Knibtatä mrtm einige 20 Zengen und zwei Sachverständige
Ausbeuten 1903:
tteit wo
214.25
243.62
152.50
260.75
225.12
Zeugen ging fcrörrr, daß neuerdings zwischen der Gräfin Mon- tignoso und ihrem früheren Gemahl ein Uebereinkommen dahin zustande gekommen ist, daß die Gräfin die kleine Prinzessin Monica am 1. Mai 1906 zurückgibt, wogegen ihr gestattet wird, ihre Kinder von Zeit zu Zeit zu
Oest. Kredit .... 214.20
Deutsche Bank .. . . 243.70
Darmstädter Bank . . 152.80
Bochumer Guß . . . 260.50
Harpener Bergbau . . 224.80
Tendenz: Ziemlich fest.
Erz-K uxe.
F e r n i e. Angebot 4550, Nachsrage —. 225; 1904: 300.
Märkte.
Sandet und Verkehr. Volkswirtschaft.
Berliner Börse vom 2. Oktober 1905.
(Mitgetcilr von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 81/, Prozent.
Anfangs- u. Schlußkurse.
Arbeiterbewegung.
Berlin, 2, Okt. Der Betrieb der großen Berliner Straßem b a h n wird trotz des Streiks derElektrizitätsarbeiter aufrecht erhalten und auch die Straßenbeleuchtung keine Unterbrechung erleiden. Tie Straßenbahn hat indessen ihren Betrieb auf einzelnen Linien eingeschränkt. Heute morgen sind Feuerwehrleute zur Dienstleistung bei den Elektrizitätsfirmen abkommandiert worden. Sie werden hauptsächlich als Kohlenschipper verwendet und verrichten die Arbeit in Zwikleidimg. Militärische Hilfe ist bisher nicht herangezogen worden. Die heute unter Vorsitz des Maqistratsrates von'Schulz fortgesetzten Einigungsversuche zwischen den am Streik beteiligten Elektrizitätssirmen und den ausständigen Arbeitern haben zu einem Ergebnis noch nicht geführt, da beide Teile auf ihren: bisherigen Standpunkt beharren. Schulz bezeichnete die Einigungsoersuche als vorläufig gescheitert und vertagte die Besprechungen auf u n b e st i m m t e Zeit. Heute früh war die Durchführung des Streiks unvollständig, doch rechne:: den Blättennetdungen zufolge die Arbeiterkreise darauf, daß morgen der Streik vollständig durchgeführt ist.
Kericgtssaal.
Darmstadt, 30. Sept. Das Kriegsgericht hat den Musketier KrauS von der 5. Komp. 118. Rgts. in Worms, der in einer Manöverlaune einen Befehl eines Gefreiten nicht befolgt, den Gefreiten mit Schimpfworten belegt und mit der Faust vor die Brust gestoßen hatte, wegen tätlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten, Gehorsamsverweigerung und Achtungsverletzung zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt.
8ä. D a r m st a d t, 1. Okt. EinbrutalesSittlichkeits- verbrechen fand gestern vor dem Schwurgericht seine Sühne. Am Sonntag, 23. Jul: d. Js., abends gegen 7 Uhr, wurde im Walde nabe der Jdjeppen Allee" ein L:ebespärchen von drei Burschen überfallen, der Mann in die Flucht geschlagen und das Mädchen vergewaltigt. Einer der drei ist siüchtig geworden, die beiden anderen standen gestern vor dem Schwurgericht. Es sind der 29jährige Weißbinder Karl Trietsch und der 26jährige Taglöhner Heinr. Seibert, beide hier wohnhaft. In der Verhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattsand, wurden beide 9(n> geklagte schuldig befunden und zu je vier JahrenZuchthatis verurteilt. Zwei Monate Untersuchungshaft werden ihnen an- gerechnet.
fc. Mainz, 1. Okt. Der 20jährige Heinrich Josef Madavid hatte im Mai, als er im Krematorium mit Aufräumungs- arbeiken beschäftigt war, die Gelegenheit benutzt, um 35 Kreuze zu demolieren, die Figuren des Gekreuzigten zu zerschlagen und als attes Eise>: zu verkaufen. Er wurde vom Schöffengericht zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.
