, wonach ihre Gehälter nicht mehr von dem Gemeinderat, sondern vom Kreisamt bezw. Kreisausschuß festgesetzt werden sollen. In einer weiteren Eingabe ersuchen sie um Erhöhung ihrer Gehaltsbezüge und zwar wünschen sie den Gcmeindc- sorstwärtern gleichgestellt zu werden. Zur Begründung wird darauf hingewiesen, daß die Gemeindediener vielfach von den Kreis- und Staatsbehörden in Anspruch genommen werden, ohne daß dafür eine besondere Vergütung bewilligt werde.
-s- Lang-Göns, 18. Juli. Gestern ist hier die Getreideernte eröffnet worden, die namentlich was das Korn anbetrifft, sehr gut und reichlich ausfallen wird. — Wohl in keinem Dorfe der Umgegend wird zur Zeit so viel gebaut, als in Lang-Göns. Wohin man blickt, steigen neue Gebäude auf, namentlich in der Nähe des Bahnhofs.
Frankfurt a. M., 19. Juli. Der Magistrat plant (m Hinblick auf den Gesangwettstreit 1907 die Errichtung einer großen Festhalle mit 25 000 Sitzplätzen. Die Halle soll 14 000 Quadratmeter bebaute Fläche enthalten. Die Kosten dürften sich auf 4 bis 5 Millionen Mark belaufen. — Der Magistrat trat dem Beschlüsse der Stadtverordneten, die völlige Sonntagsruhe im Handelsgewerbe einzuführen, bet.
Frankfurt, 18. Juli. Recht interessante Neuerungen auf dem Gebiete des Arbeiterwohnungs- w es en 8 sind hier versucht worden. Die Aktienbaugesellschaft für kleine Wohnungen sucht den Grundsatz durchzuführen, daß ihre Mieter, soweit es die Verhältnisse gestatten, ein wahres wohnliches Heim und Dasein haben. Sie hat deshalb in ihren Baublocks Vereinshäuser vorgesehen, wo Anstalten zur Erleichterung der Kinderpflege (Krippe, Kinderhort usw.) Unterkunft finden, sie hat neuerdings in diesen auch Vortrags- und Lesesäle eingerichtet, wo die Mieter geistige Anregung und Erholung finden können, sie hat die Säle durch Aushängung einer großen Anzahl von Reproduktionen klassischer Kunstwerke der Malerei, Architektur, Skulptur, die zum Teil ausgewechselt werden, zu einer Art von Museum gemacht, schon in der Erwägung, daß die Mieter von den Museums- und Bildungsstätten der Stadt eine Stunde und mehr entfernt sind, also kaum von ihnen Gebrauch machen. Jetzt soll auch ein Witwer heim errichtet werden. Dieser erste Versuch in Deutschland soll für 30 Familien, in denen die Mutter fehlt, Unterkunft bieten derart, daß die Väter mit den älteren Kindern kleine Wohnungen und zugleich die jüngeren Kinder in gemeinschaftlichen Schlafsälen Pflege und in gemeinschaftlichen Eß- und Arbeitssülen Ueberwachung und kundige Pflegerinnen finden. Die Gesellschaft hat sich mit dem Hauspflegeverein zu diesem Zweck zusammengetan, und die Stadt hat einen Zuschuß gegeben. Die Gesellschaft hat jetzt etwa 1070 Wohnungen in sechs Baublocks verteilt, in denen rund 5000 Personen ihre Hausung haben. Die Mieten haben bis jetzt trotzdem etwas niedriger als ortsüblich gehalten werden können. Die Wohnungsproduktion für Unbemittelte ist wegen des Mangels an kleinen Wohnungen ein pekuniär durchaus günstiges Unternehmen. Vorbildlich in dieser Richtung ist die Heilsarmee gewesen, die in ihren Asylen in Amerika
