Dienstag 3 Oktober 1905
155» Jahrgang
Zweites Blatt.
«r. Wä
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen
58 io
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sckm» Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.?.
Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.
ihm über den Kopf. Der nur den Tod konstatieren, Schädelbruch. Den Fuhr- (Darmst. T. A.) einer gestern in Auerbach wurde an Stelle des eine
Erscheint «glich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Gießener ZaniMenblätter- werden dem ^Anzeiger viermal wöchenllich beigelegt. Der Ehelstlch« Landwirt" erscheint monatlich einmal.
demnach beseitigt.) ~ ,
München, 2. Ott Die Zentralversammlung dcS landwirtschaftlichen Vereins in Bayern nahm folgenden Antrag Beckh an: Die Staatsregierung möge tm Bundesrate dahin wirken, daß die Schutzmaßregeln zur Verhinderung der Einschleppung von Seuchen durch ausländische Schlachttiere nicht abgeschwächt und in dieser Rlcht- ung der Agitation für Oeffnung der Grenzen kerne weiteren Zugeständnisse gemacht werden mögen. Ferner möge die Regierung entsprechende Vorkehrungen treffen, damit das nach dem neuen Handelsvertrag zugelassene Einfuhrkontingent österreichischer Schweine an der Grenze geschlachtet und nur solche Schweine eingeführt werden können, die srch vor der Schlachtung als gesund erwiesen haben. Die Regierung möge arlßerdem die die Oeffnung der Grenzen beantragenden Städte veranlassen, bis zur Wiederkehr normaler Preisverhältnisse die gemeindlichen Aufschläge auf Fleisch und die Schlachthausgebühren aufzuheben bezw. herabzumindern.
Deutsches Reich.
Berlin, 2. Oktober. Der Kai ser erlegte am Samstag in der Oberförsterei Rominten einen ungeraden Vierzehnender. Inzwischen wurde gemeldet, daß ein Elch in der Oberförsterei Rominten , festgemacht" worden sei. Das Kaiserpaar fuhr infolgedessen mit dem ganzen Gefolge sofort nach der Oberförsterei.
— Wie der,StaatSanz." meldet, ist der Oberstallmeister Graf v. Wedel in den Ruhestand versetzt und zum Ober- Truchseß ernannt worden. An seiner Stelle wurde der frühere Hofmarschall der Kaiserin Friedrich Frhr. v.Reischa ch zum Oberstallmeister des Kaisers ernannt.
— Der neue amerikanische Konsul in Berlin, Thackara, erklärte einem Mitarbeiter der „Rat. Ztg/, daß er an keinen Zollkrieg zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten .mibe. Die bevorstehenden Tarifverhandlungen würden seiner Meinung nach unzweifelhaft mit der Zeit zu den besten Beziehungen zwischen den beiden Ländern führen.
— Die »Rat. Zig." erklärt, sie fühle sich durch das Verhalten ihres Berichterstatters Eugen Zabel, der ihr aus Petersburg ein Telegramm schickte, aus dem sie ent- nehnien zu dürfen glaubte, daß Zabel eine Unterredung mit Witte gehabt habe, irregeführt, sie habe Zabel telegraphisch mitgeteilt, daß Redaktion und Verlag der „Rat. Q|g.* jede Beziehung mit ihm abbrechen.
— Die „Rationallib. Korr." schreibt: Den Wünschen von liberaler Seite entsprechend, wird sich wahrscheinlich der preußische Landtag mit einer Novelle über eine neue Wahlkreiseinteilung wie über Acnderungen d?s Wahlverfahrens zu beschäftigen haben.
