Rotationsdruck and Verlag da vrühlfch« UntoerfUätSbtudereL SL Langs. Dietzea.
Redaktion, Expedition u. Drucker«: Schulstr. f, teL Nr. 6L lelegt^lttbx.i »Zeiger Dietz«,
Nr. 178 Zweites Blatt. 155. Jahrgang Mittwoch A. August 18V5
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.Anzeige, viermal wöchentlich beigelegt. Der I U, NH B XL U U A Vk< U.TM 't&y A,
Ehejtzjch» CfiBOwUF erjchewt monatlich einmal. w UM M V w' Xf V Xr w v
General-Anzeiger, Amts- * *nb Anzeigeblatt für den Kreis Eichen.
Uslilische Tagesschau.
Worauf es ankommt.
R. Berlin, 1. Ailgust.
Von den Gegnern der Flottenvermehrung heißt e§, sie würden „nervös", sobald eine neue Marinevorlage am Horizont auftauche, sie kritisierten in Grund und Boden, ohne die Einzelheiten der Vorlage zu' kennen. Nun, die Uebereifrigen sind der Nervosität mindestens ebenso zugäng-- lich. Sie wißen auch noch nicht, was die Regierung fordern wird, sind aber gleichwohl der Meinung, daß es zu wenig ist, und sehen in jedem Schiffsneubau fremder Marinen gleich eine Gefahr für die deutsche Seewehr. So wird jetzt wieder herausgerechnet, daß Deutschland in verhältnismäßig kurzer Zeit von den Vereinigten Staaten überholt und damit an die vierte Stelle unter den Seemächten zurückged"ängt sein wird. Zu diesem Schluß führt angeblich die Berücksichtigung der gegenwärtig auf Stapel liegenden Kriegsschiffe. Ueber diese Enthüllung wird die Marinevcrwaltung nicht außer sich geraten. Denn es ist anzunehmen, daß sie die Entwicklung der fremden Marinen nicht minder genau verfolgt, wie die „freiwilligen Negierungsräte" dies tun. Ebenso dürfte der Marineverwaltung nicht unbekannt sein, daß die deutsche Flotte vor der amerikanischen etwas- voraus hat, was durch ein Mehr an Schiffen nicht weltgemacht werden kann: die bessere Schiffsmannschaft. Was dieser Faktor im Ernstfall bedeutet, das haben die Japaner den Ruffen gegenüber bewiesen. Deutschland hat nicht nötig, um jeden Preis seinen Platz unter den Seemächten hinsichtlich der Kriegsschiffszahl festzuhalten. Der Gefechtswert einer Flotte wird bedingt in erster Linie durch die Leistungsfähigkeit und den soldatischen Geist der Bemannung, in zweiter Linie durch die Beschaffenheit des Schiffsmaterials. Wenn es nach der Schiffszahl ginge, dann müßte die deutsche Marine schon heute ein Zusammentreffen mit der an Tonnengehalt weit überlegenen französischen fürchten. Von solcher Furcht wird sich aber wohl die gesamte deutsche Marine frei wißen.
Kolonialpoft.
— In Südwestafrika haben zahlreiche Hottentotten unter Hendrik Witboi das verlaßene Gebirge n>eft= lich von Gibeon wieder besetzt.
Aus Htaöt und Land.
Gießen, 2. August 1905.
** Personalien. S .K. H. der Großherzog haben -en Dr. phil. Schüler zu Mainz zum Oberlehrer an der dortigen höheren Mädchenschule und dem Lehrerinnenseminar ernannt. — Der Kommerzienrat SieverS in Offenbach wurde von der Stelle eines Handelsrichters an der bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg gebildeten Kammer für Handelssachen mit dem Sitze in Offenbach auf sein Nachsuchen enthoben. — Der Ergänzungsrichter Böhm in Offenbach wurde zum Handelsrichter und Fr. S ch n i tt e r in Offenbach zum Ergänzungsrichter an der bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg gebildeten Kammer für Handelssachen mit dem Sitze in Offenbach für die Zeit bis zum 31. Dezember 1906 ernannt. — Der Gerichtsasseßor Dr. Gärtner in Worms wurde zum Notar mit dem Amtssitz in Pfeddersheim ernannt. — In den Ruhestand versetzt wurde der Gerichtsvollzieher in Wöllstein, W a lt er, auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und Verleihung der Krone zum Silbernen Kreuze des Verdienst» ordens Philipps des Großmütigen. — Der Steueraufseher bei dem Hauptsteueramt Mainz, Berg, wurde unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt und ihm aE,'diesem Anlaß das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
" Das Großh. Regierungsblatt Nr. 21 ent- hält: 1. Bekanntmachung, den Erlaß einer neuen Dienstanweisung für die Hebammen betreffend. 2. Bekanntmachung, die Ausgabe von Schuldverschreibungen auf den Inhaber betreffend. 3. Bekanntmachung, Errichtung der „Schramm- Stiftung" zu Bürgel betreffend.
