Entstehung des Aberglaubens"), Rezitator
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f] Marburg, 21. Sept. Nachdem nunmehr, wie gemeldet wurde, die ganze Strecke der Kreisbahn in den Ebsdorfer Grund dem Betrieb übergeben ist, dürfte auch die Industrie, die dort schon allmälig im Aufschwünge begriffen ist, sich gewaltig heben. Beschäftigt doch schon der große mit den neuesten Maschinen ausgerüstete Basaltbruch bei Dreihausen etwa 50 Arbeiter. Auch die Ton-, Colorit- und event. auch Eisensteingruben werden sich mehr rentieren. Aus diesem Grunde haben auch Intercsientengruppen schon mit den Grundbesitzern Pacht- und Kaufverträge abgeschlossen. Für die großen Eisensteingruben bei Atzenhain bedeutet die event. Weiterführung der Bahn nach Mücke einen großen Vorteil.
** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Die demokratische Fraktion der Stadt- verordneten-Versammlung in M a i n r sprach sich in letzter Sitzung einstimmig für die Wahl des Ministerialrats Braun zum Oberbürgermeister der Stadt aus. — Bei der Ziehung der Mainzer Landwirtschastslotterie fiel der erste Hauptgewinn auf Nr. 23 213. — Eine junge Frau in N i e d e r -- O h m e n zog sich eine anscheinend unbedeutende Verwundung am Fuße zu durch einen rostigen Nagel, in den sie unversehens getreten war. Der Fuß schwoll an, es trat Blutvergiftung ein, und jetzt ist die Frau dieser Verwundung erlegen. — In Angersbach wurde ein Landwirt im Stall beim Anbinden des Viehs von einem Ochsen an die Wand gedrückt, so daß er einen Armbruch und , mehrere Nippenbrüche erlitt.
"ßen, 21. September. ;
AuS Darmstadt rote lfsarbeiter im Micherm schenk zuSchweintl Kreises Alzey, der Kreit, hotten zum Kreisamtmam lSchsfor Haberkorn ar in Schotten ernannt, irr Block hier kaufte du cg, Wieseckerweg 13, H Ilock auch die Verlängere; I Quadratmeter vom @ada | t Marburgs, den OuadM- I
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Telephonischer Kursbericht«
Frankfurt a. M., 21. Septbr. 1905
Kriginak-Draljtmerdnngen.
Gensungen, 20. Sevt- Deute abend fuhr ein Vvn Frankfurt kommender Eilgüterzug im hiesigen Bahnhofe ans einen bereitstehenden M il itärso n d er z u g , dessen Eutz-> wagen vollständigzertrümmert wurde Die letzten zwe» Wagen waren unbesetzt. sodaß nur Materialschaden entstand.
‘ Erfurt, 21. Sept. In Klettbach erschoß ein jung verheirateter Mann seine Frau und sich selbst.
Guben, 21. Sept. Zu Ehren des Kronprinzen und des Prinzen August Wilhelm, die anläßlich der Manöver hier weilen, ve"anstalteten gestern abend die Krieger- vereine, Schützengilde und Bergleute emen großen Fackel-"g durch die festlich illuminierte Stadt. Gesangvereine V -n Liedervorträge.
R om, 21. September. Auf der Suche nach dem bet Belluno gelegentlich einer Alpentour verschwundenen römischen Maler Vitalini fanden die abgeschickten Alpenjäger in einem Abgrunde den zerschellten Leichnam des Künstlers.
Wien, 21. Sept. Bei der Eröffnungsfahrt auf der Bahn nach Gastein sprach der Kaiser mit dem NeichsratS- Abg. Dr. Shlvester aus Salzburg, einem Mitglied der deutschen Volkspartei, über die ungarische Krise. Sylvester teilte mit, daß die Stimmung, in die der Karser durch die neueste Wendung der Dinge in Ungarn verseht war, deutlich in seinen Worten zum Msdruck kam, die unverkennbar an alle deutschen Mgeordneten des Reichsrates gerichtet waren. Der Kaiser sagte: „Sie müssen mit jetzt alle helfen. Sie müssen mich unterstützen. In di« Trennung der Armee werde ich nie und nimmer ein Willi gen." r„ , ..
Saratow, 20. Sept. Der Gouverneur verfügte die Festnahme der Aerzte, die kürzlich an einer regierungsfeindlichen Versammlung in der Stadt Balaschew teil- genommen hatten. Hierauf richtete die Konferenz der Gon- vernementskreisvertretungen des Gouvernements ^L«ratow an den Minister des Innern einen telegraphischen Ern- spruch, in welchem gleichzeitig auf die Gefahr hingennesen wurde,' daß durch ein derartiges Vorgehen die Tätigkeit des Cemstwos lahwgelegt werde und die Demission ihres ärztlichen Personals sowie eine Störung der öffentlichen Ordnung provoziert werden könnte. Das Telegramm schließt mit der Bitte, die Entscheidung des Gouverneurs betreffs der Aerzte aufzuheben. , „ . .