Dresden, 2. Oft. Bei den heutigen Wahlen zur zweiten Kammer des sächsischen Landtages wurden an Stelle der ausgeschiedenen 30 Abgeordneten gewählt: 19 Konservative, 8 Nationalliberale, 1 Reformpartei (Antisem.), 1 Freisinniger, 1 Sozialdemokrat. Die zweite Kammer setzt sich demnach nu§ 53 Konservativen, 24 Nationalliberalen, 2 Mitgliedern der Reformpartei, 2 Freisinnigen und 1 Sozialdemokraten zusammen. (Die konsero. Zweidrittel-Mehrheit ist
im nahen Kesielkopf, dem höchsten Punkt des Quillerwaldes feiern, der an die Tatsache erinnert, daß hier am 18. Nov. 1805 der letzte Wolf in Hessen erlegt worden ist, wie uns Chroniken berichten. Der Stein trägt nur die schlichte Inschrift: Den 18. November 1805 wurde hier ein Wolf geschoßen vom Rittmeister v. Wolff. (Hess. Ldsz.)
Darmstadt, 2. Oft Der Prinz Albert zu Schleswig-Holstein sowie der Graf und die Gräfin zu Doh na-Schl obitten trafen, wie die „Darmst. Ztg." meldet, gestern nachmittag zum Besuch bei den Großherzoglichen Herrschaften in Wolfsgarten ein.
Darmstadt, 2. Okt. Eine zwanglose Abschieds- feier für den eine Reihe von Jahren am Landgericht als Staatsanwalt tätig gewesenen und seit dem L Jülr d. I. als Amtsrichter nach Butzbach versetzten Dr. W o l f f hatte am Samstag abend die Mitglieder des Landgerichts und der Staatsanwaltschaft im Kaisersaal vereinigt Gcneral- staatsanwalt Dr. Praetorius widmete in beredtester Weise dem Scheidenden herzliche Worte der Anerkennung, dem sich Ansprachen des Landgerichtspräsidenten Herzberger, Oberstaatsanwalt v. Hessert und des Gefeierten anschlossem Die Stunden verstrichen rasch und der ganze Verlauf des Abends zeugte von der allgemeinen Beliebtheit, deren sich Herr Dr. Wolff erfreut. , .. Y r.
Eberstadt, 30. September. Heute ereignete sich hier ein schrecklicher Unglücks fall. Die beiden Töchterchen des Bauunternehmers M. H. Dächert hier, zwei Kinder von fünf und sechs Jahren, spielten mit anderen Kinder vor ihrem Elternhause. Ein leerer Bierwagen fuhr irrt Schritt vorbei, das ältere Kind lief noch schnell vor den Pferden über die Straße, das jüngere wollte nach, fiel hin, kam unter den Wagen und ein Hinterrad ging herbeigerufene Dr. Ascher konnte veranlaßt durch einen doppelten mann soll keine Schuld treffen.
Bensheim, 2. Oft. In
Kirche und Schule.
Die Pfarrvereinszusammenkunft für Ober«= Hessen, die am 2. Oktober in Gießen versammelt war bat — so schreibt sie uns wörtlich mit der Bitte um Veröffentlichung — „mit Bedauern davon Kenntnis genommen, daß em Mitglied des Pfarrvereins in seinem Artikel „die hessische ersten Halbsahr 1905" die aus der Chronik der Ehristl. Welt in den Gieß. Anz." übergegangen ist, mit offenbaren Uninchng- f eiten und Verdächtigungen dem Pfarrverem tn Umn Arbeit falsche Motive untergeschoben hat, welche durch die Geschichte des Pfarrvereins den Wissenden längst widerlegt sind Der 'Smriit- (eiter des Kirchenblattes wird beauftragt diesen Artikel im Vfarr- oereinsblatt zu bringen damit jedes Mitglied von der Grundlosigkeit der Behauptungen sich selber überzeugen kann.
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arnung! e werte Snndschaft und r seye ich hiermit in Kennt- mein früherer Bursche ehrinmeinenDienstenslehl, für nüch, noch für fein Geschäft arbeitet. (5069 "Ngsvoll W. Lein, ermeister, Mein-Linden.
nelem semen Kern-, Stein- e£,£N sofort zu ver- Näheres mderGefchäftsst. eßener Anzeigers. |Q662i
ohne Fische heimgehen mußten.
