Nr. 4Ä
Drittes Blatt
1SL. Jahrgang
Samstag 18. Februar 1905
Gietzener Anzeiger
Erscheint ttt-Nch mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Liehen
Die „Eietzener Lamilienblatter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt Der -Hessische Landwirt* erscheint monatlich einmal.
Redaktton, Expedition u.Druckerei: Schulstr.V. Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr. 1 Anzeiger Gießen,
Roiattonsdruck und Verlag der Brüh lachen Unwersitätsdruckeret R. Lange, Gieße«.
Niederländisch Indien ufw. Brasilien
Vereinigte Staaten von Amerika Niederlande
Domin. Republik Türkei Kolumbien Kuba
Bei der äußerst starken Konkurrenz der Zigarrenfabriken wird auch beim Einkauf des Rohstoffes immer mehr zu sparen gesucht. In vielen Betrieben zeigt sich bei der Verarbeitung des Materials ein Vorherrschen der kleinen Tabakblätter, und zwar gilt dies sowohl von dem Materiale, das zum Wickeln verwendet wird, als auch vom Deckblatte. Von den verschiedenen Sortierungen der nämlichen ^Qualität bevorzugt man also die billigeren. Die kleinen Blätter bedeuten aber für die Arbeiter eine Erschwerung der Herstellung. Eine bestimmte Menge kleiner Blätter nimmt viel längere Zeit zum Entrippen in Anspruch, als die nämliche Menge Tabak, wenn er aus großen Blättern besteht. Ebenso sind aus großen Vollblättern leichter Decker zu schneiden, als aus kleinen. Ganz besonders schlimm sieht es bei der Fabrikation der billigsten Zigarren aus, wo die verwendeten Blätter sehr häufig noch große Löcher ausweisen, oder aber so klein sind, daß beim Aufsetzen des Deckblattes gestückelt werden muß. Die Größe der Tabakblätter spielt daher für den Verdienst der Arbeiter eine große Rolle. Wird dem Arbeiter Material erster'Sortierung geliefert, so verdient er bei einem geringeren Satze pro 1000 Stück in der Woche weit mehr als bei einem höheren Satz, zu dem aber kleinere Blätter verarbeitet werden müssen. Es läßt sich nun zrpar nicht leugnen, daß die Sätze pro 1000 Stück in letzter Zeit wieder im Anziehen begriffen sind. Es märe aber verkehrt, daraus schon ohne weiteres auf eine Besserung der Lohnverhältnisse zu schließen. Es wirb dies zum Teil von den Arbeitern direkt bestritten, eben unter Hinweis darauf, daß dort, wo die Lohnsätze gestiegen sind, meist immer auch eine Erschwerung in der Verarbeitung des Tabake eingetreten sei. Das Einkommen der Arbeiter hat sich vielmehr bis jetzt in der Hauptsache nur dadurch gesteigert, daß wieder ununterbrochen voll gearbeitet werden konnte. Die Lohnsummen, die in den einzelnen Betrieben ausgezahlt werden, stiegen außerdem cutch noch infolge der Vermehrung der Zahl der Beschäftigten."
*
Beschäftigungsgrad im Haöakgervelöe.
Die „Arbeitskorrespondenz" verbreitet nachstehenden Artikel:
„Der gute Beschäftigungsgrad, mit dem das Vorjahr geendet hat, hält auch im laufenden Jahre im Tabakgewerbe an. Das Weihnachtsgeschäft, das über Erwarten gut ausgefallen war, hatte für die Fabrikation neue umfangreiche Aufträge im" Gefolge. Nicht nur im Inland war während des vergangenen Jahres der Absatz sehr günstig, auch der Export steigerte sich wieder, der namentlich in Zigarren tm Jahre 1903 zurückgegangen war. Die Ausfuhr von Zigarren stieg von 3622 Doppelzentnern im Jahre 1903 auf 4321 im Jahre 1904. Dem Werte nach stieg die Ausfuhr von 3,7 auf 4,2 Millionen Mark. Damit ist die Ausfuhr stärker gewachsen als die Einfuhr, die noch nicht wieder so groß ist wie im Jahre 1902. Vor allem geht die Einfuhr von Zigarren aus Kuba von Jahr zu Jahr zurück. Sie betrug im Jahre 1902 1357 Doppelzentner gegen 1281 im Jahre 1903 und nur 1248 im Jahre 1904. Der Wert der Zigarreneinfuhr stieg von 7,2 Millionen Mark im Jahre 1903 auf 7,5 im vergangenen Jahre. Bei Zigaretten ist der Export gegenüber der Emfuhr verschwindend. Während die Einfuhr von Zigaretten dem Werte nach von 8,87 Millionen Mark im Jahre 1903 auf 10,81 im Jahre 1904 gestiegen ist, ging die Ausfuhr von 0,79 auf 0,73 Millionen Mark zurück.