„Allg. Disch, Sprachvereins" dem wir folgendes entnehmen : Unsere Klassiker haben sich in ihren Schriften und Ent- vTÜrfen, Briefen und Gesprächen usw. auch über Erscheinungen in dem Leben unserer Sprache geäußert; Über das beste Deutsch, über fcrie Bedeutung der Mundarten, den Wert altertümlicher Ausdrücke, über das Recht grammatischer Regelung der Schriftsprache, über Sprachreinheit und Sprachreinigung und so weiter, auch Über Vorzüge und Mängel unserer deutschen Muttersprache im allgemeinen. Die „Gedanken und Meinungen" Goethes über diese Dinge sollen möglichst vollständig gesammelt, in einer bestimmten sachlichen Anordnung im Wortlaut vorgeführt und au- dem Zusammenhang, in dem sie sich finden, sowie auS den Umständen und Stimmungen, denen sie entspringen, gewürdigt werden. Es sind auch die Aeußerungen zu berücksichtigen, welche sich nicht ausdrücklich auf die deutsche Sprache beziehen (wie V D. die Verse: „Was reich und arm, was stark und schwach?^, denn meist und vorwiegend wird dabei doch an die eigene Sprache gedacht sein, und auch die Aeußerungen welche ausdrücklich aus fremde Sprachen gehen, werden zur Beleuchtung rmd zum Verständnis der übrigen beitragen können. Großer Wert wird auf eine möglichst vollständige Sammlung deS hergehörigen Stosses Mlegt. Für gute Lösungen der AufgiÄe wird ein Preis von 1000 Mark und einer von 500 Mark ausgesetzt. Die Arbeiten sind bis zum 1. Oktober 1906 an den Vorsitzenden des Sprachvereins, Geh. Oberbaurat O. Sarrazin in Friedenau-Berlin einzusenden. Der Name des Verfassers darf in der Niederschrift selbst nicht genannt sein, dagegen ist diese mit einem Kennwort zu versehen und ein verschlossener Briefumschlag beizuftigen, welcher außen dasselbe Kennwort und innen Namen, Stand und Wohnort des Verfassers enthält. Das PreiSrichteramt haben übernommen die Herren Geh. Hofrat Prof. Dr. Behaget (Gießen), Prof. Dr. O. Brenner (Würzburg'», Pros. Dr. F. Muncker (Münchens Prof. Dr. P. Pietsch (Berlin), Prof. Dr. Scheidemantel (Weimar), Geh. Regieruugsrat Prof. Dr. W. Wilmanns (Bonn).
— Das Schöneberger Theater, dessen Bau von den städtischen Körperschaften endgiltig beschlossen worden ist, soll ein großes Parkett und möglichst wenig Ränge enthalten. Es sind 1200 Sikplätze, im unteren Raum 800, in den Rängen und oberen Logen 400, vorgesehen, während Stehplätze nicht vorhanden sein sollten. Die Baukosten sind auf 1125 000 Mk. veranschlagt worden, welche Summe bereits zur Verfügung steht. Mit dem Bau wird voraussichtlich noch in diesem Jahr begonnen werden, da die Eröffnung des Tcheaters, wenn irgend möglich, am 1. Oktober 1906 stattfinden soll. ,
— Basler Stadttheater. AuS Basel wird berichtet: Der Regierungsrat beschäftigt sich lebhaft mit der Frage der Erbauung eines neuen Stadttheaters, und zwar auf dem Platze des alten. Das neue Theater soll tote bisher Privntunternehmen sein, ober vom Staate ausgiebig unterstützt werden. Die gesamten Baukosten sollen 1650 000 Fr. betragen, inllnsive eines Betriebsfonds von 200 000 Fr. Davon sind 600 000 Fr. gedeckt. Die Regierung schlägt einen verzinslichen amortisierbaren StaatS- beitrag von 600 000 Fr. sowie eine jährliche Subvention von 75 000 bis 85 000 Fr. vor. Die Theaterkommission verlangt eine jährliche Subvention von 90 000 bü 100 000 Fr.
und England schon derartige Einrichtungen getroffen hat. Man kann gespannt fein, wie diese ersten Versuche auf deutschem Boden ausfallen werden.