Mainz, 2. Oft. Laut Beschluß des Landesausschusses der Hessischen Zentrumspartei findet der allgemeine hessische Katholikentag am 2 2. Oktober, nachmittags 2^ Uhr, in der Stadthalle in Mainz statt. Als Redner sind gewonnen: Reichs- und Landtagsabg. Dr. Schädler auS Bamberg, Reichstagsabg. Arbeitersekretär I. GieSbertS aus M.-Gladbach und Landtagsabg. Justizrat Dr. Schmitt aus Mainz. — Nach dem soeben fertiggestellten städtischen Rechnungsabschlüsse für daS Rechnungsjahr 1904 hat die Betriebsrechnung wieder einen namhaften Ueberschuß ergeben. Die Gesamteinnahmen der städtischen Betriebsrechnung im Jahre 1904 betrugen 7 332 255 Mk. und die Ausgaben 6 807 375 Mk., sodaß ein Ueberschuß von 524 880 Mk. verblieben ist. Nach Abzug der auf das Rechnungsjahr 1905 zu übertragenden Kredite und der im Jahre 1904 noch verbleibenden Ausstände im Gesamtbeträge von 69 329 Mk. verbleibt ein wirklicher Ueberschuß von 455 550 W. Dec Ueberschuß im vorigen Jahre betrug 39 544 Mk. weniger. Das städtische Gaswerk hatte einen Ueberschuß von 278 lo0 Mark, das Wasserwerk 167 023 Mk., das Elektrizitätswerk 100 700 Mk. und die erst seit einem Jahre im Betrieb befindliche elektrische Straßenbahn 50 059 Mk. An uneinbringlichen und niedergeschlagenen Posten waren 189 718 Mk. zu streichen. (Mainz. Journ.) — Die „Mainzer Volks- ztg." geht (nach der „Franks. Ztg.") in den Verlag der sozialdemokratischen Partei über. .
Homburg v. d. H., 2. Oktober. Das Oberhofma» schallamt hat das Kgl. Krongut „Kleiner Tannenwald" bei Homburg dem Kurdirektor Frhr. v. Maltzahn auf 12 Jahre verpachtet. Frhr. v. Maltzahn baut an- grenzend an den „Kleinen Tannenwald" ein Landhaus nach
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Aus Stadt und Zand.
Gießen, 3. Oktober.
** Ordensverleihungen. S. K. H. der Großherzog haben am 2. September dem ersten Kommandanten der freiwilligen Feuerivehr zu Darmstadt, Branddirektor und Kreisfeuerwehrinspektor Ludwig Fischer die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstorden? Philipps des Großmütigen und dem Adjutanten der freiwilligen Feuerwehr zu Darmstadt Christian Franck, sowie zum 1. Oktober d. I. dem Fürstlich Stolbergischen Revierförster Karl Otto Meyer in Breitungen bei Roßla im Harz das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Personalien. S. K. H. der Grobherzog haben am 27. September den Hofgartengehilfen Heinrich Go- b e l dahier mit Wirkung vom 1. Oktober 1905 an zum Hofgarten-Assistenten ernannt. S. K. H. der Groß Herzog haben zum 1. Oktober dem Kreisamtmann bei dem Kreis- amt Lauterbach Friedrich v. Bechtold und dem Kreisamtinann bei dem Kreisamt Worms Hans Wolfs den Charakter als „Regierungsrnt" erteilt. Durch Entschließung Großh. Mmiste- riums des Innern vom 1. Okt 1905 wurden ine Lehramts- akzessisten Georg Bentz an der Oberrealschule zu Offenbach, Jakov Co m o an der Realschule zu Bingen, Dr. Ludwig