Hanau, 28. Sept. Unter der Anklage des schweren
Red Star Linie.
Ter Postdampfer „Finland" der Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 25. Sept, wohlbehalten in New-Pork angekommen.
Kunst und Wissenschaft.
— Vom Darmstädter K u n st l e b e n. Heber Neuheiten und Neueinstudierungen des Hostheaters in Darmstadt wird uns olgendes mitgeteilt: Im Schauspiel stehen u. a. folgende Auf- ührungen in Aussicht: „Hedda Gabler"' und „Die Wildente von Ibsen, „Die Brüder von St. Bernhard" von Ohorn, Sudermanns Schauspiel „Stein unter Steinen" und eine neue Tragödie „Berg des Aergernisses" von Dr. Lilienfein, ferner das Lust- piel „Sein Alibi" von Wolter und „Der Helfer" von Philipp:. In der Oper find in Vorbereitung die Werke „Boheme" von Pnccini, „Feodora" von Givrdano und „Die Abreise" von d'Albert. Neu einstudiert werden zunächst „Tristan und Isolde" von Wagner, „Der Barbier von Bagdad" von Cornelius, sowie die Mozart-Opern „Jdomeneo", „Titus" und „Cofi fan tutte" gegeben, die alsdann mit den anderen Repertoire-Opern des Meisters Vereint, im Januar, zu Mozarts 150 jährigem Geburtstag im Zyklus erscheinen sollen. — Das Programm des Richar d Wagner-Vereins für die Wintersaison lautet: 20. Okt.: Karl Hallwacbs, Hugo Wolf-Abend: 1. Dez.: „Das Wesen der musikalischen Romantik" lvon Bach bis Debussy), Vortrag mit Erläuterungen am Klavier von Dr. Otto Neitzel aus Köln; 15. Dez.: Johannes Brahms-Wend von Dr. Ludwig Wüllner aits Köln: 25. Jan: Feier von Mozarts 150 jährigem Geburtstag (27. Jan.); 8. Febr.: Beethoven-Klavierabend von Edouard Risler aus Paris: 15. Febr.: Vortrag von Professor Henry Thode aus Heidelberg: „Die tragische Bühne von Bayreuth"; 29. März: Kvnzert des Münchener Knim-Orchesters; 23. April: Franz Liszt-Abend: 7. Mai: Arnold Mendelssohn-Wend.
— Schußmittel gegen die Gefahren der Elektrizität. Wie uns das Patent- und technische Bureau von M Holland in Dresden mitteilt, setzt das Komitee der Mailänder Ausstellung 1906 eine Prämie von 5000 Lire für einen einfachen und handlichen Apparat aus, welcher die Elektrizitätsarbeiter vor den Gefahren schützt, die ihnen bei der Arbeit durch die Berührung der Konduktoren erwachsen können.
m -Xx* haä <Sniife Die Diebstahls stand der 13jährige Schulknabe Schum
ermittelte nun, baß aus Kassel bei Selnfjaufcn vor der Strafkammer Der Junge die Kleine zuletzt beim Glaser Lotz im Hause gewesen war. hatte den Schreibtisch eines Gastwirts erbrochen, daraus Lotz bestritt auch 'entschieden, das Kind zu haben, eine g() entwendet und sich für das Geld em Fahrrad, einen
genaue ^G^de^Wolmun?"der""o^?rschien en und von Revolver usw. gekauft. Unter Zubilligung mildernder Um-
dLr^ b^alster Weift k!drosselt woLi'war. Sie hat stände verurteilte ihn nach der ,,Franks. Ztg." das Gericht das Kind in der Küche überfallen und ihm rnsi einem ^tua einer Woche Gefängnis. Er i|t schon seit früher Jugend Wäscheleine den Hals zugeschnürt 3)er ^k^mdmentote *krau verwaist und wird in der Gemeinde „umgehalten". Infolge- beim Umfallen desi and' X'dessen manuell ihm jegliche Erziehung, wa8 auch non dem
»‘ÄS Gericht in Betracht gezogen wurde. Auch ein Beitrag zur
dem Kind die Geldtasche ab, die 85 Mark enthielt und schleppte Waisenfürsorge auf dem Lande! — Im Krankenhause den Leichnam auf den Dackchoden, n>o fie ”ni natür(icb St. Vinzenz starb ein in Heldenbergen in Arbeit stehender,
«L aus Sachsen stammender Mann, namens Ltn d N e r, an einer
Grund zu der Mordtat befiagt, gab sie an,, daß sie mrt 'wem Kopfwunde, die von einem Schuß herrührte. Lindner Mann in schlechten Verhältnissen lebte und sich wurde in der Umgebung von Heldenbergen bewußtlos auf»
$eIb LÄs^Elt^Müll?? d^Anllag^wälnend'Herr Rechts- gefunden. Da er nicht mehr zum Bewußtsein kam und keine Bopp "die Verteidigung übernommen hatte. „ Zur Angaben hinterließ, so ist nicht möglich, festzustellen, wie der "" ..... —k Mann zu der Verwundung kam.