Aus Kurhessen, 19.Juli. Auf dem großen Fritzlarer Pferdemarkte hat zwischen Zigeunern eine wüfte Schlägerei stattgefunden, welche zu einer förmlichen „Schlacht" ausartete, denn es wurde hüben und drüben mit Hieb- und Schußwaffen, mit Säbeln, Dolchen, Gewehren und Revolvern gekämpft. Dabei erhielten eine Anzahl Zigeunerfrauen und Zigeunermänner starke Verletzungen, so daß die Aerzte eingreifen mußten. Ein Zigeunerhauptmann erhielt solch schwere Schußverletzung, daß er im Krankenhaufe gestern starb. — Eine zweite „Zigeunerschlacht" wird aus Höringhausen berichtet. Dort sind auch von Zigeunern mehrere Personen verletzt worden.
** e i n c Mitteilungen aus Hcsse n und den Nachbarstaaten. In der Turnhalle ru Bad Nauheim wurde die Drucksachen- und Truckereigeräte-Ausstellung am 17. d§. geschloßen. — Dem etwa 40 Jahre alten Landwirt August Heil von W i n b e cf e n wurden auf dem Reibe beim Fruchtmähen von bett Messern der Mähmaschine b c i b e F ü ß e a b g e m ä h t.
Vermischte».
e Ein kurioser Heiratserlaß. Die Zeitschrift „Das Aeußcre" (Verlag von Willy Krauß, Berlin) schreibt: Vor hundert Jahren hielt man es für notwendig, folgende Akte im englischen Parlamente einzubringen: „Alle Weibsleute, ohne Unterschied des Alters, Ranges ober Standes, gleichviel ob Jungfrauen oder Witwen, welche nach dem Erlaß dieser Akte irgend einen der männlichen Untertanen Seiner Majestät in verräterischer oder betrügerischer Weise durch Schminken, Salben, Schönheitswaffer, künstliche Zähne, falsche Haare, spanische Wolle, Korsetts, Reifröcke, Hakenschuhe und gepolsterte Hüften zur Eingehung einer Heirat verlocken, machen sich der Strafe schuldig, die das Gesetz über das Vergehen der Zauberei verhängt hat, und soll eine solche Heirat nach Ueberfübrung des betreffenden Frauenzimmers für null und nichtig erklärt werden." Auch ein Zeitdokument!
* Eine Kaiserin als VariätLkünstlerin. Den Wienern hat der Hochsommer eine Sensation oder, wie man dortzulande sagt, „eine Hetz'" gebracht. Madame du Dion, Jacques Lebaudys, des „Kaisers der Sahara", Freundin, der der „Monarch" selbst den Titel einer „Kaiserin der Sahara" verliehen hat, debütierte im Variete Weigel als Chansonette. Sie hatte sich in Triest von ihrem kaiserlichen Freunde getrennt, weil Jacques an sie das Ansinnen stellte, die gemeinsame Reise nach Wien auf — Kamelen durchzuführen, während Madame du Dion sehr energisch diesem nicht ganz alltäglichen Beförderungsmittel gegenüber die Vorteile des Triest-Wiener Schnellzuges verfocht. Darüber geriet das „Kaiserpaar" in Streit, und Madame du Dion fuhr gekränkt nach Wien, um dort ihren früheren Beruf als Chansonette wieder aufzunehmen. Sie machte gleich von sich reden. Ihren Impresario, der ihr zu wenig ehrerbietig entgegenkam, prügelte sie gleich die Treppe des Hotels herunter, wurde daraufhin von der Direktion des „Grand-Hotel" eingeladen, sich eine andere Residenz zu suchen, und vom Wiener Bezirksgericht, sich wegen Körperverletzung als Angeklagte zu verantworten. Kein Wunder also, daß die Kaffen des 23ari6t6 Weigl gestürmt wurden und Tausende das Erscheinen der Kaiserin auf dem Brettl spannungsvoll erwarteten. Ein „arabischer Marsch" der Kapelle bereitete stimmungsvoll auf das Erscheinen Ihrer Majestät vor. Dann sah man sie selbst. Eine verlebte Pariserin in vorgerückteren Jahren, in allzu dekolletierter Toilette, die Bewegungen knabenhaft eckig, mit grellrot geschminkten Lippen, von denen die fahle Blässe des nicht unintereffanten Gesichts um so stärker abstach. Sie fang mit dünner Stimme einige sehr traurige Pariser Lieder, von der kleinen Arbeiterin, die liebte, küßte und dann Hungers starb u. a. Die Wiener, die von einer Brettldiva mehr verlangen, waren sehr enttäuscht, der Beifall klang sehr matt und auch ein kräftiges „Pfui Teufe l" ließ sich hören. Diese Kaiserin wird in Wien wenig Leute finden, die ihr huldigen werden, und wenn sie ihr Reich der Sahara baldigst aufsuchen sollte, wird sie vom Wiener Varietöpublikum kaum zurückgehalten werden.