F a h z an der höheren Bürgerschule zu Hungen, Dr. Heinrich Gräf an der höheren Bürgerschule zu Reu-Isenburg, Dr. Wilhelm HeY- mann an der höheren Bürgerschule zu Groß-Gerau, Andreas Käst er an der Oberrealschule zu Offenbach, Heinrich Klump am Herbstgymnasium zu Mainz. Hermann Lotz an der Realschule zu Heppenheim a. d. B., Georg Lust am Realgymnasium zu Mainz, Jakob M al sy an der Realschule zu Michelstadt i O., Theodor Ranft an der Augustine^chule zu Friedberg, Georg Schaffnit am Gymnasium zu Worms, Ludwig Schimpf an der Augustinerschule zu Iwiedberg, Otw Schmidt g e n am Wolfgang Ernst-Gymnasium zu Buümgcn, Philipp Seitz an der
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Realschule und dem Progymnasium zu Alzey und Karl Weimer an der höheren Bürgerschule zu Psiingstadt zu Lehramtsassessoren ernannt. In den Ruhestand wurde versetzt am 21. Sept, der Schullehrer an der Volksschule zu Gießen Johannes Braun auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Oktober 1905 an, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, und wurde ihm aus diesem Anlaß das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Uebertragen, wurde am 27 September dem Schullehrer Karl Hirckenhein zu Unter-Schmitten, im Kreise Büdingen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schwanheim, im Kreise Bensheim. Ueber- tragen wurde am 27. September dem Schulamtsaspiranten Philipp Bayer aus Leiselheim, im Krepe Worms, eme Lehrnstelle an der Gemeindeschiile zu Groß-Rohrheim, xm Kreise Bensheuw S. K. H. der Großherzog haben «m W. Sept d. I. den Domanialkommissar zu Fischbach i. S. Oberförster Ernst Mettenheimer mit Wirkung vom 1. Oft. d. I. an zum.Oberförster der Oberförsterei Lauterbach ernannt; den Steuerkommissariatsassistenten bei dem Steuerkommiffariat Ä Geora Kn a b daselbst in gleitier
kommissariat Worms verseh: die RegierungSassenoren Georg Stammler aus Schlitz und Georg Knoß aus Darmstrndt zu Steuerkontrvlleuren, den Forstassessor ErnstEckhard aus Gießen mit Wirkung vom 1. Okt. d. I. an zum Forstassistenten und die Steuerkontrolleure Regierungsassessoren ^ustus R e imherr und Friedrich Kratz, beide zur Zeit m Mainz, zu Steuerwmmisia- Aatsassistenten des Steueickommissariats Mainz I ernannt. S K. H der Großherzog haben am 30. Sept. d. I. den Kr-i- amt'sgeHilfen bei dem Kteisamt Mainz Karl H e g^e r nut Wirkung vom 1 Oktober auf sein Rachsumen aus. dem -Staatsdienste entlassen S K H derGroßherzog haben Mittels (Hitschließung vom 30 Sept.' dein Oberleutnant und Adjittanten der, 16. Kavallerie- Brigade von Schmelzing und Wernstein,, seither im 1 Großh. Dragoner-Regiment lGarde-Dragoner-Reg'.ment) Nr. 23, das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß
abgehaltenen Wählerversammlung
Wiederwahl ablehnenden Fabrikanten Euler Fabrikant Aul er in Bensheim als Kandidat für die Landtagswahl aufgestellt. ($1.