*’ Gießener Volksbad. Im Juli wurden 15753 Bäder verabreicht gegen 12777 im Juni 1905 und 16330 im Juli 1904 oder im Durchschnitt pro Tag 608 Bäder gegen 426 im Juni 1905 und 527 im Juli 1904. Der Besuch im einzelnen hat sich folgendermaßen verteilt:
Schwimmbad 7941 Manner, darunter 1066 zu 10 Pfg., „ 2545 Frauen, „ 441 „ 10 „
Wannenbäder 1. Klasse 328 Männer, 240 Frauen, „ 2. „ 827 „ 732 „
Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 159 Männer und 40 Frauen, Brausebäder 2350 Männer und 591 Frauen. Die Personenwage wurde von 300 Personen benutzt und das Bad von 4 Personen besichtigt.
*• Oberhessischer Bienenzüchterverein. Wie in Rheinhessen, so wollen jetzt auch die Imker Oberheffens eine Honig-Verwertungs-Genossenschaft gründen, um so ihr echtes Naturprodukt besser an den Mann zu bringen und dem Handel mit Kunsthonig wirksam entgegenzutreten. Die konstituierende Versammlung findet, wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich, am 4. dss. Mt§. im „Karlshof" hier statt.
** Ein Aussichtsturm auf der Neunkircher Höhe. Die Sektion Darmstadt de§ Odenwaldklubs hat einen Wettbewerb für den Entwurf eines Aussichtsturmes au der Neunkircher Höhe ausgeschrieben. Der Turm soll in der Gemarkung Gadernheim in 605 Meter Höhe zu stehen kommen. Er soll zur Erinnerung an Kaiser Wilhelm I. den Namen Kaistr-Wilhelm-Turm führen, wie auch der hölzerne Turm,
der früher an der gleichen Stelle stand und vor einigen Jahren durch einen ©türm zerstört wurde. Der Turm soll 30 Meter hoch und auS massivem Granit errichtet werden, der in unmittelbarer Nahe des Bauplatzes vorhanden ist. Die Bausumme beträgt 25 000 Mk. Drei Preise für die Entwürfe sind vorgesehen, und zwar von 500, 300 und 200 Mk. Die Entwürfe sind bis zum 1. November einzureichen.
c. Lauba ch, 1. Aug. Nach mehrmonatlichem Aufent-1 halt im Schlöffe der Eltern in Büdingen ist gestern abend die Gräfin-Mutter Emma mit ihren Kindern hierher zurückgekehrt. Sie bewohnt die als Witwensitz bestimmte, außerhalb des Schloßes in der Stadt gelegene „Friedrichs- burg", die vollständig neu restauriert worden ist. In dem großen gräfl. Schloße wohnt außer dem Kastellan nur noch der gräfl. Kammerdirektor. So wird es bis zur Volljährigkeit des jetzt sechsjährigen Erbgrafen Georg bleiben. Dessen Oheim, Graf Wilhelm, Landrat zu Schlüchtern, ist nach gut überstandener Blinddarmoperation aus Gießen zur Re- konvalescenz nach Schloß Arnsburg übergefiedelt.
G. Fried berg, 2. Aug. (Eigener Drahtbericht.) Heute früh brach im Schuhgeschäft von Gottlieb Heck in der Metzgergaße Großfeuer aus. Die Nachbarn merkten den Brand zuerst und weckten Herrn Heck, der das in Flammen stehende Haus durch ein Hinterfenster nach dem Hof verließ. Von da aus half er seine Frau und Kinder retten, die auf Leitern heruntergeholt werden mußten. Das Haus mit dem Warenlager ist total ausgebrannt. Der Brand war in anderthalb Stunden auf seinen Herd beschränkt. Die Entstehungsursache ist unbekannt; Heck ist versichert.
Q Nieder-Ofleiden, 1. Aug. Die Einweihung unserer neuerbauten Hochdruck-Wasserleitung findet am 6. August statt. Dem Programm nach ist auf eine recht schöne Feier zu rechnen. Ein Festzug wird sich um 2 Uhr am Bahnhof aufstellen.