Der regere Geschäftsgang in der Zigarrensabrikation hat einen erhöhten Import ck'vn Rohtabak zur Folge gehabt. Die Einfuhr von unbearbeiteten Tabakblättern stieg von 604 707 Doppelzentner im Werte von 90,3 Mill. Mk. im Jahre 1903 auf 631 491 Doppelzentner im Werte von 94,09 Mill. Mk. im Jahre 1904. Die Einfuhr aus den hauptsächlichsten Bezugsländ^w gestaltete sich in den beiden letzten Jahren wie folgt:
1903
1904
Doppelzentner
209 757
220 482
123 375
127 388
86 444
90 941
54 503
58 497
39 230
37 795
30 333
32 335
20 387
19 916
11223
14 358
Diese Mitteilungen schienen uns nach allem dem. Was Wir in letzter Zeit aus den Kreisen der Gießener Tuba tindustrie gehört haben, den tatsächlichen Verhältnissen keineswegs Ur entsprechen, und wir haben uns daher an einen unserer größten Fabrikanten, mit der Bitte gewandt. sie einer kritischen Durchsicht zu unterziehen. Dieser Herr schreibt uns nun, daß er die angeführten Zahlen im Augenblick nicht nachzuprüfen in der Lage sei, dagegen die diese begleitende Schilderung nicht nur für Gießen, sondern auch für die meisten anderen Bezirke als unzutreffend bezeichnen müsse. Er fährt dann fort:
Die Beschäftigung der Zigarren-Jndustrie war im vergangenen Aafrr int allgemeinen wohl etwas besser (vielerorts wurde auch sehr geklagt) wie in den vorhergehenden Perioden, die unter dem auf Deutschland lastenden wirtschaftlichen Truck empfindlich litten und in denen.sim starke Zurückhaltung im Einkauf von Zigarren fühlbar machte. Das Weihnachts-Geschäft bringt der Fabrikation alljährlich eine Heine Belebung, und so war cs auch diesmal; von über Erwarten günstig kann indes nicht gesprochen werden, ebensowenig ist es richtig von einem gnten Be'chüftigungsgrad. im laufen den Jahre zu reden, da der Januar auch jetzt wieder die übliche A b f l a u ung gebracht hat. Eine kleine Steigerung im Export von Zigarren mag Platz gegriffen haben; die ganze Ausfuhr ist aber so unbe Deutend, das; man jie fast unberücksichtigt lassen kann. Sie beträgt kaum neyr denn 1 Prozent der Herstellung und besteht
zum großen Teil aus Lieferungen an Regiestaaten, die selbst nicht in der Lage sind, genügende Quantitäten oder Qualitäten herzustellen; zum weiteren Teil dient sie der Deckung des Bedarfes unserer Truppen in China und Südwest-Afrika. Fallen diese Umstände weg, so ist es um unfern Export schwach bestellt. Bei der Ausfuhr kommt mehr die Kvnsumzigarre in Frage, bei der Einfuhr dagegen die bessere, die Havana- und Brasil-Zigarre, deren Verbrauch durch den Preis beschränkt ist, und es kann deshalb nicht Wunder nehmen, wenn die I m p o r t z i f f e r n nur in bescheidenem Maße — dem Wachstum der oberen Zehntausend entsprechend — stiegen. Immerhin_ ist es bei der Leistungsfähigkeit der deutschen Zigarren^Jndustrie bedauerlich genug, daß wir von einem Export von 4,2 und einem Import von 7,5 Millionen Mark reden müssen.
Produktionserhebungen des deutschen Tabaksvereins haben ergeben, daß seit 1898 die Zigarrenfabrikation hinter dem Zuwachs der Bevölkerung zurückgeblieben ist, während sich die Zigarettenfabrikation in dem gleichen Zeitraum nahezu verdreifachte.