(V A.) Rüsselsheim, 1. Okt. Die zweite Woche bet lksakademie brachte den Schluß der Vorträge von Dr. Klein- Gießen über Napoleon I. und den AuFau des preußische Staates, wobei die Person des Freiherrn v. Stem m ihrer Ab- häiigigkeit von ethischen Grundsätzen besonders hervortrat. Dr. Drevermann vom Senkenbergianum nt zrrcmtrurt a. JJC. trug über Erdgeschichte vor und eine Mhrung m die Tongruben von Flörsheim und die Kalkbrüche von Hochheim Moß sich an. Den größten Teil der Woche füllten Borträge und Besprechung« über Volksbildungswesen aus. Lehrer Bolk-Offenbach behandelte die verschiedenen Zweige der Bildungsärbeit und Dr. Schilling- Groß-Gerau den Demvnstratwns- und Experiinentat- vortrag. Führungen durch das Stadelsche MnseuM iN Frankfurt (Prof Mannheimer), durck das römisch-germanische Museum in Mainz mit Vortrag von Direktor Schuhmacher, sowie ein volkskundlicher Ausflug nach Trebur (Pfarrer Korell- Königstädten: Aus der Kaisergeschichte Treburs) erfolgten am Montag, Donnerstag und Freitag nachmittag. Dren^ag abend veranstaltete Lehrer v. d. Au-Guftavsburg , einen Beethovenabend Ein Lichtbildervorttag von Dr. Schilling über das deutsche Mlderbuch fand Donnerstag abend statt. ,Erstag nachnv um 3 Uhr erfolgte der Schluß der Akademie, wobei Marrer Fuchs für die Ueberlassung des Pfarrhauses und allen Vortragenden warmer Dank abgestattet wurde. Männer aller Berilfsstande betonten ihren festen Willen, ttotz aller Schüvierigketten, die sich einer neuttalen Mldungsarbeit entgegenstellen, treu an der guten Sache zu arbeiten. Im Laufe des Winters wird eme Zusammen- kimst der Akademiemitglieder ftattfinden, wobei die Jugendfürsorge besprochen werden soll. Besonderer Dank gebührt dem Rhem- Mainischen Verband für Vollsvorlesungen für feine finanzielle Unterstützung und dem Geschäftsfilhrer Lehrer Volk, dem geistigen Vater der Akademie. Ein Protokoll über die Verhandlungen, das in einigen Wochen im Buchhandel erscheint, wiid den Freunden aller Volksbildungsarbeit wichtiges Material geben.
fc. Neu-Isenburg, 1. Oft. Auch hier ist wegen der Fleischnot von der Gemeinde ein Seefischmarkt eingerichtet worden. Am Freitag fand der erste Fischverkauf statt. Der Andrang der Käufer war so stark, daß schon nach einer Stunde die ganze Sendung verkauft war und Viele
-u »Uße«, Wi* Schulstraße 10 befindet, wird am nächsten Donnerstag iw Hotel Einhoni wieder eine P r o b e st n n d e uach der Berlitzmethode erteilen Diese Methode, die nun fchou seit 1878 m der ganzen Welt'weiteste Verbreitung gefunden hat, ist eme Nachahmung des Prozesses, vermittels dessen ein Kmd naturgemäß die Mutt r- sprache lernt. Von der ersten Lettwn an W der Schüler während der UnterrichtÄkunden ausschließlich die Sprache, b^e er erlernen will. Der Schüler soll Grammatik, Literatur und Handelskorrespondenz lernen, ime jeher in seinem Lande diese Fächer erlernt. Die Berlitzmethode ist, wie es m Meyers Konversationslexikon, 4. Auflage M). XV. S. 185 heißt, die systematisierte Form der Erlernung einer siemden L-prache un fremhen Lande durch den wirklichen Gebrauch.
♦* Die Einfalt vom Lande. Em Korrespondent schreibt au8 Alzey: Dieser Tage kam eine Bäuerin in die Stadt und wollte einen im hiesigen K r e i 8 krankenhause liegenden Kranken besuchen. Auf ihrem Gange nach demselben kam sie an dem in der Nähe befindlichen runden Wafferturm der Eisenbahnstation vorbei. Sie ging an die Tür desselben, rüttelte mehrmals und begehrte Einlaß. Em hinzukommender Eisenbahnbeamter machte sie auf Irrtum aufmerksam und sagte: .Dort drüben ist ja daS KreiS- krankenhauS." Die Bäuerin erwiderte ganz naw: ^Ach nee, deß iffeS net, des iS jo viereckig.* — Au, au!!