Stuttgart, 2. Okt. Vor dem hiesigen Schwurgericht stand heute die Änllage gegen den sozialdemokratischen Landtagsund Reichstagsabg. Keil wegen Beleidigung des Königs v 0 n S a ch s e n zur Verhandlung, die in einem am 23. Dezember 1904 erschienenen, auch in mehreren anderen sozialdemokratischen Blättern wiedergegebenen Artikel, betitelt „Die Königin auf d e m S ch u b'", gefunden wurde. Als Zeugen waren erschienen Generalmajor von Griegern, Polizeipräsident Köttig von Dresden und Polizeiinspektor Unger von Dresden, die übereinstimmend aussagten, daß die Gräfin M 0 n tign 0 s 0 bei ihrem unerwarteten Besuch in Dresden in durchaus korrekter und angemessener Weise behandelt worden sei, was diese auch in einem Dankschreiben an den Polizeipräsidenten ausdrücklich anerkannt habe. Trotzdem gelangte das Gericht zu einem frei- sprechenden Urteil hauptsächlich deshalb, weil der Angeklagte Nachweisen konnte, daß er besonderer Umstünde halber den Artikel vor seinem Erscheinen nicht gelesen hat. Aus den Aussagen der Zeugen ging hervor, daß neuerdings zwischen der Gräfin Mon-
sehen.
Leipzig, 2. Okt. DaS Reichsgericht verwarf die Re» Vision des Propstes Malzt zu Worms, der bekanntlich vom Landgericht Mainz am 10. April wegen SittlichkeitSverbrechenS zu einem Jahre Gefängnis verurteilt wurde.
Neiße, 2. Okt. Das Kriegsgericht der 12. Division verhandelte gegen die Unteroffiziere Hentschel uni» Zahn vom 6. Pionier-Bataillon wegen tätlichen Angriffs gegen einen Vvrgefetzten. Der Angriff wurde auf einen Käse r n e n p v st e n verübt, der nach § 3 des Militm-Strafgefttz- buches als Vorgesetzter zu betrachten ist. Das Urteil lautete aus 1 Jahr 6 Monate Gefängnis und Degradation bei so- fortiger Verhaftung.
Kisenkahn-Ieitung.
— Eine neue Einrichtung für Schnellfahr^ versuche wird zur Zeit im G r u n e w a l d bei Berlin bei der dortigen Hauptwerkstätte errichtet. Die neue Versuchsstelle bedarf jedoch nicht der dort fehlenden freien Strecke. Die zu prüfenden Lokomotiven arbeiten unter Volldampf, bleiben aber an einer und derselben Stelle. Man kann sich die Einrichtung ungefähr so vorstellen, wie bei den Wettläufen zwischen Pferd und Radfahrer auf den Spezialitätenbühnen. Die Lokomotive ruht ebenfalls auf Rollen, der Reibungswiderstand der Achsen kann durch Reibungsbremsen vermehrt werden. Arbeitet die Lokomotive, so muß sie nicht nur den Widerstand der Drahtrollen, sondern auch den der Bremsen überwinden, ohne daß sie sich von der Stelle bewegt. Die Schnelligkeit der Lokomotive, der Widerstand der Drahtrollen, sowie der Bremsen läßt sich genau berechnen, um daraus Schluffe auf die Leistungen der Lokomotive zu ziehen. Besondere Instrumente werden für die Meffung der Zugkraft, der Temperatur der Feuerkisten u. f. w. auf gestellt. Das Probefahren der Maschinen auf freier Strecke kann dadurch immerhin nicht vollständig ersetzt und muß deshalb beibebalten werden. Die neue Anlage im Grünewald wird nach den Plänen des Geh. Regierungsrats Professor v. Borries ausgeführt. Schon auf der Weltausstellung in St. Louis war ein derartiger Prüfungsstand in Betrieb.
Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 2. Oktober 1905.
(Nachdruck verboten.) .
Man schreibt uns aus Leipzig: Klägerinnen sind eine ?vrau K. aus Kleeberg und deren unmündige Tochter. An: -0. Januar 1902 war der Gatte der Frau K. t ö 11 i cb Peru n g l 11 cf t. St. befand sch in Begleitung eines Bekannten auf der Nachhausefahrt in seinem von ihm geleiteten Wagen. Als er die von der von Butzbach nach Ufingen führenden Chaussee abgehende Straße nach Klee- berq einbiegen wollte, muß er bei der Dunkelheit m zu Bogen gefahren fein; denn wie die Spuren zeigten, hatte sich das Gefährt einer Böschung genähert, um bann diese h t n a b = z u st ü rzen. Der Begleiter des K. hatte geschlafen und fand sich, nach mehreren Stunden erst wieder zur Besmnimg kommend, unter dem Wagen vor; neben ihm lag K. tot. Die Klägerinnen machen dem KreisFriedberg den Vorwurf, daß er entgegen einer hessischen Verordnung die gefährliche Straße n t cf) t mit eng aneinander gereihten Pappel bäum en von der steuen Böschung abgegrenzt habe. Verlangt wird m der SUagc eine jährliche Rente von 1200 Mk. an die Witwe des Verunglückten. Das Landgericht Gießen nahm an, daß sich K. infolge Der Dunkelheit und des Schnees geirrt habe, ein Verschulden seinerseits am Unfall nicht vorliege. Die Klage wurde deshalb als berechtigt anerkannt. Das Oberlandesgericht Darmstadt erkannte den Anspruch nur zur Hälfte für berechtigt an, da der Verunglückte bei der Dunkelheit an der gefahrvollen Stelle absteigen und das Pferd führen konnte. Beide Parteien hatten gegen dieses Urteil Revision eingelegt. Das Reichsgericht kam auch zi: einer Aufhebung des Urteils und wies die Sache zur besseren Klärung u ochmals an das Oberlandesgericht z u r ü ck.
— . . _ R. B. Darmstadt, 3. Okt.
__ riebt bat sich heute mit jenem
fitauha.n aubnrvrd cm einem 11 jährigen Kinde -u beschäl legen, der Ende Mai in Offenbach von einer Frau verübt touTDc und weit über die Greirzen der Stadt hinaus große Er wgunq hervorric. Als Täterin ist von der Polizei b-e 31 jähr, genau des GlcnerS Josts Lou, geb. Kat. Bruckner aus Lampert- c *'nr;llClt 'r*'TvC1Jö ivkicke cic . ..tsetzliche Tet auch bereits ein- zeii. in ui Hai. Im _«s. Ma: d. I. hatte die Keine Rosa Lückert jOTeinwun mit ihrem Mtf DM). Fleck in Ofienoach JahpeL- xanagti tur den Sereux „Eeres" anzukassieren, sie tarn aber
geladen. __
Bon der Haftpflicht der Kreisverwaltung sür gefahrvolle Straßen.
Gießen, 3. Okt. Marktbericht. Auf heutigem Wockenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.00—1.15 Mk., Hühnereier 1 St. 7—8 Vfg. 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 15—00 Pfg., Enteneier 6—7 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0,80—0,90Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 70-00 Pfg., Ochsensteisch pr. Pfd. 72—82 Pfg., Kiih- und Rindfleisch pr. Pfuno 70—72 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 76—86 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 90 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—80 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—76 Pfg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 5,00—0,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Pfund 10 bis 30 Pfg., in Körben 00 Pfg., Nüsse 100 Stück 35—40 Pfg., Zwetschen per Zentner 6—7 Mk., Birnen per Zentner 8 bis 10 Mk. Weißkraut 0.10—0.15 Mk., Marktzeit 8-2 Uhr.