Darmstadt, 1. Aug. Der demnächst zu errichtende Neubau der Hypothekenbank erfährt eine Würdigung in der Sammlung „Deutsche Konkurrenzen" (Herausgeber Profeffor A. Neumeister in Karlsruhe, Verlag von Seemann u. Co., Leipzig), Heft 215/216. Auf 12 Text- und 52 Bildseiten werden die Einzelheiten dieses Wettbewerbs behandelt und damit jedem Architekten neuzeitliches Studienmaterial geboten. Zum Preise von 3.60 Mk. ist das Heft in allen Buchhandlungen erhältlich.
Mainz, 1. Aug. Von unbekannten Automobilfahrern wurde gestern vormittag ein Schulmädchen in Darmstadt auf der Straße aufgegriffen und auf dem Automobil nach Mainz entführt. Auf der Nheinstraße wurde das Kind ausgesetzt und seinem Schicksal überlaßen. Die Polizei nahm sich seiner an und brachte es am Nachmittag zu seinen Eltern nach Darmstadt. Eine Untersuchung ist eingeleitet.
Mainz, 31. Juli. Wegen der Bestechung von A n g e st e l l t e n ist die Handelskammer um ihr G u t- achten von der Großh. Regierung ersucht worden. Die Kammer hat schon bei früherer Gelegenheit festgestellt, daß in ihrem Bezirk besondere Mißstände nicht zu tage getreten sind, hat sich aber aus dem von anderer Seite, insbesondere auS Kreisen der chemischen und Textil-Jndustrie beigebrachten Material überzeugt, daß in gewißen Zweigen der Industrie Mißbräuche erheblicher Art vorliegen, denen durch die gegenwärtigen Bestimmungen der Gewerbeordnung und des Strafgesetzes nicht genügend beizukommen ist. Sodann liegen zum Teil Mißbräuche vor hinsichtlich solcher selbständiger Gewerbetreibender, die mit der Ausführung und Beaufsichtigung von Arbeiten und Lieferungen betraut werden. Die Kammer beschloß, der Großh. Regierung hiervon Kenntnis zu geben und dabei die Ansicht auszusprechen, daß, wenn überhaupt gesetzliche Bestimmungen getroffen werden sollen, diese vielleicht in Anlehnung an die Bestimmungen des Strafgesetzbuches über Beamtenbestechung, insbesondere die §§ 332 und 333, formuliert werden könnten. Sie betont indessen, daß sie selbst die Initiative zur Schaffung bezüglicher Gesetzesbestimmungen nach den Erfahrungen in ihrem Bezirk zn ergreifen keinen Anlaß hat. (8- 3«)
Kl ei nie Mitteilungen aus Hessen und den N'a chbarftaaten. In Klein-LindeN wurde ein sechs- jühriger Knabe von einem Gießener Moto-rfahrer überfahren und erlitt einen Beinbruch. — In Braunshausen schlug der Blitz in eine Schafherde und tötete 47 Stück. In Broms- kirchen wurde ein Rind vom Blitz erschlagen..
* Berlin, 1'. August. Ein Pistolenduell wurde kürzlich an der nördlichen Grenze von Berlin ausgefochten.,Ver- enchart Mar ein dreimaliger KNgeiwechsel aus glatten Pfttolen. Beim zMeiten Kugekwechsel erhielt einer der Duellanten, em hiesiger Arzt, eine Verletzung nicht lebensgefährlicher Art. Die Veranlassung zu dem Zmeikampf ist noch nicht bekannt
* Ein Denkmal unserer Kaiserin wird nun auch die kaiserliche Besitzung in Lothringen, Schloß Urville, erhalten. Bekanntlich gelangte im vorigen Jahre m den Vn- Urgen des Neuen Palais bei Potsdam eine vom Professor Karl Begas ausgeführte Marmorstatue der Kaiserin zur Aufstellung: der Kaiser hat jetzt bestimmt, daß noch dieser Statue em Bronze- denkmal angrftrligt werden und m Schloß Urvckle Platz finden soll Das etwa 2.30 Meter hohe Denkmal stellt die Kaiserin mit Rosen in der Hand und mit einem Federhut dar. Der Bwnzeauß wird in Lauchhammer erfolgen. Erwalmt sei,, daß die Mcrruivrstatue selbst ursprünglich für Schloß Urville bestimmt