Aus einer Erhöhung des Rohtabakimports auf regeren Geschäftsgang Schlüsse zu ziehen, ist auch ein reckst gewagtes Experiment, denn, abgesehen von mehr oder minder großen Tabakvorräten int einen oder anderen Jahre, schon allein in dem Maße des Rückganges der deutschen Tabakproduktion — und dieser liegt infolge vielfacher Vernachlässigung des heimischen Gewächses durch den Produzenten vor — muß sich die Einfuhr der Auslandstabake steigern. Außerdem richten sich die Zufuhren nach den sehr erheblichen Schwankungen unterworfenen Ernten.
Die die praktische Fabrikation berührenden Mitteilungen der Dr. Jastrow'schen Korrespondenz gehen nur vom Arbeiterstand p u n k t aus, die für den Fabrikanten sich ergebenden Schwierigkeiten werden garnicht berücksichtigt, und doch sind sie bei der heutigen Fabrikationsart ganz außerordentliche. Während früher der Abnehmer nach der Qualitätsware des Fabrikanten, die nach des letzteren Ideen hergestellt war, ohne weiteres griff, ist diente das Ziel des Herstellers nur darauf gerichtet, den gesteigerten Wünschen der Verbraucher nachzukommen und ihnen selbst auf das Gebiet der Modetorheiten zu folgen. Bezeichnend genug ist es, daß selbst die hartnäckigsten Bekämpfer dieser Richtung schließlich nachgeben und Fabrikate, an die sie selbst, nur mit Widerwillen herangingen, Herstellen mußten, um nicht ihr Absatzgebiet zu verlieren. Ob er große oder kleine Tabake arbeiten will, ist deshalb auch nicht in das Belieben des Fabrikanten gestellt; er muß das arbeiten, was von feiten der Verbraucher verlangt wird hinsichtlich der Farben und des Geschmackes. Nur auch diesen Gesichtspunkten heraus vollzieht sich der Einkauf des Rohmaterials, der bei dem beschränkten Angebot passenden Materials oft. sauer genug wird. Findet der Fabrikant Geschmack und Farben in einem größeren Tabak, der der Preislage seines Fabrikates entspricht, so wird er ihn lieber verarbeiten lassen, wie kleineren, denn er hat fein Interesse daran, sich kurze wertlosere Einlage zu schaffen und erhöhte Löhne zu zahlen, die sich bei größerem Material späterhin auch nicht mehr reduzieren lassen.
Tie Verarbeitung von Stückblatt (durch Hagelschlag und sonstige Vorkommnisse gelöchertes Blatt) für Teckzwecke geht von Jahr zu Jahr zurück, dagegen ist sie als Umblatt mangels geeigneten Ersatzes garnicht zu vermeiden. Erwähnt sei hierbei noch, daß sich infolge der oft unreellen Packungsart, insbesondere auf Sumatra, Stückblätter vielfach in Vollblattsortierungen finden und von den Arbeitern solche dann falsch bewertet werden.
Taß sich eine Verbesserung d e r E i n k o m m e n der Arbeiter nur vollzogen haben soll durch vermehrte Arbeitsgelegenheit, muß auch bestritten werden. Löhne wie Einkommen sind zum Teil sogar recht beträchtlich gestiegen und man findet heute weibliche Arbeiter (und das sind es ja in der .Hauptsache) in der Zigarrenbranche mit einem Verdienst, an den vor Jahren niemand dachte.
Aetwaltungsöerichr der Bürgermeisterei Kietzen sm das Rechnungsjahr 1903.
IIL
Nach Artikel 55 und 56 der Städteordnung, heißt es Leiter im Bericht, soll die Handhabung der Orts Polizei in der Regel dem Bürgermeister übertragen werden. Abweichend von dieser gesetzlichen Bestimmung ist die Leitung der hiesigen Polizei seit langen Jahren einem besonderen staatlich angestellten Beamten übertragen. Ausgenommen hiervon sind die Feldpolizei, Baupolizei, Feuer- und Feuerlöschpolizei, Schlachthaus- und Wasenpolizei, Friedhofs- und Beerdigungspolizei, Armenpolizei und Schulpolizei, welche in 1889 bezw. 1898 auf wiederholtes Ansuchen dem Bürgermeister übertragen wurden. Auf den unterm 24. März 1902 infolge eines Beschlusses der Stadt- verordneten-Versammlung gestellten Antrag, auch die- üb r i g en Zw e i g e der Polizei, wie in den anderen hessischen Städten, mit Ausnahme der Residenz, dem Bürgermeister zü übertragen, ist leider eine Entscheid un g Gr o ß h. M in r st e r in m s noch nicht eingegangen.