Washington, 20. Sept. (Reuter.) Es kann je£t versichert werden, daß der Austausch der Ratifikationen des russisch-japanischen Friedensvertrages in Washington stattfinden wird und zwar sehr bald, nachdem die beiden Herrscher die Ratifikationen vollzogen haben. Wahrscheinlich wird der Austausch int Weißen Hause erfolgen, um dem Präsidenten Roosevelt eine Ehrung zu beweisen.
* Neues Unglück in Süditalien. Die von Erdbeben kürzlich so schwer heimgesuchten Distrikte Süditaliens sind von einem neuen Unglück heimgesucht worden, das in gewissem Zusammenhänge mit den vulkanischen Erscheinungen zu stehen scheint. In Reggio (Calabricn) wütete am 20. ds. ein heftiges Unwetter. Mehrere Häuser wurden durch Blitz- schlage beschädigt. Man befürchtet, daß die Felder schwer gelitten haben. Die seismographischen Jnsttumente zeigen dort noch immer leichte Erderschütterungen an. — In Monteleone rief ein heftiger Sturm großen Schrecken unter der Bevölkerung hervor, der zu einer Panik anwuchs, als um 5 Uhr 35 Min. ein leichter Erdstoß verspürt wurde. Ferner sind in Oliva di zwei Häuser, die als Magazine für Möbel und anderes Eigentum von Personen dienten, die nach dem Erdbeben noch am Leben geblieben waren, durch Feuer zerstört worden. Zwei Personen wurden verletzt. Auch in Catanzaro herrschte ein heftiger Sturm, der die Bevölkerung in großen Schrecken versetzte. — Aus Neapel wird gemeldet: Das Erdbeben beschädigte den Turm von San Marco, der als Gefängnis benutzt wird. Als das ganze Gebäude wankte, erschilnen 7 Sträflinge am obersten Fenster 60 Meter hoch und flehten um Rettung. Zwei Stunden lang blieben die Sträflinge in dieser furchtbaren Lage, während die Stöße sich immer wiederholten. Schließlich gaben die Lokalbehörden Befehl, sie freizulassen. — Heftige Wolkenbrüche und Hagelschläge haben die Reisernte auch in Norditalien, namentlich in der Umgebung der piemontesischen Städte Novara und Vercelli, größtenteils vernichtet. Der Schaden wird auf einige Millionen Lire geschätzt. —
Landwirtschaft.
Det Sa ateNstand in Preußen für Mitte September ist, wenn 1 sehr gut, 2 gut, 3 mittel, 4 gering bedeutet, für Kartoffeln 2,5, Klee (auch mit Beimischung von Gräsern) 2,2, Luzerne 2,3, Bewässerungswiesen 2,2, für andere Wiesen 2,4. Ate entsprechenden Zahlen des Vormonats waren 2,4, 2,6, 2 4, 2,3, 2,5, die entsprechenden Zahlen für Mitte September 1904: 3,5, 4,0, 3,9, 3,4, 4,2. IN den Bemerkungen der Statist. Korr. heißt es: Die häufigen Niederschläge und die geringere Sonnenscheindauer hätten das Trocknen und Einfahren der Halmfrüchte so sehr verzögert, daß vereinzelt noch. Sommerweizenmaudeln und Hafermandeln draußen stehen und erheblich unter Auswuchs leiden Auch für das In Mieten stehende Korn furchte man. Oftmals wurde über den nicht unbedeutenden Verlust geklagt, welcher durch das Ausfallen der Körner beim Wenden der geschnittenen Frucht zum Trocknen in diesem Jahre entstanden sei. Weizen solle schlechter schütten, als vorher anzunehmen war. Ebenso hätten Probedrüsche von Roggen und Hafer den Erwartungen nicht entsprochen. Die ungünstige Witterung habe auch eine Verzögerung in der Bestellung der Aecker zur Wintersaat verursacht, sodaß diese nur in wenigen Gegenden wett vorge,chrttten sei. Vielfach habe sie sogar, da der nasse Boden sich nutzt bearbeiten lasse, noch nicht bt Angriff genommen werden können. Von schädlichen Tieren würden Mäuse jetzt wieder mehr erwähnt. Auch Engerlinge fügten in den Regierungsbezirken Breslau, Magdeburg und Trier den KNollen Schaden zu. Außerdem träten Hamster in Breslau und Magdeburg wieder stärker auf. Recht ungünstig lauteten die Nachrichten über die noch zu ernteten frühen Kartoffeln, welche mit wenigen Ausnahmen von Fäulnis befallen sein sollen. So stellte sich bei den ferneren L-orten, besonders bei den im Regierungsbezirk Lüneburg gebauten Eierkartoffeln, und der Frucht in besseren Böden eine schlechtere Beschaffenheit heraus, als vorauszusetzen gewesen set. Dte Meldungen über hohe Ktankheitsziffern sind recht zahlreich, vtelfack wurden sie auf 60 Prozent geschätzt. Am meisten habe dte Witterung den Futterpflanzen genützt. Leider sei der Erttag mancher Felder trotz mehrmaligen Wendens zum Trocknen minderwertig geworden, mitunter ganz verdorben, sodaß Heu als Futter feine Verwendung finden könne. Au sich seien die Erträge dieser Pflanzen seit langen Jahren nickt so habe gewesen, wie im laufenden.