Gießener ^ndwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 4. Oktober 1905: Anhaltend kühl, allmählige Aufheiterung.
Nähere.' durch die Gießener Wetterkarte.
den Vlänen deS Geh. Baurats Profeffor Jacobi. — Der .Kleine Tannenwald- wurde von dem Landgrafen ^.udwtg Friedrich in der Mitte deS 18. Jahrhunderts angelegt. Die Partie am Teich mit ihren Laubgängen und den prachtvollen Bäumen gehört zu den schönsten gärtnerischen Schöpfungen welche die hiesige Gegend aufzuweisen hat. Die -andgrafin Elisabeth baute im Tannenwald eine Meierei. Bemerkenswert sind die von verschiedenen Fürstlichkeiten im Parke auf* gestellten großen Schmuckoasen. — Von allen Garten, welch die Homburger Landgrafen angelegt haben, ist der „Kieme Tannenwald« der einzige, welcher im Besitze der Krone verblieben ist, alle übrigen, wie der Englische Garten, Gustav- qarien, Accatimn 2c. sind in Privatbesitz übergegangen.
RB. Frankfurt, 1. Oktober. Die unter dem Protektorat der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen s ehende .Internationale Ausstellung für Kochkunst, Hotel- und Wirtschaftswesen-, verdient die Bezeichnung einer internationalen Ausstellung im vollen JJ aJ . wenngleich ja naturgemäß das Hauptkontmgent der Aussteller sich aus Frankfurtern rekrutiert. Die Jnternationalitat wird besonders dadurch dokumentiert, daß eme (stoße Anzahl Der berühmtesten Köche ober gastronomischen Schriststelleni auS Paris, London, Genf, Luxemburg, Zürich, Berlin, der Küchenchef deS Königs von England herbeigekommen sind Hessen ist leider nur sehr schwach vertreten. Die Ausstellung^ist veranstaltet vom Frankfurter Gastwirteoerem und dem Internationalen Verband der Köche" und fuhrtnicht nur die dekorative Kochlunst, sondern auch die praktische Küche vor Augen. Sie zerfällt in drei Hauptteile mit über 400 Aus- stellungSnummern und den interessantesten Teil für das große Publikum bildet zweifellos die dritte Abteilung, der gastronomische Prunksaal. Hier sind von einer Anzah hervorragender deutscher Küchenmeister prachtvolle Produkte der dekorativen Kochkunst und Konditorei zur Schau gestellt, mächtige Schüsieln und Aufiätze mit den delikatesten Braten, Hummern, Fischsorten, Geflügel, bis 2 Meter hohe Tafelaufsätze künstlerischer Art aus Fett- und Stearinmaffe, Blumen- dekorationen aus Baumtorte 2c. Ganz hervorragend ist hier neben den großen Frankfurter Firmen und Küchenmeistern auch der Zweigverein des Internationalen Verbandes der Köche in Mainz vertreten, dessen Präsident, Herr Gutmann, geradezu kulinarische Wunderwerke geschaffen hat, wie die Russische Uors-ä'osuvrs-Schaukel, ein Chaudfroid von KrammetSvögeln u. a. m. Sonst sind hier aus Heffen nur noch die beiden Großh. Hofköche Heinrich Pieper und JuleS Psrard aus Darmstadt mit dekorativen Schüsseln vertreten. Der Hauptvorzug dieser Abteilung ist, daß die schmackhaften Schaustücke täglich durch frische ersetzt werden, fodaß sie immer wieder ein anderes Bild zeigt. Die beiden Übrigen Abteilungen enthalten Rohmaterialien für die Küche und Nahrungs- und Gemißmittel aller Art und Küchen-, Hotel- und Wirtschaftseinrichtungen, Maschinen 2c. In der Haupthalle begegnet man den Pavillons bekannter Nahrungs- niittelfabriken und Handelsfirmen, wie Georg