Was das Unterrichts- und Schulwesen anlangt, so wird berichtet, daß für das. Gymnasium ein, städtischer Zuschuß von 3585,54 Mark, für das Realgymnasium mit Realschule und Vorschule ein solcher vonj 28 391,99 Mark erforderlich war.
Auch im Winter 1903/04 und zwar vom 1. Dezember 1903 bis 15. März 1904 wurde es möglich, an 160 bed- dürftige Schüler, welche vom Schulärzte und den Klassenlehrern in Vorschlag gebracht worden waren, ein, warmes F r ü hstück, bestehend in i/i Liter Milch und einem Brötchen, zu verabreichen, was einen sehr günstigen Einfluß aus die beteiligten Kinder ausübte. Dieses warme Frühstück verursachte eine Ausgabe von 762,69 Mark. Diese und Oie gleiche Ausgabe bei der S t a d t m ä d ch e n s ch u l e (für 180 Mdchen) konnten bestritten werden aus den Zinsen der Konrad Koch-Stiftung mit 350 Mark, dem Ertrag eines Konzerts des Kronbauerschen Quartettvereins in Swije von 1014,06 Mark, wovon 1000 Mark verzinslich angelegt wurden, dem Ertrag zweier Konzerte der 2. Gießer B u m b a ß - G c s e l l s ch a f t in Höhe von 848,20 Mk. und aus den für diesen Zweck zur Verfügung gestellten Ueberschüssen aus festlichen Veranstaltttugen verschiedenen Vereine in Höhe von 191/56 Mark. Für diese Gaben wird der Dank der Stadt zum Ausdruck gebracht.
Das Lahn- u n d S ch u l b a d wurde im Sommer 1903 von 482 Schülern aus deu oberen 5 Klassen — wöchentlich zweimal — benutzt; int ganzen wurden 5304 Bäder genommen, sodaß a.uf einen Schüler 12 Bäder kommen. Int Winter tritt austelle des Lahnbades das im Unter* ae chotz der Stadtknabens chnle eingerichtete Brause
bad. Hier baden die Schüler der 6 oberen Klassen und zwar jede Klasse wöchentlich einmal. Die Zahl der badenden! Schüler betrug im Winter 1903/04; 468. Tie Aufsicht und Hilfeleistung beim Lahn- und Brausebad wird durch denj Schuldiener besorgt.
Bezüglich der Tätigkeit der Bauäntter wirdl folgendes bemerkt: Im Hochbauamt wurden im Berichtsjahr 2678 Schriftstücke erledigt, 1342 weniger als im Vorjahr, in welchem die Trennung des Stadtbauamtes in Hoch- uud Tiefbauamt erfolgte. Im Tiefbauamt wurden 1949i Schriftstücke erledigt.
In derStratzenreiuiguug waren durchschnittlich 36 Mann beschäftigt, denen 29 508.47 Mk. Lohn ausgezahlt wurden. Alt Straßenkehricht wurden gewonnen 1649,21 Kubikmeter. Die Kosten der Abfuhr stellten sich auf 1815,04 Mark. Die Abfuhr von Hausmüll belief sich auf rund 5500 Kubikmeter und verursachte einen Kostenaufwand von 4545.60 Mk. Die Gesamtkosten der Straßenreinigung bo trugen somit 35 870.01 Mk. Tie Fuhr- und Taglohnkosten; usw. für das Besprengen der Straßen beliefert sich auf 3309.08 Mark.
Die zu unterhaltenden städtischen Straßen) hatten am 31. März 1904 eine Gesamtlänge von rund 30 Kilometer, die chgussierten Feldwege eine solche von! 10 666 Kilometer, also insgesamt 40666 Kilometer, bereit Unterhaltung einen Kostenaufwand vojn 34 471.08 MarL erforderte.