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Wetzlar, 20. Sept. Der Handelskammer ist von per Eisenbahndirektiou Franksiirt a. M. folgende Mitteilung zugcgangcn: „Die an der Bahnstrecke Lollar—Wetzlar gelegene Station Abend st er n, welche bisher nur dem Personenverkehr und dem Wagenladungsverkehr nach und von der Kleinbahn Gießen—Bieber, sowie den Anschluß- werken und Lagerplätzen dimte, wird vom 1. Oktober 1905 ab auch für den allger inen Güterverkehr, Eil- tqenladungen und Tierverkehr
Freitag, den 22. Sept. d. IS., nachmittags 3 Uhr sollen im städt. Psandlokale dahier lSeltersweg 11) die wegen rückständig. Ortskrankenkassebeiträge pro Monat Mai 1905 gepfändeten Gegenstände, Möbel aller Art, 2 Pferde u. 2 Kassenschränke versteigert werden. [4904
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Der „Nordd. Allgem. 3tg/ zufolge übernahm der Reichskanzler Fürst Bülow das Präsidium des deutschen Hilfskomitees für die in Italien durch das Erdbeben Geschädigten.
* Kleine Tageschronik. Aus New-Pork wird gemeldet, daß der letztegroße Indianer-Häuptling Rain-Jn°the Bace geftorben ist. Er war in früheren Jahren ein viel gefürchteter Mörder und Felddieb. Seine größte Untat war das Massacre amerikanischer Truppen, wobei General Custer ums Leben kam. Später söhnte er sich mit der amerikanischen Regierung aus, — In Ehemnih wurde auf dem Friedhose ein Liebespaar erschossen ausgefunden. Es handelt sich um den 1884 geborenen Paul Arthur Steinbach und die 1885 geborene Margarete Schüler. Sie war Handschuhlegerin. Steinbach hatte mit dem Mädchen ein Verhältnis das die Eltern nicht billigten, da er bereits aus einem früheren VerhälMiS em Kind hatte. — Als am Dienstag nachmittag Kammerherr von T r ü tz s ch l e r zu F a l t en stein lSachsen) mit seiner Familie in einem Wagen von seiner Sommervilla zurückkehren wollte, scheuten die Pferde. Ter Kammerherr erlitt einen Beinbruch und anscheinend schwere innere Verletzungen. Seine Gemahlin und seine Tochter wurden leicht verletzt. — In Halle (Westsalen) feuerte einArrestant mit einem Revolver auf den ihn transportirenden Gendarm, die Kcigel durchbohrte dessen Hals. Der Schwerverletzte wurde in das Krankenhaus ge-
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von Ford. narius), Pvof. Dr. Sommer-Gießen (Thema: rven und Nervosität" mit Projektionsbildern),
'ior Dr. Strecker-Bad-Nauheim (Thema: „Zur lands"). Sic. Fuchs, Pfarrer in Rüsselsheim schland und England"). Den Volksunterhal- 1 die akademische Ortsgruppe des Dürer- eßen w'ederum übernommen. (W. Anz.)
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Handel und Verkehr. Dolkswittschast.
— Die Anleihe der Stadt Friedberg (nicht Gießen, wie es gestern irrtümlich an dieser Stelle hieß) aus V, Million, die mit dem Bankhaus Baruch Strauß-Marblirg in Frankfurt abgeschlossen wurde, ist gestern vom Großherzog genehimgt worden.
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 21. Sept. (Telegr. Orig.-Vericht des .Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- preise. Zum Verkaufe standen: 3 Ochsen, 0 aus Oesterreich 2 Bullen, 00 aus Oesterreich, 58 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oester., 00 Kälber, 00 Schafe und Sammel, 00 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 78 bis 82 Mk., 2. Qual. 70—73 Mk., 3. Qual. 65—67 Mk.; Bullen 1. Qual. 63—65, 2. Qual. 60—62; Kühe 1. Qualität 69—70 Mk., 2. Qual. 66—67 Mk., 3. Qual. 51—53 Mk., 4. Qual. 49—50 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg., Schlachtgew. 00-00 Pfg.; Schafe: 1. Qual. 00—00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Pfg. Geschäft gut, kein Ueberstand.
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Freitag abend 6.00 Uhr.
Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr.
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Wochengottesdienst: Sonntag morgen 5.00, an den übrigen Tagen 5.15, abends 6.00 Uhr.
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An"" i ihn" Mbmd« , t ** lii w.'"1"” 'für *** 9, 6,l» . ’. Äoh>" ■ z’
Zitherklub.
Der für den 24. September geplante
Ausflug nach dem Windhof
findet erst am 1. Hktoöer statt.
Der Vorstand«