** .Derselbe", lieber die mißbräuchliche und in 99 von 100 Fällen ganz überflüssige Anwendung deS Fürwortes „derselbe" ist schon viel Tinte und Druckenchwarze — leider mit wenig Erfolg — verspritzt worden. Und doch wurde manche Rei>- m.inch° wissenschaftliche Arbeit °n : ra« an ,» der Sprache sehr gewinnen, wenn der Redner bezw. Verfasser den unnüken Ballast über Bord ivürfe. Wie unschön erst eine Häufung dps Fürwortes ist, dafür zwei Beispiele, -so fcnck» sich m entern Aufsatz eines viel gelesenen Münchener Mattes folgendes Satz- ungetüm: „Bei der Taufe, die in der Kapelle ftandfnnd, lag das Kind zu Füßen eines goldgestickten Diwans, auf dem eme wunderschöne Frau ausgestreckt lag, die Mter des sel ben, und um das Kind kniete eine schirr von Franen die dem selben göttliche Verehrung zollte und dasselb e anbetete^ ^-k-n Vattr desselben verehren sie unerschütterlich als den wttder zur Welt gekommenen Erlöser^, Nne äUiche Dellmativn des Wcntes nimmt ein angesehener deutscher Gelehrter im Vorwort einer weitverbreiteten wissenschaftlichen Enzyklopädie vor^ Der Inhalt des. . . hat sich bei Beendigimg desselben so reich und mannigfach erwiesen, ftfrbia Cth
cluber als notwendig erachtet wurde. Der großeii Mühe, den
■ selben auszuarbeiten, hat sich. - . unterzogen. 9'ur diese ; Bereitwilligkeit sei demselben . . der verdiente Dank aus-
Mochen " In beiden Beispielen könnte das fürchterliche „der- unbeschadet der Deutlichkeit ledesmal enfroeber ganz ans- aelassen oder ersetzt werden und Swar durch das persönliche ober durch das besitzanzeigende oder durch das hinweisende J-ürwort.
Klein-Linden, 1. Okt. Der Turnverein hielt qestern abend bei Gastwirt Hinterlang seine Hauptversammlung ab. Nach dem Jahresbericht deS Vorsitzenden Brandenburger hat sich der Verein m den letzten Jahren gut entwickelt, die Mitgliederzahl auf über 100 gestiegen Auch der Rechenschaftsbericht zeigt einen günstigen Abschluß sodaß man bald dem Bau einer Turnhalle naher »u treten gedenkt. Bei der Vorstandswahl wurde der erste Sprecher A. Brandenburger, der bereits 11 Jahre dieses Ehrenanit bekleidet, nahezu einstimmig wiedergewahlt, zum ersten Turnwart wurde Frey, zum zweiten F. Knapp/ zum Zeugwart Steinmüller, zum Rechner L. Will, zum L-christ- führer W. Fey und zum Beisitzer W. Ufer gewählt.
Treis-Münzenberg, 1. Okt. Bei der gestern hier abgehaltenen Bürgermeisterwahl wurde der Landwirt Wilhelm Gorr IV. mit 26 Stimmen gewählt. Der seitherige Bürgermeister erhielt nur 23 Stimmen.
Hungen, 2. Oft. Herr Geometer Kaspari, der älteste'Einwohner unserer Stadt, feierte gestern in körperlicher und geistiger Frische seinen 90. Geburtstag. Trotz dieses hohen Alters ist Herr Kaspari noch immer beruflich tätig.
X Bleichenbach, 30. Sept. Gestern wurde der im vorigen Jahre angelegte Karpfenteich ausgefischt. Das Ergebnis war zufriedenstellend; etwa iy2 Ztr. Karpfen (durchschnittlich 1 bis IV, Md- schwer) wurden zu 65 Pfg. das Pfund verkauft und fanoen raichen Absatz. Die Besetzung des ausgesischten Teiches mit kleinen unverkäuflich gebliebenen Karpfen geschieht demnächst mit ca. 400 Stück.
Melgershausen, 30. Sept. Sem hunder ah- rigeS Jubiläum kann am 18. November em Denkstein
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-erger Str. 82. Frl. Krause.
Herstellung von einigen d Kubümtr. Basalt-Bahu- er wird ein zuverlässiger 'Inttmjir im Besitz ein& fahrbaren echers ist, iür bald-esiicht. Mche ÄüdMtzrn unter n den Tieß Änz. erbeten.
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