* Eine teure Ecke. Unter dieser Spitzmarke wurde kürzlich über den Verkaufspreis eines an der Ecke der Leipziger- und Friedrichstraße in Berlin be- legenen Grundstückes berichtet. Danach stellte sich der für die Quadratrute geforderte Preis auf 60000 Mark. Auf den preußischen Morgen berechnet, würde sich die Summe von fast 11 Millionen Mark ergeben. Wie „armselig" nimmt sich jedoch dieser Rekordpreis der teuersten Berliner Ecke aus, wenn man damit die GrundftückSpreise im Wallstreet-Biertel, der lebhaftesten Geschäftsgegend New-Dorks, vergleicht! So gelangte vor kurzem ein an der Ecke von Wallstreet und Broadway gegenüber der Trinity Church belegeneS etwa 1 Ar großes Grundstück zum Verkauf, für welches nicht weniger als 700000 Dollars — fast drei Millionen Mark — gefordert und auch bezahlt wurden. Das würde also für den preußischen Morgen die horrende Summe von mehr als 70 Millionen Mark bedeuten. — Auch zur Geschichte der Preisentwicklung des groß- oder richtiger weltstädtischen Bodens bietet das erwähnte New-Aorker Grundstück intereffante Belege. Als es zum ersten Male zu Anfang des 18. Jahrhunderts — soweit reicht die Kenntnis des Grundbuches — seinen Eigentümer wechselte, bezifferte sich der Verkaufspreis auf 2060 Mark. Im Februar 1748 war er auf 5200 Mark. Zehn Jahre später auf 8000 Mark und im Jahre 1780 bereits auf 20000 Mark gestiegen. Die letzte Fortschreibung erfolgte am 27. April 1827, wo das Grundstück für rund 75000 Mark verkauft wurde. Seitdem ist es beständig im Besitze ein und derselben Familie geblieben. Der letzte Eigentümer, ein New-Yorker Rechtsanwalt Bejamin I. Silli- man, der im Jahre 1901 starb, fand 3 Jahre vor seinem Tode einen Käufer, der das Grundstück für den Preis von l8/4 Millionen Mark erstehen wollte. Aber der Kauf zerschlug sich, weil der Käufer im letzten Augenblick anderen Sinnes wurde. Nunmehr, nach 7 Jahren, erzielte das Grundstück einen Verkaufspreis von rund 3 Millionen Mark. Die man sieht, ist man uns, wenigstens was die Höhe der Grundstückspreise anbelangt, im Lande der sky-scrapers noch entschieden „übet".
• New-Dork, 19. Juli. Das größte schwim. mende Dock, welches bisher gebaut wurde, ist fertig gestellt und wird demnächst nach Cavite auf den Philippinen gebracht werden. Es ist darauf berechnet, Schiffe von 16 bis 20000 Tonnen Gehalt aufzunehmen, wiegt 10600 Tonnen und hat eine Wasserverdrängung von 35129 Tonnen.