toa1‘* Die Hinrichtung des Chicagoer „Blaubarts" verschoben Der durch seine Frauenmorde berüchtigte Jobann Hoch, über den wir mehrfach berichtet haben, wurde dreser Tage dem Hinrichtungsraum zngefühtt in dem er den Mord ferner verschiedenen Frauen sühnen sollte, als die ^^Tncfrt emher, haft die Einrichtung um vier W-cben vcrschooen sei. Hoch hatte beim Obersten Gerichtshöfe um, Wiederaufnahme des Verfahrens angesucht, dem Gesuche aber nicht die notwendige Kaution für dst Kvsben beifügen können und war deshalb vorerst sachfallig geworden. Im letzten Augenblicke kam aber das notwmdige Ge d, rttvas über tausend Dollar zusammen, und das Gouverneur
gefängnis, in welchem Hoch seiner Exekution entgegensah, wurde am Morgen des Tages, an dem die .Hinrichtung statrfinden sollte, hiervon verständigt. Hoch war zur .Hinrichtung bereits völlig in Schwarz gclleidet, um in Anwesenheit einer Kommission dem Henker übergeben zu werden, als die Meldung kam, daß der Kassationshof der Wiederaufnahme des Verfahrens zugesttmmt habe. Selbst Hoch war von dieser Nachricht überrascht, da er nicht wußte, das; derartige Bemühungen für ihn unternommen wurden Wer diese Schritte ins Werk setzte, ist nicht sichergestellt, doch soll einer der von Hoch verlassenen Frauen der Hauptanttil rm der erstlgreichen Aktion beim Kassationshofe zufallen. Ein Teil der erforderlichen Kaution entstammt übrigens den Tan- ttemen, welche Hoch für seine im Gefängnisse geschriebenen Memoiren erhielt, in denen er u. a. seine Unschuld an den ihm zur Last gelegten Meuchelmorden beteuert. . .
* Kleine Tageschronik Die T v p h u s - Epidemie nt Herbsleben (Thürst hat bedeutenden Umfang angenommen. Nach amtlicher Feststellung ist die Zahl der Typhussälle auf 120 gestiegen, was fünf vom Hundert der gesamten Emtmchner- schaft ausmacht. Die Wasserleitung mußte behördlich geschloffen werden, der Bau einer neuen wird beschleunigt. Auch m der Umgebung von Göttingen soll der Typhus ausgebrochen! sein. Es werden vier Todesfälle gemeldet, die auf Typhus zuruck- geftihrt werden. — Aus dem Bahnübergänge bei Tote n h a u s eit lWestf.) wurde ein Fuhrwerk von einem Eisenbahnzuge überfahren und total zertrümmert, ein Knecht schwer verletzt. —< Dr. Bruno Oettinger aus Friedenau bei Berlin, der von Bozen aus eine Tour ins Gebirge unternommen hatte, wird vermißt. — Ztoei Personen, welche beschuldigt worden, in P a r i s minderjährige Mädchen zu unsittlichen Zwecken nach Amerika verlaust zu haben, Wurden in Cherbourg zu drei Jahren Ge^ fängnis, 5000 Frcs. Geldstrafe und Aufenthaltsverbot auf fünf Jahre verurteilt. — Eingeborene Indiens, von Hunger getrieben, treffen seit einigen Wochen massenhaft in M adraS ein, sodaß 'zu ihrer Unterkunft Baracken gebaut werden müssen. Die Regierung setzt täglich 3000 Rupien zu ihrer Ernährung aus, jedoch sind die zur Versorgung getroffenen Maßregeln unzureichend, da jetzt auch die C h o l e r a epidemisch ausgebrochen ist. Viele Tote und Kranke werden auf den Sttaßen aufgefunden. — Nach schwedischer Blättermeldung stieß während der Hebung einer Minenkompagnie auf der Reede von Sandarne (am Bottnischen Meerbusen) ein Boot auf eine Unterfeemine. Das Boot wurde zertrümmert. .Sieben Personen wurden getötet, acht mehr oder minder schwer wrlcw
Kunst und Wilsen schäft.