Zu den Siel bauten wird der Verlauf der Arbeiten! im Berichtsjahr genau dargelegt. Insgesamt waren seit Baubeginn ausgeführt: 1950 Meter Mauerkanäle, 3165 Meter Zementrohrkanäle, 4495 Meter Steinzeugkanäle., Hiervon sind im Berichtsjahre gebaut worden: 1110 Meter Mauerkanäle, 925 Meter Zementrohrkänäle, 3670 Meter! Steinzeugkanäle.
Für den Stadt erweitern ugsfonds hat diü Stadt ein reines Vermögen von 175 352 Mk. gegenüber 167 917 Mk. im Vorjahr.
Ueber den st ä d t. S ch 1 a ch t h o f wird folgendes gesagt: Mit dem 1. April 1903 ist das Reichs Gesetz vom 3. Juni 1900 über die Schlachtvieh- und Fleischbeschau, sowie das Hess. Aussührungsgesetz hierzu in kraft getreten und damit die schon lauge erwünschten einheitlichen Vorschriften über! die Ausübung der Fleischbeschau. für das ganze Deutsche Reich gegeben worden. Im srädl. Schlachthof wurden im Berichtsjahr geschlachtet und der Fleischbeschau unterworfen :
Tier g
a
t u n
9
1902 Stück
1903 Stück
Ochsen . .
M.
A A
A A 4
. 1313
1274
Fasel ♦ .
A A
A A A
. 141
142
Kühe . . ♦
A A
■ A A
308
285
Rurder . .
£ A
. 776
720
Stiere . .
. 497
510
Pferde . .
<
A A
A
136
116
Kälber . .
. 6 357
6 240
Schweine .
A
A A
A A A
,w 9 757
10 627
Hämmel
A
■ A
A A A
. 780
840
Schafe . .
A
A A
A A A
. 214
279
Ziegen . .
A A A
8
10
Summe 20 397 21043
Aus dem Betrieb des Schlachthauses wrtrden 32523 Mark Einnahmen erzielt, denen 27 999 Mark Ausgabe gegenüberstehen. Aus der Fleischbeschau ergaben sich 7500 Mark Einnahme und 5333 Mark Ausgabe.
Kandel und DerLeijr. Woliiswirrschaft.
R e i ch s b a n k. Am 1. März wird in Freiburg i. Schleff eine von der Reichsbarckuebenstelle tu Schweidnitz abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. — Rach dein 20 ö. Mts. fällige Wechsel auf die Stadt Stadtamhof und die beiden Gemeinden Steinweg. und R e i n h a u s e n (Nachbarorte von Regensburg) werden, von jetzt ab von der Reichsbank angefamt oder zur Einziehung übernommen. Sie sind an die Reichsbanknebenstelle in Regensburg zu girieren.
Düsseldorf, 16. Febr. Ueber die geschäftliche Tätigkeit des Stahlwerksvcrbandes wird berichtet: Tas Julands- geschäst in Halbzeug stand in den letzten vier Wochen ebenso wie der Versand an Eiseubahurnaterial unter dem Zeichen des Streiks der Bergarbeiter. Trotzdem war tm, Monat Januar die Abnahme an Rohstahl mit 127 582 Tonnen entsprechend gut; insbesondere im Verhältnis zu dem gleicheit Monat des Vorjahres, in welchem der Versand 108 971 Tonnen betrug. Ter Verband war in der Lage, seinen Lieferungsverpflichtungen voll und ganz nachzukommen. Tas Exportgeschäft lag in letzter Zeit ziemlich still. Mit Ausnahme von Rillenschienen konnte im Ex-, portgeschäst Aufbesserung in den Preisett staLffinden. dagegen ließ der Absatz zu raünschen übrig. Ter Bedarf an Formeisen im Inland ist für die ersten vier Monate dieses Jahres in der Hauptsache gedeckt, insbesondere auf dem süddeutschen Absatzgebiet. Int Exportgeschäft hat sich die all gern eilte Lage freundlicher gestaltet mW eine Answärtsbewegimg hat eingesetzt. Tic Preiserhöhung hält an. In den nordischen Ländern ist das Geschäft allgemein ruhig, ebenso in bett südlichen und in den Tonauländern.
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