* Kleine TageSchronik. Die wegen Giftmordes, begangen an ihrem Ehemann, verurteilte Pelagia Pawlak wurde am 19. d. M. in Posen h i n g e r i ch t e t. — Zwischen Paris und A v r i c o u r t rannte an einer abschüssigen Stelle ein Automobil gegen einen Baum. Der Führer sowie der im Wagen befindliche Unterpräfekt von Epernay wurden schwer verletzt. — Blättermeldungen zufolge hat der 93einfier Anton sich sowohl auS Geldsorge als infolge eines Liebesromans das Leben genommen. Trotz seiner 67 Jahre hatte er mit einer jungen Dame ein Liebesverhältnis, das vor einigen Tagen unglücklich endete. — Im Pilgerhause des galizischen Wallfahrtsortes K o ch a n o w a entstand infolge blinden Feuerlärms eine große Panik, wobei ein Wallfahrer getötet und zahlreiche verwundet wurden. — In Athen erschoß sich die 22jährige bildschöne T o ch t e r des Geüerals Smolenski Ralla, weil sie angeblich die u n - menschliche Behandlung durch ihren Pater nicht mehr ertragen konnte. — In N ew -Port sind wieder ernste Straßen» kampfe zwischen Weißen und Schwarzen ausgebrochen, die zahlreiche Opfer forderten, darunter mehrere Polizisten.
Spi fplan
des Großherzoglichen Kurtheaters Bad-Rauheim.
Direktion Hermann Steingoetter.
Montag den 24. Juli: Gastspiel des Hrn. W. v. Haxthausen vom Theater des Westens in Berlin. Unter Mitwirkung der Kurkapelle: „Tie Fledermaus." Operette von Johann Strauß. Donnerstag den 27. Juli: Gastspiel von Mme. Charlotte Wiehe: „Paris." Dazu: „Durchs Ohr." Lustspiel von W i l h. Jordan. Samstag den 29. Juli: Unter Mitwirkung der Kurkapelle : „Boccaccio." Komische Operette von F. Zeller und R. Gense.
Kundtk m d Merket r. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 19. Juli 1905.
(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2*/6 Prozent.
Anfangs- u. Schlußkurse.
Oest. Kredit .... 206.40 206.40
Deutsche Bank . . . 238.50 238.75
Darmstädter Bank . . 145.00 145.10
Bochumer Guß . . . 252.75 252.50
Harpener Bergbau . . 218.60 218.75
Tendenz: fest.
— Russische Schiffskäufe. Die Anwesenheit des russischen Verkehrsministers Chilkow in Hamburg wurde mit großen russischen Schiffskäusen, refp. Bestellungen in Verbmdung gebracht. Die Gerüchte von Käufen bei der Packet- fahrt-Gcscllschaft erwiesen sich als unzutreffend. Die Hamburger Reise des Ministers bezweckt lediglich den Abschluß eines inner- sibirischen Leichlergeschäfts von etwa 600000 Mk. Die Steigerung in Schiffahrts-Aktien ist also nur nuf guten Geschäftsgang zurück- zuführen.
— R u s s i s ch e W e r t e. An der gestrigen Mittagbörse waren Russische Fonds reichlich geboten und niedriger auf die Aeußerungen Witte's. Tie Börse ist in ihrer Zuversicht, daß die Friedensverhandlungen ganz gesichert sind, dadurch etwas abaekommen.
Märkte.
th. Gießen, 19. Juli. Ter diesjährige V i e h m a r k t hatte einen Auftrieb von etwa 1200 Stück Großvieh, 250 Kälber und 600-700 Schweinen. Es fehlte schon beim Vormarkt nicht an Reflektanten auf gute Milchware, besonders die Käufer für Frankfurt und die Bäder konnten den größten Teil ihres Bedarfs in dieser Viehgattung nur am Hauptmarkt decken und legten dafür gute Preise an. Ganz schwere Milchkühe wurden sogar außer- aewöhnlich hoch bezahlt, da hierin die Nachfrage bei weitem dea Vorrat übertraf. Ter Handel in Ochsen und jungen Stieren, von welch letztern ein verhältnismäßig starker