Berufung in die Künftlerkolonie in Darmstadt. Der Großherzog hat, so schreibt man uns aus Darmstadt, den' Architekten Peter Birkenholz in die Künsilerkolome berufen. Birkenholz, ein geborener Hamburger, wohnt gegemrörtia m München, wo er eine ausgedehnte Tätigkeit als Architekt für moderne Innenarchitektur entfaltet, aber auch un Entwerfen origineller Fassaden usw. schon bedeutendes geleistet hat. Birkenholz hat die Berufung bisher nicht angenommen und wird dies, wie verlautet, auch voraussichtlich nur tun, wenn ihm in Darmstadt eine ausreichende Beschäftigung garantiert wird. ,
— In Frankfurt a. M. wird, wie man rms heule schreibt, ht den Räumen des Künstvereins an der Junghossttaße morgen, am 3. August, eine umfassende Ausstellung von Werken Adolph von Menzels eröffnet. Neben den berühmten Oel- gcmälben „Begegnung Friedrichs des Großen mit Affef II. m Neiße", „Flötenkonzert König Friedrichs II. in emtöfouct ; „Krönung König Wilhelms in Königsberg (Entwurf)'", „Abreise König Wilhelms zur Armee 1870", „Friedrich der Große auf Reisen", „Die Berlin-Potsdamer Bahn", „Das Eisenwalzwerk", enthält die Ausstellung u6ta 120 weitere Original-Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen usw. des Meisters aus öffentlichem und privatem Besitz und bietet so ein umfassendes Bild von seiner reichen und großen Tätigkeit. Die Ausstellung wird bis zum 6. September geöffnet bleiben.
— Ernst von Pos sart, dessen Rücktritt von der Leitung der Münchener Hofbühnen zum Beginn des neuen Spieljah-Ns bevorsteht, hat einem unserer Berliner Mitarbeiter über ferne Zukunftspläne interessante Mitteilungen gemacht. Possart wird sich am 28. oder 29. September in einer feiner Hauptrollen ein für allemal als Darsteller von der Bühne verabschieden. Die Nachricht, Possart ginge zu Conried nach Amerika, entspricht nicht den Tcttsack)en. Direktor Conried war allerdmgs m München und hat Possart den verlockenden Antrag gemachtt die Leitung des Irving-Place Theaters für die nächsten drei Spielzeiten und zugleich die Darstellung seiner Haupttollen!, sowie die Inszenierung einiger großer Opern im Mettopolitan-Opern- hause zu übernehmen. Er wollte dem Künstler dafür neben deut Ersatz sämtlicher Reise- und Ausenthaltsspesen ein Honorar von einer Viertelmillion Mark garantieren. Da Possart indessen künftighin die Bühne nicht mehr zu betreten gedenkt, mußte er den Antrag n'blehnen. Vorläufig wird er sofort nach feiner Schlußvorstellung eine Rezitation-Tournee an- tteten, die ihn nach Berlin, Dresden, Frankfurt a. M. und Hamburg führt. Vorerst geht seine Absicht dahin, am 1. Aiwn nächsten Jahves eine „Poffartschule" für deutsche Aussprache, Vorttagkunft und vollständige Ausbildung zum schauspielerischen! Beruf in München zu eröffnen. Auch steht eine Berliner Verlagsbuchhandlung mit Possart in Unterhandlung wegen der Herausgabe seiner Memoiren, welche die Geschichte des Münchener Theaters unter Ludwig IL unb dem Prinzregenten Luitpold um- fajsen werden.
HandeL unb Aerkestr. PoMswirrsHaft.
Bielefeld, 1. Aug. Die außerordentliche General-Ven samniluug der Westfälischen Bank, in welcher Mk. 6 508 050 Aktien durch 43 387 Stimmen vertreten waren, beschloß einftimmfg die Annahme des Fusionsvertrages zwischen der Westfälischen Bank und der Rheinischen Diskonto-Gesell- s ch a s t in Aachen.
Paris 1. Aug. Der Zucker krieg erregt auch in politischen Kressen Aussehen. Das Blatt Humanitö, welches Einzelheiten in der Affäre veröffentlicht, bringt die Nachricht, die Sache sei nicht so schlimm, denn Jalugot werde innerhalb 24 Stunden seinen Verpflichtungen Nachkommen.
Märkte.
ss Kirchhain, 1. Aug. Der heute hier stattgehabtt Fohlenmarkt mit dem zugleich Prämiierung und Verlosung verbunden war, brachte unserer Stadt aus der hiesigen und der benachbarten Darmstädter Gegend regen Verkehr. Unter den zirka 100 vorgeführten Fohlen befanden sich prächtige Tiere. Den ersten Preis für junge Fohlen erhielt Karl Rauch aus Burgholz und den ersten Preis für alte Fohlen Heinrich Hofacker aus Stanße- bach. Von Pferdezüchtern aus dem Darmstädter Gebiet erhielten ferner Preise Heinrich Michel und Konrad Maus- Deickenbach, Joh. Ding- Rüddingshausen und K. Fleischhauer IID-Haar» Hansen. Im ganzen gelangten 27 Preise zur Verteilung.
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