Scheyeler- Frankfurt, Hohenlohe-Kaffel, C. H. Knorr-Heilbronn, Compagnie Liebig, Emmericher Warenexpedition, auS Heffen Konservenfabrik Helvetia-Groß-Gerau, Robert Rückes und Haffemer-Bingen, Karl Rondholz-Egelsbach, Heinrich Fischer- Jugenheim, Hassia-Mineralbrunnen-Vilbel, Joh. Eberhardt- Worms, A. W. Heil-Butzbuch 2c. In der Abteilung für Fachliteratur hat Ernst Lorenz (Hotel zur Traube, Darmstadt) ein hochinteressantes Sammelwerk von internationalen Hof- und Hotel-MenuS ausgestellt, das auch einen bedeutenden geschäftlichen Wert besitzt. Wir finden darin die Krönungs- MenuS Kaiser Alexanders HL, Kaiser Nikolaus II., Philipp Louis von Frankreich (1846), das Menu zum 60jährigen Jubiläum der Königin Viktoria 2c., sowie Menus bei zahlreichen weltgeschichtlichen Anlässen und in den verschiedensten Herstellungsarten, Kupferplättchen, Holz, Kork, Seide, den mannigfaltigsten Papiersorten, Prägungen, Malereien, Handschriften :c. Am interessantesten sind die zahlreichen Menus bei Festessen Kaiser Wilhelms II., die sämtlich in deutscher Schrift und ausschließlich deutschen^ Speiftbezeichnissen aus- geführt sind. — Eine originelle Einrichtung bilden die täglichen Musterspeisen der konkurrierenden Köche, deren Leistungen im Hauptrestaurant mit Originalweinen der Aussteller verabfolgt werden.
X Krofdorf, 1. Okt. In der abgelaufenen Woche kam das inmitten unseres Dorfes gelegene alte Schul- gehöft zur Versteigerung. Dasselbe hat Jahrhimderte hindurch als Schule gedient und fast alle Bewohner von Krofdorf haben darin zu den Füßen einer Lehrerfamilie ge- feffen, die nahezu ein Jahrhundert hindurch das Schulamt verwaltete. Im Laufe der Jahre erwies sich die alte Schule für unsere amvachsende Gemeinde zu klein und es sind deshalb zwei weitere Schulgebäude mit je zwei Klassen entstanden.
Wetzlar, 2. Okt. Heute morgen 6 Uhr ereignete sich auf dem Bahnhof Löhnberg ein bedauerlicher Unglücks fall. Ter auf der hiesigen Röhrengießerei beschäf- ttgte Arbeiter Ludwig Weber von Niedershausen wollte den nad) Wetzlar fahren den Zug besteigen, bevor derselbe an seinem gewöhnlichen .Haltepunkt angelangt war. Plvtz- nch setzte sich der Zug wieder in Bewegung und der schon halb auf dem Trittbrett stehende Arbeiter fiel von dem Zuge herunter und kam so unglücklich unter denselben zu hegen, daß ihm der linke Arm an der Schulter und die rechte Hand über dem Gelenk abgefahren wurden. Ter Verunglückte, der vor kurzem sein 49. Jahr vollendete, besitzt eme ^,-rau und zwei Kmder. Er wurde mit demselben Zuge, tPn..ian leine ^Arbeitsstätte bringen sollte, in die Gießener Amik ubergefügt (Wetzl. Anz.h
2 Ter bisherige Kurator der Uni- rrTL. ^berregierungerat Dr. Steinmetz wurde aus Anlaß seines Uebertrittes in den Ruhestand zum Wir k- lrmen Geheimen Oberregierungsrat mit dem Range^emes Rates erster Klasse ernannt._________________
DerOffcnbacher Raubmord vor Gericht.
Höchste Schlachtviehpreise in F r a n f f u r t a. M.
Fleischpreise in Gießen
Ochsen
Kälber Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 80—85 Mk.
7, Kg. Schlachtgew. 86—90 Pf.
7o 11 » 74 „
7, Kg. 72-82 Pfg.
7, , 70—80 , 7, , 76-86 „
Getreidepreise in Mannheim
Brotpreife in Gießen
Weizen 100 Kg. 18.25 Mk.
Roagen 100 Kg. 15.90 Mk.
Weißbrot 2 Kg. 52 Pfg.
Schwarzbrot 2 Kg. 48 Pfg.