Transport zum Verkauf stand, war jedoch gedrückt, da im Hauptabsatzgebiet für diese Ware, im Siegerlande und Rheinhessen, die Futteraussichten wenig verlockend zu sein scheinen. Ter Markt in Fettvieh war recht gut, da auch unsere heimischen Metzger ihren Bedarf decken mußten, dagegen ließ der Kälbermarkt sehr zu wünschen übrig; die Hauptabnehmer, Frankfurter und Wiesbadener Händler, fehlten am Markt. TaS Geschäft in Schweinen wollte sich überhaupt erst nicht entwickeln; das drohende Wetter scheint die Kundschaft abgehalten zu haben, an den Markt zu kommen. Erst gegen Mittag wurde der Handel lebhaft, doch blieb der Markt überständig. Die Preise für Schweine waren, wie schon bei den letzten Markten, wieder recht hoch. Gehandelt wurden: Kühe frisch melkend und tragend per Stück 1. Qual. 400-520 Mk. (einzelne Tiere bi? 550 Mk.), 2. Qual. 390-440 Mk., 3. Qual. 300—375 Mk.; Ochsen pro Paar 1. Qual. 860—920 Mk. (einzelne Paare bis 950 Mk.), 2. Qualität 760-825 Mk., 3. Qual. 680—740 Mk.: fette Rinder pro Zentner Schlachtgewicht 1. Qual. 69—73 Mk., 2. Qual. 66—68 Mk.: fette Kühe 67—69 Mk. Verkauft wurden pro Ztr. Schlachtgewicht: Kälber 1. Qual, (über 50 Pfd. schwer) 68-72 Mk., 2. Qualität (zwischen 40-50 Pfd. wiegend) 62—66 Mk., 3. Qual, (leichtere Tiere) 58-60 Mk. Die Preise für Schweine waren dieselben wie am letzten Markt. Nächste Markttage 1. und 2. August d. I.; am zweiten Tage auch Krämermarkt.
Smitt (<ß<i ft.
Budapest, 19. Infi. Nach dem Saaten standbericht vom 15. d. Mts. werden die Er-träqniffe folgendermaßen geschätzt: Weizen 41,40 Millionen, Roggen 13,39 Millionen, Gerste 12,75 Mill., Hafer 11,5 Millionen Meterrentner. Die MaiSpflanze steht kräftig, bedarf aber wie auch die übrigen Hackfrüchte, Tabak, Zucker- und Futterrüben und Hülsenfrüchte dringend deS Regens. Der Weinstock steht gut. Obst steht ziemlich gut. Sämtliche Pflanzen versprechen em nute? ErträcmiS. Heute rennet e» im ganzen Lande.
J-raelitische Religion-gemeinde.
Hollrsdien» in der (Südansage).
Samstag den 22. Juli 1905t Vorabend: 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr.
SchristcrllSruug.
SabbathauSamtn 9.15 Uhr. '
KursbeHoht.
"Frankfurt a. M.,
3Ve% Reichsanleihe . . 101.25 8% do. ... 90.30 3V,% Konsole .... 101.40 R0/n do......90.25
S*/a% Hessen .... 00.00 3h, % Oberhossen . . . 99.00 4% Oesterr. Goldrente . . 101.55 4’/b% Oesterr. Silberronte . 101.00 4% Ungar. Goldrente . . 98.15 4°/ Italien. Rente , . . 106.30
19. Juli Offizielle Sohhisskurse.
3% Mexikaner . . . 67.90
41/."/. Chinesen .... 96.75 Electric. Rohuckert . , . 136 95 Nordd. Lloyd . . . . 124.70
Kreditaktien ..... 206 90 Diskonto-Kommandit. . 189 75
Darmstädter Bank . . . 145 00 Dresdener Bank .... 15690 Berliner Handelndes . . 169.90 Oesterr. Staatsbahn . . . 143 50
4 % Portugieser I . . . 66.90
3°/ Portnpieaen. IH . . 67.20
1% Unif. Türken . . . 88.70
Türkenlose......134.40
4% Orieoh. Monopol.-Anl. 53.25 41/,°/0 äussere Argentiner . 44.35
Lombarden.....18 20
Gotthardbalm ..... 186.50
LaurahOtto ..... 261.00
Bochnm ..... . 253.30
Harpener . - » . . 218 60
St.n atschatzscheine . . . 100.60 fest.
Tendenz:
Blendend weiße Wäsche,
sparniS an Zeit und Kraft, Schonung der Stoffe, sind die Haupt- Vorzüge de? berühmten Dr. ThompsonS Seifenpulver, Marke Schwan. Beweis: Millionen o*n Hausfrauen gebrauchen es täg- Uch. — Ueberall zu haben.


